Unser nächster Stopp führte uns nach Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias. Wir kamen abends an – und erlebten direkt eine sehr positive Überraschung: Unser Apartment im 29. Stock eines Hochhauses war so groß, dass wir kurz überlegten, ob wir versehentlich einen Konferenzsaal gebucht haben. Dazu ein Balkon in rund 100 Metern Höhe mit Blick über die Stadt und direkt auf die Petronas Twin Towers. Die werden nachts bis 24 Uhr so schön angeleuchtet, dass man sich fragt, ob die Türme heimlich als Schönheitswettbewerbs-Kandidaten arbeiten. Sie spiegeln sich sogar kunstvoll in den Glasfassaden der umliegenden Häuser. Am ersten Abend ging’s gleich noch schnell in die 51. Etage – die Dachterrasse unseres Towers. Dort wartete ein Infinity-Pool, der so hoch gelegen war, dass man sich beim Schwimmen fast wie ein schwebender Goldfisch über der Stadt fühlte.




Am nächsten Tag erkundeten wir die Gegend rund um unser Hotel, inklusive einer gigantischen Mall, in der man sich problemlos verlaufen könnte… und das vermutlich auch tut. Bei Dunkelheit spazierten wir dann zu den Petronas Towers, die man in nur zehn Minuten erreicht – wenn man sich nicht alle zwei Meter ablenken lässt. Der Platz davor war voller Menschen und Fotografen, die mit semi-professioneller Ausrüstung für 15 Malaysische Ringgit Portraitfotos schossen. Wir fanden allerdings, der Unterschied zu unseren eigenen Bildern war eher semi-semi-professionell – also sparten wir uns das Geld.
Der Blick direkt am Fuß der Türme war noch beeindruckender als von unserem Balkon. Man starrt nach oben und denkt: „Okay, diese Türme haben definitiv die ‚bis zum Himmel‘-Einstellung aktiviert.“ Danach ließen wir den Abend im Park hinter den Towers ausklingen – mit Musik, Wasserfontänen und romantischer Beleuchtung. Fast schon verdächtig kitschig.


Der nächste Tag stand voll im Zeichen des Sightseeings. Mit dem wirklich praktischen öffentlichen Verkehrsnetz ging es in die Altstadt mit mehreren Moscheen, zum Merdeka Square (dem Unabhängigkeitsplatz) und weiter zu den Batu Caves – rund 15 km außerhalb des Zentrums. Die Batu Caves sind ein natürliches Höhlensystem mit beeindruckenden Felsformationen, vielen Affen und inzwischen auch einer überraschenden Anzahl Tauben, die von Touristen gefüttert werden und sich am Fuße der Höhle breitmachen. Drumherum: kleine hinduistische Schreine und ein kleiner Zoo, der extra Eintritt kostet (natürlich!).
Dann ging es zu den angeblich 272 Stufen der berühmten Regenbogentreppe – wir haben sie nicht nachgezählt, aber unsere Waden sagen: Es könnten auch 1.000 gewesen sein. Oben angekommen landet man in der sogenannten Kathedralen- bzw. Tempelshöhle, in der mehrere hinduistische Schreine und ein Tempel stehen. Viele fanden: „Die Höhle ist schön… aber die bunten Betonfiguren haben eine gewisse… künstlerische Dominanz“. Glauben kann eben Berge versetzen – oder jahrtausendealte Höhlen dekorativ überfordern ;)))




Zurück in Kuala Lumpur fuhren wir anschließend nach Chinatown. Dort mischten sich hinduistische Tempel, indische und chinesische Restaurants zu einem bunten kulturellen Buffet. Besonders schön bei Dunkelheit: die berühmte Jalan Petaling Street – ein riesiger Straßenmarkt mit Souvenirs, Schmuck, Taschen, Kleidung und vermutlich genau den Uhren, die noch fünf Minuten vor Schichtbeginn in einer Fabrik in Shenzhen von der Produktionslinie gehüpft sind.
Auf dem Weg zurück zum Apartment schlenderten wir noch durch den Central Market mit kleinen Geschäften und Restaurants. Dazu schnell ein paar Fotos vom Merdeka 118 Tower, mit 679 Metern aktuell das zweithöchste Gebäude der Welt. Leider sind noch nicht alle Bereiche freigegeben, also keine Aussicht von der Plattform in 600 Metern Höhe (Eröffnung erst 2026). Aber keine Sorge – ein fast genauso hohes Vergnügen wartete noch.




Für den nächsten Abend hatten wir Tickets für die Sky Bridge und die Aussichtsplattform der Petronas Twin Towers. Die Tickets sind übrigens immer einen Tag im Voraus ausgebucht – für den Sonnenuntergang sogar drei Tage. Also: Foyer, Sicherheitskontrolle (Flughafenstimmung inklusive), ab in den Aufzug und hoch auf die Sky Bridge in der 41. Etage – das schwebende Verbindungsstück zwischen den Türmen in 170 Metern Höhe. Ein paar Minuten Fotos machen, Aussicht genießen, und schon ging’s weiter. Mit zweimal Umsteigen – nein, es gibt tatsächlich keinen Fahrstuhl direkt „von ganz unten nach ganz oben“ – erreichten wir die Plattform in 370 Metern Höhe. Nicht ganz so hoch wie die Sky Bar im Landmark 81 in Ho-Chi-Minh-Stadt, aber absolut beeindruckend. Man hat fast 360° Rundumblick und entdeckt sogar das eigene Apartmenthaus wieder, das plötzlich wie ein akzeptabler Kleinwagen unter SUVs wirkte. Sogar von der Toilette in 370 Metern Höhe konnte man durch die Glasfassade beim ‘kleinen oder großen Geschäft’ direkt auf die Stadt blicken – ein Thron mit Aussicht, wie man ihn nicht mal in einem Königspalast findet.



Am letzten Tag vor unserer Weiterreise nach Singapur stand noch mal Sightseeing an – und ein erneuter Stresstest für den öffentlichen Nahverkehr. Ab ging’s mit Zug und Bus zum Tangga Putrajaya, einem großen Park etwa eine Stunde südlich der Stadt. Dort gab es viele Bäume, Sträucher, Blumen und die 30 Tangga Putrajaya Steps, die auf einen Hügel mit Aussicht führten.
Direkt daneben: das Büro des Premierministers von Malaysia und die berühmte Rosa Moschee. Das Regierungsgebäude konnten wir nur von außen ansehen, aber die Moschee durfte betreten werden – allerdings erst nach dem „Dresscode-Upgrade“. Unsere touristische Kleidung war etwas… luftig, also gab es für uns einen dunkelroten Kaftan mit Kapuze. Wir sahen aus wie „Teletubbies – die Next Generation“. Schuhe ausziehen nicht vergessen! Bei 32 Grad, praller Sonne und einem Ganzkörper-Outfit, das eher an Saunazubehör erinnert, fühlte sich jeder Schritt innen an wie ein Kurzurlaub in der Wüste Gobi. Respekt an alle, die das täglich machen.
Die Rückfahrt mit Bus und Bahn lief dann nicht ganz so geschmeidig wie die Hinfahrt, weshalb wir die ersten Kilometer zur nächsten Station mit dem Taxi fahren mussten. Immerhin: klimatisiert.





Abends waren wir noch gegenüber von unserem Apartmenthaus in einem arabischen Restaurant. Natürlich durfte dort Knafeh (auch als Konufe oder Engelshaar bekannt) nicht fehlen – jenes himmlische Dessert, das es sogar bis in die weniger geschmackvolle Dubai-Schokolade geschafft hat. (Nur weil man es in Schokolade presst, wird es nicht automatisch besser… aber nett, dass sie’s versucht haben.) Unser Knafeh dagegen: sehr lecker! Dazu gab es noch türkisches Baklava – süßen, pistaziengefüllten Blätterteig mit einer Decke aus Blattgold. Wenn schon Zuckerrausch, dann bitte in der Luxusversion. Man gönnt sich ja sonst nichts ;))


