25.06.2026 – Heute ging es von Cusco nach Puno – allerdings nicht mit irgendeinem Fernbus, sondern mit einem Tourbus. Die Fahrt dauerte zwar stolze zehn Stunden, doch dank fünf Zwischenstopps ( inkl. Mittagessen) verging die Zeit erstaunlich schnell. Unsere Stopps waren:
Andahuaylillas – die berühmte Kirche, die nicht umsonst als „Sixtinische Kapelle der Anden“ bezeichnet wird. Leider ist fotografieren drinnen nicht erlaubt.

Raqchi – mit dem beeindruckenden Tempel des Gottes Wiracocha. Besonders auffällig sind die zahlreichen noch gut erhaltenen, runden Lagerräume. Sowohl der Tempel als auch die Wohnhäuser wurden exakt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet, sodass die aufgehende Sonne die Gebäude auf besondere Weise beleuchtet. Die Inka verstanden erstaunlich viel von Architektur und Astronomie.




La Raya – der höchste Punkt der Strecke mit wunderschöner Aussicht auf die Anden. Die Grenze zwischen den Regionen Cusco und Puno.



Archäologische Museum von Pukara – zwar klein und übersichtlich, aber dennoch interessant.

Unsere Reiseleiterin versorgte uns während der gesamten Fahrt und den Stopps mit spannenden Geschichten über die Vor-Inka-Zeit, das Inkareich, die spanische Kolonialzeit und das heutige Leben in Peru. So wurde die Busfahrt fast schon zu einer kleinen Geschichtsstunde – nur deutlich unterhaltsamer als damals in der Schule. Das Konzept gefällt mir richtig gut: Statt acht Stunden am Stück im Bus zu sitzen, kann man immer wieder aussteigen, sich die Beine vertreten und gleichzeitig interessante Sehenswürdigkeiten besichtigen.
Sogar Frühstück in Form einer Lunchbox und ein Mittagsbuffet waren im Preis enthalten. Außerdem konnten wir paar regionale Spezialitäten im Bus ausprobieren. Das absolute Highlight war allerdings das Starlink-WLAN im Bus. So konnten wir unterwegs sogar die Fußball-WM live verfolgen. Da fragt man sich wirklich, warum nicht jeder Fernbus in Südamerika so ausgestattet ist.


26.06.2026 – Heute stand etwas Bewegung auf dem Programm. Zuerst wanderten wir zum Mirador El Cóndor. Der Weg bestand gefühlt zu 95 % aus Treppen und brachte uns ordentlich ins Schwitzen. Da merkte man wieder die Höhe von über 4.000 Meter.



Oben angekommen war die Aussicht aber jede Stufe wert.



Anschließend ging es weiter zum Cerrito Huajsapata, einer weiteren Aussichtsplattform mitten in der Stadt. Leider war der Zugang wegen einer Baustelle komplett gesperrt. Aber das hat offenbar niemanden so richtig interessiert. Also spazierten wir einfach hinein. Niemand hielt uns auf, niemand fragte nach einer Erklärung. Peru scheint das Motto zu haben: Solange ihr selbstbewusst ausseht, wird das schon passen. Auch von dort hatten wir einen schönen Blick über Puno.

27.06.2026 – Leben auf schwimmenden Inseln und modische Hüte

Heute machten wir einen Tagesausflug auf dem Titicacasee zu den Uros-Inseln den schwimmenden Dörfern im See und zur Insel Taquile.
Die Uros-Inseln bestehen aus hunderten schwimmender Schilfinseln. Tatsächlich leben dort bis heute Menschen – und fast alles besteht aus Totora-Schilf: die Inseln, Häuser, Betten, Küchen, Boote, Spielzeug und sogar eine Aussichtsplattform in Form eines Pumas.



Damit die Inseln nicht langsam untergehen, müssen regelmäßig – etwa alle zehn bis fünfzehn Tage – neue Schilfschichten aufgelegt werden. Ein ständiger Hausputz reicht hier also nicht – man muss gleich die ganze Insel erneuern.


Die Toiletten wurden von Hilfsorganisationen gespendet, Strom liefern inzwischen Solarpaneele. Dadurch können die Bewohner sogar Musik hören oder ihre Handys laden. Es ist wirklich schwer vorstellbar, dauerhaft so zu leben. Die Frauen stellen wunderschöne Wandteppiche und kleine Kunstwerke her und verkaufen sie an Besucher. Viele Männer arbeiten dagegen auf dem Festland.


Natürlich durfte auch eine Fahrt mit einem der traditionellen gelben Schilfboote nicht fehlen. Etwa eine halbe Stunde waren wir unterwegs. Das kostet zwar extra, bringt den Familien aber ein zusätzliches Einkommen. Besucher kommen nämlich nicht jeden Tag. Der Dorfvorsteher entscheidet sogar, welche Familie welche Touristengruppe empfängt, damit alle gleichmäßig von den Einnahmen profitieren.




Danach fuhren wir fast zwei Stunden weiter zur Insel Taquile.

Im Gegensatz zu den Uros-Inseln liegt sie auf festem Boden und ist deutlich größer. Hier erklärte uns unser Guide, dass man unbedingt auf die Kopfbedeckungen der Einheimischen achten sollte.

Ledige Männer tragen rot-weiße Mützen. Sie sollten möglichst aufrecht stehen und gut aussehen – sonst steigen die Chancen auf eine Hochzeit angeblich nicht gerade. Verheiratete Männer tragen ausschließlich rote Mützen.Wichtige Persönlichkeiten wie der Bürgermeister sollen sogar zwei Mützen gleichzeitig tragen. Leider begegnete uns kein Bürgermeister. Das hätte ich zu gern gesehen. Auch bei den Frauen verrät die Kopfbedeckung den Familienstand: Große, bunte Bommel bedeuten ledig, kleinere und dunklere Bommel verheiratet. Mode kann eben manchmal sehr praktisch sein. Auf der Plaza de Armas hatte ich sogar die Gelegenheit, gemeinsam mit den Einheimischen zu tanzen. Durch die vielen schnellen Drehungen und plötzlichen Richtungswechsel wäre ich dabei fast mit einem Musiker zusammengestoßen, der direkt vor mir stand. Zum Glück blieb es bei einem Beinahe-Unfall – sonst wäre ich vermutlich unfreiwillig Teil der Aufführung geworden.

Nach dem Mittagessen zeigten uns einheimische Familien, wie man aus einer Pflanze auf ganz natürliche Weise Shampoo herstellt. Anschließend führte uns eine Frau ihre beeindruckende Webtechnik vor. Mit welcher Geschicklichkeit und Geschwindigkeit sie die kunstvollen Muster entstehen ließ, war wirklich faszinierend.


Nach dem Tagesausflug fuhren wir mit einem Tuk-Tuk vom Hafen zurück zum Hotel. Das war ein Erlebnis! Fast wie eine Fahrt mit der Achterbahn im Skyline Park – nur eben auf drei Rädern und mitten im Straßenverkehr.

28.06.2026 – Pikachu auf dem Titicacasee
Heute wollten wir eigentlich nur Bustickets nach Arequipa kaufen. Auf dem Weg zum Busbahnhof kamen wir erneut am Hafen vorbei, von dem wir gestern von unserem Ausflug zurückgekehrt waren.

Schon gestern waren uns dort die vielen Tretboote aufgefallen. Besonders eines hatte es mir angetan: ein Tretboot in Form von Pikachu.

Ich sagte nur: „Damit muss ich unbedingt fahren!“ Michael organisierte kurzerhand das Boot und keine fünf Minuten später saßen wir bereits darauf und drehten unsere Runde über den Titicacasee. So entstehen die schönsten Programmpunkte ganz spontan.


Danach machten wir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch Puno und entdeckten unterwegs eine riesige Rutsche. Leider sieht es ziemlich ungepflegt aus– sonst hätte ich sie vermutlich auch noch getestet.

29.06.2026 – Heute verabschiedeten wir uns von Puno. Mit einem normalen Reisebus ging es über Juliaca nach Arequipa. Die Fahrt dauerte etwas mehr als sieben Stunden, inklusive einer kurzen Pause. Das Ticket kostete gerade einmal 50 Sol (etwa 12,50 €) pro Person – ein Preis, bei dem man in Deutschland nicht einmal bis zur nächsten größeren Stadt kommen würde. Am Abend erreichten wir schließlich Arequipa – das nächste Kapitel unserer Peru-Reise konnte beginnen.
















































































































































