Indonesien – Labuan Bajo đŸ‡źđŸ‡©

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Unsere Tagestour startet im Hafen von Labuan Bajo um 6:30 Uhr – natĂŒrlich standesgemĂ€ĂŸ mit dem Schnellboot. Erste Station nach etwa einer Stunde Fahrt: Padar Island. Dort heißt es erst mal schwitzen: Rund 100 Höhenmeter bei 31 Grad hochwandern, nur um den Aussichtspunkt zu erreichen. Klingt nach Folter, ist aber Therapie – denn die Aussicht ist jede Schweißperle wert. Von oben sieht man schwarze, pinke und weiße StrĂ€nde gleichzeitig. Wobei der schwarze Strand leider eher „dunkelgrau mit MĂŒll-Deko“ ist. Sehr schade. Wir Menschen sind wirklich unfassbar talentiert darin, schöne Orte zu ruinieren. Wenn jeder einfach seinen eigenen MĂŒll im Griff hĂ€tte, wĂ€re die Welt sofort ein besserer Ort. Aber gut, zurĂŒck zur Postkartenidylle.

Zweiter Stopp: Pink Beach. ca. 15 Minuten weiter Fahrt. Der Name ist kein Marketing-Trick – der Strand ist tatsĂ€chlich rosa! Die Farbe stammt von ganz speziellen Korallen. Zusammen mit kristallklarem Meer, blauem Himmel und Sonne deluxe sieht es aus wie ein Photoshop-Bild. Oder wie das Paradies. Nur ohne WLAN.

Dritter Stopp – und definitiv das Highlight des Tages: Komodo Island. Hier leben aktuell etwa 1.600 Komodowarane. Das sind riesige, kannibalische Echsen mit giftigen DrĂŒsen im Kiefer. Sie fressen so ziemlich alles: Hirsche, Schweine, Vögel, Aas – und theoretisch auch Menschen. Sie können bis zu 20 km/h laufen und sehr gut schwimmen. Kurz gesagt: sĂŒĂŸ sind sie nicht. Deshalb dĂŒrfen wir den Nationalpark nur mit zwei Rangern betreten. Bewaffnung der Ranger: jeweils ein etwa 1,5 Meter langer Holzstock in Y-Form. Sehr beruhigend. Der erste Ranger erzĂ€hlt ganz locker, dass frĂŒher mal ein Schweizer von einem Komodo gefressen wurde und es insgesamt 45 Angriffe auf Menschen gab. Ach ja, und er musste seinen Stock 3–4 Mal pro Woche einsetzen. Na dann. Regeln: Abstand halten. Keine ruckartigen Bewegungen. Nichts schwingen – weder GegenstĂ€nde noch Körperteile. Leise sein. Ruhig bleiben. Nicht sterben.

Ich bin innerlich komplett gespalten: Auf der einen Seite will ich dieses vom Aussterben bedrohte Tier unbedingt sehen, auf der anderen Seite habe ich leichtes Herzrasen, einem giftigen Urzeitmonster in freier Wildbahn zu begegnen! Also schleichen wir los – ganz leise wie in Jurassic Park, lauschen jedem GerĂ€usch, jedem Rascheln
 und dann, sehen wir ihn. Ein Komodo! Ganz entspannt. Liegt einfach auf dem Boden. Als wĂ€re er der Chef. Und wir nur Besucher.

Der zweite Ranger ist so nett und hilft mir, ein paar Fotos von vorne zu machen. Ich hocke brav hinter dem Komodo in bestmöglichem, aber sicherem Abstand, wÀhrend der andere Ranger mit erhobenem Y-Stock daneben Wache hÀlt.
Der Komodo selbst? Völlig entspannt.
Kaum Interesse an uns. Wahrscheinlich war es einfach zu heiß, oder er hatte schon gut gefrĂŒhstĂŒckt – oder ich sehe schlicht nicht besonders lecker aus. Auch eine Form von GlĂŒck.
SpĂ€ter entdecken wir noch einen zweiten Komodo unter einem Steg. Dieser ist noch grĂ¶ĂŸer und hat sich extra ein kĂŒhles SchattenplĂ€tzchen ausgesucht. Fotografieren ist schwierig, aber ehrlich gesagt bin ich auch ganz froh, ihn nur halb zu sehen – Sicherheit geht vor Instagram.
Huh 
 ich bin ĂŒberglĂŒcklich.
Lebend.
Mit Fotos.
Und ohne Komodo-Biss. 🩎✹

Nach einem sehr einfachen Mittagessen auf Komodo Island (nennen wir es: funktional) geht es weiter – wieder ab ins Schnellboot. Diesmal mit voller Schnorchel-AusrĂŒstung und einem ambitionierten Plan: drei Spots, drei Mal GlĂŒck.

Erster Spot: Taka Makassar Island. Kaum Strömung, perfekte Bedingungen. Wir können ganz entspannt fast eine Stunde schnorcheln, bunte Fische zĂ€hlen und Korallen bestaunen. Das Wasser ist so warm und angenehm wie eine Badewanne – nur schöner und ohne Quietsche-Ente.

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Zweiter Spot: Manta Point. Und plötzlich ist alles anders. Hier ist das Meer ĂŒber 70 Meter tief, die Strömung stark, und die Mantas schwimmen natĂŒrlich immer gegen die Strömung. Das Prinzip ist einfach – zumindest theoretisch: Sobald wir Mantas sehen, springen wir so schnell wie möglich ins Wasser, schwimmen mit ihnen, so lange es geht, und sobald uns die Strömung wegtrĂ€gt, verfolgt uns das Boot, um uns irgendwo mitten im Ozean wieder einzusammeln. Kurz gesagt: GlĂŒck + Adrenalin + Chaos. Ich bin mehr als bereit! Kaum gibt der KapitĂ€n das Kommando, springe ich ins Wasser – und dann: Direkt unter mir, vielleicht zwei Meter entfernt, tauchen vier riesige, schwarze Mantas auf. Sie gleiten elegant und lautlos durchs Wasser, fast wie fliegende Flugzeuge. Meine Augen werden riesig, innerlich schreie ich nur: WAAAWOOO! Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich solche Tiere hautnah im Meer – und es ist einfach Wahnsinn. Wir schwimmen noch ein paar Minuten gegen die Strömung, dann ziehen die Riesen weiter. Show vorbei. Zeit fĂŒrs Boot. Alles zusammen hat vielleicht fĂŒnf Minuten gedauert – gefĂŒhlt aber eine Ewigkeit. Leider hat Michael wegen seiner AusrĂŒstung das perfekte Zeitfenster verpasst und die Mantas hier nicht gesehen. Aber: Das GlĂŒck kommt zurĂŒck. Dritter Spot: Pulau Siaba Besar. Und tatsĂ€chlich: Zwei Mantas kreisen gemĂŒtlich an einer Stelle. Diesmal haben wir genug Zeit, sie in Ruhe zu beobachten – und mit der GoPro ein paar richtig tolle Aufnahmen zu machen. Total faszinierend.

Ein perfekter Abschluss fĂŒr einen Tag, der sich anfĂŒhlt wie Naturdoku + Abenteuerfilm in einem. 🐋✹

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