Neuseeland – Christchurch

19.03.2026 – Heute sind wir mit dem Bus zum Willowbank Wildlife Reserve gefahren – eine wunderschön angelegte, kompakte, aber unglaublich liebevoll gestaltete grüne Oase für heimische und exotische Tiere. Eintritt: ca. 18 € pro Person. Und angeblich gibt es hier die „Big 5“ Neuseelands zu sehen.

Was das ist? Natürlich weiß das Internet alles: der Kiwi, der freche Kea, die uralte Tuatara, der Buschpapagei Kaka und der sehr seltene Takahe. Wir waren entsprechend aufgeregt – Erwartungen auf Maximum!

Kaum durch den Eingang, wurden wir von einem plätschernden Bächlein, weißen und braunen Enten, Holzstegen und ganz viel Grün begrüßt. Im Wasser: riesige Aale, die uns erwartungsvoll anstarren – vermutlich dachten sie, wir sind das Mittagessen. So nah, so groß – ich war sofort fasziniert.

Direkt dahinter stand eine ziemlich lustige Gans, die ich so auch noch nie gesehen habe.

Wir liefen über kleine Holzstege weiter, vorbei an Teichen, in denen exotische Enten, Schildkröten und sogar Emus durchs Wasser stapften (ja, wirklich!).

Schwarze Schwäne, chinesische Gänse – alles wirkte ein bisschen wie eine tierische WG ohne klare Regeln. Die „Zäune“ bestanden oft nur aus Holzstangen und dünnen Seilen, aber die Tiere waren gefühlt überall. Dazu gesellten sich Spatzen, Tauben und andere Freigeister – alle friedlich, alle ohne Angst vor Besuchern. Manche chillten einfach direkt neben dem Weg. Absolute Gelassenheit.

Plötzlich lautes Geschrei – und nein, keine Kinder. 14:00 Uhr war Otter-Fütterung. Die kleinen asiatischen Otter wussten das ganz genau und machten ordentlich Alarm. Kaum hatten sie ihren Fisch, war schlagartig Ruhe. Sehr effizient.

Die Lemuren waren dagegen deutlich entspannter: Sie saßen einfach da, schauten uns an, als würden sie uns beurteilen („Touristen… schon wieder…“) und knabberten gelegentlich an Obst und Salat. Nebenan: Capybaras – herrlich gemütlich. Eines sonnte sich, die anderen lagen einfach rum. Lebensziel: Capybara werden.

Später kamen wir in einen Bauernhof-Bereich mit alten Hütten, Fahrzeugen und Werkzeugen. Dazwischen: Schweine, Lamas, Schafe, Hühner, Ponys, Esel, Hasen… Alles zum Anfassen und Füttern. Ein bisschen wie Streichelzoo für Fortgeschrittene.

Dann wurde es spannend: Wir gingen durch eine Schleuse mit zwei Türen in ein großes, von Netzen überspanntes Areal. Hier begann die „Big 5“-Schnitzeljagd. Auf Ästen, im Gebüsch, irgendwo im Nirgendwo: Kaka, Keas, weiße Tauben, Takahe … Jedes Tier zu entdecken war ein kleiner Sieg. Die Tuatara (Brückenechsen) fanden wir schließlich in einem Terrarium. Ein echtes Relikt – dieses Tier hat einfach mal 200 Millionen Jahre Evolution überlebt. Und ich bin schon stolz, wenn ich meinen Flug nicht verpasse.

Zum Schluss kam der berühmte Kiwi-Bereich. Zuerst eine kleine Ausstellung mit Infos – inklusive ausgestopfter Exemplare. Die Eier sind riesig, etwa 25 % der Körpergröße der Kiwi-Mama. Kein Wunder, dass sie danach erstmal Ruhe brauchen. Dann ging es in einen komplett dunklen Bereich – nur schwaches, warmes Licht. Absolute Ruhe war Pflicht. wir brauchten einige Minuten, bis sich unsere Augen angepasst hatten. Erst sahen wir: nichts. Dann hörte ich leises Rascheln. Ich blieb stehen. Und plötzlich – ein kleines rundliches Wesen, ein langer Schnabel: ein Kiwi! Er war ständig in Bewegung, völlig rastlos. Fotos? Vergiss es. Dunkel + schneller Kiwi = fotografische Katastrophe.

Nach und nach kamen andere Besucher, ich spielte spontan Kiwi-Guide („Da! Links! Nein, jetzt rechts!“), und am Ende haben wir tatsächlich alle drei Kiwis entdeckt. Mission erfüllt. Glücklich.

Insgesamt haben wir fast 50 Tierarten gesehen – inklusive Gibbons und Wallabys.

Abends ging es dann noch zum Essen in den Riverside Market.

20.03.2026 – Heute standen Kultur und Natur auf dem Programm: Die Christchurch Art Gallery Te Puna o Waiwhetū – ein modernes Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen. Eintritt frei, Kunstniveau hoch.

Danach die Christchurch Botanic Gardens: 21 Hektar grüne Oase mitten in der Stadt – ebenfalls kostenlos.

Besonders beeindruckend: der Rosengarten. Unzählige Sorten, Farben und Düfte. Jede Rose riecht anders – ich konnte einfach nicht aufhören zu fotografieren. Am Ende sah mein Handy aus wie ein digitaler Blumenkatalog.

Auch die einheimischen Pflanzen waren spannend, inklusive Māori-Namen und Infotafeln. Im Fluss sahen wir ein Touristenboot, ähnlich den Spreewaldkähnen südlch von Berlin. Der Kahnfahrer fuhr rund um den botanischen Garten und erzählte den Touris Geschichten über die Stadt und den botanischen Garten.

Morgen holen wir unseren Mietwagen ab und fahren Richtung Franz-Josef- und Fox-Gletscher. Die Reise bleibt spannend!

Tipps:

Öffentliche Verkehrsmittel in Christchurch: Kontaktlos mit Kreditkarte bezahlen – einfach beim Einsteigen scannen. Einzelfahrt: ca. 3 $, Tageslimit: 6 $. Sehr praktisch!

Historische Straßenbahn: 40 $ pro Tag, Kombi mit Gondel ca. 70 $. Unser Fazit: Kann man machen – muss man aber nicht. Zu Fuß durch die Innenstadt völlig ausreichend.

Bezahlen: Karte geht praktisch überall. Bargeld? Fast überflüssig. Wir haben nur ein paar Scheine und Münzen als Souvenir behalten.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar