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  • Kambodscha – Angkor Thom Tempeltour

    Wir haben in Siem Reap einen wirklich netten Taxifahrer kennengelernt: Mr. Sa. Ein buddhistischer Ruhepol auf zwei Rädern, der Englisch spricht, als würde er es gerade im Vorbeifahren üben. Er erzählte uns stolz von seiner Heimat und seiner Familie. Drei Söhne hat er – 6, 15 und 18 Jahre alt. Der Älteste arbeitet schon, weil für ein Studium das Geld fehlt. Neben dem Taxi fährt Mr. Sa auch Tuk Tuk und bot uns einen Tagesausflug mit Sonnenaufgang in Bereich Angkor Thom an. Acht Stunden für 25 Dollar! Und das ist dort sogar schon der „gehobene“ Preis. Da fühlt man sich als Deutscher mit 13 € Mindestlohn wirklich wie im Schlaraffenland.

    Um 5 Uhr morgens stand Mr. Sa schon vor unserem Hotel. Wir dachten: „Um die Uhrzeit ist bestimmt niemand unterwegs.“ Tja – falsch gedacht! Da herrschte Hochbetrieb, als hätte die Rushhour eine Nachtschicht eingelegt. Leider hatten die Wolken an dem Tag keine Lust, sich zu verziehen. Statt eines spektakulären Sonnenaufgangs sahen wir nur, wie Angkor Wat langsam und sehr schüchtern im sanften Licht erwachte – umgeben von vielen, vielen Menschen, die vermutlich alle das gleiche dachten wie wir. Wenn jetzt ein Alien gelandet wäre, hätte es garantiert seine Tentakel über dem Kopf zusammengeschlagen und sich gefragt, warum die Erdbewohner freiwillig mitten in der Nacht aus ihren Betten kriechen, um gemeinsam auf eine Sonne zu warten, die dann doch nicht auftaucht.

    Danach chauffierte uns Mr. Sa noch zu sieben weiteren Tempeln: Preah Khan, Neak Pean, East Baray, Eastern Mebon, Pre Rup, Ta Prohm (a.k.a. der Tomb-Raider-Tempel) und Banteay Kdei. Alles im Ticket inklusive – quasi die „All-You-Can-Tempel“-Flatrate.

    Besonders verliebt haben wir uns in die Brücke zum Neak-Pean-Tempel. Dort waren erstaunlich wenige Leute unterwegs, fast so, als hätte jemand ein „Bitte Ruhe – Tempel meditiert“-Schild aufgestellt. Eine lange Holzbrücke, nur knapp über dem Wasser, eingerahmt von unzähligen Lotusblüten. Ein Anblick so schön und beruhigend, dass man spontan überlegen könnte, ob man nicht doch Mönch werden möchte. In der Mitte dann eine kleine Insel mit einem halb im Wasser versunkenen Tempel – mystisch wie eine Szene aus einem Fantasyfilm.

    Ebenfalls ein Highlight: der berühmte Tomb-Raider-Tempel Ta Prohm. Riesige, jahrhundertealte Bäume haben dort beschlossen, Architektur und Botanik einfach zu kombinieren und sich direkt in die Tempelwände einzuwachsen. Zwischen diesen Naturgiganten fühlt man sich als Mensch plötzlich sehr klein – ungefähr auf Ameisengröße. Nur ohne die Fähigkeit, 50-mal das eigene Körpergewicht zu tragen.

  • Kambodscha – Siem Reap

    Nachdem wir nach unserer LAST NIGHT IN BANGKOK gestern nach Kambodscha geflogen waren, haben wir am Abend noch eine kleine Tuk-Tuk-Tour durch das Zentrum von Siem Reap gemacht. Dort gab’s dann auch die erste kulinarische Begegnung mit kambodschanischer Küche: Chicken Amok. Spoiler: klingt gefährlicher als es ist.

    Heute stand dann eine „kleine“ Tempeltour auf dem Programm. Also schnell nach dem Frühstück ein 3-Tages-Ticket für 62 Dollar gebucht – gültig für ungefähr 50 Tempel (ja, fünfzig!) – Tuk Tuk geschnappt und ab ging’s in wenigen Minuten zum legendären Angkor Wat, dem Nationalheiligtum Kambodschas. So verehrt, dass es schon seit Mitte des 20. Jahrhunderts die Nationalflagge ziert. Erbaut wurde der Tempel zu Beginn des 12. Jahrhunderts ursprünglich als hinduistische Anlage, später dann zum buddhistischen Tempel umgewidmet. Kein Wunder also, dass man dort viele Inder, Thailänder, Vietnamesen und andere Besucher aus Südostasien trifft, die Räucherstäbchen anzünden, Kerzen aufstellen und vor Vishnu- oder Buddha-Figuren beten. Angkor Wat war seit seiner Erbauung immer in Benutzung – das und der ungefähr 170 bis 190 Meter breite Wassergraben erklären wohl auch, warum dieser Tempel im Gegensatz zu vielen anderen nicht vom Dschungel verschluckt wurde.

    Die Anlage selbst ist gigantisch (ca. 1,5 x 1,3 km). Man kann dort locker mehrere Stunden verbringen und einige Kilometer auf dem Tempel-Fitnesstracker sammeln. Wir haben etwa 2,5 Stunden gebraucht und vermutlich trotzdem nur die Hälfte gesehen.

    Weiter ging es mit dem Tuk Tuk zum etwa 3 km entfernten Bayon-Tempel – dem zweitberühmtesten Tempel der Region Angkor, einst Zentrum des Khmer-Reiches. Der Bayon ist bekannt für seine vielen Türme, an denen in alle Himmelsrichtungen lächelnde Gesichter bis zu 7 Metern Höhe angebracht sind. Wir haben beim Zählen irgendwann aufgegeben, sind aber auf ungefähr 200 gekommen. Der Tempel entstand etwa 50 Jahre nach Angkor Wat für einen neuen König. Danach geriet er allerdings Jahrhunderte lang in Vergessenheit und wurde komplett vom Urwald übernommen. Erst nach den Wirren von Weltkrieg, Indochina-Krieg und der Schreckensherrschaft der Roten Khmer wurde der Tempel ab 1980 wieder freigelegt und teilweise restauriert.

    Vom Bayon ging es dann ein paar Minuten zu Fuß weiter zur „Terrace of the Elephants“ – einer langen steinernen Terrasse mit meterhohen Elefantendarstellungen – und zum im Wald versteckten Kor Sak Tempel, den sich die Natur schon teilweise zurückgeholt hat.

    Und das waren nur ein paar der unzähligen Tempel der Region. Es gibt noch viel zu entdecken!

  • Thailand – Bangkok in 48 Stunden – Von Palastprunk bis Schaumbad-Show

    Tag 1: Auf dem Weg zum gorßen Königspalast
    Kaum losgelaufen, wurden wir schon aufgehalten – diesmal nicht vom Verkehr, sondern von einer Gruppe junger Leute, die traditionellen Thai-Tanz in einem Saal aufführten. Total süß! Wir gehen hinein und setzen uns hin, nickten im Rhythmus mit und taten so, als würden wir die Tanzschritte verstehen.

    Im Anschluss ging es zum Tempel Wat Phra Kaeo wo uns 178 Wandmalereien, wie ein riesiges Bilderbuch der thailändischen Mythologie, erwarteten. So detailliert, dass man minutenlang auf dieselbe Wand starrt und immer noch neue Figuren entdeckt: https://www.royalgrandpalace.th/en/discover/architecture/1/the-cloisters

    Im Tempel selbst hieß es wieder: vor der Treppe Schuhe aus!
    Drinnen erwartete uns allerdings nicht nur heilige Stille – sondern auch ein Duft, der uns fast die Erleuchtung nahm. Hunderte Menschen auf engstem Raum, und der Geruch erinnerte stark an… nun ja… eine Armada von Käsefüßen. Offenbar waren die Socken einiger Bescuher schon länger auf spiritueller Reise gehabt als sie selbst. 😄🧦🧀

    Und überhaupt: Der ganze Tempelkomplex wirkt wie eine Mischung aus Schatzkammer, Märchenwelt und „bitte nicht blinzeln, sonst verpasst du was“.

    Weiter ging’s zum berühmten Wat Pho, wo der 46 Meter lange liegende Buddha so groß ist, dass man beim Fotografieren überlegen muss, ob man ein Panorama machen oder sich einfach in die Luft katapultieren lassen sollte. Man beginnt am Kopf, geht 20 Schritte, und plötzlich denkt man: „Ah! Da ist ja immer noch Buddha!“

    Abends stürzten wir uns in Chinatown. Kurz gesagt: Neonlichter, Düfte von 200 Garküchen gleichzeitig, und Autos, die anscheinend beschlossen haben, bedingungslos aufzugeben und einfach in Schrittgeschwindigkeit dahinzurollen. Ein Fest für alle Sinne – und die Lunge, die plötzlich in einer Wolke aus gebratenem Knoblauch wohnt.

    Tag 2: Lumphini Park – Die Bangkok-Drachen

    Heute entschieden wir uns für den Lumphini Park. Warum? Wegen der Drachen. Und nein, das ist kein Witz: Die riesigen Warane (bis zu 2 Meter lang) dort laufen herum, als gehörte ihnen der ganze Park und wir seien nur geduldete Besucher. Sie wirken harmlos, sind aber definitiv nicht das, was man freiwillig streicheln möchte. Man sitzt gemütlich auf der Wiese – und plötzlich trottet eine 1,5-Meter-Echse vorbei, als würde er sagen:„Sawadee ka, ich kontrolliere hier die Ausweise.“

    Abends über den Dächern der Stadt – und später mitten in Nana: One Night in Bangkok

    Bei der Suche nach einer halbwegs „seriösen“ Abendlokation (man will ja zumindest anfangs so tun, als hätte man Stil) stolperten wir über eine Rooftop-Bar in 142 Metter Höhe auf dem Dach eines Luxushotels. Dort oben präsentierte sich uns Bangkoks moderne Seite – glänzend, schillernd und so hoch, dass selbst Google Maps kurz Schnappatmung bekam. Der Ausblick auf das nächtliche Bangkok war einfach traumhaft… so traumhaft, dass wir fast vergessen hätten, unser Getränk für mindestens 30 € zu trinken, bevor es warm wurde.

    Der Abend führte uns weiter zum legendären Nana Plaza. Schon am Eingang mehr Sicherheitskontrolle als bei einem innereuropäischen Flug – es fehlte eigentlich nur noch, dass jemand unsere Schuhe auszieht. Drinnen dann: Musik, Lichter, Bars und eine Menge sehr hübscher Frauen, die entweder im Bikini tanzten oder oben ohne in einem kleinen Pool eine Schaumparty feierten, als wäre das ungefähr so alltäglich wie Brötchen holen. Zusätzliche „Services“ wurden ebenfalls angeboten, aber wir waren selbstverständlich nur wegen der kulturellen Feldforschung und des Bieres da. Selbstverständlich. Ganz bestimmt.

    Verkehrschaos „extra spicy“

    Zum Tagesabschluss wagten wir uns wieder hinein in Bangkoks berühmtes Verkehrsbiest. Ampeln scheinen hier mehr symbolischen Charakter zu haben – eher freundliche Vorschläge als verbindliche Regeln. Motorräder benutzen den Gehweg wie einen persönlichen VIP-Shortcut, schlängeln sich durch Busse hindurch oder fahren einfach mal kurz entgegen der Fahrtrichtung. Kurz gesagt: Wer den Verkehr in Bangkok übersteht, kann sich problemlos für die Formel 1 bewerben – oder zumindest für „Ninja Warrior“.

    Bangkok kann vieles: überraschen, verwirren und manchmal auch ein kleines bisschen traumatisieren. Aber eines wird es garantiert nie: langweilig.

  • Thailand – Bangkok

    Gestern sind wir ganz entspannt in nur einer Stunde von Chiang Mai nach Bangkok (Flughafen Don Mueang) geflogen. Voll motiviert wollten wir uns danach selbst ein bisschen „Travel-Hardcore“ gönnen und versuchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu kommen. Google Maps oder ChatGPT? Erst mal komplett unbrauchbar. Also dachten wir uns: Folgen wir einfach den Schildern, was soll schon passieren? Nach etwa zehn Minuten Fußmarsch hatten wir tatsächlich einen Zug Richtung Stadt (Red-Line-Station Don Mueang) gefunden. Beim Ticketkauf standen wir dann allerdings länger da als bei manchem Immigration-Schalter. Warum? Weil es scheinbar zwei verschiedene Namen für die Central Station gibt – „Krung Thep Aphiwat“ und „Bang Sue Grand Station“. Auf Infoschildern, Ticketautomaten und selbst im Zug – jeder Steckenplan hatte einen anderen Lieblingsnamen. Da kann man schon mal dezent verwirrt sein.

    Wir haben dann beschlossen: „Ach, wir probieren es einfach!“ Also 40 Baht in Münzen eingeworfen – und der Automat hat uns zwei kleine schwarze Chips ausgespuckt, als würden wir gleich ins Casino statt in die Stadt fahren. Rein kommt man, indem man den Chip brav auf den Ticketschrank-Magnet-Sensor hält. Raus kommt man, indem man ihn wieder einwirft. Sehr retro, sehr charmant – und wir sind immerhin angekommen!

    Der Weg von der Central Station zu unserem Hotel hätte eigentlich ganz entspannt sein sollen … dachten wir zumindest. In Wirklichkeit erwartete uns jedoch eine kleine „Bangkok-ÖPNV-Olympiade“. Wir hätten zweimal umsteigen müssen, und jedes Mal brauchte man ein neues Ticket. Die perfekte Route laut Plan: Metro → Skytrain (BTS) → Bus → und am Ende noch ein kleiner Spaziergang. Für gerade mal 7 Kilometer! Die geschätzte Reisezeit: über eine Stunde.

    Also haben wir beschlossen, uns nicht weiter sportlich zu verausgaben und stattdessen ein Grab-Taxi zu nehmen. Preislich kaum ein Unterschied – nur eben eindeutig weniger „Verkehrs-Akrobatik“.

    Doch Bangkok wäre nicht Bangkok, wenn es nicht noch eine Überraschung parat hätte: Stau. Viel Stau. So richtig viel Stau. Für die 7 Kilometer haben wir am Ende trotzdem eine gute halbe Stunde gebraucht. Immerhin mussten wir dafür nicht mit drei verschiedenen Tickets jonglieren.

    Zur Auffrischung unseres Abenteuergeists sind wir anschließend Richtung der berühmten und berüchtigten Khao San Road marschiert. Und dort hat uns eine Atmosphäre empfangen, die man eigentlich nur als „kontrolliertes Chaos mit Entertainment-Garantie“ beschreiben kann. Zwischen Spießen mit schwarzen Skorpionen, knusprig frittierten Würmern und gegrilltem Krokodil wirbelten die Düfte des Streetfoods durcheinander. Aus den Pubs an der Straße dröhnte die Musik der DJs, während ein paar Ladyboys wild tanzend auf Tischen ihre eigene kleine Show hinlegten. Zwischendrin kamen Angebote für Lachgasballons und – natürlich – die unvermeidliche Ping-Pong-Show, die einem an jeder Ecke geflüstert wird. Kurz gesagt: Die Khao San Road ist ein Ort, an dem man in wenigen Minuten mehr Kuriositäten sieht als anderswo in einer ganzen Woche.

  • Thailand – Chiang Mai Monks Trail

    Gestern haben wir uns auf die epische Wanderung über den Monks Trail zum Tempel Doi Suthep begeben – als ob der Weg zum Tempel nicht schon genug Herausforderung wäre, haben wir auch gleich das Klima mitgenommen. 5,5 km Aufstieg, 700 Höhenmeter, 32 Grad und 75 % Luftfeuchtigkeit – das war mehr ein „Überlebenstraining“ als eine Wanderung. Unser Rucksack war zur Hälfte mit Wasserflaschen gefüllt, die wir bei den Temperaturen auch dringend brauchten. Zwischendurch haben wir das T-Shirt immer wieder auswringen müssen – wir waren zwar fast klatschnass, aber immerhin hatte der Tropenwald keine Chance, uns mit seinem Feuchtigkeitslevel zu übertreffen. Ach ja, und riesige Hundertdfüßler, die uns den Weg versperrten, waren auch ein nettes und gefährliches(giftiges) Extra.

    Endlich oben angekommen, empfingen uns nicht nur der Tempel, sondern auch Massen von Taxis und Mietmotorrollern – eindeutig hatten die meisten Leute die Wanderung gegen ein bisschen Motorenpower getauscht. Vom Platz am Fuße des Tempels aus ging es dann noch mal 309 Stufen hoch – weil, wenn man es schon mal bis hierher geschafft hat, dann kann man auch noch die letzten 309 Stufen draufpacken, oder? Der Tempel war schön, aber zwischen den ganzen Menschen konnte man den fast nicht mehr sehen. Gold und Glanz überall, wie in den meisten Tempeln, die wir so besucht hatten – und natürlich der spektakuläre Ausblick auf Chiang Mai. Man konnte fast den Flughafen sehen – also, wenn man mal in ein Taxi steigt, weiß man, in welche Richtung es geht.

    Wir haben uns dann noch ein paar Flugzeuge beim Starten und Landen angeschaut und uns dann wieder auf den Weg gemacht – in der Hoffnung, dass der Abstieg nicht genauso schweißtreibend werden würde.

    Abends sind wir dann in ein Restaurant um die Ecke gegangen, das wir die letzten Tage schon immer beobachtet hatten – da standen immer so viele Leute davor, dass man fast denken konnte, es gäbe da einen Geheimtipp für „Das beste Essen der Welt“. Nach kurzer Internetrecherche dachten wir uns: „Warum nicht?“ Nach nur zehn Minuten Wartezeit (Echt, nur zehn! Das war der Jackpot) hatten wir einen Tisch in der ersten Reihe – perfekt, um das abendliche Chaos auf der Straße zu beobachten. Und was soll ich sagen? Das Warten hatte sich gelohnt! Für drei Gerichte, Nachtisch und Getränke haben wir gerade mal 14 Euro bezahlt – und das war inklusive Trinkgeld! Da kann man sich ja glatt wie ein König fühlen – der einzige Unterschied: Wir mussten uns das Essen nicht erwandern.

  • Thailand – Chiang Mai Buddhistische Tempel

    Gestern haben wir uns gleich drei der unzähligen Tempel in Chiang Mai vorgenommen – quasi das „Tempel-Tasting“ des Nordens. Auf dem Programm standen der Wat Phra Singh (der goldene Tempel – klingt schon nach Luxus), der Wat Chedi Luang und der Wat Chiang Man (der vermutlich älteste Tempel Chiang Mai’s aus dem 13. Jahrhundert). Alle drei liegen mitten in der Old Town, wo gefühlt an jeder Straßenecke ein weiterer Tempel wartet – über 300 Stück soll es in der Region geben! Das ist ungefähr so, als hätte jede Katze in Thailand ihren eigenen Tempel.

    Drinnen funkelt und glänzt es überall. Buddha-Figuren in allen Größen, Wandgemälde so bunt wie eine Netflix-Serie auf LSD, und naturgetreue Wachsfiguren bedeutender Mönche, die so echt aussehen, dass man unwillkürlich darauf wartet, dass einer gleich sagt: „Na, barfuß unterwegs?“ Ich schwöre, einer hat mir fast zugezwinkert!

    Bevor man aber überhaupt reinkommt, gibt’s ein paar Regeln: keine Shorts, keine ärmellosen Shirts, Schuhe aus – und zwar vor der Treppe, nicht etwa daneben, sonst droht karmatisches Chaos. Und bloß nicht auf die Schwelle treten – das bringt Unglück! (Wobei, bei 35 Grad im Schatten und barfuß auf heißen Steinplatten kann man gar nicht genug Glück gebrauchen.)

    In manchen Tempeln darf man nicht fotografieren, in anderen dürfen Frauen gar nicht hinein – was, gelinde gesagt, ein bisschen 2025-untauglich und diskriminierend ist. Xin hat sich sehr aufgeregt. Aber gut, man nimmt’s mit Humor und hofft, dass Buddha wenigstens darüber schmunzelt. 🙏😉

    Heute ging’s auf große Tour nach Chiang Rai – ja, Chiang Rai, nicht Chiang Mai! (Man verwechselt die beiden schnell, aber 240 Kilometer und ein paar tausend Kurven trennen sie – was auf thailändischen Straßen etwa einer Zeitreise von vier bis fünf Stunden entspricht.)

    Erster Stopp: Heiße Quellen. Klingt nach Wellness, ist aber eher was für Leute mit Hufeisen statt Füßen. Xin war so begeistert, dass sie fast ihre Zehen als Suppeneinlage geopfert hätte. Zum Glück blieb’s bei einer kleinen Rötung und einem Lacher. Und weil man ja nichts verkommen lassen will, haben wir dort auch gleich ein paar Eier gekocht – direkt im heißen Quellwasser! Frisch, bio, und mit einem Hauch vulkanischem Aroma. 😋

    Nächster Halt: das „Long Neck Karen Village“ – ein Ort, wo Frauen sich goldene Ringe um den Hals legen, um diesen optisch zu verlängern. Der Rest unserer Gruppe wollte das unbedingt sehen, wir fanden aber: genug gestreckte Hälse für heute, danke. Stattdessen sind wir zu einer riesigen goldenen Mönchsfigur spaziert, die majestätisch auf dem Dach eines tempelähnlichen Gebäudes thront – etwa 12 bis 15 Meter hoch und ziemlich beeindruckend. Der Mönch wirkte so erhaben, dass man fast erwartet hat, er hebt gleich ab Richtung Nirwana.

    In Chiang Rai selbst warteten dann die Stars des Tages:

    • Der Weiße Tempel (Wat Rong Khun) – ein modernes Kunstwerk aus den 1990ern, das aussieht, als hätte sich ein Architekt nach einer Überdosis Glitzer und Spiritualität ausgetobt. Wunderschön, aber definitiv mehr Fantasy-Buddhismus als Tradition.
    • Und ein paar Kilometer weiter der Blaue Tempel, tiefblau, elegant und – man glaubt es kaum – farblich perfekt auf Instagram abgestimmt.

    Zum Abschluss ging’s dann noch ins Schwarze Haus – das düstere Gegenstück zum weißen Tempel. Ein Museum voller Kunstwerke aus Holz, Krokodilhaut und Wasserbüffel-Schädeln. Schon ziemlich schräg. Und dann überall diese geschnitzten, na ja… Phallussymbole. Riesige Penisse, wohin das Auge blickt. Offenbar hat der Künstler das Thema Männlichkeit sehr wörtlich genommen. Oder, wie ich es vermute: Thailands Männer kompensieren hier mit Holz, was Mutter Natur vielleicht sparsam bemessen hat. 😉

    Alles in allem: ein Tag zwischen Spiritualität, Kunst, Eiern und Eitelkeiten – und der Erkenntnis, dass selbst der Weg zur Erleuchtung manchmal über heiße Quellen und Holzpenisse führt. 🙏😂

  • Thailand – Chang Mai

    Nach einem ausgiebigen Frühstück (das Buffet hat sich tapfer geschlagen) und einem angenehm kurzen Flug sind wir gestern Abend in Chiang Mai gelandet. Die Stadt – eine altehrwürdige Dame im hohen Norden Thailands – blickt auf eine lange Tradition zurück. Ihr Herz, der historische Stadtkern, ist von einer dicken Mauer und einem etwa zehn Meter breiten Wassergraben umgeben – quasi ein mittelalterlicher Burggraben, nur ohne Ritter, dafür mit Tuk-Tuks. Natürlich ist Chiang Mai längst über diese Grenzen hinausgewachsen – schließlich hält sich niemand ewig an alte Stadtmauern, schon gar nicht, wenn es dahinter so viele Cafés und Streetfood-Stände gibt.

    Nachdem wir unser Reisegepäck im Hotel abgeladen hatten (endlich die Rucksäcke los!), sind wir noch ein wenig durch die Stadt gebummelt. In der Nähe der alten Stadtmauer, am berühmten Tha Phae Gate – dem großen östlichen Stadttor – haben wir ein Restaurant mit 360°-Rooftop entdeckt. Dort haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen und uns durch ein paar köstliche thailändische Gerichte geschlemmt.

    Wir versuchen während unserer Zeit in Thailand so authentisch wie möglich zu essen – was allerdings schon einmal fast wortwörtlich „in die Hose gegangen“ ist. Eine Straßen-Suppenküche hatte uns nämlich eine Lektion in Sachen „echte thailändische Erfahrung“ erteilt, und ich (Michael) habe den darauffolgenden Tag im sehr privaten Wellnessbereich unseres Badezimmers verbracht. 😅
    Abgesehen von diesem kleinen Abenteuer sind wir mit der thailändischen Küche bisher aber bestens befreundet!

    Aber zurück zum Rooftop-Restaurant: Von hier oben hatte man einen fantastischen Blick über die Dächer der Stadt – direkt auf das Tha Phae Gate und die Straßen dahinter, die im warmen Abendlicht funkelten wie die Münchner Innenstadt zur Weihnachtszeit – nur mit weniger Glühwein, dafür mehr Chili in der Luft. 🌶️✨

    Nach dem Essen schlenderten wir noch ein Stück weiter durch die Stadt – schließlich wollten wir den legendären Nachtmarkt von Chiang Mai nicht verpassen. Schon einige hundert Meter vor dem eigentlichen Markt säumten unzählige kleine Stände die Straßenränder: Streetfood in allen Varianten, kunstvolle Deko aus Holz und Stein, bunte Textilien – und natürlich „ganz bestimmt originale Rolex-Uhren“. 😏
    An fast jeder Ecke glitzerten außerdem die „guten“ Chanel-, Louis Vuitton- und The Tote Bag-Taschen – so authentisch, dass vermutlich sogar das echte Paris kurz schlucken würde.

    Auf dem Rückweg kamen wir noch an ein paar Muay-Thai-Boxstadien vorbei. Leider starten die Kämpfe erst spät in der Nacht – da war unser Jetlag schon längst K.o. gegangen. Vielleicht schaffen wir’s in den nächsten Tagen ja noch zu einer dieser legendären Box-Nächte – hoffentlich als Zuschauer und nicht im Ring. 🥊

  • Thailand – Khao Lak

    Ursprünglich wollen wir mit dem Bus von Phuket nach Khao Lak fahren, was sich aber als etwas kompliziert ohne thailändische Sprachkentnisse und ziemlich zeitaufwändig herausstellte. So haben wir uns dann für ein Taxi entschieden. Für die Fahrt von Kamala Beach nach Khao Lak (ca. 100 km) benötigt man ungefähr 2 Stunden. Die Fahrt hat 1.700 Baht gekostet (ca. 45 €).

    Auf dem Weg kann man so einige kuriose „Kunstwerke“ bestaunen – oder besser gesagt: elektrische Abenteuer. 😅
    So sehen hier nämlich die Stromleitungen und Verteilungen aus – ein echtes Meisterwerk, bei dem deutsche Elektromeister wahrscheinlich Schnappatmung kriegen würden. ⚡️😂
    Manchmal sieht man nachts sogar kleine Lichtbögen – fast wie ein gratis Feuerwerk, nur mit dem gewissen Nervenkitzel inklusive! 💥😉

    Ich (Xin) hab’s gleich richtig krachen lassen und mich direkt für drei Tauchtagestouren angemeldet: Richelieu Rock, Koh Bon und „The Dome“ bei Koh Tachai. Richelieu Rock gilt ja als einer der besten Tauchspots der Welt – also, wenn schon, denn schon!
    Die Fahrt dorthin mit dem Schnellboot dauert etwa 1 Stunde und 20 Minuten – klingt harmlos, ist aber bei Wellengang eher wie ein kostenloser Ritt auf einem elektrischen Bullen. 🐂🌊
    Und das Beste: Das Schaukeln hört nicht auf, wenn man wieder anlegt! Mein Magen hat jedenfalls beschlossen, seine eigene kleine Performance hinzulegen. Ich musste mich zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Tauchboot übergeben – aber hey, ich war nicht allein! Team „Reling-Fütterung“ war an dem Tag gut besetzt. Die Fische unten haben sich bestimmt über den extra Snack gefreut. 😅🐠
    Aber kaum war ich mit der Ausrüstung im Wasser, war alles vergessen. Plötzlich nur noch Ruhe, Farben, Fische überall – wie in einem gigantischen Aquarium, nur ohne Eintrittskarte. Diese Unterwasserwelt ist einfach unbeschreiblich schön … und mein Magen war zum Glück auch endlich wieder still. 😌🤿

    Kleiner Hinweis am Rande: Für den Nationalpark Mu Ko Similian, einer Ansammlung von kleinen unbewohnten Inseln in Andamanensee, wo man sehr schöne Tauschspots hat, muss man zusätzlich 500 Baht Gebühren pro Tag bzw. Tauschausflug zahlen. Ganz schön happig – aber die fast unberührte Unterwasserwelt ist es jedoch wert. Der Nationalpark ist nämlich das halbe Jahr (von Mai bis Oktober) gesperrt. Insgesamt kosten zwei Tauchgänge pro Tag 6.700 Baht, also ungefähr 180 €. Kein Schnäppchen, aber für Weltklasse-Tauchspots, bunte Unterwasserpartys und rundum gut „gefütterte“ Fische absolut akzeptabel. Die Tauchspots sind für Schnorchler nur bedingt empfehlenswert. Des Weiteren muss als Schnorchler im Nationalpark eine Schwimmweste benutzen. Stört und man kann nicht mal kurz zu den Fischen abtauchen.

  • Thailand – Phuket Elephant Sanctuary

    Wenn man in Thailand Elefanten hautnah erleben möchte, dann bitte, bitte nicht in den Zoo gehen oder auf Elefanten reiten – und auch nicht mit ihnen baden. Das ist für die Elefanten sehr stressig, und sie werden gezwungen, solche Aktivitäten mit Menschen zu machen. Das dient nicht dem Wohl der Tiere, sondern allein der Unterhaltung der Menschen.

    Deshalb haben wir uns für eine Einrichtung entschieden, in der man diese intelligenten Tiere aus der Ferne beobachten kann – ganz ohne sie zu stören.

    Alle geretteten Elefanten haben eine schwere Vergangenheit hinter sich. Manche tragen sogar sichtbare Verletzungen. Eine Elefantendame ist fast blind. Jeder von ihnen hat einen eigenen Namen und eine eigene Geschichte.Sie schließen Freundschaften untereinander, und jeder hat eine ganz besondere Persönlichkeit – genau wie wir Menschen.

    Unser Guide KT kennt die Geschichten jedes einzelnen Elefanten und kann unglaublich viel über sie erzählen und alle Fragen beantworten.

    Am Ende durften wir sogar zwei Elefanten füttern – natürlich erst, nachdem wir uns gründlich die Hände gewaschen hatten.

  • Thailand – Phuket

    Nach dem Tsunami 2004 wurde vieles auf der Insel zwar wieder aufgebaut, aber überall stehen noch Notunterkünfte und halbfertige Hotel-Ruinen herum – wie eine Dauerbaustelle mit Meerblick.
    Die Leute hier sind trotzdem unglaublich freundlich. Im Gegensatz zu den eher grantigen Deutschen, die sich gern mit einem knappen „Hallo“, „Servus“ oder „Moin Moin“ begnügen, begrüßen dich die Thailänder mit gefalteten Händen vor der Brust, einem warmen Lächeln und einem melodischen „Sawasdee ka!“.
    Und an Freizeitmöglichkeiten mangelt es hier nicht – hier kann man wirklich alles machen, außer sich langweilen. Von Ausflügen in Elefanten Parks, mit dem Longtail-Boot oder Speed Katamaran zu den umliegenden Inseln fahren, oder einfach nur Baden oder Schnorcheln im Indischen Ozean.

    Wir haben eine Bootstour zu den Phi-Phi-Inseln gemacht. Ganz ehrlich: ziemlich touristisch – überall Boote, Menschen und Musik. Aber die Landschaft macht das wieder wett. Das türkisfarbene Wasser, die hohen Kalksteinfelsen und die kleinen Buchten sehen wirklich traumhaft aus.

    Auf Phi Phi Leh, der kleineren Insel, liegen die Viking Cave und der berühmte Maya Beach, der zum Nationalpark gehört. Man darf hier nicht direkt mit dem Boot reinfahren oder schwimmen. Der Zugang zur Bucht wird sogar immer für einige Monate im Jahr gesperrt. Glück gehabt :)) Auf Phi Phi Don, der größeren Insel, gibt es die Monkey Bay – dort turnen auf Strand wilde Affen herum. Süß anzuschauen, aber nur mit etwas Abstand, auch füttern ist verboten.

    Tipps: Man kann Apps(z.B. Grab) installieren um ein Taxi zu bestellen oder sich Essen liefern lassen. Das Uber von Südostasien sozusagen. Visa oder Alipay wurde in vielen Restaurants und Supermärkten akzeptiert. Man sollte auf Hygiene des Restaurants achten, wenn es schon nicht sauber erscheint lieber weitergehen. Zudem sollte man unbedingt eine klassische Thai-Massage genießen, mit oder ohne Happy-End :))) Kosten für die regluläre Thai-Massage ca. 350-400 Baht für 60 min.