Nachdem wir Weihnachten gemütlich auf Bali verbracht hatten, waren wir diesmal besonders vorbildlich und buchten Flug und Unterkunft für Silvester in Sydney schon frühzeitig – man lernt ja dazu. Für die Einreise erledigten wir eine Woche vorher brav die elektronische Anmeldung im Internet.
Im Flugzeug durften wir dann zur Sicherheit noch einmal einen Zettel ausfüllen – mit unseren Daten und der wichtigen Frage, ob wir heimlich Goldbarren, exotische Früchte oder sonstige Schätze eingeschmuggelt haben.
Am Flughafen in Sydney ging es direkt weiter: Noch einmal in einem Computer Daten eintippen, Krankheiten ausschließen, die letzten Reiseländer angeben (Stichwort „Risikogebiete“) – gefühlt kannten sie unseren Lebenslauf jetzt besser als wir selbst. Danach durch die Passkontrolle, komplett futuristisch mit automatischem Ausweis- und Gesichtsscan. Ein freundlicher Hinweis der Mitarbeiter zeigte uns schließlich den „schnellsten Weg“ – ganz egal, ob man etwas zu verzollen hatte oder nicht.
Wir entschieden uns pflichtbewusst für den Ausgang „Declare“ (Waren anmelden) und waren nach exakt einer Minute wieder draußen. Rekordzeit! Kurze Lagebesprechung, ein schneller Google-Maps-Check zur besten Route ins Apartment – und dann schnurstracks zum Busbahnhof und ab ins Bett.
Besonders cool: Wie schon in Kuala Lumpur und Singapur braucht man hier keine Fahrkarten mehr. Einfach Handy raus, Google Pay an den Scanner halten – egal ob Bus oder Bahn. Wichtig dabei: Beim Aussteigen bzw. Verlassen von Bus oder Bahnhof noch einmal scannen, sonst denkt das System vermutlich, man fährt bis ans andere Ende Australiens. Günstig, unkompliziert und so bequem, dass man sich fragt, warum das nicht überall so läuft.
Am ersten Tag in Sydney stand dann erst einmal der Großeinkauf für die nächsten Tage auf dem Programm – man will ja nicht an Silvester hungern. Danach folgte die strategische Mission: Mithilfe der offiziellen „Sydney New Year’s Eve“-Web Seite eine Vorabbesichtigung der besten Hotspots für das Feuerwerk in der Sydney Bay. Natürlich standesgemäß mit Blick auf die Oper und die Harbour Bridge.


Diese Erkundung war auch dringend notwendig, denn der Ansturm hatte bereits einen Tag vorher begonnen. Am Nachmittag schlugen die ersten Unerschrockenen schon ihre Zelte im nahegelegenen Park auf, um beim Einlass an den Toren ganz vorne dabei zu sein und sich den besten Platz direkt am Wasser zu sichern. Einfach hingehen und mal schauen? Vergesst es. Alles ist minutiös durchorganisiert und größtenteils bereits abgesperrt. Am Infostand teilte man uns dann noch trocken mit, dass letztes Jahr um 15 Uhr bereits alles voll – und endgültig dicht – war. Willkommen in Sydney an Silvester 😄
Also starteten wir am Silvestertag schon gegen 12 Uhr, um überhaupt noch eine Chance auf einen der besseren Plätze zu haben. Während der 30-minütigen Zugfahrt Richtung Hafen checkten wir im Minutentakt den Livestatus auf der Website – mit dem ernüchternden Ergebnis, dass unsere Top 3 bereits „rot“ und damit voll waren. Also Plan B: der nächste Spot, der im Netz noch hoffnungsvoll grün leuchtete. Gegen 13 Uhr, zwei Eingangsschleusen und eine Sicherheitskontrolle später, ergatterten wir tatsächlich einen Platz in Campbells Cove – etwa 15 Meter vom Wasser entfernt, mit direktem Blick auf Oper und Harbour Bridge. Jackpot! Um uns herum Massen von Menschen, die sich entweder gemütlich auf Decken oder ausgesprochen luxuriös auf Klappstühlen auf dem harten Betonboden niederließen.


In den folgenden Stunden strömten weiterhin Menschenmengen herein, alle auf der verzweifelten Suche nach irgendeinem Platz. Wir fragten uns ernsthaft: Alles ist schon voll – wo sollen die denn bitte noch hin? Die Security patrouillierte unermüdlich und scheuchte regelmäßig Leute weg, die es sich auf markierten Wegen oder vor Notausgängen bequem gemacht hatten.

Man muss fairerweise sagen: Die Organisation war beeindruckend. Überall gab es Trinkwasserstellen, ausreichend Toiletten und Foodtrucks für das leibliche Wohl. Für den Notfall standen große Sanitätsbereiche bereit – in einem davon entdeckten wir sogar ein paar Defibrillatoren von Xin’s Firma. Schnell ein Beweisfoto gemacht, Stolz gespeichert, weiter im Programm.

Und dann hieß es nur noch: 11 Stunden auf dem harten Betonboden ausharren, bis das große Spektakel endlich losging. Silvester in Sydney – nichts für schwache Nerven, aber definitiv unvergesslich 😄

Der Status auf der Website zeigte um 18:30 Uhr, dass bereits 90 % der Aussichtspunkte ausgebucht waren. Das Publikum war bunt gemischt – Inder, Asiaten, Australier, Deutsche und Schweizer –, aber durchweg sehr friedlich. Um 21 Uhr gab es das erste Feuerwerk über der Bay, gedacht für die Familien mit kleineren Kinder, die früh ins Bett müssen

Das erste Feuerwerk war bereits großartig, doch es sollte noch übertroffen werden. Danach lichteten sich die Reihen zwar etwas, aber gefühlt kamen immer noch ständig neue Leute dazu. Ununterbrochen versuchten Menschen, sich irgendwo dazwischenzuquetschen. Teilweise saßen Leute sogar halb auf unserer Decke. Trotzdem konnten wir unseren Platz bis zum bitteren Ende verteidigen.
Kurz vor Mitternacht wurde der Countdown auf einen Turm der Harbour Bridge projiziert, und alle begannen wie aus einem Chor mitzuzählen: 3 … 2 … 1. Dann brach die Hölle los – das Hauptfeuerwerk startete. Von Plattformen in der Bay, von der Harbour Bridge und von der Oper schossen Raketen in den Himmel und erleuchteten die Nacht in hundert verschiedenen Farben.
Nach 15 Minuten voller Staunen und Applaus war das Spektakel vorbei. Alle strömten wieder nach Hause. Die Straßen waren völlig überfüllt, und wir brauchten schließlich anderthalb Stunden bis ins Apartment.
Fazit: Das lange Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Einmal Silvester in Sydney – das sollte jeder mindestens einmal erlebt haben.
Wir wünschen allen ein gutes und gesundes neues Jahr 2026!!





























































































































































































