Monat: März 2026

  • Australien – Queensland – Moreton Island

    Was macht man eigentlich in Queensland, wenn die wirklich spektakulären Aktivitäten wie Rundflug und Wracktauchen einfach mal abgesagt werden? Richtig – man bucht einen „ganz normalen“ Ausflug. In unserem Fall eine geführte Tour nach Moreton Island, der kleinen Schwester von K’gari. Klein bedeutet hier: nur etwa ein Neuntel so groß. Australische Verhältnisse eben. Die Insel liegt rund 90 Fährminuten von Brisbane entfernt – also quasi gleich um die Ecke.

    Das große Highlight dort sind die Tangalooma Wrecks – 15 Schiffswracks, die zwischen den 60ern und 80ern absichtlich versenkt wurden. Offiziell natürlich, um einen sicheren Ankerplatz zu schaffen und ein künstliches Riff zu bilden. Inoffiziell wahrscheinlich, damit Touristen später sagen können: „Oh schau mal – ein Wrack! Schnell ein Foto!“

    Früher Start und erste organisatorische Meisterleistung

    Der Tag begann entspannt um 6:30 Uhr morgens – also zu einer Uhrzeit, zu der selbst die meisten Hühner noch über Snooze nachdenken. Am Bus angekommen stellten wir fest: Die Gruppe war offenbar nach dem Motto geplant worden „Der Bus reicht bestimmt“. Spoiler: tat er nicht.

    Der Bus war innerhalb von Sekunden voll, während etwa 20 Leute draußen standen und den Bus so ansahen, als würde er vielleicht doch noch ein bisschen wachsen. Also warteten wir gemütliche 30 Minuten, bis spontan gecharterte Kleinbusse auftauchten. Chaos-Level: Reisebeginn erfolgreich erreicht.

    Schnorcheln zwischen Wracks und Fisch-Supermarkt

    Nach der angenehmen Fährfahrt und einigen Delfinsichtungen erreichten wir die Insel, und wurden sofort in kleinere Gruppen aufgeteilt.

    Unsere erste Aktivität: Wrack-Schnorcheln.

    Also schnell:

    • Flossen anprobieren
    • Schnorchel schnappen
    • Neoprenanzug anziehen (immer ein kleines Workout)

    Kaum fertig, wurden wir auch schon von einem Jetski etwa 200 Meter hinaus zu den Wracks gezogen. VIP-Transfer im Wasser sozusagen.

    Kaum war der Jetski weg, passierte etwas ziemlich Cooles:
    Hunderte kleine Fische umringten uns. Wirklich überall. Es fühlte sich ein bisschen an, als hätten wir uns mitten in einen schwimmenden Fischmarkt teleportiert.

    Während wir um die Wracks schnorchelten, sahen wir jede Menge: Snapper, Makrelen, Dorsche, Trompetenfische und diverse Barsche. Dugongs, Delfine oder Meeresschildkröten ließen sich leider nicht blicken. Vermutlich hatten die gerade frei oder waren auf einer exklusiveren Tour auswärts.

    Kajakfahren – oder: Wie man elegant Slalom paddelt

    Nach einer Stunde im Wasser ging es direkt weiter: Kajakfahren – und zwar in durchsichtigen Kajaks.

    Der Start vom Strand sah aus wie ein Mix aus olympischem Wettkampf, Anfängertraining und leichtem Chaos. Die Profis(wir) paddelten elegant davon, während einige Erstfahrer erstmal großzügige Slalomlinien in den Ozean zeichneten. Unter unseren Kajaks schwammen ständig kleine Fischschwärme mit. Entweder fanden sie uns spannend – oder sie hofften auf Snacks. Nach etwa einer Stunde paddeln wurden die Arme immer länger und wir hatten eine ziemlich klare Vorahnung: Morgen wird Muskelkater-Tag.

    Mittagspause mit leichtem Crunch-Effekt

    Dann endlich: Mittagspause.

    Es gab selbstgemachte Wraps – also ein langer Tisch mit Zutaten und etwa 100 Leute, die gleichzeitig darin herumrührten. Einige hatten offenbar noch Sand an den Händen, was man beim Essen später durch ein leichtes Knirschen zwischen den Zähnen bemerkte.

    Aber wie Oma immer sagte:
    „Dreck reinigt den Magen und stärkt das Immunsystem.“ – Australien-Version: Sand auch.

    Sandboarding – Snowboarden… nur ohne Schnee

    Nach dem Essen ging es zum nächsten Abenteuer: Sandboarding. In meiner Vorstellung: Snowboard-Feeling, elegante Kurven, sportliche Action.

    In der Realität: Dünne Hartfaserplatten.

    Nach einer 25-minütigen Fahrt im Geländebus standen wir vor einer riesigen Sanddüne.

    Einweisung:

    1. Auf den Bauch legen
    2. Kopf nach vorne
    3. Füße hoch
    4. Brett vorne leicht anheben
    5. Und bitte vorher wachsen

    Also quasi Snowboarden … nur kopfüber.

    Aber es machte tatsächlich richtig Spaß. Die etwa 40–50 Meter lange Düne runterzusausen war erstaunlich schnell – angeblich bis zu 60 km/h. Also wieder hochlaufen – und noch einmal.

    Nach jeder Abfahrt sah man allerdings aus wie ein menschlicher Sandkeks.
    Der feine Sand war wirklich überall.

    Drei Abfahrten später fühlten sich unsere Beine ungefähr so an wie unsere Arme nach dem Kajakfahren: deutlich benutzt.

    Der Versuch, den Sand loszuwerden

    Nach der Rückfahrt durch den Regenwald durften wir noch kurz ins Meer springen, um den Sand abzuspülen.

    Ergebnis: Etwa 30 % weniger Sand.

    Die Dusche am Abend musste den Rest erledigen.

    Am späten Nachmittag ging es wieder zurück nach Brisbane – erschöpft, leicht verkatert (muskeltechnisch) und immer noch mit Sand in überraschenden Körperregionen. Aber der improvisierte Ausflug nach Moreton Island war am Ende doch ein echtes Highlight. Denn manchmal sind genau die Tage, die nicht nach Plan laufen, die besten.

    Und außerdem: Man hat selten die Gelegenheit, gleichzeitig

    • mit Fischen zu schnorcheln
    • im Glas-Kajak Slalom zu fahren
    • Wraps mit Sand-Topping zu essen
    • und kopfüber eine Düne herunterzurasen.

    Ganz normaler Urlaubstag eben. 😄

  • Australien – Queensland – Roadtrip 4

    Von Rainbow Beach sind wir ganz klassisch gen Süden gedüst. Erste Zwischenlandung: Gympie – eine Nacht, einmal schlafen, weiter. Nächster Halt: Mooloolaba für zwei Übernachtungen.
    Mooloolaba ist eine herrlich moderne, entspannte Küstenstadt – coole Strände, stylische Häuser, alles ein bisschen geschniegelt, aber sympathisch. Hier wollte ich eigentlich die HMAS Brisbane betauchen – als Ersatz für die SS Yongala, die ja zuvor schon nicht geklappt hatte.
    Und dann… déjà-vu.
    Einen Tag vorher sagt der Veranstalter ab. Dieses Mal wegen schlechten Wetters. Zu viel Wind, zu hohe Wellen, zu gefährlich fürs Wracktauchen. Ich war richtig, richtig enttäuscht.
    Aber – die Wettervorhersage hatte leider absolut recht. Am nächsten Tag blies der Wind so stark, dass mir am Kawana Beach die Sandkörner wie Millionen kleiner Nadeln gegen die Beine geschossen sind. Peeling deluxe, gratis und unfreiwillig. In dem Moment war ich dann doch ganz froh, nicht auf offener See zu sein.

    Lesson learned: Wenn man nach Queensland kommt – unbedingt Saison und Zeitfenster beachten. Vor allem, wenn man tauchen, baden oder mit einem kleinen Flugzeug fliegen möchte. Planung ist alles. Manchmal.
    Statt Unterwasser-Abenteuer gab’s Natur an Land: ein Spaziergang im Buderim Forest Park. Eine nette kleine Rundwanderung mit Mini-Wasserfall und riesigen Felsen – ein bisschen wie Josephine Falls, nur in der Kompaktversion.

    Am Point Cartwright Lighthouse haben wir eine halbe Stunde lang Parasailing beobachtet. Menschen, die immer wieder losfliegen, landen, wieder losfliegen – wie sehr gut gelaunte Teebeutel im Himmel.

    Danach ging’s weiter nach Brisbane. Unterwegs machten wir Halt im Abbey Museum of Art and Archaeology. Zwei Wochen zuvor war dort eingebrochen worden – einige ägyptische Artefakte wurden gestohlen. Inzwischen hat die Polizei einen 52-jährigen Verdächtigen festgenommen und die Stücke wiedergefunden. Eine kleine Reise durch die Geschichte der Menschheit – mit kurzem Krimi-Intermezzo.

    Solange wir noch unseren roten Mietwagen hatten, wurde er natürlich ausgefahren. Kaum in Brisbane angekommen, ging es direkt zum Mount Coot-tha Lookout. Tolle Aussicht: Die Skyline ragt aus dem Grün, der Fluss schlängelt sich hindurch – fast wie eine Fata Morgana zwischen Eukalyptusbäumen.

    Abends spazierten wir über die Kangaroo Point Bridge und am Ostufer entlang bis zum Kangaroo Point Cliffs. Coole Nachtbeleuchtung, dazu ein Freitagskonzert im Park auf der anderen Flussseite – laute, dynamische Popmusik wehte über das Wasser. Sehr stimmungsvoll. Da haben wir noch viele fliegene Flughunde gesehen. Lautlos und groß.

    Von Brisbane aus machten wir einen Tagesausflug an die Gold Coast.
    Stopps bei Snapper Rocks, Mick Schamburg Park Lookout. Beide Spots zusammen geben einen sehr guten Eindruck davon, warum die Gold Coast als Surf- und Strandparadies gilt. Die Gold Coast in Australien wird oft als das „Miami Australiens“ bezeichnet, da beide Städte für Hochhäuser direkt am Strand, ein intensives Nachtleben, Surfkultur und ein warmes Klima bekannt sind. Viele Cafés, Restaurants und Shop tragen hier den Namen Miami.

    Am Kurrawa Beach. Dort wollten wir schwimmen. Kaum betreten wir den Strand – zack – Sturm. Sintflutartiger Regen innerhalb von Sekunden. Wir waren komplett durchnässt. Es fühlte sich an, als hätte das Wetter persönlich etwas gegen uns. Also: Rückzug nach Brisbane.
    Am nächsten Tag zweiter Versuch – aber ohne Badepläne. Stattdessen besuchten wir das Coombabah Lakelands Conservation Area. Langer Spaziergang durch Park und Wald. Ergebnis: ungefähr 150 Kängurus und 13 Koalas hoch oben in den Bäumen. Wildlife-Quota mehr als erfüllt.

    Am Spät nachmittag noch zum Wynnum Mangrove Boardwalk – wunderschöner Spaziergang durch die Mangroven. Insgesamt fast 20.000 Schritte an diesem Tag. Muskelkater inklusive, steifer Nacken als Bonus.

    Was uns immer wieder amüsierte: Offenbar verlieren Menschen in Australien ständig Dinge.
    In Gympie fiel einem Pickup während der Fahrt ein nagelneuer Stuhl auf die Straße.
    Auf K’gari lagen T-Shirts im Busch, eine Unterhose am See, Trinkflaschen und Kanister am 75 Mile Beach. Socken am Strand.
    Auf der Autobahn zwischen Brisbane und Gold Coast entdeckten wir eine Matratze, ein Stützrad, die Ladeflächenabdeckung eines Pickups – und einzelne Schuhe.
    Man fragt sich unweigerlich: Fahren hier alle mit offenen Kofferräumen durch die Gegend?
    Und dann kam der Abschied von unserem roten Mietwagen. Brisbane ist unsere letzte Station in Australien. Ein paar Tage bleiben wir noch hier – bevor es weitergeht nach Neuseeland.
    Australien: viel Wind, viel Wildlife, viel Wetterdrama – und definitiv nie langweilig.