Was macht man eigentlich in Queensland, wenn die wirklich spektakulären Aktivitäten wie Rundflug und Wracktauchen einfach mal abgesagt werden? Richtig – man bucht einen „ganz normalen“ Ausflug. In unserem Fall eine geführte Tour nach Moreton Island, der kleinen Schwester von K’gari. Klein bedeutet hier: nur etwa ein Neuntel so groß. Australische Verhältnisse eben. Die Insel liegt rund 90 Fährminuten von Brisbane entfernt – also quasi gleich um die Ecke.

Das große Highlight dort sind die Tangalooma Wrecks – 15 Schiffswracks, die zwischen den 60ern und 80ern absichtlich versenkt wurden. Offiziell natürlich, um einen sicheren Ankerplatz zu schaffen und ein künstliches Riff zu bilden. Inoffiziell wahrscheinlich, damit Touristen später sagen können: „Oh schau mal – ein Wrack! Schnell ein Foto!“


Früher Start und erste organisatorische Meisterleistung
Der Tag begann entspannt um 6:30 Uhr morgens – also zu einer Uhrzeit, zu der selbst die meisten Hühner noch über Snooze nachdenken. Am Bus angekommen stellten wir fest: Die Gruppe war offenbar nach dem Motto geplant worden „Der Bus reicht bestimmt“. Spoiler: tat er nicht.
Der Bus war innerhalb von Sekunden voll, während etwa 20 Leute draußen standen und den Bus so ansahen, als würde er vielleicht doch noch ein bisschen wachsen. Also warteten wir gemütliche 30 Minuten, bis spontan gecharterte Kleinbusse auftauchten. Chaos-Level: Reisebeginn erfolgreich erreicht.
Schnorcheln zwischen Wracks und Fisch-Supermarkt
Nach der angenehmen Fährfahrt und einigen Delfinsichtungen erreichten wir die Insel, und wurden sofort in kleinere Gruppen aufgeteilt.
Unsere erste Aktivität: Wrack-Schnorcheln.
Also schnell:
- Flossen anprobieren
- Schnorchel schnappen
- Neoprenanzug anziehen (immer ein kleines Workout)
Kaum fertig, wurden wir auch schon von einem Jetski etwa 200 Meter hinaus zu den Wracks gezogen. VIP-Transfer im Wasser sozusagen.
Kaum war der Jetski weg, passierte etwas ziemlich Cooles:
Hunderte kleine Fische umringten uns. Wirklich überall. Es fühlte sich ein bisschen an, als hätten wir uns mitten in einen schwimmenden Fischmarkt teleportiert.

Während wir um die Wracks schnorchelten, sahen wir jede Menge: Snapper, Makrelen, Dorsche, Trompetenfische und diverse Barsche. Dugongs, Delfine oder Meeresschildkröten ließen sich leider nicht blicken. Vermutlich hatten die gerade frei oder waren auf einer exklusiveren Tour auswärts.

Kajakfahren – oder: Wie man elegant Slalom paddelt
Nach einer Stunde im Wasser ging es direkt weiter: Kajakfahren – und zwar in durchsichtigen Kajaks.

Der Start vom Strand sah aus wie ein Mix aus olympischem Wettkampf, Anfängertraining und leichtem Chaos. Die Profis(wir) paddelten elegant davon, während einige Erstfahrer erstmal großzügige Slalomlinien in den Ozean zeichneten. Unter unseren Kajaks schwammen ständig kleine Fischschwärme mit. Entweder fanden sie uns spannend – oder sie hofften auf Snacks. Nach etwa einer Stunde paddeln wurden die Arme immer länger und wir hatten eine ziemlich klare Vorahnung: Morgen wird Muskelkater-Tag.
Mittagspause mit leichtem Crunch-Effekt
Dann endlich: Mittagspause.
Es gab selbstgemachte Wraps – also ein langer Tisch mit Zutaten und etwa 100 Leute, die gleichzeitig darin herumrührten. Einige hatten offenbar noch Sand an den Händen, was man beim Essen später durch ein leichtes Knirschen zwischen den Zähnen bemerkte.
Aber wie Oma immer sagte:
„Dreck reinigt den Magen und stärkt das Immunsystem.“ – Australien-Version: Sand auch.
Sandboarding – Snowboarden… nur ohne Schnee
Nach dem Essen ging es zum nächsten Abenteuer: Sandboarding. In meiner Vorstellung: Snowboard-Feeling, elegante Kurven, sportliche Action.
In der Realität: Dünne Hartfaserplatten.

Nach einer 25-minütigen Fahrt im Geländebus standen wir vor einer riesigen Sanddüne.
Einweisung:
- Auf den Bauch legen
- Kopf nach vorne
- Füße hoch
- Brett vorne leicht anheben
- Und bitte vorher wachsen
Also quasi Snowboarden … nur kopfüber.


Aber es machte tatsächlich richtig Spaß. Die etwa 40–50 Meter lange Düne runterzusausen war erstaunlich schnell – angeblich bis zu 60 km/h. Also wieder hochlaufen – und noch einmal.


Nach jeder Abfahrt sah man allerdings aus wie ein menschlicher Sandkeks.
Der feine Sand war wirklich überall.
Drei Abfahrten später fühlten sich unsere Beine ungefähr so an wie unsere Arme nach dem Kajakfahren: deutlich benutzt.
Der Versuch, den Sand loszuwerden
Nach der Rückfahrt durch den Regenwald durften wir noch kurz ins Meer springen, um den Sand abzuspülen.
Ergebnis: Etwa 30 % weniger Sand.
Die Dusche am Abend musste den Rest erledigen.

Am späten Nachmittag ging es wieder zurück nach Brisbane – erschöpft, leicht verkatert (muskeltechnisch) und immer noch mit Sand in überraschenden Körperregionen. Aber der improvisierte Ausflug nach Moreton Island war am Ende doch ein echtes Highlight. Denn manchmal sind genau die Tage, die nicht nach Plan laufen, die besten.
Und außerdem: Man hat selten die Gelegenheit, gleichzeitig
- mit Fischen zu schnorcheln
- im Glas-Kajak Slalom zu fahren
- Wraps mit Sand-Topping zu essen
- und kopfüber eine Düne herunterzurasen.
Ganz normaler Urlaubstag eben. 😄
















