Autor: xin

  • Australien – Queensland Roadtrip 3

    Wir rollten also von Rockhampton ganz entspannt Richtung Süden – australische Entspanntheit Level 100 – und bezogen Quartier in dem sympathischen Örtchen Agnes Water. Angeblich die nördlichste Surf-Hochburg der Gold Coast. Also quasi: Gold Coast ohne Glitzer, dafür mit mehr Flip-Flops und weniger Instagram-Filter.

    Erster Programmpunkt: Bustard Bay Lookout. Meerblick im 270 Grad Blick. 2 Kilometer davon entfernt gibt es einen der wenigen Orte in Queensland, wo man den Sonnenuntergang über dem Wasser sehen kann. Wir fühlten uns kurz wie Entdecker, obwohl das Schild „View sunset over water“ vermutlich täglich 200 Menschen den gleichen Aha-Moment beschert.

    Am Main Beach tobten Kindergruppen bei ihren ersten Surfversuchen. Mehr Salzwasser in der Nase als Stabilität auf dem Brett – aber der Enthusiasmus war olympiareif. Am Chinamans Beach dagegen: stoische Angler, die vermutlich schon seit 1987 auf denselben Fisch warten. Goldene Strände, moderate Wellen – Postkartenidylle mit leichter Sonnencreme-Note.

    Dann ging es weiter nach Bundaberg. Unser erster Stopp? Krankenhaus. Ja, richtig gelesen. Michael musste sich die Fäden ziehen lassen, die er sich zehn Tage zuvor heldenhaft in den Josephine Falls „erarbeitet“ hatte.

    Den richtigen Arzt zu finden, war eine Art Schnitzeljagd für Fortgeschrittene. Wir fragten uns freundlich von Schalter zu Schalter, bis Michael schließlich per Gegensprechanlage mit einer Triage-Krankenschwester hinter Glas sprach. Es hatte leichte Gefängnisfilm-Vibes. Fenster weiter, Formulare, warten. Und dann – Überraschung! Nach nur 30 Minuten war er dran. Fünf Minuten später: Fäden raus. Kostenlos. Die Ärztin schenkte ihm sogar die Pinzette als Souvenir. Australien 1 – deutsches Gesundheitssystem 0. Ich war kurz davor, eine Dankesrede zu halten.

    Natürlich darf man Bundaberg nicht verlassen, ohne die berühmte Bundaberg Rum Distillery zumindest kulturell zu würdigen. Rein wissenschaftlich haben wir kleine Fläschchen getestet. Intensiv, leicht rauchig. Sagen wir so: In der Karibik hatten wir geschmacklich schon ambitioniertere Forschungsprojekte.

    Abends ging es zum Oaks Beach – Schildkrötenbabys beim ersten Sprint ins Leben beobachten. Ergebnis: keine Babys. Dafür ein Sonnenuntergang wie gemalt, mysteriöse Sandspuren und Krebse, die seitwärts schneller flüchten als wir „Foto!“ sagen konnten. Freilaufende Hunde trotz Verbots inklusive – vielleicht buchen die Schildkröten deshalb lieber andere Strände. Oder wir hatten heute einfach nur kein Glück.

    Einen Tag später erreichten wir Hervey Bay. Botanischer Garten. Idylle. Und plötzlich: Eidechse. 70 cm. Mindestens. Vielleicht 80. 100 Meter weiter: Riesenspinne. Australien begrüßt einen eben herzlich.

    Dann – Schildkröten-Alarm! Kaum standen wir am Wasser, schwammen 5, 10, 15 neugierige Schildkröten heran, streckten die Köpfe aus dem Wasser und schauten uns erwartungsvoll an. Offenbar sind sie hier Fütterungen gewohnt – was verboten ist. Wir hatten ohnehin nichts dabei. Also Fotos gemacht, leicht schlechtes Gewissen entwickelt und weitergezogen.

    Im botanischen Garten gab es noch einen kleinen chinesische Garten mit Springbrunnen, Teichen und Bambus.

    Weiter zum historischen Urangan Pier – einst 1124 Meter lang, heute immer noch beeindruckende 868 Meter. Früher Umschlagplatz für Zucker, Holz und Kohle; heute Spaziergänger und 30–40 ambitionierte Angler, die vermutlich alle denselben Fisch wie der Kollege in Agnes Water suchen.

    Nächster 2-Tages-Halt: Tin Can Bay. Am nächsten Morgen zur Norman Point, wo man morgens seltene Buckeldelfine sehen kann – und gegen 15 AUD sogar füttern. Der Andrang war beachtlich. Wir entschieden uns für die Budget-Variante: aus der zweiten Reihe beobachten und Geld sparen. Delfine gesehen, Portemonnaie geschont – Win-Win.

    Danach weiter nach Rainbow Beach, um alles für unsere Tour nach Fraser Island (heute offiziell K’gari) vorzubereiten. Meeting point und Parkplatzsituation erkunden. Der Strand? Endlos. So endlos, dass einige direkt mit dem Allradfahrzeug bis ans Wasser fuhren.

    Hinter einem Hügel liegt der Carlo Sand Blow – erreichbar nach zehn Minuten Regenwald-Spaziergang. Und plötzlich: Wüste. Sand bis fast zum Horizont. Eine Seite Steilklippe zum Meer, die andere verläuft sich zwei Kilometer weiter wieder im Regenwald. Surreal. Als hätte jemand Sahara und Australien kurz verwechselt.

    Zum Abschluss noch ein Abstecher nach Inskip Point – eine der Fährstellen nach Fraser Island. Strand, Abendlicht – und plötzlich Delfine! Und eine Schildkröte! Nur wenige Meter vom Ufer entfernt. „Schnell ins Wasser, Delfine streicheln!“, dachten wir. Die Delfine dachten: „Schnell ins tiefe Wasser, Menschen vermeiden.“ Sie gewannen.

    Australien bleibt spannend – manchmal mit Surfkurs, manchmal mit Notaufnahme, manchmal mit Rumverkostung mit ausbaufähigem Ergebnis. Aber auch manchmal seltene Delfine, manchmal Wüste. Und manchmal mit 20 Schildkröten, die mehr Erwartungen an uns haben als wir an sie.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 2

    Wir sind weitergefahren von Townsville nach Airlie Beach – voller Vorfreude auf Postkartenidylle.
    In Airlie Beach spielte allerdings das Wetter „Ich kann mich nicht entscheiden“: fünf Minuten Sonne, zehn Minuten Regen, dann wieder Sonne. Manchmal sogar Sonne und Regen gleichzeitig. Als hätte der Himmel einen inneren Konflikt.
    Geplant war eigentlich eine Rundflug über das berühmte Heart Reef und die Whitsundays Islands und natürlich über das Great Barrier Reef. Einmal das Riff von oben bestaunen – Traum!
    Wir saßen schon im Shuttlebus um noch ein paar andere Teilnehmer einzusammen. Dann wurde auf halben Weg die Tour wegen des Wetters abgesagt. Nach dem Wrack-Tauchen einige Tage zuvor die nächste Absage. Der nächste Tag? Wetter noch schlechter. Kein Ersatztermin möglich. Komplett storniert, Geld zurück. Große Enttäuschung 😞 Wieder einmal zeigt Australien: Es entscheidet.
    Am nächsten Tag sind wir aus Frust den Honeyeater Trail gewandert – dem Wetter zum Trotz. Diesmal immerhin ohne Schlange. Stattdessen eine riesige Kröte und eine sehr selbstbewusste, große Echse, die eindeutig der Meinung war, dass wir hier nur Gäste sind.

    Natürlich hat es immer wieder geregnet.
    Wir waren komplett durchnässt – ob vom Schweiß oder vom Regen, ließ sich nicht mehr differenzieren. Egal. 8,2 Kilometer später waren wir klatschnass, aber zufrieden. Schön war’s trotzdem.

    Da gerade chinesisches Neujahr war (16.–17.02.), haben wir uns abends ein gutes Essen gegönnt. Wie in China: QR-Code am Tisch scannen, bestellen, direkt bezahlen (in China zahlt man eigentlich erst nach dem Essen – hier war man effizienter). Irgendwann erscheinen dann Getränke und Essen. Sehr bequem – wir mögen dieses System.

    Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden – in der Hoffnung, das schlechte Wetter endlich hinter uns zu lassen.
    Während der Fahrt hat es so stark geregnet, dass es der Scheibenwischer trotz schnellster Stufe komplett überfordert war. Mehrmals Aquaplaning – das Auto fühlte sich kurz an, als wolle es abheben. Zweimal mussten wir anhalten und warten, bis der Regen nachließ. Safety first.

    Unterwegs sahen wir riesige Zuckerrohrplantagen, teilweise direkt neben einer Eisenbahnstrecke die zum direkten Transport in die Zuckerrohrfabrik dient. Und damit der Fahrer auf der endlos langen Strecke (Stichwort „Fatigue Area“) nicht einschläft, stehen große Quiz-Plakate am Straßenrand.
    Beispiel: „Was ist der höchste Berg in Queensland?“
    Ein paar Kilometer später: die Antwort.: Mount Bartle Frere. Pädagogisch wertvoll und wachhaltend zugleich.
    Nach viereinhalb Stunden kamen wir in Rockhampton an – der selbsternannten „Beef Capital of Australia“. Und das Beste: Hier regnet es nicht. Yeah!
    Heute haben wir in Rockhampton zuerst die Rockhampton Museum of Art besucht – kostenloser Eintritt.

    Danach in den Rockhampton Zoo – ebenfalls kostenlos.

    Der Zoo beherbergt teilweise verletzte oder gerettete Tiere, die nicht mehr in die Wildnis zurück können.

    Neben Kängurus und Koalas haben wir auch einen Cassowary gesehen – ein Vogel, der aussieht, als hätte die Evolution kurz experimentiert. Man sag auch er stammt aus der Zeit der Dinosaurier. Zwei unglaublich süße Wombats, bunte Papageien (einer rief tatsächlich „Hallo!“), Erdmännchen und natürlich Krokodile.

    Das Süßwasserkrokodil – etwa zwei Meter lang – lag entspannt in der Sonne und schlief. Das Salzwasserkrokodil dagegen: doppelt so groß, doppelt so breit, langsam durchs Wasser gleitend und uns fixierend. Als würde es überlegen, ob wir in sein Beuteschema passen.
    In solchen Momenten bekommt man großen Respekt vor der Wildnis. So einem „Monster“ möchte man wirklich nicht zufällig begegnen.

    Außerdem haben wir Schimpansen, Dingos, Schlangen und viele weitere Tiere gesehen. Alles war sehr liebevoll gestaltet. Weil ich von der Einrichtung wirklich begeistert war, habe ich am Ausgang noch etwas gespendet – in der Hoffnung, dass die Tiere hier weiterhin ein sicheres Zuhause haben.

    Fazit: Regen, Enttäuschung, Aquaplaning – aber auch Natur, gutes Essen und beeindruckende Tiere. Australien bleibt spannend.

  • Australien – Roadtrip in Queensland

    oder: Wie man in 24 Stunden das australische Gesundheitssystem testet

    In Cairns haben wir unseren Mietwagen abgeholt. Mit genau diesem Gefährt werden wir die nächsten 18 Tage Richtung Süden bis Brisbane roadtrippen. Freiheit, Abenteuer, endloses grün. Spoiler: Am ersten Tag haben wir direkt einen Unfall hingelegt. Noch größerer Spoiler: Happy End.

    Tag 1 – Von Naturidylle zu Notaufnahme

    Erster Stopp: Babinda Boulders: Ein wunderschöner Bach mitten im tropischen Regenwald, mit zwei natürlichen Pools, kristalklares Wasser, Tiefe bis zu 5 Meter … perfekt zum Abkühlen bei tropischer Hitze. Es ist einer dieser Orte, bei denen man denkt: „Genau dafür bin ich nach Australien geflogen.“

    Auf dem Parkplatz haben wir sogar australische „Hühner“ gesehen – die berühmten Brush Turkeys, die aussehen, als wären sie gerade bei Frisur gewesen und haben den Kopf zu lange in die Sonne gehalten.

    Wir sind natürlich in beiden Pools ein wenig geschwommen, haben das Dschungel-Feeling genossen und waren eigentlich schon ziemlich zufrieden mit uns und der Welt.

    Zweiter Stopp: Josephine Falls: Ein kleiner, wunderschöner Wasserfall an einem Bach voller riesiger Felsen. Einer dieser Felsen bildet bei ausreichend Wasser eine Rampe und wird von mutigen Menschen als natürliche Wasserrutsche benutzt. Sieht spektakulär aus. Sieht nach Spaß aus. Sieht nach Instagram aus.

    Ich war nach dem ersten Schwimmen ehrlich gesagt müde und dachte mir: „Heute lieber keine Action mehr.“ Michael hingegen: „Challenge accepted.“

    Plan: Er probiert die Rutsche, ich filme heldenhaft.

    Realität: Der Einstieg war das Problem. Wahrscheinlich gibt es einen geheimen Zugang nach oben – wir wussten es nur nicht. Hätten wir mal die anderen „Verrückten“ auf ihrem Weg beobachtet. Michael entschied sich für die Variante „Von unten über die Felsen hochzuklettern“.

    Ich sehe aus der Ferne, wie er mehrmals versucht hochzuklettern. Schließlich schon halb oben, steht er auf, Barfuß. Einen nasse Stelle auf dem Felsen. Nächste Sekunde: Ausrutschen. Kopf auf Felsen. Platsch – ins Wasser.

    Mein Herz setzte kurz aus und fiel gefühlt bis in den Bauch. Er stand wieder auf – benommen, aber bei Bewusstsein. Als er zu mir schaute, habe ich ihm fleißig gewunken und so angedeutet das er zurück kommen soll. Während er die etwa zehn Meter zurück durch den Bach schwamm, lief Blut über seine rechte Gesichtshälfte. Viel Blut. 4 cm Platzwunde. Drama pur.

    Zurück am Auto habe ich mit zitternden Händen die Wunde desinfiziert und notdürftig versorgt. Dank unserm Medi-Pack, das wir immer dabei haben. Dann ab ins Krankenhaus (Emergency room) nach Babinda. Kein Risiko eingehen, wegen Gehirnerschütterung und plötzlichem Schwindel / Ohnmacht … also musste ich fahren: Erstes Mal selbst im Linksverkehr, ohne Führerschein bzw. ohne gültigen FS für Australien. Aber die 15 Kilometer zum Arzt haben wir gepackt.

    Krankenhaus-Erlebnis – australische Version: Erst bezahlen, dann behandeln. Effizient.

    Lokale Betäubung, gründliches Spülen mit Salzwasser, sechs Stiche. Insgesamt vier Stunden Aufenthalt – die meiste Zeit Warteschleife, weil nur eine Ärztin Dienst hatte und wir nicht die kritischsten Patienten waren. Die Krankenschwester war unglaublich freundlich und brachte uns Sandwiches, Kekse und Wasser. Fast wie Business Class, nur mit neuer Narbe am Kopf.

    Zusätzlich: Antibiotikum und eine Boostrix-Impfung. Diagnose: Keine Gehirnerschütterung. Nichts Ernstes. Gott sei Dank.

    Übernachtung in Mission Beach – mit der Erkenntnis: Der Roadtrip hat offiziell begonnen.

    Tag 2 – Risiko-Minimierung

    Ein kleiner Ausflug über ein paar Kilometer Schotterpiste und durch eine ca. 15 cm tiefe Furt (eine sanfte Stelle zur Flussüberquerung). Das Auto musste so einiges mitmachen. Am Ende ein Spa-Pool und ein Lookout / Aussichtspunkt – allerdings nur anschauen, Fotos machen, NICHT schwimmen. Wir haben beschlossen, die nächsten 24 Stunden keine akrobatischen Felsmanöver mehr durchzuführen.

    Übernachtung sollte eigentlich im Forest Beach Hotel sein. Das Gebäude sah allerdings aus, als würde es jeden Moment in Rente gehen. Als erstes fanden sie unsere Reservierung nicht. Wenig später, nach ein paar minuten im Hinterzimmer hieß es dann leider kein Betrieb. Das war auch unser Eindruck … Hotel in den letzten Atemzügen. Die Dame an der Rezeption erstattete uns netterweise das Geld zurück und empfahl uns ein „Retreat“ nebenan. „Retreat“ war… optimistisch formuliert. Es wirkte eher wie ein Messi-Haus mit spirituellen Ambitionen. Wir bekamen beide leichte Horrorfilm-Vibes. Ende vom Lied: Selbst nach einem Hotel in der Nähe suchen. Wir fanden dann ein Motel in Ingham. Solide. Sauber. Psychologisch stabil.

    Tag 3 – Große Wasserfälle & große Schlangen

    Am kommenden Tag fühlte sich Michael noch / wieder fit, also 50 Minuten von Ingham ab in die Berge: die Wallaman Falls – mit 264 Metern der höchste permanente Wasserfall Australiens. Der Pool unten ist etwa 20 Meter tief. In der Regenzeit besonders spektakulär. Vom Lookout aus konnten wir sogar einen Regenbogen sehen. Sehr romantisch. Sehr friedlich.

    Da es Michael wieder gut ging, wagten wir den Abstieg (etwas 300 Höhenmeter). Der Weg: rutschig, teilweise steil und anstrengender als gedacht. Das Wetter: über 30 Grad, 90 % Luftfeuchtigkeit. Bio-Sauna deluxe.

    Plötzlich schreit Michael laut hinter mir:„Ahhhh!“ Eine große Schlange zusammengerollt direkt neben mir auf dem Stein. Ich bin dann sehr schnell, sehr ruhig , sehr unauffällig vorbeigegangen (innerlich: komplette Panik). Er machte schnell noch ein Foto und auch leise und schnell vorbei.

    Unten angekommen: gigantische Kulisse. Der Wasserfall donnert über unseren Köpfen, überall Nebel, tropisches Drama pur. Dann: Starkregen. Innerhalb von Sekunden komplett durchnässt. Kein Internet, kein Empfang – und auf dem Rückweg wartete noch eine Schlange auf uns!

    Zum Glück war auf dem Rückweg weit und breit keine Schlange mehr zu sehen. Hat sich wohl auch beim Regen rigendwo ins Trockene verzogen / geschlängelt. Später recherchiert: Eine Python. Also nicht giftig. Das erklärte auch, warum sie so entspannt da lag. Glück gehabt. Schon wieder.

    Tag 4 – Townsville, Wrack-Pech und Weitblick-Glück

    Eigentlich hatte ich nur ein Ziel: das berühmte Wrack der SS Yongala betauchen. Eines der spektakulärsten Wracks Australiens! Fische, Korallen, Geschichte, Gänsehaut – ich war bereit.

    Der Veranstalter leider nicht. „Zu wenige Teilnehmer. Neuer Termin nächsten Samstag.“
    Nächsten Samstag?! Wir waren auf Roadtrip, nicht im Wartesaal des Ozeans. Also kein Tauchgang. Kein Wrack. Nur ich und mein leicht beleidigtes Abenteuerherz. Sehr schade!!

    Also Stadtbesichtigung in Townsville.

    Castle Hill – Der Berg, der dich dem Himmel näherbringt (und deinem Puls auch)

    Mitten in der Stadt erhebt sich Castle Hill – ein Felsenklotz mit Aussichtsgarantie.
    Oben angekommen (leicht schnaufend, natürlich nur wegen der Hitze), hatten wir einen fantastischen Blick über Stadt und Meer.

    Und dort draußen liegt sie: Magnetic Island.

    Eine große Insel direkt vor der Küste. Man kann tatsächlich bis dorthin schauen – türkisfarbenes Wasser, weiße Strände, Postkartenidylle. Dort gibt es auch ein Wrack direkt an der Küste, halb über Wasser, komplett von Pflanzen überwuchert. Natur 1 : Mensch 0.
    Sehr fotogen. Wenigstens ein Wrack. Wenn auch trocken.

    Kissing Point – Geschichte mit Meeresbrise

    Weiter ging’s zum Kissing Point – ein Hügel mit Blick auf das offene Meer. Hier wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Fort Kissing Point errichtet, später bekannt als
    Jezzine Barracks.

    Im Zweiten Weltkrieg war die Anlage strategisch wichtig: Schutz für Hafen und Flughafen – letzterer diente als Basis für amerikanische Bomber im Pazifikkrieg gegen Japan.

    Heute stehen dort noch Bunker und alte Kanonen.
    Man läuft zwischen Betonresten herum, schaut aufs friedliche Meer – und denkt sich: Geschichte ist schon verrückt. Früher Verteidigungspunkt. Heute Selfie-Spot.


    Der Rock Pool – Schwimmen ohne Hai-Angst-Level 10

    Direkt an der Promenade liegt der Rock Pool. Ein künstlich angelegtes Meerwasserbecken. Öffentlich zugänglich. Gefiltertes Meerwasser. Keine Haie. Australien ist ja bekannt dafür, dass im Wasser alles entweder beißt, sticht oder einen zumindest skeptisch anschaut. Hier konnte man einfach schwimmen. Entspannt. Theoretisch.

    Dann plötzlich: SCHREI!

    Über uns kreisten große schwarze Kakadus – vermutlich Red-tailed Black Cockatoos. Riesig. Majestätisch. Laut wie startende Düsenjets. Sie schreien genauso laut wie die weißen Kakadus, die wir auf unserer Wohnmobiltour kurz vor Adelaide gesehen haben. Beim Fliegen sieht man rote Federn im Schwanz. Absolut beeindruckend.

    Australien und seine Tierwelt:
    Wunderschön. Laut. Und manchmal leicht lebensgefährlich.


    Zwischenfazit unseres Queensland-Roadtrips

    Internet in Queensland:
    1–2 MBit/s im Motel. In der Wildnis: Meditationstraining.

    Erste-Hilfe-Set:
    Gold wert.

    Australische Krankenhäuser:
    Freundlich. Effizient. Teuer.

    Michael:
    Jetzt offiziell „australisch zertifiziert“.

    Ich:
    Herzinfarkt-Level 7 überlebt.

    Und das waren die ersten Tage unseres Ostküsten-(Queensland-)Roadtrips.

    Fortsetzung folgt – hoffentlich ohne medizinischen Notfall.
    Aber mit Wrack. 😄

  • Australien – Cairns & Great Barrier Reef

    Weiter ging es nach 5 Nächten und 1500 km im australischen Outback (Northern Territory) wieder zur Ostküste. Wir nahmen in Alice Springs ein Flugzeug nach Cairns – Flugzeit etwa zwei Stunden. Fast leer. Freie Sitzplatzwahl!

    Easy. Dachten wir zumindest.
    Am Flughafen Cairns wollten wir ganz entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt fahren. Fehlanzeige. Obwohl es nur ca. 10 Minuten bis ins Zentrum sind, gibt es einfach keinen ÖPNV.😅
    Option A: Flughafen-Shuttle für stolze 35 Dollar.
    Option B: Uber für 21 Dollar.
    Die Entscheidung fiel nicht schwer – Uber war unser Retter.

    In Cairns herrscht tropisches Regenwetter deluxe: Sonne, Regen, Sonne, Regen – alles im Minutentakt. Dazu 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit, bei der man sich schon beim Atmen fragt, ob man gerade duscht oder schwitzt. Spoiler: Es ist beides.

    Nach dem Einchecken ins Hotel haben wir trotzdem noch die kleine Stadt erkundet.
    Das absolute Highlight: die Cairns Esplanade Lagune direkt am Meer. Eine riesige, wunderschöne Schwimmanlage – komplett kostenlos, mit Rettungsschwimmern, warmen Duschen und sauberen Toiletten. Und als Bonus: Die Leute machten gerade fröhlich Wassergymnastik mit Vorführung. Besseres Entertainment kann man sich kaum wünschen.

    Wir hatten eine dreitägige Tauchsafari zum Great Barrier Reef gebucht: insgesamt 10 Tauchgänge, davon 2 Nachttauchgänge. Michael war schnorcheln, ich natürlich tauchen. Wir sind zuerst mit einem kleineren Boot raus zum Riff gefahren und haben dort schon 2 Tauchgänge bzw. Schnorcheltouren gemacht. Später sind wir dann auf das große Schiff mit Kabinen und ungefähr 50 Leuten inkl. Besatzung umgestiegen. Dort haben wir dann 2 Nächte verbracht und waren an verschiedenen Spots an dem riesigen Riff, was sich fast die ganze OStküste entlang zieht.

    Einige Fische hier sind wirklich riesig, und ich habe zum ersten Mal bunte Seeschnecken gesehen – klein, knallbunt und komplett unterschätzt. sehr cool!
    Der absolute Höhepunkt für mich war der Nachttauchgang. Zuerst tauchten ein, zwei große Barsche auf, die ständig unserem Licht folgten, um kleine Fische zu jagen. Dann kamen immer mehr große Fische dazu – irgendwann wurde es fast unheimlich.

    Und plötzlich: Haie. Zwei, drei Stück. Vielleicht auch mehr – ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, um mein Nervensystem zu schützen. Wenn ich mit meiner Taschenlampe auf sie leuchtete, glänzten ihre Augen silbern. Überall waren Fische, Schatten, Luftblasen, Flossen, Lichtkegel – totales Unterwasser-Chaos. Und zack: wieder ein Hai. Und weg. Und wieder da. Für ein paar Sekunden dachte mein Gehirn: „Super, hier sterben wir jetzt.“

    Aber Spoiler: Ich bin heil aus dem Wasser gekommen – genau wie alle anderen Taucher. 💪

    Das Wasser war leider ziemlich trüb, wahrscheinlich wegen der Jahreszeit. Viele Korallen an unseren Tauchspots waren abgestorben – grau, traurig und weit entfernt von dem bunten Unterwasserparadies, das ich mir vorgestellt hatte. Insgesamt war ich ehrlich gesagt leicht enttäuscht. Dieses Gefühl hatten auch viele andere Taucher an Bord. Ich persönlich fand die Unterwasserwelt in Khao Lak und auf den Malediven deutlich schöner. Zwei Taucher aus Malaysia sagten sogar: „Bei uns ist viel schöner.“
    Fazit: Nächstes Mal fliege ich wieder nach Malaysia zum Tauchen. Ende der Diskussion. Naja, vielleicht auch nicht. Wir haben ja noch ein paar Tauchausflüge am Great Barrier Reef geplant und vielleicht haben wir das bessere Bedingungen.

    In Australien ist es ganz normal, ohne Guide nur mit einem Buddy, also einen anderen Taucher, zu tauchen. Wer einen Guide möchte, zahlt extra – 20 Dollar pro Person. Nach dem Briefing hieß es also: „Xin, glaub an deinen Orientierungssinn! “ und ich hoffe heimlich, dass er mich nicht im Stich lässt …

    Spoiler: Es ist ausbaufähig. In unbekanntem, trübem Wasser ohne Smartphone, ohne Google Maps und ohne „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ die richtige Richtung zu finden, war… sagen wir mal: ambitioniert. Jedes Riff sah aus wie das andere – Koralle links, Koralle rechts, Koralle überall. Manchmal sieht man nur Sandbank. Nach ein, zwei Navigations-„Experimenten“ haben meine Buddy (die hübsche Wei Fan) und ich das Boot dann doch wiedergefunden. Yeh! Mission „nicht für immer im Ozean bleiben“ erfolgreich abgeschlossen. 🥳🛥️

    Nach Ende der Bootstour wurden wir zurück nach Cairns gebracht.
    Am letzten Tag haben wir nochmal die Lagune genossen und abends den Night Market und Food Court unsicher gemacht. Trotz aller Vorsätze, keine Souveniers mitzunehmen, hatten es uns die beiden süßen Schlüsselanhänger angetan.

    Morgen geht es mit dem Mietwagen Richtung Süden.
    Was wir wohl noch alles erleben werden? 🚗✨

  • Australien – Uluru – Kata Tjuta

    Von Adelaide nach Alice Springs sind wir in etwa zwei Stunden geflogen – inklusive Zeitsprung. Uhr eine Stunde zurückstellen. Willkommen im Northern Territory, wo man nicht nur geografisch, sondern auch zeitlich sein eigenes Ding macht. Ergebnis: +8,5 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland. Ja, halbe Stunden. Warum einfach, wenn’s auch australisch geht.

    Mietwagen direkt am Flughafen abgeholt, anschließend Großeinkauf: Wasser, Essen, noch mehr Wasser und zur Sicherheit… Wasser. Im Outback ist Flüssigkeit wichtiger als Persönlichkeit.
    Nach dem Hotel-Check-in ging’s spontan zu den East MacDonnell Ranges, genauer gesagt zu Emily’s Creek – ein heiliger Ort der Aborigines. Sehr ruhig. Sehr spirituell. Sehr heiß. Und absolut menschenleer.
    Zwei schüchterne Kängurus, die uns angesehen haben, als hätten wir uns verlaufen.

    Am nächsten Tag: Roadtrip von Alice Springs nach Yulara. Mitten ins australische Outback.
    Dauer: knapp 5 Stunden.
    Temperatur: 45 Grad.
    Handyempfang: Nein.
    Internet: Vergiss es.

    Zum Glück hatte ich vorher eine Offline-Karte geladen – auch wenn man ehrlich sagen muss: Es gibt genau eine Straße. Wer sich hier verfährt, wollte es wirklich.
    Alle 50 – 100 km ein Rastplatz mit Toilette und Handyempfang (gefühlt Luxusresorts), ab und zu ein Auto entgegenkommend, und stellenweise darf man tatsächlich 130 km/h fahren. Australien vertraut dir. Sehr.

    Am Straßenrand: erstaunlich viele kaputte Autos. Und noch erstaunlicher: mehr tote Kühe als lebendige Kängurus. Vermutlich hatten hier Autos und Kühe… Meinungsverschiedenheiten.
    Abschleppen? Zu teuer. Also bleibt das Auto einfach hier. Für immer. Outback-Recycling.

    Man erzählt sich, hier gäbe es wilde Kamele und wilde Pferde.
    Wir sahen:
    ✔ 1 Dingo
    ✔ 1 Känguru
    ✔ 1 lange Eidechse
    ✖ Kamele
    ✖ Pferde
    Aber gut – jede Safari hat ihre Quote.

    Etwa 100 km vor Yulara taucht plötzlich Mount Conner auf.

    Sieht aus wie Uluru. Wirklich. Vielleicht haben früher Touristen gedacht: „Ah ja, Uluru. Check.“
    Aber nein. Bei genauerem Hinsehen: anderes Modell, andere Details.
    Neben dem Berg tobten kleine Sandstürme, auf der anderen Straßenseite lag ein riesiger, fast ausgetrockneter Salzsee. Überall roter Sand. Man fühlt sich wie in einem Mad-Max-Film – nur ohne Explosionen.

    Am späten Nachmittag erreichten wir Yulara. Ein Ort, der eher ein sehr ambitionierter Parkplatz ist.
    Infrastruktur: 1 Supermarkt, 1 Tankstelle,
    ein paar Unterkünfte
    Preise: hoch. Sehr hoch. Aber verständlich – alles muss hierher geschafft werden, vermutlich einzeln per Känguru.
    Man sieht viele Aborigines, aber noch mehr Touristen mit Kameras und großen Erwartungen.

    Gegen 18 Uhr fuhren wir zum Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Parkpass vorher online kaufen (38 $ für 3 Tage pro Person), QR-Code scannen – selbst im Nirgendwo läuft digital.
    Und dann:
    BOOM. ULURU.

    Ein riesiger roter Felsen.
    Links davon: ein gigantischer Regenbogen. Unsere Reaktion: kollektives „WOW!“

    Wir fuhren einmal komplett um Uluru herum – etwa 30 Minuten. Von jeder Seite ein anderer Charakter. Dann begann der Sonnenuntergang.
    Die Farben wechselten von rotbraun → rot → orange → dunkelbraun.

    Nach dem Sonnenuntergang kam der Mond, riesig und ruhig. Absolute Stille.
    Ein Moment, bei dem selbst das Gehirn kurz aufgehört hat zu denken.

    Heute klingelte der Wecker um 5 Uhr morgens.
    Ziel: Kata Tjuta, die Schwester von Uluru – angeblich sogar noch eindrucksvoller.
    Auf dem Weg dorthin:
    Sturm. Blitze. Dunkler Himmel.
    Die Blitze schlugen gefühlt direkt vor uns ein. Es sah aus wie der Anfang eines Weltuntergangsfilms.

    Und dann – zack – alles weg. Sonnenschein. Wir erreichten eine Aussichtplattform, von der man beide sehen kann:
    Links Kata Tjuta, rechts in der Ferne Uluru.
    Leider waren die Wolken wieder Spielverderber – die Sonne kam erst viel später. Wir warteten nicht lange und fuhren weiter.

    Im Valley of the Winds gibt es eine 7,4 km Wanderung. Mitten durch rote Felsen und epische Landschaft.
    Mit dem steigenden Licht wirkten die Steine fast lebendig. Einer der Berge hat uns sogar angelächelt.

    Ein Dauerproblem: freche kleine Fliegen.
    Jetzt weiß ich, warum hier so viele Menschen mit Kopfnetzen rumlaufen wie Hobby-Imker.
    Aber ehrlich: Lieber Fliegen im Gesicht als ein schwarzes Netz vor den Augen.

    Ab 11 Uhr wird der Wanderweg gesperrt, wenn es über 36 Grad wird.
    Wir waren schlau: von 7:30 bis 9:30 Uhr unterwegs.
    Temperatur beim Zurückkommen: 33 Grad. Heiß, müde, glücklich.

    Nach dem Abendessen entschieden wir spontan: Noch einmal Uluru.
    Diesmal ohne Rundfahrt. Einfach sitzen, schauen, nichts tun.
    Manche Orte muss man nicht verstehen. Man muss sie einfach wirken lassen.

  • Australien – Adelaide

    Adelaide hat uns vor 5 Tagn mit stolzen 45 Grad herzlich empfangen – so herzlich, dass selbst der Schatten schwitzte. Nach einem Ausflug ins Barossa Valley haben wir noch ganz pflichtbewusst das klassische Adelaide-Sightseeing erledigt.

    Aber seien wir ehrlich: Was macht man bei dieser Hitze eigentlich sinnvoll? Richtig. Man bewegt sich so wenig wie möglich und möglichst nah ans Wasser.

    Also entschieden wir uns für einen Nachmittag am Glenelg Beach. Der Weg dorthin war überraschend angenehm: In Adelaide kann man – wie in Sydney – die öffentlichen Verkehrsmittel ganz bequem mit einer kontaktlosen Kreditkarte bezahlen. Einfach beim Ein- und Aussteigen scannen. Bequemer geht’s kaum. Mit der Tram waren wir etwa 40 Minuten unterwegs, klimatisiert, versteht sich – unser persönlicher Luxusmoment des Tages. Kaum angekommen, begrüßte uns ein riesiges Riesenrad, das mitten vor dem Strand steht, als hätte es sich dort einfach spontan niedergelassen.

    Daneben gibt es eine Beach Bar (lebenswichtig) und einen langen Steg, vermutlich für Fischer. Vermutlich, denn an diesem Tag hatte wirklich niemand Lust, bei 45 Grad geduldig auf Fische zu warten – außer vielleicht die Fische selbst. Links und rechts vom Riesenrad erstreckt sich ein wunderschöner, weißer Sandstrand. Gerade fand dort offenbar ein Training für Rettungsschwimmer statt: Viele junge, extrem fitte Menschen rannten gleichzeitig mit ihren Brettern ins Meer, paddelten wie verrückt bis hinter das Ende der Stege und wieder zurück. Sah aus wie ein Wettkampf – oder ein sehr ambitioniertes Aufwärmprogramm. Wir schauten beeindruckt zu und beschlossen dann: Zuschauen reicht, jetzt sind wir dran.Also ab ins Wasser! Herrlich warm, mit angenehmen Wellen – perfekter Badespaß und endlich Abkühlung. Mission erfolgreich.

    In den nächsten Tagen haben wir uns den Museen gewidmet – klimatisiert, versteht sich. Absolute Highlights: South Australian Museum. Ein echtes Überraschungspaket: Tierexemplare aus allen Kontinenten, Aborigines-Kultur und -Kunst, Tiefsee-Tierwelt, Kristallen und und und… sogar eine Ausstellung über das alte Ägypten mit Mumien! Alles verteilt auf vier Etagen – und das Beste: komplett kostenlos. Bildung mit Klimaanlage, besser geht’s nicht.

    Kunstmuseum( ebenfalls kostenlos!): Kunst aus dem 17. bis 21. Jahrhundert: Gemälde, Skulpturen, Möbel – sehr schön, sehr beeindruckend und ideal, um für ein paar Stunden zu vergessen, dass draußen die Sonne alles grillt, was sich bewegt.

  • Australien – Kangaroo Island

    Heute ging es auf einen Ausflug nach Kangaroo Island – der drittgrößten Insel Australiens (nach Tasmanien und Melville Island). Rund 4.500 Menschen nennen sie ihr Zuhause. Die Insel liegt ca.112 km südwestlich von Adelaide und fühlt sich trotzdem wie eine ganz andere Welt an.

    Ein kleiner (aber spannender) Exkurs zur Geschichte der Insel: Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Kangaroo Island bereits vor rund 11.000 Jahren von Ureinwohnern bewohnt war – die sich dann um etwa 200 v. Chr. offenbar dachten: „War nett hier, aber wir ziehen weiter.“

    Fast 2.000 Jahre später, im Jahr 1802, stolperte der britische Seefahrer Matthew Flinders über die Insel. Da er in Australien bis heute eine ziemlich große Nummer ist, durfte er sie auch gleich benennen – und so bekam sie den Namen Kangaroo Island (Marketing konnte er). Kurz darauf trafen die britischen Entdecker/Eroberer auf hoher See auf ein französisches Schiff unter dem Kommando von Nicolas Baudin. Die Kapitäne plauschten nicht nur über Wind und Wetter, sondern auch über diese große, interessante Insel. Ein Jahr später schaute Baudin dann selbst vorbei. Das Ergebnis dieses höflichen europäischen Smalltalks: Bis heute tragen viele Orte und Straßen auf der Insel französische Namen. Diese überlebten sowohl die britische Besatzung als auch die spätere Unabhängigkeit Australiens – ein historisches Souvenir sozusagen 🇫🇷🇦🇺

    Die Anreise: Vom Stadtzentrum Adelaide aus dauert die Busfahrt etwa 1 Stunde und 45 Minuten bis Cape Jervis. Von dort geht es mit der Fähre weiter nach Penneshaw, dem nordöstlichen Hafen von Kangaroo Island – nochmal etwa 45 Minuten über das Meer. Wer mit dem eigenen Auto übersetzen möchte, sollte sehr früh buchen und das Budget lieber etwas großzügiger planen. Aber wir wären ja nicht wir, wenn wir nicht spontan unterwegs wären 🙃. Ergebnis: keine Fährtickets mehr. Zum Glück haben wir noch ein Rundum-sorglos-Tagespaket bekommen: Bus + Fähre + lokaler Reiseführerin (die gleichzeitig unsere Busfahrerin war – Multitalent!) und sogar Mittagessen inklusive. Alles zusammen: ein 16-Stunden-Abenteuer.🦭

    Erstes Highlight: Seal Bay

    Windig, raues Meer, echte Natur pur. Die Temperatur lag offiziell bei 22 Grad, gefühlt aber eher bei 10 – der Wind hatte eindeutig andere Pläne. Begleitet von einem Ranger dürften wir den Seelöwen (ja, die mit der coolen Frisur) am Strand ganz nah kommen – etwa 10 Meter Abstand. Ihr Fell ist unglaublich dicht: rund 15.000 Haare pro Quadratzentimeter! Luxus pur. Die männlichen Seelöwen: dunkel, riesig, dominant – echte Machos der Meere. Die Weibchen: heller im Fell, kleiner, elegant – eine von ihnen stillte gerade ihr Baby. Und wie bei uns Menschen gibt es natürlich auch Teenager: halbstark, verspielt, ständig am Raufen.

    Wir mussten als Gruppe eng zusammenbleiben und uns sehr leise verhalten, denn viele Seelöwen waren nach ihren Ausflügen ins Meer völlig erschöpft und hielten ein Nickerchen.

    Ein besonders bewegender Moment: Eine Seelöwen-Mama kam gerade aus dem Meer zurück und rief laut. Ihr Baby wackelte so schnell es konnte zu ihr hin – und dann diese Begrüßung! Ich konnte die Freude fast physisch spüren. Gänsehaut.

    Nach 45 Minuten war die Führung vorbei, und genauso leise wie wir gekommen waren, mussten wir auch wieder gehen. Bye bye, liebe Robben 🦭

    🍴 Mittagessen: Klassisch australisch: Fish & Chips, Salat und Apfelkuchen. Einfach, ehrlich, gut – genau das Richtige nach so viel frischer Seeluft.

    🪨 Zweites Highlight: Remarkable Rocks & Admirals Arch

    Mit vollem Magen ging es anschließend über die „Cape du Couedic Road“ weiter in den Flinders Chase National Park. Aufgrund ihres ausgesprochen kurvigen Verlaufs trägt sie auch den vielsagenden Spitznamen „Drunken Road“. Laut unserer Reiseführerin ist bis heute nicht ganz geklärt, ob die Bauarbeiter damals tatsächlich betrunken waren – oder ob sie schlicht nach dem Motto „Bezahlung pro Kilometer? Dann machen wir eben ein paar Schleifen mehr“ gearbeitet haben. In jedem Fall ist die Straße ein Erlebnis… besonders für den Magen 🍻😄.

    Im National Park angekommen, erwarteten uns die berühmten Remarkable Rocks: riesige, kunstvoll geformte Felsen, als hätte ein Künstler mit sehr viel Geduld und Wind gearbeitet. Dazwischen wir Menschen – wie kleine Dekofiguren.

    Nur 6 Kilometer weiter liegt der Admirals Arch: eine beeindruckende Naturhöhle direkt an der wilden Steinküste. Laut, kraftvoll, majestätisch – Naturkino vom Feinsten.

    🦘 Letztes Highlight: Wildlife Park

    Nach den verheerenden Buschbränden 2019 – dem Black Summer – verlor Kangaroo Island unendlich viel. Tiere wurden verletzt, Lebensräume zerstört. In diesem Wildlife Park fanden viele von ihnen Schutz, Pflege und eine zweite Chance.


    Wir dürften kleine Kängurus mit gemischtem Trockenfutter selbst füttern.
    Eines hielt meine Hand mit beiden Vorderpfoten fest, ganz vertrauensvoll, ganz nah. Seine feuchten, weichen Lippen kitzelten meine Handfläche.
    Ein anderes bei Michael war so gierig, dass es zu viel auf einmal fraß, kurz würgte und wieder etwas ausspuckte – wie ein kleines Kind, das noch lernen muss. Ich musste lachen.

    Auch die Koalas dürften wir ganz sanft am Rücken streicheln. Sie waren ruhig, neugierig, sahen uns lange an – als wollten sie verstehen, wer wir sind. Ihr Fell fühlte sich dick, warm und unglaublich weich an.

    Es gab auch Albino-Kängurus, Emus und viele andere Tiere. Wunderschön – und doch hinter Zäunen. Unweigerlich kam der Gedanke: Wenn wir Menschen der Erde mehr Raum lassen würden, müssten diese Tiere vielleicht nicht hier leben.


    Auf den Straßen von Kangaroo Island sahen wir deutlich mehr überfahrene Kängurus am Straßenrand als lebendige auf den weiten Wiesen. Ein Anblick, der sich still ins Herz schleicht. Dort, wo eigentlich Sprünge, Bewegung und Freiheit sein sollten, lag nur noch Stille.

    Nach dem Black Summer haben viele Tiere ihren Lebensraum verloren. Wälder, Rückzugsorte, Schutz – alles verbrannt oder verschwunden. Die Tiere mussten ausweichen, näher an Straßen, näher an uns Menschen. Und wir? Wir fahren weiter. Schnell, routiniert, oft gedankenlos.
    Diese Straßen schneiden heute durch Gebiete, die früher Heimat waren.
    Im Wildlife Park füttern wir gerettete Kängurus, streicheln Koalas, bewundern ihre Sanftheit. Nur wenige Kilometer weiter sterben andere – ungesehen, namenlos.
    Dieser Gegensatz tat weh. Er machte dankbar für jede Rettung, aber auch traurig über all das, was wir nicht mehr rückgängig machen können.

    Kangaroo Island hat mich nicht laut beeindruckt, sondern leise berührt. Weil Schönheit und Verlust hier so nah beieinanderliegen.
    Und weil uns die Insel leise daran erinnert, dass wir Gäste sind – nicht Besitzer. Und genau das sind die Erlebnisse, die man nie vergisst. 🌿

  • Australien – Adelaide – Barossa Valley

    Bevor wir nach Adelaide weiterfuhren, um unser Wohnmobil schweren Herzens zurückzugeben, gönnten wir uns noch zwei Nächte auf einem Campingplatz im Barossa Valley. Ein riesiger, ruhiger Platz mit vielen Bäumen – einer davon war so gewaltig, dass er locker schon die Römer hätte kommen und gehen sehen können. Über hundert Jahre alt, mindestens.

    In diesen Bäumen lebten hunderte Nacktaugen- und Rosakakadus. Wirklich HUNDERTE. Morgens und abends starteten sie ihre tägliche Himmelszeremonie: kreisend, schreiend, dramatisch – als würden sie ein sehr lautes Ritual zur Weltherrschaft abhalten. So unheimlich und ohrenbetäubend, dass Michael schließlich mit Ohropax schlafen musste. Natur pur, aber bitte mit Gehörschutz.

    Das Barossa Valley ist berühmt für seinen Weinbau. Überall Weinkeller mit „Tasting & Buying“. Überall. Wenn Michael nicht hätte fahren müssen, wäre er vermutlich an jedem einzelnen angehalten und hätte sich tapfer durch alle südaustralischen Weine gekämpft – rein aus kulturellem Interesse natürlich 😉.

    Schließlich fuhren wir noch in einen Skulpturenpark mit schöner Aussicht und riesigen Steinskulpturen. Leider hatte die Sonne andere Pläne: 45 Grad. FÜNFUNDVIERZIG.. Im Schatten natürlich. In der Sonne? Auf den Steinskulpturen hätte man problemlos Spiegeleier braten können – mit knusprigem Rand 😉. Ich kann mir gut vorstellen, wie wunderschön es hier bei Sonnenuntergang ist. Aber so lange wollten (und konnten) wir nicht warten, bevor wir selbst geschmolzen wären.

    Denn dann kam der Endgegner des ersten Roadtrips: Wohnmobil-Rückgabe. Dump Point (alle Abwasserbehälter leeren), Autowäsche, Gas auffüllen, tanken … zack – Abschied nehmen. Knapp drei Wochen und 3000 Kilometer. Schön war’s.

    Letzte Nächte: stationär in Adelaide City. Ganz ohne Papageienkonzert. 🎉

  • Australien – Letzte Staffel auf der Great Ocean Road mit dem Wohnmobil

    Nach dem Highlight mit dem Hubschrauberflug über die 12 Apostel sind wir weitergefahren. Nächster Programmpunkt: Baden am Port Campbell Beach. Betonung auf baden. Das Wasser war eiskalt. Michael hat sich trotzdem reingetraut und kam mit vollständiger Gänsehaut-Ausrüstung wieder raus. Respekt! 🥶 Brrr …

    Danach haben wir uns „The Grotto“ und die „Bay of Islands“ ganz in Ruhe angeschaut. Vom Hubschrauber aus sieht alles spektakulär aus – aber auch ein bisschen wackelig, laut und durch eine Glasscheibe. Jetzt standen wir einfach davor: kein Lärm, kein Wackeln, keine Scheibe. Nur wir und die Landschaft. Still dastehen, anschauen, staunen, Schönheit genießen. So muss das sein.

    Am nächsten Tag ging es weiter nach Westen: zum „Hopkins Falls“. Weil jetzt gerade in der Region Süd-West-Victoria in der Sommerzeit (Jan/Feb) wenig Regen fällt, deshalb ist der Wasserfluss der Falls entsprechend schwach. Große Kontrast zu der Überflutungen vor ein paar Tagen. Da zeigt sich wie groß Australien ist und wie unterschiedlich bzw. abwechslungsreich das Wetter hier ist.

    Weiter zu einem schönen Spaziergang im „Tower Hill Park“. Bonuslevel freigeschaltet: 7 Koalas gemütlich hoch auf den Bäumen entdeckt 🐨🌳.
    Dann wurde es richtig spannend – Zurück in die Zukunft!
    Auf dem Weg von Nelson Richtung Westen schaute Michael auf die Navigation: Uhrzeit 16:00, Fahrzeit noch 26 Minuten, Ankunft… 15:56?! 🤯
    Wir fahren also gerade rückwärts durch die Zeit!
    Sofort musste ich an meine lieben Kollegen denken und an unsere endlosen Diskussionen über Zeitzonen in Anwendungen und australischen Use Cases. Offenbar hatten die Uhren und Google ihre Probleme mit dem Wechsel der Zeitzonen und endlich aufgegeben. Stunden später immer noch Rätselraten bezüglich der aktuellen Zeit.

    Nachts fanden wir einen Campingplatz direkt am Meer: leerer, weißer Strand, kaltes Wasserund starker Wind. Das Wohnmobil wurde vom Wind regelmäßig durchgeschüttelt – kostenloses Schaukelprogramm oder in den Schlaf wiegen inklusive. Zum Baden war es mir definitiv zu kalt, aber der Sonnenuntergang war traumhaft. Nachts 15 Grad, morgens ruhig und sonnig. Perfekt.

    Unterwegs haben wir noch einiges angeschaut. Zuerst machten wir einen Stop am „Blue Lake“ in Mount Gambier, welcher ein Vulkankrater ist und sich vor Jahrtausenden mit Grundwasser füllte. Der See ist ca. 70 Meter tief, klar und bei Tauchern sehr beliebt. Er ist übrigens nur in den australischen Sommermonaten von November bis März so kristallklar blau. In der restlichen Zeit ist er eher grau und trüb. Anschließend ging es zum Valley Lake Conservation Park, der laut Google mit schöner Natur Kängurus, Koalas und anderen Tieren lockt. Am Ende reichte unser Spaziergang immerhin für ein dunkles Wallaby/Känguru welches unseren Weg kreuzte bzw. an uns vorbei hüpfte und drei weiteren Kängurus 🦘, die wir im Unterholz entdeckten.

    Dann führte uns unsere Route noch zum Umpherston Sinkhole (Balumbul), welches wahrscheinlich vor Jahrtausenden entstanden ist, als ein Hohlraum nachgab und die Erde auf einem Durchmesser von ca. 100 Meter absackte. Dort wurden wir von wunderschönen Pflanzen – und sogar einem Possum, das aus einem Felsenloch geguckt hat, überrascht. Hallo, kleiner Mitbewohner!

    Dann ging es weiter Richtung Adelaide: endlose Weinbaugebiete, die mit Verkostungen zum Stop einluden (einige Namen kannte Michael sogar). Wir überlegten kurz: Man könnte auch hier übernachten und … Aber die Ferne rief nach uns 😆 Dann plötzlich Sonne und Regen gleichzeitig, als könnte sich der Himmel nicht entscheiden. Und das Thermometer zeigte über 37 Grad! 🌞🔥 Australien eben. Immer für Überraschungen gut.

  • Australien – Great Ocean Road

    Bevor wir starten, haben wir noch eine Hafenstadt südwestlich Melbourne besucht: Geelong. Ein Strand mit vielen lustigen Holzfiguren – ein bisschen Kunst, ein bisschen Humor, perfekt für Fotos. Außerdem gibt es dort eine richtig schöne Freibadanlage mit Rettungsschwimmern, Duschen und Toiletten. Und jetzt kommt der Hammer: alles kostenlos!
    Da stellt sich mir nur eine Frage: Warum gibt es so etwas nicht auch als öffentliche Einrichtung in Deutschland? Und das, obwohl wir deutlich mehr Steuern zahlen?! 🤔 Deutschland, erkläre dich bitte!

    Samstag, den 17.01.2026: Los geht’s auf die Great Ocean Road! 🚐🌊
    Diese legendäre Küstenstraße wurde von 1919 bis 1932 gebaut – von Soldaten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrten. Der eigentliche Startpunkt ist Torquay, von dort schlängelt sich die Straße über rund 300 km entlang der spektakulären Westküste Victorias. Geschichte, Natur und Drama – alles in einer Strecke.
    Erster Stopp: Bells Beach
    Weltberühmt bei Surfern. Heute allerdings: starker Wind, grauer Himmel, kaltes Wasser. Die Surfer hatten offensichtlich kollektiv frei genommen. Nicht eine einzige Person hatte Lust, sich ins Meer zu stürzen. Verständnis: 100 %.


    Zweiter Stopp: Anglesea – Golfclub mit Kängurus 🦘⛳
    Ja, richtig gelesen: Golfspielen zwischen Kängurus. Allerdings nur mit geführter Tour, um die Tiere zu sehen. Preis: 20 Dollar pro Person.
    Kurz unsere Gedanken:
    Man nimmt den Kängurus ihren Lebensraum, baut einen Golfplatz – und verlangt dann Eintritt, um sie dort zu sehen? Ähm… nein danke.
    Stattdessen machen wir einfach einen Spaziergang um den Golfplatz herum. Und siehe da: Nach einer halben Stunde stehen plötzlich drei Kängurus im Gebüsch – Vater mit zwei Kindern. Kostenlos, leise, authentisch. Wir machen vorsichtig ein paar Fotos, steigen zufrieden ins Wohnmobil und fühlen uns wie Gewinner.


    Dritter Stopp: Anglesea Beach
    Schön, windig, dramatisch. Das Meer tobt, die Wolken spielen Kino. Perfekte Kulisse für große Gefühle und zerzauste Haare. Auf Strand haben wir einen Schwarzgelbem Blauzungenskink gesehen. Nicht giftig,


    Vierter Stopp: Split Point Lighthouse & Pizza 🍕
    Erst Aussicht, dann Essen. Und endlich: eine richtig gute Pizza! Unsere letzte Tiefkühlpizza-Erfahrung wurde damit offiziell verarbeitet und emotional geheilt.


    Dann sehen wir ihn: den offiziellen Startpunkt der Great Ocean Road: Memorial Arch at Eastern View.


    Problem: Zwei Tage zuvor gab es heftige Überflutungen. Die Straße zwischen Lorne und weiter südlich war teilweise gesperrt. Im Landesinneren toben außerdem noch mehrere Buschfeuer.
    Wie weit wir fahren dürfen? Keine Ahnung.
    Unser Plan: einfach losfahren und schauen, wie weit wir kommen. Klassischer Roadtrip-Optimismus.


    Lorne: Nach der Überflutung herrscht hier eine ziemlich dramatische Szenerie. Überall Aufräumarbeiten, Schlamm, Äste und Geröll. Unter einer Brücke stapeln sich Zweige – die Natur hat hier eindeutig das letzte Wort gehabt.
    Cumberland River Beach:
    Ein schockierender Anblick: 11 Fahrzeuge wurden bis an den Strand gespült. Man steht da, schaut – und wird automatisch leise. Die Natur kann wunderschön sein, aber sie verhandelt nicht.


    Kurz vor unserem Übernachtungsplatz im Regenwald passiert dann etwas Magisches:
    Am Straßenrand steht plötzlich ein dunkles Wallaby. Riesige, unschuldige Augen, total süß. Ein kurzer Blickkontakt – und zack, genauso schnell verschwindet es wieder im Wald. 🦘✨

    Sonntag den 18.01.2026: Die 12 Apostel
    Zuerst ein geheimer Aussichtspunkt – gigantisches Panorama, fast menschenleer. Dann der offizielle Parkplatz: riesig, perfekt organisiert, mit vielen Mitarbeitern, die die Besucherströme lenken. Extra gebaute Aussichtsplattformen sorgen dafür, dass man diese Naturwunder aus allen Winkeln bestaunen kann.
    Der Anblick ist schlicht atemberaubend:
    Türkises Wasser, weiße Wellen, goldene Strände – und dazwischen diese riesigen Kalksteinsäulen, die sich bis zu 50 Meter aus dem Meer erheben. Wahnsinn!
    Ich fühle mich wie in einem Traum und vergesse fast, mein Handy zu benutzen – ein echtes Wunder 📵✨


    Plötzlich hören wir Hubschrauber. Direkt neben dem Besucherzentrum befindet sich ein großer Helikopterlandeplatz. Rundflüge werden angeboten:
    25 Minuten, ca. 90 km, 9 Aussichtspunkte : 12 Apostel, Loch Ard Gorge, The Sentinel, The Arch, London Bridge, The Grotto, Schomberg Reef, Bay of Martyrs, Bay of Islands. Es gibt kürzere und längere Touren, aber die 25 Minuten sprechen vor allem unseren Geldbeutel an 😄
    Kurze Überlegung: Warum eigentlich nicht?
    Gewichtscheck, Sicherheitseinweisung – und eine halbe Stunde später sitzen wir im Hubschrauber.
    Ich sitze in der ersten Reihe direkt neben dem Piloten. Oh. Mein. Gott. Meine erste Hubschraubertour überhaupt!
    Ich bin sooo aufgeregt!!! 🚁😱✨ Michael sitzt hinten … für ihn ist es ja schon der 4-te Hubschrauberflug.

    Extras: Erste BBQ-Erfahrung in Australien 🇦🇺🔥
    Auf einem Campingplatz. Man drückt einfach einen Knopf am Gasgrill und zack – nach 20 Minuten schaltet sich das Ding automatisch aus. Kein Stress, kein Anbrennen, kein Abwasch-Drama. Super praktisch und kinderleicht zu reinigen. Hat richtig Spaß gemacht!
    Ich frage mich ernsthaft: Warum sind deutsche Grills immer noch auf dem Stand „Feuerzeug leer, Kohle nass, Stimmung gereizt“?