Autor: Micha

  • Argentinien oder Brasilien? Unser Vergleich der Iguazú-Wasserfälle

    Da wir mehrere Tage auf beiden Seiten der Grenze verbracht und die Iguazú-Wasserfälle sowohl von Argentinien als auch von Brasilien aus erkundet haben, konnten wir einen ziemlich guten Vergleich ziehen.

    Die Frage „Welche Seite ist schöner?“ hören wir seitdem öfter – und wie so oft lautet die Antwort: Es kommt darauf an. Beide Seiten sind von den größeren Städten des jeweiligen Landes bequem mit dem Flugzeug erreichbar. Wer also ohnehin durch Argentinien oder Brasilien reist, hat keine Schwierigkeiten, zu den Wasserfällen zu gelangen.

    Der Ort Puerto Iguazú auf der argentinischen Seite ist deutlich kleiner und gemütlicher als Foz do Iguaçu in Brasilien. Das bringt Vor- und Nachteile mit sich. Die Infrastruktur ist in Argentinien etwas einfacher, dafür sind viele Dinge auch etwas günstiger. Uns hat es dort an nichts gefehlt. Riesige Supermärkte sucht man zwar vergeblich, aber fast alles, was man im Urlaub wirklich braucht, ist problemlos erhältlich. Der Busverkehr funktioniert gut, ist allerdings etwas teurer als auf der brasilianischen Seite. Uber und Taxis gibt es auf beiden Seiten zu ähnlichen Preisen, wobei Uber meist die günstigere Wahl ist. Hotels und Restaurants findet man sowohl in Argentinien als auch in Brasilien für jeden Geldbeutel.

    Kommen wir nun zum eigentlichen Star der Reise: den Wasserfällen. Rund 80 Prozent der Wasserfälle liegen auf argentinischem Gebiet. Entsprechend gibt es dort deutlich mehr und längere Wanderwege direkt entlang der Wasserfälle.

    Die meisten Ausblicke genießt man von oben, teilweise aber auch von unten. Auf die Bootstouren kommen wir gleich noch. Durch die weitläufige Anlage verteilen sich die Besucher auf der argentinischen Seite deutlich besser. Trotz vieler Gäste wirkt alles entspannter und weniger überlaufen. Lediglich an den Kassen muss man mit ähnlichen Wartezeiten rechnen wie in Brasilien.

    Die brasilianische Seite punktet dagegen mit etwas ganz Besonderem: dem Panorama. Da die Wege am Hang durch den Wald verlaufen, hat man immer wieder einen spektakulären Blick auf nahezu die gesamte Wasserfalllandschaft. Genau diese Aussicht hat uns besonders begeistert. Allerdings gibt es entlang des Wassers im Wesentlichen nur einen Hauptweg – und der war bei unserem Besuch ziemlich voll. Vermutlich lag das auch daran, dass sowohl in Brasilien als auch in Argentinien gerade Ferien waren.

    Die übrigen Wege führen eher durch den Nationalpark und den Dschungel. Hier braucht man neben dem Eintrittsticket auch eine Portion Geduld. Wer von menschenleeren Instagram-Fotos träumt, sollte entweder sehr früh aufstehen oder ein kleines Wunder erwarten. Ohne nachträgliche Bildbearbeitung bekommt man schnell 20 bis 30 fremde Personen mit aufs Foto. In Argentinien war das etwas einfacher. Dafür kommt man auf der brasilianischen Seite den gewaltigen Wassermassen am berühmten Teufelsschlund deutlich näher. Wer denkt, ein paar Tropfen abzubekommen, wird schnell eines Besseren belehrt. Je nach Windrichtung bleibt garantiert kein T-Shirt trocken – eine kostenlose Dusche inklusive.

    Ein deutlicher Unterschied zeigt sich auch beim Eintrittspreis. Während in Argentinien 60.000 argentinische Peso – umgerechnet etwa 35 Euro – fällig werden, kostet der Eintritt auf der brasilianischen Seite lediglich 131 brasilianische Real, also rund 23 Euro. Brasilien gewinnt diese Disziplin also klar nach Punkten – zumindest aus Sicht des Geldbeutels.

    Immerhin gibt es auf beiden Seiten den Transport innerhalb des Nationalparks bereits inklusive. In Brasilien bringen Busse die Besucher bequem zu den verschiedenen Stationen, während man in Argentinien stilecht mit dem kleinen Parkzug unterwegs ist. So beginnt die Entdeckungstour schon vor dem ersten Wasserfall – ganz ohne zusätzliche Ticketkäufe oder lange Fußmärsche.

    Bootstouren werden auf beiden Seiten angeboten und unterscheiden sich hinsichtlich Route und Erlebnis kaum. In Argentinien haben wir 90.000 argentinische Peso pro Person bezahlt, was etwa 53 Euro entsprach. Auf der brasilianischen Seite kostet die Tour ungefähr 380 brasilianische Real, also rund 65 Euro. Das Abenteuer selbst ist auf beiden Seiten praktisch identisch: viel Adrenalin, beeindruckende Natur und am Ende mindestens genauso nass wie glücklich.

    Unser Fazit:

    Obwohl uns persönlich die brasilianische Seite wegen des grandiosen Panoramablicks und der unmittelbaren Nähe zum Teufelsschlund noch ein kleines bisschen besser gefallen hat, würden wir jedem empfehlen, beide Seiten zu besuchen.

    Jede bietet ihre ganz eigenen Eindrücke und Perspektiven. Am besten plant man mehrere Übernachtungen auf einer Seite ein und besucht die andere im Rahmen eines Tagesausflugs – auf eigene Faust oder mit einer gebuchten Tour. So erlebt man die Iguazú-Wasserfälle in ihrer ganzen Größe und versteht erst richtig, warum sie zu den beeindruckendsten Naturwundern der Welt gehören. Und ganz nebenbei kann man anschließend bei jeder Diskussion überzeugend mitreden, welche Seite denn nun wirklich die schönere ist.

    Der Grenzübertritt von Brasilien nach Argentinien dauert zwar meist etwas länger als in die andere Richtung. Wer jedoch die andere Seiten der Wasserfälle im Rahmen einer Tagestour besuchen möchte, muss den Grenzübergang ohnehin zweimal passieren. Ob man also ein paar Minuten länger vor dem Schlagbaum verbringt, fällt am Ende kaum ins Gewicht – die Wasserfälle laufen schließlich auch nicht weg.

  • Brasilien – Foz do Iguazú 🇧🇷

    23.07.2026 – Einmal über die Grenze, bitte!

    Heute ging es weiter nach Brasilien. Da der Iguazú-Fluss gleichzeitig die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bildet, war der Weg erfreulich unkompliziert. Man kann entweder mit dem Linienbus fahren und gegebenenfalls an der Grenze für die Passkontrolle kurz aussteigen oder – wie wir – einfach ein Taxi nehmen. Preislich machte das kaum einen Unterschied. Für etwa 8 bis 10 US-Dollar pro Person wäre auch der Bus möglich gewesen, aber die Tür-zu-Tür-Variante klang einfach deutlich entspannter.

    Entgegen sämtlichen Horrorgeschichten aus dem Internet mussten wir an der Grenze gerade einmal rund 15 Minuten warten. Dort war häufig von stundenlangen Wartezeiten die Rede. Später verstanden wir auch, warum.

    Für uns lief alles erstaunlich reibungslos. Unser Taxifahrer reichte dem Grenzbeamten einfach unsere Pässe durchs Fenster und eine Minute später durften weiterfahren.

    Auf brasilianischer Seite wartete dann… nichts. Keine Kontrolle, kein Stopp – praktisch eine unkontrollierte Einreise. 😉

    Ganz anders sah es allerdings in der Gegenrichtung aus. Vor der Einreise nach Argentinien staute sich der Verkehr über mehrere Kilometer. Offenbar nehmen es die Argentinier mit den Kontrollen deutlich genauer, was dann wohl auch die oft beschriebenen langen Wartezeiten erklärt.

    Unser Reisetipp lautet deshalb eindeutig: Erst Argentinien, dann Brasilien.

    Nach der Ankunft in Foz do Iguaçu bezogen wir zunächst unser Hotel und machten anschließend einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Im Vergleich zu Puerto Iguazú wirkt Foz deutlich größer, moderner und städtischer. Überall findet man Supermärkte, Waschsalons, Einkaufszentren und alles, was das Reiseleben etwas komfortabler macht.

    24.07.2026 – Gigantische Technik statt gigantischer Wasserfälle

    Da für heute eher durchwachsenes Wetter angekündigt war, verschoben wir den Wasserfallbesuch und machten uns stattdessen auf den Weg zum Itaipú Binacional, dem größten Staudammprojekt Südamerikas.

    Das Wasserkraftwerk entstand als Gemeinschaftsprojekt zwischen Paraguay und Brasilien. Seit 1984 gingen nach und nach jährlich zwei bis drei der insgesamt 20 Turbinen ans Netz. Mit einer Gesamtleistung von rund 14 Gigawatt war Itaipú bis zur Inbetriebnahme des chinesischen Drei-Schluchten-Staudamms im Jahr 2006 das größte Wasserkraftwerk der Welt. Heute versorgt das Kraftwerk am Río Paraná große Teile Paraguays und Brasiliens mit Strom.

    Die Dimensionen sind beeindruckend: Der Staudamm ist 196 Meter hoch und ganze 7.760 Meter lang. Das Gelände ist so weitläufig, dass Besucher ausschließlich im Rahmen einer Bustour zu den verschiedenen Aussichtspunkten gelangen können. Da sich alles auf Privatgelände befindet, ist dies auch die einzige Möglichkeit, den Staudamm zu besichtigen.

    Schon die Busfahrt hatte ihren ganz eigenen Safari-Charakter. Entlang der Straße grasten und schlenderten schätzungsweise 30 bis 50 Capybaras völlig entspannt vor sich hin. Den größten Nagetieren der Welt scheint es hier ausgesprochen gut zu gehen. In der Nähe des Wassers und auf einem weitläufigen Privatgelände werden sie größtenteils in Ruhe gelassen. Dementsprechend gelassen wirkten sie auch – als gehörte ihnen die Straße und wir wären nur zu Besuch.

    Unser erster Halt bot einen fantastischen Blick auf das gesamte Bauwerk. Von dort aus konnte man sowohl das riesige Überlaufbecken, das überschüssiges Wasser ableitet, als auch die gewaltigen Röhren erkennen, durch die das Wasser zu den 20 Turbinen strömt.

    Ein weiteres kleines Highlight wartete am unteren Teil des Staudamms. Plötzlich hieß es: „Hurra, wir sind in Paraguay!“ Ganz ohne Passkontrolle, Grenzbeamte oder Stempel im Reisepass fuhren wir für einen kurzen Moment über paraguayisches Gebiet. Kaum hatten wir den spontanen „Länderwechsel“ realisiert, ging es auch schon wieder zurück nach Brasilien. So schnell kann man also international unterwegs sein – ein Auslandsaufenthalt von ungefähr einer Minute!

    Nach einem weiteren Aussichtspunkt führte die Tour schließlich direkt über den Staudamm. Von dort bot sich ein beeindruckender Blick auf den scheinbar endlosen Stausee auf der einen Seite und die enorme Höhe des Bauwerks auf der anderen. Erst dort wurde einem wirklich bewusst, welche gewaltigen Ausmaße dieses Bauwerk besitzt.

    25.07.2026 – Wasserfälle, Menschenmassen und ziemlich freche Nasenbären

    Heute stand endlich die brasilianische Seite der Iguazú-Wasserfälle auf dem Programm. Dorthin gelangt man mit dem öffentlichen Bus, per Taxi oder Uber oder im Rahmen einer organisierten Tour. Wir entschieden uns erneut für den Linienbus und starteten möglichst früh. Schließlich führt die Strecke(120) am Flughafen vorbei und zusätzlich waren in Brasilien Ferien – keine besonders gute Kombination, wenn halb Brasilien ebenfalls zu den Wasserfällen möchte.

    Busfahren funktioniert hier erfreulich unkompliziert. Einsteigen, Handy an das Lesegerät halten, bezahlen, durch das Drehkreuz laufen – fertig.

    Zumindest theoretisch.

    Praktisch endete unsere entspannte Busfahrt bereits nach wenigen Kilometern im Stau. Neben dem ohnehin dichten Ferienverkehr sorgte eine Baustelle, bei der vier Fahrspuren auf eine einzige reduziert wurden, für nahezu vollständigen Stillstand. Ein Szenario, das jedem Autofahrer irgendwie bekannt vorkommt. Wir bewegten uns in einem Tempo vorwärts, bei dem selbst gemütliches Spazierengehen als Hochgeschwindigkeitsverkehr durchgegangen wäre.

    Irgendwann erklärte der Busfahrer schließlich, dass es vermutlich schneller sei, die restlichen Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Sekunden später war der Bus zu etwa 90 Prozent leer. Also stiegen wir mitten auf der Fahrbahn aus und marschierten die letzten 2,5 Kilometer entlang der Baustelle bis zum Eingang des Nationalparks.

    Die Eintrittskarten kauften wir anschließend an einem Selbstbedienungsterminal. Danach mussten wir rund 20 Minuten auf den Shuttlebus warten, der Besucher bis zum eigentlichen Beginn des Rundwegs bringt.

    Kaum dort angekommen, wartete schon der nächste Stau. Auf dem nur etwa 1,5 Meter breiten Weg drängten sich Menschenmassen – darunter zahlreiche Familien mit Kinderwagen – Richtung Wasserfälle. Immer wieder sorgten kleine Aussichtsplattformen dafür, dass der Verkehr kurzzeitig komplett zum Erliegen kam.

    Von oben konnte man dabei hervorragend beobachten, wie die Boote mit den Touristen direkt in die Wasserfälle fuhren. Sofort kamen Erinnerungen an unsere eigene unfreiwillige Dusche auf der argentinischen Seite auf.

    Am Ende des Weges gelangt man direkt neben den Teufelsschlund. Über einen Steg kann man sogar unmittelbar unter den Wasserfall laufen. Da dort allerdings reichlich Wasser von oben und als feiner Sprühnebel von unten kommt, packten wir vorsorglich wieder Regenjacken, Regencover und wasserdichte Verpackungen aus.

    Diesmal waren wir deutlich besser vorbereitet. Zumindest anfangs.

    Während Xin vernünftigerweise möglichst trocken bleiben wollte, zog es mich irgendwann doch wieder näher an den Wasserfall.

    Kinder spielten fröhlich mitten im Wasserstrahl, Erwachsene standen laut jubelnd komplett durchnässt unter den Wassermassen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Also hinein ins Vergnügen!

    Das Ergebnis war vorhersehbar: jede Menge Spaß, eine nasse Hose und erneut zwei kleine Aquarien in den Wanderschuhen.

    Vor der Rückfahrt gönnten wir uns noch einen kleinen Snack. Allerdings waren wir dort keineswegs allein. Rund 30 bis 40 südamerikanische Nasenbären (Coatis, wie sie auf portugiesisch heißen) streiften durch den Gastronomiebereich. Sie erinnern ein wenig an Waschbären, sind allerdings deutlich dreister. Obwohl das Füttern ausdrücklich verboten ist, hielten sich manche Besucher nicht daran. Entsprechend wenig Scheu hatten die Tiere entwickelt.

    Einige kletterten kurzerhand auf die Tische und versuchten, sich direkt vom Teller zu bedienen. Auch wir mussten unsere Mahlzeit mehrmals energisch verteidigen, bevor die Nasenbären einsahen, dass unser Essen heute nicht auf ihrem Speiseplan stand.

    26.07.2026 – Ein Mini-Bulli zum Abschied

    Heute ließen wir es etwas ruhiger angehen und erkundeten noch einmal die Stadt.

    Dabei besuchten wir ein großes Einkaufszentrum und entdeckten ein echtes Kuriosum: einen alten VW-Bus, der auf gerade einmal drei Meter Gesamtlänge verkürzt worden war. Mit einem Radstand von nur etwa 1,5 Metern wirkte er wie ein geschrumpfter Bulli und bot statt der üblichen sieben oder acht Sitzplätze gerade einmal fünf. Irgendwie niedlich – und vermutlich deutlich einfacher einzuparken.

    Den Rest des Tages verbrachten wir damit, unsere mittlerweile mehrfach gefluteten Schuhe endlich trocken zu bekommen. Nach den zahlreichen Wasserfallduschen hatten sie sich diese Erholung mehr als verdient.

    Morgen heißt es dann Abschied nehmen von den Iguazú-Wasserfällen. Das nächste Ziel wartet bereits: Rio de Janeiro.

  • Argentinien – Puerto Iguazú

    18.07.2026 – Anreise nach Puerto Iguazú oder: Wie wir eine Flugzeugwäsche von innen erlebten

    Heute ging es nach Puerto Iguazú, der argentinischen Stadt an den berühmten Iguazú-Wasserfällen. Nachdem wir den Menschenauflauf am Flughafen in Buenos Aires erfolgreich überlebt hatten und endlich im Flugzeug saßen, konnte die Reise beginnen.

    Der Flug selbst war bereits recht holprig. Turbulenzen gehörten diesmal praktisch zum Bordprogramm. Doch was uns bei der Landung erwartete, war noch einmal eine ganz andere Liga. Bereits im Landeanflug wurde das Flugzeug ordentlich durchgeschüttelt – hoch, runter, links, rechts. Man hatte den Eindruck, die Piloten arbeiteten heute definitiv für ihr Gehalt.

    Kurz vor dem Aufsetzen, in etwa 15 bis 20 Metern Höhe, entschieden sich die Piloten wegen starker Seitenwinde und der deutlichen Schräglage der Maschine für ein Durchstartmanöver. Xin hatte vorsorglich die Augen geschlossen und offenbar ein Stoßgebet gesprochen. Sie bekam davon gar nichts mit und wunderte sich vermutlich nur, warum die Landung plötzlich so lange dauerte.

    Also drehten wir eine Ehrenrunde und starteten den zweiten Versuch. Auch diesmal wurde das Flugzeug wieder kräftig durchgeschüttelt. Da offenbar nicht genügend Spucktüten vorhanden waren, entschieden sich einige Passagiere für kreative Alternativen und erleichterten sich unter den Sitzen oder direkt auf dem Gang. Entsprechend sah das Flugzeug anschließend auch aus. Dank der gut funktionierenden Klimaanlage hielt sich der Geruch allerdings erstaunlich in Grenzen – ein Punkt für die Technik.

    Beim zweiten Landeversuch wollten die Piloten dann offenbar keine Diskussionen mehr führen und setzten die Maschine mit einem ordentlichen Knall auf die Landebahn. Für einen kurzen Moment hatte man das Gefühl, gleich würden sich Tragflächen und Rumpf verabschieden. Aber nein – alles blieb dran und wir lebten noch. Ich vermute allerdings, das Flugzeug durfte anschließend direkt zur Generalinspektion. 😉

    Das Aussteigen erinnerte anschließend eher an einen Hindernisparcours, bei dem man möglichst elegant den Hinterlassenschaften einiger Mitreisender ausweichen musste. Nach inzwischen rund 180 bis 200 Flügen kann ich jedenfalls sagen: So eine Landung habe ich noch nie erlebt.

    Immerhin haben wir unseren Mageninhalt erfolgreich bei uns behalten und sind später wohlbehalten im Hotel angekommen.

    19.07.2026 – Drei Länder, ein Fluss und ein trauriges Trikot

    Heute standen noch nicht die Wasserfälle auf dem Programm, sondern zunächst Puerto Iguazú selbst und das berühmte Drei-Länder-Eck.

    Hier mündet der Río Iguazú in den Río Paraná. Genau an dieser Stelle treffen die Grenzen von Argentinien, Brasilien und Paraguay aufeinander. Jedes Land besitzt seinen eigenen Aussichtspunkt. Auf der argentinischen Seite erwartet einen ein schöner Platz mit großem Schriftzug, einigen Souvenirgeschäften und einem tollen Blick auf die beiden Brücken, welche Brasilien mit Paraguay sowie Argentinien mit Brasilien verbinden.

    Am Nachmittag folgte dann das eigentliche Großereignis des Tages: das WM-Finale Spanien gegen Argentinien. In Puerto Iguazú herrschte Ausnahmezustand. Unser Plan war, das Spiel in einer Straße voller Restaurants und Bars beim Public Viewing zu verfolgen. Dummerweise waren bereits 30 Minuten vor Anpfiff sämtliche Plätze vergeben. Wirklich alle. Wer keinen Tisch mehr ergatterte, setzte oder stellte sich einfach mitten auf die Straße und schaute auf die riesigen Bildschirme.

    Als die argentinische Nationalmannschaft vorgestellt wurde, ging ein gewaltiger Jubel durch die Menge. Da wir aber keine Chance mehr auf einen Platz hatten, zogen wir uns ins Hotel zurück und schauten das Spiel dort. Extra für diesen Anlass hatte ich mir noch ein günstiges Fake-Argentinien-Trikot gekauft. Im Nachhinein stellte sich diese Investition als eher… suboptimal heraus. Die argentinische Mannschaft spielte nämlich leider alles andere als überzeugend. Am Ende wurde Spanien Weltmeister.

    Der Stimmung in Puerto Iguazú schadete das allerdings erstaunlich wenig. Noch lange nach dem Spiel zogen die Menschen durch die Straßen und feierten mit etwas Feuerwerk zumindest den Vizeweltmeistertitel. Man muss schließlich die Feste feiern, wie sie fallen.

    20.07.2026 – Wasserfälle, Regenponchos und zwei Aquarien in Schuhgröße 38

    Heute ging es endlich zum eigentlichen Ziel unserer Reise – den berühmten Iguazú-Wasserfällen. Der Eingang zum argentinischen Nationalpark liegt etwa 18 Kilometer außerhalb der Stadt. Man kann bequem mit dem Bus oder per Uber dorthin fahren. Da der Preis praktisch identisch war und wir den deutlich höheren Komfort schätzten, entschieden wir uns für Uber.

    Die Iguazú-Wasserfälle sind zwar weder die höchsten noch die wasserreichsten Wasserfälle der Welt, dafür bilden sie das größte zusammenhängende Wasserfallsystem der Erde. Auf rund 2.700 Metern Breite verteilen sich etwa 20 große und rund 255 kleinere Wasserfälle. Wobei „klein“ hier relativ ist – auch diese sind immerhin noch 20 bis 30 Meter hoch. Rund 80 Prozent der Wasserfälle liegen auf argentinischem Gebiet, die übrigen 20 Prozent in Brasilien.

    Am Eingang stellte sich zunächst die wichtigste Frage: Wo fängt man überhaupt an?

    Zur Auswahl stehen der Inferior Circuit unterhalb der Wasserfälle, der Superior Circuit oberhalb der Fälle und der Devil’s-Throat-Trip zum größten Wasserfall. Unsere Entscheidung fiel zunächst auf den Devil’s Throat.

    Mit einer kleinen Parkbahn fährt man bis fast ans Ende des Parks und läuft anschließend noch etwa einen Kilometer über Stege direkt über dem Fluss.

    Nachdem wir unsere kostenlosen Zugtickets abgeholt hatten, wollten wir die Wartezeit sinnvoll nutzen und erkundigten uns nach den Bootstouren. Die nächste Tour startete bereits in 15 Minuten und hatte noch freie Plätze. Also musste der Zug eben warten.

    Nach kurzer Zeit brachte uns ein Lkw mit Sitzbänken etwa zehn Minuten lang durch den Dschungel zum Bootsanleger. Dort zogen wir Regenponchos an, verstauten unseren Rucksack in einer wasserdichten Tasche und nahmen im Boot in der zweiten Reihe Platz. Warum der ganze Aufwand? Ganz einfach: Das Boot fährt nicht nur an den Wasserfällen vorbei – es fährt mitten hinein.

    Einige Mitfahrer waren deutlich erfahrener als wir und erschienen direkt in Badeschlappen und Schwimmshorts. Rückblickend betrachtet waren sie eindeutig die Klügeren.

    Zunächst ging es gemütlich über den Fluss und durch einige Stromschnellen zum Teufelsschlund (Garganta del Diablo), dem mit 82 Metern höchsten Wasserfall der Anlage. Dort durfte zunächst fotografiert werden.

    Anschließend begann jedoch der feuchte Teil des Programms.

    Der erste Wasserfall sorgte für eine angenehme Erfrischung. Der Regenponcho hielt tapfer dagegen. Nach zwei weiteren „Duschen“ waren Hose und T-Shirt allerdings bereits ordentlich nass. Immerhin hielten die Gore-Tex-Wanderschuhe bis dahin noch tapfer durch. Dann steuerten wir direkt den Teufelsschlund an.

    Ab diesem Moment kam das Wasser gefühlt aus allen Himmelsrichtungen gleichzeitig. Irgendwann war es uns schlicht egal. Trotzdem versuchten wir noch, mit der Kamera einige Bilder mitten unter dem Wasserfall aufzunehmen – erstaunlicherweise funktionierte das sogar ganz gut.

    Zusätzlich war noch ein Fotograf an Bord, der Fotos und Videos von der Tour machte. Falls unsere Kamera endgültig abgesoffen wäre, hätten wir wenigstens einen Plan B gehabt.

    Auf dem Rückweg wartete das große Finale. Bei einer Stromschnelle tauchte das Boot regelrecht ein. Im nächsten Augenblick schwappte eine gewaltige Wasserwand über den Bug direkt ins Boot. Selbst der Bootsführer schaute für einen kurzen Moment überrascht. Für die Passagiere in den ersten Reihen – inklusive uns – bedeutete das die vollständige Kapitulation sämtlicher Kleidung. Xin trug anschließend zwei kleine Aquarien in ihren Schuhen spazieren und unsere Kleidung war von oben bis unten komplett durchnässt.

    Unser Rat lautet daher eindeutig: Wechselsachen und Badeschlappen mitnehmen!

    Zum Glück schienen Sonne und Temperaturen auf unserer Seite zu sein. Nach etwa einer halben Stunde war die Kleidung wieder halbwegs trocken. Die Schuhe hingegen beschlossen, noch ein paar Stunden länger Urlaub im Wasser zu machen.

    Nachdem wir uns etwas aufgewärmt und neue Zugtickets organisiert hatten, ging es endlich zum eigentlichen Aussichtspunkt am Teufelsschlund – diesmal trocken und von oben.

    Der etwa einen Kilometer lange Steg war allerdings gut gefüllt. Teilweise ging gar nichts mehr vorwärts, weil manche Besucher für das perfekte Foto den gesamten Weg blockierten. Da der Steg stellenweise nur einspurig ist und zusätzlich Gegenverkehr herrscht, dauerte es entsprechend lange.

    Irgendwann standen wir schließlich ganz vorne und hatten einen fantastischen Blick auf die gewaltigen Wassermassen.

    Nach einigen Fotos machten wir uns wieder auf den Rückweg. Unterwegs entdeckten wir mehrere Schildkröten auf Felsen mitten im Wasser. Ob sie dort gemütlich Sonne tankten oder sich verzweifelt festklammerten, um nicht den Wasserfall hinuntergespült zu werden, ließ sich leider nicht eindeutig klären.

    Da wir noch genügend Zeit und Energie hatten, liefen wir anschließend auch noch den Superior Circuit oberhalb der Wasserfälle.

    Hier steht man teilweise direkt auf Brücken über den Wasserfällen und blickt senkrecht in die Tiefe. Gleichzeitig war deutlich weniger los als am Teufelsschlund. Dadurch konnten wir die Natur wesentlich entspannter genießen.

    Als besonderes Highlight zeigte sich sogar ein Riesentukan, der sich in aller Ruhe beobachten ließ.

    Und natürlich sorgte der feine Sprühnebel überall für wunderschöne Regenbögen – als hätte der Nationalpark zum Abschluss noch ein paar Spezialeffekte eingeschaltet.

    21.07.2026 – Alte Bäume und neue Reisepläne

    Heute besuchten wir den kleinen Park La Aripuca. Der Name stammt von einer traditionellen Aripuca-Falle, mit der die indigenen Völker des Paraná-Regenwaldes früher kleine Tiere fingen. Das beeindruckende Hauptgebäude des Parks wurde aus riesigen, wiederverwendeten Baumstämmen genau in Form dieser Falle errichtet.

    Bereits am Eingang stehen teilweise über tausend Jahre alte Bäume. Im gesamten Park wurden Hölzer alter Bäume verwendet, die wegen ihrer durch Termiten verursachten Instabilität gefällt werden mussten. So erhielten sie hier ein zweites Leben.

    Neben den riesigen Holzbauwerken gibt es außerdem Gastronomie, Kunsthandwerk und zahlreiche regionale Produkte.

    Den nächsten Tag ließen wir es etwas ruhiger angehen. Zwischen weiterer Reiseplanung und dem Schreiben unserer Reiseberichte konnten Mensch, Kamera und vor allem unsere inzwischen wieder trockenen Schuhe endlich einmal durchschnaufen. Denn schon am 23.07. stand das nächste Kapitel unserer Südamerika-Reise an: Es ging weiter nach Brasilien – natürlich mit Vorfreude auf die brasilianische Perspektive der beeindruckenden Iguazú-Wasserfälle.

  • Argentinien – Buenos Aires: Tango, Fußballfieber und die wohl schönste Buchhandlung der Welt 🇦🇷

    14.07.2026 – Zwischen Tango-Brücke, Nationalhelden und den teuersten Geldautomaten der Welt

    Kaum in Buenos Aires angekommen, zog es uns natürlich direkt hinaus, um die Stadt zu erkunden. Unser erster Stopp war das moderne und trendige Hafenviertel Puerto Madero – eines der sichersten Viertel der Stadt.

    Wo früher Waren gelagert wurden, befinden sich heute in aufwendig restaurierten Lagerhäusern aus rotem Backstein einige der besten Steakhäuser und exklusivsten Restaurants von Buenos Aires. Ein ziemlich gelungener Karrierewechsel für alte Lagerhallen.

    Natürlich spazierten wir auch über die elegante Puente de la Mujer („Brücke der Frau“). Die 170 Meter lange Fußgängerbrücke fällt sofort durch ihr außergewöhnliches Design auf. Der weiße, schräg geneigte Mast stellt den Mann dar, die geschwungene Brücke die Frau – zusammen symbolisieren sie ein Tango tanzendes Paar. Besonders faszinierend fanden wir jedoch, dass sich die gesamte Brücke um 90 Grad drehen kann, damit Schiffe passieren können. Praktisch – und definitiv eleganter als jede Schranke.

    Entlang der alten Hafensilos, einem Überbleibsel aus der Zeit, als Argentinien als „Kornkammer der Welt“ bekannt war, wird deutlich, wie gelungen historische Industriearchitektur mit modernen Gebäuden kombiniert wurde.

    Weiter ging es zur berühmten Plaza de Mayo, dem historischen Herzen der Stadt. Hier steht auch die beeindruckende Catedral Metropolitana de Buenos Aires, die katholische Hauptkirche der Stadt. Der Eintritt ist kostenlos. Ungewöhnlich ist vor allem ihre Fassade, die eher an einen griechischen Tempel als an eine Kirche erinnert. Zwölf gewaltige Säulen symbolisieren die Apostel. Im Inneren befindet sich außerdem das Mausoleum von General José de San Martín, dem größten Nationalhelden Argentiniens und einem der wichtigsten Befreier Südamerikas. Er führte den Unabhängigkeitskampf gegen die spanische Kolonialherrschaft an und sicherte die Unabhängigkeit Argentiniens, Chiles und Perus.

    Rund um die Plaza de Mayo schlägt das historische Herz von Buenos Aires. Nur wenige Schritte weiter spürt man überall den besonderen Charme dieser riesigen Metropole.

    Natürlich durfte auch das prachtvolle Teatro Colón nicht fehlen. Schon von außen ist eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt unglaublich imposant. Besichtigen kann man es allerdings nur im Rahmen einer kostenpflichtigen Führung oder bei einer Vorstellung. Das 1908 eröffnete Gebäude ist berühmt für seine neoklassizistische Architektur und seine außergewöhnliche Akustik. Mit mehr als 2.500 Sitzplätzen finden hier regelmäßig Opern, Ballette und klassische Konzerte auf absolutem Weltklasseniveau statt.

    Anschließend liefen wir weiter zum berühmten Obelisken, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen von Buenos Aires. Egal aus welcher Richtung man unterwegs ist – irgendwann steht man automatisch davor. Der 67 Meter hohe Obelisk erhebt sich auf der Plaza de la República, mitten auf der Avenida 9 de Julio, der breitesten Straße der Welt. An genau dieser Stelle stand früher die Kirche San Nicolás de Bari. Dort wurde 1812 erstmals offiziell die argentinische Flagge in Buenos Aires gehisst.

    Weniger beeindruckend als die Sehenswürdigkeiten waren allerdings die Geldautomaten. Die verlangten Gebühren waren so hoch(etwa 20%), dass man fast erwartet hätte, der Automat bringt das Geld anschließend persönlich ins Hotel und serviert noch einen Kaffee dazu. Also entschieden wir uns fürs Geldwechseln. Dafür brauchten wir tatsächlich nicht nur unseren Reisepass, sondern sogar die Boardingkarte unseres Fluges. So kompliziert haben wir noch nie Bargeld getauscht. Aber am Ende hielten wir tatsächlich argentinische Pesos in den Händen.

    15.07.2026 – Fußballwahnsinn und Tango zum Mitmachen

    Heute stand Buenos Aires komplett Kopf. Um 16 Uhr spielte Argentinien im Halbfinale der Fußballmeisterschaft gegen England – und gewann!

    Innerhalb weniger Minuten verwandelte sich die gesamte Stadt in eine einzige riesige Party. Überall hupende Autos, jubelnde Menschen, wehende Fahnen, lautstarke Gesänge und Feuerwerk, das vermutlich eher spontan als offiziell genehmigt war. Die Straßen gehörten plötzlich ausschließlich den Fans. So etwas erlebt man wohl nur in einem Land, in dem Fußball nicht einfach ein Sport, sondern fast schon eine Religion ist.

    Der Abend hatte aber noch ein weiteres Highlight für uns parat: eine Tangoshow inklusive Abendessen.

    Eigentlich sollte uns ein Shuttle abholen. Daraus wurde allerdings nichts, denn sämtliche Straßen waren voller feiernder Fans und Autos kamen schlicht nicht mehr durch. Also liefen wir die 1,6 Kilometer zu Fuß. Bei dieser Stimmung war das allerdings eher ein Vergnügen als ein Problem.

    Die Veranstaltung fand in einem wunderschönen 110 Jahre altem Theater mit Balkonen statt.

    Nach dem ersten Gang stand zunächst ein Tango-Crashkurs für Anfänger auf dem Programm. Sagen wir es einmal diplomatisch: Unsere Tanzkarriere begann vielversprechend… und endete ungefähr nach dem zweiten Schritt. Trotzdem gab es anschließend noch ein Erinnerungsfoto mit unseren beiden Tanzlehrern – als Beweis dafür, dass wir zumindest kurzzeitig Tangotänzer waren.

    Nach den nächsten beiden Gängen und den ersten Gläsern Rotwein begann schließlich die einstündige Show. Musiker, Sänger und Tänzer lieferten eine beeindruckende Vorstellung ab. Mit welcher Eleganz und gleichzeitig unglaublichen Geschwindigkeit sich die Tänzer über die Bühne bewegten, war faszinierend. Beim Zuschauen sah alles spielend leicht aus. Beim eigenen Versuch würde vermutlich spätestens nach drei Sekunden jemand den Boden küssen.

    16.07.2026 – Busfahrer mit Formel-1-Ambitionen und die schönste Buchhandlung der Welt

    Heute wollten wir verschiedene Stadtteile mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden und entschieden uns für den Bus. Unser erster Kontakt mit dem Busfahrer verlief allerdings… sagen wir ausbaufähig. Während wir kurz vor dem Einsteigen waren und das Handy zum Bezahlen schon in der Hand hatten, schloss er kurzerhand die Türen vor unserer Nase und fuhr einfach los. Wenn man noch zehn Meter entfernt steht – geschenkt. Aber direkt vor der Tür? Herzlichen Glückwunsch, dieser Mann hätte vermutlich sogar einen Boxenstopp in der Formel 1 gewonnen. Also hieß es: freundlich bleiben und auf den nächsten Bus warten.

    Erster Halt war die Plaza Alemania im eleganten Stadtteil Palermo Chico. Der „Deutschlandplatz“ ist eine wunderschöne Parkanlage und besitzt große historische Bedeutung für die deutsch-argentinische Gemeinschaft. Mittelpunkt des Platzes ist der monumentale Brunnen Fuente Riqueza Agropecuaria Argentina. Das rund 25 Meter breite Denkmal aus Carrara-Marmor und Bronze zeigt Skulpturen, die Landwirtschaft, Viehzucht sowie den kulturellen Einfluss Deutschlands in Argentinien symbolisieren. Entworfen wurde es 1910 vom deutschen Bildhauer Gustav Adolf Bredow und von der deutschen Gemeinschaft Buenos Aires zur Hundertjahrfeier der Mai-Revolution in Argentinien geschenkt.

    Anschließend besuchten wir die Floralis Genérica im Stadtteil Recoleta. Die riesige Edelstahlblume ist 23 Meter hoch, wiegt 18 Tonnen und ist schon von weitem kaum zu übersehen. Ihre sechs gewaltigen Blütenblätter öffnen sich morgens automatisch mithilfe eines hydraulischen Systems und schließen sich abends wieder. Der gesamte Vorgang dauert jeweils etwa 20 Minuten. Bei starkem Wind schließt sich die Blume sogar vorsorglich selbst – quasi Selbstschutz auf botanisch.

    Das eigentliche Highlight des Tages war jedoch El Ateneo Grand Splendid. Eine Buchhandlung in einem ehemaligen Theater klingt bereits außergewöhnlich – in Wirklichkeit ist sie aber noch beeindruckender. Zwischen prachtvollen Balkonen und einer kunstvoll bemalten Decke stehen heute Bücherregale, während sich auf der ehemaligen Bühne ein Café befindet. Nicht ohne Grund gilt El Ateneo als schönste Buchhandlung der Welt und gleichzeitig als größtes Buchgeschäft Südamerikas. Selbst Menschen, die normalerweise keinen einzigen Buchladen betreten würden, bleiben hier erst einmal mit offenem Mund stehen.

    Zum Abschluss schauten wir noch an der Plaza del Congreso vorbei und wollten den Tag anschließend eigentlich ganz entspannt ausklingen lassen. Aber dort wurde es plötzlich laut. Trommeln, Tröten und Sprechchöre hallten über den Platz. Ein Demonstrationszug bewegte sich, begleitet und abgesichert von zahlreichen Polizisten, durch die Straßen. Zunächst wussten wir gar nicht, worum es bei dem Protest ging. Eine kurze Nachfrage brachte jedoch schnell Klarheit. Seit einiger Zeit finden am Plaza del Congreso regelmäßig Demonstrationen gegen die Spar- und Rentenpolitik der Regierung von Präsident Javier Milei statt. Im Mittelpunkt stehen dabei die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Senioren und ihre Forderung nach besseren Renten sowie mehr finanzieller Unterstützung.

    Für uns war das ein eindrucksvoller Moment, der zeigte, dass Buenos Aires nicht nur aus prachtvollen Gebäuden, Tango und gutem Essen besteht. Hinter der lebendigen Fassade der Millionenmetropole spielen sich auch politische und gesellschaftliche Konflikte ab. Und so wurden wir ganz unerwartet zu Zeugen eines Stücks aktueller argentinischer Geschichte – inklusive lautstarker Trommler, die garantiert keinen Verstärker brauchten.

    Zum Abschluss des Tages kehrten wir in einem spanischen Restaurant ein – schließlich musste nach so vielen Eindrücken auch der Magen noch ein kulturelles Highlight erleben. Auf den Tisch kam Paella, eines der berühmtesten Gerichte Spaniens. Die traditionelle Spezialität stammt aus der Region Valencia und wird dort klassisch über offenem Holzfeuer mit Reis, Gemüse – unter anderem grünen Bohnen und weißen Riesenbohnen – sowie Hühnchen und Kaninchen zubereitet. Wir entschieden uns allerdings für die wohl bekannteste Variante mit Meeresfrüchten: Garnelen, Muscheln und Calamari landeten gemeinsam mit dem aromatischen Reis in der großen Pfanne. Für Xin war Paella eine echte Premiere und sie wollte das Gericht unbedingt einmal probieren. Ich dagegen hatte das Vergnügen bereits in Barcelona und wusste deshalb schon, worauf ich mich freuen konnte. Das Wiedersehen hat sich definitiv gelohnt – genauso lecker wie in meiner Erinnerung. Die Pfanne war am Ende jedenfalls komplett leer – das spricht bekanntlich für sich. Das Abschlecken der Pfanne haben wir uns aber gespart.

    17.07.2026 – Churros, heiße Schokolade und Tango zwischen den Kaffeetischen

    Heute ging es ins berühmte Café Tortoni, das älteste und wohl bekannteste Kaffeehaus von Buenos Aires.

    Gegründet wurde es bereits 1858 von einem französischen Einwanderer und gilt bis heute als Herzstück der Kaffeekultur der Stadt.

    Schon beim Betreten fühlt man sich wie auf einer kleinen Zeitreise. Dunkles Holz, elegante Einrichtung und eine Atmosphäre, als würden jeden Moment berühmte Künstler, Schriftsteller oder Politiker der vergangenen hundert Jahre zur Tür hereinkommen.

    Natürlich gönnten wir uns hier den Klassiker schlechthin: Churros con Chocolate – knusprig frittiertes Gebäck, das in heiße Schokolade getaucht wird. Kalorienzählen wäre hier reine Zeitverschwendung.

    Im hinteren Bereich des Cafés befindet sich außerdem ein kleines Theater, in dem abends klassische Tango-Vorführungen stattfinden. Da wir bereits am Vorabend eine große Tangoshow erlebt hatten, verzichteten wir diesmal darauf. Ganz ohne Tango ging es aber trotzdem nicht: Zwei Tänzer legten kurzerhand zwischen den Kaffeetischen eine mitreißende Vorstellung aufs Parkett. So bekommt selbst die Kaffeepause in Buenos Aires noch Bühnenqualität.

    18.07.2026 – Abschied von Buenos Aires

    Heute hieß es Abschied nehmen vom magischen Buenos Aires. Unser nächstes Ziel: Iguazú.

    Am Flughafen erwartete uns allerdings zunächst Geduld statt Abenteuer. Wegen des Ferienbeginns in der Region Buenos Aires herrschte Ausnahmezustand. Endlose Schlangen am Check-in, überfüllte Wartebereiche und Koffer, soweit das Auge reichte. Das wichtigste Reisegepäck des Tages war eindeutig Geduld.

    Nach längerer Wartezeit am Check-in und an der Sicherheitskontrolle hob unser Flug schließlich doch noch ab. Vor uns lag bereits das nächste Naturwunder Südamerikas – die gewaltigen Iguazú-Wasserfälle.

  • Peru – Amazonas Dschungel

    05.07.2026 – Endlich echter Amazonas: Vier Tage Dschungel statt WLAN

    Heute war nicht der große Tag unserer Reise – sondern einer von vielen großen Tagen. Endlich ging es dorthin, worauf wir uns seit Wochen gefreut hatten: in den echten peruanischen Amazonas-Regenwald. Vier Tage, drei Nächte und hoffentlich jede Menge Abenteuer.

    Zunächst fuhren wir mit dem Auto auf der einzigen Straße im Umkreis von rund 1.000 Kilometern von Iquitos nach Nauta, einem kleinen Ort noch tiefer im Dschungel. Auch Nauta ist letztlich nur über den Amazonas oder über diese eine Straße mit der Außenwelt verbunden.

    Die knapp eine Stunde und 45 Minuten lange Fahrt fühlte sich weniger wie eine Straßenreise an als wie ein Slalomparcours auf einer Teststrecke für Stoßdämpfer. Schlaglöcher gab es in sämtlichen Größenordnungen, und unser Fahrer schien seine Aufmerksamkeit ungefähr zu 80 Prozent seinem Handy und zu 20 Prozent der Straße zu widmen. Irgendwie schafften wir es trotzdem unversehrt bis ans Ziel.

    Dort mussten wir zunächst über einen kleinen Müllberg am Flussufer klettern, bevor wir in ein einfaches Holzboot – ein sogenanntes Voadeira – stiegen. Mit nichts weiter als einem kleinen Dach über dem Kopf ging es zwei Stunden flussaufwärts zur Jairo Amazon Lodge.

    Wobei… „Lodge“ vielleicht etwas hoch gegriffen ist.

    Treffender wäre wohl „Basecamp mitten im Dschungel“.

    Die Unterkunft lag direkt am Rio Yarapa, einem Nebenfluss, der wenige Kilometer später in den Rio Ucayali übergeht. Ab Nauta trägt der Fluss dann den berühmten Namen Amazonas.

    Luxus durfte man hier nicht erwarten. Das braune Flusswasser wurde hochgepumpt und diente zum Duschen, Händewaschen und sogar für die Toilettenspülung. Strom gab es nur wenige Stunden am Abend über einen Generator. Handyempfang? Fehlanzeige. Internet? Ebenfalls nicht vorhanden. Wir waren komplett von der modernen Welt abgeschnitten – und genau deshalb hier.

    Immerhin verfügte jeder Gast über ein Bett mit Moskitonetz. Wir hatten sogar ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad.

    Allerdings stellte sich schnell heraus, dass wir nicht die einzigen Bewohner waren. An der Badezimmerdecke thronte eine etwa zehn Zentimeter große schwarze Tarantel. Von diesem Moment an begann jeder Toilettengang mit einem prüfenden Blick nach oben. Man wollte schließlich wissen, ob unser achtbeiniger Mitbewohner noch an seinem Stammplatz saß oder inzwischen beschlossen hatte, unser Schlafzimmer zu erkunden.

    Michael entdeckte außerdem einen äußerst kuriosen Wurm auf einem Holzstück. Das Tier sah tatsächlich aus wie eine lebende Nähnadel. Der Amazonas schafft es wirklich, einen ständig zu überraschen.

    Nach unserer Ankunft stellte sich zunächst das Team der Lodge vor. Kurz darauf kehrte die Vormittagsgruppe von ihrem Ausflug zurück und alle bekamen ein einfaches, aber sehr leckeres Mittagessen. Zwei Gäste fuhren anschließend wieder zurück nach Iquitos, während drei junge Männer ebenfalls in der Lodge blieben.

    Um 16 Uhr begann schließlich unser erstes richtiges Dschungelabenteuer. Mit dem Boot fuhren wir den Fluss entlang und hielten Ausschau nach Tieren. Nach etwa einer Stunden entdeckten wir hoch oben in den Baumwipfeln ein Faultier. Unser Guide pfiff laut – und tatsächlich bewegte sich das Tier. Zwar ungefähr in Zeitlupe, aber immerhin. Offenbar gilt für Faultiere das Lebensmotto: Nur keine unnötige Hektik.

    Kurz darauf begegneten wir mehreren Affen. Der Anführer der Gruppe kam sogar ein Stück näher, um die seltsamen Zweibeiner im Boot genauer zu inspizieren. Vermutlich musste er erst einmal feststellen, ob wir eine Gefahr für seine Familie darstellten.

    Mit der einsetzenden Dämmerung wurde es noch spannender. In der Ferne entdeckten wir mehrere Kaimane, die sich durch ihre orange leuchtenden Augen verrieten. Als krönenden Abschluss hing dann auch noch eine Amazonas-Baumboa völlig entspannt über dem Wasser von einem Ast. Offenbar war sie deutlich gelassener als wir.

    06.07.2026 – Viagra-Bäume, Tarzan und sehr mutige Termiten

    Heute ging es zu Fuß in den Regenwald hinter unserem Basecamp.

    Unser Guide erklärte uns zahlreiche Baumarten und deren Verwendung.

    Manche liefern hervorragendes Bauholz, andere eignen sich perfekt für Boote oder Paddel. Besonders interessant war allerdings eine bestimmte Holzart, die man in Alkohol einlegen kann. Trinkt man diesen anschließend…

    …nun ja…

    Viagra soll danach überflüssig sein.

    Ich verzichtete dankend auf den Selbstversuch. Mit einem dauerhaften „Zelt“ durch den Dschungel zu laufen, klang nicht besonders praktisch.

    Außerdem zeigte uns unser Guide, wie man aus den Wurzeln bestimmter Bäume tatsächlich Trinkwasser gewinnen kann. Faszinierend, was die Natur alles bereithält.

    Natürlich begegneten wir auch zahlreichen Ameisen- und Termitenarten. Im Amazonas scheint wirklich alles ständig in Bewegung zu sein.

    Termiten besitzen dabei gleich mehrere Talente. Zerreibt man sie in der Hand und reibt sich anschließend damit ein, sollen sie als natürlicher Mückenschutz wirken. Und wenn gerade nichts Essbares aufzutreiben ist, kann man sie ebenfalls verspeisen – reich an Proteinen und im Gegensatz zu vielen Ameisen völlig friedlich.

    Da sie nicht beißen, wagten wir den Selbstversuch und probierten ein paar. Sagen wir es so: Sterneküche sieht anders aus.

    Natürlich durfte auch ein kleiner Tarzan-Moment nicht fehlen. An einigen dicken Lianen schwangen wir uns durch den Dschungel. Laut unserem Guide halten diese problemlos über 300 Kilogramm aus – zum Glück, denn unfreiwillige Bodenkontakte mit dem Dschungelboden wollten wir lieber vermeiden.

    Nach dem Mittagessen machte uns allerdings das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnete stundenlang in Strömen, sodass unsere Nachmittagstour buchstäblich ins Wasser fiel.

    Einige Gäste nutzten die Gelegenheit und gingen stattdessen im Fluss schwimmen. Piranhas gelten zwar längst nicht als so gefährlich wie Hollywood sie darstellt…

    …allerdings schaut gelegentlich auch einmal ein ausgewachsener Kaiman vorbei. Und sechs Meter Körperlänge sind durchaus eine Größe, bei der man freiwillig auf eine Schwimmrunde verzichten kann.

    Gegen Abend ließ der Regen endlich etwas nach – gerade genug, um uns zu einer kleinen Nachtwanderung durch den Dschungel zu motivieren. Kaum waren wir ein paar Meter unterwegs, begegneten wir einer beeindruckend großen Tarantel. Seelenruhig saß sie an einem Baum und spann ihr Netz für die nächste Mahlzeit. Offenbar war sie deutlich fleißiger als wir nach einem langen Tag im Regen.

    Auf dem Rückweg entdeckten wir einen Baum voller Pacay-Früchte, die wir bereits vom Markt in Iquitos kannten. Diesmal mussten wir sie allerdings nicht kaufen – wir pflückten sie direkt vom Baum und genossen das süße Fruchtfleisch frisch aus der Natur. Frischer geht es wirklich nicht.

    Doch der Dschungel hatte sein Abendprogramm noch nicht beendet. Auf der Terrasse vor unserer Hütte wartete bereits der letzte Darsteller des Tages: ein großer, leuchtend grüner Frosch. Er saß dort, als wäre er der Nachtportier unserer Unterkunft und wollte nur kurz kontrollieren, ob wir auch wirklich hier wohnen.

    Wieder einmal zeigte der Dschungel, dass nach Sonnenuntergang keineswegs Feierabend ist – im Gegenteil: Nachts beginnt hier erst die eigentliche Vorstellung.

    07.07.2026 – Rosa Delfine, Piranhas und ein Kaiman auf dem Arm

    Noch vor Sonnenaufgang klingelte der Wecker.

    Mit Stirnlampen bewaffnet fuhren wir zur Mündung des Rio Ucayali. Dort lassen sich am frühen Morgen zwei ganz besondere Delfinarten beobachten.

    Zum einen die kleineren grauen Tucuxi-Delfine, die etwa 1,5 Meter lang werden. Zum anderen die berühmten rosa Amazonas-Flussdelfine, die bis zu drei Meter erreichen können.

    Zunächst tauchten überall die grauen Delfine auf. Mal blitzte hier eine Rückenflosse auf, mal dort. Sie schienen entweder deutlich neugieriger oder einfach zahlreicher zu sein. Wenig später erschienen schließlich auch die rosa Delfine und schwammen direkt um unser Boot herum. Einige waren derart verspielt, dass sie bis zu zwei Meter hoch aus dem Wasser sprangen.

    Zusammen mit dem Sonnenaufgang und den Nebelschwaden über dem Rio Ucayali war das einer dieser Momente, die man so schnell nicht vergisst.

    Nach dem Frühstück ging es direkt weiter – diesmal zum Piranha-Angeln.

    Zu viert, ausgerüstet mit Angelruten und Hähnchenresten vom Vortag als Köder, fuhren wir ein Stück den Fluss hinunter.

    Kaum waren die Leinen im Wasser, begannen die ersten Bisse.

    Angel einholen…

    Köder weg.

    Offenbar waren wir entweder zu langsam oder die Piranhas deutlich intelligenter als gedacht.

    Nach einigen weiteren Versuchen hatte ich schließlich den ersten Fang des Tages am Haken: eine etwa zehn Zentimeter große Süßwassersardine.

    Kurz darauf folgte tatsächlich ein etwa 15 Zentimeter großer roter Piranha.

    Dann war Xin an der Reihe und fing ebenfalls eine rund 15 Zentimeter lange Süßwassersardine.

    In der folgenden halben Stunde hatten die Fische allerdings offenbar beschlossen, nur noch kostenlos zu essen. Ständig verschwanden unsere Köder, aber kein einziger Fisch blieb am Haken.

    Also wechselten wir die Stelle.

    Dort hatte ich noch einmal Glück und fing einen etwa 15 Zentimeter langen Wels.

    Damit beendeten wir die Angeltour.

    Tagesbilanz: vier Fische.

    Nur Xin und ich hatten Fangglück – alle anderen gingen leer aus.

    Nach einer längeren Pause starteten wir am späten Nachmittag erneut mit dem Boot.

    Diesmal hielten wir Ausschau nach Vögeln, Faultieren und Affen.

    Wir entdeckten mehrere Chimango-Karakaras (eine Falkenart) sowie sogar eine Harpyie – den stärksten Greifvogel der Welt. Wenig später sprang auch wieder eine Affenfamilie munter durch die Baumwipfel. Diesmal eine kleine süße Art.

    Mit Einbruch der Dunkelheit begann schließlich die Kaiman-Safari.

    Wir fuhren in eine ruhige Lagune und warteten geduldig, bis es richtig dunkel wurde.

    Tagsüber liegen Kaimane meist am Ufer oder auf dem Gewässergrund. Nachts kommen sie an die Oberfläche, um auf Nahrungssuche zu gehen. Unser Guide leuchtete mit seiner Taschenlampe das Wasser ab. Sobald ein Kaiman auftauchte, reflektierten seine Augen das Licht orange.

    Nach etwa zwanzig Minuten entdeckten wir den ersten. Langsam paddelten wir näher heran, denn der Motor hätte ihn sofort verscheucht. Leider tauchte er genau im falschen Moment ab.

    Also weiter.

    Beim nächsten Versuch hatte unser Guide mehr Erfolg. Blitzschnell griff er den etwa 60 Zentimeter langen Kaiman im Nacken und hob ihn vorsichtig ins Boot. Natürlich wurden erst einmal Fotos gemacht.

    Anschließend durfte ich den kleinen Räuber sogar selbst halten. Mit einem festen Griff blieb er erstaunlich ruhig in meinen Händen.

    Xin verzichtete dankend auf dieses Vergnügen und überließ mir die Rolle des Kaimanflüsterers.

    Nach wenigen Minuten setzten wir das Tier selbstverständlich wieder zurück ins Wasser. Die Erinnerungsfotos hatten wir schließlich bereits.

    Beim Abendessen wartete dann noch eine ganz besondere Überraschung auf uns: undefinierbares Fleisch … mit verdächtig kleinen Rippen. Für einen Vogel eindeutig zu groß, für Schwein oder Rind viel zu klein. Das große Rätselraten begann.

    Nach einer vorsichtigen Nachfrage kam die Auflösung: Es handelte sich um Pekari – eine Art Wildschwein des Amazonas. Mit unserem europäischen Wildschwein hat es allerdings wenig gemeinsam. Pekaris sind deutlich kleiner und werden nur etwa 50 Zentimeter hoch. Irgendwie beruhigend … oder vielleicht auch nicht.

    Geschmacklich war das Fleisch durchaus interessant – wobei „interessant“ bekanntlich oft bedeutet, dass man es kein zweites Mal bestellen würde. Ein kulinarisches Highlight wurde es für uns jedenfalls nicht, und wir könnten gut darauf verzichten.

    Für die indigene Bevölkerung hingegen gehören Pekaris seit jeher ganz selbstverständlich auf den Speiseplan. Im Dschungel isst man eben das, was der Wald hergibt – und heute waren offenbar wir an der Reihe, diese Erfahrung zu machen.

    08.07.2026 – Schlamm, Macheten und ein unfreiwilliges Schlammbad

    An unserem letzten Tag stand noch einmal eine ausgedehnte Wanderung durch den Dschungel auf dem Programm. Diesmal führte uns der Weg noch tiefer in den Regenwald.

    Nach einer kurzen Bootsfahrt von etwa 15 Minuten begann der eigentliche Marsch.

    Vorneweg lief unser Guide mit der Machete und schlug den Weg frei.

    Es ging durch Schlamm, dichtes Unterholz und mehrere tiefe Wasserlöcher, die wir möglichst elegant am Rand umgingen.

    Dank unserer Gummistiefel blieben die Füße zumindest halbwegs trocken.

    Unterwegs begegneten wir erneut einer Affengruppe, die fröhlich zwischen den Bäumen hin und her sprang. Langsam hatten wir das Gefühl, von denselben Tieren regelmäßig begrüßt zu werden.

    Auch unsere alten Bekannten, die Termiten, durften nicht fehlen.

    Außerdem probierten wir den Saft eines Baumes, der von den indigenen Bewohnern traditionell gegen Magen-Darm-Beschwerden verwendet wird. Angeblich soll man danach ein bis zwei Tage lang keinerlei Probleme mehr haben. Wir waren gespannt.

    Natürlich hielten wir unterwegs auch Ausschau nach Anakondas. Doch die riesigen Schlangen sind scheu und überwiegend nachtaktiv. Deshalb bekamen wir keine zu Gesicht.

    Die Geschichten der Einheimischen klangen ohnehin deutlich beruhigender als Hollywood. Anakondas greifen Menschen normalerweise nicht an, sondern ziehen sich zurück, sobald sie jemanden bemerken – solange man sie nicht bedrängt.

    Für den unvergesslichsten Moment des Tages sorgte schließlich allerdings nicht die Tierwelt. Sondern Xin.

    Beim Umgehen eines Wasserlochs rutschte sie plötzlich aus.

    Ich hörte hinter mir nur noch ein lautes „Platsch!“

    Als ich mich umdrehte, lag sie der Länge nach im braunen Schlammwasser. Zum Glück war weit und breit keine Anakonda zu sehen – die hätte sich vermutlich vor Lachen selbst eingerollt.

    Das Ergebnis: Wasser in den Stiefeln, komplett durchnässte Kleidung und eine Gruppe, die sich das Grinsen kaum verkneifen konnte. Selbst die Affen schienen ihren Spaß daran zu haben. Zum Mittag ging es dann zurück zur letzten Mahlzeit im Basecamp.

    Nach dem Mittagessen traten wir schließlich den Rückweg an. Mit Boot und Auto ging es auf derselben Strecke zurück nach Iquitos.

    Vier Tage ohne Internet, ohne Handyempfang und mit deutlich mehr Tieren als Menschen lagen hinter uns.

    Morgen wartete bereits das nächste Kapitel unserer Reise – der Flug zurück nach Lima.

  • Peru – Iquitos

    03.07.2026 – Willkommen in Iquitos: Verkehrschaos, Tuk-Tuks und Dschungelträume

    Heute ging es mit dem Flugzeug nach Iquitos, der größten Metropole im peruanischen Amazonasgebiet – und gleichzeitig der größten Stadt der Welt, die auf dem Straßenweg überhaupt nicht erreichbar ist. Mitten im peruanischen Regenwald gelegen, führen nur zwei Wege dorthin: per Flugzeug oder mit dem Boot. Die meisten Waren kommen deshalb auf dem Amazonas per Fähre oder Containerschiff in die Stadt. Kein Wunder also, dass Iquitos als perfekter Ausgangspunkt für Dschungel-Expeditionen gilt.

    Schon am Flughafen wurde klar: Hier gelten andere Verkehrsregeln. Es gibt zwar ein paar Autos, aber klassische Taxis oder gar UBER? Fehlanzeige. Das Straßenbild wird von Motorrädern und Motocarros – besser bekannt als Tuk-Tuks – beherrscht. Natürlich stiegen auch wir in eines dieser Gefährte, um zu unserem Hotel zu gelangen.

    Die Fahrt war… sagen wir mal… charakterbildend. Hunderte Motocarros drängelten sich gleichzeitig über die Straßen, mehrspurig, kreuz und quer. Sicherheitsabstand scheint hier eher eine philosophische Idee als eine Verkehrsregel zu sein. Unser Guide gab uns später noch einen lebenswichtigen Tipp: Nur Motocarros mit Sicherheitsnetz benutzen! Dieses kunstvolle Gebilde aus Wäscheleinen zwischen Fahrer und Passagieren ersetzt zwar keinen Sicherheitsgurt, verhindert im Ernstfall aber immerhin, dass man als Fahrgast ungewollt auf dem Asphalt endet.

    Dank unserer vorherigen Recherchen waren wir bereits vorgewarnt – und tatsächlich trat das erwartete Szenario prompt ein. Unser Fahrer brachte uns auf dem Weg zum Hotel „völlig uneigennützig“ zunächst direkt in ein Tourbüro. Dort erklärte man uns die verschiedenen Dschungel-Touren.

    Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:

    Der Sekundär-Dschungel – ideal für verwöhnte Touristen. Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt warten ein paar Bäume, etwas Urwald-Atmosphäre und komfortable Lodges mit Internet, Strom, Pool und teilweise sogar Klimaanlage.

    Oder der Primär-Dschungel – rund 100 Kilometer von Iquitos entfernt, mit echtem Regenwald, wilden Tieren, unberührter Natur und deutlich mehr Abenteuer.

    Die Entscheidung fiel uns nicht schwer. Wenn schon Amazonas, dann richtig. Pools und WLAN konnten wir schließlich auch zu Hause haben.

    Wir baten trotzdem um etwas Bedenkzeit und fuhren erst einmal ins Hotel.

    Am späten Nachmittag machten wir uns auf die Suche nach einigen anderen Anbietern, die wir zuvor im Internet gefunden hatten. Das Problem: Unter den angegebenen Adressen war… nichts. Vermutlich handelte es sich um reine Online-Anbieter mit kreativen Fantasie-Adressen. 😉

    Stattdessen wurden wir von anderen Veranstaltern angesprochen. Warum also nicht einfach mal zuhören?

    Der Mitarbeiter schlug uns sofort genau das vor, was wir ohnehin wollten: eine mehrtägige Expedition in den Primär-Dschungel. Fast so, als hätte er unsere Gedanken gelesen.

    Noch überraschender war allerdings der Preis. Rund 200 Euro für mehrere Tage Dschungel? Das klang fast zu gut, um wahr zu sein. Vergleichbare Touren kosteten meist zwischen 350 und 450 Euro. Entsprechend skeptisch waren wir zunächst. Kann das wirklich gut sein?

    Die Bewertungen auf verschiedenen Portalen waren jedoch durchweg gut bis sehr gut. Zusätzlich bot er uns eine City-Tour durch Iquitos mit einem lokalen Guide an. Wir beschlossen deshalb, zunächst die Stadtführung zu machen. Wenn uns diese überzeugte, würden wir anschließend die große Dschungel-Tour buchen.

    04.07.2026 – Märkte, Schockmomente und ein schwimmendes Restaurant

    Heute stand zunächst die vereinbarte City-Tour auf dem Programm.

    Kurz nach 9 Uhr wurden wir stilecht mit einem Motocarro abgeholt. Während einer kleinen Rundfahrt erklärte uns unser Guide einiges über die Geschichte von Iquitos und zeigte uns verschiedene Sehenswürdigkeiten.

    Der nächste Halt war der berühmte und berüchtigte Belén-Markt. Wer empfindlich auf tote Tiere reagiert, sollte diesen Abschnitt besser überspringen.

    Anfangs wirkte alles noch wie ein ganz normaler Straßenmarkt: Grillstände, tropische Früchte, Hühner und jede Menge Fisch. Natürlich lagen Fleisch und Fisch – wie auf fast allen Märkten, die wir bisher in Südamerika besucht hatten – ungekühlt in der tropischen Hitze.

    Dann passierte der erste Schock des Tages.

    Ein Stück Fleisch schaute mich plötzlich an.

    Nach kurzer Verwirrung stellte sich heraus, dass es sich um den gehäuteten Kopf- und Halsbereich eines Rindes handelte – inklusive Augen. Nicht unbedingt der Anblick, den man morgens zum Frühstück erwartet.

    Je näher wir dem Hafen kamen, desto rustikaler wurden die Marktstände. Irgendwann bestanden sie nur noch aus Decken auf dem Boden, auf denen sämtliche Tiere des Amazonas zu liegen schienen: Wildschweine, Schildkröten, Kaimane sowie unzählige Fischarten, darunter verschiedene Piranhas.

    An einem der Marktstände fiel uns ein kleines Mädchen auf, vielleicht zwei oder drei Jahre alt. Sie saß mit einem Eimer voller Fische auf dem Boden und half ihrer Mutter eifrig beim Reinigen des Fangs. Ein Anblick, der uns nachdenklich machte. Während Kinder in unserem Alltag in diesem Alter meist spielen, wachsen sie hier ganz selbstverständlich in den Familienalltag hinein und übernehmen schon früh kleine Aufgaben. Jeder trägt seinen Teil dazu bei, den Lebensunterhalt der Familie zu sichern.

    Dann folgte Schock Nummer zwei.

    Zwischen all den Tieren lagen geschlachtete Capybaras, auch Wasserschweine genannt. Diese riesigen Verwandten unserer Meerschweinchen hatten wir zum ersten Mal lebend in einem Wildtierpark in Neuseeland gesehen und sofort ins Herz geschlossen. Auch erst vor wenigen Tagen hatten wir am Flughafen ein riesiges Bild von niedlichen Capybaras an einer Kinder-Spielecke gesehen – mit freundlichem Blick und absolutem Kuschelfaktor. Hier auf dem Markt zeigte sich die Tierwelt dagegen von ihrer deutlich weniger romantischen Seite. Der Kontrast hätte kaum größer sein können: Dort Maskottchen für Familien, hier ganz selbstverständlich Teil des Speiseplans. Der Amazonas ist eben nicht nur Postkartenidylle, sondern vor allem Lebensraum – und für viele Menschen auch Speisekammer.

    Offensichtlich gilt im Amazonasgebiet das Motto: Wenn es sich bewegt, könnte auch essbar sein.

    Wir probierten auch noch 2 Früchte: Zum einen eine Abiu- oder Caimito-Frucht mit geleeartigem süßen Fruchtfleisch, das geschmacklich ein wenig an Karamel erinnert. Und zum anderen Pacay, welche aussehen wie riesige grüne Bohnen (bis zu einem Meter lang). Wenn man die Frucht verdreht öffnet sich die Schale und hervor kommt weißes essbares Fruchtfleisch welches an Zuckerwatte erinnert sowie dunkle Kerne, die man nicht essen sollte.

    Nach den zahlreichen Begegnungen mit mehr oder weniger appetitlich präsentierten Tieren, überlegt Xin echt ob sie Vegetarierin wird. Nach der Runde über den Markt wechselten wir das Verkehrsmittel und stiegen in ein Voadeira, ein kleines Motorboot, das an die Longtail-Boote Südostasiens erinnert.

    Wir fuhren auf einem Seitenarm des Amazonas direkt entlang des Stadtufers.

    Schon vom Land aus war der viele Müll kaum zu übersehen. Vom Wasser aus wirkte das Ausmaß allerdings noch erschreckender. Überall schwammen Plastikflaschen, alte Kleidung und anderer Abfall. Ganze Müllberge säumten das Ufer. Unser Guide erklärte, dass ein Großteil des Mülls vom Amazonas bis in den Atlantik transportiert wird. Beim Anblick konnte man sich gut vorstellen, welchen langen Weg der Plastikmüll bis ins Meer zurücklegt. Auch die Wasserqualität war alles andere als einladend.

    Unser Guide warnte uns ausdrücklich davor, auf dem Markt Fisch zu essen. Der werde meist direkt in der Nähe der Stadt gefangen – genau dort, wo viele Abwässer ungeklärt in den Fluss geleitet werden. Magen-Darm-Probleme oder sogar Lebensmittelvergiftungen seien daher keine Seltenheit.

    Viele Bewohner der Uferregion besitzen kleine Toilettenhäuschen, die direkt über dem Wasser gebaut sind. Noch erstaunlicher fanden wir allerdings, dass einige Menschen unmittelbar daneben ihre Wäsche und Teller wuschen oder sogar selbst ein Bad im Fluss nahmen. Für viele ist dieses Wasser offenbar trotzdem die sauberste verfügbare Option.

    Nach gut 15 Minuten auf dem Wasser kehrten wir zum Tourbüro zurück.

    Die City-Tour hatte uns überzeugt – und so buchten wir schließlich unsere mehrtägige Amazonas-Dschungel-Tour für die kommenden Tage.

    Am Abend stand zum Glück wieder etwas deutlich Appetitlicheres auf dem Programm. Ein empfohlenes Restaurant mit hervorragenden Google-Bewertungen hatte unsere Neugier geweckt. Also machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Flussufer.

    Nach kurzer Wartezeit wurden wir mit einem Boot zu einem schwimmenden Restaurant gebracht, das mitten in einer Lagune am Amazonas liegt.

    Die Atmosphäre war fantastisch. Das Restaurant war stimmungsvoll beleuchtet, vollständig von Wasser umgeben und verfügte sogar über einen großen Pool – allerdings mit sauberem, klarem Wasser und nicht mit Amazonaswasser. Dazu gab es Sonnenliegen und Sonnenschirme für die Tagesgäste.

    An diesem Abend waren wir neben zwei weiteren Pärchen die einzigen Gäste und genossen die herrliche Ruhe. Kulinarisch blieb man dem Amazonas treu: Es gab köstliches Fischfilet aus dem Fluss weit weg von der Stadt sowie Garnelen – die allerdings vorsichtshalber importiert worden waren.

    Nach einem ausgezeichneten Essen ließen wir den Abend bei ein paar Drinks entspannt ausklingen, bevor uns das Boot wieder zurück ans Ufer brachte. Ein deutlich entspannteres Abenteuer als unsere erste Tuk-Tuk-Fahrt.

  • Peru – Arequipa

    30.06.2026 – Endlich wieder Luft zum Atmen

    Seit gestern sind wir in Arequipa – endlich wieder auf einem „vernünftigen“ Höhenniveau. Gerade einmal 2.300 Meter über dem Meeresspiegel. Nach den letzten Wochen auf rund 4.000 Metern fühlt sich das fast wie Urlaub auf Meereshöhe an. Auch die Temperaturen spielten mit: über 20 °C statt Dauerkühlung inklusive Höhenluft.

    Arequipa ist nach Lima die zweitgrößte Stadt Perus und wird wegen ihrer zahlreichen prachtvollen Kolonialbauten aus weißem Vulkangestein (Sillar) auch die „Weiße Stadt“ genannt. Über der Stadt thronen gleich drei Vulkane: der Misti, dessen perfekte Form oft mit dem Fuji in Japan verglichen wird, der Chachani und der Pichu Pichu, der als einziger der drei als erloschen gilt.

    Dank der hervorragenden Lage unseres Hotels begann die Stadterkundung praktisch direkt vor der Haustür. Der berühmte Plaza de Armas mit seinen weißen Arkaden und der imposanten Kathedralbasilika Santa María lag keine Minute entfernt. Leider hatte die Kathedrale nach unserem Frühstück bereits geschlossen. Also lautete der Plan für den nächsten Morgen: früher aufstehen. Im Urlaub. Wer hätte gedacht, dass es einmal so weit kommt?

    Anschließend suchten wir einen Tourveranstalter auf, um unsere nächsten Tage zu planen. Nach einigen Vorschlägen auf Englisch – darunter sogar eine zweitägige Vulkanbesteigung – entschieden wir uns lieber für eine Tour zum Colca Canyon. Riesige Andenkondore beobachten klang dann doch etwas entspannter als selbst auf einen Vulkan zu klettern.

    Danach machten wir uns zu Fuß auf den etwa einstündigen Weg zu einem Aussichtspunkt auf einem Hügel mitten in der Stadt. Von dort bot sich ein fantastischer Blick über Arequipa und auf den majestätischen Misti. Ein paar Fotos später ging es weiter zu einer ehemaligen Alpaka-Garnfabrik.

    Dort wurden wir zunächst von einigen Alpakas und Lamas begrüßt, die sich bereitwillig füttern und streicheln ließen – eindeutig die beliebtesten Mitarbeiter des Betriebs. Anschließend erfuhren wir viel über die Verarbeitung der Alpaka-Wolle. Große Wollballen in allen natürlichen Farbtönen – von strahlendem Weiß über verschiedene Brauntöne bis fast Schwarz – lagen neben beeindruckenden Maschinen, viele davon über 150 Jahre alt und größtenteils aus Europa, sogar aus Deutschland. Früher färbte man die Wolle mit Pflanzenextrakten, heute kommen überwiegend künstliche Farben zum Einsatz.

    Natürlich führte der Rundgang am Ende durch den Shop. Die Produkte waren wunderschön, allerdings hatten wir zwei Probleme: Erstens war unser Gepäck bereits auf Koffer-Diät, zweitens waren die Preise deutlich höher als an anderen Orten, an denen wir bereits Alpaka-Produkte gesehen hatten. Unser Geldbeutel atmete also ebenfalls erleichtert auf.

    Am späten Nachmittag stand dann das berühmte Kloster Santa Catalina auf dem Programm – eines der bedeutendsten kolonialen Bauwerke Südamerikas. Mit rund 20.000 Quadratmetern Fläche gleicht es einer kleinen Stadt innerhalb der Stadt.

    Das Dominikanerinnenkloster wurde ab 1579 von der wohlhabenden spanischen Witwe María de Guzmán gestiftet und nach der Heiligen Catalina benannt. Hier lebten seit dem späten 16. Jahrhundert vor allem Töchter wohlhabender spanischer Familien – abgeschieden von der Außenwelt, allerdings keineswegs bescheiden. Viele verfügten über eigene kleine Häuser mit mehreren Zimmern innerhalb des Klosters und beschäftigten Dienstmädchen, meist indigene Frauen, die sich um Kochen, Putzen und Wäsche kümmerten. Erst nach dem schweren Erdbeben und umfangreichen Renovierungen wurde das Kloster 1970 für Besucher geöffnet. Heute leben dort noch etwa 20 bis 25 Nonnen in einem separaten Bereich – inzwischen allerdings ohne Dienstmädchen und mit deutlich mehr Eigenarbeit.

    Beim Rundgang konnte man sich das damalige Leben sehr gut vorstellen. Viele Gebäude wurden original erhalten oder liebevoll restauriert. Kunstwerke, Möbel und Alltagsgegenstände erzählen Geschichten aus mehreren Jahrhunderten. Die Gassen tragen Namen spanischer Städte wie Calle Toledo oder Calle Sevilla und verleihen der Anlage zusätzlichen Charme.

    Wir hatten das Glück, dass an diesem Tag verlängerte Öffnungszeiten galten. So konnten wir den Sonnenuntergang von einer Aussichtsplattform über den Dächern Arequipas genießen. Das warme Abendlicht tauchte das gesamte Kloster in eine fast magische Atmosphäre. In den ehemaligen Wohnhäusern der Nonnen flackerten Kerzen, in den Küchen und Kaminen brannten kleine Feuer. Für einen Moment fühlte man sich tatsächlich mehrere Jahrhunderte zurückversetzt.

    Unser Tourguide – im Kloster übernehmen übrigens ausschließlich Frauen diese Aufgabe – verriet uns dann noch, dass die heutigen Nonnen selbstverständlich Strom, Internet und Smartphones besitzen. Auch im Kloster gilt eben: Man muss mit der Zeit gehen. 😉

    Den Abend ließen wir schließlich in einem typisch peruanischen Restaurant direkt am Plaza de Armas mit Blick auf die weiße Kathedrale gemütlich ausklingen.

    01.07.2026 – Auf den Spuren von Eiffel… oder eben doch nicht

    Heute stand ein weiterer Stadtrundgang auf dem Programm. Ziel war die Puente Bolívar, besser bekannt als Puente de Fierro – die berühmte Eisenbrücke von Arequipa. Die fast 500 Meter lange und rund 30 Meter hohe Brücke entstand Ende des 19. Jahrhunderts und diente ursprünglich ausschließlich dem Eisenbahnverkehr zwischen Arequipa und Puno. Heute gehört sie Fußgängern, Radfahrern und Rollerfahrern.

    Hartnäckig hält sich in Arequipa das Gerücht, die Brücke stamme von Gustave Eiffel, dem Erbauer des berühmten Eiffelturms. Klingt gut – stimmt aber nicht. Eiffel selbst war nie in Peru oder überhaupt in Südamerika. Zwar errichtete seine Firma „Eiffel et Cie.“ mehrere Bauwerke auf dem Kontinent, doch die Brücke von Arequipa wurde tatsächlich von der amerikanischen Baltimore Bridge Company entworfen und gebaut. Die Ähnlichkeit entsteht durch die Bauweise aus vorgefertigten Metallteilen, die vor Ort praktisch wie ein riesiges Lego-Set zusammengesetzt wurden.

    Von der Brücke aus bot sich ein herrlicher Blick über den Río Chili, die Stadt und natürlich auf die drei Vulkane am Horizont.

    Etwas anderes fiel uns während unseres Spaziergangs ebenfalls auf: unglaublich viele VW Käfer. Zwar hatten wir in Peru bereits zahlreiche Exemplare gesehen, aber in Arequipa schien sich die Käferdichte fast zu verdoppeln. Kein Wunder – sie gelten hier als günstig, robust und zuverlässig und erfreuen sich sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Fahrern großer Beliebtheit. Offenbar ist der Käfer hier genauso unkaputtbar wie sein Ruf.

    02.07.2026 – Kondore, Thermalquellen und Alpakas mit Stil

    Heute war es endlich so weit: Unsere Tour zum Colca Canyon stand an. Der Wecker hatte allerdings eine sehr fragwürdige Vorstellung von Urlaub. Bereits um 3:30 Uhr wurden wir am Hotel abgeholt.

    Gegen sieben Uhr erreichten wir ein kleines Restaurant am Straßenrand, wo es Frühstück gab. Frisch gestärkt ging es weiter über mehrere Aussichtspunkte in den Bergen bis zu einem kleinen Dorf mit einer alten Kirche, die inzwischen vorsichtshalber von einem Gerüst gestützt wurde. Rundherum reihten sich zahlreiche Souvenirgeschäfte aneinander. Natürlich mussten wir dort auch den Colca Sour probieren – einen Cocktail aus Pisco und dem Saft eines Kaktus. Überraschend lecker.

    Zwischen den Souvenirständen wartete dann allerdings das eigentliche Highlight: mehrere unglaublich süße Alpakas – gestriegelt und geschniegelt. Nein, vielmehr geschniegelt und gestriegelt mit buntem Schmuck und ziemlich coolen Sonnenbrillen. Da war klar: Noch einmal Kamera raus! Die Tiere sahen fast aus wie Stofftiere, bewegten sich aber glücklicherweise. Mit einem durfte ich sogar kuscheln. Alpakas mögen mich einfach. Daran gibt es inzwischen kaum noch Zweifel. 😉

    Anschließend erreichten wir den Colca Canyon – mit über 3.000 Metern Tiefe eine der tiefsten Schluchten der Welt. Gewaltige Felswände, jahrhundertealte Terrassenfelder und darüber die berühmten Andenkondore.

    Schon aus der Ferne konnten wir die riesigen Vögel kreisen sehen. Mit bis zu drei Metern Flügelspannweite gleiten sie scheinbar mühelos durch die Aufwinde. Vom Aussichtspunkt Cruz del Cóndor beobachteten wir sie beim Fliegen und auch, wie einige ganz entspannt auf den Felsen saßen. Zugegeben: Schönheitspreise gewinnen Kondore vermutlich keine. Beeindruckend sind sie trotzdem ohne jede Frage.

    Danach wurde es deutlich entspannter. Nächster Halt: die heißen Thermalquellen von Chacapi am Río Colca. Mehrere Natursteinbecken direkt am Fluss werden dort mit bis zu 45 °C heißem Mineralwasser gespeist. Rund eine Stunde konnten wir das warme Wasser genießen. Wer wollte, konnte alternativ mit dem Quad fahren oder eine Kanutour unternehmen. Wir entschieden uns für die eindeutig anstrengendere Variante: eine Stunde entspannt im warmen Wasser liegen.

    Danach fühlten wir uns herrlich erholt und unsere Haut war dank der Mineralien angenehm weich.

    Auf der Rückfahrt warteten noch weitere Aussichtspunkte auf verschiedene Vulkane sowie – völlig überraschend auf über 4.000 Metern Höhe – ein kleiner Schneesturm. In Peru erlebt man eben manchmal innerhalb weniger Stunden Sommer, Winter und Wellnessurlaub gleichzeitig.

    Am Abend erreichten wir schließlich völlig müde, aber voller neuer Eindrücke unser Hotel.

    Nächster Halt: Iquitos – das Tor zum peruanischen Amazonas. Wir sind gespannt, welche Abenteuer dort schon auf uns warten.

  • Peru – Aguas Calientes der Eingang zu Machu Picchu

    15.06.2026 – Auf in die heilige Stätte mit Deluxe-Anreise

    Nach dem Frühstück packten wir unser Gepäck zusammen und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Ziel: Machu Picchu. Einer dieser Orte, die man schon so oft auf Fotos gesehen hat, dass man fast erwartet, sie würden beim Ankommen ein bisschen „offline“ wirken – tun sie aber nicht.

    Es gibt mehrere Wege zur berühmtesten Ruine Perus. Die eine Variante führt von Nordwesten mit Bus oder Sammeltaxi bis Hidroelectrica, etwa 10 km vor Machu Picchu Pueblo (auch Aguas Calientes genannt). Von dort geht’s dann zu Fuß entlang der Bahngleise weiter. Eine weitere Variante führt über eine mehrtätige Tour auf dem Inka-Trail nach Machu Picchu.

    Wir wählten die bequemere und leicht dekadente Variante über Ollantaytambo. Dorthin brachte uns ja zunächst der Bus aus Cusco. Und ab dort wurde es interessant: Weil es keine Straße weiter gibt, bleibt nur der Zug – und wir entschieden uns für die „Deluxe-Version“. Panoramafenster, Snacks, Pisco Sour, Live-Musik und eine Tanzshow, bei der man kurz vergisst, dass man eigentlich gerade auf dem Weg zu einer der bekanntesten Ruinen der Welt ist und nicht auf einer sehr entspannten Kreuzfahrt auf Schienen.

    In Aguas Calientes, wo es aufgrund der Lage deutlich über 20 Grad und damit etwa 10 Grad wärmer als in Cusco war, angekommen wurde schnell klar: Der Ort lebt und atmet Tourismus. Oder besser gesagt: Er besteht zu etwa 80 % daraus. Hotels, Restaurants und Souvenirshops dominieren das Bild, dazwischen ein paar Wohnhäuser für Menschen, die hier tatsächlich arbeiten. Überall Inka-Statuen, „authentische“ Dekorationen und das Gefühl, dass das Thema Machu Picchu hier bis zum letzten Magneten ausgeschlachtet wird.

    Wir erkundeten den Ort kurz und kümmerten uns dann um die Eintrittskarten für Machu Picchu. Insgesamt gibt es 10 verschiedene Routen auf unterschiedlichen Ebenen. Route 3B – der Gipfelblick – ist aktuell wegen Renovierung gesperrt. Treppen und Geländer bekommen offenbar ein Upgrade.

    Online sollte man idealerweise mindestens einen Monat im Voraus buchen. Unser Test Anfang Juni zeigte: alles erst wieder ab Juli verfügbar. Es gibt aber ein kleines Kontingent für spontane Käufer am Vortag vor Ort – vorausgesetzt, man steht früh genug auf oder hat Glück im richtigen Moment.

    Wir entschieden uns für Route 2A, die klassische Variante mit den besten Blicken auf die Anlage. Preis: etwa 40 € pro Person. Zeitfenster gibt es stündlich von 6 bis 15 Uhr. Vor dem Ticketbüro warteten schon zahlreiche Guides, die ihre Dienste anboten – freundlich, aber sehr ausdauernd. Wir entschieden uns für die Eigenregie-Version: Internet lesen, anschauen, selbst entdecken.

    Dann die große Frage: zu Fuß hoch oder Bus? Nach kurzer innerer Debatte fiel die Entscheidung auf die pragmatische Variante: erst mal Bus, den Rest sehen wir oben.

    16.06.2026 – Regenponcho-Industrie trifft Weltwunder

    Unser Eintritt war für 13 Uhr gebucht, also machten wir uns kurz vor 12 auf den Weg zur Bushaltestelle. Dort erwartete uns bereits eine beeindruckende Schlange – offenbar hatte halb Aguas Calientes denselben Plan.

    Während wir warteten, begann es leicht zu regnen. Für die Straßenverkäufer der perfekte Moment: Regenponchos wurden quasi im Akkord angeboten. Wir blieben gelassen – Regenjacke sei Dank. Ein kleiner Sieg der Vorbereitung über den spontanen Touristenkauf.

    Die Busse fahren etwa alle 5 Minuten, und tatsächlich ging es relativ zügig voran. Kurz vor 12:30 Uhr saßen wir im Bus, der sich die engen Serpentinen hinaufkämpfte. Nach etwa 30 Minuten erreichten wir pünktlich um 13 Uhr den Eingang zu Machu Picchu.

    Nach der Eingangskontrolle waren wir wenige Minuten später mitten drin. Erste Terrassen, erste Ausblicke – und plötzlich dieses Gefühl: Ja, das ist wirklich dieser Ort.

    Der Regen hatte sich inzwischen verzogen, und sogar etwas Sonne kämpfte sich durch die Wolken. Perfektes Timing für einen der spektakulärsten Orte der Welt.

    Da wir uns zuvor bereits Videos zur Geschichte angesehen hatten, war es umso beeindruckender zu sehen, wie gut die Anlage heute erhalten ist. Bei ihrer „Wiederentdeckung“ vor über 100 Jahren durch Hiram Bingham war sie komplett vom Dschungel überwuchert. Wahrscheinlich wussten Einheimische und andere Forscher längst davon – aber Bingham machte sie schließlich weltweit bekannt, indem er sie freilegen ließ und in Zeitungen Berichte daüber veröffentlichte.

    Heute präsentiert sich die Anlage erstaunlich gut restauriert. Wir wanderten durch Wohnhäuser, Speicher, Tempel und Terrassen – unterbrochen von den unvermeidlichen Fotostopps (die hier einfach physikalisch nicht vermeidbar sind).

    Besonders spannend: die sogenannten Wasserspiegel. Zwei kleine, präzise in Stein gehauene Wasserbecken, die die Inka vermutlich als reflektierende Flächen für astronomische Beobachtungen und rituelle Deutungen nutzten.

    Ein weiteres Highlight war der Sonnentempel (Templo del Sol) – ein halbkreisförmiger Bau, der dem Sonnengott Inti gewidmet war. Die Fenster sind exakt ausgerichtet und dienten vermutlich zur Beobachtung der Sonnenwenden. Darunter befindet sich eine königliche Grabkammer. Die Inka nutzten insgesamt astronomische Beobachtungen, um landwirtschaftliche Zyklen wie Aussaat und Ernte zu bestimmen.

    Wir hatten Glück: Unser Zeitfenster war angenehm ruhig. Erst gegen Ende unseres rund 2,5-stündigen Rundgangs wurde es auf den unteren Terrassen nahe des Eingng deutlich voller.

    Der Rückweg? Natürlich zu Fuß. Der Abstieg über steile Treppen war die sportliche Kür des Tages. „Steil“ ist relativ – im Vergleich zur Chinesischen Mauer war das hier fast ein Warm-up. Allerdings gab es eine Stelle, die selbst erfahrene Knie kurz nachdenklich machte: eine typische Inka-Treppe, bestehend aus vorspringenden Steinen in einer Mauer. Minimalismus auf Peruanisch – mit eingebautem Respektprogramm.

    Nach etwa 40 Minuten Abstieg folgten noch rund 20 Minuten zurück durchs Tal nach Aguas Calientes.

    18.06.2026 – Mandor-Wasserfall und zufällige Wiedersehen im Dschungel

    Den Tag gestern nutzten wir zur Regeneration, weiteren Reiseplanung und einem Spaziergang durch die Stadt, wo wir ein paar obligatorische Bilder mit Paddington machten. Paddington ist hier fast so allgegenwärtig wie die Inka.

    Heute stand dann eine „kleine Wanderung“ auf dem Programm. Ziel: der Mandor-Wasserfall in einem privaten Schutzgebiet mit botanischem Garten. Der Weg begann unspektakulär entlang der Bahngleise Richtung Hidroelectrica, einem Wasserkraftwerk.

    Nach etwa halber Strecke dann eine Überraschung mitten auf den Schienen: Wir trafen Ashley, eine Amerikanerin, mit der wir bereits die Jeep-Tour zur Salar de Uyuni in Bolivien gemacht hatten. Die Welt ist offenbar kleiner als die Anden. Ashley war offenbar mit einer kleinen Gruppe unterwegs, die den 10 Kilometer langen Fußweg von Hidroelectrica nach Machu Picchu Pueblo machte – ein klassischer Backpacker-Transit mit Gleisen, losem Gestein und kleinen Brücken.

    Wir setzten unseren Weg fort und erreichten den Eingang des Schutzgebiets, wo 20 Sol pro Person Eintritt fällig waren. Danach ging es zunächst etwa 30 Minuten bergauf durch den peruanischen Nebelwald zu einem Aussichtspunkt. Von dort hatten wir einen völlig neuen Blick auf Machu Picchu – diesmal aus der Ferne und fast versteckt zwischen den Bergen.

    Unterwegs begleiteten uns Schmetterlinge, Vögel und dieses Gefühl, dass der Dschungel permanent leise „lebt“.

    Zurück auf dem Hauptweg folgten kleine Holzbrücken, ein Bachlauf und schließlich der Mandor-Wasserfall: etwa 10 Meter hoch, eingebettet in dichten Dschungel, der in ein kleines Naturbecken mündet. Von dort fließt das Wasser weiter in den Urubamba-Fluss, der sich durch das gesamte Heilige Tal zieht.

    Baden wäre theoretisch möglich gewesen – praktisch war das Becken eher klein, flach und das Wasser irgendwo im „alpiner Eisschock“-Temperaturbereich. Also blieb es bei Fotos und dem stillen Respekt vor sehr kaltem Wasser. Nach rund 5 Stunden waren wir zurück im Hotel.

    Morgen geht es nach dem Frühstück mit dem Zug zurück nach Ollantaytambo und weiter per Taxi oder Kleinbus nach Cusco – zurück aus der Welt der Inka, Ponchos und Panoramazüge.

  • Peru – Ollantaytambo

    12.06.2026 – Vom Transportchaos ins Heilige Tal der Inka

    Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Haltestelle für Touristenbusse – wobei „Busse“ hier eher großzügig formuliert ist. Tatsächlich handelte es sich um Kleinbusse mit 8 bis 12 Sitzplätzen oder alternativ um Sammeltaxis.

    Kaum angekommen, wurden wir bereits von mehreren Fahrern umringt, und die obligatorischen Preisverhandlungen begannen. Schließlich entschieden wir uns für einen Kleinbus – die günstigste Variante. Doch etwa zehn Minuten später verkündete der Fahrer plötzlich, dass er doch nicht fahren werde. Warum? Das bleibt wohl eines der großen Rätsel Perus. Vielleicht hatte er einfach keine Lust mehr. Also wurden wir kurzerhand in ein Sammeltaxi verfrachtet, einen siebensitzigen SUV, und konnten endlich Richtung Ollantaytambo aufbrechen – ins berühmte Heilige Tal der Inka.

    Unterwegs legten wir noch einen kurzen Stopp an einer Tankstelle ein. Dort erlebten wir zunächst einen kleinen Schock: 21 Sol für Normalbenzin, also ungefähr fünf Euro! Erst beim genaueren Hinsehen folgte die Entwarnung. Der Preis galt nicht pro Liter, sondern – wie in den USA – pro Gallone. Also für knapp vier Liter. Herzfrequenz wieder normal.

    Die Straßen in Cusco wirkten stellenweise, als hätten die Inka persönlich den letzten Straßendienst übernommen. Kopfsteinpflaster, Schotter und allerlei Unebenheiten sorgten dafür, dass die Fahrt durchaus abwechslungsreich blieb. Außerhalb der Stadt begann zwar eine asphaltierte Straße, doch auch diese erinnerte wegen zahlreicher Schlaglöcher eher an einen Hindernisparcours als an eine moderne Verkehrsverbindung.

    Nach etwa zwei Stunden Fahrt durch beeindruckende Bergschluchten, vorbei an einem großen See mit bunten Tretbooten und vor der Kulisse schneebedeckter Gipfel, erreichten wir schließlich wohlbehalten den Plaza de Armas von Ollantaytambo.

    Keine 20 Meter nach unserer Ankunft wurden wir bereits von anderen Fahrern gefragt, ob wir nach Cusco fahren möchten. Offenbar sahen wir aus, als wären wir wieder bereit für die Rückreise. Wir lehnten dankend ab. 😉

    Ollantaytambo ist eine historische Inkastadt aus dem 15. Jahrhundert im Heiligen Tal der Inka, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Cusco. Auf rund 2.800 Metern Höhe gelegen, ist sie berühmt für ihre außergewöhnlich gut erhaltene Inka-Architektur. Das Straßennetz stammt noch aus der Zeit der Inka, und viele Gebäude besitzen bis heute die perfekt bearbeiteten Mauern aus Granit.

    Gleichzeitig ist Ollantaytambo der wichtigste Ausgangspunkt für Reisen nach Machu Picchu. Entsprechend touristisch geht es hier zu: Hotels, Hostals, Restaurants und natürlich unzählige Souvenirshops prägen das Stadtbild.

    Am Hang auf der Nordwestseite der Stadt befinden sich beeindruckende landwirtschaftliche Terrassen, ein riesiger Ruinenkomplex mit Sonnentempel sowie alte Bewässerungssysteme. Gegenüber, am Nordosthang des Berges Pinkuylluna, liegen mehrere Gebäude, die heute als ehemalige Lagerstätten für Mais, Kartoffeln und andere Lebensmittel interpretiert werden.

    Am Nachmittag spazierten wir durch die Stadt und zum Bahnhof. Dort besorgten wir uns unsere Tickets für den Peru-Rail-Zug nach Machu Picchu beziehungsweise Aguas Calientes.

    13.06.2026 – Auf den Spuren der Inka-Lageristen

    Heute stand eine kleinere Wanderung auf den Pinkuylluna auf dem Programm. Das Beste daran: Der Eintritt ist kostenlos.

    Der Einstieg liegt etwas versteckt in den engen Gassen des Ortes. Ein kleines Schild, das man leicht übersehen kann, weist auf einen schmalen Durchgang zwischen den Häusern hin. Dahinter beginnt direkt eine steile Treppe.

    Wie fast jeden Tag in Peru strahlte die Sonne vom Himmel. Nach wenigen Minuten Wanderung war die Jacke, die morgens noch unverzichtbar erschien, bereits überflüssig.

    Der Weg ist zwar steil, aber gut mit Holzgeländern gesichert. Unterwegs gibt es mehrere Aussichtspunkte und kleine Plattformen zum Verschnaufen. Wir kamen an einigen runden Gebäuden ohne sichtbaren Eingang vorbei und fragten uns zunächst, was hier wohl gelagert oder produziert wurde. Später wurde das Rätsel gelöst: Es handelte sich um eine Art antikes Silo. Oben befand sich eine große Öffnung zum Befüllen, unten eine kleinere Öffnung zum Verschließen und Entnehmen der Vorräte. Im Grunde also dieselbe Technik, die wir heute noch verwenden – nur ein paar Jahrhunderte älter.

    Weiter oben erreichten wir mehrere lange rechteckige Gebäude mit Fenstern und Eingängen sowie einige angrenzende Terrassen. Die Bauwerke waren erstaunlich gut erhalten. Natürlich hatten die Dächer aus Holz und Stroh den Zahn der Zeit nicht überlebt, aber mit einem neuen Dach könnte man hier vermutlich direkt wieder einziehen. 😉

    Es ist ohnehin beeindruckend, was die Menschen hier vor rund 600 Jahren geleistet haben. Manche Baumaterialien wurden direkt am Berg gewonnen, andere mussten mühsam hinaufgeschafft werden. Dasselbe galt natürlich für sämtliche Vorräte, die hier oben gelagert wurden.

    Teile des Weges sind als Rundweg angelegt, sodass wir nach etwa drei entspannten Stunden wieder im Dorf ankamen.

    Erstaunlicherweise waren hier nur wenige Besucher unterwegs. Ganz anders auf dem gegenüberliegenden Hang mit den berühmten Terrassen und Ruinen. Dort schien halb Peru unterwegs zu sein, angeliefert von einer endlosen Kolonne aus Kleinbussen, die meisten per Tagestour.

    Den Nachmittag verbrachten wir damit, Souvenirs anzuschauen – wirklich nur anzuschauen – und im Hotel die weitere Reiseplanung voranzutreiben.

    14.06.2026 – Zwischen Sonnentempel, Königsbad und spuckenden Lamas

    Nach einer entspannten Nacht und einem guten Frühstück stand heute die Hauptattraktion von Ollantaytambo auf dem Programm.

    Die Ausgrabungsstätte am Nordwesthang oberhalb der Stadt ist teilweise restauriert und mit Holztreppen versehen, damit die täglichen Touristenströme möglichst reibungslos über das Gelände verteilt werden können.

    Früher befanden sich hier eine Stadt mit Festung, königlicher Residenz, Tempeln und weitläufigen Terrassenanlagen. Die Lage am Hang bot gleich mehrere Vorteile: Zum einen scheint hier fast den ganzen Tag die Sonne, was ideale Bedingungen für den Anbau von Mais und anderen Feldfrüchten schafft. Zum anderen ließ sich der Standort hervorragend verteidigen – ein Vorteil, der sowohl bei inneren Konflikten als auch später im Kampf gegen die spanischen Eroberer eine wichtige Rolle spielte.

    Der Eintritt kostet 70 Sol für ein Einzelticket oder 130 Sol für ein Kombiticket, das insgesamt 16 Sehenswürdigkeiten im Heiligen Tal sowie in Cusco und Umgebung umfasst. Da wir später noch einmal nach Cusco zurückkehren wollen, entschieden wir uns für das Kombiticket.

    Am Morgen war erfreulich wenig los. So konnten wir die Anlage noch relativ entspannt erkunden. Zunächst stiegen wir über die Terrassen zum ehemaligen Königssitz und zum berühmten Sonnentempel hinauf – beziehungsweise zu dessen Baustelle. Offenbar wurde der Tempel niemals vollständig fertiggestellt.

    Geplant war ein monumentales Bauwerk aus riesigen rosafarbenen Granitblöcken. Einige Mauern stehen bereits, während zahlreiche unbearbeitete Steinblöcke noch immer auf dem Gelände liegen. Für Archäologen sind sie ein wertvoller Hinweis auf die Arbeitsweise und Bautechniken der Inka.

    Anschließend machten wir uns auf den Weg zu einem höher gelegenen Aussichtspunkt. Die zusätzliche Steigung von etwa 10 bis 15 Minuten schreckte viele Besucher ab, weshalb wir dort oben deutlich mehr Ruhe genießen konnten. Die Aussicht war dafür umso spektakulärer: ein fantastischer Blick auf die gesamte Anlage, die Stadt und das Tal.

    Als wir später wieder zurückkehrten, hatte inzwischen die seitliche Passage geöffnet, die täglich nur zwischen 13 und 15 Uhr zugänglich ist. Über diesen Weg kann man entlang des Hanges durch mehrere restaurierte Gebäude in einen weiteren Bereich der Anlage gelangen. Über weitere Terrassen und eine steile Treppe im Norden gelangten wir schließlich wieder nach unten.

    Dort besichtigten wir den Badebereich der Anlage. Einige Bereiche dienten der alltäglichen Körperpflege, andere waren für zeremonielle Reinigungen vorgesehen. Ein separater Abschnitt war ausschließlich der Königin beziehungsweise der Frau des Herrschers vorbehalten.

    Besonders beeindruckend war das ausgeklügelte Wassersystem. Über sorgfältig angelegte Rinnen im Fels leiteten die Inka das Wasser präzise durch die gesamte Anlage.

    Auf unserem Rundgang begegneten uns außerdem mehrere Alpakas, die erstaunlich zutraulich wirkten und bis auf Streicheldistanz herankamen.

    Einer der Besucher schien es jedoch etwas zu gut gemeint zu haben. Die Alpakas fühlten sich offenbar belästigt und reagierten mit ihrer bekanntesten Verteidigungsstrategie: Sie spuckten ihn an. Ja, nicht nur Lamas können spucken, Alpakas sind auch nicht schüchtern 😉.

    So verbrachten wir mehrere Stunden in dieser faszinierenden Inka-Anlage und tauchten ein Stück weit in die Geschichte des Heiligen Tals ein.

    Am Nachmittag auf dem Souvenirmarkt konnten wir dann doch nicht widerstehen und kauften uns zwei total süße und lustige Lamamützen.

    Morgen geht es dann mit dem Zug weiter nach Machu Picchu – dem wohl bekanntesten Ziel Perus.

  • Peru – Cusco 🇵🇪

    09.06.2026 – Von Bolivien über Chile nach Cusco: mit Entertainment und einem „kleinen Umweg“

    Nach dem Abenteuer der Rückreise von Bolivien nach Chile stand heute der nächste Flugmarathon an: ab in den Flieger nach Cusco in Peru – inklusive Zwischenstopp in Santiago de Chile. Die beiden Flüge samt Terminalwechsel in Santiago verliefen erstaunlich entspannt. Der zweite Flug hatte dann immerhin ein kleines Upgrade: Entertainment an Bord mit relativ aktuellen Blockbustern. Man könnte sagen: Kino über den Wolken – nur mit Turbulenzen als Bonusprogramm.

    In Cusco angekommen, ging es per Uber zum Hotel. Soweit der Plan. In der Realität entschied sich der Fahrer allerdings für eine spontane Karriere als Reisevermittler und hielt unterwegs an, um uns in einem „Reisebüro“ einige Touren in der Umgebung anzudrehen. Das Ganze zog sich so lange, dass die Uber-App zunehmend nervös wurde und fragte, ob alles in Ordnung sei – schließlich waren wir laut System schon längst am Ziel, nur der Körper befand sich noch im Verhandlungsmodus des peruanischen Tourismusvertriebs.

    Immerhin: Auch Uber scheint inzwischen mitzudenken und trackt den Fahrweg sehr gewissenhaft, vermutlich um genau solche „kulturellen Zwischenstopps“ einzuordnen.

    Cusco selbst ist dabei kein gewöhnlicher Zwischenstopp: Die Stadt war einst Hauptstadt des Inka-Reiches und liegt im peruanischen Andenhochland auf beeindruckenden rund 3.420 Metern Höhe – also genau dort, wo Treppensteigen zur sportlichen Disziplin wird. Mit rund 500.000 Einwohnern ist Cusco die fünftgrößte Stadt Perus und gilt als Tor zum Weltwunder Machu Picchu.

    Architektonisch ist die Stadt ein faszinierender Mix: koloniale Bauten auf Inka-Fundamenten, dazwischen Überreste alter Paläste und Tempel. Die Geschichte dahinter ist ebenso gewaltig wie tragisch: Aufstieg des Inka-Reiches ab dem 13. Jahrhundert, interne Machtkämpfe im 16. Jahrhundert, spanische Eroberung durch die Konquistadoren und schließlich das Ende des Reiches mit der Hinrichtung von Atahualpa, dem letzten Herrscher des Inka-Reiches und der Unterwerfung der Inka – wobei sich viele Regionen noch lange widersetzten.

    10.06.2026 – Cusco zu Fuß, 8°C Frühstück und tanzende Städte

    Heute stand ein klarer Plan: Cusco ohne Tour, ohne Guide, einfach selbst erkunden. Kleiner Spoiler vorab: für den großen Zirkus kommen wir wieder.

    Nach einem Frühstück bei gefühlten 8°C (Heizungen gelten hier offenbar als Luxusgut oder urbane Legende) ging es zum zentralen Platz, dem Plaza de Armas de Cusco. Viele Städte der ehemaligen spanischen Krone haben einen solchen Platz – in Cusco allerdings mit deutlich mehr Soundtrack.

    Schon vom Hotel – nur fünf Minuten entfernt – war laute Musik und Trubel zu hören. Als wir ankamen, waren die Straßen rund um den Platz für Autos gesperrt, was zu einem kreativen Verkehrschaos in den engen Gassen führte.

    Auf dem Platz selbst: bunte Gruppen, traditionelle Kleidung, Tanzformationen und Kapellen, die den Soundtrack gleich mitlieferten. Nach kurzer Recherche wurde klar: Wir waren mitten im Juni-Höhepunkt von Cusco. Die Stadt verwandelt sich in ein riesiges Festivalgelände.

    Der Monat beginnt meist mit Fronleichnam (Corpus Christi – den wir schon in Potosí, Bolivien erlebt hatten) und endet am 24. Juni mit dem Inti Raymi, dem Sonnenfest – dem größten erhaltenen Fest der Inka-Kultur. Dieses markiert die Wintersonnenwende nach dem Inka-Kalender.

    Wir schauten uns die Parade an und zogen dann weiter durch die Altstadt.

    Unterwegs trafen wir auf drei Frauen mit Baby-Alpakas auf dem Schoß – oder genauer gesagt: wartend auf Touristen mit Kamera und Kleingeld-Ambitionen.

    Da die Baby-Alpakas so unwiderstehlich waren, konnte Xin keinen Schritt weitergehen. Schließlich drückte einer der Frauen ihr ein Baby-Alpaka in die Arme. Gegen ein kleines Trinkgeld durfte das obligatorische Foto natürlich nicht fehlen.

    Danach ging es weiter durch enge Gassen mit beeindruckenden Inka-Steinfundamenten. Die Steine sind so präzise gearbeitet, dass sie ohne Mörtel perfekt ineinandergreifen – und das nicht in bravem Rechteck, sondern in fünf-, sechs- oder siebeneckigen Formen.

    Besonders berühmt: ein Stein mit zwölf Ecken, Teil eines gigantischen Fundaments eines ehemaligen Inka-Tempels oder -palastes, der später von den Spaniern überbaut wurde und heute als Museum dient. Der direkte Vergleich zwischen Inka-Perfektion und eher pragmatischer spanischer Baukunst wird vor Ort gerne demonstrativ hervorgehoben.

    Die Bauweise ist übrigens nicht nur ästhetisch, sondern auch extrem erdbebensicher – Granit plus Verzahnung ergibt Stabilität, die Jahrhunderte überlebt.

    Am Ende des Tages besuchten wir noch das Museo Inka de Cusco. Die Ausstellung reichte von der Prä-Inka-Zeit (von ca. 3000 v. Chr.) über die Inka-Epoche bis ins späte 18. Jahrhundert.

    Fotografieren war leider verboten, aber dafür gab es jede Menge Inhalt: Landwirtschaft auf Terrassen, ausgeklügelte Bewässerungssysteme und Bestattungsrituale der Oberschicht.

    Besonders eindrücklich waren Schädel aus der Prä-Inka-Zeit (Paracas), die im Kindesalter künstlich verformt wurden – durch Bandagen so stark, dass sich längliche Schädelformen entwickelten. Statussymbol, Schönheitsideal oder ethnisches Merkmal – je nach Epoche.

    Auch Mumien spielen in Peru eine große Rolle: Durch die trockene, sauerstoffarme Höhenluft sind viele erstaunlich gut erhalten.

    Die Ausstellung endete mit der spanischen Kolonialzeit:Darstellungen von ungleichen Kämpfen (Schusswaffen und Rüstungen gegen Speere und Lederschilde), der Hinrichtung des letzten Inka-Herrschers, bis zur Missionierung und koloniale Möbelstücke aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

    11.06.2026 – Aquädukt, Cristo Blanco und eine Parade, die nicht nach Hause wollte

    Nach dem Frühstück ging es erneut durch Cusco. Am Plaza de Armas Cusco fand wieder eine kleinere Parade statt – deutlich ruhiger als am Vortag, aber immer noch mit ausreichend Sound, um jede Unterhaltung dauerhaft zu übertönen.

    Erstes Ziel des Tages: das Acueducto de Sapantiana, ein historisches, mehrstöckiges steinernes Aquädukt aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert, erbaut vom Jesuitenorden und dem Stadtrat von Cusco. Leider herrschte Trockenzeit, sodass die Kaskaden eher „architektonisches Potenzial“ als tatsächlichen Wasserfall lieferten.

    Weiter ging es durch kleine Gassen mit weiße Häuser und viele Blumen, die an den Wänden hingen.

    Dann folgte ein kleiner Aufstieg zum Cristo Blanco, einer etwa 10 Meter hohen Jesus-Statue, die über hoch der Stadt wacht. Rio lässt grüßen😄

    Direkt daneben liegt die gewaltige Inka-Festung Sacsayhuamán, die wir uns für einen anderen Tag aufgehoben haben – was angesichts der Größe vermutlich auch eine gute Entscheidung war.

    Auf dem Rückweg am Nachmittag wurde es dann plötzlich laut: Musik, Böller, Trubel in der Nähe des Hotels. Also kurzer Stopp in Hotel – und dann direkt rein ins Geschehen.

    Plötzlich waren wir mitten in einer Parade aus Trommeln, Tanzgruppen und bunt gekleideten Menschen. Wir liefen ein Stück den Berg hinauf mit, bis wir an einem Platz ankamen, auf dem sich Schul- und Universitätsgruppen versammelten, alle in aufwendig gestalteten Kostümen. Mehrere Männergruppen trugen große Heiligenfiguren, begleitet von privatem Feuerwerk, das eher nach „organisiertem Chaos mit Zündschnur“ wirkte als nach offizieller Veranstaltung.

    Am Ende blieb der Eindruck einer riesigen Straßenparty, getragen von hunderten Einheimischen – laut, farbenfroh und komplett ohne Zurückhaltung. Ein würdiger Abschluss für einen sehr vollen Tag.

    Morgen geht es nach dem Frühstück weiter nach Ollantaytambo, einem weiteren historischen Inka-Ort auf dem Weg nach Machu Picchu. Die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung von Cusco und die große Party am 24. Juni heben wir uns für später auf.