Autor: xin

  • Chile – Calama

    Am 20.05.2026 sind wir von La Serena nach Calama geflogen. Der Flug hat gerade mal 1 Stunde und 40 Minuten gedauert. Mit dem Bus wären es dagegen über 20 Stunden gewesen — also praktisch einmal quer durch die Geduld. Von hier aus wollen wir später mit dem Bus weiter nach San Pedro de Atacama fahren. Aber zuerst haben wir beschlossen, noch zwei Tage in Calama zu bleiben.

    Calama liegt auf etwa 2260 Metern Höhe. Am ersten Tag hatten wir beide leichte Kopfschmerzen, aber zum Glück hat sich unser Körper schnell daran gewöhnt. Nach dem Frühstück sind wir zu Fuß in die Stadt gelaufen, um Bustickets zu kaufen und ein bisschen herumzuspazieren. Dabei haben wir mehrere Autos gesehen, die aussahen, als wären sie gerade eben einem schweren Verkehrsunfall entkommen — zerbeult, halb auseinanderfallend … aber sie fuhren ganz normal weiter! Unvorstellbar in Deutschland. Dort würde so ein Auto wahrscheinlich schon beim bloßen Anblick stillgelegt werden. Hier denkt man eher: „Ach, die Stoßstange fehlt? Läuft doch noch.“ Außerdem gibt es hier unzählige große Straßenhunde. Herrenlos, aber erstaunlich friedlich und entspannt. Dazu einige Obdachlose und Bettler auf den Straßen. Die Stadt selbst ist eher unspektakulär: viel Sonne, milde Temperaturen um die 23 Grad — deutlich angenehmer als in La Serena.

    Ein Hauptplatz mit Kirche, viele kleine Straßen und kleine Läden. Auffällig war auch, dass sich alle Autovermietungen am Flughafen konzentriert haben. Die Büros in der Stadt stehen dagegen fast alle leer. Am Abend sind wir noch einmal zum Flughafen gefahren, um unseren Mietwagen bei einem lokalen Anbieter abzuholen.

    22.05.2026 — heute haben wir einen Ausflug mit dem Mietwagen gemacht. Schon entlang der Autobahn stehen unzählige Kreuze mit Blumen für Verkehrstote. Michael hat nachgelesen, dass die Unfallquote in Chile bei etwa 8 pro 10.000 angemeldeten Autos liegt — in Deutschland dagegen ungefähr bei 1. Irgendwie überrascht uns das nach den Autos in Calama ehrlich gesagt nicht mehr besonders.

    Unser erster Stopp war der Mirador División Ministro Hales — eine Aussichtsplattform direkt an der Autobahn. Von dort aus konnten wir einen gigantischen Bergbau-Komplex sehen: riesige Baustellen, dauernd Bewegung und monströse Baufahrzeuge, die aussahen, als könnten sie ein normales Auto versehentlich frühstücken. Durch die ganzen Fahrzeugbewegungen im Bergbau war sehr viel Staub in der Luft, was man auch an den Bilderr sieht.

    Etwa 40 Minuten weiter nordöstlich kamen wir zur Laguna Inka Coya, unserem zweiten Stopp. Eintritt: 2500 CLP. Mitten in der trockenen Atacama-Wüste plötzlich eine intensiv blaue Lagune — fast unwirklich.

    Im Hintergrund schneebedeckte Berge, daneben ein Flussbett mit grünen Pflanzen — eine kleine Oase mitten im Nichts. Dort liefen Lamas, Alpakas sowie wilde Guanacos und Vikunjas herum. Dazu ein tiefblauer Himmel ohne eine einzige Wolke. Wirklich ein wunderschöner, friedlicher Ort.

    Der dritte Stopp lag weitere 40 Minuten Richtung Berge entfernt: Pukará de Turi. Eine große Inka-Ruine auf einem Hügel unter strahlend blauem Himmel. Hier oben war fast niemand unterwegs. Zwischen den alten Steinmauern konnte man noch einzelne Räume erkennen. Mitten in der Anlage stand ein großes eingestürztes Gebäude — vermutlich früher ein Gemeindehaus oder Versammlungsort.

    Wir haben viele Vögel gesehen und sogar zwei Viscachas. Die sehen ein bisschen aus wie Hasen mit langem Ringelschwanz und hüpfen blitzschnell und fast lautlos herum wie kleine Kängurus auf Espresso.

    Michael hat außerdem Steine gefunden, die aussahen wie alte Vasen- oder Kochtopfreste. Wären wir Archäologen gewesen, hätten wir dort vermutlich den ganzen Tag verbracht.

    Der vierte Stopp war Pukará de Lasana. Schon die Fahrt dorthin war ein kleines Abenteuer. Irgendwann hörte die Straße einfach auf. Stattdessen fuhren wir etwa 10 Kilometer über einen relativ flachen, aber komplett steinigen und sandigen Weg voller Buckel. Neben uns verlief eine Pipeline. Kein anderes Fahrzeug weit und breit. Dann — plötzlich — war die Straße wieder da, als wäre nichts gewesen.

    Das letzte Stück hinunter zum Dorf war ziemlich schmal und verlief direkt neben einem steinigen Hang. Die Felsen sahen aus, als könnten sie jederzeit herunterrollen. Falls Gegenverkehr gekommen wäre, wäre das spannend geworden. Ich habe innerlich schon sämtliche Schutzengel aktiviert, während Michael völlig entspannt gefahren ist. Wer’s kann, der kann.

    Die Ruinen von Pukará de Lasana waren ebenfalls beeindruckend groß und teilweise restauriert. Direkt daneben liegt ein kleines Dorf. Wir haben ein paar Fotos gemacht und sind weitergefahren.

    Fünfter Stopp: das Dorf Chiu Chiu. Dort steht die älteste Kirche Chiles: Iglesia de San Francisco de Chiu Chiu. Leider war sie geschlossen, sodass wir sie nur von außen anschauen konnten.

    Auf der anderen Seite des Dorfplatzes hörten wir plötzlich laute Musik und Gesang. Offenbar fand gerade ein Dorffest statt. Natürlich mussten wir neugierig nachsehen. Eine breite Gasse voller kleiner Verkaufsstände, überall Menschen, Musik und Essen. Am Ende der Straße stand eine Bühne mit vielen Zuschauern. Daneben sogar ein kleiner Stall mit Lamas und Ziegen.

    Die Tänzer und Musiker trugen traditionelle Kleidung, und gerade lief eine Live-Aufführung mit Musik und Tanz. Wahrscheinlich waren wir zwei Ausländer für die Dorfbewohner mindestens genauso exotisch wie sie für uns.

    Der Grillgeruch an einem Stand hat sofort unseren Hunger geweckt. Mit unserem gebrochenen Spanisch haben wir zwei Completos bestellt — chilenische Hotdogs — für ungefähr 2 Euro pro Stück. Und ehrlich: extrem lecker.

    Danach sind wir wieder ins Auto gestiegen und zurück nach Calama gefahren.Unser sechster und letzter Stopp war eher Michaels persönliches Highlight. Schon ein paar Tage zuvor hatten wir bei der Fahrt vom Flughafen in die Stadt zwei gigantische Baufahrzeuge mitten auf einer Verkehrsinsel stehen sehen.

    Natürlich musste er da noch einmal hin. Bevor wir den Mietwagen zurückgegeben haben, haben wir dort also angehalten. Und wirklich — so etwas habe ich noch nie aus der Nähe gesehen. Diese Fahrzeuge waren absolut riesig. Genau solche Maschinen werden im Bergbau eingesetzt. Vom ersten Aussichtspunkt aus wirkten sie groß — aber hier direkt daneben habe ich mich plötzlich gefühlt wie eine Ameise neben einem Dinosaurier. Wahnsinn.

    Heute war wieder ein richtig schöner Tag. Voller neuer Eindrücke, Erlebnisse und Momente..

  • Chile – Santiago de Chile 🇨🇱

    08.05.2026 – Wir sind knapp 11 Stunden von Auckland nach Santiago de Chile geflogen. Die Zeitverschiebung beträgt einfach mal 16 Stunden zurück zu Auckland. Also um 20:15 Uhr losgeflogen und um 15:10 Uhr am gleichen Tag angekommen. Endlich haben wir „Zurück in die Zukunft“ live erlebt. Fehlt nur noch der DeLorean.

    Der Einreiseprozess ging überraschend schnell. Kaum aus dem Flughafen raus, hörten wir überall Leute reden. Wir verstanden natürlich nur nada … nada … Unser Spanisch-Level: irgendwo zwischen „Hola“ und hilflosem Lächeln.

    Beim Kauf der Flughafenbus-Fahrkarten (2300 CLP) ging es mit Englisch noch einigermaßen. Aber an der U-Bahn-Station „Pajaritos“ hatten wir schon unsere erste echte Herausforderung: überhaupt eine BIP-Karte (eine Art Geldkarte für Bis und Bahn) für den ÖPNV zu bekommen. Die Frau hinter der dicken Glasscheibe konnte uns nicht verstehen und wir sie auch nicht. Es war einfach wie ein internationales Pantomime-Festival. Schließlich hat ein sehr freundlicher Mann geholfen zu übersetzen – sogar auf Deutsch! Wir dachten schon: Rettung! Falsch gedacht: Die Bip-Karte konnte man nur mit Bargeld kaufen, nicht mit Kreditkarte. Wir hatten noch kein Bargeld, also war die ganze Aktion trotzdem erfolglos.

    Michael meinte dann ganz optimistisch, dass wir bestimmt wie in Auckland einfach direkt mit Kreditkarte/Handy durch die Schranke kommen. Nach dem Motto: „Wird schon irgendwie funktionieren.“ Und tatsächlich – es hat geklappt! So sind wir letztendlich mit der U-Bahn zum Hotel gefahren. Die Fahrt kostet übrigens nur 700 Peso, also ca. 60 Cent. Dafür bekommt man in Neuseeland wahrscheinlich nicht mal einen halben Kaugummi.

    Als wir endlich im Hotelzimmer eingecheckt hatten, waren wir komplett fix und fertig. Gehirn, Körper und Zeitgefühl hatten längst gekündigt. Die Sprachbarriere wird uns hier definitiv dauerhaft begleiten.

    Am nächsten Tag haben wir uns erstmal vom Jetlag erholt, den halben Tag geschlafen und ein bisschen die Gegend erkundet. Nicht weit vom Hotel gibt es ein schönes Viertel namens Bellavista – voller Restaurants, Bars und entspannter Stimmung. Natürlich mussten wir sofort traditionelles chilenisches Essen ausprobieren. Gut gewürzt, deftig und vor allem: riesige Portionen. In Südamerika scheint man grundsätzlich davon auszugehen, dass jeder Gast gerade einen Halbmarathon gelaufen ist.

    10.05. 2026 – Ausflug nach Viña del Mar und Valparaíso. Der erste und zweite Stopp waren eher unspektakulär.

    Aber der dritte Stopp – Fischmarkt – war ein Erlebnis für alle Sinne. Vor allem für die Nase. Es hat wirklich unfassbar nach Fisch gestunken. Überall lagen riesige Seelöwen direkt am Parkplatz und sonnten sich völlig entspannt. Die waren viel größer als die, die wir in Australien und Neuseeland gesehen haben. Absolute Endgegner-Seelöwen. Dazu saßen Pelikane geschniegelt und gestriegelt in einer Reihe auf der Mauer und warteten geduldig auf Essensreste von Menschen. Wie ein organisierter Vogel-Gangsterverein.

    Danach ging es nach Valparaíso. Dort machten wir einen einstündigen Spaziergang durch die Stadt, welche am Meer liegt und durch die über 40 Hügel einer Berg-und-Talbahn gleicht. Überall bunte Bilder an den Wänden, verrückte Graffitis und farbige Treppen. Die ganze Stadt sieht aus, als hätte jemand einen Farbeimer explodieren lassen – auf eine gute Art. Wir haben auch die deutsche Kirche gesehen, sind zu einem Aussichtspunkt gelaufen und haben den Blick über die Stadt und das Meer genossen.

    Nach dem Mittagessen liefen wir zurück zu einer der vielen Standseilbahnen und fuhren mit dieser wieder runter. Nachmittags ging es noch zu einem Weingut. Dort probierten wir zuerst Weißwein und später im Keller Rotwein. Sehr professionell natürlich. Wir haben bei jedem Schluck ernst genickt, als würden wir wirklich „fruchtige Noten“ und „einen Hauch von Eiche“ herausschmecken. Die Chilenen sind relativ stolz auf ihren Wein, aber für uns kommt er weit nach italienischem, spanischen und australischen Wein.

    11.05.–15.05.2026 – Wir haben für eine Woche einen Spanisch-Crashkurs gemacht: 30 Lernstunden in einer Woche. Das war intensiv, interessant und für uns mit null Vorkenntnissen wirklich hardcore. Unser Gehirn hat spätestens ab Tag drei nur noch „ser, estar, tener, haber“ im Kreis abgespielt.

    Nach dem Kurs organisierte die Schule jeden Tag noch Aktivitäten. Einmal besuchten wir mit anderen Schülern den Hausberg Santiagos, den San Cristóbal. Wir sind mit der roten Zahnradbahn gefahren und haben die Stadt bei Sonnenuntergang angeschaut. Wirklich wunderschön.

    An einem anderen Abend nahmen wir an einem Tandem-Austausch-Event teil. Mit Adrian und Ive haben wir 45 Minuten Spanisch gesprochen und danach 45 Minuten Englisch geredet. Immerhin haben wir nach fünf Tagen jetzt einen Teil der Grammatik verstanden und können uns einige Wörter merken. Für echte Unterhaltungen reicht das aber noch lange nicht. Aktuell besteht unser Spanisch hauptsächlich aus: „Hola“, „Gracias“ und panischem Nachdenken. Aber wir werden weiter selbst lernen.

    In der Schule haben wir außerdem Martina und ihre Schwester Steffi aus der Schweiz kennengelernt. Die sind seit August letzten Jahres auch auf Weltreise und hatten eine ähnliche Route wie wir. Voll interessant, sich mit ihnen auszutauschen. Weltreisende erkennen sich irgendwie sofort gegenseitig am leicht verwirrten Blick und offenen und freundlichen Art.

    Die Stadt Santiago ist groß, laut und voller Menschen. Sie ist von Bergen umzingelt und manchmal sieht man ziemlich viel Smog.

    Mehrmals haben wir an Kreuzungen bei roten Ampeln kleine Kunstshows gesehen. Unglaublich, was die Leute dort alles machen – ein Jongleur auf einem Einrad, Akrobaten, Breakdance und einen Seiltänzer auf einem zwischen 2 Ampeln gespannten Seil – mitten zwischen den Autos. Die Autofahrer scheinen das völlig normal zu finden.

    Die Leute wirken insgesamt sympathisch. Obwohl uns viele gewarnt haben, gut auf unsere Wertsachen aufzupassen wegen Diebstahl, fühlen wir uns hier sicher. Es gibt relativ viele Obdachlose in Parks und auf den Straßen – wie leider in vielen großen Städten. Außerdem haben wir unglaublich viele Polizisten gesehen. Vermutlich mehr Polizisten als wir spanische Wörter kennen.

    Mittags haben wir meist Empanadas, eine Art Teigtasche, gegessen, welche hier zu den Nationalgerichten zählen. Abend sind wir manchmal in die Ausgehviertel Nähe der Universitäten gegangen und haben typisch chilenische Gerichte und Pisco Sour probiert. Lecke! Pisco Sour behalten wir auf jeden Fall im Hinterkopf und werden es zurück in Deutschland definitiv selbst mal machen.

  • Fidschi – Barefoot Kuata Island

    02.05.2026 – Heute verlassen wir Nadi. Mit dem Taxi – eigentlich war es der Vater der Rezeptionistin – fahren wir von Wailoaloa Beach nach Denarau, ungefähr 11 Kilometer. Die gesamte Denarau-Halbinsel wurde großteils künstlich aufgeschüttet und ist Privatgelände. Deshalb muss jedes Fahrzeug erst durch eine Kontrolle fahren. Fast ein bisschen wie Grenzübergang für Urlauber mit Flip-Flops. Auf der Halbinsel befinden sich nämlich mehrere 5-Sterne-Resorts und ein 18-Loch Golfplatz, was sie zum exclusivsten Ort in ganz Fidschi macht.

    Beim Einchecken für die Überfahrt zu unserem Inselresort wartet direkt die erste böse Überraschung: Wegen der gestiegenen Ölpreise müssen wir nochmal ungefähr 40 € Spritzuschlag zahlen. Dabei lagen die Preise für die Fähre sowieso schon bei etwa 320 €. Fidschi entwickelt sich damit mit großem Abstand zum teuersten Land unserer bisherigen Reise. Eine genaue Kostenübersicht machen wir dann am Ende der Reise.

    Die Überfahrt dauert knapp zwei Stunden, vergeht aber erstaunlich schnell. Vielleicht wegen der wunderschönen Aussicht vom Deck. Vielleicht auch wegen der fidschianischen Mutter mit ihren zwei süßen Kindern, die hinter mir saß. Irgendwann kommen wir ins Gespräch – ihr Schwager arbeitet wohl auch auf unserer Insel.Die beiden Mädchen, ungefähr sieben und neun Jahre alt, haben große dunkle Augen, lange Wimpern und lockige Haare. Super neugierig, super lebendig und die ganze Zeit am Kichern. Als wir unser Ziel erreichen, werden wir mit einem kleinen Boot abgeholt und auf die Insel gebracht. Schon vom Wasser aus sehen wir einen Mann auf einem großen Felsen im Meer stehen und uns zuwinken.

    Kurz vor dem Strand beginnt plötzlich eine kleine Band Einheimischer mit Gitarren zu spielen und zu singen. Wir verstehen zwar kein Wort, fühlen uns aber sofort willkommen. Das Lied endet mit einem lauten gemeinsamen „BULA!!“ von Gästen und Mitarbeitern.

    Dann steigen wir barfuß ins türkisfarbene Wasser. Heller Sandstrand, kleine Baby-Riffhaie schwimmen neugierig vorbei – und sofort kommt dieses „Malediven-Gefühl“ auf. Nur mit dem kleinen Unterschied: Wir sind auf Kuata Island.

    Unser Zuhause ist eine Bure, ein großes Zelt mit Veranda und privaten Liegen direkt am Wasser. Ruhig, wunderschön und morgens können wir den Sonnenaufgang über dem Meer direkt vom Bett aus sehen. Wirklich ein Postkartenmoment.

    Natürlich holen wir sofort Schnorchelausrüstung und springen ins warme, klare Wasser. Die Korallen sind bunt, gesund und voller Leben. Überall kleine Fische und Baby-Riffhaie. Ehrlich gesagt bisher einer der schönsten Schnorchelspots unserer ganzen Reise. Der einzige Nachteil: kleine unsichtbare stechende Quallen. Ich sehe sie nie – ich höre sie nur. Es klingt wie kleine elektrostatische Entladungen im Wasser, gefolgt von kurzen Schmerzen an Armen oder Beinen. Für Michael ist es nur ein kleines Pieksen. Für mich leider tagelang juckende rote Stellen mit kleinen Bläschen. Offenbar reagiere ich allergisch auf das Gift. Aber ganz ehrlich: Für diese Unterwasserwelt nehme ich das trotzdem in Kauf.

    Abends findet „Fiji Night“ statt. Etwa 20 bis 30 einheimische Mitarbeiter versammeln sich, singen, tanzen und führen am Ende noch eine Kava-Zeremonie durch. Wir dürfen zuschauen und mitklatschen. Nur das Kava trinken wir diesmal ausnahmsweise nicht mehr. Man könnte auch sagen: Unser Geschmackssinn braucht dafür noch mehrere Entwicklungsstufen.

    Am nächsten Tag ist es zwar schön, aber extrem windig. Eigentlich wollte ich nachts tauchen gehen, aber der Wind hatte offensichtlich andere Pläne. Ins Meer konnten wir tagsüber nicht mehr, also haben wir stattdessen am Pool entspannt. Dabei beobachte ich einen Mitarbeiter, der mit dem Kanu zum Warrior Rock fährt, dort hochklettert und sich auf den Empfang neuer Gäste vorbereitet. Wahrscheinlich einer der spektakulärsten Arbeitswege der Welt.

    Am Nachmittag machen wir eine kleine Erkundungstour über die Insel – zur Cave, einer kleinen Höhle, und zum Back Beach auf der anderen Seite der Insel. In der Steinhöhle lagern einige Sachen der Inselbewohner, fast wie ein kleines natürliches Museum.

    Der Back Beach ist menschenleer, klein und wunderschön ruhig. Viel entspannter als der Hauptstrand auf der Ostseite. Allerdings herrscht Ebbe und das Wasser ist zu flach zum Schwimmen. Dafür finde ich dort wunderschöne große Muscheln. Am liebsten hätte ich sie mitgenommen. Aber am Ende lasse ich sie dort. Sie gehören einfach hier her – und nicht als Staubfänger in mein Regal.

    In der Nacht kommt dann ein heftiger Sturm. Der Wind ist so laut und das Zelt wackelt so stark, dass wir wach werden. Kurz habe ich wirklich Sorge, dass unser Zelt irgendwann Richtung Ozean abhebt. Zum Glück passiert nichts. Aber der Sturm war auch so heftig, dass es über Nacht 2 Ausflugsboote versenkt hat. Diese wurden dann versucht am folgenden Tag an Land zu ziehen und zu reparieren.

    04.05.2026- Heute ist es endlich wieder ruhig und sonnig. Michael geht mit einer Gruppe zum Hai-Schnorcheln hinaus – mit dem Boot zu einer speziellen Stelle.

    Von Michael:

    Heute stand Schnorcheln mit Haien auf dem Programm – also quasi ein entspannter Wellnesstag … nur mit deutlich mehr Zähnen. 🦈

    Auf der Rückseite der Insel sind wir mit einem kleinen Boot ein Stück hinaus bis zur Kante des Riffs gefahren. Nach dem Sturm vom Vortag war das Meer dort überraschend ruhig und das Wasser herrlich klar – perfekte Bedingungen also, um sich freiwillig ins Reich der Haie zu begeben.

    Kurz die Ausrüstung gecheckt, Maske gerichtet und schon ging es zusammen mit einem Guide ins Wasser. Keine paar Meter unterwegs, gab es direkt das erste Highlight: Eine Meeresschildkröte schwamm ganz entspannt etwa fünf Meter vor mir an die Oberfläche, um Luft zu holen. Ja, selbst Schildkröten müssen zwischendurch mal auftanken. 😉

    Danach ging es immer weiter am Riff entlang. In der Ferne tauchten plötzlich die ersten Haie auf. Erst noch klein und weit weg – und wenige Minuten später waren wir mittendrin. Um uns herum mehrere Riffhaie, die ganz ruhig ihre Kreise zogen. Mal weiter entfernt, mal plötzlich richtig nah … fast zum Anfassen. Die Tiere waren ungefähr 1,80 Meter lang, also nur minimal kleiner als ich.

    Insgesamt haben wir fünf Haie gezählt. Zum Glück keine Tiger-, Bullen- oder Weißen Haie, sondern die deutlich entspanntere Variante der Unterwasserwelt: neugierig, beeindruckend und zum Glück nicht als Futter an uns interessiert.

    Nach etwa einer Stunde war das Abenteuer dann leider schon wieder vorbei und wir fuhren zurück zur Insel – mit jeder Menge Adrenalin, Respekt vor der Natur und der Erkenntnis, dass ich beim Schwimmen definitiv nicht der Schnellste im Wasser war.

    Währenddessen spiele ich mit anderen Gästen Coconut Bowling. Champion bin ich leider nicht geworden, aber Spaß hatte ich trotzdem.

    Dann wird es endlich 18:30 Uhr. Es ist dunkel. Zeit für meinen Nachttauchgang. Diesmal direkt vom Strand aus ins Hausriff. Nur ich und mein lokaler Guide Sami. Am Anfang schalten wir unsere Lampen aus und plötzlich beginnt das Wasser um uns herum zu leuchten. Mit jeder Bewegung wird es heller. Wie Unterwasser-Glühwürmchen. Überall um uns herum. Absolut magisch. Danach beginnt unsere eigentliche Entdeckungstour. Sami zeigt mir wunderschöne kleine bunte Krebse, Mini-Schnecken und unzählige Lebewesen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Eine fast zwei Meter lange schwarz-weiß gestreifte Seegurke. Flache Krebse. Rosa und rote Fische mit riesigen dunklen Augen, völlig überdimensioniert für ihre kleinen Körper. Riesige Muscheln mit fast anderthalb Metern Durchmesser, auf denen winzige dunkelblau glänzende Krebse herumtanzen. Dazu Tintenfische, aktive Baby-Riffhaie und überall Bewegung im Riff. Definitiv einer der besondersten und unvergesslichsten Nachttauchgänge meines Lebens.

    05.05.2026 – Heute stehen wir schon um fünf Uhr morgens auf. Wir wollen zum Aussichtspunkt auf dem höchsten Berg der Insel wandern, um den Sonnenaufgang zu sehen. Es ist dunkel, warm und überraschend angenehm. Mit Stirnlampen steigen wir den Weg hinauf und erreichen nach ungefähr 25 Minuten den Aussichtspunkt. Der Himmel ist wolkenlos. Wir sind komplett allein und beobachten, wie sich die Farben des Himmels langsam verändern. Orange, rosa, gold, blau. Einfach wow.

    Nach dem Abstieg nutzen wir direkt die Morgenenergie und fahren noch eine halbe Stunde Kanu. Das Wasser ist so klar und blau, dass wir eigentlich sofort wieder hineinspringen wollen.

    Also gehen wir nach dem Kanufahren direkt nochmal schnorcheln. Als wir endlich wieder aus dem Wasser kommen, ist schon fast der halbe Tag vorbei.

    Am Nachmittag lerne ich von Einheimischen noch Basket Weaving. Michael geht mir helfend zur Hand. Jetzt bin ich offiziell zertifizierte Korbflechterin für Palmblätter. Ich warte eigentlich nur noch auf mein Diplom.

    06.05.2026 – Heute geht es zurück zur Hauptinsel. Wir machen eigentlich nichts mehr – außer das Meer anzuschauen und zu versuchen, diesen unglaublichen Ausblick irgendwo dauerhaft im Gehirn abzuspeichern. Zum Abschied versammeln sich noch mal fast alle Mitarbeiter, singen für uns, schütteln uns die Hände und begleiten uns bis zum Boot am Strand.

  • Fidschi – Pacific Harbour

    27.04.2026 – heute bin ich aufgeregt. Richtig aufgeregt.
    Warum? Mein allererster Hai-Tauchgang steht an!

    In Pacific Harbour gibt es mehrere Dive Center, die Shark Diving anbieten. Der Ort ist weltweit bekannt für seine großen Meeresbewohner – und das Ganze ohne Käfig. Ja, richtig gelesen: einfach rein ins offene Wasser, begleitet von erfahrenen Guides. Klingt beruhigend… irgendwie.

    Unser Tauchspot heißt „Bistro“ – nicht, weil es dort Essen gibt, sondern weil die Haie hier quasi ihre Mahlzeiten einnehmen. Nur etwa 10 Minuten Bootsfahrt entfernt.

    Als wir gegen 9:30 Uhr ankommen, ist die Strömung noch zu stark. Also erstmal 20 Minuten warten. Kaum ist das Boot festgemacht, tauchen schon zwei Ammenhaie hinter uns auf – etwa 2 Meter lang. Wie elegante, leicht unheimliche Drachen unter Wasser. Alle sind sofort begeistert (und vielleicht ein kleines bisschen nervös).
    Der Instructor, der seit 18 Jahren hier arbeitet, erklärt uns in der Zwischenzeit alles über die einheimischen Haie und gibt Sicherheitsanweisungen. Der Kapitän drückt mir noch eine spezielle Sonnenbrille und eine Haarspange für ein Fun-Foto in die Hand – Prioritäten müssen schließlich gesetzt werden.

    Dann geht’s los.
    Die Strömung hat nachgelassen, ist an der Oberfläche aber noch stark. Wir springen mit einem Seil in der Hand ins Wasser, kämpfen uns zum Abtauchseil und ziehen uns aktiv nach unten – natürlich mit regelmäßigem Druckausgleich (sonst wird’s schnell unangenehm).
    Ab etwa 6–7 Metern wird die Strömung deutlich schwächer. Am Meeresboden, in rund 20 Metern Tiefe, gibt es eine 10–15 Meter lange niedrige Korallenmauer. Wir – insgesamt 10 Taucher – legen uns dahinter wie an eine Bar. Nur dass hier keine Cocktails serviert werden, sondern Haie vorbeischauen.
    Die fünf Instruktoren positionieren sich hinter uns. Jeder hat eine Metallstange mit Ring dabei – nicht zum Angeln, sondern um neugierige Haie auf Abstand zu halten.
    Am Anfang: trübes Wasser und viele bunte Fische.
    Dann lässt ein Guide eine große gelbe Tonne ins Wasser – gefüllt mit Fischfutter, fest verschlossen. Offenbar kennen die Haie das Ritual…
    Und plötzlich: Da sind sie.
    Ammenhaie. Und dann – zwei Bullenhaie. Etwa 3 Meter lang.

    Einfach aus dem Nichts tauchen sie auf, kreisen vor uns, verschwinden wieder, kommen von der anderen Seite zurück. Wie ein perfekt choreografierter Auftritt.
    Zwei,drei Ammenhaie versuchen sogar, mit dem Maul an der Schnur der Tonne zu ziehen. Sehr clever… aber heute bleibt das Buffet zu.

    Ein paar Mal kommen die Bullenhaie ziemlich nah. Ich sehe ihre silbrigen Augen, ihren massiven Kiefer – nur wenige Meter vor mir. Dann sind sie wieder weg.
    Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken.

    Was für unglaubliche Tiere. Wirklich beeindruckend. Und gleichzeitig denkt man: Hoffentlich zerstören wir Menschen das alles nicht zu schnell.
    Die 30 Minuten vergehen wie im Flug. Ein Klopfen auf die Flasche – Zeit zum Auftauchen. Wegen der Strömung können wir leider keine Wracks in der Nähe anschauen. Egal. Ich bin jetzt schon mehr als glücklich.
    Nach etwa einer halben Stunde folgt Tauchgang Nummer zwei.
    Gleiches Prozedere – aber diesmal sind noch mehr Haie da.
    Zwei Ammenhaie liegen direkt neben der gelben Tonne, als wäre es ihr persönliches Möbelstück. Das Wasser ist inzwischen trüber. Drei oder vier Bullenhaie schwimmen immer wieder über uns hinweg.

    Die Instruktoren entscheiden, die Tonne nicht zu öffnen – zu riskant. Verständlich.
    Mir ist inzwischen ziemlich kalt, und ich bin fast froh, nach 45 Minuten wieder raus zu dürfen. Beim Auftauchen wird es nochmal spannend: Zwei Bullenhaie folgen uns bis zum Sicherheitsstopp und kommen immer näher. Einer schwimmt sogar unter mir.
    Später sagt der Instructor, das sei durchaus eine heikle Situation gewesen. Umso besser, dass die Futtertonne geschlossen blieb.
    Trotzdem: Dank der erfahrenen Guides habe ich mich die ganze Zeit sicher gefühlt.
    Das war eine unglaubliche, absolut unvergessliche Erfahrung.

    Von Micha:

    Zur gleichen Zeit hatte ich große Pläne: ein Tagesausflug zur Lailai Lounge, einer riesigen schwimmenden Plattform vor Beqa Island. Klang nach Luxus, endete aber in Gruppendynamik – es gab schlicht nicht genug Teilnehmer. Tja, manchmal scheitern Träume nicht an einem selbst, sondern an zu wenig anderen.
    Also: Alternativprogramm! Schnorcheln an einem Riff, nur 10 Minuten Bootsfahrt vor der Küste – quasi die „abgespeckte Deluxe-Version“. Nach einer kurzen Bootsfahrt und einer noch kürzeren Einweisung (sinngemäß: „Nicht sterben, viel Spaß!“) ging es ins herrlich warme Wasser.
    Und dann: das erste Highlight nach wenigen Minuten – eine etwa 1,5 Meter lange Gelblippen-Seeschlange. Hochgiftig, aber zum Glück eher schüchtern. Also ungefähr so gefährlich wie ein introvertierter Ninja.
    Dazu wunderschöne Korallen und jede Menge kleine, bunte Fische. In einigen Anemonen entdeckte ich sogar mehrere „Nemos“ – Clownfische in ihrem natürlichen Wohnzimmer. Pixar lässt grüßen.
    Einziger Wermutstropfen: Unsere Unterwasserkamera war zeitgleich beim Hai-Shooting im Einsatz. Bedeutet: nur gucken, nicht knipsen. Erinnerungen im Kopf statt auf der Speicherkarte – fast schon retro.
    Nach etwa 1,5 Stunden ging es dann wieder zurück ins Hotel – mit salziger Haut und vielen Eindrücken.

    Abends: Lovo-Dinner mit Tanzshow
    Zurück in der Unterkunft wartet ein traditionelles Lovo-Abendessen auf uns.
    Ein Lovo ist eine fidschianische Kochmethode: Das Essen wird in einem Erdofen zubereitet. Fleisch, Fisch, Gemüse und Beilagen werden in Bananenblätter gewickelt, auf heißen Steinen in einer Grube gegart und dann stundenlang langsam gekocht. Das Ergebnis: unglaublich aromatisch und zart.
    Es gibt Hähnchen, Lamm, Fisch, Schweinebauch, Dal, dazu frischen Salat und Obst – genug, um etwa 40 Gäste satt zu machen (Challenge accepted).
    Michael darf am Anfang noch das berühmte Kava trinken.
    Geschmack: irgendwo zwischen Erde und Wasser. Wirkung: leicht betäubte Zunge und entspannend. Fazit: interessant, aber definitiv gewöhnungsbedürftig.
    Nach dem Essen beginnt die Tanz- und Gesangsshow. Vier Männer, vier Frauen – keine Instrumente, nur Gesang. Jede Tanzbewegung wird von passenden Liedern begleitet. Kraftvoll, rhythmisch, voller Energie.

    Am Ende werden wir eingeladen mitzumachen.
    Natürlich sagen Michael und ich nicht nein.
    Wie es aussah? Schwer zu sagen. Wahrscheinlich ziemlich lustig.
    Aber wir hatten definitiv Spaß.

    Der nächste Tag… weniger glamourös:
    Leider hat Michael das Essen nicht so gut vertragen. Er musste sich übergeben und hatte den ganzen Tag Durchfall. Während er also das Bett hütet, verbringen wir den Tag im Zimmer.
    Mir geht’s zum Glück gut.
    Und ich habe inzwischen eine neue Freundin gefunden: eine Katze, die mir draußen auf der Terrasse Gesellschaft leistet.

    Nicht ganz der geplante Programmpunkt – aber irgendwie auch süß.

  • Fidschi – Suva

    24.04.2026 – Colo-i-Suva-Nationalpark
    29 Grad, kein Regen – endlich mal perfektes Timing! Also: nichts wie raus und einen Ausflug in Suva starten.
    Mit Navi sind wir zwar angekommen… aber den Eingang? Den haben wir erstmal glorreich übersehen. Eine kleine, unscheinbare Einfahrt – fast so, als wollte der Park nur von Eingeweihten gefunden werden. Der Wächter klärte uns dann auf: Tickets gibt’s auf der anderen Straßenseite. Natürlich haben wir das Gebäude nicht direkt entdeckt. Die Straße dahin sah nämlich eher aus wie eine Sackgasse zu einem Dorf.
    Also nochmal wenden, nochmal schauen, nochmal zweifeln… und dann: tatsächlich! Ein kleines Gebäude mit einem noch kleineren „Ticket“-Schild an der Tür. 5 FJD pro Person – fairer Preis für ein bisschen Dschungelabenteuer.

    Zurück zur Einfahrt und endlich rein in den Nationalpark. Die etwa 1,5 km lange Zufahrt zum Parkplatz entpuppte sich allerdings als Mischung aus Fahrsicherheitstraining und ungeplanter Hüpfburg-Session im Auto – dank unzähliger Schlammlöcher. In dem Moment war ich wirklich froh, nicht zu viel gefrühstückt zu haben.

    Am Hauptparkplatz angekommen, begrüßte uns direkt ein junger Mitarbeiter, wies uns einen Parkplatz zu und erklärte uns freundlich die Wege. Es gibt sogar einen kleinen Plan – sehr vorbildlich! Und das Beste: nur ein einziges anderes Auto. Bedeutet: fast Privat-Dschungel für uns.

    Wir laufen los – mitten hinein ins satte Grün. Der Weg ist überraschend gut ausgebaut, selbst mit meinen Sandalen komme ich problemlos voran. Nach etwa 5 Minuten erreichen wir den ersten natürlichen Pool. Genau genommen sind es zwei, getrennt durch einen kleinen Wasserfall. Das Wasser ist glasklar und angenehm kühl, mit Treppen zum einfachen Einstieg.
    Michael? Natürlich sofort drin.
    Ich? Beobachte erstmal… sehr aufmerksam… vom trockenen Rand aus.

    Nach etwa 15 Minuten geht’s weiter, immer entlang eines kleinen Bachs. Überall plätschert es, kleine Wasserfälle, Vogelgezwitscher, raschelnde Blätter – und sonst nichts außer unseren Stimmen mitten im Dschungel.

    Den zweiten Pool erreichen wir nach etwa 20 Minuten. Tiefer, noch klarer, noch einladender. Und inzwischen ist mir auch so heiß, dass ich schneller im Wasser bin als Michael. Der legt direkt eine Arschbombe hin – sehr stilvoll. Das Wasser? Herrlich!

    Als wir wieder rauskommen, taucht ein weiterer Besucher auf. Ich denke mir nur: Gute Wahl – hier findet man definitiv Ruhe.

    26.04.2026 – Gestern hat es leider den ganzen Tag geregnet. Also: Zwangspause im Hotel. Ein bisschen Gym, ein bisschen Reiseplanung – auch nicht das Schlechteste.
    Heute scheint endlich wieder die Sonne, und wir machen uns auf den Weg zurück Richtung Nadi. Aber bevor wir Suva verlassen, steht noch ein letzter Programmpunkt an: das Fiji Museum.

    Direkt daneben gibt es ein nettes Café für Frühstück. „Nettes Café“ heißt in diesem Fall allerdings auch: über eine Stunde Wartezeit auf unser Essen. Immerhin hatte ich genug Zeit, im angrenzenden Park „Thurston Gardens“ die Bewohner zu beobachten – jede Menge Flughunde. Riesig, laut und sie hängen in den Bäumen wie überdimensionale Früchte.

    Dazu alte Bäume, bestimmt über 100 Jahre alt – eine ziemlich beeindruckende Kulisse.

    Mit vollem Magen geht’s ins Museum (20 FJD pro Person). Innen sehen wir originale fidschianische Kanus sowie Modelle, dazu viele spannende Ausstellungsstücke zur Kultur der Ureinwohner und der ersten Einwanderer aus China und Indien. Das Museum ist zwar klein, aber informativ und wirklich interessant.

    Danach fahren wir weiter entlang der Queens Road Richtung Nadi. Unterwegs passieren wir einige „Autoleichen“ am Straßenrand – eine Art natürliches Recycling auf Fiji-Art.

    Ganz spontan halten wir noch an einem Straßenstand und kaufen Obst: für 10 FJD bekommen wir eine ordentliche Ausbeute – viele Bananen, zwei Papayas und drei Gurken. Alles sonnengereift und unglaublich lecker. So schmeckt Fiji.

    Die nächsten zwei Tage verbringen wir in Pacific Harbour.

  • Fidschi – Queensroad, Natadola Beach und Korolevu 🇫🇯

    Von Auckland sind wir über drei Stunden nach Nadi geflogen. Schon im Flugzeug sehe ich das blaue Meer und sehr grüne Inseln mit wenigen Häusern und Siedlungen. Viel Natur, wirklich sehr viel Natur. So viel Natur, dass man sich fragt, ob WLAN hier überhaupt erlaubt ist.

    Ausgestiegen: 27 Grad und eine feuchte Luft, die uns direkt empfangen hat – eher umarmt und nicht mehr losgelassen. Sehr feucht – so feucht, dass ich sofort komplett geschwitzt habe. Mein Körper dachte vermutlich: „Ah, wir sind jetzt in der Biosauna.“

    Da es schon kurz vor 18 Uhr dunkel wird, übernachten wir in der Nähe vom Flughafen. Überall wurden wir mit einem herzlichen „Bula!“ begrüßt.

    Am nächsten Tag wollten wir am Flughafen unseren Mietwagen abholen. Wir hatten eine Woche vorher online bei einem lokalen Anbieter gebucht. Da dieser relativ neu ist, hat er… kein Büro am Flughafen. Also standen wir da wie bestellt und nicht abgeholt – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Flughafen-Polizist hat uns dann freundlich geholfen. Mit seinem Handy hat er den Anbieter angerufen – wahrscheinlich deswegen kommt der Fahrer extra schneller. Während wir warteten, hat er uns über die Verkehrssicherheit auf der Insel informiert: nachts lieber nicht fahren und auf einsamen Straßen vorsichtig sein – auch wegen möglicher Räuber (Urlaub mit Abenteuerbonus). Er hat uns sogar seine Telefonnummer für alle Fälle gegeben und hätte uns am liebsten direkt noch zu sich nach Hause eingeladen. Wirklich sehr nett.

    Nachdem wir endlich das Auto bekommen hatten, fuhren wir los. Auf der Fahrt entlang der Queens Road nach Süden waren jede Menge Tiere auf der Straße – lebendig und erstaunlich entspannt. Vielleicht entspannter als wir.

    Von Hunden über Kühe bis zu Schweinen, Katzen und Pferden – alles dabei. Sogar zwei, drei Leute waren mit Pferden auf der Straße unterwegs. Wir fanden das eine ziemlich coole Idee – bei den Benzinpreisen ist so ein Fortbewegungsmittel pflegeleicht und kostet nur Gras. Kein TÜV nötig. Natürlich sind auch unzählige Menschen unterwegs, die am Straßenrand stehen und die Hand ausstrecken. Vermutlich aus verschiedenen Gründen: Sie bieten Autowäsche an oder verkaufen Mangos und Kokosnüsse. Viele Verkaufsstände stehen direkt an der Straße. Vielleicht wollten manche auch einfach mitfahren?Wir wissen es nicht.

    Die Straßen sind teilweise sehr schlecht, mit vielen Schlaglöchern – wie ein Hindernisparcours, nur ohne Anleitung. In Ortschaften gibt es oft drei oder mehr Bremshügel (20 km/h). Einer war so hoch, dass unser Auto sogar einmal aufgesetzt ist. Kurzer Moment der Stille im Auto… dann weiter.

    Manche Häuser und Unterkünfte sind ziemlich heruntergekommen. Kein Wunder, da fast 30 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Was mir auch aufgefallen ist: viele Menschen sind übergewichtig – vermutlich auch ein Ergebnis dieser Lebensumstände.

    Unser Ziel: der Natadola Beach, angeblich einer der schönsten Strände Fijis. Auf jeden Fall haben sich hier mehrere 5-Sterne-Resorts angesiedelt. Auf dem Parkplatz vor dem Strand warteten schon etwa zehn Massage-Pavillons auf uns. Kaum ausgestiegen, begrüßte uns eine Frau mit Handschlag und bietet uns freundlich eine Massage an. Sehr überzeugend – fast hätten wir uns hingelegt, bevor wir überhaupt das Meer gesehen haben. Wir bedankten uns und liefen zielstrebig Richtung Wasser. Prioritäten.

    Das Wasser war schön warm, mit einer leichten Strömung durch die einsetzende Ebbe. Die Sonne schien und wir badeten im warmen Meer – wir waren rundum zufrieden. So zufrieden, dass man kurz überlegte, nie wieder rauszukommen.

    Nach über zwei Stunden gingen wir zurück zum Auto. Übernachtet haben wir in Korolevu.

    Am nächsten Tag blieben wir noch in Korolevu. Unsere Unterkunft lag direkt am Meer, mit einer kleinen privaten Bucht und goldenem Strand. Mehrere Hängematten hingen zwischen den Palmen und schaukeln direkt am Wasser – sehr romantisch. Fast zu romantisch.

    Nach dem Frühstück legten wir uns in die Hängematten, um ein bisschen zu entspannen. Nach etwa zehn Minuten kam eine unberechenbare Welle – so stark, dass wir eine unfreiwillige Dusche bekamen. Mit Klamotten und Handy, alles nass und voller Sand. Das Meer hat einfach entschieden: „Ihr geht jetzt wieder baden.“ Diskussion zwecklos. Also umziehen… und wieder baden. Herrlich.

    Ein Problem hatten wir allerdings: Unsere nassen Sachen wurden einfach nicht trocken. Die Luftfeuchtigkeit war zu hoch. Im Zimmer gab es zwar eine Klimaanlage, aber die Fenster bestehen aus Fliegengittern mit Holzlamellen davor, die sich öffnen und schließen lassen (nur bei uns irgendwie nicht zu).

    Dadurch kam ständig feuchte Luft ins Zimmer. Die Bettwäsche und Handtücher waren auch leicht feucht.

    Aber gut – zwei Übernachtungen sind nicht so lang. Am nächsten Tag ging es dann schon weiter nach Suva, der Hauptstadt Fiji’s.

  • Neuseeland – Kaitaia

    13.04.2026 – Heute fahren wir von Whangārei weiter Richtung Norden. Nach etwa 45 Minuten legen wir einen Stopp bei der Hundertwasser Toilets ein. Und ja – es ist wirklich so: wahrscheinlich die schönste öffentliche Toilette, die ich je gesehen habe. Kunst trifft… nun ja, Notwendigkeit. Und das Beste: kostenlos und blitzsauber.

    Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir die Rainbow Falls (Waianiwaniwa) – gefühlt unser hundertster Wasserfall auf dieser Reise. Aber gut, Wasserfälle gehen irgendwie immer. Drei Aussichtspunkte sind in wenigen Minuten erreichbar, alles ganz entspannt. Nett, aber wir sind inzwischen wohl etwas verwöhnt.

    Etwa 1,5 Stunden später kommen wir auf der Karikari-Halbinsel an. Michael hat ein klares Ziel: Baden in der Waikato Bay. Eine kleine, einsame Bucht, Sonne, 21 Grad, niemand außer uns – Postkartenidylle. Das Wasser? Frische 18–20 Grad. Michael ist sofort drin. Ich hingegen bleibe meinem Talent treu: barfuß am Strand entlanglaufen und so tun, als wäre mir überhaupt nicht kalt. (Spoiler: ist es doch. Brr.)

    Kaum ist Michael wieder aus dem Wasser, trudeln die nächsten Besucher ein und das Wetter zieht langsam zu. Timing: mal wieder perfekt. Glück gehabt.Abends übernachten wir in Kaitaia. Von hier aus wollen wir die nächsten zwei Tage die Gegend erkunden.

    14.04.2026-Heute steht ein Highlight auf dem Plan: Cape Reinga – der nördlichste Punkt Neuseelands. Von Kaitaia aus dauert die Fahrt etwa 1,5 Stunden. Und als hätte jemand oben einen Schalter umgelegt: 10 Minuten vor unserer Ankunft kommt die Sonne raus. Wie bestellt. Plötzlich verändert sich alles. Das Meer wechselt von Grau zu tiefem Blau, die Wiesen leuchten sattgrün, der Himmel wird strahlend hellblau. Es wirkt fast, als hätte jemand die Farbintensität hochgedreht. Unglaublich schön.

    Vom Parkplatz laufen wir etwa 10 Minuten zum Leuchtturm. Die Aussicht? Einfach gigantisch. Der weiße Leuchtturm steht wie gemalt, links ein goldener Strand unter riesigen Sanddünen, vor uns eine schmale, grüne Landzunge, die sich ins endlose Blau streckt. Wellen schlagen rhythmisch dagegen, Wolken ziehen schnell vorbei und werfen wandernde Schatten aufs Meer. Alles wirkt gleichzeitig lebendig und beruhigend.

    Wir verlieren komplett das Zeitgefühl. Verständlich – bei 360 Grad Panorama fällt es schwer, sich loszureißen. Als wir schließlich zurück zum Auto gehen, ist schon über eine Stunde vergangen.

    Letzter Stopp: die Te Paki Sand Dunes. Die riesigen Sanddünen hatten wir schon vom Leuchtturm aus gesehen. Am Parkplatz ziehen wir die Schuhe aus – erst müssen wir nämlich einen kleinen Bach überqueren.

    Danach geht es direkt in die Wüste… oder fühlt sich zumindest so an.Wir laufen immer weiter die Dünen hinauf. Eine Familie rutscht mit ihren Kindern eine etwa 50 Meter hohe Düne hinunter – sieht nach ziemlich viel Spaß aus. Wir klettern noch höher, bis wir schließlich das Meer auf der anderen Seite sehen. Anstrengend? Ja. Aber die Aussicht – absolut spektakulär. Die Sonne taucht den Sand in ein leuchtendes Gold. Fast surreal.

    15.04.2026-Heute wird’s actionreich: Wir fahren mit unserem 4WD über den Ninety Mile Beach. Sonnig, 21 Grad, ordentlich Wind – perfekte Bedingungen. Um 13:00 Uhr ist Ebbe, ideal also für unser Vorhaben.Von Kaitaia sind es nur etwa 15 Minuten bis nach Ahipara, dem südlichsten Zugang zum Strand. Die Zufahrt ist etwas holprig, aber Michael meistert das souverän. Und dann liegt er vor uns: ein endloser, goldener Strand.

    Der Regen vom Vorabend hat den Sand schön fest gemacht – perfekte Fahrbedingungen. Der Strand ist breit, fast menschenleer und wirkt wie eine riesige Spielwiese.

    Michael nutzt das natürlich sofort aus: Slalom, Kreise, ein bisschen „Rallye Dakar“-Feeling. Ich klammere mich fest und schwanke zwischen Nervenkitzel und der Frage, ob ich das wirklich wollte. Fazit: macht ziemlich viel Spaß.

    Danach lassen wir es ruhiger angehen und machen noch einen langen Spaziergang am Strand. Wind im Gesicht, Wellenrauschen – ein ziemlich perfekter Abschluss.

  • Neuseeland – Whangerai

    10.04.2026 – Heute ging’s los: Abfahrt in Whitianga und dann schön gegen den Uhrzeigersinn über die Coromandel-Halbinsel – weil wir ja keine halben Sachen machen 😄
    Erster Stopp: der Kauri Walk. Kleiner Spaziergang, aber mit großem Respekt vor der Natur – am Eingang erstmal Schuhe schrubben und desinfizieren (Kauri-Bäume sind empfindlich, also benehmen wir uns vorbildlich 👟✨). Viele junge Kauri wurden neu gepflanzt, richtig schön zu sehen. Dazu ein toller Blick auf Coromandel Town und das Meer – Postkartenmodus an.

    Danach ging’s weiter Richtung Süden, immer die Küste entlang. Kurve nach Kurve, Straße direkt neben dem Wasser – sehr schön, aber auch sehr „bitte konzentriert bleiben“.
    Dann: lange Fahrt Richtung Whangārei, einmal an Auckland vorbei. Kleine Notiz an zukünftige Ichs: Die Mautstraße auf dem State Highway 1 muss man vorher online bezahlen. Sonst wird’s teuer und unromantisch.
    Die Landschaft danach? Wie aus einem Neuseeland-Kalender: saftig grüne Wiesen, sanfte Hügel, viele Bäume – man möchte sofort ein Schaf adoptieren.

    Gegen 18:00 Uhr sind wir bei den Waipu Caves angekommen – eine Höhle, die man ganz auf eigene Faust erkunden darf (was ja schon mal leicht nach Abenteuer… oder Chaos klingt). Also: Wasserschuhe an, Stirnlampen aufgesetzt. Michael hat sich sogar extra in kurze Hose geworfen – offensichtlich bereit für alles. Der Eingang war gut ausgeschildert, aber der Weg dorthin… sagen wir mal: eine Mischung aus Schlammfestival und Pfützenparcours. Kein Wunder nach dem ganzen Regen. Drinnen dann die erste Überraschung: Ein kleiner Bach fließt durch die Höhle, überall tropft es von der Decke – und wir mittendrin, bis zu den Waden im eiskalten Wasser. Herrlich. Oder auch nicht. 😄

    Wir sind nach links tiefer hinein gegangen, und je weiter wir kamen, desto… sagen wir… „interessanter“ wurde die Atmosphäre. Ein bisschen unheimlich war’s schon. Nach ein paar hundert Metern standen wir schließlich in einem komplett dunklen Bereich. Also Licht aus. Kurz geblinzelt… und dann: Wow. Über uns tausende Glühwürmchen – kleine grüne Lichtpunkte, wie ein Sternenhimmel, nur viel näher, viel intensiver. Wirklich magisch. So etwas haben wir im Wald nie auch nur annähernd so beeindruckend gesehen.

    Wir wollten noch tiefer in die Höhle vordringen, aber die Decke kam immer näher und das Wasser wurde immer tiefer. Also brachen wir die Expeditionen ab.

    Als wir wieder aus der Höhle herauskamen, war die Sonne schon fast weg, und der Himmel leuchtete in einem tiefen Rot. Fast so, als wollte er mit den Glühwürmchen konkurrieren.

    Abends endlich in Whangārei angekommen. Und dann das Highlight des Tages: Die supernette Motelbesitzerin (kommt ursprünglich aus China ❤️) hat unser Doppelzimmer einfach kostenlos in ein großes Familienzimmer upgegradet – mit kompletter Küche und allem Drum und Dran. Einfach so. Wir waren richtig happy.

    11.04.2026 – Heute erstmal entspannt: nur 10 Minuten zur Whangārei Falls gefahren. Ein hübscher Wasserfall mit kleinem Fluss und Wanderwegen bis in die Stadt. Wir sind etwa 30 Minuten rumgelaufen – danach allerdings klatschnass. Mischung aus Nieselregen und Gischt… nennen wir es „natürliches Spa-Erlebnis“.

    Nächster Stopp: Mount Parihaka Lookout & Memorial.
    Kleiner Haken: 1 km vor dem Ziel war die Straße gesperrt (Erdrutsch lässt grüßen). Also Auto abgestellt und zu Fuß weiter. Abenteuerlevel +1. Leider war die Aussicht wegen grauem Himmel und Nieselregen eher „mystisch verschwommen“ als „Wow-Panorama“.

    Danach zum Town Basin – super süßer Hafenbereich mit Parks, Cafés und kleinen Shops. Und mittendrin: das Hundertwasser Art Centre – bunt, verspielt, organisch, irgendwie wie ein Gebäude, das gute Laune hat.

    Ein paar Schritte weiter dann ein kleines Ingenieurs-Schmankerl: die Rolling Ball Clock.
    Statt Zeigern rollen hier Kugeln durch ein System aus Schienen und Hebeln. Jede Minute wird eine Kugel weiterbefördert, jede Stunde passiert ein kleines mechanisches „Reset-Ritual“, bei dem Kugeln gesammelt und neu verteilt werden. Es ist gleichzeitig Uhr, Kunstwerk und Geduldsspiel für alle, die versuchen zu verstehen, wie das Ding eigentlich funktioniert. Spoiler: Wir haben einfach fasziniert zugeschaut.

    Am Hafen wurde es dann leicht hektisch: Ein Zyklon war für den Abend angekündigt. Die Leute haben ihre Boote gesichert, alles festgezurrt, was nicht fest war. Stimmung: „Wir nehmen das ernst – aber mit Routine.“

    12.04.2026 – Der Zyklon ist nachts durchgezogen: viel Regen, alles patschnass. Heute weniger Regen, dafür ordentlich Wind – so richtig „halte-deine-Mütze-fest“-Wind.
    Trotzdem auf zu den Whangārei Heads. Unterwegs lagen überall Zweige auf der Straße, und an manchen Stellen kamen sogar Erde und Steine vom Hang runter. Natur sagt: „Ich war gestern beschäftigt.“
    Da der Mount Manaia Track gesperrt war, sind wir stattdessen den Mt Aubrey gelaufen – etwa 2 Stunden. Der Wald war wegen des Windes komplett in Bewegung, fast wie ein lebendiges Wesen. Ehrlich gesagt hatte ich zwischendurch kurz die Sorge, dass mir gleich ein Ast oder Stein auf den Kopf fällt 😅

    Aber: riesige alte Bäume, tolle Aussicht – und oben so starker Wind, dass ich mich teilweise festhalten musste, um nicht spontan wegzufliegen.

    Danach: Smugglers Bay.
    Vom Parkplatz aus ca. 15 Minuten Fußweg durch Schlamm und nasse Wiesen – aber diese Wiesen! Knackig grün, saftig, fast schon übertrieben idyllisch. Zwischendurch kam sogar die Sonne raus, und alles sah aus wie in einem Märchen.

    Und dann… die Kühe.
    Schwarz, geschniegelt, und sie haben uns angeschaut wie eine Jury bei einer Castingshow. Ernst, leicht genervt, mit so einer V-förmigen Stirn – ein bisschen wie Angry Birds in Kuhform. Ich musste laut lachen. Die Kühe fanden mich vermutlich respektlos.

    Die Bucht selbst: atemberaubend schön.
    Michael hatte sogar Badesachen dabei – optimistisch, wie immer. Aber bei dem Wind und den hohen Wellen: eher Kategorie „Surfer mit Todessehnsucht“ als „entspannt schwimmen“.

    Letzter Stopp: Ocean Beach.
    Die Straße dahin führt stellenweise direkt am Wasser entlang – so nah, dass die Wellen auf die Straße schwappen. Schon ein bisschen wild.
    Der Strand selbst? Noch wilder. Das Meer war richtig wütend.
    Schwimmen? Nein. Einfach nein.

    Fazit des Tages: Natur 1 – wir 0 (aber glücklich).

  • Neuseeland – Te Aroha & Whitianga

    08.04.2026: Das Wetter in Hamilton hat sich in den letzten Tagen leider nicht von seiner Schokoladenseite gezeigt: grau, regnerisch, leicht deprimierend – immerhin bei „sommerlichen“ 20 Grad. Nach unserem Museumsbesuch blieb uns also nichts anderes übrig, als uns heldenhaft weiter durch die epische Welt von „Der Herr der Ringe“ zu kämpfen. Wenn schon draußen Mordor-Stimmung, dann wenigstens auch auf dem Bildschirm.

    Heute ging es dann von Hamilton Richtung Norden nach Whitianga – in der optimistischen Hoffnung, das Regenwetter endlich hinter uns zu lassen. (Spoiler: Das Wetter hatte andere Pläne.)
    Unterwegs machten wir einen spontanen Stopp im kleinen Ort Te Aroha – und haben uns dort etwas wirklich Besonderes gegönnt: ein Mineral Spa. Ein privater Hot-Water-Tub, gespeist aus heißen, mineralreichen Thermalquellen. Luxus-Level: Hobbit trifft Wellness.
    Man kann sich für 30, 45 oder 60 Minuten ein eigenes kleines Spa-Zimmer buchen – wir entschieden uns für 45 Minuten, und das war genau richtig. Ein schönes Holzbecken, gefüllt mit klarem, einladendem Wasser. Temperatur? Selbst einstellbar.

    Das Ergebnis: seidig weiche Haut und ein Zustand tiefer Zufriedenheit. Kurz gesagt – wunderschön.

    09.04.2026: Angekommen in Whitianga… und ja, das Wetter hat uns weiterhin treu begleitet. Nieselregen, leichter Wind, grauer Himmel – aber immerhin 21 Grad. Also: Regenjacke an, feste Schuhe geschnürt und los geht’s.
    Unser Ziel: Cathedral Cove.
    Nach etwa 30 Minuten Fahrt dann die erste kleine Überraschung: Der eigentliche Parkplatz ist bis Ende April gesperrt. Stattdessen reisen viele Besucher mit Shuttle-Bussen an. Wir entschieden uns für die sportlichere Variante: Parken am Hahei Beach und dann zu Fuß weiter.
    Der Weg? Rund eine Stunde. Hoch, runter, Treppen rauf, Treppen runter – ein kleines Fitnessprogramm inklusive.
    Aber dann: Ankunft.

    Eine wunderschöne kleine Bucht, eingerahmt von Felsen auf drei Seiten. Vor uns das aufgewühlte Meer, einzelne Felsen ragen dramatisch aus dem Wasser. Rechts ein kleiner Wasserfall – fast wie aus einem Filmset.

    Und links: das Highlight.
    Ein riesiger Felsen mit einem gewaltigen Loch in der Mitte – ein natürlicher Torbogen, durch den man direkt auf die Wellen und einen weiteren Felsen im Meer blickt. Trotz grauem Wetter wirklich beeindruckend.

    Ganz allein waren wir übrigens nicht – einige besonders mutige (oder einfach kälteresistente) Menschen schwammen tatsächlich im Meer. Respekt.
    Wegen möglicher Steinschläge nach dem Regen hielten wir uns nicht allzu lange unter dem Felsbogen auf. Ein paar Fotos, ein kurzer Spaziergang zum Wasserfall – und nach etwa 15 Minuten ging es schon wieder zurück zum Auto.

    Nächstes Ziel: Hot Water Beach.
    Die Recherche klang vielversprechend: natürliche heiße Quellen direkt unter dem Sand. Man muss nur zur richtigen Zeit kommen – etwa zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Ebbe. Dann kann man sich mit einer Schaufel seinen eigenen kleinen Pool graben.
    Theorie: genial.
    Praxis: …naja 😄
    Bevor wir uns bei dem Wetter halb ausziehen und eine Erkältung riskieren, wollten wir erstmal schauen. Gegen 16:30 Uhr kamen wir am Hauptparkplatz an – komplett voll. Und kostenpflichtig.
    Also Plan B: der etwas nördlich gelegene Hot Water Beach Zugang über den „Domain Road Carpark“. Von dort aus kommt man direkt an den Strand – deutlich entspannter.
    Schon von weitem sahen wir: Menschen. Viele Menschen. Sehr viele Menschen.

    Anscheinend gibt es nur wenige Stellen mit wirklich heißem Wasser – und genau dort versammelten sich ungefähr 100 Leute mit Schaufeln, Händen und einer beeindruckenden Portion Enthusiasmus während weitere 50 -100 Leute dem Treiben skeptisch zu schauten.
    Was entstand, war weniger ein idyllischer Spa-Bereich und mehr… eine kreative Baustelle.
    Sand, Schlamm, Wasser, Dampf – alles wild durcheinander. Kleine Pfützen überall. Einige hatten schon aufgegeben, andere gruben noch mit vollem Einsatz weiter. Kinder buddelten begeistert mit Händen und Füßen, Erwachsene sahen aus wie frisch paniert.
    Es war chaotisch, matschig – und ehrlich gesagt ziemlich lustig anzusehen.
    Wir haben das Ganze aus sicherer (und trockener) Entfernung beobachtet, ein paar Fotos gemacht und uns köstlich amüsiert.

    Fazit: Die Idee ist großartig – aber vermutlich nur wirklich magisch, wenn man nachts kommt, bei gutem Wetter, mit weniger Leuten und vielleicht unter Mondschein.
    Heute war es eher… „DIY-Thermalbad trifft Sandkasten-Großprojekt“.

  • Neuseeland – Hobbiton und Hamilton

    05.04.2026 – Vor einer Woche hatten wir diesen glorreichen Plan: Wir schauen uns etwas ganz Besonderes an – das Hobbiton Movie Set. Klang einfach. War es natürlich nicht. Denn: Hobbiton liegt auf einer „Living Farm“. Bedeutet übersetzt: Du kommst da nur rein, wenn du dich brav einer geführten Tour anschließt. Und Überraschung – für unseren Zeitraum? Alles ausverkauft. Komplett. Nada. Ende Gelände.
    Also saßen wir da, leicht geknickt, und fanden bei der Recherche heraus: Man sollte diese Tour mindestens 3–4 Monate vorher buchen. Drei. Bis. Vier. Monate.
    Wir? Natürlich wieder viel zu spät. Typisch wir.
    Aber Michael wäre nicht Michael, wenn er einfach aufgeben würde. Motto: „Geht nicht“ gibt’s nicht.
    Nach ein paar Minuten wildem Herumklicken (und vermutlich leichtem Stressschweiß) fand er tatsächlich ein Kombi-Paket mit Lunch – schlanke 80 € pro Person – und … zwei freie Plätze!
    Also sofort gebucht. Wieder mal mit einem Bein im Glück gelandet. Die Vorfreude war entsprechend groß.

    Am Tag der Tour ging’s von Rotorua zum Startpunkt. Die Landschaft? Laut Michael: „Sieht aus wie im Allgäu.“
    Sein Fazit: „Hätten sie auch einfach da drehen können.“
    Ich: …lass uns erstmal schauen. Es muss ja irgendwas Besonderes haben.
    Nach Parkplatzsuche und Ticketkontrolle wurden wir in einen Bus verfrachtet. Drinnen: Filmszenen auf dem Bildschirm, epische Musik aus den Lautsprechern – sofort Gänsehaut.
    Unsere Tourguide (mit einer Stimme, die wahrscheinlich auch Einschlafgeschichten verkaufen könnte) stellte sich vor, und es lief ein Begrüßungsvideo von Peter Jackson und dem Farmbesitzer.
    Kurze Hintergrundstory: 1998 entdeckte Jackson diese Farm während eines Helikopterflugs über Neuseeland. Er war so begeistert, dass er sich direkt mit dem Besitzer zusammensetzte – und zack, Hobbiton war geboren.

    Nach ein paar Kurven, vorbei an alten Filmcamps und sehr zufriedenen Schafen, war es dann so weit: Hobbiton tauchte auf. Und wirklich alle im Bus gleichzeitig: „Woooow.“
    Zwei Minuten später standen wir mitten drin.

    Sanfte Hügel, ein See mit riesigem Baum, saftig grüne Wiesen, Obstbäume voller Früchte – und überall diese kleinen, bunten, runden Hobbit-Türen. Aus den Schornsteinen stieg sogar Rauch auf, als würde drinnen gerade jemand Suppe kochen. Teilweise waren die Feuer sogar echt.
    Wäsche hing draußen. Es war absurd idyllisch. Fast schon zu perfekt. Ein kleines Paradies.

    Einige Häuser waren im Maßstab 1:1 Menschengröße, andere wegen der Authentizität nur 60% so groß. Was teilweise lustig war, wenn man davor stand.

    Dann die große Frage: Was ist hier eigentlich echt?
    Antwort der Guide: Alles, was aus der Erde wächst – echt.
    Alles auf Tischen oder in den Häusern – fake. (Sehr überzeugend fake, wohlgemerkt.)

    Und dann kam das Highlight: Wir durften in ein Hobbit-Haus rein!
    Alles anschauen, anfassen, aufs Bett legen, am Tisch sitzen – und natürlich alles fotografieren.
    Ich fühlte mich wie eine Mischung aus Alice im Wunderland und Schneewittchen im Zwergenhaus. Alles klein, gemütlich, liebevoll eingerichtet.
    Für mich: fast perfekte Größe.
    Für Michael: eher… sportlich.
    Er lief da durch wie Gandalf – ständig den Kopf einziehen und leicht gebückt. Sehr würdevoll. (Also fast.)

    Danach ging’s weiter am Wassermühle vorbei, über die Bogenbrücke zum See, zum berühmten Green Dragon Inn – der Bar, in der die Hobbits feiern.
    Dort gab’s Bier, Cider oder Ginger Beer – selbstverständlich stilecht.

    Und als krönenden Abschluss: ein ordentliches Buffet im Zelt, inklusive Kuchen.
    Kurz gesagt:
    Plan chaotisch. Buchung knapp. Erwartung skeptisch.
    Aber am Ende? Einfach magisch.

    Zwei Tage später haben wir uns den ersten Teil der „Lord of the Rings Trilogy“ noch mal angeschaut und in vielen Szenen die Ort von unser magischen Tour wiedererkannt.

    Exkurs: Historie von Hobbiton

    Wie Peter Jackson zum Drehort, der Alexander Farm, kam hatten wir ja oben schon erwähnt. Aber bis zum fertigen Filmset wiie es heute ist, war es ein langer Weg. 1999 begannen die Arbeiten für das Filmset. Aber es gab keine Straße für die Baufahrzeuge und später für die Wohnwagen der Filmcrew und Stars auf dem Gelände. Also wandte sich Peter Jackson an den damaligen Ministerpräsidenten und dann wurde eine 1,5 km lange Straße vom neuseeländischen Militär gebaut … so die Geschichte. Es wurde 39 Hobbit-Häuser (Hobbit Holes) gebaut, Bäume umgepflanzt, Brücken und weitere Gebäude errichtet. Der Dreh konnte Ende 1999 beginnen und dauerte etwa 3 Monate … im 1. Teil spielen etwa 38 min in Hobbingen (engl. Hobbiton). Anschließend wurde das Set wieder eine Schafweide und zerfiel zunehmend. Aber 2009 wurde Hobbiton wurde über 2 Jahre lang mit besseren haltbaren Materialien für die Hobbit Trilogie wieder hergestellt. Seit dem Dreh der Szenen in Neusseland, welcher Ende 2011 stattfand, wird das Filmset bis heute als Touristenattraktionen genutzt.

    06.04.2026 – Hamilton

    Im Hamilton, einem kurzen Zwischenstop auf unserer Reise in den Norden Neusselands, waren wir im „Te Whare Taonga o Waikato Museum“. Hier kann man ein wenig über die Geschichte der Maori auf Neuseeland erfahren. Wie sie vor tausenden Jahren auf der Insel ankamen, sich ausbreiteten und begannen das Land zu nutzen. Es werden alte Boote, große zeremonielle Holzfiguren und alte Gebrauchsgegenstände ausgestellt. Des weiteren kann man den Wandel der Stadt Hamilton von ein paar Hütten am Fluss zu einer modernen Stadt mit Eisenbahn, Brücken und vielen Gebäuden sehen.

    Nächste Station: Coromandel Peninsula.