27.04.2026 – heute bin ich aufgeregt. Richtig aufgeregt.
Warum? Mein allererster Hai-Tauchgang steht an!

In Pacific Harbour gibt es mehrere Dive Center, die Shark Diving anbieten. Der Ort ist weltweit bekannt für seine großen Meeresbewohner – und das Ganze ohne Käfig. Ja, richtig gelesen: einfach rein ins offene Wasser, begleitet von erfahrenen Guides. Klingt beruhigend… irgendwie.

Unser Tauchspot heißt „Bistro“ – nicht, weil es dort Essen gibt, sondern weil die Haie hier quasi ihre Mahlzeiten einnehmen. Nur etwa 10 Minuten Bootsfahrt entfernt.

Als wir gegen 9:30 Uhr ankommen, ist die Strömung noch zu stark. Also erstmal 20 Minuten warten. Kaum ist das Boot festgemacht, tauchen schon zwei Ammenhaie hinter uns auf – etwa 2 Meter lang. Wie elegante, leicht unheimliche Drachen unter Wasser. Alle sind sofort begeistert (und vielleicht ein kleines bisschen nervös).
Der Instructor, der seit 18 Jahren hier arbeitet, erklärt uns in der Zwischenzeit alles über die einheimischen Haie und gibt Sicherheitsanweisungen. Der Kapitän drückt mir noch eine spezielle Sonnenbrille und eine Haarspange für ein Fun-Foto in die Hand – Prioritäten müssen schließlich gesetzt werden.


Dann geht’s los.
Die Strömung hat nachgelassen, ist an der Oberfläche aber noch stark. Wir springen mit einem Seil in der Hand ins Wasser, kämpfen uns zum Abtauchseil und ziehen uns aktiv nach unten – natürlich mit regelmäßigem Druckausgleich (sonst wird’s schnell unangenehm).
Ab etwa 6–7 Metern wird die Strömung deutlich schwächer. Am Meeresboden, in rund 20 Metern Tiefe, gibt es eine 10–15 Meter lange niedrige Korallenmauer. Wir – insgesamt 10 Taucher – legen uns dahinter wie an eine Bar. Nur dass hier keine Cocktails serviert werden, sondern Haie vorbeischauen.
Die fünf Instruktoren positionieren sich hinter uns. Jeder hat eine Metallstange mit Ring dabei – nicht zum Angeln, sondern um neugierige Haie auf Abstand zu halten.
Am Anfang: trübes Wasser und viele bunte Fische.
Dann lässt ein Guide eine große gelbe Tonne ins Wasser – gefüllt mit Fischfutter, fest verschlossen. Offenbar kennen die Haie das Ritual…
Und plötzlich: Da sind sie.
Ammenhaie. Und dann – zwei Bullenhaie. Etwa 3 Meter lang.

Einfach aus dem Nichts tauchen sie auf, kreisen vor uns, verschwinden wieder, kommen von der anderen Seite zurück. Wie ein perfekt choreografierter Auftritt.
Zwei,drei Ammenhaie versuchen sogar, mit dem Maul an der Schnur der Tonne zu ziehen. Sehr clever… aber heute bleibt das Buffet zu.

Ein paar Mal kommen die Bullenhaie ziemlich nah. Ich sehe ihre silbrigen Augen, ihren massiven Kiefer – nur wenige Meter vor mir. Dann sind sie wieder weg.
Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken.

Was für unglaubliche Tiere. Wirklich beeindruckend. Und gleichzeitig denkt man: Hoffentlich zerstören wir Menschen das alles nicht zu schnell.
Die 30 Minuten vergehen wie im Flug. Ein Klopfen auf die Flasche – Zeit zum Auftauchen. Wegen der Strömung können wir leider keine Wracks in der Nähe anschauen. Egal. Ich bin jetzt schon mehr als glücklich.
Nach etwa einer halben Stunde folgt Tauchgang Nummer zwei.
Gleiches Prozedere – aber diesmal sind noch mehr Haie da.
Zwei Ammenhaie liegen direkt neben der gelben Tonne, als wäre es ihr persönliches Möbelstück. Das Wasser ist inzwischen trüber. Drei oder vier Bullenhaie schwimmen immer wieder über uns hinweg.

Die Instruktoren entscheiden, die Tonne nicht zu öffnen – zu riskant. Verständlich.
Mir ist inzwischen ziemlich kalt, und ich bin fast froh, nach 45 Minuten wieder raus zu dürfen. Beim Auftauchen wird es nochmal spannend: Zwei Bullenhaie folgen uns bis zum Sicherheitsstopp und kommen immer näher. Einer schwimmt sogar unter mir.
Später sagt der Instructor, das sei durchaus eine heikle Situation gewesen. Umso besser, dass die Futtertonne geschlossen blieb.
Trotzdem: Dank der erfahrenen Guides habe ich mich die ganze Zeit sicher gefühlt.
Das war eine unglaubliche, absolut unvergessliche Erfahrung.

Von Micha:
Zur gleichen Zeit hatte ich große Pläne: ein Tagesausflug zur Lailai Lounge, einer riesigen schwimmenden Plattform vor Beqa Island. Klang nach Luxus, endete aber in Gruppendynamik – es gab schlicht nicht genug Teilnehmer. Tja, manchmal scheitern Träume nicht an einem selbst, sondern an zu wenig anderen.
Also: Alternativprogramm! Schnorcheln an einem Riff, nur 10 Minuten Bootsfahrt vor der Küste – quasi die „abgespeckte Deluxe-Version“. Nach einer kurzen Bootsfahrt und einer noch kürzeren Einweisung (sinngemäß: „Nicht sterben, viel Spaß!“) ging es ins herrlich warme Wasser.
Und dann: das erste Highlight nach wenigen Minuten – eine etwa 1,5 Meter lange Gelblippen-Seeschlange. Hochgiftig, aber zum Glück eher schüchtern. Also ungefähr so gefährlich wie ein introvertierter Ninja.
Dazu wunderschöne Korallen und jede Menge kleine, bunte Fische. In einigen Anemonen entdeckte ich sogar mehrere „Nemos“ – Clownfische in ihrem natürlichen Wohnzimmer. Pixar lässt grüßen.
Einziger Wermutstropfen: Unsere Unterwasserkamera war zeitgleich beim Hai-Shooting im Einsatz. Bedeutet: nur gucken, nicht knipsen. Erinnerungen im Kopf statt auf der Speicherkarte – fast schon retro.
Nach etwa 1,5 Stunden ging es dann wieder zurück ins Hotel – mit salziger Haut und vielen Eindrücken.
Abends: Lovo-Dinner mit Tanzshow
Zurück in der Unterkunft wartet ein traditionelles Lovo-Abendessen auf uns.
Ein Lovo ist eine fidschianische Kochmethode: Das Essen wird in einem Erdofen zubereitet. Fleisch, Fisch, Gemüse und Beilagen werden in Bananenblätter gewickelt, auf heißen Steinen in einer Grube gegart und dann stundenlang langsam gekocht. Das Ergebnis: unglaublich aromatisch und zart.
Es gibt Hähnchen, Lamm, Fisch, Schweinebauch, Dal, dazu frischen Salat und Obst – genug, um etwa 40 Gäste satt zu machen (Challenge accepted).
Michael darf am Anfang noch das berühmte Kava trinken.
Geschmack: irgendwo zwischen Erde und Wasser. Wirkung: leicht betäubte Zunge und entspannend. Fazit: interessant, aber definitiv gewöhnungsbedürftig.
Nach dem Essen beginnt die Tanz- und Gesangsshow. Vier Männer, vier Frauen – keine Instrumente, nur Gesang. Jede Tanzbewegung wird von passenden Liedern begleitet. Kraftvoll, rhythmisch, voller Energie.

Am Ende werden wir eingeladen mitzumachen.
Natürlich sagen Michael und ich nicht nein.
Wie es aussah? Schwer zu sagen. Wahrscheinlich ziemlich lustig.
Aber wir hatten definitiv Spaß.
Der nächste Tag… weniger glamourös:
Leider hat Michael das Essen nicht so gut vertragen. Er musste sich übergeben und hatte den ganzen Tag Durchfall. Während er also das Bett hütet, verbringen wir den Tag im Zimmer.
Mir geht’s zum Glück gut.
Und ich habe inzwischen eine neue Freundin gefunden: eine Katze, die mir draußen auf der Terrasse Gesellschaft leistet.

Nicht ganz der geplante Programmpunkt – aber irgendwie auch süß.
















































































































































