Autor: xin

  • Neuseeland – Franz-Joseph und Fox Gletscher

    21.03.2026 – Heute haben wir am Flughafen Christchurch unseren Mietwagen abgeholt und sind über 5 Stunden bis zum Franz-Josef-Gletscher gefahren – natürlich über den berühmten Arthur’s Pass. Klingt schon abenteuerlich, oder? War es auch.
    Unterwegs haben wir hier und da bei ein paar Sehenswürdigkeiten angehalten (aka: „Oh, schon wieder schön, wir müssen anhalten!“).

    Die Landschaft: grüne Berge, bedeckt mit Tannen, darüber weiße Wolken wie Zuckerwatte. Saftige Wiesen mit Kuhherden, blaue Seen und Flüsse mit steinigen Flussbetten. Michael meinte irgendwann, wir könnten auch durchs Allgäu fahren. Stimmt… fast. Der kleine Unterschied: zwischendurch stehen Pflanzen rum, die aussehen wie Palmen, und es gibt ungefähr 1000x mehr Schafe als Menschen.

    Etwa 150 km vor dem Ziel haben wir einen jungen Backpacker aus England eingesammelt, der per Anhalter unterwegs war. Ein ganz junges Gesicht (fast wie mein Sohn), dazu unschuldig blaue Augen – man wollte ihm sofort eine warme Suppe und einen Schal geben. Er reist seit einem Monat alleine durch die Gegend, macht viele Wanderungen und übernachtet oft in der Wildnis. Sehr mutig… oder leicht verrückt – die Grenze ist fließend.
    Wir haben ihn bis Franz Josef mitgenommen, den Rest bis nach Haast an der Westküste musste er sich wieder zusammen stoppen (per Anhalter natürlich). Ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Glück – und gute Nerven.
    Am Abend sind wir noch in einen Wald in der Nähe unserer Unterkunft gegangen, um Glühwürmchen zu sehen. Etwa 40 Minuten nach Sonnenuntergang ging’s los – in einen ziemlich dunklen Wald. Am Anfang tasten wir uns noch vorsichtig vorwärts („Wo ist der Weg? Bin ich noch auf dem Weg?“), aber nach ein paar Minuten gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit.
    Und dann: überall kleine leuchtende Punkte. Wie kleine Geister. Oder wie ganz viele Augen, die einen beobachten… leicht gruselig, wenn man zu lange darüber nachdenkt. An einer Stelle – vermutlich an einer großen umgefallenen Baumwurzel – waren besonders viele davon. Es sah aus wie ein kleiner Sternenhimmel mitten im Wald.

    Die Idee hatten leider auch andere. Immer wieder begegneten wir Menschen im Dunkeln. Man hört sie kommen, sieht nur Schatten, murmelt ein „Hallo“ und läuft weiter. Ein bisschen wie in einem sehr ruhigen Horrorfilm… nur ohne Opfer. Hoffentlich. Manche leuteten auch wie wild mit ihren Handyleuchten durch die Gegend und konnten vor lauter Licht die Glühwürmchen gar nicht sehen.

    22.03.2026 – Heute stand der Roberts Point Trail auf dem Programm. Traumhaftes Wetter: Sonne, 19 Grad – perfektes Wanderwetter. Also perfekt… bis man merkt, worauf man sich eingelassen hat.
    Am Parkplatz mussten wir erstmal 20 Dollar für ein Tagesticket bezahlen – natürlich nur Kartenzahlung. Willkommen in der Wildnis, aber bitte kontaktlos.
    Nach kurzer Zeit kamen wir an einen wunderschönen See, der die Landschaft spiegelte – fast zu schön für ein echtes Foto (Filter unnötig).

    Nach etwa 10 Minuten dann die erste Hängebrücke. Maximal 5 Personen gleichzeitig. Wackelig ist gar kein Ausdruck. Wer Höhenangst hat, sollte spätestens hier über sein Leben nachdenken.

    Die Aussicht war dafür grandios: Wasser fließt durch steinige Flussbetten, in der Sonne leuchtet es blau, im Schatten eher milchig-grau.

    Der Weg wurde zunehmend anspruchsvoller: kleine Bäche überqueren, rutschige Steine, überall Wurzeln und Blätter – ein natürlicher Hindernisparcours. Zwei weitere Hängebrücken später und mehrere Stellen, an denen ich mit Händen und Füßen klettern musste, war klar: Das ist kein Spaziergang.

    Nach meinem Skiunfall vor einem Jahr (beide Beine gebrochen – ja, wirklich beide!) war das bisher die anspruchsvollste Wanderung. Dank meiner guten Wanderschuhe und Michaels Hilfe bin ich immerhin nicht abgestürzt – was ich persönlich als großen Erfolg verbuche.
    Immer wieder begegneten wir anderen Wanderern, an engen Stellen musste man warten und sich irgendwie aneinander vorbeischieben. Ein besonderer Engpass war ein 50 Meter langer Steg der an der steilen Felswand befestigt war. Hier musste definitiv einer bei Gegenverkehr zurückgehen … oder über das Geländer nach außen klettern 😉 Über uns flog alle 10 Minuten ein Hubschrauber vorbei – vermutlich mit Leuten, die sich denken: „Wandern? Ach nee…“

    Nach 3 Stunden voller Konzentration, Anstrengung und die 600 Höhenmeter nicht zu vergessen, erreichten wir endlich die Aussichtsplattform. Von dort aus sieht man den Franz-Josef-Gletscher – etwa 3 km entfernt. Leider war ich etwas enttäuscht: Das Eis hat sich seit ca. 2008 stark zurückgezogen und wirkt ziemlich grau und staubig. Nicht ganz das Postkartenmotiv, das man erwartet. Früher reichte die Gletscherzunge noch bis zum Regenwald im Tal und man konnte auf Wanderwegen direkt bis an oder auf den Gletscher gehen. Heute liegt die Gletscherzunge nicht mehr im Tal sondern oben auf dem Steilhang und ist nicht mehr per Fuss zu erreichen.

    Dafür gab es gegenüber einen hohen, wenn auch schmalen Wasserfall – der hat einiges wieder gut gemacht.

    Nach einer kurzen Brotzeit ging es wieder runter. Insgesamt waren wir 6 Stunden unterwegs, 12,5 km. Ergebnis: Meine Beine und Füße fühlten sich an, als hätten sie ihren eigenen Kündigungsbrief geschrieben.

    23.03.2026- Highlight des Tages: Hubschrauberflug über die Fox- und Franz-Josef-Gletscher

    Heute um 9:00 Uhr ging’s los – keine Wolken, strahlender Sonnenschein, angenehme 20 Grad. Besser hätte das Wetter für einen Helikopterflug wirklich nicht sein können. Und angeblich ist das auch die einzige Möglichkeit, diese Gletscher wirklich zu erreichen – also kein Druck 😄

    Nach der Anmeldung kam direkt der spannende Teil: Wiegen. Ja, wirklich. Über 120 kg sollte man besser nicht mitbringen – sonst bleibt man vermutlich am Boden und darf nur winken. Zum Glück bestanden wir alle den „Check“ und bekamen unsere Armbänder wie bei einem exklusiven Event. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung (und ein bisschen Smalltalk zur Beruhigung der Nerven) standen wir schon bereit. Sechs Personen passen rein, wir waren zu fünft – also fast eine Privatvorstellung. Das Bodenpersonal erzählte uns nebenbei, dass es hier vier Anbieter mit jeweils etwa sieben Hubschraubern gibt. Heißt: Wenn viel los ist, könnte es hier aussehen wie auf einem kleinen Flughafen mitten in den Bergen.

    Nach etwa zehn Minuten meinte einer ganz entspannt: „Da kommt euer Hubschrauber.“ Ich: sehe nichts. Höre nur ein leises Brummen. Alle starren in den Himmel wie bei einer UFO-Sichtung – und tatsächlich: ein winziger Punkt, der schnell größer und deutlich lauter wird. Und plötzlich steht das Ding einfach 20 Meter vor uns. Ziemlich beeindruckender Auftritt.

    Dann ging’s los: Flug Richtung Mount Cook und Mount Tasman. Schon allein der Flug war ein Highlight. Aber die Landung auf dem Fox-Gletscher? Noch mal eine ganz andere Liga.

    Oben standen schon zwei andere Hubschrauber, die aus der Luft wie Spielzeug aussahen. Die Landschaft bzw. der Gletscher ist so riesig, dass selbst Menschen und Maschinen plötzlich eher in die Kategorie „Ameise“ fallen.

    Nach der Landung durften wir aussteigen und ein bisschen Gletscherluft schnuppern – allerdings streng geregelt: nur vor dem Hubschrauber und maximal 30 Meter Entfernung. Vermutlich, damit keiner spontan beschließt, allein Richtung Antarktis weiterzuwandern. Die Umgebung: einfach nur wow. Berge, Schnee, alles glitzert – wie eine Mischung aus Postkarte und Windows-Hintergrundbild, nur in echt.

    Fotos durften natürlich auch nicht fehlen – inklusive Selfie mit dem Piloten (der vermutlich jeden Tag solche glücklichen Touristen sieht). Er hat sogar von allen Fotos gemacht, die man später kaufen kann – cleveres Geschäftsmodell.

    Nach etwa zehn Minuten hieß es wieder einsteigen, und wir hoben erneut ab. Weiter ging’s Richtung Norden über den Franz-Josef-Gletscher. Den hatten wir gestern noch von unten gesehen – wo ich war leicht enttäuscht war. Aber von oben? Komplett anderes Level. Riesig, beeindruckend, viel mehr Eis und Schnee als gedacht – und er zieht sich ewig durch die Landschaft. Ich war richtig froh, ihn noch aus dieser Perspektive erleben zu können. Manchmal muss man einfach die Perspektive wechseln (im wahrsten Sinne des Wortes).

    Nach rund 40 Minuten landeten wir wieder sicher im Tal.

    Fazit: Hat nicht nur Spaß gemacht – war ziemlich sicher eines der coolsten Erlebnisse der Reise. 🚁

  • Neuseeland – Christchurch

    19.03.2026 – Heute sind wir mit dem Bus zum Willowbank Wildlife Reserve gefahren – eine wunderschön angelegte, kompakte, aber unglaublich liebevoll gestaltete grüne Oase für heimische und exotische Tiere. Eintritt: ca. 18 € pro Person. Und angeblich gibt es hier die „Big 5“ Neuseelands zu sehen.

    Was das ist? Natürlich weiß das Internet alles: der Kiwi, der freche Kea, die uralte Tuatara, der Buschpapagei Kaka und der sehr seltene Takahe. Wir waren entsprechend aufgeregt – Erwartungen auf Maximum!

    Kaum durch den Eingang, wurden wir von einem plätschernden Bächlein, weißen und braunen Enten, Holzstegen und ganz viel Grün begrüßt. Im Wasser: riesige Aale, die uns erwartungsvoll anstarren – vermutlich dachten sie, wir sind das Mittagessen. So nah, so groß – ich war sofort fasziniert.

    Direkt dahinter stand eine ziemlich lustige Gans, die ich so auch noch nie gesehen habe.

    Wir liefen über kleine Holzstege weiter, vorbei an Teichen, in denen exotische Enten, Schildkröten und sogar Emus durchs Wasser stapften (ja, wirklich!).

    Schwarze Schwäne, chinesische Gänse – alles wirkte ein bisschen wie eine tierische WG ohne klare Regeln. Die „Zäune“ bestanden oft nur aus Holzstangen und dünnen Seilen, aber die Tiere waren gefühlt überall. Dazu gesellten sich Spatzen, Tauben und andere Freigeister – alle friedlich, alle ohne Angst vor Besuchern. Manche chillten einfach direkt neben dem Weg. Absolute Gelassenheit.

    Plötzlich lautes Geschrei – und nein, keine Kinder. 14:00 Uhr war Otter-Fütterung. Die kleinen asiatischen Otter wussten das ganz genau und machten ordentlich Alarm. Kaum hatten sie ihren Fisch, war schlagartig Ruhe. Sehr effizient.

    Die Lemuren waren dagegen deutlich entspannter: Sie saßen einfach da, schauten uns an, als würden sie uns beurteilen („Touristen… schon wieder…“) und knabberten gelegentlich an Obst und Salat. Nebenan: Capybaras – herrlich gemütlich. Eines sonnte sich, die anderen lagen einfach rum. Lebensziel: Capybara werden.

    Später kamen wir in einen Bauernhof-Bereich mit alten Hütten, Fahrzeugen und Werkzeugen. Dazwischen: Schweine, Lamas, Schafe, Hühner, Ponys, Esel, Hasen… Alles zum Anfassen und Füttern. Ein bisschen wie Streichelzoo für Fortgeschrittene.

    Dann wurde es spannend: Wir gingen durch eine Schleuse mit zwei Türen in ein großes, von Netzen überspanntes Areal. Hier begann die „Big 5“-Schnitzeljagd. Auf Ästen, im Gebüsch, irgendwo im Nirgendwo: Kaka, Keas, weiße Tauben, Takahe … Jedes Tier zu entdecken war ein kleiner Sieg. Die Tuatara (Brückenechsen) fanden wir schließlich in einem Terrarium. Ein echtes Relikt – dieses Tier hat einfach mal 200 Millionen Jahre Evolution überlebt. Und ich bin schon stolz, wenn ich meinen Flug nicht verpasse.

    Zum Schluss kam der berühmte Kiwi-Bereich. Zuerst eine kleine Ausstellung mit Infos – inklusive ausgestopfter Exemplare. Die Eier sind riesig, etwa 25 % der Körpergröße der Kiwi-Mama. Kein Wunder, dass sie danach erstmal Ruhe brauchen. Dann ging es in einen komplett dunklen Bereich – nur schwaches, warmes Licht. Absolute Ruhe war Pflicht. wir brauchten einige Minuten, bis sich unsere Augen angepasst hatten. Erst sahen wir: nichts. Dann hörte ich leises Rascheln. Ich blieb stehen. Und plötzlich – ein kleines rundliches Wesen, ein langer Schnabel: ein Kiwi! Er war ständig in Bewegung, völlig rastlos. Fotos? Vergiss es. Dunkel + schneller Kiwi = fotografische Katastrophe.

    Nach und nach kamen andere Besucher, ich spielte spontan Kiwi-Guide („Da! Links! Nein, jetzt rechts!“), und am Ende haben wir tatsächlich alle drei Kiwis entdeckt. Mission erfüllt. Glücklich.

    Insgesamt haben wir fast 50 Tierarten gesehen – inklusive Gibbons und Wallabys.

    Abends ging es dann noch zum Essen in den Riverside Market.

    20.03.2026 – Heute standen Kultur und Natur auf dem Programm: Die Christchurch Art Gallery Te Puna o Waiwhetū – ein modernes Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen. Eintritt frei, Kunstniveau hoch.

    Danach die Christchurch Botanic Gardens: 21 Hektar grüne Oase mitten in der Stadt – ebenfalls kostenlos.

    Besonders beeindruckend: der Rosengarten. Unzählige Sorten, Farben und Düfte. Jede Rose riecht anders – ich konnte einfach nicht aufhören zu fotografieren. Am Ende sah mein Handy aus wie ein digitaler Blumenkatalog.

    Auch die einheimischen Pflanzen waren spannend, inklusive Māori-Namen und Infotafeln. Im Fluss sahen wir ein Touristenboot, ähnlich den Spreewaldkähnen südlch von Berlin. Der Kahnfahrer fuhr rund um den botanischen Garten und erzählte den Touris Geschichten über die Stadt und den botanischen Garten.

    Morgen holen wir unseren Mietwagen ab und fahren Richtung Franz-Josef- und Fox-Gletscher. Die Reise bleibt spannend!

    Tipps:

    Öffentliche Verkehrsmittel in Christchurch: Kontaktlos mit Kreditkarte bezahlen – einfach beim Einsteigen scannen. Einzelfahrt: ca. 3 $, Tageslimit: 6 $. Sehr praktisch!

    Historische Straßenbahn: 40 $ pro Tag, Kombi mit Gondel ca. 70 $. Unser Fazit: Kann man machen – muss man aber nicht. Zu Fuß durch die Innenstadt völlig ausreichend.

    Bezahlen: Karte geht praktisch überall. Bargeld? Fast überflüssig. Wir haben nur ein paar Scheine und Münzen als Souvenir behalten.

  • Neuseeland – Lake Tekapo & Christchurch

    16.03.2026 – Heute sind wir von Wanaka weiter nach Norden bis zum Lake Tekapo gefahren. Warum? Weil dieser Ort quasi der VIP-Bereich für Sterne ist. Hier gibt es nämlich extrem wenig Lichtverschmutzung – der Himmel macht hier also richtig Show.
    Ganz in der Nähe unserer Unterkunft (nur etwa 10 Gehminuten entfernt – also selbst für faule Urlauber machbar) steht eine wunderschöne kleine Steinkirche direkt am See. Zum Sonnenuntergang haben wir einen gemütlichen Spaziergang dorthin gemacht – sehr romantisch, fast schon kitschig.

    Westlich vom See gibt es einen Hügel mit einem Observatorium. Dort kann man Touren buchen und sich von einem Astronomen alles erklären lassen. Die Straße nach oben kostet allerdings auch 14 Dollar. Also einfach nur auf den Hügel fahren, ohne das Observatorium zu buchen, geht auch nicht. Wir haben uns für die „Budget-Variante“ entschieden: einfach ausschlafen und später selbst Sterne anschauen – mit gratis Erklärungen aus dem Internet (und Michaels wachsender Foto-Expertise).

    Also: erst entspannt ausgeschlafen, dann gegen 22:00 Uhr los zum Seeufer – natürlich dahin, wo es schön dunkel ist, ohne Straßenlaternen und mit möglichst wenig Autos. Michael hat dabei neue Methoden entdeckt, wie man mit dem Handy den Sternenhimmel fotografiert. Nach ein paar Versuchen (und einigen „Das sieht eher nach schwarzer Tafel aus als nach Sternen“-Momenten) kamen tatsächlich ganz gute Ergebnisse raus. Stativ für Handy oder Kamera ist Pflicht.

    Gegen 23:30 Uhr sind wir zur Kirche gelaufen – und Überraschung: Wir waren nicht die Einzigen mit dieser brillanten Idee. Dutzende Menschen standen dort im Dunkeln und in der Kälte und versuchten die Milchstraße zu fotografieren. Ein kleines inoffizielles „Fotografen-Treffen der Nachtaktiven“.
    Wir haben auch noch ein paar schöne Bilder von der Kirche mit der Milchstraße im Hintergrund gemacht. Gegen 0:30 Uhr sind wir dann glücklich, zufrieden und leicht durchgefroren zurückgegangen.

    17.03.2026 – Heute ging es weiter nach Christchurch. Da wir den Mietwagen noch einen Tag hatten, wollten wir ihn natürlich maximal ausnutzen – typisch.
    Nach dem Check-in und einem schnellen Einkauf sind wir direkt zur Gondelstation vom Mount Cavendish gefahren. Dort kann man mit einer Gondel (gefühlt ein bisschen wie in Österreich, nur mit mehr Schafen drumherum) hochfahren und die ganze Stadt von oben sehen. Wirklich beeindruckend. Auch hier am anderen Ende der Welt findet man wie schon an den Bana Hills in Vietnam Technik aus Österreich in Form von Doppelmayr Bergbahnen.
    Abends gab es japanisches Essen.

    Reise in die Antarktis… äh… fast ins Zentrum 😄
    18.03.2026 – Heute haben wir unseren Mietwagen am Flughafen in Christchurch zurückgegeben und sind direkt danach ins Internationale Antarktis-Zentrum gegangen – nur 10 Minuten zu Fuß vom Flughafen entfernt. Praktisch und kalt zugleich.
    Dort haben wir einige Highlights erlebt:

    Kältekammer:
    Hier konnten wir echte antarktische Temperaturen spüren: -8 bis -18 Grad, inklusive Sturm-Simulation. Wir waren sehr froh dass man dort eine dicke Winterjacke kostenlos ausleihen konnte. Ein Mann war allerdings in kurzer Hose drin – entweder sehr mutig oder einfach schlecht vorbereitet.

    Husky-Hunde:
    Ein Mitarbeiter mit Maori-Wurzeln (optisch eine etwas kleinere Version von Dwayne „The Rock“ Johnson – aber mit Haaren) hat uns lebhaft erklärt, warum Huskys die besten Freunde des Menschen in der Antarktis sind. Und warum frühe Expeditionen mit Pferden und kleinen Motorschlitten gescheitert sind. Neben ihm lagen drei große Huskys… und haben das Ganze verschlafen. Sehr überzeugende Teamarbeit.

    Blaue Zwergpinguine:
    Vier kleine, süße Pinguine watschelten durch die Gegend. Unglaublich niedlich. Allerdings ist keiner ins Wasser gegangen – vielleicht hatten sie heute einfach keinen Bock auf Schwimmen.

    Hägglund-Fahrt:
    Dann durften wir mit einem Hägglund fahren – ein Fahrzeug, das aussieht, als könnte es problemlos durch Schnee, Eis und wahrscheinlich auch durch unser Wohnzimmer fahren. Es ging über steile Hügel, durch 50 cm tiefes Wasser und über Gräben, die Gletschersplaten simulieren sollten. Wir würden ordentlich durchgeschüttelt.

    4D-Kino:
    Zum Abschluss gab es ein 4D-Erlebnis: Während des Films hat der Stuhl gewackelt, Wasser wurde ins Gesicht gespritzt, und Wind kam von allen Seiten. Man hatte wirklich das Gefühl, über den Ozean zu fliegen, mit dem Schiff unterwegs zu sein und mitten in der Eislandschaft zu stehen – fast zumindest. Sehr nah dran!
    Nach über zwei Stunden haben wir das Antarktis-Zentrum verlassen – mit vielen neuen Eindrücken und dem Gefühl, zumindest ein kleines bisschen „Antarktis“ erlebt zu haben, ohne dabei tatsächlich einzufrieren.

  • Neuseeland- Te Anau-Milford Sound

    13.03.2026 – Ausflug von Te Anau zum berühmten Milford Sound. Schon die Fahrt von Te Anau zum Milford Sound ist eigentlich ein eigenes Highlight.

    Grüne Berge, türkisblauer See, blauer Himmel mit weißen Wolken – wie aus einem Reiseprospekt. Dazu riesige Wiesen, dekoriert mit unzähligen weißen Schafen und ein paar schwarzen Kuhherden. Und ständig Aussichtspunkte, bei denen man am liebsten alle fünf Minuten anhalten möchte. Michael meinte irgendwann trocken: „Das kennen wir doch – sieht aus wie Alpen.“ Stimmt eigentlich. Nur mit mehr Schafen.

    Mirror Lakes: Eigentlich ein sehr schöner, sehr kurzer Spaziergang – vielleicht fünf Minuten. Holzstege führen entlang eines kleinen Sees, der bei Windstille die umliegenden Berge perfekt spiegelt. Theoretisch. Heute gab es leider leichten Wind und von den Bäumen tropfte noch Wasser vom Regen der letzten Nacht. Also nix 100% mit Spiegel-Effekt.

    Dafür ein anderer Effekt: Touristenstrom-Effekt. Riesige Reisebusse, Wohnmobile am Straßenrand, und auf den kleinen Stegen drängeln sich Menschen aus aller Welt. Vielleicht sollte man den Ort heute eher „More Tourist Lake“ nennen. Also: einmal kurz schauen – und schnell weiter.

    Wanderung zur Viewing Gantry: Unsere nächste kleine Wanderung führte über eine Hängebrücke durch einen dichten Märchenwald. Neben uns läuft ein Bach, und um uns herum kleine neugierige Vögel, die ständig um uns herumflogen und sich ganz nah auf Äste oder Steine setzten. Als würden sie uns kontrollieren: „Habt ihr auch wirklich Eintritt bezahlt?“

    Nach etwa 20 Minuten durch den Wald erreichten wir einen wunderschönen Wasserfall. Frische Luft, donnerndes Wasser, das glasklar über die Felsen rauscht – richtig beeindruckend.

    Der Tunnel: Dann kam der berühmte Tunnel: einspurig, mit Ampelregelung. Der Tunnel wirkt ziemlich rustikal – schwache Beleuchtung, nackter Fels, und überall tropft Wasser von der Decke. Wie Regen … nur eben im Tunnel. Das hat uns ein bisschen an den Tunnel Richtung Nordkap in Norwegen erinnert. Vor dem Eingang steht außerdem ein riesiger Felsen mit einem hohen Wasserfall – perfekter Fotospot. Also schnell ein Foto aus dem Auto.

    Milford Sound: Hier soll es im Schnitt über 200 Tage im Jahr regnen. Heute gehörte eindeutig zu den anderen rund 165 Tagen. Wir parkten unser Mietauto auf dem kostenlosen Parkplatz und erkundeten zu Fuß eine kleine Halbinsel. Kaum ein paar Meter gelaufen, sehen wir plötzlich ein kleines Flugzeug zwischen den Bergen gleiten. Wir bleiben stehen und schauen zu. Plötzlich dreht das Flugzeug um. Und fliegt direkt auf uns zu. Immer tiefer. Noch tiefer. Immer lauter. Ich konnte fast den Piloten vorne sehen. Ich winke. Dann donnert das Flugzeug über unseren Kopf hinweg und landet hinter uns auf einer kleinen Piste. Erst jetzt merken wir: Direkt hinter dem Parkplatz liegt ein Mini-Flughafen, von dem kleine Flugzeuge Touristen aus Queenstown herbringen und Rundflüge machen.

    Vom Lookout aus bewunderten wir den großen Wasserfall in der Ferne. Das Wasser prallt mit voller Wucht auf die Felsen und erzeugt eine riesige Gischtwolke, die der Wind noch hunderte Meter weit trägt – man spürt sie sogar noch am Aussichtspunkt.

    Auf dem zentralen Parkplatz nahe des Besucherzentrums entdeckten wir dann noch Weka – Vögel, die leicht mit Kiwi verwechselt werden können. Nur sind sie tagaktiv und überhaupt nicht menschenscheu. Andere Touristen schrien sofort: „Schau! Ein Kiwi!“ Alle zücken ihre Kameras und stehen plötzlich im Kreis um die armen Wekas. Den Vögeln gefällt das offensichtlich gar nicht – sie verschwinden blitzschnell im Gebüsch. Die Touristen sind trotzdem glücklich. Fotos haben sie ja.

    Am Hafen vom Milford Sound herrscht Hochbetrieb. Mindestens 20 bis 30 Reisebusse. In diesem kleinen Hafen können bis zu 12 Schiffe gleichzeitig anlegen. Massen von Touristen aus aller Welt starten hier ihre Bootstour. Wir hatten darauf ehrlich gesagt keine Lust. Stattdessen suchten wir uns eine sonnige Picknickbank und machten gemütlich Brotzeit.

    Der Rückweg – Tag des Regenbogens

    Auf der Rückfahrt tauchte plötzlich ein Regenbogen auf. Dann noch einer. Dann ein Wasserfall mit Regenbogen. Und schließlich ein riesiger Doppelregenbogen – mit unglaublich intensiven Farben. Einer der schönsten, die wir je gesehen habe. Als wir abends wieder an unserer Unterkunft ankamen: Noch ein Doppelregenbogen.

    Ganz klar: Heute war der Tag der Regenbögen! 🌈

    Am nächsten Tag: Spaziergang am Lake Manapouri und eine Wanderung am Te-Anau-See – etwas ruhiger, aber genauso schön.

    15.03.2026 – Wanderung Aspiring Roy Bob Gletscher: Heute sind wir von Te Anau nach Wanaka gefahren – eine gemütliche Autofahrt von etwas über drei Stunden. „Gemütlich“ stimmt allerdings nur, wenn man danach noch eine Wanderung dranhängt. Genau das haben wir gemacht. 😄 Unterwegs noch paar Lookouts. Einige Sehenswürdigkeiten haben wir auch dokumentiert.

    Gegen Mittag kamen wir in Wanaka an, haben schnell den Schlüssel für unsere Unterkunft eingesammelt – und sind sofort wieder ins Auto gestiegen. Warum auch ausruhen, wenn man stattdessen noch in den Mount Aspiring National Park fahren kann?

    Bis zum Startpunkt der Wanderung brauchten wir nochmal etwa eine Stunde. Die letzten 30 Kilometer waren allerdings kein Asphalt mehr, sondern feinster neuseeländischer Schotterweg. Nach wenigen Minuten war die hintere Fensterscheibe so staubig, dass man meinen konnte, wir hätten eine Milchglasscheibe eingebaut.

    Unterwegs gab es immer wieder eine „Furt“ – mal mit Wasser, mal ohne. Ein bisschen wie eine Überraschungsbox für Autofahrer.

    Links und rechts erstrecken sich riesige eingezäunte Wiesen bis an die Berge. Darauf verteilt: unzählige Schafe, Kühe und Hirsche – wirklich überall, sogar hoch oben an den Berghängen. Manche Tiere hatten offenbar beschlossen, dass Zäune überschätzt werden, und grasten direkt neben der Straße. Wenn wir vorbeifuhren, schauten sie neugierig hoch, als wollten sie sagen: „Na, auch auf Wanderschaft?“ Kein Wunder übrigens, dass die Lammschulter vorgestern so fantastisch geschmeckt hat. Die Tiere hier leben offenbar im absoluten Wellness-Resort. 😉

    Am Parkplatz angekommen standen dort schon fast hundert Autos. Einige Wanderer kamen uns bereits wieder entgegen – wir waren also eindeutig in der „Spät-Schicht“. Der Weg begann mit einer langen Hängebrücke über kristallklares Wasser.

    Weil wir erst gegen 14 Uhr losgelaufen sind, waren die meisten Leute schon auf dem Rückweg. Das hatte den großen Vorteil, dass wir oben am Aussichtspunkt fast alleine waren. Von dort sieht man den Rob Roy Gletscher – mit nicht allzu viel Schnee und Eis, aber dafür umgeben von steilen Felsen, aus denen überall kleine und große Wasserfälle herunterstürzen. Bei Sonnenschein und etwa 16 Grad – besser kann ein Wandertag kaum sein.

    Plötzlich hörte ich ein donnerndes Geräusch. Ich schaue nach oben – und genau in diesem Moment löst sich am Gipfel eine große Masse Eis und stürzt herunter. Das Ganze dauerte vielleicht zehn Sekunden. Danach war wieder völlige Ruhe, als wäre nichts passiert. Naturkino live.

    Die Wanderung selbst war angenehm moderat: etwa 400 Höhenmeter und 10,6 Kilometer insgesamt. Mit gemütlicher Brotzeit am Aussichtspunkt waren wir rund vier Stunden unterwegs. Als wir um 18:30 Uhr wieder unten ankamen – gesund, glücklich und leicht staubig – schien immer noch die Sonne. Wieder einmal: ein perfekter Tag. 🌞

  • Neuseeland – Queenstown 🇳🇿

    Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, sind wir von Brisbane nach Queenstown geflogen. Die Zeitverschiebung beträgt drei Stunden zu Queensland und ganze zwölf Stunden zu Deutschland. Kurz gesagt: Wir sind jetzt ziemlich exakt auf der anderen Seite der Weltkugel angekommen.
    Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen, begrüßen uns kühle Luft, leichter Nieselregen, grauer Himmel und ein beeindruckendes Bergpanorama. Unser erster Gedanke: Moment … sind wir wieder zuhause gelandet? Oder vielleicht doch in Österreich?
    Am Flughafen haben wir gleich zwei Bee Cards für den ortlichen ÖPNV gekauft (15 $ inklusive 10 $ Guthaben) und sind mit dem öffentlichen Bus etwa 20 Minuten in die Stadt gefahren. Diie Fahrten mit der Karte sind nämlich wesentlich günstger als Kreditkarten- oder Bargeldzahlungen. Nach dem Einchecken im Hotel ging es direkt ins Zentrum zum Abendessen. Natürlich etwas Typisches: Fish & Chips (hier „Blue & Gold“) und eine saftige Lammhaxe. Dazu 2 Pint (Pint = ca. eine halbe Maß) Ginger Beer.
    Fazit: sehr lecker – der Jetlag war zumindest für eine Stunde vergessen.


    Tag 2 – Sonne wie bestellt
    Heute scheint tatsächlich die Sonne, als hätten wir sie extra bestellt. Wir machen eine Wanderung auf Bob’s Peak, einen der umliegenden Berge. Die meisten Touristen nehmen hier bequem die Gondel und lassen sich rund 480 Meter nach oben tragen.
    Oben gibt es eine ganze Palette an Aktivitäten: Paragliding, Mountain Downhill, „The Luge“ (eine Art Sommerrodelbahn)und eine Zipline mit bis zu sechs Abschnitten durch den Wald. Wir haben uns natürlich für die klassische Variante entschieden: zu Fuß hoch.
    Nach etwa 1,5 Stunden erreichen wir die Bergstation. Oben erwartet uns ein gigantischer Ausblick – allerdings auch mit ordentlich Wind und deutlich kälteren Temperaturen. Der große blaue See liegt wie ein Spiegel zwischen den Bergen, und Queenstown wirkt wie ein funkelndes Juwel am Wasser.
    Es hat etwas unglaublich Beruhigendes, einfach dort zu stehen und diese Landschaft in Ruhe zu genießen.

    Später machen wir noch einen gemütlichen Spaziergang von Queenstown Bay Beach bis zur nahegelegenen Halbinsel.

    Dort liegen mitten im Grünen zahlreiche öffentliche Einrichtungen: Disc Golf, Skatepark, Eishalle, Bowlingclub und Tennisanlagen.
    Queenstown ist wirklich ein Paradies für Menschen, die gerne draußen unterwegs sind.

    Tag 3 – Fotostopp alle fünf Meter
    Heute sind wir mit dem Wassertaxi – praktischerweise ebenfalls mit der Bee Card nutzbar – bis zum Frankton Arm gefahren. Dort gibt es einen historischen Damm, von dem aus man die Lake Willow Islets von der anderen Seite bewundern kann.

    Ich kann inzwischen einfach nicht mehr aufhören zu fotografieren. Wirklich. Mein Handy hat vermutlich schon mehr Landschaftsbilder als Speicherplatz.

    Nach etwa einer Stunde sind wir wieder zurückgefahren. Da der Tag noch jung war, sind wir anschließend noch den Sunshine Bay Track gelaufen. Der Name passt perfekt: Sonne, See, Berge – Postkartenmotiv an jeder Ecke. Heute wieder locker über 20.000 Schritte. Ich klopfe mir selbst anerkennend auf die Schulter.


    Tag 4 – Adrenalin (zumindest für andere)
    Heute ging es wieder zum Flughafen – diesmal allerdings, um unseren Mietwagen abzuholen. Danach sind wir zur berühmten Kawarau Bridge gefahren.
    Dort befindet sich seit 1988 der erste kommerzielle Bungee-Sprungplatz der Welt, betrieben von AJ Hackett. Übrigens wurde Bungee Jumping genau hier erfunden. Die Brücke ist etwa 43 Meter hoch, darunter fließt ein spektakulär türkisblauer Fluss. Allein die Landschaft ist schon sehenswert.

    Unten im Wasser sehe ich plötzlich ein Kajak, das geschickt durch die Strömung manövriert. Kurz vor den Felsen – zack – Drehung, fast 180 Grad, und weiter geht’s. Spaß hat der Paddler auf jeden Fall.

    Oben auf der Brücke stehen inzwischen mutige junge Leute mit Gurt und Seil. Daneben eine große Menge Zuschauer, die jubeln, klatschen oder laut schreien – als würden sie gleich selbst springen.
    Ein junger Mann steht oben, schaut nach unten… und verschwindet nach fünf Minuten wieder. Entscheidung vertagt. Verständlich.
    Dann kommt eine junge Asiatin. Die Zuschauer klatschen und rufen, um ihr Mut zu machen. Nach ein paar Minuten sammelt sie all ihren Mut – und springt!
    Alle schreien. Sie schreit noch lauter. Kopf voran schwingt sie mehrere Male über dem Fluss hin und her, bevor sie schließlich unten sicher ins Boot gezogen wird. Große Erleichterung und Applaus.
    Nebenan laufen Fly Fox und Swing ebenfalls auf Hochtouren. Die Mischung aus Aufregung, Nervenkitzel und Adrenalin liegt förmlich in der Luft.
    Ich habe auch kurz darüber nachgedacht.
    Wirklich nur kurz.
    Dann habe ich mich für die komfortable Zuschauer-Variante entschieden. Mein Leben ist auch ohne einen 43-Meter-Sturz aufregend genug.

    Nächster Stopp: Glenorchy
    In Glenorchy haben wir uns zuerst den kleinen Hafen angeschaut. Besonders bekannt ist dort das „Red Shed“, ein rotes Bootshaus am Kai – vermutlich das meistfotografierte Motiv der Gegend.
    Im Inneren des historischen Schuppens gibt es Informationstafeln über die Dampfschifffahrt auf dem See und sogar über die einst kürzeste Eisenbahnstrecke Neuseelands.
    Danach sind wir etwa 1,5 Stunden den Glenorchy Lagoon Scenic Walkway entlang gewandert. Holzstege führen durch eine Moorlandschaft – sehr ruhig, fast ein wenig mystisch.

    Es erinnert mich ein bisschen an den Brettelsweg bei Steingaden. Nur sind die Berge im Allgäu deutlich grüner und saftiger. Hier dominieren eher braune und dunkle Farbtöne in verschiedenen Höhenstufen.
    Egal ob vom Berg, vom Seeufer oder mitten auf der Fähre – die Landschaft rund um Queenstown ist unglaublich schön. Aber sie ist nicht völlig einzigartig.
    Ich musste oft an unsere schöne Allgäuer Landschaft und an viele Wanderungen in den Alpen denken. Man merkt: Die Welt ist groß und wunderschön – aber zuhause ist es eben auch ziemlich schön. Ein kleines bisschen Heimweh kommt da schon auf. Oh man.

    Heute geht es weiter nach Te Anau
    Die Landschaft wirkt hier wie eine Mischung aus Australien und Österreich: wilde Natur, Berge, Seen – nur mit deutlich mehr Schafen.
    Und leider auch mit einigen überfahrenen Tieren am Straßenrand. Vermutlich viele Possums oder Hermeline welche als invasive Arten vor über 100 Jahren für die Pelzindustrie aus Australien eingeschleppt wurden. Heute werden diese eher als Schädlinge gesehen welche für die Dezimierung von einheimischen Pflanzen und Vögeln verantwortlich sind.

    Im kostenlosen „Te Anau Bird Sanctuary“ haben wir mehere Takahe, eine besondere flugunfähige Vogelart in Neuseeland, gesehen. Dazu noch mehrere einheimische Enten unķd Antipodensittiche.

    In der Nähe von Te Anau gibt es den Kepler Trail, der 68 Kilometer über die Berge führt. Es soll eine sehr schöne Wanderung über 2 oder 3 Tage sein. Auf dem Weg gibt es mehrere Hütten mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten leider nicht so viel Zeit und entschieden uns für die 3 Stunden Variante. Wir kamen uns vor wie im Urwald zu Dinosaurier-Zeiten. Überall alte Bäume, drum herum Moose und riesige Farne. Mittendrin plätscherten ein paar Bäche. Es kam ein bisschen Jurassic Park Stimmung auf, nur ohne Dinos. Dafür soll es hier Kiwis geben. Nein, nicht die Früchte aus dem Supermarkt oder vom vom Obsthändler, sondern das inoffizielle Nationalsymbol von Neuseeland, ein ca. 35 – 60 cm großer flugunfähiger Vogel. Aber leider ist der nur Nachtaktiv und sehr scheu. Also gab es heute leider kein Foto für uns.

    Reise-Lektionen bisher:
    Hotels oder Wohnmobile in Neuseeland unbedingt frühzeitig, mindestens 1 Monat im Voraus, buchen. Unterkünfte sind oft teuer – und manchmal mit Gemeinschaftsbad. Grund: Es gibt hier deutlich mehr Touristen als Einwohner, was sich auf die Verfügbarkeit von Unterkünften und Wohnmobilen auswirkt.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 4

    Von Rainbow Beach sind wir ganz klassisch gen Süden gedüst. Erste Zwischenlandung: Gympie – eine Nacht, einmal schlafen, weiter. Nächster Halt: Mooloolaba für zwei Übernachtungen.
    Mooloolaba ist eine herrlich moderne, entspannte Küstenstadt – coole Strände, stylische Häuser, alles ein bisschen geschniegelt, aber sympathisch. Hier wollte ich eigentlich die HMAS Brisbane betauchen – als Ersatz für die SS Yongala, die ja zuvor schon nicht geklappt hatte.
    Und dann… déjà-vu.
    Einen Tag vorher sagt der Veranstalter ab. Dieses Mal wegen schlechten Wetters. Zu viel Wind, zu hohe Wellen, zu gefährlich fürs Wracktauchen. Ich war richtig, richtig enttäuscht.
    Aber – die Wettervorhersage hatte leider absolut recht. Am nächsten Tag blies der Wind so stark, dass mir am Kawana Beach die Sandkörner wie Millionen kleiner Nadeln gegen die Beine geschossen sind. Peeling deluxe, gratis und unfreiwillig. In dem Moment war ich dann doch ganz froh, nicht auf offener See zu sein.

    Lesson learned: Wenn man nach Queensland kommt – unbedingt Saison und Zeitfenster beachten. Vor allem, wenn man tauchen, baden oder mit einem kleinen Flugzeug fliegen möchte. Planung ist alles. Manchmal.
    Statt Unterwasser-Abenteuer gab’s Natur an Land: ein Spaziergang im Buderim Forest Park. Eine nette kleine Rundwanderung mit Mini-Wasserfall und riesigen Felsen – ein bisschen wie Josephine Falls, nur in der Kompaktversion.

    Am Point Cartwright Lighthouse haben wir eine halbe Stunde lang Parasailing beobachtet. Menschen, die immer wieder losfliegen, landen, wieder losfliegen – wie sehr gut gelaunte Teebeutel im Himmel.

    Danach ging’s weiter nach Brisbane. Unterwegs machten wir Halt im Abbey Museum of Art and Archaeology. Zwei Wochen zuvor war dort eingebrochen worden – einige ägyptische Artefakte wurden gestohlen. Inzwischen hat die Polizei einen 52-jährigen Verdächtigen festgenommen und die Stücke wiedergefunden. Eine kleine Reise durch die Geschichte der Menschheit – mit kurzem Krimi-Intermezzo.

    Solange wir noch unseren roten Mietwagen hatten, wurde er natürlich ausgefahren. Kaum in Brisbane angekommen, ging es direkt zum Mount Coot-tha Lookout. Tolle Aussicht: Die Skyline ragt aus dem Grün, der Fluss schlängelt sich hindurch – fast wie eine Fata Morgana zwischen Eukalyptusbäumen.

    Abends spazierten wir über die Kangaroo Point Bridge und am Ostufer entlang bis zum Kangaroo Point Cliffs. Coole Nachtbeleuchtung, dazu ein Freitagskonzert im Park auf der anderen Flussseite – laute, dynamische Popmusik wehte über das Wasser. Sehr stimmungsvoll. Da haben wir noch viele fliegene Flughunde gesehen. Lautlos und groß.

    Von Brisbane aus machten wir einen Tagesausflug an die Gold Coast.
    Stopps bei Snapper Rocks, Mick Schamburg Park Lookout. Beide Spots zusammen geben einen sehr guten Eindruck davon, warum die Gold Coast als Surf- und Strandparadies gilt. Die Gold Coast in Australien wird oft als das „Miami Australiens“ bezeichnet, da beide Städte für Hochhäuser direkt am Strand, ein intensives Nachtleben, Surfkultur und ein warmes Klima bekannt sind. Viele Cafés, Restaurants und Shop tragen hier den Namen Miami.

    Am Kurrawa Beach. Dort wollten wir schwimmen. Kaum betreten wir den Strand – zack – Sturm. Sintflutartiger Regen innerhalb von Sekunden. Wir waren komplett durchnässt. Es fühlte sich an, als hätte das Wetter persönlich etwas gegen uns. Also: Rückzug nach Brisbane.
    Am nächsten Tag zweiter Versuch – aber ohne Badepläne. Stattdessen besuchten wir das Coombabah Lakelands Conservation Area. Langer Spaziergang durch Park und Wald. Ergebnis: ungefähr 150 Kängurus und 13 Koalas hoch oben in den Bäumen. Wildlife-Quota mehr als erfüllt.

    Am Spät nachmittag noch zum Wynnum Mangrove Boardwalk – wunderschöner Spaziergang durch die Mangroven. Insgesamt fast 20.000 Schritte an diesem Tag. Muskelkater inklusive, steifer Nacken als Bonus.

    Was uns immer wieder amüsierte: Offenbar verlieren Menschen in Australien ständig Dinge.
    In Gympie fiel einem Pickup während der Fahrt ein nagelneuer Stuhl auf die Straße.
    Auf K’gari lagen T-Shirts im Busch, eine Unterhose am See, Trinkflaschen und Kanister am 75 Mile Beach. Socken am Strand.
    Auf der Autobahn zwischen Brisbane und Gold Coast entdeckten wir eine Matratze, ein Stützrad, die Ladeflächenabdeckung eines Pickups – und einzelne Schuhe.
    Man fragt sich unweigerlich: Fahren hier alle mit offenen Kofferräumen durch die Gegend?
    Und dann kam der Abschied von unserem roten Mietwagen. Brisbane ist unsere letzte Station in Australien. Ein paar Tage bleiben wir noch hier – bevor es weitergeht nach Neuseeland.
    Australien: viel Wind, viel Wildlife, viel Wetterdrama – und definitiv nie langweilig.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 3

    Wir rollten also von Rockhampton ganz entspannt Richtung Süden – australische Entspanntheit Level 100 – und bezogen Quartier in dem sympathischen Örtchen Agnes Water. Angeblich die nördlichste Surf-Hochburg der Gold Coast. Also quasi: Gold Coast ohne Glitzer, dafür mit mehr Flip-Flops und weniger Instagram-Filter.

    Erster Programmpunkt: Bustard Bay Lookout. Meerblick im 270 Grad Blick. 2 Kilometer davon entfernt gibt es einen der wenigen Orte in Queensland, wo man den Sonnenuntergang über dem Wasser sehen kann. Wir fühlten uns kurz wie Entdecker, obwohl das Schild „View sunset over water“ vermutlich täglich 200 Menschen den gleichen Aha-Moment beschert.

    Am Main Beach tobten Kindergruppen bei ihren ersten Surfversuchen. Mehr Salzwasser in der Nase als Stabilität auf dem Brett – aber der Enthusiasmus war olympiareif. Am Chinamans Beach dagegen: stoische Angler, die vermutlich schon seit 1987 auf denselben Fisch warten. Goldene Strände, moderate Wellen – Postkartenidylle mit leichter Sonnencreme-Note.

    Dann ging es weiter nach Bundaberg. Unser erster Stopp? Krankenhaus. Ja, richtig gelesen. Michael musste sich die Fäden ziehen lassen, die er sich zehn Tage zuvor heldenhaft in den Josephine Falls „erarbeitet“ hatte.

    Den richtigen Arzt zu finden, war eine Art Schnitzeljagd für Fortgeschrittene. Wir fragten uns freundlich von Schalter zu Schalter, bis Michael schließlich per Gegensprechanlage mit einer Triage-Krankenschwester hinter Glas sprach. Es hatte leichte Gefängnisfilm-Vibes. Fenster weiter, Formulare, warten. Und dann – Überraschung! Nach nur 30 Minuten war er dran. Fünf Minuten später: Fäden raus. Kostenlos. Die Ärztin schenkte ihm sogar die Pinzette als Souvenir. Australien 1 – deutsches Gesundheitssystem 0. Ich war kurz davor, eine Dankesrede zu halten.

    Natürlich darf man Bundaberg nicht verlassen, ohne die berühmte Bundaberg Rum Distillery zumindest kulturell zu würdigen. Rein wissenschaftlich haben wir kleine Fläschchen getestet. Intensiv, leicht rauchig. Sagen wir so: In der Karibik hatten wir geschmacklich schon ambitioniertere Forschungsprojekte.

    Abends ging es zum Oaks Beach – Schildkrötenbabys beim ersten Sprint ins Leben beobachten. Ergebnis: keine Babys. Dafür ein Sonnenuntergang wie gemalt, mysteriöse Sandspuren und Krebse, die seitwärts schneller flüchten als wir „Foto!“ sagen konnten. Freilaufende Hunde trotz Verbots inklusive – vielleicht buchen die Schildkröten deshalb lieber andere Strände. Oder wir hatten heute einfach nur kein Glück.

    Einen Tag später erreichten wir Hervey Bay. Botanischer Garten. Idylle. Und plötzlich: Eidechse. 70 cm. Mindestens. Vielleicht 80. 100 Meter weiter: Riesenspinne. Australien begrüßt einen eben herzlich.

    Dann – Schildkröten-Alarm! Kaum standen wir am Wasser, schwammen 5, 10, 15 neugierige Schildkröten heran, streckten die Köpfe aus dem Wasser und schauten uns erwartungsvoll an. Offenbar sind sie hier Fütterungen gewohnt – was verboten ist. Wir hatten ohnehin nichts dabei. Also Fotos gemacht, leicht schlechtes Gewissen entwickelt und weitergezogen.

    Im botanischen Garten gab es noch einen kleinen chinesische Garten mit Springbrunnen, Teichen und Bambus.

    Weiter zum historischen Urangan Pier – einst 1124 Meter lang, heute immer noch beeindruckende 868 Meter. Früher Umschlagplatz für Zucker, Holz und Kohle; heute Spaziergänger und 30–40 ambitionierte Angler, die vermutlich alle denselben Fisch wie der Kollege in Agnes Water suchen.

    Nächster 2-Tages-Halt: Tin Can Bay. Am nächsten Morgen zur Norman Point, wo man morgens seltene Buckeldelfine sehen kann – und gegen 15 AUD sogar füttern. Der Andrang war beachtlich. Wir entschieden uns für die Budget-Variante: aus der zweiten Reihe beobachten und Geld sparen. Delfine gesehen, Portemonnaie geschont – Win-Win.

    Danach weiter nach Rainbow Beach, um alles für unsere Tour nach Fraser Island (heute offiziell K’gari) vorzubereiten. Meeting point und Parkplatzsituation erkunden. Der Strand? Endlos. So endlos, dass einige direkt mit dem Allradfahrzeug bis ans Wasser fuhren.

    Hinter einem Hügel liegt der Carlo Sand Blow – erreichbar nach zehn Minuten Regenwald-Spaziergang. Und plötzlich: Wüste. Sand bis fast zum Horizont. Eine Seite Steilklippe zum Meer, die andere verläuft sich zwei Kilometer weiter wieder im Regenwald. Surreal. Als hätte jemand Sahara und Australien kurz verwechselt.

    Zum Abschluss noch ein Abstecher nach Inskip Point – eine der Fährstellen nach Fraser Island. Strand, Abendlicht – und plötzlich Delfine! Und eine Schildkröte! Nur wenige Meter vom Ufer entfernt. „Schnell ins Wasser, Delfine streicheln!“, dachten wir. Die Delfine dachten: „Schnell ins tiefe Wasser, Menschen vermeiden.“ Sie gewannen.

    Australien bleibt spannend – manchmal mit Surfkurs, manchmal mit Notaufnahme, manchmal mit Rumverkostung mit ausbaufähigem Ergebnis. Aber auch manchmal seltene Delfine, manchmal Wüste. Und manchmal mit 20 Schildkröten, die mehr Erwartungen an uns haben als wir an sie.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 2

    Wir sind weitergefahren von Townsville nach Airlie Beach – voller Vorfreude auf Postkartenidylle.
    In Airlie Beach spielte allerdings das Wetter „Ich kann mich nicht entscheiden“: fünf Minuten Sonne, zehn Minuten Regen, dann wieder Sonne. Manchmal sogar Sonne und Regen gleichzeitig. Als hätte der Himmel einen inneren Konflikt.
    Geplant war eigentlich eine Rundflug über das berühmte Heart Reef und die Whitsundays Islands und natürlich über das Great Barrier Reef. Einmal das Riff von oben bestaunen – Traum!
    Wir saßen schon im Shuttlebus um noch ein paar andere Teilnehmer einzusammen. Dann wurde auf halben Weg die Tour wegen des Wetters abgesagt. Nach dem Wrack-Tauchen einige Tage zuvor die nächste Absage. Der nächste Tag? Wetter noch schlechter. Kein Ersatztermin möglich. Komplett storniert, Geld zurück. Große Enttäuschung 😞 Wieder einmal zeigt Australien: Es entscheidet.
    Am nächsten Tag sind wir aus Frust den Honeyeater Trail gewandert – dem Wetter zum Trotz. Diesmal immerhin ohne Schlange. Stattdessen eine riesige Kröte und eine sehr selbstbewusste, große Echse, die eindeutig der Meinung war, dass wir hier nur Gäste sind.

    Natürlich hat es immer wieder geregnet.
    Wir waren komplett durchnässt – ob vom Schweiß oder vom Regen, ließ sich nicht mehr differenzieren. Egal. 8,2 Kilometer später waren wir klatschnass, aber zufrieden. Schön war’s trotzdem.

    Da gerade chinesisches Neujahr war (16.–17.02.), haben wir uns abends ein gutes Essen gegönnt. Wie in China: QR-Code am Tisch scannen, bestellen, direkt bezahlen (in China zahlt man eigentlich erst nach dem Essen – hier war man effizienter). Irgendwann erscheinen dann Getränke und Essen. Sehr bequem – wir mögen dieses System.

    Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden – in der Hoffnung, das schlechte Wetter endlich hinter uns zu lassen.
    Während der Fahrt hat es so stark geregnet, dass es der Scheibenwischer trotz schnellster Stufe komplett überfordert war. Mehrmals Aquaplaning – das Auto fühlte sich kurz an, als wolle es abheben. Zweimal mussten wir anhalten und warten, bis der Regen nachließ. Safety first.

    Unterwegs sahen wir riesige Zuckerrohrplantagen, teilweise direkt neben einer Eisenbahnstrecke die zum direkten Transport in die Zuckerrohrfabrik dient. Und damit der Fahrer auf der endlos langen Strecke (Stichwort „Fatigue Area“) nicht einschläft, stehen große Quiz-Plakate am Straßenrand.
    Beispiel: „Was ist der höchste Berg in Queensland?“
    Ein paar Kilometer später: die Antwort.: Mount Bartle Frere. Pädagogisch wertvoll und wachhaltend zugleich.
    Nach viereinhalb Stunden kamen wir in Rockhampton an – der selbsternannten „Beef Capital of Australia“. Und das Beste: Hier regnet es nicht. Yeah!
    Heute haben wir in Rockhampton zuerst die Rockhampton Museum of Art besucht – kostenloser Eintritt.

    Danach in den Rockhampton Zoo – ebenfalls kostenlos.

    Der Zoo beherbergt teilweise verletzte oder gerettete Tiere, die nicht mehr in die Wildnis zurück können.

    Neben Kängurus und Koalas haben wir auch einen Cassowary gesehen – ein Vogel, der aussieht, als hätte die Evolution kurz experimentiert. Man sag auch er stammt aus der Zeit der Dinosaurier. Zwei unglaublich süße Wombats, bunte Papageien (einer rief tatsächlich „Hallo!“), Erdmännchen und natürlich Krokodile.

    Das Süßwasserkrokodil – etwa zwei Meter lang – lag entspannt in der Sonne und schlief. Das Salzwasserkrokodil dagegen: doppelt so groß, doppelt so breit, langsam durchs Wasser gleitend und uns fixierend. Als würde es überlegen, ob wir in sein Beuteschema passen.
    In solchen Momenten bekommt man großen Respekt vor der Wildnis. So einem „Monster“ möchte man wirklich nicht zufällig begegnen.

    Außerdem haben wir Schimpansen, Dingos, Schlangen und viele weitere Tiere gesehen. Alles war sehr liebevoll gestaltet. Weil ich von der Einrichtung wirklich begeistert war, habe ich am Ausgang noch etwas gespendet – in der Hoffnung, dass die Tiere hier weiterhin ein sicheres Zuhause haben.

    Fazit: Regen, Enttäuschung, Aquaplaning – aber auch Natur, gutes Essen und beeindruckende Tiere. Australien bleibt spannend.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 1

    oder: Wie man in 24 Stunden das australische Gesundheitssystem testet

    In Cairns haben wir unseren Mietwagen abgeholt. Mit genau diesem Gefährt werden wir die nächsten 18 Tage Richtung Süden bis Brisbane roadtrippen. Freiheit, Abenteuer, endloses grün. Spoiler: Am ersten Tag haben wir direkt einen Unfall hingelegt. Noch größerer Spoiler: Happy End.

    Tag 1 – Von Naturidylle zu Notaufnahme

    Erster Stopp: Babinda Boulders: Ein wunderschöner Bach mitten im tropischen Regenwald, mit zwei natürlichen Pools, kristalklares Wasser, Tiefe bis zu 5 Meter … perfekt zum Abkühlen bei tropischer Hitze. Es ist einer dieser Orte, bei denen man denkt: „Genau dafür bin ich nach Australien geflogen.“

    Auf dem Parkplatz haben wir sogar australische „Hühner“ gesehen – die berühmten Brush Turkeys, die aussehen, als wären sie gerade bei Frisur gewesen und haben den Kopf zu lange in die Sonne gehalten.

    Wir sind natürlich in beiden Pools ein wenig geschwommen, haben das Dschungel-Feeling genossen und waren eigentlich schon ziemlich zufrieden mit uns und der Welt.

    Zweiter Stopp: Josephine Falls: Ein kleiner, wunderschöner Wasserfall an einem Bach voller riesiger Felsen. Einer dieser Felsen bildet bei ausreichend Wasser eine Rampe und wird von mutigen Menschen als natürliche Wasserrutsche benutzt. Sieht spektakulär aus. Sieht nach Spaß aus. Sieht nach Instagram aus.

    Ich war nach dem ersten Schwimmen ehrlich gesagt müde und dachte mir: „Heute lieber keine Action mehr.“ Michael hingegen: „Challenge accepted.“

    Plan: Er probiert die Rutsche, ich filme heldenhaft.

    Realität: Der Einstieg war das Problem. Wahrscheinlich gibt es einen geheimen Zugang nach oben – wir wussten es nur nicht. Hätten wir mal die anderen „Verrückten“ auf ihrem Weg beobachtet. Michael entschied sich für die Variante „Von unten über die Felsen hochzuklettern“.

    Ich sehe aus der Ferne, wie er mehrmals versucht hochzuklettern. Schließlich schon halb oben, steht er auf, Barfuß. Einen nasse Stelle auf dem Felsen. Nächste Sekunde: Ausrutschen. Kopf auf Felsen. Platsch – ins Wasser.

    Mein Herz setzte kurz aus und fiel gefühlt bis in den Bauch. Er stand wieder auf – benommen, aber bei Bewusstsein. Als er zu mir schaute, habe ich ihm fleißig gewunken und so angedeutet das er zurück kommen soll. Während er die etwa zehn Meter zurück durch den Bach schwamm, lief Blut über seine rechte Gesichtshälfte. Viel Blut. 4 cm Platzwunde. Drama pur.

    Zurück am Auto habe ich mit zitternden Händen die Wunde desinfiziert und notdürftig versorgt. Dank unserm Medi-Pack, das wir immer dabei haben. Dann ab ins Krankenhaus (Emergency room) nach Babinda. Kein Risiko eingehen, wegen Gehirnerschütterung und plötzlichem Schwindel / Ohnmacht … also musste ich fahren: Erstes Mal selbst im Linksverkehr, ohne Führerschein bzw. ohne gültigen FS für Australien. Aber die 15 Kilometer zum Arzt haben wir gepackt.

    Krankenhaus-Erlebnis – australische Version: Erst bezahlen, dann behandeln. Effizient.

    Lokale Betäubung, gründliches Spülen mit Salzwasser, sechs Stiche. Insgesamt vier Stunden Aufenthalt – die meiste Zeit Warteschleife, weil nur eine Ärztin Dienst hatte und wir nicht die kritischsten Patienten waren. Die Krankenschwester war unglaublich freundlich und brachte uns Sandwiches, Kekse und Wasser. Fast wie Business Class, nur mit neuer Narbe am Kopf.

    Zusätzlich: Antibiotikum und eine Boostrix-Impfung. Diagnose: Keine Gehirnerschütterung. Nichts Ernstes. Gott sei Dank.

    Übernachtung in Mission Beach – mit der Erkenntnis: Der Roadtrip hat offiziell begonnen.

    Tag 2 – Risiko-Minimierung

    Ein kleiner Ausflug über ein paar Kilometer Schotterpiste und durch eine ca. 15 cm tiefe Furt (eine sanfte Stelle zur Flussüberquerung). Das Auto musste so einiges mitmachen. Am Ende ein Spa-Pool und ein Lookout / Aussichtspunkt – allerdings nur anschauen, Fotos machen, NICHT schwimmen. Wir haben beschlossen, die nächsten 24 Stunden keine akrobatischen Felsmanöver mehr durchzuführen.

    Übernachtung sollte eigentlich im Forest Beach Hotel sein. Das Gebäude sah allerdings aus, als würde es jeden Moment in Rente gehen. Als erstes fanden sie unsere Reservierung nicht. Wenig später, nach ein paar minuten im Hinterzimmer hieß es dann leider kein Betrieb. Das war auch unser Eindruck … Hotel in den letzten Atemzügen. Die Dame an der Rezeption erstattete uns netterweise das Geld zurück und empfahl uns ein „Retreat“ nebenan. „Retreat“ war… optimistisch formuliert. Es wirkte eher wie ein Messi-Haus mit spirituellen Ambitionen. Wir bekamen beide leichte Horrorfilm-Vibes. Ende vom Lied: Selbst nach einem Hotel in der Nähe suchen. Wir fanden dann ein Motel in Ingham. Solide. Sauber. Psychologisch stabil.

    Tag 3 – Große Wasserfälle & große Schlangen

    Am kommenden Tag fühlte sich Michael noch / wieder fit, also 50 Minuten von Ingham ab in die Berge: die Wallaman Falls – mit 264 Metern der höchste permanente Wasserfall Australiens. Der Pool unten ist etwa 20 Meter tief. In der Regenzeit besonders spektakulär. Vom Lookout aus konnten wir sogar einen Regenbogen sehen. Sehr romantisch. Sehr friedlich.

    Da es Michael wieder gut ging, wagten wir den Abstieg (etwas 300 Höhenmeter). Der Weg: rutschig, teilweise steil und anstrengender als gedacht. Das Wetter: über 30 Grad, 90 % Luftfeuchtigkeit. Bio-Sauna deluxe.

    Plötzlich schreit Michael laut hinter mir:„Ahhhh!“ Eine große Schlange zusammengerollt direkt neben mir auf dem Stein. Ich bin dann sehr schnell, sehr ruhig , sehr unauffällig vorbeigegangen (innerlich: komplette Panik). Er machte schnell noch ein Foto und auch leise und schnell vorbei.

    Unten angekommen: gigantische Kulisse. Der Wasserfall donnert über unseren Köpfen, überall Nebel, tropisches Drama pur. Dann: Starkregen. Innerhalb von Sekunden komplett durchnässt. Kein Internet, kein Empfang – und auf dem Rückweg wartete noch eine Schlange auf uns!

    Zum Glück war auf dem Rückweg weit und breit keine Schlange mehr zu sehen. Hat sich wohl auch beim Regen rigendwo ins Trockene verzogen / geschlängelt. Später recherchiert: Eine Python. Also nicht giftig. Das erklärte auch, warum sie so entspannt da lag. Glück gehabt. Schon wieder.

    Tag 4 – Townsville, Wrack-Pech und Weitblick-Glück

    Eigentlich hatte ich nur ein Ziel: das berühmte Wrack der SS Yongala betauchen. Eines der spektakulärsten Wracks Australiens! Fische, Korallen, Geschichte, Gänsehaut – ich war bereit.

    Der Veranstalter leider nicht. „Zu wenige Teilnehmer. Neuer Termin nächsten Samstag.“
    Nächsten Samstag?! Wir waren auf Roadtrip, nicht im Wartesaal des Ozeans. Also kein Tauchgang. Kein Wrack. Nur ich und mein leicht beleidigtes Abenteuerherz. Sehr schade!!

    Also Stadtbesichtigung in Townsville.

    Castle Hill – Der Berg, der dich dem Himmel näherbringt (und deinem Puls auch)

    Mitten in der Stadt erhebt sich Castle Hill – ein Felsenklotz mit Aussichtsgarantie.
    Oben angekommen (leicht schnaufend, natürlich nur wegen der Hitze), hatten wir einen fantastischen Blick über Stadt und Meer.

    Und dort draußen liegt sie: Magnetic Island.

    Eine große Insel direkt vor der Küste. Man kann tatsächlich bis dorthin schauen – türkisfarbenes Wasser, weiße Strände, Postkartenidylle. Dort gibt es auch ein Wrack direkt an der Küste, halb über Wasser, komplett von Pflanzen überwuchert. Natur 1 : Mensch 0.
    Sehr fotogen. Wenigstens ein Wrack. Wenn auch trocken.

    Kissing Point – Geschichte mit Meeresbrise

    Weiter ging’s zum Kissing Point – ein Hügel mit Blick auf das offene Meer. Hier wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Fort Kissing Point errichtet, später bekannt als
    Jezzine Barracks.

    Im Zweiten Weltkrieg war die Anlage strategisch wichtig: Schutz für Hafen und Flughafen – letzterer diente als Basis für amerikanische Bomber im Pazifikkrieg gegen Japan.

    Heute stehen dort noch Bunker und alte Kanonen.
    Man läuft zwischen Betonresten herum, schaut aufs friedliche Meer – und denkt sich: Geschichte ist schon verrückt. Früher Verteidigungspunkt. Heute Selfie-Spot.


    Der Rock Pool – Schwimmen ohne Hai-Angst-Level 10

    Direkt an der Promenade liegt der Rock Pool. Ein künstlich angelegtes Meerwasserbecken. Öffentlich zugänglich. Gefiltertes Meerwasser. Keine Haie. Australien ist ja bekannt dafür, dass im Wasser alles entweder beißt, sticht oder einen zumindest skeptisch anschaut. Hier konnte man einfach schwimmen. Entspannt. Theoretisch.

    Dann plötzlich: SCHREI!

    Über uns kreisten große schwarze Kakadus – vermutlich Red-tailed Black Cockatoos. Riesig. Majestätisch. Laut wie startende Düsenjets. Sie schreien genauso laut wie die weißen Kakadus, die wir auf unserer Wohnmobiltour kurz vor Adelaide gesehen haben. Beim Fliegen sieht man rote Federn im Schwanz. Absolut beeindruckend.

    Australien und seine Tierwelt:
    Wunderschön. Laut. Und manchmal leicht lebensgefährlich.


    Zwischenfazit unseres Queensland-Roadtrips

    Internet in Queensland:
    1–2 MBit/s im Motel. In der Wildnis: Meditationstraining.

    Erste-Hilfe-Set:
    Gold wert.

    Australische Krankenhäuser:
    Freundlich. Effizient. Teuer.

    Michael:
    Jetzt offiziell „australisch zertifiziert“.

    Ich:
    Herzinfarkt-Level 7 überlebt.

    Und das waren die ersten Tage unseres Ostküsten-(Queensland-)Roadtrips.

    Fortsetzung folgt – hoffentlich ohne medizinischen Notfall.
    Aber mit Wrack. 😄

  • Australien – Cairns & Great Barrier Reef

    Weiter ging es nach 5 Nächten und 1500 km im australischen Outback (Northern Territory) wieder zur Ostküste. Wir nahmen in Alice Springs ein Flugzeug nach Cairns – Flugzeit etwa zwei Stunden. Fast leer. Freie Sitzplatzwahl!

    Easy. Dachten wir zumindest.
    Am Flughafen Cairns wollten wir ganz entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt fahren. Fehlanzeige. Obwohl es nur ca. 10 Minuten bis ins Zentrum sind, gibt es einfach keinen ÖPNV.😅
    Option A: Flughafen-Shuttle für stolze 35 Dollar.
    Option B: Uber für 21 Dollar.
    Die Entscheidung fiel nicht schwer – Uber war unser Retter.

    In Cairns herrscht tropisches Regenwetter deluxe: Sonne, Regen, Sonne, Regen – alles im Minutentakt. Dazu 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit, bei der man sich schon beim Atmen fragt, ob man gerade duscht oder schwitzt. Spoiler: Es ist beides.

    Nach dem Einchecken ins Hotel haben wir trotzdem noch die kleine Stadt erkundet.
    Das absolute Highlight: die Cairns Esplanade Lagune direkt am Meer. Eine riesige, wunderschöne Schwimmanlage – komplett kostenlos, mit Rettungsschwimmern, warmen Duschen und sauberen Toiletten. Und als Bonus: Die Leute machten gerade fröhlich Wassergymnastik mit Vorführung. Besseres Entertainment kann man sich kaum wünschen.

    Wir hatten eine dreitägige Tauchsafari zum Great Barrier Reef gebucht: insgesamt 10 Tauchgänge, davon 2 Nachttauchgänge. Michael war schnorcheln, ich natürlich tauchen. Wir sind zuerst mit einem kleineren Boot raus zum Riff gefahren und haben dort schon 2 Tauchgänge bzw. Schnorcheltouren gemacht. Später sind wir dann auf das große Schiff mit Kabinen und ungefähr 50 Leuten inkl. Besatzung umgestiegen. Dort haben wir dann 2 Nächte verbracht und waren an verschiedenen Spots an dem riesigen Riff, was sich fast die ganze OStküste entlang zieht.

    Einige Fische hier sind wirklich riesig, und ich habe zum ersten Mal bunte Seeschnecken gesehen – klein, knallbunt und komplett unterschätzt. sehr cool!
    Der absolute Höhepunkt für mich war der Nachttauchgang. Zuerst tauchten ein, zwei große Barsche auf, die ständig unserem Licht folgten, um kleine Fische zu jagen. Dann kamen immer mehr große Fische dazu – irgendwann wurde es fast unheimlich.

    Und plötzlich: Haie. Zwei, drei Stück. Vielleicht auch mehr – ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, um mein Nervensystem zu schützen. Wenn ich mit meiner Taschenlampe auf sie leuchtete, glänzten ihre Augen silbern. Überall waren Fische, Schatten, Luftblasen, Flossen, Lichtkegel – totales Unterwasser-Chaos. Und zack: wieder ein Hai. Und weg. Und wieder da. Für ein paar Sekunden dachte mein Gehirn: „Super, hier sterben wir jetzt.“

    Aber Spoiler: Ich bin heil aus dem Wasser gekommen – genau wie alle anderen Taucher. 💪

    Das Wasser war leider ziemlich trüb, wahrscheinlich wegen der Jahreszeit. Viele Korallen an unseren Tauchspots waren abgestorben – grau, traurig und weit entfernt von dem bunten Unterwasserparadies, das ich mir vorgestellt hatte. Insgesamt war ich ehrlich gesagt leicht enttäuscht. Dieses Gefühl hatten auch viele andere Taucher an Bord. Ich persönlich fand die Unterwasserwelt in Khao Lak und auf den Malediven deutlich schöner. Zwei Taucher aus Malaysia sagten sogar: „Bei uns ist viel schöner.“
    Fazit: Nächstes Mal fliege ich wieder nach Malaysia zum Tauchen. Ende der Diskussion. Naja, vielleicht auch nicht. Wir haben ja noch ein paar Tauchausflüge am Great Barrier Reef geplant und vielleicht haben wir das bessere Bedingungen.

    In Australien ist es ganz normal, ohne Guide nur mit einem Buddy, also einen anderen Taucher, zu tauchen. Wer einen Guide möchte, zahlt extra – 20 Dollar pro Person. Nach dem Briefing hieß es also: „Xin, glaub an deinen Orientierungssinn! “ und ich hoffe heimlich, dass er mich nicht im Stich lässt …

    Spoiler: Es ist ausbaufähig. In unbekanntem, trübem Wasser ohne Smartphone, ohne Google Maps und ohne „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ die richtige Richtung zu finden, war… sagen wir mal: ambitioniert. Jedes Riff sah aus wie das andere – Koralle links, Koralle rechts, Koralle überall. Manchmal sieht man nur Sandbank. Nach ein, zwei Navigations-„Experimenten“ haben meine Buddy (die hübsche Wei Fan) und ich das Boot dann doch wiedergefunden. Yeh! Mission „nicht für immer im Ozean bleiben“ erfolgreich abgeschlossen. 🥳🛥️

    Nach Ende der Bootstour wurden wir zurück nach Cairns gebracht.
    Am letzten Tag haben wir nochmal die Lagune genossen und abends den Night Market und Food Court unsicher gemacht. Trotz aller Vorsätze, keine Souveniers mitzunehmen, hatten es uns die beiden süßen Schlüsselanhänger angetan.

    Morgen geht es mit dem Mietwagen Richtung Süden.
    Was wir wohl noch alles erleben werden? 🚗✨