Autor: Micha

  • Chile – San Pedro de Atacama

    23.05.2026 – Ankunft im staubigen Abenteuerland

    Heute hieß es wieder: rein in den Bus und Augen zu. Diesmal allerdings nicht mit irgendeinem schicken Reisebus, sondern mit einem lokalen Gefährt, das vermutlich schon bessere Jahrzehnte gesehen hatte. Der Bus war älter, leicht heruntergerockt und klapperte bei jeder Bodenwelle verdächtig, aber immerhin brachte er uns die gut 1,5 Stunden nach San Pedro de Atacama, ohne unterwegs auseinanderzufallen – also absoluter Erfolg.

    San Pedro liegt auf etwa 2.400 Metern Höhe am Rand der Atacama-Wüste, irgendwo im Dreiländereck zwischen Chile, Argentinien und Bolivien. Die Umgebung klingt wie das Ergebnis eines kreativen Geografie-Lehrers: Wüsten, Vulkane, Geysire, Salzpfannen, heiße Quellen – alles dabei, außer vermutlich vernünftigen Straßen.

    Gegen Mittag kamen wir an und checkten erst einmal im Hotel ein. Danach ging es direkt auf Erkundungstour durch die kleine Wüstenstadt. Natürlich nicht nur zum Spaß – wir hatten noch Organisatorisches zu erledigen. Am Hauptplatz liefen wir an einer uralten Kirche vorbei. Nicht die älteste Chiles, aber definitiv alt genug, um Geschichten erzählen zu können.

    Danach marschierten wir die Fußgängerzone entlang – wobei „Fußgängerzone“ etwas romantisiert klingt. Eigentlich war es ein staubiger Sandweg mit kleinen Häusern links und rechts, in denen sich ein Touranbieter an den nächsten reihte.

    Unser Ziel: eine One-Way-Tour nach Uyuni in Bolivien buchen. Also hieß es Preise vergleichen, Leistungen checken und versuchen herauszufinden, welcher Anbieter uns mit der höchsten Wahrscheinlichkeit lebend über die Grenze bringt.

    Danach standen noch Autovermietungen auf dem Programm, denn die Gegend wollten wir natürlich auf eigene Faust erkunden. Überraschenderweise fanden wir tatsächlich ein gutes Angebot und mieteten einen Toyota Hilux für die nächsten zwei Tage. Abends im Hotel fiel dann auch die Entscheidung für den Touranbieter, der uns später nach Bolivien bringen sollte. Abenteuer gebucht – jetzt gab es kein Zurück mehr.

    24.05.2026 – Schlaglöcher, Salzseen und fast abgefrorene Ohren

    Nach einem wirklich sehr guten Frühstück holten wir gegen 10 Uhr unseren Mietwagen ab. Der erste Eindruck war… sagen wir mal „durchwachsen“. Der Toyota Hilux hatte bereits ein bewegtes Leben hinter sich. Hier ein paar Kratzer, dort ein paar zusätzliche Schrauben an der Stoßstange und auf der Ladefläche lagen noch ein paar Schippen Sand – vermutlich kostenlose Erinnerung an die letzte Wüstentour. Aber egal. Solange die Räder dranbleiben, wird gefahren.

    Unser erstes großes Ziel: die berühmten Piedras Rojas beziehungsweise der Salar de Talar. Eine Landschaft wie aus einem Science-Fiction-Film. Rot leuchtende Felsen durch Eisenoxidation, weiße Salzflächen und hellblaue Lagunen – als hätte jemand bei Photoshop sämtliche Regler gleichzeitig hochgezogen.

    Bevor man allerdings in diese Traumlandschaft durfte, musste man erst moderne Bürokratie überleben: Tickets online kaufen und den QR-Code irgendwo mitten im Nirgendwo in einem kleinen Haus am Straßenrand gegen ein echtes Papierticket eintauschen. Digitalisierung endet hier offenbar auf halber Strecke.

    Die zweistündige Fahrt dorthin war bereits ein Abenteuer. Schneebedeckte Berggipfel am Horizont, Kakteenlandschaften, Vicuñas (die elegante Wildversion des Alpakas) überall neben und manchmal mitten auf der Straße. Die Straße selbst war zwar asphaltiert, aber mit Schlaglöchern versehen, die eher an ein militärisches Testgelände erinnerten. Unser Hilux musste Schwerstarbeit leisten.

    Oben angekommen erwarteten uns etwa 5°C – gefühlt eher -5°C. Dank Internetbewertungen waren wir vorbereitet und zogen erstmal mehrere Kleidungsschichten, Schal und Handschuhe an. Eine Mütze wäre allerdings ebenfalls sinnvoll gewesen. Meine Ohren verwandelten sich jedenfalls langsam in tiefgekühlte Fischstäbchen. Xin hatte ihre Kapuze mittlerweile so tief ins Gesicht gezogen, dass zeitlang nur noch die Augen sichtbar waren.

    Vom Parkplatz liefen wir etwa 20 Minuten zur Lagune – gemeinsam mit gefühlt halb Südamerika. Mindestens acht Tourbusse standen dort, dazu unzählige Autos. Einige Besucher waren perfekt vorbereitet, andere zitterten bereits in kurzen Hosen ihrem Schicksal entgegen.

    Die Lagune selbst war absolut beeindruckend. Türkisblaues Wasser, weiße Salzablagerungen und kleine Inseln, die aussahen, als wären sie gefroren.

    Ringsherum Berge mit über 5.600 Metern Höhe, obwohl wir selbst bereits auf etwa 4.200 Metern standen. Und genau das merkten wir plötzlich auch. Leichte Kopfschmerzen, Druck auf den Ohren – die Höhe meldete sich freundlich an. Zum Glück blieb es bei milden Symptomen, vermutlich dank unserer vorherigen Akklimatisierung in Calama und San Pedro. Zusätzlich hatten wir uns noch ein paar Coca-Bonbons besorgt, die angeblich gegen die Symptome der Höhenkrankheit helfen sollten. Diese Bonbons mit Coca-Extrakt sind hier völlig legal und gehören fast schon zur Standardausrüstung jedes Touristen in den Anden – in Europa hingegen wären sie eher ein Fall für den Zoll.

    Allerdings müsste man vermutlich mehrere tausend Bonbons lutschen, um überhaupt ansatzweise eine Wirkung wie bei Kokain zu erzielen. Bis dahin hätte man wahrscheinlich eher Karies als irgendeinen Rausch. Wir hatten jedenfalls das Gefühl, dass die Coca-Bonbons bei uns wirkten – vielleicht ein echtes Wunder der Natur, vielleicht aber auch nur ein glorifizierter Placebo-Effekt. In jedem Fall schmeckten sie angenehm süß, was unsere Laune auf über 4.000 Metern Höhe definitiv hob.

    Auf dem Rückweg stoppten wir noch an den Lagunen Miscanti und Miñiques. Über eine kurvige Schotterstraße ging es zu den wunderschönen Lagunen, wo wir endlich die ersten Flamingos sahen. Wir liefen etwa eine Stunde umher und genossen diese völlig surreale Landschaft.

    25.05.2026 – Tiefkühltruhe mit Geysiren

    Heute stand der Besuch der berühmten Geysire von El Tatio auf dem Plan. Weil wirklich jeder – Touranbieter, Internet und vermutlich auch der Hotelhund – empfahl, zum Sonnenaufgang dort zu sein, klingelte der Wecker um 4 Uhr morgens. Um 4:30 Uhr saßen wir bereits im Auto. Diesmal perfekt vorbereitet: mehrere Kleidungsschichten im Zwiebelprinzip. Ich trug vier Schichten, Xin ungefähr sieben und sah langsam aus wie ein Michelin-Männchen auf Expedition. Dazu endlich eine Mütze im „original chilenischen Style“ für ein paar tausend Pesos (etwas unter 4 €) .

    Die Fahrt war… anspruchsvoll. Dunkelheit, Schlaglöcher, enge Kurven und praktisch keine Leitpfosten. Teilweise gab es immerhin Warnschilder für Kurven. Teilweise einfach nur Finsternis und Hoffnung. Trotzdem überlebten wir.

    Nach etwa zwei Dritteln der Strecke machten wir einen kurzen Halt auf über 4.000 Metern Höhe und blickten in den Himmel. Und dieser Himmel war einfach unfassbar. Kein Licht weit und breit, Millionen Sterne – schöner als alles, was wir bisher gesehen hatten, selbst in Neuseeland. Kein Wunder, dass sich hier das ALMA-Observatorium und viele weitere Sternwarten befinden. Leider blieb kaum Zeit für lange Nachtaufnahmen. Für gute Sternenfotos braucht man Geduld, Belichtungszeit und vor allem funktionierende Finger – letzteres wurde bei der Kälte zunehmend schwierig.

    Am Eingang der Geysire angekommen besorgten wir schnell die Tickets und fuhren weiter zu den mehr als 80 aktiven Geysiren. Wir befanden uns auf etwa 4.320 Metern Höhe – dem höchstgelegenen geothermischen Feld der Welt und dem drittgrößten überhaupt.

    Die Vorstellung von meterhohen Wasserfontänen aus Filmen konnten wir allerdings direkt vergessen. Die meisten Geysire blubberten eher gemütlich vor sich hin, zischten ein wenig und produzierten gewaltige Dampfwolken. Einige schafften immerhin Wasserfontänen von 2–3 Metern Höhe. Dafür sorgte die eisige Morgenluft dafür, dass die Dampfsäulen mit 10 – 20 m besonders spektakulär aussahen.

    Das Thermalbad war geschlossen. Angesichts von etwa -10°C Außentemperatur hatten wir ohnehin keinerlei Motivation, uns halb nackt ins Freie zu stellen.

    Als langsam die Sonne aufging und die Berge in goldenes Licht tauchte, wurde die Landschaft plötzlich magisch. Sonnenstrahlen durchbrachen die Dampfwolken und sorgten für Bilder wie aus einem Fantasyfilm. Was wir sogar noch besser fanden als den Anblick bei Dämmerung.

    Gegen 9 Uhr waren die meisten Tourbusse schon wieder weg, wir allerdings komplett durchgefroren und flüchteten zurück ins Auto.

    Auf dem Rückweg stoppten wir noch an ein paar Aussichtspunkten und am Mirador de Machuca, wo erneut Flamingos zu sehen waren. Außerdem begegneten uns wieder einige Vicuñas neben der Straße.

    Abends fuhren wir noch zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf das Valle de la Luna – das Tal des Mondes.

    Riesige Sanddünen, bizarre Felsformationen und glitzernde Salzkrusten sorgten tatsächlich dafür, dass die Landschaft ein wenig wie die Mondoberfläche wirkte. Dazu ein wunderschöner Sonnenuntergang – perfekter Abschluss eines ziemlich frostigen Tages.

    26.05.2026 – Autovermietung auf chilenisch

    Nach dem Frühstück wollten wir eigentlich nur entspannt den Mietwagen zurückgeben. Eigentlich.

    Vor Ort standen wir allerdings vor einem verschlossenen Büro. Niemand da. Keine Bewegung. Kein Hinweis. Nur wir und ein Toyota Hilux mit fragwürdiger Stoßstangenkonstruktion. Also schrieben wir eine Nachricht an die angegebene WhatsApp-Nummer. Nach etwa 30 Minuten Warten kam endlich eine Antwort – natürlich auf Spanisch: „Heute kann leider niemand das Büro öffnen.“ Fantastisch. Also parkten wir den Wagen, schickten zurück: „Bitte Schlüssel im Hotel abholen“ – ebenfalls auf Spanisch – und hofften einfach auf das Beste. Zwei Stunden später tauchte tatsächlich jemand auf und holte den Schlüssel ab. Südamerikanische Gelassenheit in Reinform.

    Den Rest des Tages verbrachten wir mit Reiseplanung. Der Grund war weniger entspannt: In Bolivien kommt es aufgrund sozialer Unruhen immer wieder zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Deshalb mussten wir unsere geplante Route Richtung Norden, La Paz und Titicacasee überarbeiten. Reisen bedeutet eben manchmal auch spontane Krisenlogistik.

    27.05.2026 – Angriff der Lamas

    Heute ging es mit zwei kostenlosen Fahrrädern vom Hotel zur „Quebrada del Diablo“ – der Schlucht des Teufels. Nachdem wir gestern aufgrund von Internet-„Fake News“ etwa zehn Minuten vor Schließung dort ankamen und direkt wieder umdrehen mussten, sollte es heute endlich klappen. Die gesamte Tour inklusive der Iglesia de San Isidro sollte etwa 25 Kilometer lang werden.

    Zunächst ging es in die Schlucht hinein. Der Weg führte zwischen 20 bis 30 Meter hohen Felswänden hindurch und wurde stellenweise so eng, dass die Fahrräder gerade noch hindurchpassten. Dazu kamen mehrere hohe Stufen, bei denen man die Fahrräder eher schleppen als fahren musste. Trotzdem war die Strecke spektakulär.

    Nach etwa drei Kilometern erreichten wir einen Aussichtspunkt, den man zu Fuß erklimmen konnte. Wegen unseres eher ungeeigneten Schuhwerks verzichteten wir allerdings auf den mehrere hundert Meter hohen Aufstieg. Stattdessen fuhren wir noch ein Stück weiter, bis der Weg zunehmend unbefahrbar wurde.

    Zurück außerhalb der Schlucht in Richtung Iglesia de San Isidro begegneten wir plötzlich einer Herde Lamas. Die Tiere waren erstaunlich neugierig. Während ich versuchte, sie vorsichtig auf Abstand zu halten, bekam Xin völlig unerwartet eine Ladung Lama-Schleim direkt auf die Schulter geleckt. Zurück blieb eine braune, extrem streng riechende Flüssigkeit, deren Duft vermutlich auch in zehn Jahren noch in der Jacke hängen würde.

    Nachdem die Herde weitergezogen war, musste erstmal eine Notfallreinigung durchgeführt werden.

    Danach ging es weiter zur Iglesia de San Isidro – einer kleinen alten Kirche auf einem Hügel. Leider war sie geschlossen, sodass wir nur von außen einen Blick darauf werfen konnten.

    Der Rückweg hatte es dann nochmal in sich. Die Straße war derart holprig, dass wir beide irgendwann kaum noch auf dem Fahrradsattel sitzen konnten. Unsere Fahrräder zuhause sind dagegen offenbar Luxusmodelle.

    Natürlich trafen wir unterwegs erneut auf die Lama-Herde. Diesmal hielten wir allerdings Sicherheitsabstand ein, um weitere biologische Angriffe zu vermeiden.

    Nach insgesamt vier Stunden kamen wir ziemlich erschöpft, leicht durchgerüttelt und mit neuer Lama-Erfahrung zurück ins Hotel. Den Rest des Tages ließen wir entspannt ausklingen – früh schlafen mussten wir ohnehin. Morgen startet bereits um 4:30 Uhr unsere dreitägige Tour Richtung Bolivien.

  • Chile – La Serena

    16.05.2026 – Heute hieß es: Ab in den Flixbus! Ja, ihr habt richtig gelesen – die grüne Buskette gibt es tatsächlich auch in Chile. Unser Ziel: La Serena, etwa 470 km nördlich von Santiago. Der Start in den Tag war… naja, abenteuerlich. Unser ursprünglicher Bus wurde gestrichen, wir wurden eine Stunde später umgebucht und auseinandergesetzt. Als wir auf Bus warteten, kam er einfach nicht.

    Schließlich saßen wir dann, 1 Stunde und 20 Minuten verspätet, im Bus. Zum Glück nicht voll! Nach ein wenig spansicher Wortakrobatik(dank Translator)und gebrochenem Spanisch – saßen wir nebeneinander (Sitzplatztausch mit einem älteren Herrn) Und oh, diese Sitze! Beinfreiheit und fast 45 Grad Rückenlehne – perfekt für ein Nickerchen während der sechsstündigen Fahrt.

    In La Serena angekommen, ging’s per Uber (für 4 Euro) zum Hotel. Wir hatten zwar das perfekte Hotel am Strand gebucht, aber der Sonnenuntergang? Den haben wir knapp verpasst. Tja, manchmal läuft es wie beim Pinguin: elegant geplant, aber leicht aus dem Takt geraten.

    17.05.2026 – Heute ging es zu den Inseln Choros und Damas, nördlich von La Serena. Früh aufstehen, Lunchpaket schnappen, und um 7:30 Uhr wartete der Tourbus. Zwei Stunden Fahrt durch die chilenische Landschaft – inklusive wild lebender Guanakos, der wilden Verwandtschaft der Lamas. Sie schauen ein bisschen aus wie Lamas, haben aber eigene Farb- und Größenregeln.

    Der Hafen von Punta de Choros wirkte zunächst klein und gemütlich, entpuppte sich dann aber als quirliger Touristen-Hotspot: 50 Boote lagen vor Anker, die meisten faul in der Nebensaison auf Land. Mit 18 anderen Tourteilnehmern (hauptsächlich Chilenen) starteten wir in einem kleinen Boot. Kaltes Wasser, kalter Wind – der Humboldt-Strom lässt grüßen! Trotzdem: nach 40 Minuten tauchten die ersten Humboldt-Pinguine auf. Gelbe Stirnstreifen, flinker Tauchgang, ein bisschen schüchtern, sobald wir uns näherten – „Schon wieder diese Touris!“ schien ihr Blick zu sagen.

    Dann ging es weiter zur Insel Choros, die streng geschützt ist – betreten verboten. Überraschung! Delfine umkreisten unser Boot, Seelöwen machten akrobatische Sprünge, und Möwen, Kormorane, Pelikane und Albatrosse feierten die große Tierparty. Wer braucht schon einen Zoo, wenn man die Show live sehen kann?

    Weiter zur Insel Damas: hier darf man auf Land. Vulkangestein, helle Sandstrände – perfekt, um sich nach der kalten Bootsfahrt die Beine zu vertreten.

    Baden? Nur die Mutigen, gefühlt 8°C. Wir beschränkten uns auf Spaziergänge, was nach der Kälte auch ausreichte, um die Lebensgeister zurückzubringen.

    Nach einer Stunde Beine Vertreten ging es dann per Boot wieder zurück zum Hafen. Auf dem Rückweg nach La Serena entdeckten wir noch Graufüchse am Straßenrand – halb so groß wie europäische Rotfüchse, aber mindestens genauso charmant. Gegen 17 Uhr waren wir zurück im Hotel. Ein langer, kalter, aber spektakulärer Tag.

    18.05.2026 – Heute war „gemütlich durch La Serena schlendern“ angesagt. Strandspaziergang vor dem Hotel, vorbei am Leuchtturm, hinein in die Innenstadt. Historische Plätze, alte englische und spanische Kirchen, bunte Märkte – Sightseeing in klassischer Form. Unsere Füße hatten danach definitiv das Tagespensum von 8.000 Schritt übererfüllt.

    19.05.2026 – Ausflug ins Elqui-Tal. Wieder früh los, diesmal in kleiner Gruppe mit sieben Leuten. Wir Ausländer einmal mehr Exoten unter den Chilenen. Unser Guide JP (Juan Pedro) übersetzte alles freundlich ins Englische.

    Das Elqui-Tal liegt zwischen zwei Bergketten, und dadurch ergeben sich hier besondere klimatische Bedingungen, perfekt für Weintrauben und die berühmten Pisco-Trauben. Sonne satt, fast wie Sommer – im Gegensatz zur frostigen Küste.

    Unterwegs: riesiger Stausee, der gegen Abend wenn der Wind etwas auffrischt Einheimische und Touristen zum Kitesurfen einlädt. Und immer wieder fahren wir an riesigen Flächen mit Wein- und Pisco-Reben, welche teilweise auf Terrassen am Hang angebaut werden, welche noch von den Diaguitas oder Inkas stammen sollen. Stopp im Ort Diaguitas: eine alte Kirche, bunte Häuser und Wandmalereien mit indigenen Einflüssen.

    Dann noch ein kurzer Abstecher zu uralten Felsenzeichnungen (2000–4000 Jahre alt!) – quasi ein Live-Museum unter freiem Himmel.

    Weinverkostung auf einem kleine Weingut: vier Gläser später fühlten wir uns leicht angeheitert, aber glücklich.

    Weiter nach Pisco Elqui, Mittagspause inklusive. Mit vollgeschlagenem Magen und einem Picso Sour als Absacker ging es dann zum nächsten Stop, einer Pisco Destillerie. Dort wurde uns dann der Anbau der Pisco-Trauben und die Destillation von Pisco (einem Traubenschnaps mit bis zu 45%) erklärt. Zum Abschluss gab es noch verschiedenen Sorten Pisco zur Verkostung: in alten Weinfässern aus Eiche gereift vs. in Edelstahltanks. Farbe und Geschmack völlig unterschiedlich. Uns hat das traditionelle Verfahren mit den rauchigen Aromen besser gemundet.

    Es gab auch verschiedene Mischgetränke (ähnlich Absolut Vodka Zitrone/Vanille) mit Geschmack von Papaya, Mango, Pomelo oder Granatapfel. Anschließend hatten wir gleich Schlafen legen können 😉. Noch etwas mehr angetrunken als nach der Weinprobe, ging es dann mit einem Zwischenstopp in Vicuña (der größten Stadt der Region) zurück nach La Serena.

  • Fidschi – Nadi

    29.04.2026: Heute ging es von Pacific Harbour wieder zurück nach Nadi. Als wir starten wollten, stellten wir fest, dass einer der vorderen Reifen fast platt war. Entweder hatten wir uns irgendetwas eingefahren, oder eines der zahlreichen Schlaglöcher hatte seine Wirkung entfaltet – wahrscheinlich eine Kombination aus beidem. Kurz Check: Ersatzrad? Fehlanzeige.

    Also ab zur nächsten Tankstelle, um etwas Luft aufzupumpen. Dort angekommen die nächste Überraschung: Der Kompressor war kaputt. Perfekt. 😅

    Glücklicherweise entdeckte der Tankstellenmitarbeiter in einem kleinen, versteckten Fach im Kofferraum einen Mini-Kompressor mit Dichtmittel. Ohne viel Aufhebens machten sich die Jungs daran, den Reifen abzudichten und wieder aufzupumpen. Und siehe da – der Reifen hielt die restliche Fahrt problemlos. Ein Hoch auf improvisierte Lösungen und hilfsbereite Fidschianer!💖

    Nach meinem Magen-Darm-Problem ging es mir zwar noch nicht richtig gut, aber die dreistündige Fahrt haben wir trotzdem gut überstanden.

    In Nadi angekommen, ging es nach dem Einchecken im Hotel erst mal direkt zum Strand, der zum Glück nur zwei Minuten entfernt war. Besser kann man ein Hotel eigentlich kaum platzieren. Anschließend sind wir noch bei gefühlten 28 Grad Wassertemperatur in den Sonnenuntergang geschwommen. Natürlich durfte dabei auch ein kleines Fotoshooting nicht fehlen – schließlich muss man ja dokumentieren, dass man tatsächlich dort war und nicht nur eine Postkarte gekauft hat.

    30.04.2026: Heute mussten wir unseren Mietwagen wieder abgeben. Der kleine Toyota war technisch zwar weit entfernt von dem, was wir normalerweise gewohnt sind – selbst die anderen Mietwagen auf unserer Reise waren deutlich besser ausgestattet – aber er hat uns immerhin anderthalb Wochen zuverlässig überall hingebracht. Das eingebaute Navi war allerdings auf Japanisch eingestellt und verfügte ausschließlich über Kartenmaterial von Japan. Warum auch immer. Wir haben das Thema deshalb einfach ignoriert und stattdessen wieder einmal auf Google Maps vertraut, das uns wie so oft zuverlässig gerettet hat.

    Da es mir heute wieder deutlich besser ging, stand ein Ausflug zu den Mud-Pools und Hot Springs im Norden von Nadi auf dem Programm. Die erste Herausforderung begann allerdings schon bei der Frage: Wie kommt man ohne Mietwagen überhaupt dorthin? Bus? Fehlanzeige. Uber? Ebenfalls nicht vorhanden. Also blieb nur Taxi fahren.

    Der Mitarbeiter bei der Mietwagenstation wollte uns freundlicherweise direkt ein Fahrdienst organisieren. Der genannte Preis war allerdings eher ein Fall für die Kategorie „Touristen-Sonderangebot“: umgerechnet knapp 30 Euro für acht Kilometer. Also lieber selbst vergleichen. Wir fragten kurzerhand einen richtigen Taxifahrer. Dort lag der Einstiegspreis nur noch bei einem Drittel. Nach ein wenig Verhandlungsgeschick stiegen wir schließlich ein. Geht doch.

    Der Weg zu den Mud-Pools führte im letzten Abschnitt über eine Straße, die man wohlwollend als Schotterpiste bezeichnen könnte. So holprig, dass man stellenweise vermutlich zu Fuß ähnlich schnell gewesen wäre. Bei über 30 Grad Außentemperatur war die Taxifahrt trotzdem eindeutig die angenehmere Variante.

    An den Pools angekommen hieß es: Eintritt zahlen, umziehen und rein ins Wellness-Abenteuer. Zuerst ging es zu großen Bottichen voller „Heilschlamm“, mit dem wir uns großzügig von Kopf bis Fuß einschmierten. Dabei kamen definitiv Kindheitserinnerungen hoch 😉. Früher hieß das einfach „im Dreck spielen“, heute nennt man es Wellness und bezahlt Eintritt dafür.

    Nachdem der Schlamm ein paar Minuten in der Sonne trocknen durfte, ging es in das erste warme Wasserbecken, um die getrocknete Erdschicht wieder halbwegs loszuwerden.

    Danach folgte der erste Hot Pool mit angenehmer Badewannentemperatur. Dort ließen wir uns entspannt im Wasser treiben. Anschließend ging es kurz in einen größeren Pool, in dem man sogar ein wenig schwimmen konnte, bevor wir den letzten Pool ausprobierten.

    Dort hatte das Wasser ungefähr 40 Grad. Nach wenigen Sekunden sahen wir aus wie Krebse oder Langusten, die gerade in kochendem Wasser für den Verzehr vorbereitet werden. Lange hielt man es dort definitiv nicht aus. Nach einer kurzen Dusche wartete dann noch der entspannende Abschluss des Tages: eine fidschianische Massage. Xin hat die Massage in vollen Zügen genossen und war richtig begeistert – für sie genau das Richtige. Ich dagegen hätte mir etwas mehr anatomische Fachkenntnis gewünscht. Statt gezielter Entspannung fühlte sich das Ganze eher wie ein wildes „Rumgeknete“ an. Aber hey, man ist ja am anderen Ende der Welt – da kann man nicht zu viel erwarten 😉.

    Für die Rückfahrt ließen wir uns erneut ein Taxi rufen – wobei „Taxi“ auf Fidschi nicht zwangsläufig bedeutet, dass es sich um ein offizielles Taxi handelt. Wenn Hotels oder andere Unterkünfte ein Taxi organisieren, werden oft einfach Verwandte angerufen, die sich mit dem Chauffieren von Touristen etwas Geld dazuverdienen. So kam es, dass wir während unseres Aufenthalts fast nie mit einem offiziellen Taxi unterwegs waren.

    01.05.2026: Heute haben wir erst einmal lange ausgeschlafen. Danach stand neben dem Einkauf einiger Lebensmittel – wir waren auf der Reise ja häufig Selbstversorger – vor allem Entspannung am Strand auf dem Programm.

    Nachdem die Sonne untergegangen war, ging es zurück ins Hotel, wo an diesem Abend eine sogenannte LOVO-Night stattfand. Einige Gerichte wurden traditionell im Erdofen gegart, wobei wir dieses Mal darauf verzichtet haben. Dafür gab es fidschianische Musik sowie eine Tanzshow mit Feuereinlage.

    Und diese Show hatte es wirklich in sich. Es war mit Abstand die beste Aufführung, die wir bislang auf unserer Reise gesehen hatten. Zuerst wurde getanzt und gesungen, anschließend begann die Feuershow. Die Tänzer jonglierten mit langen Stangen, die an beiden Enden brannten, und schleuderten brennende Kugeln in atemberaubendem Tempo um ihre Körper. Teilweise sah das Ganze so mühelos aus, dass man fast vergessen konnte, dass dort gerade Menschen mit offenem Feuer hantierten. Wir waren jedenfalls beeindruckt – und froh, dass niemand versehentlich die Palmen angezündet hat.

    Das war es erst mal in Nadi. Nächster Stop: Barefoot Kuata Island.

  • Neuseeland – Auckland

    16.04.2026 – Heute ging es nach Auckland, der größten Stadt Neuseelands mit rund 1,6 Millionen Einwohnern. Nach einer sechsstündigen Fahrt von Kaitaia (die sich irgendwie länger anfühlte – vermutlich wegen der „nur noch zwei Stunden“-Ansagen) kamen wir endlich an und brachten erstmal unser Gepäck ins Hotel.

    Da wir den Mietwagen noch hatten, ging es direkt weiter auf den Mount Eden. Mit 196 Metern ist er der höchste natürliche Aussichtspunkt der Stadt und bietet einen 360°-Blick – also perfekt, um erstmal zu überprüfen, wo man eigentlich überall gewesen ist… und wo man noch hin muss.

    Der Mount Eden ist ein erloschener Vulkan mit einem etwa 50 Meter tiefen, inzwischen grasbewachsenen Krater. Mit rund 600 Jahren ist er einer der jüngsten Vulkane im Auckland-Vulkanfeld – was gleichzeitig faszinierend und leicht beunruhigend ist. Insgesamt gibt es hier etwa 50 Krater… ein Detail, das bei uns kurz die Frage aufwarf: „War das jetzt eine gute Idee mit der Hotelbuchung?“
    Aber hey – statistisch gesehen ist Auckland wohl relativ sicher im Vergleich zu anderen Gebieten Neusselands. Statistik beruhigt ja bekanntlich immer… zumindest solange nichts passiert 😄


    17.04.2026 – Nach dem Frühstück gaben wir unseren Mietwagen ab (RIP Flexibilität) und fuhren mit dem Bus zum Auckland War Memorial Museum. Schon draußen wird man von alten Kanonen begrüßt – nicht gerade subtil, aber effektiv. Zudem gibt es draußen eine große Wiese mit Kreuzen für gefallene neuseeländische Soldaten.

    Innen erstreckt sich alles über drei Etagen. Unten: Geschichte von den ersten Māori bis ins frühe 20. Jahrhundert, inklusive vieler alter Gegenstände und Fotos. Eine Sonderausstellung über Haie hätte extra gekostet… und wir entschieden uns großzügig dagegen 🦈😉 Kleiner Spoiler: Am nächsten Ziel wollen wir uns Haie live und hautnah anschaunen.

    Im mittleren Stockwerk ging es weiter mit Naturkunde und allerlei Tieren aus Neuseeland und anderen Teilen der Welt. Danach schauten wir uns die gebuchte Māori-Show an – inklusive des berühmten Haka. Den kennt man ja vielleicht aus Rugby-Videos, aber live ist das nochmal eine ganz andere Hausnummer. Ursprünglich ist er aber ein Kriegstanz, der Stärke, Zusammenhalt und Respekt ausdrückt (und früher wohl auch ziemlich effektiv Gegner eingeschüchtert hat). „Ha“ = Atem und „ka“ =entzünden (Maorisch). Wieder was gelernt 🙂
    Im obersten Stockwerk befindet sich das eigentliche War Memorial mit riesigen Marmortafeln, auf denen die Namen von fast 15.000 gefallenen Soldaten stehen. Außerdem gibt es Ausstellungen zu den drei wichtigsten Konflikten für Neuseeland: den Neuseelandkriegen (britsche Krone gegen einheimische Maori-Stämme), dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Auch wenn Neuseeland selbst nicht direkt von den Weltkriegen betroffen war, stellte es als Teil des britischen Empires Truppen und Ausrüstung. Sehr beeindruckend – und definitiv ein Moment, in dem man automatisch leiser wird.


    18.04.2026 – Der Tag begann… sagen wir mal bodenständig: im Waschsalon. Irgendwann holt einen die Realität eben auch im schönsten Urlaub ein – besonders, wenn der Unterhosenvorrat kritisch wird 😄

    Danach bummelten wir durch die Stadt und das Hafenviertel. Wir sahen die Auckland Harbour Bridge aus der Ferne und liefen durch das Viaduct Harbour – wirklich eine sehr schöne Ecke.

    Auf dem Weg zum Fischmarkt konnten wir die Viaduct Bascule Bridge in Aktion sehen. Eine Klappbrücke von 1932 – funktioniert also schon länger zuverlässig als so manch moderne Technik, die wir kennen 😉

    Im Viertel gibt es überall frischen Fisch und Restaurants, die ihn direkt zubereiten. Teilweise sucht man sich die Langusten („Crayfish“) lebendig aus dem Becken aus… was irgendwie gleichzeitig beeindruckend und leicht unangenehm ist.
    Sagen wir: Der Fisch war definitiv frischer als unsere Entscheidungsfreude in dem Moment 😄


    19.04.2026 – Nach dem Ausschlafen (endlich!) ging es wieder zum Hafen. Diesmal nahmen wir die Fähre nach Devonport, einem entspannten Stadtteil auf einer Halbinsel im Norden.

    Dort machten wir einen langen Spaziergang an den Stränden und erklommen den North Head.

    Von dort oben hat man einen großartigen Blick auf den Hafen und die umliegenden Inseln. Außerdem gibt es alte Tunnel und Festungsanlagen – perfekt für eine kleine „Entdeckungstour“, bei der man kurz so tut, als hätte man Ahnung von Geschichte 😄

    Das Wetter hielt zunächst perfekt, doch ein Umschwung war angekündigt. Also machten wir uns rechtzeitig auf den Rückweg – und tatsächlich: Kaum legte die Fähre wieder in Auckland an, öffnete der Himmel alle Schleusen.

    Innerhalb kürzester Zeit standen die Straßen unter Wasser. Wir warteten etwa 20 Minuten, bis es besser wurde, und liefen dann zurück zum Hotel – leicht nass, aber immerhin mit dem guten Gefühl, es fast trocken geschafft zu haben. Fast 😄

    Das war nach 6 Wochen und etwas über 5.000 Kilometer mit dem Mietwagen (immer schön auf der linken Seite) der Abschluss von Neuseeland. Morgen geht es weiter nach Fidschi.

  • Neuseeland – Tongarriro & Rotorua

    31.03.2026: Heute ging es von Wellington in den Tongariro Nationalparrk. Die Fahrt dauerte über 4 Stunden – genug Zeit, um sich gedanklich schon mal in die Berge zu träumen. Unterwegs machten wir Halt beim „Hapuawhenua Viaduct“ – oder einfach: der Brücke, auf der man Schwindelfreiheit trainieren kann. Die gesamte Wanderung dorthin dauerte inklusive Fotostop rund 100 Minuten. Und wir waren endlich mal völlig allein an einem Sightseeing-Spot.

    Dieses Viadukt stammt aus dem Jahr 1908 und ist eine von wenigen noch erhaltenen Stahlbinder-Konstruktionen Neuseelands. Besonderheit: es ist nicht gerade, sondern leicht gebogen – ästhetisch ein Traum, für die Ingenieure damals eher ein 284 m langer und 45 m hoher Alptraum. Wegen des engen Radius durfte die Eisenbahn hier nur mit 20 mph (ca. 32 km/h) über die Brücke flitzen. 80 Jahre später wurde das Viadukt wegen der gestiegenen Anforderungen nebenan eine nicht so ansehnliche Stahlbeton-Konstruktion für die Züge gebaut.

    Heute steht die alte Schönheit still und ist Teil eines Wanderweges durch den Tongariro Nationalpark … die Schienen sind weg, aber wir durften auf den Schwellen balancieren und 45 Meter in die Tiefe schauen. Praktisch: der Abstand zwischen den Schwellen beträgt nur 15 cm – also höchstens ein Fuß drin, aber kein ganzer Mensch. 😉Übrigens: Nach der Stillegung diente das Viadukt zeitweise sogar als Bungee-Jumping-Spot.

    01.04.2026: Nach der ersten Übernachtung im Tongariro Nationalpark wanderten wir nach dem Frühstück zu den „Tama Lakes“. Upper und Lower Tama Lake sind zwei Kraterseen mit atemberaubend blauem Wasser. Die Wanderung: ca. 17 Kilometer und 540 Höhenmeter, inklusive Verpflegungspause etwa 6 Stunden.

    Der Weg führt teils über Stock und Stein, während ein kalter Wind durch die Berge pfeift. Also: gute Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung Pflicht! Überraschung unterwegs: immer wieder Toilettenhäuschen – in den Bergen! Wir waren beeindruckt.

    Unterwegs kamen wir auch an den „Taranaki Falls“ vorbei, einem 20 Meter hohen Wasserfall. Zum Glück führte er genügend Wasser, sodass er nicht aussah wie ein vertrockneter Gartenschlauch.

    02.04.2026: Weiter ging die Reise nach Rotorua. Kurz nach der Abfahrt hielten wir bei den „Tawhai Falls“, einem hübschen, aber eher unspektakulären Wasserfall, erreichbar in etwa 10 Minuten von der Straße. Danach zum „Lake Taupo“, einem Kratersee eines vor rund 26.000 Jahren kollabierten Vulkans und der größte See Neuseelands.

    Traumwetter, also langer Spaziergang am See. Unterwegs stießen wir auf einen „Wasser-Golfplatz“. Abschlag auf einer Terrasse am Ufer, die „Holes“/Löcher auf einer schwimmenden Plattform 104 Meter entfernt. Bei der „Hole in One Challenge“ winkten bis zu 10.000 NZD – da konnten wir natürlich nicht widerstehen. 30 Bälle gekauft, Schläger geschnappt, erster Schlag: 15 Meter ins Wasser – immerhin war er sichtbar! Die nächsten Schläge kamen zwar näher an die Plattform, aber nicht in die richtige Richtung. Einige Bälle purzelten vom Ufer ins Wasser, andere direkt daneben. Ein Held im knallgelben Helm fischte mit einem Kescher alle Bälle aus dem See – Hardcore-Recycling.

    Nach diesem Abenteuer fuhren wir zu den „Huka Falls“, 15 Meter hohe, kristallblaue Wassermassen (220 m³ pro Sekunde), die sich aus einem 15 Meter breiten Canyon vulkanischen Ursprungs stürzen. Laut, beeindruckend und spektakulär – ein richtiges Naturkonzert! Anschließend Weiterfahrt nach Rotorua.

    03.04.2026: Rotorua – Stadt mitten auf der Nordinsel, berühmt für geothermische Aktivitäten und die Maori-Kultur. Überall Dampf, überall heißes Wasser, und der Geruch erinnert an faule Eier – willkommen im Schwefelparadies!

    Am Morgen machten wir einen Spaziergang am „Sulphur Point“, einem Teil des Rotorua-Sees, geprägt von Geothermie. Gase (hauptsächlich Schwefel) und heißes Wasser steigen auf – schwimmen verboten, die 100°C wollen wir nicht testen.

    Wir suchten anschließend einen kostenlosen Aussichtspunkt für den „Pohutu Geysir“. Google führte uns direkt ins „Whakarewarewa – The Living Maori Village“, wo Führungen gegen Geld angeboten werden. Glück gehabt: jemand schenkte uns auf dem Parkplatz ein Ticket im Wert von 55 NZD. Somit mussten wir nur noch ein Ticket kaufen – ein echtes Schnäppchen!

    Die Tour brachte uns die Maori-Kultur inkl. Maori-Sprach (Te Reo Maori) Crashkurs näher. Heute leben die Maori hier modern, mit Strom, Heizung und Autos – aber Traditionen wie Tanz, Gesang und Stammesrituale werden gepflegt. Über einem heißen Erdofen gab es Maiskolben – mit Salz überraschend lecker. Danach ging es an verschiedene heiße Quellen und Badebecken.

    Der „Pohutu Geysir“ (Te Puia) spuckte bis zu 10 Meter hoch, manchmal sollen es sogar 30 sein (heute nicht), und gilt als größter Geysir der südlichen Hemisphäre. Kleinere Geysire (Kereru und Te Tohu, benannt nach den Prince of Wales, heute King Charles III.) spucken nur 1 Meter hoch oder heißen Dampf. Wir beobachteten das Spektakel etwa 20 Minuten, während wir unsere Brotzeit genossen. Anschließend marschierten wir dann doch noch zum kostenlosen Aussichtspunkt – die Geysire waren weit entfernt, aber für den Blick auf Stadt und Landschaft lohnte sich der einstündige Marsch.

    04.04.2026: Gegenüber unserer Unterkunft lag der „Kuirau Park“ mit heißen Pools, blubbernden Schlammlöchern und einem Samstagsmarkt mit Maori-Handwerkskunst und Leckereien. Da wir zuvor gut gefrühstückt hatten, mussten leider auf die Köstlichkeiten verzichten. Aber dafür hatten wir aber ein 40°C-Fußbad in einer heißen Quelle. Plätze am Beckenrand waren heiß umkämpft – wortwörtlich.

    Mittags dann zum „Redwood Forest“: mit kalifornischen Redwoods die hier ab 1901 angepflanzt wurden. Über 120 Jahre alte Bäume, bis zu 75 m hoch, einige mit 2 m Durchmesser. Der ursprüngliche Wald mit riesigen 2000 Jahre alten Bäume (bis 6 m Durchmesser und 120 m Höhe) war durch kommerzielle Forstwirtschaft abgeholzt worden. Auf dem „Whakarewarewa Forest Treewalk“ wanderten wir 40 Minuten über 28 Hängebrücken in bis zu 20 m Höhe – alles mit Nylon-Lastschlaufen an den Bäumen befestigt, kein Bohren oder Schrauben an den Bäumen. Öko-Abenteuer deluxe!

    Am Abend haben wir noch eine kostenlose heiße Quelle besucht. Das Wasser im Bach war zunächst zu heiß, also liefen wir ein paar Meter, bis es angenehm bei ca. 35°C war. Unter einem kleinen Wasserfall sprangen wir ins warme Wasser – ein bisschen Schwefelduft in der Luft, Dampf wie im Winter-Freibad, und unsere Haut fühlte sich danach seidenweich an – Wellness mit Abenteuer-Bonus.

    Nächster Stop: Hobbiton – das Filmset aus den „Herr der Ringe“ und „Hobbit“-Filmen. Hobbitfüße bereitmachen! 🧙‍♂️

  • Neuseeland – Wellington

    28.03.2026: Heute ging es per „Kurz“-Flug nach Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland auf der Nordinsel. Fähre: 3,5 Stunden. Flug: 30 Minuten. Preis? Gleich teuer – eine dieser Entscheidungen, bei denen man sich fragt, ob man gerade den Flugzeugfreak oder den Fährenliebhaber in sich weckt.

    Am Flughafen gelandet, schnell mit dem Bus ins Hotel gejumpt und gleich mal das Stadtleben erobert. Und zack, Glück gehabt! Es fand das „CubaDupa“-Festival statt. Ein Straßenfest, bei dem sich Kunst, Theater, Tanz, Musik und kulinarische Genüsse in bunten Farben die Hand geben. Überall Bühnen, Foodtrucks aus der ganzen Welt und Menschen in allen Formen und Farben. Wir haben uns durch die Straßen treiben lassen, bis wir endlich das perfekte Essen gefunden hatten – für den hungrigen Entdecker eine wahre Offenbarung. Nach der Magenberuhigung haben wir uns noch ein bisschen durch die Straßen treiben lassen und das Festival in vollen Zügen genossen.

    29.03.2026: Heute standen die Sehenswürdigkeiten der Stadt auf dem Plan. Zuerst ging’s zur Hafenpromenade und zum „Wellington Sign“ – dieser riesige Schriftzug, bei dem man das „I“ in „Wellington“ ersetzen kann. Wir mussten kurz warten, weil auch andere die perfekte Instagram-Pose suchten – das durchwachsene Wetter hielt die Massen nicht ab. Endlich waren wir dran und schnappte unsere Bilder.

    Direkt daneben stand eine Statue, die aussah, als würde sie jeden Moment ins kalte Wasser springen.

    Ein paar dramatische „Rettungsversuche“ später, ging es weiter zum Mount Victoria – ein Aussichtspunkt über der Stadt. Über steile Treppen und Pfade kraxelten wir auf den Gipfel. Der Blick von oben? Ein 360°-Panorama! Auf der einen Seite der Flughafen – der wirklich aussieht, als könnte man bei einer zu fürhen oder zu verspäteten Landung direkt im Meer landen. Auf der anderen Seite der Hafen mit den Fähren und einem riesigen Container-Terminal. Wahrscheinlich nicht der beste Ort, um eine Brise zu schnappen, aber hey, schöne Aussicht!

    Am späten Nachmittag zurück im Hotel, haben wir uns der Detailplanung für die nächste Station gewidmet. Aber dazu später mehr – ich will euch ja nicht zu früh spoilern.

    30.03.2026: Nach einem entspannten Frühstück holten wir unseren Mietwagen ab (für die nächsten 3 Wochen durch Neuseeland!) und fuhren zur „Weta Workshop Experience“. Hier konnte man richtig „Herr der Ringe“-Luft schnuppern – auch wenn wir die Ausstellung ausließen, standen draußen immerhin drei riesige Trolle, die in der Hobbit-Trilogie mitmischten. Natürlich haben wir uns mit den Kerlchen ablichten lassen. Wer kann schon widerstehen, neben einem Troll zu posieren?

    Weiter ging’s zum „Otari Wilton’s Bush“, einem Park, in dem die Vögel so laut zwitschern, dass man denkt, der ganze Wald ist ein einziger Kaffeeklub. Und dann – der Hammer: Wir entdeckten einen Aal im Bach. Ein Monster von einem Aal! Mindestens einen Meter lang und so dick wie der Oberarm von Arnold Schwarzenegger! 😉 Ich sag’s mal so: Der hätte locker den Weltrekord im „größter Aal“ gewonnen.

    Wir haben weitergeforscht und viele weitere Vögel entdeckt, unter anderem den „Tui“ – der Gesangsmeister des Waldes. Dieser Vogel hätte wahrscheinlich den ersten Platz in einem Neuseeland-Casting-Show gewonnen.

    Es ging weiter, und wir landeten im Botanischen Garten, wo Bäume und Pflanzen standen, die teilweise mehrere hundert Jahre alt waren. Die Vögel gaben hier natürlich auch ihren Senf dazu. Wir entdeckten „Kaka’s“, eine ziemlich schreiende Papageienart, die über uns ein Konzert gaben, das einen Fischmarkt in Hamburg blass aussehen ließ. Und dann, ein echter Höhepunkt: „Kereru’s“ – diese riesigen Tauben flogen durch die Bäume und ließen sich im Park nieder. Ganz zum Schluss schwirrten kleine „Piwakawaka Fantail’s“ um uns herum, die mit ihren schwarz-weiß glänzenden Fächer-Schwänzen beeindrucken wollten. Kurz gesagt: Der Park war ein echtes Vogelparadies – und wir als begeisterte Vogelbeobachter waren voll in unserem Element.

    Morgen geht es weiter in den Tongariro National Park. Es bleibt also spannend.

  • Australien – Fazit aus unserer Sicht

    Land und Leute:

    Australien ist wirklich faszinierend. Sowohl die Landschaften und Pflanzen, als auch die einzigartigen Tiere. Je nach Bundesstaat (oder besser gesagt: Nord, Ost, Süd, West oder Mitte) gibt es hier unterschiedliche Klimazonen. Wir haben fast alles erlebt: Gemäßigtes Klima im Süden (ähnlich Deutschland), trophisch und subtrophisch im Norden und Osten (mit Regenwald und feuchtwarmer Luft), und Wüste in der Mitte (mit sehr trockener, heißer Luft).

    Besonders begeistert waren wir von den vielen Tieren, die man entweder mit etwas Glück in der freien Natur oder in Wildgehegen/Zoo’s entdecken kann. Kängurus, Wallabies (die kleinen Vertreter der Kängurus), Wombats, Dingos und Schlangen, um nur ein paar zu nennen. Im Osten gibt es auch Bananenplantagen und riesige Zuckerrohrfelder, welche wahrscheinlich in der Zeit der Kolonialisierung eingeführt wurden. Es gibt riesige Rinderfarmen in der Mitte (welche sich über mehrere Dutzend Hektar erstecken) und Weingebiete im Süden. Weiße Strände und blaues Meer gibt es massig entlang der Küste. Wobei es je nach Jahreszeit im Süden etwas kalt zum Baden sein kann. Das Great Barrier Reef sollte man kennen und ggf. auch mit einem Tauch- oder Schnorchelausflug besuchen.

    Öffentliche Einrichtungen wie Museen und Ausstellungen sind oft kostenlos. Es gibt fast überall kostenlose öffentliche Toiletten, meistens sehr sauber. Da kann sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden. An den Steuereinnahmen liegt es scheinbar nicht, den Australien verwendet die Steuereinnahme eher für die eigene Bevölkerung, statt es in alle Welt und an jeden zu „verschenken“

    Die Australier sind meistens sehr freundlich, locker („no worries“) und hilfsbereit. Aufgrund der Landessprache ist die Verständigung auf Englisch ein Kinderspiel 😉Die Aboriginals, wenn man mal welche sieht, sind manchmal etwas unhöflich und grantig (wie man in Bayern sagt). Aber auch hier gibt es wie überall Ausnahmen. Sie werden auch 200 Jahre nach der Kolonialisierung noch oft ausgegrenzt, was sich auch in ihrer Haltung gegenüber den „Eingewanderten“ und Touristen zeigt. Auch haben viele Australier (nicht nur die Aboriginals) ein Alkoholproblem. Am Straßenrand immer Schilder, die vor Alkoholkonsum warnen und Alkoholkontrollen am Straßenrand. So viele habe ich trotz mehr Verkehr in Deutschland in so kurzer Zeit und am helllichten Tag noch nie gesehen. Dazu aber später noch etwas mehr. In Australien gibt es ca. 27 Mio. Einwohner welche sich hauptsächlich in großen Städten wie Sydney, Melbourne oder Adelaide entlang der Küstenlinie angesiedelt haben. Ansonsten viele kleinere Ortschaften, teilweise nur mit einem Dutzend Einwohner. Ein besonderer Fakt ist die Hauptstadt: Canberra, weder die größte noch schönste Stadt in Australien, wurde im Landesinneren aus dem Boden gestampft um keine Stadt wie Sydney oder Melbourne zu bevorzugen bzw. einen Wettbewerb/Streit zu verhindern.

    Verkehr:

    Hier herrscht Linksverkehr, was gerade in Städten, an Kreuzungen und Kreisverkehren zu anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten führen kann. Auch ist logischerweise bei Mietwagen oder Campern das Lenkrad auf der „falschen“ Seite 😉 Wegen der anderen Sitzposition neigt man dazu anfangs zu weit links am Straßenrand zu fahren. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte ist der Verkehr überschaubar. In den großen Städten etwas mehr, aber kein Vergleich zum München oder Berlin. Brisbane ist hier etwas anders. Hier ist es sehr eng aufgrund der Hügel in und um die Stadt. Große Kreuzungen sind oft unübersichtlich. Man muss sich früh einordnen, wenn man oder auch GoogleMaps weiß wohin man will. Oft gibt es Straßen, die sich über- oder untereinander kreuzen, was die Orientierung etwas schwer macht. Ein paar Mal sind wir falsch abgebogen, was uns in Sydney oder Melbourne nie passiert ist. Auf dem Land ist man fast allein unterwegs … im Outback kann es schon mal sein, dass man 1 Stunde fährt ohne andere Autofahrer zu treffen. An den Straßenrändern immer Schilder mit Ausschriften wie „Don’t drink and drive“, „Drink Drive. Selfish Prick.„, „Take a break – Fatigue kills“ oder „Stock crossing“. Natürlich wird auch immer vor Kängurus, Wombats oder in einigen Regionen vor Kasuaren und Emu‘s auf der Straße gewarnt.

    Zugverbindungen gibt es an der Küste vereinzelt, diese haben wir aber nicht genutzt. Von Süd nach Nord (quer durchs Outback) gibt es den GHAN, eine luxuriöse Zugverbindung, die man mindestens 6 Monate, wenn nicht sogar 1 Jahr, vorher buchen sollte (wenn man genügend Kleingeld hat 😉). In den großen Städten gibt es einen guten ÖPNV. Wir sind in Sydney, Brisbane und Adelaide oft mit örtlichem Bus und Zug gefahren, was auch relativ günstig ist. Man kann hier einfach per „Tap n Go“ kontaktlos (NFC) mit Kreditkarte oder Handy im Bahnhof/Zug, im Bus oder auch die Fähre bezahlen, was sehr bequem ist. Keine Automaten, kein Tarif-Wirrwarr. In Melbourne empfiehlt sich eine „MyKi“-Card, mit der man günstig und auch per Tap den Bus oder Zug bezahlen kann.

    Um da Land richtig zu erkunden, empfiehlt es sich ein Wohnmobil (es gibt Massen von Touristen die mit Campern in Australien unterwegs sind) oder zumindest einen Mietwagen zu buchen. Mietwagen kann man eher kurzfristig (1 Woche im voraus) buchen. Bei Wohnmobilen sieht es etwas anders aus. Diese sollte man wegen der Verfügbarkeit und der Preise mindestens 3 Monate vor Start reservieren. Wir hatten 1,5 Monate im Voraus nicht mehr die volle Auswahl und mussten deshalb upgraden und mehr bezahlen. Generell empfiehlt sich auf die Versicherung zu achten. Es gibt nur eine Basisversicherung mit hoher Selbstbeteiligung. Das All-inklusive-Paket kostet deutlich mehr. Wir haben sowohl Mietwagen als auch unseren Camper über Vergleichsportale (Mietwagen z.B. Ch…24 oder AutoEuro… / Camper z.B. Ch…24 bzw. CampStar) gebucht. Das war etwas günstiger als über die direkte Vermietung und man konnte günstiger eine Zusatzversicherung (mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung) für eventuelle Schäden abschließen.

    Geld und Kosten:

    Der Wechselkurs war in Australien war ungefähr 1 Euro : 1,5 Australische Dollar. Hier empfiehlt sich generell die Kartenzahlung. Was zwar manchmal mit 1,5% Gebühren „belohnt“ wird, aber noch günstiger ist als Geld zu Tauschen oder am Bankautomaten zu ziehen. Wir hatten 100 AUD, welcher wir am Ende noch irgendwie ausgeben mussten.

    Hotels in Sydney waren gerade zum Jahreswechsel extrem teuer, so etwas auf Oktoberfest-Niveau. Aber das war irgendwie eingeplant. Wann hat man schon mal die Chance Silvester am anderen Ende der Welt und am Sydney Harbour mit Oper im Hintergrund zu Feiern. Mal abgesehen von Sydney im großen Apartment für 200 €/Nacht und Yulara (mitten im Outback für 160€/Nacht), waren die Preise ohne Frühstück bei ca. 60 € – 80 € im 4* Hotel relativ erschwinglich. Auch hier hilft wieder der Preis-Check mit verschiedenen Vergleichsportalen.

    Einkaufen und Essen war etwas günstiger Deutschland, wobei Alkohol, aber auch Wasser in Flaschen deutlich teurer ist als in Deutschland. Flasche Bier etwas 3 AUD (2 €) für 0,33 Liter … wobei man das nicht im Supermarkt, sondern nur bei lizensierten Händlern bekommt. Liegt wohl daran, das Australien ein Alkoholproblem hat und die Alkoholsteuer sehr hoch ist. In Bars und Restaurants kann das „kleine“ Bier schon mal 15 AUD kosten. Das günstigste Flaschenwasser kostet etwa 0,5 € pro Liter. Etwas günstiger sind hier 5 oder 10 Liter Kanister mit integriertem Zapfhahn. Aber immer noch mindesten 50% teurer als in Deutschland.

    Taxis sind etwas günstiger als in Deutschland, wobei man hier auch Uber nutzen kann. Wir haben einmal 14 € für 4 Kilometer mit dem Taxi bezahlt. Mit Uber kostete der Flughafentransfer etwas 14 AUD für 6 Kilometer. Also etwas günstiger als ein normales Taxi. In den großen Städten waren wir mit Bus und Bahn unterwegs. In Sydney waren es ca. 2 € pro Fahrt (max. 50 AUD/33 € pro Woche). In Melbourne und Adelaide waren die Preise ähnlich. In Brisbane gab spezielle Tarife für 0,5 AUD pro Fahrt, was über die Woche verteilt sehr günstig war. Teilweise sind wir den halben Tag Fähre gefahren 😉

  • Australien – Queensland – Brisbane

    Die letzten Tage unserer Australienreise wollten wir nutzen, um Brisbane noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Stadt wird gern als Stadt der 20 Brücken bezeichnet – und angeblich hat sie sogar mehr Hügel als Rom. Wir haben sie nicht gezählt, aber nach ein paar Tagen zu Fuß fühlte sich diese Behauptung durchaus glaubwürdig an.

    Parkspaziergang mit Echsen-Begegnung

    Am ersten Tag starteten wir direkt vom Hotel Richtung Roma Street Parkland. Einer der vielen Parks der Stadt – und definitiv keiner von der langweiligen Sorte. Besonders beeindruckend ist dort der Spectacle Garden: Wasserkaskaden, kleine Brücken, Fontänen und jede Menge exotische Pflanzen.

    Und dann wären da noch die Wasseragamen. Diese Echsen können bis zu 90 cm lang werden und scheinen den Park als ihr persönliches Wohnzimmer zu betrachten. Alle paar Meter saß eine auf einem Stein, lag mitten auf dem Weg oder planschte im Wasser. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran – und passt gleichzeitig etwas besser auf, wohin man tritt.

    Vom Park ging es weiter zum Brisbane River, der sich in großzügigen Schleifen durch die Stadt windet. Am Ufer liegt der CBD (Central Business District), wo die Wolkenkratzer die Skyline bilden.

    Wir schlenderten am Fluss entlang und überquerten die hübsche Fußgängerbrücke zur anderen Seite – Richtung Kangaroo Point Cliffs und CT White Park. Dort gibt es mitten in der Stadt eine 20 Meter hohe Felswand, an der man tatsächlich klettern kann.

    Wir fanden die Idee großartig – und beschlossen, sie aus sicherer Entfernung zu bewundern.

    Nachtleben der Tiere

    Auf dem Rückweg wurde es dunkel und Brisbane zeigte sich von seiner schönsten Seite: beleuchtete Brücken, tausende leuchtende Fenster in der Skyline und jede Menge Fotomotive.

    Nach einem Abstecher in ein chinesisches Restaurant liefen wir wieder durch den Park zurück. Plötzlich kreisten über uns dutzende Flughunde mit über einem Meter Flügelspannweite. Ein bisschen fühlte man sich wie in einem Batman-Film.

    Und dann raschelte es im Gebüsch. Erster Gedanke: Katze. Zweiter Blick: Moment… Katze mit komischem Schwanz?

    Es stellte sich heraus, dass wir einem Brushtail Possum begegnet waren – auf Deutsch Fuchskusu. Ein kleines nachtaktives Beuteltier, das uns kurz musterte und dann elegant auf einen Baum verschwand. Australien eben!

    Die billigste Stadtrundfahrt der Welt

    Am nächsten Tag ging es wieder zum Fluss, diesmal für eine Fahrt mit der CityCat Ferry. Für sagenhafte 0,50 AUD fährt diese Fähre quer durch die Stadt.

    Allein dafür lohnt sich die Fahrt schon – die Perspektive auf Brisbane vom Wasser aus ist großartig.

    Unser Ziel: das South Bank Parklands. Dort schlenderten wir zuerst zur Nepalese Peace Pagoda, einer komplett aus Holz gebauten Pagode aus der Zeit der World Expo 88.

    Danach ging es zum Wheel of Brisbane, der kleinen Schwester des London Eye. Kurz überlegt – und schon saßen wir im Riesenrad und schwebten ein paar Runden über der Stadt.

    Natürlich wollten wir auch ein Foto beim berühmten Brisbane Sign machen. Allerdings schienen 50 Brisbane-Touris dieselbe Idee gehabt zu haben. Manche Besucher machten gefühlt 1000 Fotos in 37 verschiedenen Posen. Mit Geduld und leichtem Ellenbogeneinsatz bekamen auch wir unser Bild.

    Zurück zum Hotel ging es natürlich wieder zu Fuß. Unser Schrittzähler zeigte täglich 15.000 bis 20.000 Schritte an und wir hatten das Gefühl, dass er uns inzwischen respektvoll salutiert.

    Villen, Fähren und Stadtstrand

    Ein paar Tage später nahmen wir wieder die Fähre, diesmal von den Howard Smith Wharves aus – früher ein Schiffsumschlagplatz, heute ein Hotspot für Restaurants und Bars.

    Die Fahrt führte vorbei an Villen mit Yachten davor und alten Lagerhäusern mit der Aufschrift „Wool Storage“. Diese Warenhäuser stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und wurden später zu modernen Apartments umgebaut – mit originaler Fassade.

    Am Ende der Strecke gab es einen kurzen Schichtwechsel der Fährcrew, und schon ging es wieder zurück. Für 0,50 AUD kann man schließlich ruhig noch eine Runde drehen.

    Mit der Fähre wieder am anderen Teil des Southbank-Parks angekommen entdeckten wir dort außerdem etwas ziemlich Verrücktes: eine Poolanlage mit Sandstrand mitten in der Stadt. Familien planschten im Wasser, Kinder bauten Sandburgen und zwischen kleinen Regenwaldbächen liefen – natürlich – wieder Wasseragamen herum.

    Man musste wirklich aufpassen, nicht versehentlich auf eine zu treten.

    Salsa in Australien

    Abends gingen wir noch einmal zu den Howard Smith Wharves, um die Stimmung am Fluss einzufangen. Überall saßen Leute in Bars und Restaurants und ließen den Arbeitstag ausklingen.

    Dann hörten wir plötzlich Salsa-Musik. Es stellte sich heraus, dass gerade das La Mexicana Festival stattfand – mit lateinamerikanischem Essen, Getränken und Livemusik.

    Natürlich konnten wir nicht widerstehen und legten ein paar Salsa-Schritte aufs Parkett. Während wir tanzten, schauten viele Besucher eher überrascht zu. Offenbar war Spontantanzen nicht Teil ihres Abendplans.

    Kulturprogramm zum Abschluss

    Am nächsten Tag – bei eher mäßiger Wettervorhersage – standen Museen auf dem Programm.

    Zuerst besuchten wir die St Stephen’s Cathedral. Der Bau begann 1863 und wurde erst 1922 abgeschlossen – entsprechend unterschiedlich sehen auch Baustil und Fenster aus.

    Von klassischen Bleiglasfenstern bis hin zu fast modernen Kunstwerken ist alles dabei.

    Danach ging es ins Museum of Brisbane in der oberen Etage der Townhall (Rathaus), wo man die rund 200-jährige Geschichte der Stadt kennenlernen kann.

    Zum Schluss besuchten wir noch das Queensland Museum Kurilpa, wo Tiere aus der Zeit des Superkontinents Gondwana (ein Teil davon ist heute Australien) bis heute gezeigt werden: Dinosaurier, riesige Kängurus, Wombats und viele andere australische Spezialitäten.

    Besonders spannend waren die lebenden Insekten – von denen manche aussahen wie Blätter oder Zweige. Man musste im Terrarium wirklich suchen, um sie zu entdecken.

    Abschied von Australien

    Mit den letzten Tagen in Brisbane ging auch unsere 9-wöchige Zeit in Australien mit insgesamt 7.500 gefahrenen Kilometern langsam zu Ende.

    Ein Land mit unglaublicher Natur, verschiedenen Klimazonen und Tieren, die man wirklich nur hier findet.

    Eins steht fest: Wir kommen wieder.
    Schon allein, weil einige Ausflüge wegen schlechtem Wetter ausfallen mussten – und unsere To-Do-Liste noch nicht abgearbeitet ist.

    Doch das nächste Abenteuer wartet schon: Neuseeland. 🇳🇿

  • Australien – Queensland – Moreton Island

    Was macht man eigentlich in Queensland, wenn die wirklich spektakulären Aktivitäten wie Rundflug und Wracktauchen einfach mal abgesagt werden? Richtig – man bucht einen „ganz normalen“ Ausflug. In unserem Fall eine geführte Tour nach Moreton Island, der kleinen Schwester von K’gari. Klein bedeutet hier: nur etwa ein Neuntel so groß. Australische Verhältnisse eben. Die Insel liegt rund 90 Fährminuten von Brisbane entfernt – also quasi gleich um die Ecke.

    Das große Highlight dort sind die Tangalooma Wrecks – 15 Schiffswracks, die zwischen den 60ern und 80ern absichtlich versenkt wurden. Offiziell natürlich, um einen sicheren Ankerplatz zu schaffen und ein künstliches Riff zu bilden. Inoffiziell wahrscheinlich, damit Touristen später sagen können: „Oh schau mal – ein Wrack! Schnell ein Foto!“

    Früher Start und erste organisatorische Meisterleistung

    Der Tag begann entspannt um 6:30 Uhr morgens – also zu einer Uhrzeit, zu der selbst die meisten Hühner noch über Snooze nachdenken. Am Bus angekommen stellten wir fest: Die Gruppe war offenbar nach dem Motto geplant worden „Der Bus reicht bestimmt“. Spoiler: tat er nicht.

    Der Bus war innerhalb von Sekunden voll, während etwa 20 Leute draußen standen und den Bus so ansahen, als würde er vielleicht doch noch ein bisschen wachsen. Also warteten wir gemütliche 30 Minuten, bis spontan gecharterte Kleinbusse auftauchten. Chaos-Level: Reisebeginn erfolgreich erreicht.

    Schnorcheln zwischen Wracks und Fisch-Supermarkt

    Nach der angenehmen Fährfahrt und einigen Delfinsichtungen erreichten wir die Insel, und wurden sofort in kleinere Gruppen aufgeteilt.

    Unsere erste Aktivität: Wrack-Schnorcheln.

    Also schnell:

    • Flossen anprobieren
    • Schnorchel schnappen
    • Neoprenanzug anziehen (immer ein kleines Workout)

    Kaum fertig, wurden wir auch schon von einem Jetski etwa 200 Meter hinaus zu den Wracks gezogen. VIP-Transfer im Wasser sozusagen.

    Kaum war der Jetski weg, passierte etwas ziemlich Cooles:
    Hunderte kleine Fische umringten uns. Wirklich überall. Es fühlte sich ein bisschen an, als hätten wir uns mitten in einen schwimmenden Fischmarkt teleportiert.

    Während wir um die Wracks schnorchelten, sahen wir jede Menge: Snapper, Makrelen, Dorsche, Trompetenfische und diverse Barsche. Dugongs, Delfine oder Meeresschildkröten ließen sich leider nicht blicken. Vermutlich hatten die gerade frei oder waren auf einer exklusiveren Tour auswärts.

    Kajakfahren – oder: Wie man elegant Slalom paddelt

    Nach einer Stunde im Wasser ging es direkt weiter: Kajakfahren – und zwar in durchsichtigen Kajaks.

    Der Start vom Strand sah aus wie ein Mix aus olympischem Wettkampf, Anfängertraining und leichtem Chaos. Die Profis(wir) paddelten elegant davon, während einige Erstfahrer erstmal großzügige Slalomlinien in den Ozean zeichneten. Unter unseren Kajaks schwammen ständig kleine Fischschwärme mit. Entweder fanden sie uns spannend – oder sie hofften auf Snacks. Nach etwa einer Stunde paddeln wurden die Arme immer länger und wir hatten eine ziemlich klare Vorahnung: Morgen wird Muskelkater-Tag.

    Mittagspause mit leichtem Crunch-Effekt

    Dann endlich: Mittagspause.

    Es gab selbstgemachte Wraps – also ein langer Tisch mit Zutaten und etwa 100 Leute, die gleichzeitig darin herumrührten. Einige hatten offenbar noch Sand an den Händen, was man beim Essen später durch ein leichtes Knirschen zwischen den Zähnen bemerkte.

    Aber wie Oma immer sagte:
    „Dreck reinigt den Magen und stärkt das Immunsystem.“ – Australien-Version: Sand auch.

    Sandboarding – Snowboarden… nur ohne Schnee

    Nach dem Essen ging es zum nächsten Abenteuer: Sandboarding. In meiner Vorstellung: Snowboard-Feeling, elegante Kurven, sportliche Action.

    In der Realität: Dünne Hartfaserplatten.

    Nach einer 25-minütigen Fahrt im Geländebus standen wir vor einer riesigen Sanddüne.

    Einweisung:

    1. Auf den Bauch legen
    2. Kopf nach vorne
    3. Füße hoch
    4. Brett vorne leicht anheben
    5. Und bitte vorher wachsen

    Also quasi Snowboarden … nur kopfüber.

    Aber es machte tatsächlich richtig Spaß. Die etwa 40–50 Meter lange Düne runterzusausen war erstaunlich schnell – angeblich bis zu 60 km/h. Also wieder hochlaufen – und noch einmal.

    Nach jeder Abfahrt sah man allerdings aus wie ein menschlicher Sandkeks.
    Der feine Sand war wirklich überall.

    Drei Abfahrten später fühlten sich unsere Beine ungefähr so an wie unsere Arme nach dem Kajakfahren: deutlich benutzt.

    Der Versuch, den Sand loszuwerden

    Nach der Rückfahrt durch den Regenwald durften wir noch kurz ins Meer springen, um den Sand abzuspülen.

    Ergebnis: Etwa 30 % weniger Sand.

    Die Dusche am Abend musste den Rest erledigen.

    Am späten Nachmittag ging es wieder zurück nach Brisbane – erschöpft, leicht verkatert (muskeltechnisch) und immer noch mit Sand in überraschenden Körperregionen. Aber der improvisierte Ausflug nach Moreton Island war am Ende doch ein echtes Highlight. Denn manchmal sind genau die Tage, die nicht nach Plan laufen, die besten.

    Und außerdem: Man hat selten die Gelegenheit, gleichzeitig

    • mit Fischen zu schnorcheln
    • im Glas-Kajak Slalom zu fahren
    • Wraps mit Sand-Topping zu essen
    • und kopfüber eine Düne herunterzurasen.

    Ganz normaler Urlaubstag eben. 😄

  • Australien – K’gari Island

    Zwei Tage auf K’gari – Sand, Dingos und eine Landebahn mit Meerblick

    Die letzten zwei Tage haben wir eine Tour auf K’gari (formerly known as Fraser Island) gemacht – der größten Sandinsel der Welt. 124 km lang, 22 km breit und gefühlt 3 Millionen Sandkörner pro Quadratmeter. Benannt ist die Insel nach den Butchulla People – „K’gari“ bedeutet passenderweise „Paradies“.
    Spoiler: Stimmt. Aber mit sehr viel Sand.

    Planung ist alles (vor allem wenn alle ins Paradies wollen)

    Da der Andrang hoch ist, hatten wir die Tour schon Wochen vorher gebucht. Zur Auswahl standen 1-, 2-, 3- oder 4-Tagestouren.

    Die 1-Tagestour?
    „Sehen Sie fast alles in 8 Stunden!“ – also im Prinzip Insel-Speed-Dating.

    Wir entschieden uns für die 2-Tagestour: alle Highlights, aber ohne olympiareifes Durchhetzen.

    Statt teurer Jeep-Safari (meist nur bis 35 Jahre – wir hätten also vermutlich eh erst unseren Ausweis zeigen müssen) nahmen wir den 4×4-Tourbus.
    Selbst fahren? 250 AUD pro Tag für einen 20 Jahre alten Toyota Land Cruiser – ohne Sprit, Unterkunft und Essen.
    Romantik schön und gut, aber nicht zu dem Preis.

    Von Rainbow Beach ins Sandabenteuer

    Start war in Rainbow Beach – neben Hervey Bay einer der Fährorte zur Insel.

    Mit der Manta Ray Barge ging es rüber – 10–15 Minuten später waren wir da. Und dann begann das, was ich nur als „Strand-Autobahn“ bezeichnen kann:

    Der legendäre 75 Mile Beach.
    Man fährt keine 10 Meter vom Wasser entfernt. Rechts Pazifik. Links Sand. Kein Tempolimit. OK, es waren nur 80 km/h erlaubt … na einigen Stellen auch nur 40. Und unser erster Dingo, der genüsslich eine Koksnuss verspeisste. War wohl Vegetarier. 😀

    Highlight 1: Lake McKenzie – Badewanne Gottes

    Kristallklares Grundwasser, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser – Postkartenmotiv deluxe.
    Mit uns ungefähr 100 andere Menschen, die exakt dasselbe dachten. Das Wasser hat einen PH-Wert ähnlich des Menschen und ist sehr weich. Es fühlt sich auf der Haut an wie Seide.

    Zwei Stunden Zeit. Wir badeten, sonnten uns und versuchten, Fotos ohne fremde Touristen im Hintergrund zu machen. Erfolglos.

    Fun Fact: Baden darf man nur in den Seen im Inselinneren.
    Im Meer eher nicht – Haie sehen Menschen offenbar als schwimmende Überraschungssnacks.

    Regenwald mitten im Sand

    Weiter ging es zur Central Station – einst Zentrum der Holzindustrie, heute wieder wunderschön renaturierter Regenwald.

    Von dort Spaziergang zum Wanggoolba Creek – glasklarer Süßwasserbach mit blauen Mineralspuren im Sand.
    Ein Holzsteg führt mehrere hundert Meter entlang.
    Man fühlt sich wie in einer Natur-Doku – nur ohne dramatische Sprecherstimme.

    Lake Wabby – und wir ohne Badesachen

    Nach dem Mittagessen im K’gari Beach Resort ging es zu Lake Wabby.

    2 km durch Wald.
    300 Meter über eine riesige Sanddüne.
    Herzfrequenz: Hochleistungssport.

    Oben angekommen: Traumkulisse.
    Und wir?
    Hatten unsere Badesachen vergessen.

    Also den anderen beim Baden zugeschaut und dann entspannt zurück zum Bus.

    Tag 2 – Wracks, Wellen und beinahe Wasserlandung

    Frühstück um 6:30 Uhr.
    Wir waren die einzigen. Offenbar sind Backpacker keine Frühaufsteher.

    Das berühmte Schiffswrack

    Erster Stop: das SS Maheno Wreck.

    Ein 133 Meter langes ehemaliges Luxuspassagierschiff, das 1935 hier strandete.
    Im Zweiten Weltkrieg nutzte die Australian Air Force es als Zielscheibe – heute ist es eher ein sehr fotogenes Metallskelett.

    Es sieht aus wie etwas aus einem Piratenfilm. Nur ohne Johnny Depp.

    Spontaner Rundflug – Start auf dem Strand!

    Dann das ungeplante Highlight: Rundflug über die Insel.

    Kleiner Flieger, maximal 8 Personen.
    Start direkt auf dem Strand des 75 Mile Beach.

    Gas geben, über Sand rollen, rechts Meer, links Dünen – und plötzlich hebt man ab.
    Eine Kurve Richtung Regenwald, über einen schmetterlingsförmigen See, Sanddünen, Küste – sogar eine Meeresschildkröte gesichtet!

    Die Landung?
    Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würden wir im Pazifik parken.
    Dann: Sand unter den Rädern.
    Alle leben noch.

    Farben und Felsen

    Kurzstopp bei den Pinnacles Coloured Sands – leuchtende Sandsteinklippen in Rot-, Gelb- und Orangetönen, die von den verschiedenen Mineralien im Sand stammen.
    Die Natur hat hier eindeutig mit dem Farbregler gespielt.

    Champagne Pools – Whirlpool der Natur

    Die Champagne Pools sind natürliche Felsenbecken. Wenn Wellen darüberbrechen, sprudelt es wie in einem Champagnerglas. 0,1-1,5 Meter tief, subtropische Fische, warmes Wasser. Wir lagen im „Natur-Whirlpool“ und fühlten uns wie Very Important Beach People.

    Auf dem Rückweg Richtung Resort ging es dann noch am Indians Head vorbei. Laut Legende der europäische Name, weil als Capt. James Cook 1770 hier landete die Ureinwohner auf dem Felsen standen und das Schiff argwöhnisch bestaunten. Die haben die Engländer bestimmt für Aliens gehalten 😉 Übrigend fast die eingzige Stelle wo man nicht direkt am Strand langfahren kann. Der Indians Head rangt einige Meter ins Meer, so dass man durch den Wald drumherum fahren muss.

    Eli Creek – Treiben lassen wie Profis

    Letzter Spaßfaktor: Eli Creek.

    Über 1 km Süßwasserbach.
    Die letzten 200 Meter kann man sich auf einem Schwimmring oder Autoreifen treiben lassen.

    Wir ließen uns treiben.
    Und nochmal.
    Und nochmal.

    Wenn Erwachsene sehr glücklich aussehen, treiben sie wahrscheinlich gerade in einem Bach auf einer tropischen Sandinsel.

    Dingos – niedlich, aber bitte mit Respekt

    Auf K’gari leben rund 200 Dingos.

    Sie sehen aus wie freundliche Hunde. Sind aber keine.

    Da Hunde auf der Insel verboten sind, gilt die Population als besonders reinrassig. Leider füttern manche Touristen sie trotz Verbot – was dazu führt, dass Dingos Menschen mit Snacks verbinden. Wenn man einem Dingo begegnet, tief in die augen schauen und langsam entfernen. Nicht rennen, dass fördert den Jagdtrieb … und schon wird es ein Wettrennen 😉

    Wir hatten, als wir zu Fuss auf der Insel unterwegs waren, vorsichtshalber einen „Dingo Stick“ dabei. Gebraucht haben wir ihn zum Glück nicht.

    Die meisten Dingos sahen wir vom Bus aus – Alpha-Männchen, Weibchen, sogar 4–5 Monate alte Jungtiere (Puppies).
    Zuckersüß.
    Und trotzdem bitte mit Sicherheitsabstand.

    Fazit

    Zwei Tage, unzählige Highlights, kein Zeitdruck – und nur minimaler Sand in wirklich allen Taschen.

    K’gari ist wild, wunderschön und ein kleines bisschen verrückt.
    Man startet Flugzeuge auf dem Strand.
    Man badet in Süßwasserseen mitten im Sand.
    Und man schaut Dingos tief in die Augen – hoffentlich ohne Müsliriegel in der Hand.

    Paradies?
    Ja. Aber mit sehr viel Sand.