Neuseeland – Kaitaia

13.04.2026 – Heute fahren wir von Whangārei weiter Richtung Norden. Nach etwa 45 Minuten legen wir einen Stopp bei der Hundertwasser Toilets ein. Und ja – es ist wirklich so: wahrscheinlich die schönste öffentliche Toilette, die ich je gesehen habe. Kunst trifft… nun ja, Notwendigkeit. Und das Beste: kostenlos und blitzsauber.

Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir die Rainbow Falls (Waianiwaniwa) – gefühlt unser hundertster Wasserfall auf dieser Reise. Aber gut, Wasserfälle gehen irgendwie immer. Drei Aussichtspunkte sind in wenigen Minuten erreichbar, alles ganz entspannt. Nett, aber wir sind inzwischen wohl etwas verwöhnt.

Etwa 1,5 Stunden später kommen wir auf der Karikari-Halbinsel an. Michael hat ein klares Ziel: Baden in der Waikato Bay. Eine kleine, einsame Bucht, Sonne, 21 Grad, niemand außer uns – Postkartenidylle. Das Wasser? Frische 18–20 Grad. Michael ist sofort drin. Ich hingegen bleibe meinem Talent treu: barfuß am Strand entlanglaufen und so tun, als wäre mir überhaupt nicht kalt. (Spoiler: ist es doch. Brr.)

Kaum ist Michael wieder aus dem Wasser, trudeln die nächsten Besucher ein und das Wetter zieht langsam zu. Timing: mal wieder perfekt. Glück gehabt.Abends übernachten wir in Kaitaia. Von hier aus wollen wir die nächsten zwei Tage die Gegend erkunden.

14.04.2026-Heute steht ein Highlight auf dem Plan: Cape Reinga – der nördlichste Punkt Neuseelands. Von Kaitaia aus dauert die Fahrt etwa 1,5 Stunden. Und als hätte jemand oben einen Schalter umgelegt: 10 Minuten vor unserer Ankunft kommt die Sonne raus. Wie bestellt. Plötzlich verändert sich alles. Das Meer wechselt von Grau zu tiefem Blau, die Wiesen leuchten sattgrün, der Himmel wird strahlend hellblau. Es wirkt fast, als hätte jemand die Farbintensität hochgedreht. Unglaublich schön.

Vom Parkplatz laufen wir etwa 10 Minuten zum Leuchtturm. Die Aussicht? Einfach gigantisch. Der weiße Leuchtturm steht wie gemalt, links ein goldener Strand unter riesigen Sanddünen, vor uns eine schmale, grüne Landzunge, die sich ins endlose Blau streckt. Wellen schlagen rhythmisch dagegen, Wolken ziehen schnell vorbei und werfen wandernde Schatten aufs Meer. Alles wirkt gleichzeitig lebendig und beruhigend.

Wir verlieren komplett das Zeitgefühl. Verständlich – bei 360 Grad Panorama fällt es schwer, sich loszureißen. Als wir schließlich zurück zum Auto gehen, ist schon über eine Stunde vergangen.

Letzter Stopp: die Te Paki Sand Dunes. Die riesigen Sanddünen hatten wir schon vom Leuchtturm aus gesehen. Am Parkplatz ziehen wir die Schuhe aus – erst müssen wir nämlich einen kleinen Bach überqueren.

Danach geht es direkt in die Wüste… oder fühlt sich zumindest so an.Wir laufen immer weiter die Dünen hinauf. Eine Familie rutscht mit ihren Kindern eine etwa 50 Meter hohe Düne hinunter – sieht nach ziemlich viel Spaß aus. Wir klettern noch höher, bis wir schließlich das Meer auf der anderen Seite sehen. Anstrengend? Ja. Aber die Aussicht – absolut spektakulär. Die Sonne taucht den Sand in ein leuchtendes Gold. Fast surreal.

15.04.2026-Heute wird’s actionreich: Wir fahren mit unserem 4WD über den Ninety Mile Beach. Sonnig, 21 Grad, ordentlich Wind – perfekte Bedingungen. Um 13:00 Uhr ist Ebbe, ideal also für unser Vorhaben.Von Kaitaia sind es nur etwa 15 Minuten bis nach Ahipara, dem südlichsten Zugang zum Strand. Die Zufahrt ist etwas holprig, aber Michael meistert das souverän. Und dann liegt er vor uns: ein endloser, goldener Strand.

Der Regen vom Vorabend hat den Sand schön fest gemacht – perfekte Fahrbedingungen. Der Strand ist breit, fast menschenleer und wirkt wie eine riesige Spielwiese.

Michael nutzt das natürlich sofort aus: Slalom, Kreise, ein bisschen „Rallye Dakar“-Feeling. Ich klammere mich fest und schwanke zwischen Nervenkitzel und der Frage, ob ich das wirklich wollte. Fazit: macht ziemlich viel Spaß.

Danach lassen wir es ruhiger angehen und machen noch einen langen Spaziergang am Strand. Wind im Gesicht, Wellenrauschen – ein ziemlich perfekter Abschluss.

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