Autor: xin

  • Australien – Victoria – Zwischen Hitzeschock und Kuscheldecke

    Victoria hat uns mit extremen Temperaturschwankungen begrüßt. Als wir von NSW ankamen, waren es noch über 30 Grad, später sogar 40 Grad auf dem Koala Trail. Und dann: gestern Nacht in Tarra Valley ganze 8 Grad! Ich habe im Wohnmobil mit zwei Decken geschlafen – Luxus-Camping auf australisch ❄️😅

    Heute stand eine sehr wichtige Aufgabe auf dem Programm: der Besuch eines Public Dump Points. Zum Glück gibt es eine Camping-App mit genauen Standorten, Bewertungen und echten Camper-Erfahrungen – Gold wert! Hier darf man Abwasser und Chemie-Toiletten entleeren. Nur hier. Nirgendwo sonst! Sonst: Umweltverschmutzung + saftige Strafen. Anders als in Deutschland gibt es hier einfach ein Loch mit blauem Deckel und einen Wasserhahn daneben. Klingt simpel – ist es auch. Fast.

    🧻 Dump Point – Anleitung für Dummies

    Step 1: Chemie für die Toilette im Fachhandel kaufen. Gummihandschuhe nicht vergessen!

    Step 2: Wohnmobil gut einparken – möglichst nah am Dump Point.

    Step 3: Abwasserschlauch anschließen und Grauwasser ablassen.

    Step 4: Camping-Toilette ausbauen und entleeren.👉 Achtung: Deckel dürfen NICHT ins Loch fallen! Danach gut spülen und mit Wasser + Chemikalien neu befüllen.

    Step 5: Alles sauber nachspülen, Hände gründlich waschen und desinfizieren.

    ⚠️ WICHTIG: Der Wasserhahn daneben ist NICHT für Trinkwasser oder den Wassertank!

    Das Ganze hat Michael hervorragend erledigt – ich stand daneben, habe zugeschaut und für euch mitgeschrieben 😜

    Nach dieser heldenhaften Tat ging es glücklich und erleichtert weiter Richtung Westen. Erstes Highlight: wilde Stingrays!
    Hier schwimmen Rochen im seichten Wasser direkt am Strand – und lassen sich sogar von Menschen berühren.
    Sie kommen immer wieder zurück, als hätten beide Seiten Spaß an der Begegnung. Eine unglaublich friedliche und schöne Szene. Leider war es für mich zu windig und zu kalt, also habe ich nur vom Steg aus zugeschaut. Ins Wasser? Nein danke. Brrrr… 🥶

    Zweite Attraktion: Flat Rocks – Dinosaur Dreaming Fossil Site. Vom Parkplatz geht man hinunter und steht plötzlich vor bizarren Felsformationen. Hier wurden tatsächlich Dinosaurierfossilien gefunden! Auf den flachen Steinen sieht man überall Spuren – sie wirken, als wären Dinosaurier… oder doch Aliens? 👽🦕 Viele Familien mit Kindern waren dort, alle auf Spurensuche. Man braucht dafür nur ein bisschen Fantasie.

    Kurz danach kommt schon Eagle’s Nest. Von oben sieht es aus wie eine einsame Felsbrücke im Meer. Von unten – aus einem anderen Winkel – sieht es plötzlich aus wie ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln, der gerade auf seinem Nest landet. Genauso wie der Horse Head Rock, den wir vor ein paar Tagen gesehen haben. Man muss manchmal einfach die Position wechseln, um Dinge anders zu sehen.🤔 Wow… das klingt jetzt fast philosophisch. Ein bisschen wie Konfuzius im Campervan.

  • Australien – Koalabär trail

    Gestern haben wir einen wunderschönen großen Campingplatz am Cann River entdeckt (rainforest campground)– fast schon verdächtig luxuriös 😄.
    Mit Toilette, Dusche, Wasser, Mülleimern, Dump Point und Waschraum. Einige Stellplätze hatten sogar Stromanschluss – und das alles kostenlos! Wir fühlten uns kurz wie im Fünf-Sterne-Hotel für Camper.
    Kaum hatten wir ausgepackt und Tisch sowie Stühle aufgebaut, kam der erste Willkommensbesuch: eine riesige Spinne krabbelt seelenruhig auf unseren Camper herum. Zwar ungiftig, aber ihr Biss soll sehr schmerzhaft sein – na danke für die Info 😅.
    Aus den Bäumen hörten wir später seltsame Geräusche, fast wie Affenrufe. Nach kurzer hoch schauen kamen wir zu dem Schluss: Es waren wohl doch nur sehr spezielle Vögel und keine australischen Dschungelaffen, oder?
    Bei über 43 Grad Außentemperatur retteten wir uns in den Fluss Cann River– besser als jede Klimaanlage!


    Doch Australien wäre nicht Australien ohne Drama zum Abschluss: Spät abends zog ein Blitz- und Windsturm auf. Mitten in der Nacht musste Michael mit Stirnlampe ausrücken, um die Markise einzufahren, die bereits Richtung Himmel starten wollte. Abenteuerlevel: eindeutig erhöht 🌩️🕷️⛺

    Heute wollen wir zur Raymond Island fahren, um den besonderen Koala Trail zu erkunden. Wir haben uns vor einiger Zeit bewusst gegen Zoos entschieden. Gefangene Tiere möchten wir nicht anschauen. Tiere wollen wir nur in der Natur begegnen – frei, lebendig, unberührt und in ihrem eigenen Lebensraum. Auf dem Weg dorthin sehen wir mehrere tote gefahrenen Wombats am Straßenrand – ein trauriger Anblick. In der Nähe der Paynesville Ferry finden wir einen Parkplatz und setzen mit der Fähre über. Für Fußgänger ist die Überfahrt kostenlos – ein kleines, aber feines Detail. Kaum angekommen, schlägt uns die Hitze entgegen: 45 Grad, gefühlt wie 60 Grad in einer Sauna! Die Insel lässt sich auf eigene Faust erkunden – eine etwa 2 Kilometer lange Wanderung, ganz ohne Guide oder Ranger. Koalas muss man selbst entdecken. Das bedeutet: jeden einzelnen Baum ganz genau anschauen. Und dann passiert es schon: Kaum steigen wir von der Fähre, sehe ich den ersten Koala! 🐨 Nur etwa zwei Meter über mir sitzt er gemütlich auf einem Baum. Ganz entspannt, völlig unbeeindruckt. Wir bleiben unten, fotografieren leise, und der Koala schaut mich an, als würde er denken:„Mhm … schon wieder eine Touristin? Wie langweilig.“ 😄Ich bin sofort fasziniert – und trotz der Hitze hochmotiviert, noch mehr dieser süßen Beutelbären zu finden. Doch so einfach ist das gar nicht. Koalas sind extrem gut getarnt: Ihr Fell hat fast exakt die gleiche Farbe wie die Baumstämme – nur eben viel kuscheliger. Wir laufen langsam, schauen Baum für Baum nach oben. Mein Hals knackt inzwischen verdächtig, mir wird fast schwindelig, und ich frage mich ernsthaft: Wie halten die das mit diesem dicken Fell bei dieser Hitze aus?! Aber der Ehrgeiz zahlt sich aus. Nach etwa einer Stunde gemütlichem Spaziergang in der brütenden Sonne haben wir tatsächlich insgesamt neun Koalas entdeckt! Jeder einzelne ist anders – und jeder unfassbar knuddelig süß. Jetzt brauche ich allerdings dringend Wasser. Sonst fällt die Touristin hier noch gleich vor dem nächsten Koala um! Das wäre dann doch etwas zu aufregend für die süßen Koalas. 🐨💦

  • Australien – mit dem Camper von Sydney nach Melbourne

    Camper, Kängurus und Tiefkühlpizza – unser Start ins australische Abenteuer 🦘🚐

    Vorgestern haben wir unseren Camper in Sydney abgeholt. Eigentlich. Also ursprünglich. In einem idealen Paralleluniversum. Geplant war ein kleiner, handlicher Sprinter mit Dusche und Toilette. Bekommen haben wir stattdessen Luxus pur auf 7,7 Meter – inklusive allem, außer Wendigkeit. Der „Kleine“ war Anfang Dezember 2025 leider nicht mehr verfügbar. Warum wir so spät gebucht haben? Weil wir auf dieser Reise „flexibel bleiben“ wollten. Was wir dabei nicht bedacht hatten: Sommerferien in Australien. Bis Ende Januar. Ergebnis: halb Australien auf Achse – und die andere Hälfte offenbar schon ausgebucht.

    Bei der Übergabe dann das volle Programm: Original-Führerschein, internationaler Führerschein, Englische Übersetzung des deutschen Führerscheins (falls jemand die Übersetzung der Übersetzung braucht) und natürlich die Kreditkarte für die Kaution. Danach eine kurze Einweisung, ein paar Fotos für die Versicherung – und los ging es.


    Drei Wochen Camperleben entlang der Ostküste: erst nach Melbourne, dann weiter nach Adelaide. Abenteuer Linksverkehr, Steuer rechts inklusive.

    Die ersten Meter fühlten sich an, als hätte jemand die Welt gespiegelt. Der erste Kreisverkehr war… sagen wir: intensiv. Aber erstaunlich schnell wurde das Ganze fast selbstverständlich. Also erst mal zum Supermarkt, Vorräte auffüllen. Ziel für den ersten Tag: 190 km. Problem Nummer eins meldete sich prompt: Ferienzeit. Nicht nur Camper waren rar, sondern auch Stellplätze. Trotz drei Apps – von „Luxus mit Pool“ bis „kostenlos auf einer Farm neben Kühen“ – war die Auswahl überschaubar. Alle Plätze mit Strom: ausgebucht.
    Also Plan B:Rest Area oder kostenlose Stellplatz ohne Strom. „Bordstrom und Wasser reichen 2–3 Tage“, hieß es. Vertrauen ist gut.

    Bevor es ernst wurde, noch ein Highlight: Stanwell Tops Lookout. Eine Klippe mit atemberaubendem Blick auf die Küste, unsere ersten Papageien in freier Wildbahn und gefühlt ganz Australien beim Paragliden. Die starteten im Minutentakt – offenbar war das hier der Flughafen der Lüfte. Weiter an der Küste entlang über die Sea Cliff Bridge, die aussieht, als wäre sie direkt aus einem Hollywood-Blockbuster gefallen – Klippen, Meer, Drama. Mit Einbruch der Dunkelheit setzte Regen ein, wir fuhren die letzten Kilometer und erreichten unseren ersten Rastplatz nahe der Schnellstraße. Erste Nacht im Camper: geschafft.

    Am nächsten Morgen: kühl, aber glücklich. Erstes Camper-Frühstück. Dann Planung für den nächsten Abschnitt: Booderee National Park bei Jervis Bay. Eintritt: 20 Dollar. Spoiler: Es hat sich gelohnt. Erster Stop: Murrays Beach. Türkises Wasser, weißer Sand, kaum Wellen – Postkartenalarm. Leider auch viele Einheimische, denn: Ferienzeit mit Kindern. Trotzdem fanden wir einen schattigen Platz und gingen schwimmen. Nach 1,5 Stunden Strand ging es weiter.

    Nächster Spot: Cave Beach. Neben dem Parkplatz unsere ersten lebendigen australischen Wahrzeichen: Kängurus. Warum „lebendig“? Weil wir in den ersten zwei Tagen entlang der Straße gefühlt täglich 15 tote Kängurus und vereinzelt Schlangen gesehen haben. Diese hier aber waren quicklebendig, zutraulich – man konnte sie sogar streicheln. Ein echtes Highlight.

    Danach wollten wir zu unserem nächsten Übernachtungsplatz – einem Rastplatz mitten im Wald. Google Maps hatte allerdings andere Pläne und schickte uns mit unserem Riesen-Camper erst mal direkt in den Dschungel. Anfangs war der Weg noch drei Meter breit, dann schlammig, dann… Ende. Also 50 Meter rückwärts, wenden auf einer Lichtung und zurück zur Hauptstraße. Wir waren nicht allein: Uns kamen einige andere Camper entgegen – mit dem gleichen „Google hat uns verraten“-Blick. Ohne Navigation, nur nach Straßenschildern, fanden wir schließlich den versprochenen Stellplatz. Schon einige Camper standen dort, alle kreativ zwischen den Bäumen verteilt. Wir suchten uns eine halbwegs gerade Fläche und parkten unser rollendes Zuhause. Zweite Nacht im Camper.

    Heute ging es weiter über Narooma nach Marimbula.
    In Narooma besuchten wir den Bar Rock Lookout mit Blick auf Klippen und einen dieser Strände, von denen Australien offenbar zu viele hat 😉. Unten die berühmte Felsformation Australia Rock – ein perfekter Fotospot. Direkt daneben: Robben, die sich sonnten oder im Wasser spielten. Jeden Tag neue Überraschungen!

    Weiter zu Wallaga Lake mit Camel Rock, Horse Head Rock und Dragon Tail Rock. Und ja – mit etwas Fantasie machten sie ihren Namen alle Ehre. Das Kamel sah wirklich wie ein Kamel aus, das Pferd zeigte sich erst von der Seite, und beim Drachen konnte man den Schwanz aus dem Meer ragen sehen. Fantasie ausdrücklich erwünscht.

    Nächster Stop: Bermagui Blue Pool.
    Ein natürlicher Felsenpool direkt am Meer, der sich bei Sturm oder Flut selbständig mit frischem Salzwasser füllt. Der Mensch hat hier – ganz dezent natürlich – etwas nachgeholfen: eine kleine Mauer, damit das Wasser tiefer bleibt, plus ein separater Kinderpool. Quasi Natur pur, aber mit Upgrade. Das Wasser war herrlich warm, die Kulisse schlicht atemberaubend. Während draußen der Ozean toste, lagen wir im Pool und fühlten uns wie in einem Infinity-Pool mit Meerblick – nur ohne Hotelrechnung. Es war einer dieser Orte, an denen man sich fragt, warum man eigentlich jemals in ein Schwimmbad mit Fliesen gegangen ist. Eigentlich wollten wir gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Wirklich nicht. Aber wir hatten ja noch ein anderes Ziel für den Tag. Also schweren Herzens raus aus dem Pool, einmal schütteln wie ein nasser Hund, und weiter ging das Abenteuer entlang der Küste.

    Am späten Nachmittag erreichten wir Marimbula. Nach dem Tanken und einem Besuch im Campingladen (Chemietoiletten-Zubehör – Romantik pur) suchten wir ein Restaurant.
    Ergebnis: Fehlanzeige. Viele Restaurants geschlossen. Um 17 Uhr. Eine Pizzeria hatte geöffnet – aber keine Pizza mehr. Nur Kebap. Katastrophe. Also Tiefkühlpizza aus dem Supermarkt. Auf dem Stellplatz auf einer Schaffarm angekommen, Strom anschließen – leichter gesagt als getan. Nach einigem Hin und Her funktionierte es. Dann der Backofen. Oder besser: das, was er zu sein vorgab. Die Flamme wollte nicht, die Hitze war ungleichmäßig, die Pizza halb verbrannt, halb roh. Also Notlösung: Mikrowelle. Das Ergebnis war… essbar. Irgendwie. Mit italienischer Pizza hatte es etwa so viel zu tun wie Wasser mit Schnaps. Aber wir waren satt – und beschlossen einstimmig: Backofen- und Tiefkühlpizzadramen werden in Zukunft vermieden. Das Abenteuer hat gerade erst begonnen.

  • Australien – Sydney

    Vorgestern haben wir uns spontan entschieden, zu Fuß über die Harbour Bridge zu laufen. Wenn man schon einmal in Sydney ist, sollte man diese berühmte Brücke mindestens einmal selbst überqueren – am besten mit festem Schritt und vielen Fotos im Handy-Speicher.

    Auf dem Weg dorthin haben wir noch das ANZAC Memorial besucht. Ein beeindruckendes Museum aus rosafarbenem Granit, mit unterirdischen Galerien und Ausstellungsräumen über den Ersten und Zweiten Weltkrieg und die gefallenen Soldaten. Der Eintritt ist kostenlos, und das Gebäude ist viel größer, als es auf den ersten Blick aussieht – ein bisschen wie ein kultureller Überraschungsei. Sehr modern, ruhig und würdevoll gestaltet.

    Irgendwann standen wir dann wirklich auf der Harbour Bridge. Wow. Der Blick war einfach spektakulär: die Stadt aus einem ganz neuen Winkel, das Sydney Opera House strahlend weiß, der Himmel knallblau, das Meer ebenfalls blau – alles zusammen sah aus wie ein perfekt gemaltes Postkartenmotiv. Uns fehlte eigentlich nur noch ein Bilderrahmen.

    Besonders lustig: Über uns kletterten Menschen mit Helmen und Sicherheitsgurten ganz oben auf der Brücke herum. Von unten sahen sie aus wie kleine Ameisen, die brav am Metallgerüst entlangkrabbeln. Ich habe kurz überlegt mitzumachen, aber meine innere Höhenangst-Ameise hat sofort Nein gesagt. Trotzdem: aufregend sieht es definitiv aus!

    Abends haben wir einen Spaziergang im Darling Harbour gemacht. Dort gibt es eine alte drehbare Brücke, die sich von Westen nach Osten über den Hafen bewegt – und man kann sogar darüber laufen. Technik trifft Romantik, mit Lichtern, Wasser und entspannter Abendstimmung.

    Gestern haben wir einen ganzen Tag am Bondi Beach verbracht. Von unserem Hotel in Burwood dauert die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwa eine Stunde – erstaunlich unkompliziert. Bondi ist wirklich ein sehr cooler Strand: Sonne, Surfer, Jogger, braungebrannte Australier und Menschen, die aussehen, als kämen sie direkt aus einer Fitness-Werbung. Wir haben mehr zugeschaut als gebadet und uns gefragt, warum Surfbretter immer dann kommen, wenn man sie gerade nicht braucht. Der Swimming Pool an der Bondi Beach in Sydney, bekannt als der Bondi Icebergs Pool, ist ein echtes Highlight. Direkt am Meer gelegen, bietet er einen atemberaubenden Blick auf den Ozean und die vorbeiziehenden Wellen. Eintrittkostet 10$. Das Schwimmen im salzigen Meerwasser, während die Wellen gegen den Beckenrand schlagen, ist wirklich ein besonderes Erlebnis.

    Heute besuchen wir das Maritime Museum. Schiffe, Meer, Geschichte – thematisch bleiben wir also treu. Die riesigen Schiffe direkt am Hafen sind echt beeindruckend, und plötzlich steht man mitten auf einem Kriegsschiff oder in einem U-Boot und fragt sich, wie da früher so viele Menschen reinpassen konnten. Insgesamt ein entspannter, lehrreicher Besuch mit vielen „Wow“-Momenten und definitiv mehr Spaß, als ich erwartet hatte. ⚓😄

    Morgen kommt das nächste Abenteuer mit Wohnmobil.

  • Indonesien – Nusa Penida

    Heute haben wir einen Tagestrip deluxe gemacht – mit allem, was dazugehört: drei Schnorchelspots, drei Sehenswürdigkeiten und ungefähr hundert kleine Abenteuer.

    Um 6:20 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt. Von westlichem Kuta bis zum östlichen Hafen Sanur dauert die Fahrt etwa 40 Minuten – zumindest laut Google. In der Realität hängt das stark davon ab, wie viele Rollerfahrer glauben, sie seien unsterblich.

    In Sanur bekamen wir ein Hin- und Rückfahrt-Schnellbootticket für 7:30 Uhr. Die Überfahrt dauerte ebenfalls rund 40 Minuten. Erstaunlich viele Leute hatten die gleiche brillante Idee wie wir, heimlich früh morgens nach Nusa Penida zu fliehen. Das Ticket kostete übrigens nur 5–7 Euro – fast billiger als ein Kaffee am Flughafen. Beim Einsteigen wurden wir erst feierlich aufs Oberdeck geschickt, wo man uns Softdrinks für 50.000 IDR andrehen wollte. Als wir dankend ablehnten, durften wir plötzlich doch wieder nach unten – 2. Klasse, quasi das Titanic-Gefühl ohne Orchester.

    Kaum angekommen, wurden wir sofort von einer Horde Einheimischer umzingelt, die uns Mofa, Taxi oder sonst irgendeinen Service verkaufen wollten – wahrscheinlich auch einen Friseurbesuch, wenn wir lange genug geblieben wären. Wir flüchteten direkt ins Schnorchel-Büro neben dem Hafen, bekamen unsere Ausrüstung und stiegen mit zwölf weiteren Leidensgenossen in ein kleines Schnellboot.

    Erster Spot: Mantas Bay. Der Guide sprang kurz ins Wasser, schaute sich um und kam mit der frohen Botschaft zurück: Heute keine Mantas. Dafür aber starker Wind, hohe Wellen und eine Strömung, die eher nach „Survival Training“ als nach Urlaub aussah. Also schnell weiter. Zweiter Spot: Crystal Bay. Der Name klingt vielversprechend – das Wasser leider nicht. Kristallklar war hier höchstens unsere Enttäuschung. Gamat Bay & Wall Point waren dann etwas besser: ein paar bunte Fische, ein bisschen Koralle. Aber ehrlich gesagt: weit entfernt von Labuan Bajo. Statt lebendiger Riffe sahen wir viele abgestorbene Korallen. Wahrscheinlich eine Mischung aus Massentourismus und Umweltverschmutzung. Wirklich schade. Nach zwei Stunden Schnorcheln ging es zurück. Kurz abduschen, umziehen und ab ins Auto.

    Unser Fahrer: Mr. Kadek, 28 Jahre alt, sieht aus wie 18, und einer der sympathischsten Menschen des Tages. Erste Station: Kelingking Beach. Eine spektakuläre Klippe, die weit ins Meer ragt, mit traumhaften Stränden und türkisblauem Wasser. Leider war der Spot so voll, dass man denken konnte, es gäbe dort kostenloses WLAN. Der Abstieg zum Strand dauert etwa 30 Minuten, ist extrem steil und fühlt sich an wie eine Mischung aus Fitnessstudio und Mutprobe. Vor ein paar Jahren begann man hier einen Aufzug zum Strand zu bauen – das Projekt wurde aber eingestellt. Vermutlich wegen Geldmangel oder Korruption, was laut Kadek auf der Insel leider nicht unüblich ist.

    Unterwegs begegnet man immer wieder Affen, die geschniegelt posieren, als wären sie die eigentlichen Inselbesitzer. Ehrlich gesagt: Sie benehmen sich auch so.

    Während der Fahrt erzählte Kadek weiter aus seinem Leben. Vor zehn Jahren gab es auf Nusa Penida weder Schulen noch ein Krankenhaus. Dank des Tourismus geht es den Menschen heute deutlich besser: Es gibt jetzt Schulen, ein Krankenhaus und sogar eine Straße – voller Schlaglöcher, aber immerhin befahrbar. Kadek hat sich Englisch selbst über Google beigebracht und ist froh, als Fahrer gutes Geld zu verdienen. Wenn er keinen Job hat, hilft er seinen Eltern auf der Plantage. In seinem Dorf leben etwa 100 Familien – und gefühlt kennt dort jeder jeden, inklusive aller Geheimnisse.

    Next stop: Broken Beach. Einer der beeindruckendsten Orte der Insel. Eine riesige, von den Wellen geformte Felsbrücke, die aussieht, als hätte die Natur hier ein Kunstwerk geplant. Dahinter liegt ein natürlich geschlossener, fast privater Strand – leider nur zum Anschauen. Schwimmen ist hier verboten, aber man kann einen kleinen Rundgang auf der Klippe machen und von oben staunen. Absolut spektakulär.

    Danach: Angel’s Billabong. Ein atemberaubendes Naturbecken direkt an der Klippe. Früher durfte man hier sogar schwimmen – bis es mehrere Unfälle gab. Die Wellen hier sind unberechenbar: Plötzlich kommen riesige Brecher, knallen auf die Schwimmer und ziehen sie gnadenlos ins offene Meer. Heute darf man nur noch schauen – was völlig reicht. Die Natur zeigt hier gleichzeitig ihre Schönheit und ihre Gewalt. Man sollte sie bewundern, respektieren und definitiv nicht herausfordern oder verschmutzen.

    Ein langer, anstrengender, manchmal chaotischer, aber definitiv unvergesslicher Tag.

  • Indonesien – Labuan Bajo

    Unsere Tagestour startet im Hafen von Labuan Bajo um 6:30 Uhr – natürlich standesgemäß mit dem Schnellboot. Erste Station nach etwa einer Stunde Fahrt: Padar Island. Dort heißt es erst mal schwitzen: Rund 100 Höhenmeter bei 31 Grad hochwandern, nur um den Aussichtspunkt zu erreichen. Klingt nach Folter, ist aber Therapie – denn die Aussicht ist jede Schweißperle wert. Von oben sieht man schwarze, pinke und weiße Strände gleichzeitig. Wobei der schwarze Strand leider eher „dunkelgrau mit Müll-Deko“ ist. Sehr schade. Wir Menschen sind wirklich unfassbar talentiert darin, schöne Orte zu ruinieren. Wenn jeder einfach seinen eigenen Müll im Griff hätte, wäre die Welt sofort ein besserer Ort. Aber gut, zurück zur Postkartenidylle.

    Zweiter Stopp: Pink Beach. ca. 15 Minuten weiter Fahrt. Der Name ist kein Marketing-Trick – der Strand ist tatsächlich rosa! Die Farbe stammt von ganz speziellen Korallen. Zusammen mit kristallklarem Meer, blauem Himmel und Sonne deluxe sieht es aus wie ein Photoshop-Bild. Oder wie das Paradies. Nur ohne WLAN.

    Dritter Stopp – und definitiv das Highlight des Tages: Komodo Island. Hier leben aktuell etwa 1.600 Komodowarane. Das sind riesige, kannibalische Echsen mit giftigen Drüsen im Kiefer. Sie fressen so ziemlich alles: Hirsche, Schweine, Vögel, Aas – und theoretisch auch Menschen. Sie können bis zu 20 km/h laufen und sehr gut schwimmen. Kurz gesagt: süß sind sie nicht. Deshalb dürfen wir den Nationalpark nur mit zwei Rangern betreten. Bewaffnung der Ranger: jeweils ein etwa 1,5 Meter langer Holzstock in Y-Form. Sehr beruhigend. Der erste Ranger erzählt ganz locker, dass früher mal ein Schweizer von einem Komodo gefressen wurde und es insgesamt 45 Angriffe auf Menschen gab. Ach ja, und er musste seinen Stock 3–4 Mal pro Woche einsetzen. Na dann. Regeln: Abstand halten. Keine ruckartigen Bewegungen. Nichts schwingen – weder Gegenstände noch Körperteile. Leise sein. Ruhig bleiben. Nicht sterben.

    Ich bin innerlich komplett gespalten: Auf der einen Seite will ich dieses vom Aussterben bedrohte Tier unbedingt sehen, auf der anderen Seite habe ich leichtes Herzrasen, einem giftigen Urzeitmonster in freier Wildbahn zu begegnen! Also schleichen wir los – ganz leise wie in Jurassic Park, lauschen jedem Geräusch, jedem Rascheln… und dann, sehen wir ihn. Ein Komodo! Ganz entspannt. Liegt einfach auf dem Boden. Als wäre er der Chef. Und wir nur Besucher.

    Der zweite Ranger ist so nett und hilft mir, ein paar Fotos von vorne zu machen. Ich hocke brav hinter dem Komodo in bestmöglichem, aber sicherem Abstand, während der andere Ranger mit erhobenem Y-Stock daneben Wache hält.
    Der Komodo selbst? Völlig entspannt.
    Kaum Interesse an uns. Wahrscheinlich war es einfach zu heiß, oder er hatte schon gut gefrühstückt – oder ich sehe schlicht nicht besonders lecker aus. Auch eine Form von Glück.
    Später entdecken wir noch einen zweiten Komodo unter einem Steg. Dieser ist noch größer und hat sich extra ein kühles Schattenplätzchen ausgesucht. Fotografieren ist schwierig, aber ehrlich gesagt bin ich auch ganz froh, ihn nur halb zu sehen – Sicherheit geht vor Instagram.
    Huh … ich bin überglücklich.
    Lebend.
    Mit Fotos.
    Und ohne Komodo-Biss. 🦎✨

    Nach einem sehr einfachen Mittagessen auf Komodo Island (nennen wir es: funktional) geht es weiter – wieder ab ins Schnellboot. Diesmal mit voller Schnorchel-Ausrüstung und einem ambitionierten Plan: drei Spots, drei Mal Glück.

    Erster Spot: Taka Makassar Island. Kaum Strömung, perfekte Bedingungen. Wir können ganz entspannt fast eine Stunde schnorcheln, bunte Fische zählen und Korallen bestaunen. Das Wasser ist so warm und angenehm wie eine Badewanne – nur schöner und ohne Quietsche-Ente.

    DCIM\100GOPRO\GOPR0185.JPG

    Zweiter Spot: Manta Point. Und plötzlich ist alles anders. Hier ist das Meer über 70 Meter tief, die Strömung stark, und die Mantas schwimmen natürlich immer gegen die Strömung. Das Prinzip ist einfach – zumindest theoretisch: Sobald wir Mantas sehen, springen wir so schnell wie möglich ins Wasser, schwimmen mit ihnen, so lange es geht, und sobald uns die Strömung wegträgt, verfolgt uns das Boot, um uns irgendwo mitten im Ozean wieder einzusammeln. Kurz gesagt: Glück + Adrenalin + Chaos. Ich bin mehr als bereit! Kaum gibt der Kapitän das Kommando, springe ich ins Wasser – und dann: Direkt unter mir, vielleicht zwei Meter entfernt, tauchen vier riesige, schwarze Mantas auf. Sie gleiten elegant und lautlos durchs Wasser, fast wie fliegende Flugzeuge. Meine Augen werden riesig, innerlich schreie ich nur: WAAAWOOO! Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich solche Tiere hautnah im Meer – und es ist einfach Wahnsinn. Wir schwimmen noch ein paar Minuten gegen die Strömung, dann ziehen die Riesen weiter. Show vorbei. Zeit fürs Boot. Alles zusammen hat vielleicht fünf Minuten gedauert – gefühlt aber eine Ewigkeit. Leider hat Michael wegen seiner Ausrüstung das perfekte Zeitfenster verpasst und die Mantas hier nicht gesehen. Aber: Das Glück kommt zurück. Dritter Spot: Pulau Siaba Besar. Und tatsächlich: Zwei Mantas kreisen gemütlich an einer Stelle. Diesmal haben wir genug Zeit, sie in Ruhe zu beobachten – und mit der GoPro ein paar richtig tolle Aufnahmen zu machen. Total faszinierend.

    Ein perfekter Abschluss für einen Tag, der sich anfühlt wie Naturdoku + Abenteuerfilm in einem. 🐋✨

  • Vietnam – Was wir gelernt haben

    1. Benutze lieber Grab und nimm kein Angebot von irgenwelchen aufdringlichen Fahrern an. Am Flughafen in Hanoi hat uns ein Taxifahrer angesprochen und angeboten, uns für den gleichen Preis wie Grab (272.000 VND) zum Hotel zu fahren. Während der Fahrt hat er jedoch erst nach der genauen Adresse gefragt und sie dann in sein Handy eingegeben. Beim Verlassen des Flughafens hat er eine Gebühr bezahlt und wollte plötzlich 130.000 VND zusätzlich von uns haben – obwohl die tatsächliche Maut für die Schnellstraße nur 13.000 VND beträgt und bei Grab bereits im Preis enthalten ist. Als wir uns weigerten und ihn nach einem Beleg fragten, konnte er keinen vorlegen und wurde sofort unfreundlich. Wir haben ihm schließlich 300.000 VND gegeben und gesagt, dass wir sonst die Polizei rufen würden. Dann sind wir ausgestiegen.
    2. Nicht direkt auf Hotel Webseite Zimmer buchen, Wir haben zwei Übernachtungen direkt über die Hotel-Webseite (Amorita in Hanoi) gebucht,was sich im Nachhinein als Fehler herausgestellt hat. Kurz nach unserer Buchung erhielten wir über WhatsApp Nachrichten (mit unserem Namen und dem Buchungsdatum), dass wir sofort bezahlen müssten, sonst würde die Reservierung storniert. Als wir die Dame an der Rezeption darauf ansprachen, meinte sie, das sei Betrug, spielte es jedoch herunter. Offenbar hat ihr System einen Virus, wodurch unsere Daten für Dritte zugänglich waren.
    3. Zebrastreifen überqueren mit gleichmäßiger langsamer Geschwindigkeit, nicht plötzlich stehenbleiben. Auto und Mofas werden wie Wasser um dich herumfahren. Am besten mehrere Leute zusammen gehen.
    4. Vermeide wenn möglich VietJet Airline. Umbuchungen (nicht zum positiven) werden von der Airline ohne Begründung / Einverständnis oder Entschädigung durchgeführt und oft sehr unpünktlich.
    5. Öffentliche Toiletten ist selten vorhanden, und wenn dann schmutzig und oft kostenpflichtig. Lieber in ein Hotel oder ein Restaurant gehen.
    6. Wenn man das vietnamesische Essen probieren möchte, können wir folgende Gerichte empfehlen: Banh Mi (warmes Baguette mit verschiedenen Füllungen), Cao Lao (festere Nudel mit Schweinefleisch und Gemüse), Bun Cha Ta (gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln, Kräutern, Salatblätter und würziger Sauce), Bunh Xeo (vietnamesische Pfannkuchen mit diversen Füllungen, die dann mit Zutaten wie Kräutern, Salatblättern und Reisnudeln in Reispapier gerollt werden, die dann in verschiedene Saucen getunkt wird), Chao Ca (vietnamesisches Fisch Gericht mit Reis und Kräutern) und Banh Roti (Dessert, weiches Brötchen mit verschiedenen Füllungen).
  • Vietnam – Ha Noi – Zitadelle und Wasserpuppen Theater

    Heute haben wir beschlossen, die Zitadelle von Thăng Long zu besichtigen. Eintritt: 100.000 Dong pro Person – klingt erstmal nach „Autsch“, ist aber nur etwa 3 Euro. Also der Gegenwert eines Kaffees in Europa… oder eines halben in Zürich.

    Die Zitadelle selbst wurde im Jahr 1010 von der Lý-Dynastie gegründet – ja, richtig gelesen: 1010. Damals gab es noch nicht mal WLAN. Viele der alten Gebäude stammen aus dieser Zeit oder wurden später von nachfolgenden Dynastien erweitert. Ein sehr langlebiges Bauprojekt! In den Museumssälen sahen wir viele historische Schriften, die oft auf Chinesisch verfasst sind. Kein Wunder: China hat Vietnam insgesamt über 1000 Jahre beeinflusst, von etwa 111 v. Chr. bis 938 n. Chr. – also länger als manche Menschen brauchen, um ihre Doktorarbeit zu schreiben. Und Hanoi wurde tatsächlich mehrmals von chinesischen Dynastien erobert. Man könnte sagen: ein sehr langfristiger „Kultur-Download“.

    Später kamen die Franzosen vorbei und machten Vietnam ab 1858 zur Kolonie, offiziell dann ab 1887, bis 1954 Schluss war. Geschichte Vietnams ist wirklich wie eine WG, in der ständig neue Mitbewohner einziehen – nur fragt wieder mal keiner um Erlaubnis.

    Sehr beeindruckend sind die unterirdischen Bunker, die während des Vietnamkriegs genutzt wurden, besonders in den 1960er und 1970er Jahren. Dort stehen Ausrüstungen aus der ehemaligen Sowjetunion herum – ein bisschen wie ein Vintage-Militärflohmarkt. Ein Ort voller Tragik und großer Geschichten – aber heute liegt friedlich die Sonne darüber, als wäre nie etwas passiert.

    Danach haben wir einen langen Spaziergang zum Hồ-Tây-See gemacht, westlich vom Stadtzentrum. Dort steht die Trấn-Quốc-Pagode, ein kleiner, aber geschichtsträchtiger buddhistischer Tempel, der älteste buddhistische Tempel Hanois. Obwohl er nicht groß ist, herrscht dort Hochbetrieb. Touristen überall, Selfiesticks im Anschlag, das volle Programm. Im Vergleich zu den vielen wunderschönen Tempeln, die wir in Thailand und Kambodscha gesehen haben, wirkt dieser hier eher… nun ja… bescheiden. Sagen wir es freundlich: Er gibt sich Mühe, aber gegen Wat Pho und Angkor Wat anzutreten, ist ungefähr so, als würde ein Gartenzwerg versuchen, beim Architekturpreis mitzuspielen.Also: ein paar Fotos gemacht – Klick, Klick, Lächeln – und dann schnell weiter, bevor wir selbst Teil des Touristenschwarms wurden.

    Am frühen Abend haben wir uns das berühmte Wasserpuppentheater angeschaut. Tickets sollte man unbedingt vorher kaufen – die Vorstellungen sind fast immer ausverkauft. Und nachdem wir es gesehen haben, wissen wir auch warum: Die Show ist wirklich einzigartig.

    Die Bühne ist ein großes, grünes Wasserbecken, und an beiden Seiten sitzen Musiker und Sängerinnen, die alles live performen. In einer Stunde werden unzählige Szenen dargestellt: Fischer, die Frösche fangen, Bauern, die Reisfelder bestellen, Kinder, die im Wasser spielen und plantschen. Dann tauchen Drachen und Phönixe auf, tanzen wild herum, sogar Drachenbootrennen gibt es – bunt, lebendig, laut und überraschend.

    Immer wieder bewegen sich die Puppen so lustig und unerwartet, dass ich die ganze Zeit rätselte: Wie machen die das eigentlich? Erst fast am Ende habe ich knapp unter der Wasseroberfläche eine Stange erkannt. Aha! Die Künstler stehen also im Wasser und steuern die Puppen mit langen Stangen – keine Fäden von oben, keine Hightech-Tricks.

    Am Ende der Show kam die große Bestätigung: Alle Künstlerinnen und Künstler treten hervor – bis zur Hüfte im Wasser! Oh Mann… die stehen von 13:00 bis 22:00 Uhr stundenlang im Wasser und arbeiten. Unvorstellbar!

  • Kambodscha- bye bye Siem Reap

    Heute ist unser letzter Tag in Kambodscha. Heute Abend fliegen wir weiter nach Hanoi in Vietnam – der frühe Vogel fängt den Flug, oder so ähnlich.

    Bevor wir losfahren, haben wir uns noch in den wunderschönen, riesigen Botanischen Garten geschleppt. Eintritt: kostenlos. Stimmung: ausgezeichnet. Dort gibt es unzählige exotische Pflanzen, Kräuter und sogar ein Pflanzen-Krankenhaus – keine Ahnung, was die behandeln, aber vermutlich haben die Pflanzen dort eine bessere Krankenversicherung als wir.

    In mehreren Teichen und Bächen schwimmen gigantische Schwärme von schwarzen und goldenen Fischen herum. Gefühlte tausend Stück – mindestens! Sobald man nur in die Nähe des Wassers kommt, schwimmen sie heran wie kleine Unterwasser-Paparazzi. Für einen Dollar haben wir zwei Packungen Fischfutter gekauft – und dann ging das Spektakel los: ein wahres Actiondrama unter Wasser. Wenn man es selbst gesehen hätte, würde man denken, jemand hätte ein gigantisches Fischernetz aus dem Teich gezogen. Ein Gewusel, ein Gespritze, pure Fisch-Oper!

    Nebenbei haben wir auch Schildkröten, Enten und gleich mehrere Strauße gesehen. Ein richtiges Straußen-Kommando – die schauen einen an, als wollten sie sagen: „Na, ihr kleinen Touristen, habt ihr auch Futter für uns?“

    Unsere kurze Zusammenfassung zu Kambodscha / Siem Reap:

    Kambodscha hat uns wirklich überrascht – im allerbesten Sinne. Die Menschen hier sind unglaublich sanft, freundlich und geduldig. Egal ob im Tuk-Tuk, im Restaurant oder einfach auf der Straße: Man wird immer mit einem echten Lächeln begrüßt. Trotz der sichtbaren wirtschaftlichen Schwächen wirkt das Leben hier warm und herzlich.

    In Siem Reap ist natürlich Angkor Wat das große Highlight, aber auch abseits der Tempel ist die Atmosphäre entspannt. Tuk-Tuk-Fahrer sind hilfsbereit, das Essen ist mild und lecker, und die Stadt fühlt sich angenehm ruhig an.

    Was uns besonders aufgefallen ist: Die Toiletten sind fast überall kostenlos – und erstaunlich sauber! Das hätten wir wirklich nicht erwartet.

    Bezahlen ist einfach, denn hier benutzt man meistens US-Dollar, manchmal Riel als Wechselgeld. Kleine Dollarscheine sind super praktisch.

    👟 Alltag & Praktische Tipps

    Wasser: immer abgefüllt kaufen – Leitungswasser bitte nicht trinken.

    Kleidung: Tempel verlangen bedeckte Schultern und Knie.

    Mückenmittel lohnt sich besonders in der Regenzeit.

    Trinkgeld wird sehr geschätzt, ist aber keine Pflicht.

    Alles in allem war Siem Reap für uns eine schöne Mischung aus Kultur, Freundlichkeit und ganz viel Gelassenheit. Ein Ort, den man leicht ins Herz schließt.

  • Kambodscha – Kampong Phlouk und Siem Reap National Museum

    Gestern haben wir eine Sunset-Bootstour auf dem Tonle-Sap-See gebucht – einem der größten und fischreichsten Süßwasserseen in ganz Südostasien. Pünktlich um 14:15 wurden wir vom Hotel abgeholt. Nur etwa 30 km entfernt liegt das Wasserdorf Kampong Phlouk, südöstlich von Siem Reap. Ein halbes Jahr steht dieses Dorf komplett im Wasser, erreichbar nur per Boot. Die Bewohner leben vom Fischfang. In der Trockenzeit – von November bis April – verwandeln sich die Flächen in Reisfelder, und man kann sogar mit dem Auto hinfahren.

    Momentan steht jedoch noch ordentlich Wasser um die Dörfer herum. Also stiegen wir an der Anlegestelle in ein Boot um, das uns zu einem „Wasserrestaurant“ brachte. Dort warteten schon viele bunte Kanus, meist gesteuert von einheimischen Frauen. Wir kletterten in eines hinein und unser „Steuermann“ – fuhr uns sanft durch die Mangroven direkt hinein ins geheimnisvolle Dorfleben.

    Wir sahen Häuser auf hohen Stelzen, Kinder, die auf alten Holzbooten spielten, die bis oben mit Fischernetzen vollgestopft waren. Ein schwimmender Hühnerstall schaukelte gemütlich vor sich hin. Auf den Wasserveranden lagen Katzen und Hunde herum, als hätten sie Airbnb auf dem See erfunden. Einige Teenager steuerten schon stolz ihre Longtail-Boote mit dröhnendem Motor am Heck, als seien sie die Formel-1-Stars des Wasserdorfs.

    Die meisten Häuser sind einfach gebaut – Strom haben sie, aber kein fließendes Wasser. Alles kommt aus dem See und geht auch wieder zurück in den See. Es ist wirklich schwer sich vorzustellen, wie man sein ganzes Leben auf dem Wasser verbringt.

    Nach einer halben Stunde war unsere Kanufahrt vorbei, und wir kehrten zum Wasserrestaurant zurück. Der Besitzer zeigte uns noch stolz seine drei Krokodile: zwei etwa 3,5 Jahre alt und eines erst drei Monate jung. Sie werden wegen ihrer Haut und ihres Fleisches gezüchtet. Oh Man … die Menschheit kann manchmal echt gemein sein.

    Nachdem wir brav seine Getränkebestände geleert hatten, durften wir endlich wieder ins große Boot einsteigen. Dann ging es hinaus auf den See, wo der Motor abgestellt wurde und alle die Ruhe des Sonnenuntergangs genießen wollten. Die Sonne war allerdings schüchtern und versteckte sich hinter den Wolken. Egal – die bunten Wolken und die Weite des Wassers waren trotzdem traumhaft. Wir saßen ganz vorne am Deck, schauten in die Ferne, bis es langsam dunkel wurde. Einfach schön.

    Heute beschlossen wir, das Angkor Wat National Museum zu besuchen. Der Eintritt kostet 12 $ pro Person. Wir fanden das Museum sehr informativ und modern eingerichtet. Es wird die Geschichte der Tempel und Figuren von der Post-Angkor-Zeit ab dem 8. Jahrhundert bis zur Pre-Angkor-Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts gezeigt. Viele Hallen mit kurzen Videos in verschiedenen Sprachen. Eigentlich sollte man zuerst hierher kommen und dann die Tempel besuchen – wir haben’s halt andersherum gemacht. Auch ok. Besonders gut hat uns die Halle der „Tausend Buddhas“ gefallen: Jeder Buddha hat seine eigene Pose und eine fast mystische Beleuchtung. Ein wirklich schöner Anblick.

    Abends haben wir uns – statt der traditionellen Gerichte wie Amok oder Lok Lak – einen kambodschanischen Grill-Hotpot gegönnt. Eine super Kombi: In der Mitte grillt man sechs verschiedene Sorten Fleisch, und am Rand blubbert eine Hotpot-Brühe, in der man Gemüse und Nudeln kochen kann. Kurz gesagt: Grillen und Suppenschlürfen gleichzeitig – multitasking auf kulinarischem Level! Und ja: Es hat richtig lecker geschmeckt!

    Tipp:

    In Kambodscha kannst du quasi überall mit US-Dollar bezahlen. Mit dem Tuk-Tuk kommst du bequem durch die ganze Stadt – aber immer vorher den Preis verhandeln. Im Zweifel kannst du auch über GRAB ein Tuk-Tuk bestellen. Meist günstiger und unkomplizierter.