Schlagwort: Oceania

  • Neuseeland – Tongarriro & Rotorua

    31.03.2026: Heute ging es von Wellington in den Tongariro Nationalparrk. Die Fahrt dauerte über 4 Stunden – genug Zeit, um sich gedanklich schon mal in die Berge zu träumen. Unterwegs machten wir Halt beim „Hapuawhenua Viaduct“ – oder einfach: der Brücke, auf der man Schwindelfreiheit trainieren kann. Die gesamte Wanderung dorthin dauerte inklusive Fotostop rund 100 Minuten. Und wir waren endlich mal völlig allein an einem Sightseeing-Spot.

    Dieses Viadukt stammt aus dem Jahr 1908 und ist eine von wenigen noch erhaltenen Stahlbinder-Konstruktionen Neuseelands. Besonderheit: es ist nicht gerade, sondern leicht gebogen – ästhetisch ein Traum, für die Ingenieure damals eher ein 284 m langer und 45 m hoher Alptraum. Wegen des engen Radius durfte die Eisenbahn hier nur mit 20 mph (ca. 32 km/h) über die Brücke flitzen. 80 Jahre später wurde das Viadukt wegen der gestiegenen Anforderungen nebenan eine nicht so ansehnliche Stahlbeton-Konstruktion für die Züge gebaut.

    Heute steht die alte Schönheit still und ist Teil eines Wanderweges durch den Tongariro Nationalpark … die Schienen sind weg, aber wir durften auf den Schwellen balancieren und 45 Meter in die Tiefe schauen. Praktisch: der Abstand zwischen den Schwellen beträgt nur 15 cm – also höchstens ein Fuß drin, aber kein ganzer Mensch. 😉Übrigens: Nach der Stillegung diente das Viadukt zeitweise sogar als Bungee-Jumping-Spot.

    01.04.2026: Nach der ersten Übernachtung im Tongariro Nationalpark wanderten wir nach dem Frühstück zu den „Tama Lakes“. Upper und Lower Tama Lake sind zwei Kraterseen mit atemberaubend blauem Wasser. Die Wanderung: ca. 17 Kilometer und 540 Höhenmeter, inklusive Verpflegungspause etwa 6 Stunden.

    Der Weg führt teils über Stock und Stein, während ein kalter Wind durch die Berge pfeift. Also: gute Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung Pflicht! Überraschung unterwegs: immer wieder Toilettenhäuschen – in den Bergen! Wir waren beeindruckt.

    Unterwegs kamen wir auch an den „Taranaki Falls“ vorbei, einem 20 Meter hohen Wasserfall. Zum Glück führte er genügend Wasser, sodass er nicht aussah wie ein vertrockneter Gartenschlauch.

    02.04.2026: Weiter ging die Reise nach Rotorua. Kurz nach der Abfahrt hielten wir bei den „Tawhai Falls“, einem hübschen, aber eher unspektakulären Wasserfall, erreichbar in etwa 10 Minuten von der Straße. Danach zum „Lake Taupo“, einem Kratersee eines vor rund 26.000 Jahren kollabierten Vulkans und der größte See Neuseelands.

    Traumwetter, also langer Spaziergang am See. Unterwegs stießen wir auf einen „Wasser-Golfplatz“. Abschlag auf einer Terrasse am Ufer, die „Holes“/Löcher auf einer schwimmenden Plattform 104 Meter entfernt. Bei der „Hole in One Challenge“ winkten bis zu 10.000 NZD – da konnten wir natürlich nicht widerstehen. 30 Bälle gekauft, Schläger geschnappt, erster Schlag: 15 Meter ins Wasser – immerhin war er sichtbar! Die nächsten Schläge kamen zwar näher an die Plattform, aber nicht in die richtige Richtung. Einige Bälle purzelten vom Ufer ins Wasser, andere direkt daneben. Ein Held im knallgelben Helm fischte mit einem Kescher alle Bälle aus dem See – Hardcore-Recycling.

    Nach diesem Abenteuer fuhren wir zu den „Huka Falls“, 15 Meter hohe, kristallblaue Wassermassen (220 m³ pro Sekunde), die sich aus einem 15 Meter breiten Canyon vulkanischen Ursprungs stürzen. Laut, beeindruckend und spektakulär – ein richtiges Naturkonzert! Anschließend Weiterfahrt nach Rotorua.

    03.04.2026: Rotorua – Stadt mitten auf der Nordinsel, berühmt für geothermische Aktivitäten und die Maori-Kultur. Überall Dampf, überall heißes Wasser, und der Geruch erinnert an faule Eier – willkommen im Schwefelparadies!

    Am Morgen machten wir einen Spaziergang am „Sulphur Point“, einem Teil des Rotorua-Sees, geprägt von Geothermie. Gase (hauptsächlich Schwefel) und heißes Wasser steigen auf – schwimmen verboten, die 100°C wollen wir nicht testen.

    Wir suchten anschließend einen kostenlosen Aussichtspunkt für den „Pohutu Geysir“. Google führte uns direkt ins „Whakarewarewa – The Living Maori Village“, wo Führungen gegen Geld angeboten werden. Glück gehabt: jemand schenkte uns auf dem Parkplatz ein Ticket im Wert von 55 NZD. Somit mussten wir nur noch ein Ticket kaufen – ein echtes Schnäppchen!

    Die Tour brachte uns die Maori-Kultur inkl. Maori-Sprach (Te Reo Maori) Crashkurs näher. Heute leben die Maori hier modern, mit Strom, Heizung und Autos – aber Traditionen wie Tanz, Gesang und Stammesrituale werden gepflegt. Über einem heißen Erdofen gab es Maiskolben – mit Salz überraschend lecker. Danach ging es an verschiedene heiße Quellen und Badebecken.

    Der „Pohutu Geysir“ (Te Puia) spuckte bis zu 10 Meter hoch, manchmal sollen es sogar 30 sein (heute nicht), und gilt als größter Geysir der südlichen Hemisphäre. Kleinere Geysire (Kereru und Te Tohu, benannt nach den Prince of Wales, heute King Charles III.) spucken nur 1 Meter hoch oder heißen Dampf. Wir beobachteten das Spektakel etwa 20 Minuten, während wir unsere Brotzeit genossen. Anschließend marschierten wir dann doch noch zum kostenlosen Aussichtspunkt – die Geysire waren weit entfernt, aber für den Blick auf Stadt und Landschaft lohnte sich der einstündige Marsch.

    04.04.2026: Gegenüber unserer Unterkunft lag der „Kuirau Park“ mit heißen Pools, blubbernden Schlammlöchern und einem Samstagsmarkt mit Maori-Handwerkskunst und Leckereien. Da wir zuvor gut gefrühstückt hatten, mussten leider auf die Köstlichkeiten verzichten. Aber dafür hatten wir aber ein 40°C-Fußbad in einer heißen Quelle. Plätze am Beckenrand waren heiß umkämpft – wortwörtlich.

    Mittags dann zum „Redwood Forest“: mit kalifornischen Redwoods die hier ab 1901 angepflanzt wurden. Über 120 Jahre alte Bäume, bis zu 75 m hoch, einige mit 2 m Durchmesser. Der ursprüngliche Wald mit riesigen 2000 Jahre alten Bäume (bis 6 m Durchmesser und 120 m Höhe) war durch kommerzielle Forstwirtschaft abgeholzt worden. Auf dem „Whakarewarewa Forest Treewalk“ wanderten wir 40 Minuten über 28 Hängebrücken in bis zu 20 m Höhe – alles mit Nylon-Lastschlaufen an den Bäumen befestigt, kein Bohren oder Schrauben an den Bäumen. Öko-Abenteuer deluxe!

    Am Abend haben wir noch eine kostenlose heiße Quelle besucht. Das Wasser im Bach war zunächst zu heiß, also liefen wir ein paar Meter, bis es angenehm bei ca. 35°C war. Unter einem kleinen Wasserfall sprangen wir ins warme Wasser – ein bisschen Schwefelduft in der Luft, Dampf wie im Winter-Freibad, und unsere Haut fühlte sich danach seidenweich an – Wellness mit Abenteuer-Bonus.

    Nächster Stop: Hobbiton – das Filmset aus den „Herr der Ringe“ und „Hobbit“-Filmen. Hobbitfüße bereitmachen! 🧙‍♂️

  • Neuseeland – Wellington

    28.03.2026: Heute ging es per „Kurz“-Flug nach Wellington, der Hauptstadt von Neuseeland auf der Nordinsel. Fähre: 3,5 Stunden. Flug: 30 Minuten. Preis? Gleich teuer – eine dieser Entscheidungen, bei denen man sich fragt, ob man gerade den Flugzeugfreak oder den Fährenliebhaber in sich weckt.

    Am Flughafen gelandet, schnell mit dem Bus ins Hotel gejumpt und gleich mal das Stadtleben erobert. Und zack, Glück gehabt! Es fand das „CubaDupa“-Festival statt. Ein Straßenfest, bei dem sich Kunst, Theater, Tanz, Musik und kulinarische Genüsse in bunten Farben die Hand geben. Überall Bühnen, Foodtrucks aus der ganzen Welt und Menschen in allen Formen und Farben. Wir haben uns durch die Straßen treiben lassen, bis wir endlich das perfekte Essen gefunden hatten – für den hungrigen Entdecker eine wahre Offenbarung. Nach der Magenberuhigung haben wir uns noch ein bisschen durch die Straßen treiben lassen und das Festival in vollen Zügen genossen.

    29.03.2026: Heute standen die Sehenswürdigkeiten der Stadt auf dem Plan. Zuerst ging’s zur Hafenpromenade und zum „Wellington Sign“ – dieser riesige Schriftzug, bei dem man das „I“ in „Wellington“ ersetzen kann. Wir mussten kurz warten, weil auch andere die perfekte Instagram-Pose suchten – das durchwachsene Wetter hielt die Massen nicht ab. Endlich waren wir dran und schnappte unsere Bilder.

    Direkt daneben stand eine Statue, die aussah, als würde sie jeden Moment ins kalte Wasser springen.

    Ein paar dramatische „Rettungsversuche“ später, ging es weiter zum Mount Victoria – ein Aussichtspunkt über der Stadt. Über steile Treppen und Pfade kraxelten wir auf den Gipfel. Der Blick von oben? Ein 360°-Panorama! Auf der einen Seite der Flughafen – der wirklich aussieht, als könnte man bei einer zu fürhen oder zu verspäteten Landung direkt im Meer landen. Auf der anderen Seite der Hafen mit den Fähren und einem riesigen Container-Terminal. Wahrscheinlich nicht der beste Ort, um eine Brise zu schnappen, aber hey, schöne Aussicht!

    Am späten Nachmittag zurück im Hotel, haben wir uns der Detailplanung für die nächste Station gewidmet. Aber dazu später mehr – ich will euch ja nicht zu früh spoilern.

    30.03.2026: Nach einem entspannten Frühstück holten wir unseren Mietwagen ab (für die nächsten 3 Wochen durch Neuseeland!) und fuhren zur „Weta Workshop Experience“. Hier konnte man richtig „Herr der Ringe“-Luft schnuppern – auch wenn wir die Ausstellung ausließen, standen draußen immerhin drei riesige Trolle, die in der Hobbit-Trilogie mitmischten. Natürlich haben wir uns mit den Kerlchen ablichten lassen. Wer kann schon widerstehen, neben einem Troll zu posieren?

    Weiter ging’s zum „Otari Wilton’s Bush“, einem Park, in dem die Vögel so laut zwitschern, dass man denkt, der ganze Wald ist ein einziger Kaffeeklub. Und dann – der Hammer: Wir entdeckten einen Aal im Bach. Ein Monster von einem Aal! Mindestens einen Meter lang und so dick wie der Oberarm von Arnold Schwarzenegger! 😉 Ich sag’s mal so: Der hätte locker den Weltrekord im „größter Aal“ gewonnen.

    Wir haben weitergeforscht und viele weitere Vögel entdeckt, unter anderem den „Tui“ – der Gesangsmeister des Waldes. Dieser Vogel hätte wahrscheinlich den ersten Platz in einem Neuseeland-Casting-Show gewonnen.

    Es ging weiter, und wir landeten im Botanischen Garten, wo Bäume und Pflanzen standen, die teilweise mehrere hundert Jahre alt waren. Die Vögel gaben hier natürlich auch ihren Senf dazu. Wir entdeckten „Kaka’s“, eine ziemlich schreiende Papageienart, die über uns ein Konzert gaben, das einen Fischmarkt in Hamburg blass aussehen ließ. Und dann, ein echter Höhepunkt: „Kereru’s“ – diese riesigen Tauben flogen durch die Bäume und ließen sich im Park nieder. Ganz zum Schluss schwirrten kleine „Piwakawaka Fantail’s“ um uns herum, die mit ihren schwarz-weiß glänzenden Fächer-Schwänzen beeindrucken wollten. Kurz gesagt: Der Park war ein echtes Vogelparadies – und wir als begeisterte Vogelbeobachter waren voll in unserem Element.

    Morgen geht es weiter in den Tongariro National Park. Es bleibt also spannend.

  • Neuseeland – Kaikoura & Blenheim

    Robben-Tour statt Wal-Tour 🐋➡️🦭
    24.03.2026 – Von den Pancake Rocks sind wir über 5 Stunden nach Kaikōura gefahren – über den wunderschönen Lewis Pass. Drei Übernachtungen hatten wir dort gebucht. Warum der ganze Aufwand? Ganz klar: Wale! 🐋
    Denn theoretisch kann man dort das ganze Jahr über Wale beobachten. Theoretisch.

    Also haben wir schon einen Monat vorher voller Vorfreude eine Wal-Tour für den 26.03. gebucht. Ich war wirklich mega gespannt!
    Tja… leider hat das Wetter andere Pläne gehabt. Starker Wind, hohe Wellen – Tour abgesagt.
    „Okay, dann halt morgen!“ dachten wir.
    Spoiler: Am 27.03. auch nichts. 🙃
    Die Enttäuschung war groß. Kurz kam sogar die philosophische Frage auf:
    Ist das ein Zeichen, dass wir nochmal nach Neuseeland kommen müssen?
    Naja… so schön die Theorie auch ist – gegen das Wetter gewinnt man einfach nicht.

    Aber: Die Entschädigung ließ nicht lange auf sich warten
    Unsere Unterkunft war einfach der Hammer – bisher mit Abstand die beste! Moderne Einrichtung, voll ausgestattete Küche, Waschmaschine, Trockner, Badewanne mit Massagedüsen (!) und sogar ein Kamin im Wohnzimmer.
    Abends saßen wir mit einem Glas Rotwein vorm Feuer und dachten uns:
    Okay… vielleicht ist das hier doch kein so schlechter Deal. 🍷🔥
    Ich habe mich fast wie zu Hause gefühlt.

    25.03 – Die Robben übernehmen die Show
    Wenn keine Wale, dann eben… Robben! 🦭
    Wir sind einmal die halbe Halbinsel zu Fuß abgelaufen, gestartet an der South Bay Parade, immer entlang der Küste – vorbei an „Whale Bay“ (haha… Ironie des Schicksals) und weiter zur Kaikoura Peninsula Seal Colony.
    Und da warteten sie: gefühlt tausende Pelzrobben!
    Kleine dunkle Babys, graue Mamas und große, imposante Männchen. Die meisten lagen entspannt auf den Felsen und haben geschlafen – ein echtes Robben-Spa.

    Einige besonders entspannte Exemplare lagen sogar mitten im Busch direkt neben dem Fußweg. Kein bisschen scheu. Eher so:
    „Du willst vorbei? Ja dann geh halt…“ 😄

    Wir haben natürlich brav mindestens 10 Meter Abstand gehalten und waren leise.
    Die kleinen Robben waren dafür umso aktiver – neugierig, verspielt, am Herumkrabbeln, Hüpfen und Planschen in den Felsenpools.
    Mit ihren großen schwarzen Knopfaugen sahen sie aus wie lebendige Kuscheltiere. Ganz ehrlich: Ich hätte am liebsten eine eingepackt. (Keine Sorge – hab ich nicht 😄)

    Danach haben wir noch ein paar wunderschöne Aussichtspunkte mitgenommen – echtes Postkarten-Panorama. Insgesamt habe ich fast 25K Schritte an dem Tag gemacht.

    26.03 – Sturm, Regen und… Plan B
    Das Wetter blieb stur: starker Wind, raues Meer, Nieselregen – alles grau und ungemütlich.
    Diesmal mussten wir zugeben: Die Absage war absolut berechtigt.
    Also haben wir den Tag entspannt in unserer Luxus-Unterkunft verbracht und die weitere Reise geplant.
    Am Abend gab’s dann Seelen-Therapie in Form von Essen: die berühmten „Crayfish“ – also Langusten. 🦞
    Für Michael war es das erste Mal. Urteil: sehr lecker!
    Preis: weniger lecker – etwa 120 Dollar (ca. 60 €) für 500–600 g.
    Aber hey… das hat die Wal-Enttäuschung zumindest ein bisschen wettgemacht.

    27.03 – Technik, Geschichte und ein Perspektivwechsel
    Am letzten Tag ging es weiter nach Blenheim, da wir am nächsten Tag nach Wellington fliegen wollten.
    Dort haben wir das Omaka Aviation Heritage Centre besucht. Eine wirklich beeindruckende Ausstellung mit Flugzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg – darunter auch vier deutsche Maschinen sowie viele aus England, den USA, Australien und Russland.

    Besonders eindrucksvoll war ein Simulationsfilm zur Bombardierung von Schlacht von Stalingrad. Sehr intensiv und nachdenklich stimmend.
    In solchen Momenten wird einem wieder bewusst, wie privilegiert es ist, heute in einer relativ friedlichen Welt zu leben.
    Leider war die Zeit knapp – eine weitere Halle zum Ersten Weltkrieg und eine Oldtimer-Ausstellung konnten wir wegen der frühen Schließzeit (17:00 Uhr) nicht mehr vollständig anschauen.

    Fazit:
    Keine Wale gesehen… aber dafür Robben, Luxus-Unterkunft, gutes Essen und viele besondere Momente erlebt.
    Manchmal läuft eben nicht alles nach Plan – aber genau das macht die Reise erst spannend. 😊

  • Neuseeland – Pancake Rocks

    Nach dem grandiosen Hubschrauberflug ging’s für uns ganz entspannt (also… mit leichtem Adrenalin-Flash) drei Stunden die Westküste entlang Richtung Norden – Ziel: Pancake Rocks.

    Unser erster spontane Zwischenstopp: Hokitika. Ein kleiner Ort, aber mit einem Strand, der aussieht, als hätte ihn ein etwas exzentrischer Künstler eingerichtet. Überall angespültes Holz – alte Baumstämme, Äste, bizarre Formen.

    Und irgendjemand (oder eher: ganz viele kreative Köpfe) hat daraus Kunstwerke gebaut. Der ganze Strand wirkt wie eine Open-Air-Galerie: graue Steine, wildes Meer, blauer Himmel – die Sonne übernimmt die Beleuchtung und der aufsteigende Wassernebel sorgt für dramatische Spezialeffekte.

    Ehrlich: So etwas habe ich noch nirgendwo gesehen. Absolute Lieblingsstelle!

    Dann ging’s weiter. Immer wieder tauchten diese spektakulären Küstenlandschaften auf – quasi die neuseeländische Version der Great Ocean Road. Nur statt goldener Strände und hellbrauner „Apostel“ gibt’s hier graue Kiesstrände, dunkle Felsen und eine deutlich dramatischere Farbpalette. Der Ozean? Komplett außer Rand und Band. Wellen krachen gegen die Felsen und schleudern Gischt meterhoch in die Luft – Naturkino vom Feinsten.

    An den Pancake Rocks angekommen: strahlender Sonnenschein. Parkplatz kostet 5 Dollar pro Stunde – fast schon Münchner Verhältnisse! Die Sehenswürdigkeit selbst ist zum Glück kostenlos. Der Weg ist perfekt angelegt, eigentlich ein gemütlicher 20-Minuten-Spaziergang… wir haben natürlich fast eine Stunde gebraucht. Warum? Weil man alle paar Meter stehen bleibt und denkt: „Was zur Hölle passiert hier eigentlich?!“

    Die Felsen sehen tatsächlich aus wie gestapelte Pfannkuchen. Und das Meer hat sich gedacht: „Cool, die höhle ich jetzt mal kreativ aus.“ Überall Löcher, Tunnel, Pools – von oben, von der Seite, von unten. Wasser schießt durch die Felsen, Strömungen treffen aufeinander, es donnert und rauscht. Und bei einer bestimmten Stelle wird bei jeder größeren Welle eine Fontäne durch ein Loch nach oben geschossen – als würde ein riesiger Wal mitten im Felsen einmal kräftig ausatmen. Pure Energie. Man könnte da ewig stehen und einfach nur schauen.

    Nicht weit entfernt haben wir noch die „Punakaiki Cavern“ erkundet – eine komplett natürliche Höhle, ohne Beleuchtung, ohne Geländer, ohne „Bitte hier entlang“. Also: Wanderschuhe an, Stirnlampe auf und rein ins Abenteuer. Die Lampe war Gold wert. Mehrere Gänge, verschiedene Kammern – zwei enden in Sackgassen, einer führt wieder zurück zum Eingang. Später kamen noch zwei Paare dazu: eines hat sich einfach an uns drangehängt (unsere Stirnlampen waren offenbar überzeugender als Handylicht), das andere hat einmal kurz reingeschaut und sich vermutlich gedacht: „Nope, das überlassen wir den Verrückten.“

    Ich war schon in einigen Höhlen, aber das hier war eine Premiere: keine Führung, keine Beleuchtung, keine Menschenmassen – einfach Natur pur und ein bisschen „DIY-Entdeckergefühl“. Vor allem in den ersten zehn Minuten, als wir ganz allein waren, hatte das etwas richtig Abenteuerliches.

    Zum Abschluss des Tages: Sonnenuntergang am Strand und ein langer, entspannter Spaziergang. Wieder so ein Tag, bei dem man abends denkt: Mehr geht eigentlich nicht.

  • Neuseeland – Franz-Joseph und Fox Gletscher

    21.03.2026 – Heute haben wir am Flughafen Christchurch unseren Mietwagen abgeholt und sind über 5 Stunden bis zum Franz-Josef-Gletscher gefahren – natürlich über den berühmten Arthur’s Pass. Klingt schon abenteuerlich, oder? War es auch.
    Unterwegs haben wir hier und da bei ein paar Sehenswürdigkeiten angehalten (aka: „Oh, schon wieder schön, wir müssen anhalten!“).

    Die Landschaft: grüne Berge, bedeckt mit Tannen, darüber weiße Wolken wie Zuckerwatte. Saftige Wiesen mit Kuhherden, blaue Seen und Flüsse mit steinigen Flussbetten. Michael meinte irgendwann, wir könnten auch durchs Allgäu fahren. Stimmt… fast. Der kleine Unterschied: zwischendurch stehen Pflanzen rum, die aussehen wie Palmen, und es gibt ungefähr 1000x mehr Schafe als Menschen.

    Etwa 150 km vor dem Ziel haben wir einen jungen Backpacker aus England eingesammelt, der per Anhalter unterwegs war. Ein ganz junges Gesicht (fast wie mein Sohn), dazu unschuldig blaue Augen – man wollte ihm sofort eine warme Suppe und einen Schal geben. Er reist seit einem Monat alleine durch die Gegend, macht viele Wanderungen und übernachtet oft in der Wildnis. Sehr mutig… oder leicht verrückt – die Grenze ist fließend.
    Wir haben ihn bis Franz Josef mitgenommen, den Rest bis nach Haast an der Westküste musste er sich wieder zusammen stoppen (per Anhalter natürlich). Ich wünsche ihm auf jeden Fall viel Glück – und gute Nerven.
    Am Abend sind wir noch in einen Wald in der Nähe unserer Unterkunft gegangen, um Glühwürmchen zu sehen. Etwa 40 Minuten nach Sonnenuntergang ging’s los – in einen ziemlich dunklen Wald. Am Anfang tasten wir uns noch vorsichtig vorwärts („Wo ist der Weg? Bin ich noch auf dem Weg?“), aber nach ein paar Minuten gewöhnen sich die Augen an die Dunkelheit.
    Und dann: überall kleine leuchtende Punkte. Wie kleine Geister. Oder wie ganz viele Augen, die einen beobachten… leicht gruselig, wenn man zu lange darüber nachdenkt. An einer Stelle – vermutlich an einer großen umgefallenen Baumwurzel – waren besonders viele davon. Es sah aus wie ein kleiner Sternenhimmel mitten im Wald.

    Die Idee hatten leider auch andere. Immer wieder begegneten wir Menschen im Dunkeln. Man hört sie kommen, sieht nur Schatten, murmelt ein „Hallo“ und läuft weiter. Ein bisschen wie in einem sehr ruhigen Horrorfilm… nur ohne Opfer. Hoffentlich. Manche leuteten auch wie wild mit ihren Handyleuchten durch die Gegend und konnten vor lauter Licht die Glühwürmchen gar nicht sehen.

    22.03.2026 – Heute stand der Roberts Point Trail auf dem Programm. Traumhaftes Wetter: Sonne, 19 Grad – perfektes Wanderwetter. Also perfekt… bis man merkt, worauf man sich eingelassen hat.
    Am Parkplatz mussten wir erstmal 20 Dollar für ein Tagesticket bezahlen – natürlich nur Kartenzahlung. Willkommen in der Wildnis, aber bitte kontaktlos.
    Nach kurzer Zeit kamen wir an einen wunderschönen See, der die Landschaft spiegelte – fast zu schön für ein echtes Foto (Filter unnötig).

    Nach etwa 10 Minuten dann die erste Hängebrücke. Maximal 5 Personen gleichzeitig. Wackelig ist gar kein Ausdruck. Wer Höhenangst hat, sollte spätestens hier über sein Leben nachdenken.

    Die Aussicht war dafür grandios: Wasser fließt durch steinige Flussbetten, in der Sonne leuchtet es blau, im Schatten eher milchig-grau.

    Der Weg wurde zunehmend anspruchsvoller: kleine Bäche überqueren, rutschige Steine, überall Wurzeln und Blätter – ein natürlicher Hindernisparcours. Zwei weitere Hängebrücken später und mehrere Stellen, an denen ich mit Händen und Füßen klettern musste, war klar: Das ist kein Spaziergang.

    Nach meinem Skiunfall vor einem Jahr (beide Beine gebrochen – ja, wirklich beide!) war das bisher die anspruchsvollste Wanderung. Dank meiner guten Wanderschuhe und Michaels Hilfe bin ich immerhin nicht abgestürzt – was ich persönlich als großen Erfolg verbuche.
    Immer wieder begegneten wir anderen Wanderern, an engen Stellen musste man warten und sich irgendwie aneinander vorbeischieben. Ein besonderer Engpass war ein 50 Meter langer Steg der an der steilen Felswand befestigt war. Hier musste definitiv einer bei Gegenverkehr zurückgehen … oder über das Geländer nach außen klettern 😉 Über uns flog alle 10 Minuten ein Hubschrauber vorbei – vermutlich mit Leuten, die sich denken: „Wandern? Ach nee…“

    Nach 3 Stunden voller Konzentration, Anstrengung und die 600 Höhenmeter nicht zu vergessen, erreichten wir endlich die Aussichtsplattform. Von dort aus sieht man den Franz-Josef-Gletscher – etwa 3 km entfernt. Leider war ich etwas enttäuscht: Das Eis hat sich seit ca. 2008 stark zurückgezogen und wirkt ziemlich grau und staubig. Nicht ganz das Postkartenmotiv, das man erwartet. Früher reichte die Gletscherzunge noch bis zum Regenwald im Tal und man konnte auf Wanderwegen direkt bis an oder auf den Gletscher gehen. Heute liegt die Gletscherzunge nicht mehr im Tal sondern oben auf dem Steilhang und ist nicht mehr per Fuss zu erreichen.

    Dafür gab es gegenüber einen hohen, wenn auch schmalen Wasserfall – der hat einiges wieder gut gemacht.

    Nach einer kurzen Brotzeit ging es wieder runter. Insgesamt waren wir 6 Stunden unterwegs, 12,5 km. Ergebnis: Meine Beine und Füße fühlten sich an, als hätten sie ihren eigenen Kündigungsbrief geschrieben.

    23.03.2026- Highlight des Tages: Hubschrauberflug über die Fox- und Franz-Josef-Gletscher

    Heute um 9:00 Uhr ging’s los – keine Wolken, strahlender Sonnenschein, angenehme 20 Grad. Besser hätte das Wetter für einen Helikopterflug wirklich nicht sein können. Und angeblich ist das auch die einzige Möglichkeit, diese Gletscher wirklich zu erreichen – also kein Druck 😄

    Nach der Anmeldung kam direkt der spannende Teil: Wiegen. Ja, wirklich. Über 120 kg sollte man besser nicht mitbringen – sonst bleibt man vermutlich am Boden und darf nur winken. Zum Glück bestanden wir alle den „Check“ und bekamen unsere Armbänder wie bei einem exklusiven Event. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung (und ein bisschen Smalltalk zur Beruhigung der Nerven) standen wir schon bereit. Sechs Personen passen rein, wir waren zu fünft – also fast eine Privatvorstellung. Das Bodenpersonal erzählte uns nebenbei, dass es hier vier Anbieter mit jeweils etwa sieben Hubschraubern gibt. Heißt: Wenn viel los ist, könnte es hier aussehen wie auf einem kleinen Flughafen mitten in den Bergen.

    Nach etwa zehn Minuten meinte einer ganz entspannt: „Da kommt euer Hubschrauber.“ Ich: sehe nichts. Höre nur ein leises Brummen. Alle starren in den Himmel wie bei einer UFO-Sichtung – und tatsächlich: ein winziger Punkt, der schnell größer und deutlich lauter wird. Und plötzlich steht das Ding einfach 20 Meter vor uns. Ziemlich beeindruckender Auftritt.

    Dann ging’s los: Flug Richtung Mount Cook und Mount Tasman. Schon allein der Flug war ein Highlight. Aber die Landung auf dem Fox-Gletscher? Noch mal eine ganz andere Liga.

    Oben standen schon zwei andere Hubschrauber, die aus der Luft wie Spielzeug aussahen. Die Landschaft bzw. der Gletscher ist so riesig, dass selbst Menschen und Maschinen plötzlich eher in die Kategorie „Ameise“ fallen.

    Nach der Landung durften wir aussteigen und ein bisschen Gletscherluft schnuppern – allerdings streng geregelt: nur vor dem Hubschrauber und maximal 30 Meter Entfernung. Vermutlich, damit keiner spontan beschließt, allein Richtung Antarktis weiterzuwandern. Die Umgebung: einfach nur wow. Berge, Schnee, alles glitzert – wie eine Mischung aus Postkarte und Windows-Hintergrundbild, nur in echt.

    Fotos durften natürlich auch nicht fehlen – inklusive Selfie mit dem Piloten (der vermutlich jeden Tag solche glücklichen Touristen sieht). Er hat sogar von allen Fotos gemacht, die man später kaufen kann – cleveres Geschäftsmodell.

    Nach etwa zehn Minuten hieß es wieder einsteigen, und wir hoben erneut ab. Weiter ging’s Richtung Norden über den Franz-Josef-Gletscher. Den hatten wir gestern noch von unten gesehen – wo ich war leicht enttäuscht war. Aber von oben? Komplett anderes Level. Riesig, beeindruckend, viel mehr Eis und Schnee als gedacht – und er zieht sich ewig durch die Landschaft. Ich war richtig froh, ihn noch aus dieser Perspektive erleben zu können. Manchmal muss man einfach die Perspektive wechseln (im wahrsten Sinne des Wortes).

    Nach rund 40 Minuten landeten wir wieder sicher im Tal.

    Fazit: Hat nicht nur Spaß gemacht – war ziemlich sicher eines der coolsten Erlebnisse der Reise. 🚁

  • Neuseeland – Christchurch

    19.03.2026 – Heute sind wir mit dem Bus zum Willowbank Wildlife Reserve gefahren – eine wunderschön angelegte, kompakte, aber unglaublich liebevoll gestaltete grüne Oase für heimische und exotische Tiere. Eintritt: ca. 18 € pro Person. Und angeblich gibt es hier die „Big 5“ Neuseelands zu sehen.

    Was das ist? Natürlich weiß das Internet alles: der Kiwi, der freche Kea, die uralte Tuatara, der Buschpapagei Kaka und der sehr seltene Takahe. Wir waren entsprechend aufgeregt – Erwartungen auf Maximum!

    Kaum durch den Eingang, wurden wir von einem plätschernden Bächlein, weißen und braunen Enten, Holzstegen und ganz viel Grün begrüßt. Im Wasser: riesige Aale, die uns erwartungsvoll anstarren – vermutlich dachten sie, wir sind das Mittagessen. So nah, so groß – ich war sofort fasziniert.

    Direkt dahinter stand eine ziemlich lustige Gans, die ich so auch noch nie gesehen habe.

    Wir liefen über kleine Holzstege weiter, vorbei an Teichen, in denen exotische Enten, Schildkröten und sogar Emus durchs Wasser stapften (ja, wirklich!).

    Schwarze Schwäne, chinesische Gänse – alles wirkte ein bisschen wie eine tierische WG ohne klare Regeln. Die „Zäune“ bestanden oft nur aus Holzstangen und dünnen Seilen, aber die Tiere waren gefühlt überall. Dazu gesellten sich Spatzen, Tauben und andere Freigeister – alle friedlich, alle ohne Angst vor Besuchern. Manche chillten einfach direkt neben dem Weg. Absolute Gelassenheit.

    Plötzlich lautes Geschrei – und nein, keine Kinder. 14:00 Uhr war Otter-Fütterung. Die kleinen asiatischen Otter wussten das ganz genau und machten ordentlich Alarm. Kaum hatten sie ihren Fisch, war schlagartig Ruhe. Sehr effizient.

    Die Lemuren waren dagegen deutlich entspannter: Sie saßen einfach da, schauten uns an, als würden sie uns beurteilen („Touristen… schon wieder…“) und knabberten gelegentlich an Obst und Salat. Nebenan: Capybaras – herrlich gemütlich. Eines sonnte sich, die anderen lagen einfach rum. Lebensziel: Capybara werden.

    Später kamen wir in einen Bauernhof-Bereich mit alten Hütten, Fahrzeugen und Werkzeugen. Dazwischen: Schweine, Lamas, Schafe, Hühner, Ponys, Esel, Hasen… Alles zum Anfassen und Füttern. Ein bisschen wie Streichelzoo für Fortgeschrittene.

    Dann wurde es spannend: Wir gingen durch eine Schleuse mit zwei Türen in ein großes, von Netzen überspanntes Areal. Hier begann die „Big 5“-Schnitzeljagd. Auf Ästen, im Gebüsch, irgendwo im Nirgendwo: Kaka, Keas, weiße Tauben, Takahe … Jedes Tier zu entdecken war ein kleiner Sieg. Die Tuatara (Brückenechsen) fanden wir schließlich in einem Terrarium. Ein echtes Relikt – dieses Tier hat einfach mal 200 Millionen Jahre Evolution überlebt. Und ich bin schon stolz, wenn ich meinen Flug nicht verpasse.

    Zum Schluss kam der berühmte Kiwi-Bereich. Zuerst eine kleine Ausstellung mit Infos – inklusive ausgestopfter Exemplare. Die Eier sind riesig, etwa 25 % der Körpergröße der Kiwi-Mama. Kein Wunder, dass sie danach erstmal Ruhe brauchen. Dann ging es in einen komplett dunklen Bereich – nur schwaches, warmes Licht. Absolute Ruhe war Pflicht. wir brauchten einige Minuten, bis sich unsere Augen angepasst hatten. Erst sahen wir: nichts. Dann hörte ich leises Rascheln. Ich blieb stehen. Und plötzlich – ein kleines rundliches Wesen, ein langer Schnabel: ein Kiwi! Er war ständig in Bewegung, völlig rastlos. Fotos? Vergiss es. Dunkel + schneller Kiwi = fotografische Katastrophe.

    Nach und nach kamen andere Besucher, ich spielte spontan Kiwi-Guide („Da! Links! Nein, jetzt rechts!“), und am Ende haben wir tatsächlich alle drei Kiwis entdeckt. Mission erfüllt. Glücklich.

    Insgesamt haben wir fast 50 Tierarten gesehen – inklusive Gibbons und Wallabys.

    Abends ging es dann noch zum Essen in den Riverside Market.

    20.03.2026 – Heute standen Kultur und Natur auf dem Programm: Die Christchurch Art Gallery Te Puna o Waiwhetū – ein modernes Kunstmuseum mit wechselnden Ausstellungen. Eintritt frei, Kunstniveau hoch.

    Danach die Christchurch Botanic Gardens: 21 Hektar grüne Oase mitten in der Stadt – ebenfalls kostenlos.

    Besonders beeindruckend: der Rosengarten. Unzählige Sorten, Farben und Düfte. Jede Rose riecht anders – ich konnte einfach nicht aufhören zu fotografieren. Am Ende sah mein Handy aus wie ein digitaler Blumenkatalog.

    Auch die einheimischen Pflanzen waren spannend, inklusive Māori-Namen und Infotafeln. Im Fluss sahen wir ein Touristenboot, ähnlich den Spreewaldkähnen südlch von Berlin. Der Kahnfahrer fuhr rund um den botanischen Garten und erzählte den Touris Geschichten über die Stadt und den botanischen Garten.

    Morgen holen wir unseren Mietwagen ab und fahren Richtung Franz-Josef- und Fox-Gletscher. Die Reise bleibt spannend!

    Tipps:

    Öffentliche Verkehrsmittel in Christchurch: Kontaktlos mit Kreditkarte bezahlen – einfach beim Einsteigen scannen. Einzelfahrt: ca. 3 $, Tageslimit: 6 $. Sehr praktisch!

    Historische Straßenbahn: 40 $ pro Tag, Kombi mit Gondel ca. 70 $. Unser Fazit: Kann man machen – muss man aber nicht. Zu Fuß durch die Innenstadt völlig ausreichend.

    Bezahlen: Karte geht praktisch überall. Bargeld? Fast überflüssig. Wir haben nur ein paar Scheine und Münzen als Souvenir behalten.

  • Neuseeland – Lake Tekapo & Christchurch

    16.03.2026 – Heute sind wir von Wanaka weiter nach Norden bis zum Lake Tekapo gefahren. Warum? Weil dieser Ort quasi der VIP-Bereich für Sterne ist. Hier gibt es nämlich extrem wenig Lichtverschmutzung – der Himmel macht hier also richtig Show.
    Ganz in der Nähe unserer Unterkunft (nur etwa 10 Gehminuten entfernt – also selbst für faule Urlauber machbar) steht eine wunderschöne kleine Steinkirche direkt am See. Zum Sonnenuntergang haben wir einen gemütlichen Spaziergang dorthin gemacht – sehr romantisch, fast schon kitschig.

    Westlich vom See gibt es einen Hügel mit einem Observatorium. Dort kann man Touren buchen und sich von einem Astronomen alles erklären lassen. Die Straße nach oben kostet allerdings auch 14 Dollar. Also einfach nur auf den Hügel fahren, ohne das Observatorium zu buchen, geht auch nicht. Wir haben uns für die „Budget-Variante“ entschieden: einfach ausschlafen und später selbst Sterne anschauen – mit gratis Erklärungen aus dem Internet (und Michaels wachsender Foto-Expertise).

    Also: erst entspannt ausgeschlafen, dann gegen 22:00 Uhr los zum Seeufer – natürlich dahin, wo es schön dunkel ist, ohne Straßenlaternen und mit möglichst wenig Autos. Michael hat dabei neue Methoden entdeckt, wie man mit dem Handy den Sternenhimmel fotografiert. Nach ein paar Versuchen (und einigen „Das sieht eher nach schwarzer Tafel aus als nach Sternen“-Momenten) kamen tatsächlich ganz gute Ergebnisse raus. Stativ für Handy oder Kamera ist Pflicht.

    Gegen 23:30 Uhr sind wir zur Kirche gelaufen – und Überraschung: Wir waren nicht die Einzigen mit dieser brillanten Idee. Dutzende Menschen standen dort im Dunkeln und in der Kälte und versuchten die Milchstraße zu fotografieren. Ein kleines inoffizielles „Fotografen-Treffen der Nachtaktiven“.
    Wir haben auch noch ein paar schöne Bilder von der Kirche mit der Milchstraße im Hintergrund gemacht. Gegen 0:30 Uhr sind wir dann glücklich, zufrieden und leicht durchgefroren zurückgegangen.

    17.03.2026 – Heute ging es weiter nach Christchurch. Da wir den Mietwagen noch einen Tag hatten, wollten wir ihn natürlich maximal ausnutzen – typisch.
    Nach dem Check-in und einem schnellen Einkauf sind wir direkt zur Gondelstation vom Mount Cavendish gefahren. Dort kann man mit einer Gondel (gefühlt ein bisschen wie in Österreich, nur mit mehr Schafen drumherum) hochfahren und die ganze Stadt von oben sehen. Wirklich beeindruckend. Auch hier am anderen Ende der Welt findet man wie schon an den Bana Hills in Vietnam Technik aus Österreich in Form von Doppelmayr Bergbahnen.
    Abends gab es japanisches Essen.

    Reise in die Antarktis… äh… fast ins Zentrum 😄
    18.03.2026 – Heute haben wir unseren Mietwagen am Flughafen in Christchurch zurückgegeben und sind direkt danach ins Internationale Antarktis-Zentrum gegangen – nur 10 Minuten zu Fuß vom Flughafen entfernt. Praktisch und kalt zugleich.
    Dort haben wir einige Highlights erlebt:

    Kältekammer:
    Hier konnten wir echte antarktische Temperaturen spüren: -8 bis -18 Grad, inklusive Sturm-Simulation. Wir waren sehr froh dass man dort eine dicke Winterjacke kostenlos ausleihen konnte. Ein Mann war allerdings in kurzer Hose drin – entweder sehr mutig oder einfach schlecht vorbereitet.

    Husky-Hunde:
    Ein Mitarbeiter mit Maori-Wurzeln (optisch eine etwas kleinere Version von Dwayne „The Rock“ Johnson – aber mit Haaren) hat uns lebhaft erklärt, warum Huskys die besten Freunde des Menschen in der Antarktis sind. Und warum frühe Expeditionen mit Pferden und kleinen Motorschlitten gescheitert sind. Neben ihm lagen drei große Huskys… und haben das Ganze verschlafen. Sehr überzeugende Teamarbeit.

    Blaue Zwergpinguine:
    Vier kleine, süße Pinguine watschelten durch die Gegend. Unglaublich niedlich. Allerdings ist keiner ins Wasser gegangen – vielleicht hatten sie heute einfach keinen Bock auf Schwimmen.

    Hägglund-Fahrt:
    Dann durften wir mit einem Hägglund fahren – ein Fahrzeug, das aussieht, als könnte es problemlos durch Schnee, Eis und wahrscheinlich auch durch unser Wohnzimmer fahren. Es ging über steile Hügel, durch 50 cm tiefes Wasser und über Gräben, die Gletschersplaten simulieren sollten. Wir würden ordentlich durchgeschüttelt.

    4D-Kino:
    Zum Abschluss gab es ein 4D-Erlebnis: Während des Films hat der Stuhl gewackelt, Wasser wurde ins Gesicht gespritzt, und Wind kam von allen Seiten. Man hatte wirklich das Gefühl, über den Ozean zu fliegen, mit dem Schiff unterwegs zu sein und mitten in der Eislandschaft zu stehen – fast zumindest. Sehr nah dran!
    Nach über zwei Stunden haben wir das Antarktis-Zentrum verlassen – mit vielen neuen Eindrücken und dem Gefühl, zumindest ein kleines bisschen „Antarktis“ erlebt zu haben, ohne dabei tatsächlich einzufrieren.

  • Neuseeland- Te Anau-Milford Sound

    13.03.2026 – Ausflug von Te Anau zum berühmten Milford Sound. Schon die Fahrt von Te Anau zum Milford Sound ist eigentlich ein eigenes Highlight.

    Grüne Berge, türkisblauer See, blauer Himmel mit weißen Wolken – wie aus einem Reiseprospekt. Dazu riesige Wiesen, dekoriert mit unzähligen weißen Schafen und ein paar schwarzen Kuhherden. Und ständig Aussichtspunkte, bei denen man am liebsten alle fünf Minuten anhalten möchte. Michael meinte irgendwann trocken: „Das kennen wir doch – sieht aus wie Alpen.“ Stimmt eigentlich. Nur mit mehr Schafen.

    Mirror Lakes: Eigentlich ein sehr schöner, sehr kurzer Spaziergang – vielleicht fünf Minuten. Holzstege führen entlang eines kleinen Sees, der bei Windstille die umliegenden Berge perfekt spiegelt. Theoretisch. Heute gab es leider leichten Wind und von den Bäumen tropfte noch Wasser vom Regen der letzten Nacht. Also nix 100% mit Spiegel-Effekt.

    Dafür ein anderer Effekt: Touristenstrom-Effekt. Riesige Reisebusse, Wohnmobile am Straßenrand, und auf den kleinen Stegen drängeln sich Menschen aus aller Welt. Vielleicht sollte man den Ort heute eher „More Tourist Lake“ nennen. Also: einmal kurz schauen – und schnell weiter.

    Wanderung zur Viewing Gantry: Unsere nächste kleine Wanderung führte über eine Hängebrücke durch einen dichten Märchenwald. Neben uns läuft ein Bach, und um uns herum kleine neugierige Vögel, die ständig um uns herumflogen und sich ganz nah auf Äste oder Steine setzten. Als würden sie uns kontrollieren: „Habt ihr auch wirklich Eintritt bezahlt?“

    Nach etwa 20 Minuten durch den Wald erreichten wir einen wunderschönen Wasserfall. Frische Luft, donnerndes Wasser, das glasklar über die Felsen rauscht – richtig beeindruckend.

    Der Tunnel: Dann kam der berühmte Tunnel: einspurig, mit Ampelregelung. Der Tunnel wirkt ziemlich rustikal – schwache Beleuchtung, nackter Fels, und überall tropft Wasser von der Decke. Wie Regen … nur eben im Tunnel. Das hat uns ein bisschen an den Tunnel Richtung Nordkap in Norwegen erinnert. Vor dem Eingang steht außerdem ein riesiger Felsen mit einem hohen Wasserfall – perfekter Fotospot. Also schnell ein Foto aus dem Auto.

    Milford Sound: Hier soll es im Schnitt über 200 Tage im Jahr regnen. Heute gehörte eindeutig zu den anderen rund 165 Tagen. Wir parkten unser Mietauto auf dem kostenlosen Parkplatz und erkundeten zu Fuß eine kleine Halbinsel. Kaum ein paar Meter gelaufen, sehen wir plötzlich ein kleines Flugzeug zwischen den Bergen gleiten. Wir bleiben stehen und schauen zu. Plötzlich dreht das Flugzeug um. Und fliegt direkt auf uns zu. Immer tiefer. Noch tiefer. Immer lauter. Ich konnte fast den Piloten vorne sehen. Ich winke. Dann donnert das Flugzeug über unseren Kopf hinweg und landet hinter uns auf einer kleinen Piste. Erst jetzt merken wir: Direkt hinter dem Parkplatz liegt ein Mini-Flughafen, von dem kleine Flugzeuge Touristen aus Queenstown herbringen und Rundflüge machen.

    Vom Lookout aus bewunderten wir den großen Wasserfall in der Ferne. Das Wasser prallt mit voller Wucht auf die Felsen und erzeugt eine riesige Gischtwolke, die der Wind noch hunderte Meter weit trägt – man spürt sie sogar noch am Aussichtspunkt.

    Auf dem zentralen Parkplatz nahe des Besucherzentrums entdeckten wir dann noch Weka – Vögel, die leicht mit Kiwi verwechselt werden können. Nur sind sie tagaktiv und überhaupt nicht menschenscheu. Andere Touristen schrien sofort: „Schau! Ein Kiwi!“ Alle zücken ihre Kameras und stehen plötzlich im Kreis um die armen Wekas. Den Vögeln gefällt das offensichtlich gar nicht – sie verschwinden blitzschnell im Gebüsch. Die Touristen sind trotzdem glücklich. Fotos haben sie ja.

    Am Hafen vom Milford Sound herrscht Hochbetrieb. Mindestens 20 bis 30 Reisebusse. In diesem kleinen Hafen können bis zu 12 Schiffe gleichzeitig anlegen. Massen von Touristen aus aller Welt starten hier ihre Bootstour. Wir hatten darauf ehrlich gesagt keine Lust. Stattdessen suchten wir uns eine sonnige Picknickbank und machten gemütlich Brotzeit.

    Der Rückweg – Tag des Regenbogens

    Auf der Rückfahrt tauchte plötzlich ein Regenbogen auf. Dann noch einer. Dann ein Wasserfall mit Regenbogen. Und schließlich ein riesiger Doppelregenbogen – mit unglaublich intensiven Farben. Einer der schönsten, die wir je gesehen habe. Als wir abends wieder an unserer Unterkunft ankamen: Noch ein Doppelregenbogen.

    Ganz klar: Heute war der Tag der Regenbögen! 🌈

    Am nächsten Tag: Spaziergang am Lake Manapouri und eine Wanderung am Te-Anau-See – etwas ruhiger, aber genauso schön.

    15.03.2026 – Wanderung Aspiring Roy Bob Gletscher: Heute sind wir von Te Anau nach Wanaka gefahren – eine gemütliche Autofahrt von etwas über drei Stunden. „Gemütlich“ stimmt allerdings nur, wenn man danach noch eine Wanderung dranhängt. Genau das haben wir gemacht. 😄 Unterwegs noch paar Lookouts. Einige Sehenswürdigkeiten haben wir auch dokumentiert.

    Gegen Mittag kamen wir in Wanaka an, haben schnell den Schlüssel für unsere Unterkunft eingesammelt – und sind sofort wieder ins Auto gestiegen. Warum auch ausruhen, wenn man stattdessen noch in den Mount Aspiring National Park fahren kann?

    Bis zum Startpunkt der Wanderung brauchten wir nochmal etwa eine Stunde. Die letzten 30 Kilometer waren allerdings kein Asphalt mehr, sondern feinster neuseeländischer Schotterweg. Nach wenigen Minuten war die hintere Fensterscheibe so staubig, dass man meinen konnte, wir hätten eine Milchglasscheibe eingebaut.

    Unterwegs gab es immer wieder eine „Furt“ – mal mit Wasser, mal ohne. Ein bisschen wie eine Überraschungsbox für Autofahrer.

    Links und rechts erstrecken sich riesige eingezäunte Wiesen bis an die Berge. Darauf verteilt: unzählige Schafe, Kühe und Hirsche – wirklich überall, sogar hoch oben an den Berghängen. Manche Tiere hatten offenbar beschlossen, dass Zäune überschätzt werden, und grasten direkt neben der Straße. Wenn wir vorbeifuhren, schauten sie neugierig hoch, als wollten sie sagen: „Na, auch auf Wanderschaft?“ Kein Wunder übrigens, dass die Lammschulter vorgestern so fantastisch geschmeckt hat. Die Tiere hier leben offenbar im absoluten Wellness-Resort. 😉

    Am Parkplatz angekommen standen dort schon fast hundert Autos. Einige Wanderer kamen uns bereits wieder entgegen – wir waren also eindeutig in der „Spät-Schicht“. Der Weg begann mit einer langen Hängebrücke über kristallklares Wasser.

    Weil wir erst gegen 14 Uhr losgelaufen sind, waren die meisten Leute schon auf dem Rückweg. Das hatte den großen Vorteil, dass wir oben am Aussichtspunkt fast alleine waren. Von dort sieht man den Rob Roy Gletscher – mit nicht allzu viel Schnee und Eis, aber dafür umgeben von steilen Felsen, aus denen überall kleine und große Wasserfälle herunterstürzen. Bei Sonnenschein und etwa 16 Grad – besser kann ein Wandertag kaum sein.

    Plötzlich hörte ich ein donnerndes Geräusch. Ich schaue nach oben – und genau in diesem Moment löst sich am Gipfel eine große Masse Eis und stürzt herunter. Das Ganze dauerte vielleicht zehn Sekunden. Danach war wieder völlige Ruhe, als wäre nichts passiert. Naturkino live.

    Die Wanderung selbst war angenehm moderat: etwa 400 Höhenmeter und 10,6 Kilometer insgesamt. Mit gemütlicher Brotzeit am Aussichtspunkt waren wir rund vier Stunden unterwegs. Als wir um 18:30 Uhr wieder unten ankamen – gesund, glücklich und leicht staubig – schien immer noch die Sonne. Wieder einmal: ein perfekter Tag. 🌞

  • Neuseeland – Queenstown 🇳🇿

    Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, sind wir von Brisbane nach Queenstown geflogen. Die Zeitverschiebung beträgt drei Stunden zu Queensland und ganze zwölf Stunden zu Deutschland. Kurz gesagt: Wir sind jetzt ziemlich exakt auf der anderen Seite der Weltkugel angekommen.
    Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen, begrüßen uns kühle Luft, leichter Nieselregen, grauer Himmel und ein beeindruckendes Bergpanorama. Unser erster Gedanke: Moment … sind wir wieder zuhause gelandet? Oder vielleicht doch in Österreich?
    Am Flughafen haben wir gleich zwei Bee Cards für den ortlichen ÖPNV gekauft (15 $ inklusive 10 $ Guthaben) und sind mit dem öffentlichen Bus etwa 20 Minuten in die Stadt gefahren. Diie Fahrten mit der Karte sind nämlich wesentlich günstger als Kreditkarten- oder Bargeldzahlungen. Nach dem Einchecken im Hotel ging es direkt ins Zentrum zum Abendessen. Natürlich etwas Typisches: Fish & Chips (hier „Blue & Gold“) und eine saftige Lammhaxe. Dazu 2 Pint (Pint = ca. eine halbe Maß) Ginger Beer.
    Fazit: sehr lecker – der Jetlag war zumindest für eine Stunde vergessen.


    Tag 2 – Sonne wie bestellt
    Heute scheint tatsächlich die Sonne, als hätten wir sie extra bestellt. Wir machen eine Wanderung auf Bob’s Peak, einen der umliegenden Berge. Die meisten Touristen nehmen hier bequem die Gondel und lassen sich rund 480 Meter nach oben tragen.
    Oben gibt es eine ganze Palette an Aktivitäten: Paragliding, Mountain Downhill, „The Luge“ (eine Art Sommerrodelbahn)und eine Zipline mit bis zu sechs Abschnitten durch den Wald. Wir haben uns natürlich für die klassische Variante entschieden: zu Fuß hoch.
    Nach etwa 1,5 Stunden erreichen wir die Bergstation. Oben erwartet uns ein gigantischer Ausblick – allerdings auch mit ordentlich Wind und deutlich kälteren Temperaturen. Der große blaue See liegt wie ein Spiegel zwischen den Bergen, und Queenstown wirkt wie ein funkelndes Juwel am Wasser.
    Es hat etwas unglaublich Beruhigendes, einfach dort zu stehen und diese Landschaft in Ruhe zu genießen.

    Später machen wir noch einen gemütlichen Spaziergang von Queenstown Bay Beach bis zur nahegelegenen Halbinsel.

    Dort liegen mitten im Grünen zahlreiche öffentliche Einrichtungen: Disc Golf, Skatepark, Eishalle, Bowlingclub und Tennisanlagen.
    Queenstown ist wirklich ein Paradies für Menschen, die gerne draußen unterwegs sind.

    Tag 3 – Fotostopp alle fünf Meter
    Heute sind wir mit dem Wassertaxi – praktischerweise ebenfalls mit der Bee Card nutzbar – bis zum Frankton Arm gefahren. Dort gibt es einen historischen Damm, von dem aus man die Lake Willow Islets von der anderen Seite bewundern kann.

    Ich kann inzwischen einfach nicht mehr aufhören zu fotografieren. Wirklich. Mein Handy hat vermutlich schon mehr Landschaftsbilder als Speicherplatz.

    Nach etwa einer Stunde sind wir wieder zurückgefahren. Da der Tag noch jung war, sind wir anschließend noch den Sunshine Bay Track gelaufen. Der Name passt perfekt: Sonne, See, Berge – Postkartenmotiv an jeder Ecke. Heute wieder locker über 20.000 Schritte. Ich klopfe mir selbst anerkennend auf die Schulter.


    Tag 4 – Adrenalin (zumindest für andere)
    Heute ging es wieder zum Flughafen – diesmal allerdings, um unseren Mietwagen abzuholen. Danach sind wir zur berühmten Kawarau Bridge gefahren.
    Dort befindet sich seit 1988 der erste kommerzielle Bungee-Sprungplatz der Welt, betrieben von AJ Hackett. Übrigens wurde Bungee Jumping genau hier erfunden. Die Brücke ist etwa 43 Meter hoch, darunter fließt ein spektakulär türkisblauer Fluss. Allein die Landschaft ist schon sehenswert.

    Unten im Wasser sehe ich plötzlich ein Kajak, das geschickt durch die Strömung manövriert. Kurz vor den Felsen – zack – Drehung, fast 180 Grad, und weiter geht’s. Spaß hat der Paddler auf jeden Fall.

    Oben auf der Brücke stehen inzwischen mutige junge Leute mit Gurt und Seil. Daneben eine große Menge Zuschauer, die jubeln, klatschen oder laut schreien – als würden sie gleich selbst springen.
    Ein junger Mann steht oben, schaut nach unten… und verschwindet nach fünf Minuten wieder. Entscheidung vertagt. Verständlich.
    Dann kommt eine junge Asiatin. Die Zuschauer klatschen und rufen, um ihr Mut zu machen. Nach ein paar Minuten sammelt sie all ihren Mut – und springt!
    Alle schreien. Sie schreit noch lauter. Kopf voran schwingt sie mehrere Male über dem Fluss hin und her, bevor sie schließlich unten sicher ins Boot gezogen wird. Große Erleichterung und Applaus.
    Nebenan laufen Fly Fox und Swing ebenfalls auf Hochtouren. Die Mischung aus Aufregung, Nervenkitzel und Adrenalin liegt förmlich in der Luft.
    Ich habe auch kurz darüber nachgedacht.
    Wirklich nur kurz.
    Dann habe ich mich für die komfortable Zuschauer-Variante entschieden. Mein Leben ist auch ohne einen 43-Meter-Sturz aufregend genug.

    Nächster Stopp: Glenorchy
    In Glenorchy haben wir uns zuerst den kleinen Hafen angeschaut. Besonders bekannt ist dort das „Red Shed“, ein rotes Bootshaus am Kai – vermutlich das meistfotografierte Motiv der Gegend.
    Im Inneren des historischen Schuppens gibt es Informationstafeln über die Dampfschifffahrt auf dem See und sogar über die einst kürzeste Eisenbahnstrecke Neuseelands.
    Danach sind wir etwa 1,5 Stunden den Glenorchy Lagoon Scenic Walkway entlang gewandert. Holzstege führen durch eine Moorlandschaft – sehr ruhig, fast ein wenig mystisch.

    Es erinnert mich ein bisschen an den Brettelsweg bei Steingaden. Nur sind die Berge im Allgäu deutlich grüner und saftiger. Hier dominieren eher braune und dunkle Farbtöne in verschiedenen Höhenstufen.
    Egal ob vom Berg, vom Seeufer oder mitten auf der Fähre – die Landschaft rund um Queenstown ist unglaublich schön. Aber sie ist nicht völlig einzigartig.
    Ich musste oft an unsere schöne Allgäuer Landschaft und an viele Wanderungen in den Alpen denken. Man merkt: Die Welt ist groß und wunderschön – aber zuhause ist es eben auch ziemlich schön. Ein kleines bisschen Heimweh kommt da schon auf. Oh man.

    Heute geht es weiter nach Te Anau
    Die Landschaft wirkt hier wie eine Mischung aus Australien und Österreich: wilde Natur, Berge, Seen – nur mit deutlich mehr Schafen.
    Und leider auch mit einigen überfahrenen Tieren am Straßenrand. Vermutlich viele Possums oder Hermeline welche als invasive Arten vor über 100 Jahren für die Pelzindustrie aus Australien eingeschleppt wurden. Heute werden diese eher als Schädlinge gesehen welche für die Dezimierung von einheimischen Pflanzen und Vögeln verantwortlich sind.

    Im kostenlosen „Te Anau Bird Sanctuary“ haben wir mehere Takahe, eine besondere flugunfähige Vogelart in Neuseeland, gesehen. Dazu noch mehrere einheimische Enten unķd Antipodensittiche.

    In der Nähe von Te Anau gibt es den Kepler Trail, der 68 Kilometer über die Berge führt. Es soll eine sehr schöne Wanderung über 2 oder 3 Tage sein. Auf dem Weg gibt es mehrere Hütten mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten leider nicht so viel Zeit und entschieden uns für die 3 Stunden Variante. Wir kamen uns vor wie im Urwald zu Dinosaurier-Zeiten. Überall alte Bäume, drum herum Moose und riesige Farne. Mittendrin plätscherten ein paar Bäche. Es kam ein bisschen Jurassic Park Stimmung auf, nur ohne Dinos. Dafür soll es hier Kiwis geben. Nein, nicht die Früchte aus dem Supermarkt oder vom vom Obsthändler, sondern das inoffizielle Nationalsymbol von Neuseeland, ein ca. 35 – 60 cm großer flugunfähiger Vogel. Aber leider ist der nur Nachtaktiv und sehr scheu. Also gab es heute leider kein Foto für uns.

    Reise-Lektionen bisher:
    Hotels oder Wohnmobile in Neuseeland unbedingt frühzeitig, mindestens 1 Monat im Voraus, buchen. Unterkünfte sind oft teuer – und manchmal mit Gemeinschaftsbad. Grund: Es gibt hier deutlich mehr Touristen als Einwohner, was sich auf die Verfügbarkeit von Unterkünften und Wohnmobilen auswirkt.

  • Australien – Fazit aus unserer Sicht

    Land und Leute:

    Australien ist wirklich faszinierend. Sowohl die Landschaften und Pflanzen, als auch die einzigartigen Tiere. Je nach Bundesstaat (oder besser gesagt: Nord, Ost, Süd, West oder Mitte) gibt es hier unterschiedliche Klimazonen. Wir haben fast alles erlebt: Gemäßigtes Klima im Süden (ähnlich Deutschland), trophisch und subtrophisch im Norden und Osten (mit Regenwald und feuchtwarmer Luft), und Wüste in der Mitte (mit sehr trockener, heißer Luft).

    Besonders begeistert waren wir von den vielen Tieren, die man entweder mit etwas Glück in der freien Natur oder in Wildgehegen/Zoo’s entdecken kann. Kängurus, Wallabies (die kleinen Vertreter der Kängurus), Wombats, Dingos und Schlangen, um nur ein paar zu nennen. Im Osten gibt es auch Bananenplantagen und riesige Zuckerrohrfelder, welche wahrscheinlich in der Zeit der Kolonialisierung eingeführt wurden. Es gibt riesige Rinderfarmen in der Mitte (welche sich über mehrere Dutzend Hektar erstecken) und Weingebiete im Süden. Weiße Strände und blaues Meer gibt es massig entlang der Küste. Wobei es je nach Jahreszeit im Süden etwas kalt zum Baden sein kann. Das Great Barrier Reef sollte man kennen und ggf. auch mit einem Tauch- oder Schnorchelausflug besuchen.

    Öffentliche Einrichtungen wie Museen und Ausstellungen sind oft kostenlos. Es gibt fast überall kostenlose öffentliche Toiletten, meistens sehr sauber. Da kann sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden. An den Steuereinnahmen liegt es scheinbar nicht, den Australien verwendet die Steuereinnahme eher für die eigene Bevölkerung, statt es in alle Welt und an jeden zu „verschenken“

    Die Australier sind meistens sehr freundlich, locker („no worries“) und hilfsbereit. Aufgrund der Landessprache ist die Verständigung auf Englisch ein Kinderspiel 😉Die Aboriginals, wenn man mal welche sieht, sind manchmal etwas unhöflich und grantig (wie man in Bayern sagt). Aber auch hier gibt es wie überall Ausnahmen. Sie werden auch 200 Jahre nach der Kolonialisierung noch oft ausgegrenzt, was sich auch in ihrer Haltung gegenüber den „Eingewanderten“ und Touristen zeigt. Auch haben viele Australier (nicht nur die Aboriginals) ein Alkoholproblem. Am Straßenrand immer Schilder, die vor Alkoholkonsum warnen und Alkoholkontrollen am Straßenrand. So viele habe ich trotz mehr Verkehr in Deutschland in so kurzer Zeit und am helllichten Tag noch nie gesehen. Dazu aber später noch etwas mehr. In Australien gibt es ca. 27 Mio. Einwohner welche sich hauptsächlich in großen Städten wie Sydney, Melbourne oder Adelaide entlang der Küstenlinie angesiedelt haben. Ansonsten viele kleinere Ortschaften, teilweise nur mit einem Dutzend Einwohner. Ein besonderer Fakt ist die Hauptstadt: Canberra, weder die größte noch schönste Stadt in Australien, wurde im Landesinneren aus dem Boden gestampft um keine Stadt wie Sydney oder Melbourne zu bevorzugen bzw. einen Wettbewerb/Streit zu verhindern.

    Verkehr:

    Hier herrscht Linksverkehr, was gerade in Städten, an Kreuzungen und Kreisverkehren zu anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten führen kann. Auch ist logischerweise bei Mietwagen oder Campern das Lenkrad auf der „falschen“ Seite 😉 Wegen der anderen Sitzposition neigt man dazu anfangs zu weit links am Straßenrand zu fahren. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte ist der Verkehr überschaubar. In den großen Städten etwas mehr, aber kein Vergleich zum München oder Berlin. Brisbane ist hier etwas anders. Hier ist es sehr eng aufgrund der Hügel in und um die Stadt. Große Kreuzungen sind oft unübersichtlich. Man muss sich früh einordnen, wenn man oder auch GoogleMaps weiß wohin man will. Oft gibt es Straßen, die sich über- oder untereinander kreuzen, was die Orientierung etwas schwer macht. Ein paar Mal sind wir falsch abgebogen, was uns in Sydney oder Melbourne nie passiert ist. Auf dem Land ist man fast allein unterwegs … im Outback kann es schon mal sein, dass man 1 Stunde fährt ohne andere Autofahrer zu treffen. An den Straßenrändern immer Schilder mit Ausschriften wie „Don’t drink and drive“, „Drink Drive. Selfish Prick.„, „Take a break – Fatigue kills“ oder „Stock crossing“. Natürlich wird auch immer vor Kängurus, Wombats oder in einigen Regionen vor Kasuaren und Emu‘s auf der Straße gewarnt.

    Zugverbindungen gibt es an der Küste vereinzelt, diese haben wir aber nicht genutzt. Von Süd nach Nord (quer durchs Outback) gibt es den GHAN, eine luxuriöse Zugverbindung, die man mindestens 6 Monate, wenn nicht sogar 1 Jahr, vorher buchen sollte (wenn man genügend Kleingeld hat 😉). In den großen Städten gibt es einen guten ÖPNV. Wir sind in Sydney, Brisbane und Adelaide oft mit örtlichem Bus und Zug gefahren, was auch relativ günstig ist. Man kann hier einfach per „Tap n Go“ kontaktlos (NFC) mit Kreditkarte oder Handy im Bahnhof/Zug, im Bus oder auch die Fähre bezahlen, was sehr bequem ist. Keine Automaten, kein Tarif-Wirrwarr. In Melbourne empfiehlt sich eine „MyKi“-Card, mit der man günstig und auch per Tap den Bus oder Zug bezahlen kann.

    Um da Land richtig zu erkunden, empfiehlt es sich ein Wohnmobil (es gibt Massen von Touristen die mit Campern in Australien unterwegs sind) oder zumindest einen Mietwagen zu buchen. Mietwagen kann man eher kurzfristig (1 Woche im voraus) buchen. Bei Wohnmobilen sieht es etwas anders aus. Diese sollte man wegen der Verfügbarkeit und der Preise mindestens 3 Monate vor Start reservieren. Wir hatten 1,5 Monate im Voraus nicht mehr die volle Auswahl und mussten deshalb upgraden und mehr bezahlen. Generell empfiehlt sich auf die Versicherung zu achten. Es gibt nur eine Basisversicherung mit hoher Selbstbeteiligung. Das All-inklusive-Paket kostet deutlich mehr. Wir haben sowohl Mietwagen als auch unseren Camper über Vergleichsportale (Mietwagen z.B. Ch…24 oder AutoEuro… / Camper z.B. Ch…24 bzw. CampStar) gebucht. Das war etwas günstiger als über die direkte Vermietung und man konnte günstiger eine Zusatzversicherung (mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung) für eventuelle Schäden abschließen.

    Geld und Kosten:

    Der Wechselkurs war in Australien war ungefähr 1 Euro : 1,5 Australische Dollar. Hier empfiehlt sich generell die Kartenzahlung. Was zwar manchmal mit 1,5% Gebühren „belohnt“ wird, aber noch günstiger ist als Geld zu Tauschen oder am Bankautomaten zu ziehen. Wir hatten 100 AUD, welcher wir am Ende noch irgendwie ausgeben mussten.

    Hotels in Sydney waren gerade zum Jahreswechsel extrem teuer, so etwas auf Oktoberfest-Niveau. Aber das war irgendwie eingeplant. Wann hat man schon mal die Chance Silvester am anderen Ende der Welt und am Sydney Harbour mit Oper im Hintergrund zu Feiern. Mal abgesehen von Sydney im großen Apartment für 200 €/Nacht und Yulara (mitten im Outback für 160€/Nacht), waren die Preise ohne Frühstück bei ca. 60 € – 80 € im 4* Hotel relativ erschwinglich. Auch hier hilft wieder der Preis-Check mit verschiedenen Vergleichsportalen.

    Einkaufen und Essen war etwas günstiger Deutschland, wobei Alkohol, aber auch Wasser in Flaschen deutlich teurer ist als in Deutschland. Flasche Bier etwas 3 AUD (2 €) für 0,33 Liter … wobei man das nicht im Supermarkt, sondern nur bei lizensierten Händlern bekommt. Liegt wohl daran, das Australien ein Alkoholproblem hat und die Alkoholsteuer sehr hoch ist. In Bars und Restaurants kann das „kleine“ Bier schon mal 15 AUD kosten. Das günstigste Flaschenwasser kostet etwa 0,5 € pro Liter. Etwas günstiger sind hier 5 oder 10 Liter Kanister mit integriertem Zapfhahn. Aber immer noch mindesten 50% teurer als in Deutschland.

    Taxis sind etwas günstiger als in Deutschland, wobei man hier auch Uber nutzen kann. Wir haben einmal 14 € für 4 Kilometer mit dem Taxi bezahlt. Mit Uber kostete der Flughafentransfer etwas 14 AUD für 6 Kilometer. Also etwas günstiger als ein normales Taxi. In den großen Städten waren wir mit Bus und Bahn unterwegs. In Sydney waren es ca. 2 € pro Fahrt (max. 50 AUD/33 € pro Woche). In Melbourne und Adelaide waren die Preise ähnlich. In Brisbane gab spezielle Tarife für 0,5 AUD pro Fahrt, was über die Woche verteilt sehr günstig war. Teilweise sind wir den halben Tag Fähre gefahren 😉