13.03.2026 – Ausflug von Te Anau zum berühmten Milford Sound. Schon die Fahrt von Te Anau zum Milford Sound ist eigentlich ein eigenes Highlight.

Grüne Berge, türkisblauer See, blauer Himmel mit weißen Wolken – wie aus einem Reiseprospekt. Dazu riesige Wiesen, dekoriert mit unzähligen weißen Schafen und ein paar schwarzen Kuhherden. Und ständig Aussichtspunkte, bei denen man am liebsten alle fünf Minuten anhalten möchte. Michael meinte irgendwann trocken: „Das kennen wir doch – sieht aus wie Alpen.“ Stimmt eigentlich. Nur mit mehr Schafen.
Mirror Lakes: Eigentlich ein sehr schöner, sehr kurzer Spaziergang – vielleicht fünf Minuten. Holzstege führen entlang eines kleinen Sees, der bei Windstille die umliegenden Berge perfekt spiegelt. Theoretisch. Heute gab es leider leichten Wind und von den Bäumen tropfte noch Wasser vom Regen der letzten Nacht. Also nix 100% mit Spiegel-Effekt.

Dafür ein anderer Effekt: Touristenstrom-Effekt. Riesige Reisebusse, Wohnmobile am Straßenrand, und auf den kleinen Stegen drängeln sich Menschen aus aller Welt. Vielleicht sollte man den Ort heute eher „More Tourist Lake“ nennen. Also: einmal kurz schauen – und schnell weiter.


Wanderung zur Viewing Gantry: Unsere nächste kleine Wanderung führte über eine Hängebrücke durch einen dichten Märchenwald. Neben uns läuft ein Bach, und um uns herum kleine neugierige Vögel, die ständig um uns herumflogen und sich ganz nah auf Äste oder Steine setzten. Als würden sie uns kontrollieren: „Habt ihr auch wirklich Eintritt bezahlt?“




Nach etwa 20 Minuten durch den Wald erreichten wir einen wunderschönen Wasserfall. Frische Luft, donnerndes Wasser, das glasklar über die Felsen rauscht – richtig beeindruckend.

Der Tunnel: Dann kam der berühmte Tunnel: einspurig, mit Ampelregelung. Der Tunnel wirkt ziemlich rustikal – schwache Beleuchtung, nackter Fels, und überall tropft Wasser von der Decke. Wie Regen … nur eben im Tunnel. Das hat uns ein bisschen an den Tunnel Richtung Nordkap in Norwegen erinnert. Vor dem Eingang steht außerdem ein riesiger Felsen mit einem hohen Wasserfall – perfekter Fotospot. Also schnell ein Foto aus dem Auto.


Milford Sound: Hier soll es im Schnitt über 200 Tage im Jahr regnen. Heute gehörte eindeutig zu den anderen rund 165 Tagen. Wir parkten unser Mietauto auf dem kostenlosen Parkplatz und erkundeten zu Fuß eine kleine Halbinsel. Kaum ein paar Meter gelaufen, sehen wir plötzlich ein kleines Flugzeug zwischen den Bergen gleiten. Wir bleiben stehen und schauen zu. Plötzlich dreht das Flugzeug um. Und fliegt direkt auf uns zu. Immer tiefer. Noch tiefer. Immer lauter. Ich konnte fast den Piloten vorne sehen. Ich winke. Dann donnert das Flugzeug über unseren Kopf hinweg und landet hinter uns auf einer kleinen Piste. Erst jetzt merken wir: Direkt hinter dem Parkplatz liegt ein Mini-Flughafen, von dem kleine Flugzeuge Touristen aus Queenstown herbringen und Rundflüge machen.

Vom Lookout aus bewunderten wir den großen Wasserfall in der Ferne. Das Wasser prallt mit voller Wucht auf die Felsen und erzeugt eine riesige Gischtwolke, die der Wind noch hunderte Meter weit trägt – man spürt sie sogar noch am Aussichtspunkt.

Auf dem zentralen Parkplatz nahe des Besucherzentrums entdeckten wir dann noch Weka – Vögel, die leicht mit Kiwi verwechselt werden können. Nur sind sie tagaktiv und überhaupt nicht menschenscheu. Andere Touristen schrien sofort: „Schau! Ein Kiwi!“ Alle zücken ihre Kameras und stehen plötzlich im Kreis um die armen Wekas. Den Vögeln gefällt das offensichtlich gar nicht – sie verschwinden blitzschnell im Gebüsch. Die Touristen sind trotzdem glücklich. Fotos haben sie ja.


Am Hafen vom Milford Sound herrscht Hochbetrieb. Mindestens 20 bis 30 Reisebusse. In diesem kleinen Hafen können bis zu 12 Schiffe gleichzeitig anlegen. Massen von Touristen aus aller Welt starten hier ihre Bootstour. Wir hatten darauf ehrlich gesagt keine Lust. Stattdessen suchten wir uns eine sonnige Picknickbank und machten gemütlich Brotzeit.

Der Rückweg – Tag des Regenbogens
Auf der Rückfahrt tauchte plötzlich ein Regenbogen auf. Dann noch einer. Dann ein Wasserfall mit Regenbogen. Und schließlich ein riesiger Doppelregenbogen – mit unglaublich intensiven Farben. Einer der schönsten, die wir je gesehen habe. Als wir abends wieder an unserer Unterkunft ankamen: Noch ein Doppelregenbogen.





Ganz klar: Heute war der Tag der Regenbögen! 🌈
Am nächsten Tag: Spaziergang am Lake Manapouri und eine Wanderung am Te-Anau-See – etwas ruhiger, aber genauso schön.
15.03.2026 – Wanderung Aspiring Roy Bob Gletscher: Heute sind wir von Te Anau nach Wanaka gefahren – eine gemütliche Autofahrt von etwas über drei Stunden. „Gemütlich“ stimmt allerdings nur, wenn man danach noch eine Wanderung dranhängt. Genau das haben wir gemacht. 😄 Unterwegs noch paar Lookouts. Einige Sehenswürdigkeiten haben wir auch dokumentiert.


Gegen Mittag kamen wir in Wanaka an, haben schnell den Schlüssel für unsere Unterkunft eingesammelt – und sind sofort wieder ins Auto gestiegen. Warum auch ausruhen, wenn man stattdessen noch in den Mount Aspiring National Park fahren kann?
Bis zum Startpunkt der Wanderung brauchten wir nochmal etwa eine Stunde. Die letzten 30 Kilometer waren allerdings kein Asphalt mehr, sondern feinster neuseeländischer Schotterweg. Nach wenigen Minuten war die hintere Fensterscheibe so staubig, dass man meinen konnte, wir hätten eine Milchglasscheibe eingebaut.
Unterwegs gab es immer wieder eine „Furt“ – mal mit Wasser, mal ohne. Ein bisschen wie eine Überraschungsbox für Autofahrer.
Links und rechts erstrecken sich riesige eingezäunte Wiesen bis an die Berge. Darauf verteilt: unzählige Schafe, Kühe und Hirsche – wirklich überall, sogar hoch oben an den Berghängen. Manche Tiere hatten offenbar beschlossen, dass Zäune überschätzt werden, und grasten direkt neben der Straße. Wenn wir vorbeifuhren, schauten sie neugierig hoch, als wollten sie sagen: „Na, auch auf Wanderschaft?“ Kein Wunder übrigens, dass die Lammschulter vorgestern so fantastisch geschmeckt hat. Die Tiere hier leben offenbar im absoluten Wellness-Resort. 😉

Am Parkplatz angekommen standen dort schon fast hundert Autos. Einige Wanderer kamen uns bereits wieder entgegen – wir waren also eindeutig in der „Spät-Schicht“. Der Weg begann mit einer langen Hängebrücke über kristallklares Wasser.

Weil wir erst gegen 14 Uhr losgelaufen sind, waren die meisten Leute schon auf dem Rückweg. Das hatte den großen Vorteil, dass wir oben am Aussichtspunkt fast alleine waren. Von dort sieht man den Rob Roy Gletscher – mit nicht allzu viel Schnee und Eis, aber dafür umgeben von steilen Felsen, aus denen überall kleine und große Wasserfälle herunterstürzen. Bei Sonnenschein und etwa 16 Grad – besser kann ein Wandertag kaum sein.



Plötzlich hörte ich ein donnerndes Geräusch. Ich schaue nach oben – und genau in diesem Moment löst sich am Gipfel eine große Masse Eis und stürzt herunter. Das Ganze dauerte vielleicht zehn Sekunden. Danach war wieder völlige Ruhe, als wäre nichts passiert. Naturkino live.
Die Wanderung selbst war angenehm moderat: etwa 400 Höhenmeter und 10,6 Kilometer insgesamt. Mit gemütlicher Brotzeit am Aussichtspunkt waren wir rund vier Stunden unterwegs. Als wir um 18:30 Uhr wieder unten ankamen – gesund, glücklich und leicht staubig – schien immer noch die Sonne. Wieder einmal: ein perfekter Tag. 🌞






























