Schlagwort: Neuseeland

  • Neuseeland – Christchurch

    19.03.2026 – Heute sind wir mit dem Bus zum Willowbank Wildlife Reserve gefahren – eine wunderschön angelegte, kompakte, aber unglaublich liebevoll gestaltete grüne Oase für heimische und exotische Tiere. Eintritt: ca. 18 € pro Person. Und angeblich gibt es hier die „Big 5“ Neuseelands zu sehen.

    Was das ist? Natürlich weiß das Internet alles: der Kiwi, der freche Kea, die uralte Tuatara, der Buschpapagei Kaka und der sehr seltene Takahe. Wir waren entsprechend aufgeregt – Erwartungen auf Maximum!

    Kaum durch den Eingang, wurden wir von einem plätschernden Bächlein, weißen und braunen Enten, Holzstegen und ganz viel Grün begrüßt. Im Wasser: riesige Aale, die uns erwartungsvoll anstarren – vermutlich dachten sie, wir sind das Mittagessen. So nah, so groß – ich war sofort fasziniert.

    Direkt dahinter stand eine ziemlich lustige Gans, die ich so auch noch nie gesehen habe.

    Wir liefen über kleine Holzstege weiter, vorbei an Teichen, in denen exotische Enten, Schildkröten und sogar Emus durchs Wasser stapften (ja, wirklich!).

    Schwarze Schwäne, chinesische Gänse – alles wirkte ein bisschen wie eine tierische WG ohne klare Regeln. Die „Zäune“ bestanden oft nur aus Holzstangen und dünnen Seilen, aber die Tiere waren gefühlt überall. Dazu gesellten sich Spatzen, Tauben und andere Freigeister – alle friedlich, alle ohne Angst vor Besuchern. Manche chillten einfach direkt neben dem Weg. Absolute Gelassenheit.

    Plötzlich lautes Geschrei – und nein, keine Kinder. 14:00 Uhr war Otter-Fütterung. Die kleinen asiatischen Otter wussten das ganz genau und machten ordentlich Alarm. Kaum hatten sie ihren Fisch, war schlagartig Ruhe. Sehr effizient.

    Die Lemuren waren dagegen deutlich entspannter: Sie saßen einfach da, schauten uns an, als würden sie uns beurteilen („Touristen… schon wieder…“) und knabberten gelegentlich an Obst und Salat. Nebenan: Capybaras – herrlich gemütlich. Eines sonnte sich, die anderen lagen einfach rum. Lebensziel: Capybara werden.

    Später kamen wir in einen Bauernhof-Bereich mit alten Hütten, Fahrzeugen und Werkzeugen. Dazwischen: Schweine, Lamas, Schafe, Hühner, Ponys, Esel, Hasen… Alles zum Anfassen und Füttern. Ein bisschen wie Streichelzoo für Fortgeschrittene.

    Dann wurde es spannend: Wir gingen durch eine Schleuse mit zwei Türen in ein großes, von Netzen überspanntes Areal. Hier begann die „Big 5“-Schnitzeljagd. Auf Ästen, im Gebüsch, irgendwo im Nirgendwo: Kaka, Keas, weiße Tauben, Takahe … Jedes Tier zu entdecken war ein kleiner Sieg. Die Tuatara (Brückenechsen) fanden wir schließlich in einem Terrarium. Ein echtes Relikt – dieses Tier hat einfach mal 200 Millionen Jahre Evolution überlebt. Und ich bin schon stolz, wenn ich meinen Flug nicht verpasse.

    Zum Schluss kam der berühmte Kiwi-Bereich. Zuerst eine kleine Ausstellung mit Infos – inklusive ausgestopfter Exemplare. Die Eier sind riesig, etwa 25 % der Körpergröße der Kiwi-Mama. Kein Wunder, dass sie danach erstmal Ruhe brauchen. Dann ging es in einen komplett dunklen Bereich – nur schwaches, warmes Licht. Absolute Ruhe war Pflicht. wir brauchten einige Minuten, bis sich unsere Augen angepasst hatten. Erst sahen wir: nichts. Dann hörte ich leises Rascheln. Ich blieb stehen. Und plötzlich – ein kleines rundliches Wesen, ein langer Schnabel: ein Kiwi! Er war ständig in Bewegung, völlig rastlos. Fotos? Vergiss es. Dunkel + schneller Kiwi = fotografische Katastrophe.

    Nach und nach kamen andere Besucher, ich spielte spontan Kiwi-Guide („Da! Links! Nein, jetzt rechts!“), und am Ende haben wir tatsächlich alle drei Kiwis entdeckt. Mission erfüllt. Glücklich.

    Insgesamt haben wir fast 50 Tierarten gesehen – inklusive Gibbons und Wallabys.

    Abends ging es dann noch zum Essen in den Riverside Market.

    20.03.2026 – Heute standen Kultur und Natur auf dem Programm: Die Christchurch Art Gallery Te Puna o Waiwhetū – ein modernes Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen. Eintritt frei, Kunstniveau hoch.

    Danach die Christchurch Botanic Gardens: 21 Hektar grüne Oase mitten in der Stadt – ebenfalls kostenlos.

    Besonders beeindruckend: der Rosengarten. Unzählige Sorten, Farben und Düfte. Jede Rose riecht anders – ich konnte einfach nicht aufhören zu fotografieren. Am Ende sah mein Handy aus wie ein digitaler Blumenkatalog.

    Auch die einheimischen Pflanzen waren spannend, inklusive Māori-Namen und Infotafeln. Im Fluss sahen wir ein Touristenboot, ähnlich den Spreewaldkähnen südlch von Berlin. Der Kahnfahrer fuhr rund um den botanischen Garten und erzählte den Touris Geschichten über die Stadt und den botanischen Garten.

    Morgen holen wir unseren Mietwagen ab und fahren Richtung Franz-Josef- und Fox-Gletscher. Die Reise bleibt spannend!

    Tipps:

    Öffentliche Verkehrsmittel in Christchurch: Kontaktlos mit Kreditkarte bezahlen – einfach beim Einsteigen scannen. Einzelfahrt: ca. 3 $, Tageslimit: 6 $. Sehr praktisch!

    Historische Straßenbahn: 40 $ pro Tag, Kombi mit Gondel ca. 70 $. Unser Fazit: Kann man machen – muss man aber nicht. Zu Fuß durch die Innenstadt völlig ausreichend.

    Bezahlen: Karte geht praktisch überall. Bargeld? Fast überflüssig. Wir haben nur ein paar Scheine und Münzen als Souvenir behalten.

  • Neuseeland – Lake Tekapo & Christchurch

    16.03.2026 – Heute sind wir von Wanaka weiter nach Norden bis zum Lake Tekapo gefahren. Warum? Weil dieser Ort quasi der VIP-Bereich für Sterne ist. Hier gibt es nämlich extrem wenig Lichtverschmutzung – der Himmel macht hier also richtig Show.
    Ganz in der Nähe unserer Unterkunft (nur etwa 10 Gehminuten entfernt – also selbst für faule Urlauber machbar) steht eine wunderschöne kleine Steinkirche direkt am See. Zum Sonnenuntergang haben wir einen gemütlichen Spaziergang dorthin gemacht – sehr romantisch, fast schon kitschig.

    Westlich vom See gibt es einen Hügel mit einem Observatorium. Dort kann man Touren buchen und sich von einem Astronomen alles erklären lassen. Die Straße nach oben kostet allerdings auch 14 Dollar. Also einfach nur auf den Hügel fahren, ohne das Observatorium zu buchen, geht auch nicht. Wir haben uns für die „Budget-Variante“ entschieden: einfach ausschlafen und später selbst Sterne anschauen – mit gratis Erklärungen aus dem Internet (und Michaels wachsender Foto-Expertise).

    Also: erst entspannt ausgeschlafen, dann gegen 22:00 Uhr los zum Seeufer – natürlich dahin, wo es schön dunkel ist, ohne Straßenlaternen und mit möglichst wenig Autos. Michael hat dabei neue Methoden entdeckt, wie man mit dem Handy den Sternenhimmel fotografiert. Nach ein paar Versuchen (und einigen „Das sieht eher nach schwarzer Tafel aus als nach Sternen“-Momenten) kamen tatsächlich ganz gute Ergebnisse raus. Stativ für Handy oder Kamera ist Pflicht.

    Gegen 23:30 Uhr sind wir zur Kirche gelaufen – und Überraschung: Wir waren nicht die Einzigen mit dieser brillanten Idee. Dutzende Menschen standen dort im Dunkeln und in der Kälte und versuchten die Milchstraße zu fotografieren. Ein kleines inoffizielles „Fotografen-Treffen der Nachtaktiven“.
    Wir haben auch noch ein paar schöne Bilder von der Kirche mit der Milchstraße im Hintergrund gemacht. Gegen 0:30 Uhr sind wir dann glücklich, zufrieden und leicht durchgefroren zurückgegangen.

    17.03.2026 – Heute ging es weiter nach Christchurch. Da wir den Mietwagen noch einen Tag hatten, wollten wir ihn natürlich maximal ausnutzen – typisch.
    Nach dem Check-in und einem schnellen Einkauf sind wir direkt zur Gondelstation vom Mount Cavendish gefahren. Dort kann man mit einer Gondel (gefühlt ein bisschen wie in Österreich, nur mit mehr Schafen drumherum) hochfahren und die ganze Stadt von oben sehen. Wirklich beeindruckend. Auch hier am anderen Ende der Welt findet man wie schon an den Bana Hills in Vietnam Technik aus Österreich in Form von Doppelmayr Bergbahnen.
    Abends gab es japanisches Essen.

    Reise in die Antarktis… äh… fast ins Zentrum 😄
    18.03.2026 – Heute haben wir unseren Mietwagen am Flughafen in Christchurch zurückgegeben und sind direkt danach ins Internationale Antarktis-Zentrum gegangen – nur 10 Minuten zu Fuß vom Flughafen entfernt. Praktisch und kalt zugleich.
    Dort haben wir einige Highlights erlebt:

    Kältekammer:
    Hier konnten wir echte antarktische Temperaturen spüren: -8 bis -18 Grad, inklusive Sturm-Simulation. Wir waren sehr froh dass man dort eine dicke Winterjacke kostenlos ausleihen konnte. Ein Mann war allerdings in kurzer Hose drin – entweder sehr mutig oder einfach schlecht vorbereitet.

    Husky-Hunde:
    Ein Mitarbeiter mit Maori-Wurzeln (optisch eine etwas kleinere Version von Dwayne „The Rock“ Johnson – aber mit Haaren) hat uns lebhaft erklärt, warum Huskys die besten Freunde des Menschen in der Antarktis sind. Und warum frühe Expeditionen mit Pferden und kleinen Motorschlitten gescheitert sind. Neben ihm lagen drei große Huskys… und haben das Ganze verschlafen. Sehr überzeugende Teamarbeit.

    Blaue Zwergpinguine:
    Vier kleine, süße Pinguine watschelten durch die Gegend. Unglaublich niedlich. Allerdings ist keiner ins Wasser gegangen – vielleicht hatten sie heute einfach keinen Bock auf Schwimmen.

    Hägglund-Fahrt:
    Dann durften wir mit einem Hägglund fahren – ein Fahrzeug, das aussieht, als könnte es problemlos durch Schnee, Eis und wahrscheinlich auch durch unser Wohnzimmer fahren. Es ging über steile Hügel, durch 50 cm tiefes Wasser und über Gräben, die Gletschersplaten simulieren sollten. Wir würden ordentlich durchgeschüttelt.

    4D-Kino:
    Zum Abschluss gab es ein 4D-Erlebnis: Während des Films hat der Stuhl gewackelt, Wasser wurde ins Gesicht gespritzt, und Wind kam von allen Seiten. Man hatte wirklich das Gefühl, über den Ozean zu fliegen, mit dem Schiff unterwegs zu sein und mitten in der Eislandschaft zu stehen – fast zumindest. Sehr nah dran!
    Nach über zwei Stunden haben wir das Antarktis-Zentrum verlassen – mit vielen neuen Eindrücken und dem Gefühl, zumindest ein kleines bisschen „Antarktis“ erlebt zu haben, ohne dabei tatsächlich einzufrieren.

  • Neuseeland- Te Anau-Milford Sound

    13.03.2026 – Ausflug von Te Anau zum berühmten Milford Sound. Schon die Fahrt von Te Anau zum Milford Sound ist eigentlich ein eigenes Highlight.

    Grüne Berge, türkisblauer See, blauer Himmel mit weißen Wolken – wie aus einem Reiseprospekt. Dazu riesige Wiesen, dekoriert mit unzähligen weißen Schafen und ein paar schwarzen Kuhherden. Und ständig Aussichtspunkte, bei denen man am liebsten alle fünf Minuten anhalten möchte. Michael meinte irgendwann trocken: „Das kennen wir doch – sieht aus wie Alpen.“ Stimmt eigentlich. Nur mit mehr Schafen.

    Mirror Lakes: Eigentlich ein sehr schöner, sehr kurzer Spaziergang – vielleicht fünf Minuten. Holzstege führen entlang eines kleinen Sees, der bei Windstille die umliegenden Berge perfekt spiegelt. Theoretisch. Heute gab es leider leichten Wind und von den Bäumen tropfte noch Wasser vom Regen der letzten Nacht. Also nix 100% mit Spiegel-Effekt.

    Dafür ein anderer Effekt: Touristenstrom-Effekt. Riesige Reisebusse, Wohnmobile am Straßenrand, und auf den kleinen Stegen drängeln sich Menschen aus aller Welt. Vielleicht sollte man den Ort heute eher „More Tourist Lake“ nennen. Also: einmal kurz schauen – und schnell weiter.

    Wanderung zur Viewing Gantry: Unsere nächste kleine Wanderung führte über eine Hängebrücke durch einen dichten Märchenwald. Neben uns läuft ein Bach, und um uns herum kleine neugierige Vögel, die ständig um uns herumflogen und sich ganz nah auf Äste oder Steine setzten. Als würden sie uns kontrollieren: „Habt ihr auch wirklich Eintritt bezahlt?“

    Nach etwa 20 Minuten durch den Wald erreichten wir einen wunderschönen Wasserfall. Frische Luft, donnerndes Wasser, das glasklar über die Felsen rauscht – richtig beeindruckend.

    Der Tunnel: Dann kam der berühmte Tunnel: einspurig, mit Ampelregelung. Der Tunnel wirkt ziemlich rustikal – schwache Beleuchtung, nackter Fels, und überall tropft Wasser von der Decke. Wie Regen … nur eben im Tunnel. Das hat uns ein bisschen an den Tunnel Richtung Nordkap in Norwegen erinnert. Vor dem Eingang steht außerdem ein riesiger Felsen mit einem hohen Wasserfall – perfekter Fotospot. Also schnell ein Foto aus dem Auto.

    Milford Sound: Hier soll es im Schnitt über 200 Tage im Jahr regnen. Heute gehörte eindeutig zu den anderen rund 165 Tagen. Wir parkten unser Mietauto auf dem kostenlosen Parkplatz und erkundeten zu Fuß eine kleine Halbinsel. Kaum ein paar Meter gelaufen, sehen wir plötzlich ein kleines Flugzeug zwischen den Bergen gleiten. Wir bleiben stehen und schauen zu. Plötzlich dreht das Flugzeug um. Und fliegt direkt auf uns zu. Immer tiefer. Noch tiefer. Immer lauter. Ich konnte fast den Piloten vorne sehen. Ich winke. Dann donnert das Flugzeug über unseren Kopf hinweg und landet hinter uns auf einer kleinen Piste. Erst jetzt merken wir: Direkt hinter dem Parkplatz liegt ein Mini-Flughafen, von dem kleine Flugzeuge Touristen aus Queenstown herbringen und Rundflüge machen.

    Vom Lookout aus bewunderten wir den großen Wasserfall in der Ferne. Das Wasser prallt mit voller Wucht auf die Felsen und erzeugt eine riesige Gischtwolke, die der Wind noch hunderte Meter weit trägt – man spürt sie sogar noch am Aussichtspunkt.

    Auf dem zentralen Parkplatz nahe des Besucherzentrums entdeckten wir dann noch Weka – Vögel, die leicht mit Kiwi verwechselt werden können. Nur sind sie tagaktiv und überhaupt nicht menschenscheu. Andere Touristen schrien sofort: „Schau! Ein Kiwi!“ Alle zücken ihre Kameras und stehen plötzlich im Kreis um die armen Wekas. Den Vögeln gefällt das offensichtlich gar nicht – sie verschwinden blitzschnell im Gebüsch. Die Touristen sind trotzdem glücklich. Fotos haben sie ja.

    Am Hafen vom Milford Sound herrscht Hochbetrieb. Mindestens 20 bis 30 Reisebusse. In diesem kleinen Hafen können bis zu 12 Schiffe gleichzeitig anlegen. Massen von Touristen aus aller Welt starten hier ihre Bootstour. Wir hatten darauf ehrlich gesagt keine Lust. Stattdessen suchten wir uns eine sonnige Picknickbank und machten gemütlich Brotzeit.

    Der Rückweg – Tag des Regenbogens

    Auf der Rückfahrt tauchte plötzlich ein Regenbogen auf. Dann noch einer. Dann ein Wasserfall mit Regenbogen. Und schließlich ein riesiger Doppelregenbogen – mit unglaublich intensiven Farben. Einer der schönsten, die wir je gesehen habe. Als wir abends wieder an unserer Unterkunft ankamen: Noch ein Doppelregenbogen.

    Ganz klar: Heute war der Tag der Regenbögen! 🌈

    Am nächsten Tag: Spaziergang am Lake Manapouri und eine Wanderung am Te-Anau-See – etwas ruhiger, aber genauso schön.

    15.03.2026 – Wanderung Aspiring Roy Bob Gletscher: Heute sind wir von Te Anau nach Wanaka gefahren – eine gemütliche Autofahrt von etwas über drei Stunden. „Gemütlich“ stimmt allerdings nur, wenn man danach noch eine Wanderung dranhängt. Genau das haben wir gemacht. 😄 Unterwegs noch paar Lookouts. Einige Sehenswürdigkeiten haben wir auch dokumentiert.

    Gegen Mittag kamen wir in Wanaka an, haben schnell den Schlüssel für unsere Unterkunft eingesammelt – und sind sofort wieder ins Auto gestiegen. Warum auch ausruhen, wenn man stattdessen noch in den Mount Aspiring National Park fahren kann?

    Bis zum Startpunkt der Wanderung brauchten wir nochmal etwa eine Stunde. Die letzten 30 Kilometer waren allerdings kein Asphalt mehr, sondern feinster neuseeländischer Schotterweg. Nach wenigen Minuten war die hintere Fensterscheibe so staubig, dass man meinen konnte, wir hätten eine Milchglasscheibe eingebaut.

    Unterwegs gab es immer wieder eine „Furt“ – mal mit Wasser, mal ohne. Ein bisschen wie eine Überraschungsbox für Autofahrer.

    Links und rechts erstrecken sich riesige eingezäunte Wiesen bis an die Berge. Darauf verteilt: unzählige Schafe, Kühe und Hirsche – wirklich überall, sogar hoch oben an den Berghängen. Manche Tiere hatten offenbar beschlossen, dass Zäune überschätzt werden, und grasten direkt neben der Straße. Wenn wir vorbeifuhren, schauten sie neugierig hoch, als wollten sie sagen: „Na, auch auf Wanderschaft?“ Kein Wunder übrigens, dass die Lammschulter vorgestern so fantastisch geschmeckt hat. Die Tiere hier leben offenbar im absoluten Wellness-Resort. 😉

    Am Parkplatz angekommen standen dort schon fast hundert Autos. Einige Wanderer kamen uns bereits wieder entgegen – wir waren also eindeutig in der „Spät-Schicht“. Der Weg begann mit einer langen Hängebrücke über kristallklares Wasser.

    Weil wir erst gegen 14 Uhr losgelaufen sind, waren die meisten Leute schon auf dem Rückweg. Das hatte den großen Vorteil, dass wir oben am Aussichtspunkt fast alleine waren. Von dort sieht man den Rob Roy Gletscher – mit nicht allzu viel Schnee und Eis, aber dafür umgeben von steilen Felsen, aus denen überall kleine und große Wasserfälle herunterstürzen. Bei Sonnenschein und etwa 16 Grad – besser kann ein Wandertag kaum sein.

    Plötzlich hörte ich ein donnerndes Geräusch. Ich schaue nach oben – und genau in diesem Moment löst sich am Gipfel eine große Masse Eis und stürzt herunter. Das Ganze dauerte vielleicht zehn Sekunden. Danach war wieder völlige Ruhe, als wäre nichts passiert. Naturkino live.

    Die Wanderung selbst war angenehm moderat: etwa 400 Höhenmeter und 10,6 Kilometer insgesamt. Mit gemütlicher Brotzeit am Aussichtspunkt waren wir rund vier Stunden unterwegs. Als wir um 18:30 Uhr wieder unten ankamen – gesund, glücklich und leicht staubig – schien immer noch die Sonne. Wieder einmal: ein perfekter Tag. 🌞

  • Neuseeland – Queenstown 🇳🇿

    Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, sind wir von Brisbane nach Queenstown geflogen. Die Zeitverschiebung beträgt drei Stunden zu Queensland und ganze zwölf Stunden zu Deutschland. Kurz gesagt: Wir sind jetzt ziemlich exakt auf der anderen Seite der Weltkugel angekommen.
    Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen, begrüßen uns kühle Luft, leichter Nieselregen, grauer Himmel und ein beeindruckendes Bergpanorama. Unser erster Gedanke: Moment … sind wir wieder zuhause gelandet? Oder vielleicht doch in Österreich?
    Am Flughafen haben wir gleich zwei Bee Cards für den ortlichen ÖPNV gekauft (15 $ inklusive 10 $ Guthaben) und sind mit dem öffentlichen Bus etwa 20 Minuten in die Stadt gefahren. Diie Fahrten mit der Karte sind nämlich wesentlich günstger als Kreditkarten- oder Bargeldzahlungen. Nach dem Einchecken im Hotel ging es direkt ins Zentrum zum Abendessen. Natürlich etwas Typisches: Fish & Chips (hier „Blue & Gold“) und eine saftige Lammhaxe. Dazu 2 Pint (Pint = ca. eine halbe Maß) Ginger Beer.
    Fazit: sehr lecker – der Jetlag war zumindest für eine Stunde vergessen.


    Tag 2 – Sonne wie bestellt
    Heute scheint tatsächlich die Sonne, als hätten wir sie extra bestellt. Wir machen eine Wanderung auf Bob’s Peak, einen der umliegenden Berge. Die meisten Touristen nehmen hier bequem die Gondel und lassen sich rund 480 Meter nach oben tragen.
    Oben gibt es eine ganze Palette an Aktivitäten: Paragliding, Mountain Downhill, „The Luge“ (eine Art Sommerrodelbahn)und eine Zipline mit bis zu sechs Abschnitten durch den Wald. Wir haben uns natürlich für die klassische Variante entschieden: zu Fuß hoch.
    Nach etwa 1,5 Stunden erreichen wir die Bergstation. Oben erwartet uns ein gigantischer Ausblick – allerdings auch mit ordentlich Wind und deutlich kälteren Temperaturen. Der große blaue See liegt wie ein Spiegel zwischen den Bergen, und Queenstown wirkt wie ein funkelndes Juwel am Wasser.
    Es hat etwas unglaublich Beruhigendes, einfach dort zu stehen und diese Landschaft in Ruhe zu genießen.

    Später machen wir noch einen gemütlichen Spaziergang von Queenstown Bay Beach bis zur nahegelegenen Halbinsel.

    Dort liegen mitten im Grünen zahlreiche öffentliche Einrichtungen: Disc Golf, Skatepark, Eishalle, Bowlingclub und Tennisanlagen.
    Queenstown ist wirklich ein Paradies für Menschen, die gerne draußen unterwegs sind.

    Tag 3 – Fotostopp alle fünf Meter
    Heute sind wir mit dem Wassertaxi – praktischerweise ebenfalls mit der Bee Card nutzbar – bis zum Frankton Arm gefahren. Dort gibt es einen historischen Damm, von dem aus man die Lake Willow Islets von der anderen Seite bewundern kann.

    Ich kann inzwischen einfach nicht mehr aufhören zu fotografieren. Wirklich. Mein Handy hat vermutlich schon mehr Landschaftsbilder als Speicherplatz.

    Nach etwa einer Stunde sind wir wieder zurückgefahren. Da der Tag noch jung war, sind wir anschließend noch den Sunshine Bay Track gelaufen. Der Name passt perfekt: Sonne, See, Berge – Postkartenmotiv an jeder Ecke. Heute wieder locker über 20.000 Schritte. Ich klopfe mir selbst anerkennend auf die Schulter.


    Tag 4 – Adrenalin (zumindest für andere)
    Heute ging es wieder zum Flughafen – diesmal allerdings, um unseren Mietwagen abzuholen. Danach sind wir zur berühmten Kawarau Bridge gefahren.
    Dort befindet sich seit 1988 der erste kommerzielle Bungee-Sprungplatz der Welt, betrieben von AJ Hackett. Übrigens wurde Bungee Jumping genau hier erfunden. Die Brücke ist etwa 43 Meter hoch, darunter fließt ein spektakulär türkisblauer Fluss. Allein die Landschaft ist schon sehenswert.

    Unten im Wasser sehe ich plötzlich ein Kajak, das geschickt durch die Strömung manövriert. Kurz vor den Felsen – zack – Drehung, fast 180 Grad, und weiter geht’s. Spaß hat der Paddler auf jeden Fall.

    Oben auf der Brücke stehen inzwischen mutige junge Leute mit Gurt und Seil. Daneben eine große Menge Zuschauer, die jubeln, klatschen oder laut schreien – als würden sie gleich selbst springen.
    Ein junger Mann steht oben, schaut nach unten… und verschwindet nach fünf Minuten wieder. Entscheidung vertagt. Verständlich.
    Dann kommt eine junge Asiatin. Die Zuschauer klatschen und rufen, um ihr Mut zu machen. Nach ein paar Minuten sammelt sie all ihren Mut – und springt!
    Alle schreien. Sie schreit noch lauter. Kopf voran schwingt sie mehrere Male über dem Fluss hin und her, bevor sie schließlich unten sicher ins Boot gezogen wird. Große Erleichterung und Applaus.
    Nebenan laufen Fly Fox und Swing ebenfalls auf Hochtouren. Die Mischung aus Aufregung, Nervenkitzel und Adrenalin liegt förmlich in der Luft.
    Ich habe auch kurz darüber nachgedacht.
    Wirklich nur kurz.
    Dann habe ich mich für die komfortable Zuschauer-Variante entschieden. Mein Leben ist auch ohne einen 43-Meter-Sturz aufregend genug.

    Nächster Stopp: Glenorchy
    In Glenorchy haben wir uns zuerst den kleinen Hafen angeschaut. Besonders bekannt ist dort das „Red Shed“, ein rotes Bootshaus am Kai – vermutlich das meistfotografierte Motiv der Gegend.
    Im Inneren des historischen Schuppens gibt es Informationstafeln über die Dampfschifffahrt auf dem See und sogar über die einst kürzeste Eisenbahnstrecke Neuseelands.
    Danach sind wir etwa 1,5 Stunden den Glenorchy Lagoon Scenic Walkway entlang gewandert. Holzstege führen durch eine Moorlandschaft – sehr ruhig, fast ein wenig mystisch.

    Es erinnert mich ein bisschen an den Brettelsweg bei Steingaden. Nur sind die Berge im Allgäu deutlich grüner und saftiger. Hier dominieren eher braune und dunkle Farbtöne in verschiedenen Höhenstufen.
    Egal ob vom Berg, vom Seeufer oder mitten auf der Fähre – die Landschaft rund um Queenstown ist unglaublich schön. Aber sie ist nicht völlig einzigartig.
    Ich musste oft an unsere schöne Allgäuer Landschaft und an viele Wanderungen in den Alpen denken. Man merkt: Die Welt ist groß und wunderschön – aber zuhause ist es eben auch ziemlich schön. Ein kleines bisschen Heimweh kommt da schon auf. Oh man.

    Heute geht es weiter nach Te Anau
    Die Landschaft wirkt hier wie eine Mischung aus Australien und Österreich: wilde Natur, Berge, Seen – nur mit deutlich mehr Schafen.
    Und leider auch mit einigen überfahrenen Tieren am Straßenrand. Vermutlich viele Possums oder Hermeline welche als invasive Arten vor über 100 Jahren für die Pelzindustrie aus Australien eingeschleppt wurden. Heute werden diese eher als Schädlinge gesehen welche für die Dezimierung von einheimischen Pflanzen und Vögeln verantwortlich sind.

    Im kostenlosen „Te Anau Bird Sanctuary“ haben wir mehere Takahe, eine besondere flugunfähige Vogelart in Neuseeland, gesehen. Dazu noch mehrere einheimische Enten unķd Antipodensittiche.

    In der Nähe von Te Anau gibt es den Kepler Trail, der 68 Kilometer über die Berge führt. Es soll eine sehr schöne Wanderung über 2 oder 3 Tage sein. Auf dem Weg gibt es mehrere Hütten mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten leider nicht so viel Zeit und entschieden uns für die 3 Stunden Variante. Wir kamen uns vor wie im Urwald zu Dinosaurier-Zeiten. Überall alte Bäume, drum herum Moose und riesige Farne. Mittendrin plätscherten ein paar Bäche. Es kam ein bisschen Jurassic Park Stimmung auf, nur ohne Dinos. Dafür soll es hier Kiwis geben. Nein, nicht die Früchte aus dem Supermarkt oder vom vom Obsthändler, sondern das inoffizielle Nationalsymbol von Neuseeland, ein ca. 35 – 60 cm großer flugunfähiger Vogel. Aber leider ist der nur Nachtaktiv und sehr scheu. Also gab es heute leider kein Foto für uns.

    Reise-Lektionen bisher:
    Hotels oder Wohnmobile in Neuseeland unbedingt frühzeitig, mindestens 1 Monat im Voraus, buchen. Unterkünfte sind oft teuer – und manchmal mit Gemeinschaftsbad. Grund: Es gibt hier deutlich mehr Touristen als Einwohner, was sich auf die Verfügbarkeit von Unterkünften und Wohnmobilen auswirkt.