Schlagwort: Oceania

  • Neuseeland- Te Anau-Milford Sound

    13.03.2026 – Ausflug von Te Anau zum berühmten Milford Sound. Schon die Fahrt von Te Anau zum Milford Sound ist eigentlich ein eigenes Highlight.

    Grüne Berge, türkisblauer See, blauer Himmel mit weißen Wolken – wie aus einem Reiseprospekt. Dazu riesige Wiesen, dekoriert mit unzähligen weißen Schafen und ein paar schwarzen Kuhherden. Und ständig Aussichtspunkte, bei denen man am liebsten alle fünf Minuten anhalten möchte. Michael meinte irgendwann trocken: „Das kennen wir doch – sieht aus wie Alpen.“ Stimmt eigentlich. Nur mit mehr Schafen.

    Mirror Lakes: Eigentlich ein sehr schöner, sehr kurzer Spaziergang – vielleicht fünf Minuten. Holzstege führen entlang eines kleinen Sees, der bei Windstille die umliegenden Berge perfekt spiegelt. Theoretisch. Heute gab es leider leichten Wind und von den Bäumen tropfte noch Wasser vom Regen der letzten Nacht. Also nix 100% mit Spiegel-Effekt.

    Dafür ein anderer Effekt: Touristenstrom-Effekt. Riesige Reisebusse, Wohnmobile am Straßenrand, und auf den kleinen Stegen drängeln sich Menschen aus aller Welt. Vielleicht sollte man den Ort heute eher „More Tourist Lake“ nennen. Also: einmal kurz schauen – und schnell weiter.

    Wanderung zur Viewing Gantry: Unsere nächste kleine Wanderung führte über eine Hängebrücke durch einen dichten Märchenwald. Neben uns läuft ein Bach, und um uns herum kleine neugierige Vögel, die ständig um uns herumflogen und sich ganz nah auf Äste oder Steine setzten. Als würden sie uns kontrollieren: „Habt ihr auch wirklich Eintritt bezahlt?“

    Nach etwa 20 Minuten durch den Wald erreichten wir einen wunderschönen Wasserfall. Frische Luft, donnerndes Wasser, das glasklar über die Felsen rauscht – richtig beeindruckend.

    Der Tunnel: Dann kam der berühmte Tunnel: einspurig, mit Ampelregelung. Der Tunnel wirkt ziemlich rustikal – schwache Beleuchtung, nackter Fels, und überall tropft Wasser von der Decke. Wie Regen … nur eben im Tunnel. Das hat uns ein bisschen an den Tunnel Richtung Nordkap in Norwegen erinnert. Vor dem Eingang steht außerdem ein riesiger Felsen mit einem hohen Wasserfall – perfekter Fotospot. Also schnell ein Foto aus dem Auto.

    Milford Sound: Hier soll es im Schnitt über 200 Tage im Jahr regnen. Heute gehörte eindeutig zu den anderen rund 165 Tagen. Wir parkten unser Mietauto auf dem kostenlosen Parkplatz und erkundeten zu Fuß eine kleine Halbinsel. Kaum ein paar Meter gelaufen, sehen wir plötzlich ein kleines Flugzeug zwischen den Bergen gleiten. Wir bleiben stehen und schauen zu. Plötzlich dreht das Flugzeug um. Und fliegt direkt auf uns zu. Immer tiefer. Noch tiefer. Immer lauter. Ich konnte fast den Piloten vorne sehen. Ich winke. Dann donnert das Flugzeug über unseren Kopf hinweg und landet hinter uns auf einer kleinen Piste. Erst jetzt merken wir: Direkt hinter dem Parkplatz liegt ein Mini-Flughafen, von dem kleine Flugzeuge Touristen aus Queenstown herbringen und Rundflüge machen.

    Vom Lookout aus bewunderten wir den großen Wasserfall in der Ferne. Das Wasser prallt mit voller Wucht auf die Felsen und erzeugt eine riesige Gischtwolke, die der Wind noch hunderte Meter weit trägt – man spürt sie sogar noch am Aussichtspunkt.

    Auf dem zentralen Parkplatz nahe des Besucherzentrums entdeckten wir dann noch Weka – Vögel, die leicht mit Kiwi verwechselt werden können. Nur sind sie tagaktiv und überhaupt nicht menschenscheu. Andere Touristen schrien sofort: „Schau! Ein Kiwi!“ Alle zücken ihre Kameras und stehen plötzlich im Kreis um die armen Wekas. Den Vögeln gefällt das offensichtlich gar nicht – sie verschwinden blitzschnell im Gebüsch. Die Touristen sind trotzdem glücklich. Fotos haben sie ja.

    Am Hafen vom Milford Sound herrscht Hochbetrieb. Mindestens 20 bis 30 Reisebusse. In diesem kleinen Hafen können bis zu 12 Schiffe gleichzeitig anlegen. Massen von Touristen aus aller Welt starten hier ihre Bootstour. Wir hatten darauf ehrlich gesagt keine Lust. Stattdessen suchten wir uns eine sonnige Picknickbank und machten gemütlich Brotzeit.

    Der Rückweg – Tag des Regenbogens

    Auf der Rückfahrt tauchte plötzlich ein Regenbogen auf. Dann noch einer. Dann ein Wasserfall mit Regenbogen. Und schließlich ein riesiger Doppelregenbogen – mit unglaublich intensiven Farben. Einer der schönsten, die wir je gesehen habe. Als wir abends wieder an unserer Unterkunft ankamen: Noch ein Doppelregenbogen.

    Ganz klar: Heute war der Tag der Regenbögen! 🌈

    Am nächsten Tag: Spaziergang am Lake Manapouri und eine Wanderung am Te-Anau-See – etwas ruhiger, aber genauso schön.

    15.03.2026 – Wanderung Aspiring Roy Bob Gletscher: Heute sind wir von Te Anau nach Wanaka gefahren – eine gemütliche Autofahrt von etwas über drei Stunden. „Gemütlich“ stimmt allerdings nur, wenn man danach noch eine Wanderung dranhängt. Genau das haben wir gemacht. 😄 Unterwegs noch paar Lookouts. Einige Sehenswürdigkeiten haben wir auch dokumentiert.

    Gegen Mittag kamen wir in Wanaka an, haben schnell den Schlüssel für unsere Unterkunft eingesammelt – und sind sofort wieder ins Auto gestiegen. Warum auch ausruhen, wenn man stattdessen noch in den Mount Aspiring National Park fahren kann?

    Bis zum Startpunkt der Wanderung brauchten wir nochmal etwa eine Stunde. Die letzten 30 Kilometer waren allerdings kein Asphalt mehr, sondern feinster neuseeländischer Schotterweg. Nach wenigen Minuten war die hintere Fensterscheibe so staubig, dass man meinen konnte, wir hätten eine Milchglasscheibe eingebaut.

    Unterwegs gab es immer wieder eine „Furt“ – mal mit Wasser, mal ohne. Ein bisschen wie eine Überraschungsbox für Autofahrer.

    Links und rechts erstrecken sich riesige eingezäunte Wiesen bis an die Berge. Darauf verteilt: unzählige Schafe, Kühe und Hirsche – wirklich überall, sogar hoch oben an den Berghängen. Manche Tiere hatten offenbar beschlossen, dass Zäune überschätzt werden, und grasten direkt neben der Straße. Wenn wir vorbeifuhren, schauten sie neugierig hoch, als wollten sie sagen: „Na, auch auf Wanderschaft?“ Kein Wunder übrigens, dass die Lammschulter vorgestern so fantastisch geschmeckt hat. Die Tiere hier leben offenbar im absoluten Wellness-Resort. 😉

    Am Parkplatz angekommen standen dort schon fast hundert Autos. Einige Wanderer kamen uns bereits wieder entgegen – wir waren also eindeutig in der „Spät-Schicht“. Der Weg begann mit einer langen Hängebrücke über kristallklares Wasser.

    Weil wir erst gegen 14 Uhr losgelaufen sind, waren die meisten Leute schon auf dem Rückweg. Das hatte den großen Vorteil, dass wir oben am Aussichtspunkt fast alleine waren. Von dort sieht man den Rob Roy Gletscher – mit nicht allzu viel Schnee und Eis, aber dafür umgeben von steilen Felsen, aus denen überall kleine und große Wasserfälle herunterstürzen. Bei Sonnenschein und etwa 16 Grad – besser kann ein Wandertag kaum sein.

    Plötzlich hörte ich ein donnerndes Geräusch. Ich schaue nach oben – und genau in diesem Moment löst sich am Gipfel eine große Masse Eis und stürzt herunter. Das Ganze dauerte vielleicht zehn Sekunden. Danach war wieder völlige Ruhe, als wäre nichts passiert. Naturkino live.

    Die Wanderung selbst war angenehm moderat: etwa 400 Höhenmeter und 10,6 Kilometer insgesamt. Mit gemütlicher Brotzeit am Aussichtspunkt waren wir rund vier Stunden unterwegs. Als wir um 18:30 Uhr wieder unten ankamen – gesund, glücklich und leicht staubig – schien immer noch die Sonne. Wieder einmal: ein perfekter Tag. 🌞

  • Neuseeland – Queenstown

    Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, sind wir von Brisbane nach Queenstown geflogen. Die Zeitverschiebung beträgt drei Stunden zu Queensland und ganze zwölf Stunden zu Deutschland. Kurz gesagt: Wir sind jetzt ziemlich exakt auf der anderen Seite der Weltkugel angekommen.
    Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen, begrüßen uns kühle Luft, leichter Nieselregen, grauer Himmel und ein beeindruckendes Bergpanorama. Unser erster Gedanke: Moment … sind wir wieder zuhause gelandet? Oder vielleicht doch in Österreich?
    Am Flughafen haben wir gleich zwei Bee Cards für den ortlichen ÖPNV gekauft (15 $ inklusive 10 $ Guthaben) und sind mit dem öffentlichen Bus etwa 20 Minuten in die Stadt gefahren. Diie Fahrten mit der Karte sind nämlich wesentlich günstger als Kreditkarten- oder Bargeldzahlungen. Nach dem Einchecken im Hotel ging es direkt ins Zentrum zum Abendessen. Natürlich etwas Typisches: Fish & Chips (hier „Blue & Gold“) und eine saftige Lammhaxe. Dazu 2 Pint (Pint = ca. eine halbe Maß) Ginger Beer.
    Fazit: sehr lecker – der Jetlag war zumindest für eine Stunde vergessen.


    Tag 2 – Sonne wie bestellt
    Heute scheint tatsächlich die Sonne, als hätten wir sie extra bestellt. Wir machen eine Wanderung auf Bob’s Peak, einen der umliegenden Berge. Die meisten Touristen nehmen hier bequem die Gondel und lassen sich rund 480 Meter nach oben tragen.
    Oben gibt es eine ganze Palette an Aktivitäten: Paragliding, Mountain Downhill, „The Luge“ (eine Art Sommerrodelbahn)und eine Zipline mit bis zu sechs Abschnitten durch den Wald. Wir haben uns natürlich für die klassische Variante entschieden: zu Fuß hoch.
    Nach etwa 1,5 Stunden erreichen wir die Bergstation. Oben erwartet uns ein gigantischer Ausblick – allerdings auch mit ordentlich Wind und deutlich kälteren Temperaturen. Der große blaue See liegt wie ein Spiegel zwischen den Bergen, und Queenstown wirkt wie ein funkelndes Juwel am Wasser.
    Es hat etwas unglaublich Beruhigendes, einfach dort zu stehen und diese Landschaft in Ruhe zu genießen.

    Später machen wir noch einen gemütlichen Spaziergang von Queenstown Bay Beach bis zur nahegelegenen Halbinsel.

    Dort liegen mitten im Grünen zahlreiche öffentliche Einrichtungen: Disc Golf, Skatepark, Eishalle, Bowlingclub und Tennisanlagen.
    Queenstown ist wirklich ein Paradies für Menschen, die gerne draußen unterwegs sind.

    Tag 3 – Fotostopp alle fünf Meter
    Heute sind wir mit dem Wassertaxi – praktischerweise ebenfalls mit der Bee Card nutzbar – bis zum Frankton Arm gefahren. Dort gibt es einen historischen Damm, von dem aus man die Lake Willow Islets von der anderen Seite bewundern kann.

    Ich kann inzwischen einfach nicht mehr aufhören zu fotografieren. Wirklich. Mein Handy hat vermutlich schon mehr Landschaftsbilder als Speicherplatz.

    Nach etwa einer Stunde sind wir wieder zurückgefahren. Da der Tag noch jung war, sind wir anschließend noch den Sunshine Bay Track gelaufen. Der Name passt perfekt: Sonne, See, Berge – Postkartenmotiv an jeder Ecke. Heute wieder locker über 20.000 Schritte. Ich klopfe mir selbst anerkennend auf die Schulter.


    Tag 4 – Adrenalin (zumindest für andere)
    Heute ging es wieder zum Flughafen – diesmal allerdings, um unseren Mietwagen abzuholen. Danach sind wir zur berühmten Kawarau Bridge gefahren.
    Dort befindet sich seit 1988 der erste kommerzielle Bungee-Sprungplatz der Welt, betrieben von AJ Hackett. Übrigens wurde Bungee Jumping genau hier erfunden. Die Brücke ist etwa 43 Meter hoch, darunter fließt ein spektakulär türkisblauer Fluss. Allein die Landschaft ist schon sehenswert.

    Unten im Wasser sehe ich plötzlich ein Kajak, das geschickt durch die Strömung manövriert. Kurz vor den Felsen – zack – Drehung, fast 180 Grad, und weiter geht’s. Spaß hat der Paddler auf jeden Fall.

    Oben auf der Brücke stehen inzwischen mutige junge Leute mit Gurt und Seil. Daneben eine große Menge Zuschauer, die jubeln, klatschen oder laut schreien – als würden sie gleich selbst springen.
    Ein junger Mann steht oben, schaut nach unten… und verschwindet nach fünf Minuten wieder. Entscheidung vertagt. Verständlich.
    Dann kommt eine junge Asiatin. Die Zuschauer klatschen und rufen, um ihr Mut zu machen. Nach ein paar Minuten sammelt sie all ihren Mut – und springt!
    Alle schreien. Sie schreit noch lauter. Kopf voran schwingt sie mehrere Male über dem Fluss hin und her, bevor sie schließlich unten sicher ins Boot gezogen wird. Große Erleichterung und Applaus.
    Nebenan laufen Fly Fox und Swing ebenfalls auf Hochtouren. Die Mischung aus Aufregung, Nervenkitzel und Adrenalin liegt förmlich in der Luft.
    Ich habe auch kurz darüber nachgedacht.
    Wirklich nur kurz.
    Dann habe ich mich für die komfortable Zuschauer-Variante entschieden. Mein Leben ist auch ohne einen 43-Meter-Sturz aufregend genug.

    Nächster Stopp: Glenorchy
    In Glenorchy haben wir uns zuerst den kleinen Hafen angeschaut. Besonders bekannt ist dort das „Red Shed“, ein rotes Bootshaus am Kai – vermutlich das meistfotografierte Motiv der Gegend.
    Im Inneren des historischen Schuppens gibt es Informationstafeln über die Dampfschifffahrt auf dem See und sogar über die einst kürzeste Eisenbahnstrecke Neuseelands.
    Danach sind wir etwa 1,5 Stunden den Glenorchy Lagoon Scenic Walkway entlang gewandert. Holzstege führen durch eine Moorlandschaft – sehr ruhig, fast ein wenig mystisch.

    Es erinnert mich ein bisschen an den Brettelsweg bei Steingaden. Nur sind die Berge im Allgäu deutlich grüner und saftiger. Hier dominieren eher braune und dunkle Farbtöne in verschiedenen Höhenstufen.
    Egal ob vom Berg, vom Seeufer oder mitten auf der Fähre – die Landschaft rund um Queenstown ist unglaublich schön. Aber sie ist nicht völlig einzigartig.
    Ich musste oft an unsere schöne Allgäuer Landschaft und an viele Wanderungen in den Alpen denken. Man merkt: Die Welt ist groß und wunderschön – aber zuhause ist es eben auch ziemlich schön. Ein kleines bisschen Heimweh kommt da schon auf. Oh man.

    Heute geht es weiter nach Te Anau
    Die Landschaft wirkt hier wie eine Mischung aus Australien und Österreich: wilde Natur, Berge, Seen – nur mit deutlich mehr Schafen.
    Und leider auch mit einigen überfahrenen Tieren am Straßenrand. Vermutlich viele Possums oder Hermeline welche als invasive Arten vor über 100 Jahren für die Pelzindustrie aus Australien eingeschleppt wurden. Heute werden diese eher als Schädlinge gesehen welche für die Dezimierung von einheimischen Pflanzen und Vögeln verantwortlich sind.

    Im kostenlosen „Te Anau Bird Sanctuary“ haben wir mehere Takahe, eine besondere flugunfähige Vogelart in Neuseeland, gesehen. Dazu noch mehrere einheimische Enten unķd Antipodensittiche.

    In der Nähe von Te Anau gibt es den Kepler Trail, der 68 Kilometer über die Berge führt. Es soll eine sehr schöne Wanderung über 2 oder 3 Tage sein. Auf dem Weg gibt es mehrere Hütten mit Übernachtungsmöglichkeiten. Wir hatten leider nicht so viel Zeit und entschieden uns für die 3 Stunden Variante. Wir kamen uns vor wie im Urwald zu Dinosaurier-Zeiten. Überall alte Bäume, drum herum Moose und riesige Farne. Mittendrin plätscherten ein paar Bäche. Es kam ein bisschen Jurassic Park Stimmung auf, nur ohne Dinos. Dafür soll es hier Kiwis geben. Nein, nicht die Früchte aus dem Supermarkt oder vom vom Obsthändler, sondern das inoffizielle Nationalsymbol von Neuseeland, ein ca. 35 – 60 cm großer flugunfähiger Vogel. Aber leider ist der nur Nachtaktiv und sehr scheu. Also gab es heute leider kein Foto für uns.

    Reise-Lektionen bisher:
    Hotels oder Wohnmobile in Neuseeland unbedingt frühzeitig, mindestens 1 Monat im Voraus, buchen. Unterkünfte sind oft teuer – und manchmal mit Gemeinschaftsbad. Grund: Es gibt hier deutlich mehr Touristen als Einwohner, was sich auf die Verfügbarkeit von Unterkünften und Wohnmobilen auswirkt.

  • Australien – Fazit aus unserer Sicht

    Land und Leute:

    Australien ist wirklich faszinierend. Sowohl die Landschaften und Pflanzen, als auch die einzigartigen Tiere. Je nach Bundesstaat (oder besser gesagt: Nord, Ost, Süd, West oder Mitte) gibt es hier unterschiedliche Klimazonen. Wir haben fast alles erlebt: Gemäßigtes Klima im Süden (ähnlich Deutschland), trophisch und subtrophisch im Norden und Osten (mit Regenwald und feuchtwarmer Luft), und Wüste in der Mitte (mit sehr trockener, heißer Luft).

    Besonders begeistert waren wir von den vielen Tieren, die man entweder mit etwas Glück in der freien Natur oder in Wildgehegen/Zoo’s entdecken kann. Kängurus, Wallabies (die kleinen Vertreter der Kängurus), Wombats, Dingos und Schlangen, um nur ein paar zu nennen. Im Osten gibt es auch Bananenplantagen und riesige Zuckerrohrfelder, welche wahrscheinlich in der Zeit der Kolonialisierung eingeführt wurden. Es gibt riesige Rinderfarmen in der Mitte (welche sich über mehrere Dutzend Hektar erstecken) und Weingebiete im Süden. Weiße Strände und blaues Meer gibt es massig entlang der Küste. Wobei es je nach Jahreszeit im Süden etwas kalt zum Baden sein kann. Das Great Barrier Reef sollte man kennen und ggf. auch mit einem Tauch- oder Schnorchelausflug besuchen.

    Öffentliche Einrichtungen wie Museen und Ausstellungen sind oft kostenlos. Es gibt fast überall kostenlose öffentliche Toiletten, meistens sehr sauber. Da kann sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden. An den Steuereinnahmen liegt es scheinbar nicht, den Australien verwendet die Steuereinnahme eher für die eigene Bevölkerung, statt es in alle Welt und an jeden zu „verschenken“

    Die Australier sind meistens sehr freundlich, locker („no worries“) und hilfsbereit. Aufgrund der Landessprache ist die Verständigung auf Englisch ein Kinderspiel 😉Die Aboriginals, wenn man mal welche sieht, sind manchmal etwas unhöflich und grantig (wie man in Bayern sagt). Aber auch hier gibt es wie überall Ausnahmen. Sie werden auch 200 Jahre nach der Kolonialisierung noch oft ausgegrenzt, was sich auch in ihrer Haltung gegenüber den „Eingewanderten“ und Touristen zeigt. Auch haben viele Australier (nicht nur die Aboriginals) ein Alkoholproblem. Am Straßenrand immer Schilder, die vor Alkoholkonsum warnen und Alkoholkontrollen am Straßenrand. So viele habe ich trotz mehr Verkehr in Deutschland in so kurzer Zeit und am helllichten Tag noch nie gesehen. Dazu aber später noch etwas mehr. In Australien gibt es ca. 27 Mio. Einwohner welche sich hauptsächlich in großen Städten wie Sydney, Melbourne oder Adelaide entlang der Küstenlinie angesiedelt haben. Ansonsten viele kleinere Ortschaften, teilweise nur mit einem Dutzend Einwohner. Ein besonderer Fakt ist die Hauptstadt: Canberra, weder die größte noch schönste Stadt in Australien, wurde im Landesinneren aus dem Boden gestampft um keine Stadt wie Sydney oder Melbourne zu bevorzugen bzw. einen Wettbewerb/Streit zu verhindern.

    Verkehr:

    Hier herrscht Linksverkehr, was gerade in Städten, an Kreuzungen und Kreisverkehren zu anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten führen kann. Auch ist logischerweise bei Mietwagen oder Campern das Lenkrad auf der „falschen“ Seite 😉 Wegen der anderen Sitzposition neigt man dazu anfangs zu weit links am Straßenrand zu fahren. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte ist der Verkehr überschaubar. In den großen Städten etwas mehr, aber kein Vergleich zum München oder Berlin. Brisbane ist hier etwas anders. Hier ist es sehr eng aufgrund der Hügel in und um die Stadt. Große Kreuzungen sind oft unübersichtlich. Man muss sich früh einordnen, wenn man oder auch GoogleMaps weiß wohin man will. Oft gibt es Straßen, die sich über- oder untereinander kreuzen, was die Orientierung etwas schwer macht. Ein paar Mal sind wir falsch abgebogen, was uns in Sydney oder Melbourne nie passiert ist. Auf dem Land ist man fast allein unterwegs … im Outback kann es schon mal sein, dass man 1 Stunde fährt ohne andere Autofahrer zu treffen. An den Straßenrändern immer Schilder mit Ausschriften wie „Don’t drink and drive“, „Drink Drive. Selfish Prick.„, „Take a break – Fatigue kills“ oder „Stock crossing“. Natürlich wird auch immer vor Kängurus, Wombats oder in einigen Regionen vor Kasuaren und Emu‘s auf der Straße gewarnt.

    Zugverbindungen gibt es an der Küste vereinzelt, diese haben wir aber nicht genutzt. Von Süd nach Nord (quer durchs Outback) gibt es den GHAN, eine luxuriöse Zugverbindung, die man mindestens 6 Monate, wenn nicht sogar 1 Jahr, vorher buchen sollte (wenn man genügend Kleingeld hat 😉). In den großen Städten gibt es einen guten ÖPNV. Wir sind in Sydney, Brisbane und Adelaide oft mit örtlichem Bus und Zug gefahren, was auch relativ günstig ist. Man kann hier einfach per „Tap n Go“ kontaktlos (NFC) mit Kreditkarte oder Handy im Bahnhof/Zug, im Bus oder auch die Fähre bezahlen, was sehr bequem ist. Keine Automaten, kein Tarif-Wirrwarr. In Melbourne empfiehlt sich eine „MyKi“-Card, mit der man günstig und auch per Tap den Bus oder Zug bezahlen kann.

    Um da Land richtig zu erkunden, empfiehlt es sich ein Wohnmobil (es gibt Massen von Touristen die mit Campern in Australien unterwegs sind) oder zumindest einen Mietwagen zu buchen. Mietwagen kann man eher kurzfristig (1 Woche im voraus) buchen. Bei Wohnmobilen sieht es etwas anders aus. Diese sollte man wegen der Verfügbarkeit und der Preise mindestens 3 Monate vor Start reservieren. Wir hatten 1,5 Monate im Voraus nicht mehr die volle Auswahl und mussten deshalb upgraden und mehr bezahlen. Generell empfiehlt sich auf die Versicherung zu achten. Es gibt nur eine Basisversicherung mit hoher Selbstbeteiligung. Das All-inklusive-Paket kostet deutlich mehr. Wir haben sowohl Mietwagen als auch unseren Camper über Vergleichsportale (Mietwagen z.B. Ch…24 oder AutoEuro… / Camper z.B. Ch…24 bzw. CampStar) gebucht. Das war etwas günstiger als über die direkte Vermietung und man konnte günstiger eine Zusatzversicherung (mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung) für eventuelle Schäden abschließen.

    Geld und Kosten:

    Der Wechselkurs war in Australien war ungefähr 1 Euro : 1,5 Australische Dollar. Hier empfiehlt sich generell die Kartenzahlung. Was zwar manchmal mit 1,5% Gebühren „belohnt“ wird, aber noch günstiger ist als Geld zu Tauschen oder am Bankautomaten zu ziehen. Wir hatten 100 AUD, welcher wir am Ende noch irgendwie ausgeben mussten.

    Hotels in Sydney waren gerade zum Jahreswechsel extrem teuer, so etwas auf Oktoberfest-Niveau. Aber das war irgendwie eingeplant. Wann hat man schon mal die Chance Silvester am anderen Ende der Welt und am Sydney Harbour mit Oper im Hintergrund zu Feiern. Mal abgesehen von Sydney im großen Apartment für 200 €/Nacht und Yulara (mitten im Outback für 160€/Nacht), waren die Preise ohne Frühstück bei ca. 60 € – 80 € im 4* Hotel relativ erschwinglich. Auch hier hilft wieder der Preis-Check mit verschiedenen Vergleichsportalen.

    Einkaufen und Essen war etwas günstiger Deutschland, wobei Alkohol, aber auch Wasser in Flaschen deutlich teurer ist als in Deutschland. Flasche Bier etwas 3 AUD (2 €) für 0,33 Liter … wobei man das nicht im Supermarkt, sondern nur bei lizensierten Händlern bekommt. Liegt wohl daran, das Australien ein Alkoholproblem hat und die Alkoholsteuer sehr hoch ist. In Bars und Restaurants kann das „kleine“ Bier schon mal 15 AUD kosten. Das günstigste Flaschenwasser kostet etwa 0,5 € pro Liter. Etwas günstiger sind hier 5 oder 10 Liter Kanister mit integriertem Zapfhahn. Aber immer noch mindesten 50% teurer als in Deutschland.

    Taxis sind etwas günstiger als in Deutschland, wobei man hier auch Uber nutzen kann. Wir haben einmal 14 € für 4 Kilometer mit dem Taxi bezahlt. Mit Uber kostete der Flughafentransfer etwas 14 AUD für 6 Kilometer. Also etwas günstiger als ein normales Taxi. In den großen Städten waren wir mit Bus und Bahn unterwegs. In Sydney waren es ca. 2 € pro Fahrt (max. 50 AUD/33 € pro Woche). In Melbourne und Adelaide waren die Preise ähnlich. In Brisbane gab spezielle Tarife für 0,5 AUD pro Fahrt, was über die Woche verteilt sehr günstig war. Teilweise sind wir den halben Tag Fähre gefahren 😉

  • Australien – Queensland – Brisbane

    Die letzten Tage unserer Australienreise wollten wir nutzen, um Brisbane noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Stadt wird gern als Stadt der 20 Brücken bezeichnet – und angeblich hat sie sogar mehr Hügel als Rom. Wir haben sie nicht gezählt, aber nach ein paar Tagen zu Fuß fühlte sich diese Behauptung durchaus glaubwürdig an.

    Parkspaziergang mit Echsen-Begegnung

    Am ersten Tag starteten wir direkt vom Hotel Richtung Roma Street Parkland. Einer der vielen Parks der Stadt – und definitiv keiner von der langweiligen Sorte. Besonders beeindruckend ist dort der Spectacle Garden: Wasserkaskaden, kleine Brücken, Fontänen und jede Menge exotische Pflanzen.

    Und dann wären da noch die Wasseragamen. Diese Echsen können bis zu 90 cm lang werden und scheinen den Park als ihr persönliches Wohnzimmer zu betrachten. Alle paar Meter saß eine auf einem Stein, lag mitten auf dem Weg oder planschte im Wasser. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran – und passt gleichzeitig etwas besser auf, wohin man tritt.

    Vom Park ging es weiter zum Brisbane River, der sich in großzügigen Schleifen durch die Stadt windet. Am Ufer liegt der CBD (Central Business District), wo die Wolkenkratzer die Skyline bilden.

    Wir schlenderten am Fluss entlang und überquerten die hübsche Fußgängerbrücke zur anderen Seite – Richtung Kangaroo Point Cliffs und CT White Park. Dort gibt es mitten in der Stadt eine 20 Meter hohe Felswand, an der man tatsächlich klettern kann.

    Wir fanden die Idee großartig – und beschlossen, sie aus sicherer Entfernung zu bewundern.

    Nachtleben der Tiere

    Auf dem Rückweg wurde es dunkel und Brisbane zeigte sich von seiner schönsten Seite: beleuchtete Brücken, tausende leuchtende Fenster in der Skyline und jede Menge Fotomotive.

    Nach einem Abstecher in ein chinesisches Restaurant liefen wir wieder durch den Park zurück. Plötzlich kreisten über uns dutzende Flughunde mit über einem Meter Flügelspannweite. Ein bisschen fühlte man sich wie in einem Batman-Film.

    Und dann raschelte es im Gebüsch. Erster Gedanke: Katze. Zweiter Blick: Moment… Katze mit komischem Schwanz?

    Es stellte sich heraus, dass wir einem Brushtail Possum begegnet waren – auf Deutsch Fuchskusu. Ein kleines nachtaktives Beuteltier, das uns kurz musterte und dann elegant auf einen Baum verschwand. Australien eben!

    Die billigste Stadtrundfahrt der Welt

    Am nächsten Tag ging es wieder zum Fluss, diesmal für eine Fahrt mit der CityCat Ferry. Für sagenhafte 0,50 AUD fährt diese Fähre quer durch die Stadt.

    Allein dafür lohnt sich die Fahrt schon – die Perspektive auf Brisbane vom Wasser aus ist großartig.

    Unser Ziel: das South Bank Parklands. Dort schlenderten wir zuerst zur Nepalese Peace Pagoda, einer komplett aus Holz gebauten Pagode aus der Zeit der World Expo 88.

    Danach ging es zum Wheel of Brisbane, der kleinen Schwester des London Eye. Kurz überlegt – und schon saßen wir im Riesenrad und schwebten ein paar Runden über der Stadt.

    Natürlich wollten wir auch ein Foto beim berühmten Brisbane Sign machen. Allerdings schienen 50 Brisbane-Touris dieselbe Idee gehabt zu haben. Manche Besucher machten gefühlt 1000 Fotos in 37 verschiedenen Posen. Mit Geduld und leichtem Ellenbogeneinsatz bekamen auch wir unser Bild.

    Zurück zum Hotel ging es natürlich wieder zu Fuß. Unser Schrittzähler zeigte täglich 15.000 bis 20.000 Schritte an und wir hatten das Gefühl, dass er uns inzwischen respektvoll salutiert.

    Villen, Fähren und Stadtstrand

    Ein paar Tage später nahmen wir wieder die Fähre, diesmal von den Howard Smith Wharves aus – früher ein Schiffsumschlagplatz, heute ein Hotspot für Restaurants und Bars.

    Die Fahrt führte vorbei an Villen mit Yachten davor und alten Lagerhäusern mit der Aufschrift „Wool Storage“. Diese Warenhäuser stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und wurden später zu modernen Apartments umgebaut – mit originaler Fassade.

    Am Ende der Strecke gab es einen kurzen Schichtwechsel der Fährcrew, und schon ging es wieder zurück. Für 0,50 AUD kann man schließlich ruhig noch eine Runde drehen.

    Mit der Fähre wieder am anderen Teil des Southbank-Parks angekommen entdeckten wir dort außerdem etwas ziemlich Verrücktes: eine Poolanlage mit Sandstrand mitten in der Stadt. Familien planschten im Wasser, Kinder bauten Sandburgen und zwischen kleinen Regenwaldbächen liefen – natürlich – wieder Wasseragamen herum.

    Man musste wirklich aufpassen, nicht versehentlich auf eine zu treten.

    Salsa in Australien

    Abends gingen wir noch einmal zu den Howard Smith Wharves, um die Stimmung am Fluss einzufangen. Überall saßen Leute in Bars und Restaurants und ließen den Arbeitstag ausklingen.

    Dann hörten wir plötzlich Salsa-Musik. Es stellte sich heraus, dass gerade das La Mexicana Festival stattfand – mit lateinamerikanischem Essen, Getränken und Livemusik.

    Natürlich konnten wir nicht widerstehen und legten ein paar Salsa-Schritte aufs Parkett. Während wir tanzten, schauten viele Besucher eher überrascht zu. Offenbar war Spontantanzen nicht Teil ihres Abendplans.

    Kulturprogramm zum Abschluss

    Am nächsten Tag – bei eher mäßiger Wettervorhersage – standen Museen auf dem Programm.

    Zuerst besuchten wir die St Stephen’s Cathedral. Der Bau begann 1863 und wurde erst 1922 abgeschlossen – entsprechend unterschiedlich sehen auch Baustil und Fenster aus.

    Von klassischen Bleiglasfenstern bis hin zu fast modernen Kunstwerken ist alles dabei.

    Danach ging es ins Museum of Brisbane in der oberen Etage der Townhall (Rathaus), wo man die rund 200-jährige Geschichte der Stadt kennenlernen kann.

    Zum Schluss besuchten wir noch das Queensland Museum Kurilpa, wo Tiere aus der Zeit des Superkontinents Gondwana (ein Teil davon ist heute Australien) bis heute gezeigt werden: Dinosaurier, riesige Kängurus, Wombats und viele andere australische Spezialitäten.

    Besonders spannend waren die lebenden Insekten – von denen manche aussahen wie Blätter oder Zweige. Man musste im Terrarium wirklich suchen, um sie zu entdecken.

    Abschied von Australien

    Mit den letzten Tagen in Brisbane ging auch unsere 9-wöchige Zeit in Australien mit insgesamt 7.500 gefahrenen Kilometern langsam zu Ende.

    Ein Land mit unglaublicher Natur, verschiedenen Klimazonen und Tieren, die man wirklich nur hier findet.

    Eins steht fest: Wir kommen wieder.
    Schon allein, weil einige Ausflüge wegen schlechtem Wetter ausfallen mussten – und unsere To-Do-Liste noch nicht abgearbeitet ist.

    Doch das nächste Abenteuer wartet schon: Neuseeland. 🇳🇿

  • Australien – Queensland – Moreton Island

    Was macht man eigentlich in Queensland, wenn die wirklich spektakulären Aktivitäten wie Rundflug und Wracktauchen einfach mal abgesagt werden? Richtig – man bucht einen „ganz normalen“ Ausflug. In unserem Fall eine geführte Tour nach Moreton Island, der kleinen Schwester von K’gari. Klein bedeutet hier: nur etwa ein Neuntel so groß. Australische Verhältnisse eben. Die Insel liegt rund 90 Fährminuten von Brisbane entfernt – also quasi gleich um die Ecke.

    Das große Highlight dort sind die Tangalooma Wrecks – 15 Schiffswracks, die zwischen den 60ern und 80ern absichtlich versenkt wurden. Offiziell natürlich, um einen sicheren Ankerplatz zu schaffen und ein künstliches Riff zu bilden. Inoffiziell wahrscheinlich, damit Touristen später sagen können: „Oh schau mal – ein Wrack! Schnell ein Foto!“

    Früher Start und erste organisatorische Meisterleistung

    Der Tag begann entspannt um 6:30 Uhr morgens – also zu einer Uhrzeit, zu der selbst die meisten Hühner noch über Snooze nachdenken. Am Bus angekommen stellten wir fest: Die Gruppe war offenbar nach dem Motto geplant worden „Der Bus reicht bestimmt“. Spoiler: tat er nicht.

    Der Bus war innerhalb von Sekunden voll, während etwa 20 Leute draußen standen und den Bus so ansahen, als würde er vielleicht doch noch ein bisschen wachsen. Also warteten wir gemütliche 30 Minuten, bis spontan gecharterte Kleinbusse auftauchten. Chaos-Level: Reisebeginn erfolgreich erreicht.

    Schnorcheln zwischen Wracks und Fisch-Supermarkt

    Nach der angenehmen Fährfahrt und einigen Delfinsichtungen erreichten wir die Insel, und wurden sofort in kleinere Gruppen aufgeteilt.

    Unsere erste Aktivität: Wrack-Schnorcheln.

    Also schnell:

    • Flossen anprobieren
    • Schnorchel schnappen
    • Neoprenanzug anziehen (immer ein kleines Workout)

    Kaum fertig, wurden wir auch schon von einem Jetski etwa 200 Meter hinaus zu den Wracks gezogen. VIP-Transfer im Wasser sozusagen.

    Kaum war der Jetski weg, passierte etwas ziemlich Cooles:
    Hunderte kleine Fische umringten uns. Wirklich überall. Es fühlte sich ein bisschen an, als hätten wir uns mitten in einen schwimmenden Fischmarkt teleportiert.

    Während wir um die Wracks schnorchelten, sahen wir jede Menge: Snapper, Makrelen, Dorsche, Trompetenfische und diverse Barsche. Dugongs, Delfine oder Meeresschildkröten ließen sich leider nicht blicken. Vermutlich hatten die gerade frei oder waren auf einer exklusiveren Tour auswärts.

    Kajakfahren – oder: Wie man elegant Slalom paddelt

    Nach einer Stunde im Wasser ging es direkt weiter: Kajakfahren – und zwar in durchsichtigen Kajaks.

    Der Start vom Strand sah aus wie ein Mix aus olympischem Wettkampf, Anfängertraining und leichtem Chaos. Die Profis(wir) paddelten elegant davon, während einige Erstfahrer erstmal großzügige Slalomlinien in den Ozean zeichneten. Unter unseren Kajaks schwammen ständig kleine Fischschwärme mit. Entweder fanden sie uns spannend – oder sie hofften auf Snacks. Nach etwa einer Stunde paddeln wurden die Arme immer länger und wir hatten eine ziemlich klare Vorahnung: Morgen wird Muskelkater-Tag.

    Mittagspause mit leichtem Crunch-Effekt

    Dann endlich: Mittagspause.

    Es gab selbstgemachte Wraps – also ein langer Tisch mit Zutaten und etwa 100 Leute, die gleichzeitig darin herumrührten. Einige hatten offenbar noch Sand an den Händen, was man beim Essen später durch ein leichtes Knirschen zwischen den Zähnen bemerkte.

    Aber wie Oma immer sagte:
    „Dreck reinigt den Magen und stärkt das Immunsystem.“ – Australien-Version: Sand auch.

    Sandboarding – Snowboarden… nur ohne Schnee

    Nach dem Essen ging es zum nächsten Abenteuer: Sandboarding. In meiner Vorstellung: Snowboard-Feeling, elegante Kurven, sportliche Action.

    In der Realität: Dünne Hartfaserplatten.

    Nach einer 25-minütigen Fahrt im Geländebus standen wir vor einer riesigen Sanddüne.

    Einweisung:

    1. Auf den Bauch legen
    2. Kopf nach vorne
    3. Füße hoch
    4. Brett vorne leicht anheben
    5. Und bitte vorher wachsen

    Also quasi Snowboarden … nur kopfüber.

    Aber es machte tatsächlich richtig Spaß. Die etwa 40–50 Meter lange Düne runterzusausen war erstaunlich schnell – angeblich bis zu 60 km/h. Also wieder hochlaufen – und noch einmal.

    Nach jeder Abfahrt sah man allerdings aus wie ein menschlicher Sandkeks.
    Der feine Sand war wirklich überall.

    Drei Abfahrten später fühlten sich unsere Beine ungefähr so an wie unsere Arme nach dem Kajakfahren: deutlich benutzt.

    Der Versuch, den Sand loszuwerden

    Nach der Rückfahrt durch den Regenwald durften wir noch kurz ins Meer springen, um den Sand abzuspülen.

    Ergebnis: Etwa 30 % weniger Sand.

    Die Dusche am Abend musste den Rest erledigen.

    Am späten Nachmittag ging es wieder zurück nach Brisbane – erschöpft, leicht verkatert (muskeltechnisch) und immer noch mit Sand in überraschenden Körperregionen. Aber der improvisierte Ausflug nach Moreton Island war am Ende doch ein echtes Highlight. Denn manchmal sind genau die Tage, die nicht nach Plan laufen, die besten.

    Und außerdem: Man hat selten die Gelegenheit, gleichzeitig

    • mit Fischen zu schnorcheln
    • im Glas-Kajak Slalom zu fahren
    • Wraps mit Sand-Topping zu essen
    • und kopfüber eine Düne herunterzurasen.

    Ganz normaler Urlaubstag eben. 😄

  • Australien – Queensland – Roadtrip 4

    Von Rainbow Beach sind wir ganz klassisch gen Süden gedüst. Erste Zwischenlandung: Gympie – eine Nacht, einmal schlafen, weiter. Nächster Halt: Mooloolaba für zwei Übernachtungen.
    Mooloolaba ist eine herrlich moderne, entspannte Küstenstadt – coole Strände, stylische Häuser, alles ein bisschen geschniegelt, aber sympathisch. Hier wollte ich eigentlich die HMAS Brisbane betauchen – als Ersatz für die SS Yongala, die ja zuvor schon nicht geklappt hatte.
    Und dann… déjà-vu.
    Einen Tag vorher sagt der Veranstalter ab. Dieses Mal wegen schlechten Wetters. Zu viel Wind, zu hohe Wellen, zu gefährlich fürs Wracktauchen. Ich war richtig, richtig enttäuscht.
    Aber – die Wettervorhersage hatte leider absolut recht. Am nächsten Tag blies der Wind so stark, dass mir am Kawana Beach die Sandkörner wie Millionen kleiner Nadeln gegen die Beine geschossen sind. Peeling deluxe, gratis und unfreiwillig. In dem Moment war ich dann doch ganz froh, nicht auf offener See zu sein.

    Lesson learned: Wenn man nach Queensland kommt – unbedingt Saison und Zeitfenster beachten. Vor allem, wenn man tauchen, baden oder mit einem kleinen Flugzeug fliegen möchte. Planung ist alles. Manchmal.
    Statt Unterwasser-Abenteuer gab’s Natur an Land: ein Spaziergang im Buderim Forest Park. Eine nette kleine Rundwanderung mit Mini-Wasserfall und riesigen Felsen – ein bisschen wie Josephine Falls, nur in der Kompaktversion.

    Am Point Cartwright Lighthouse haben wir eine halbe Stunde lang Parasailing beobachtet. Menschen, die immer wieder losfliegen, landen, wieder losfliegen – wie sehr gut gelaunte Teebeutel im Himmel.

    Danach ging’s weiter nach Brisbane. Unterwegs machten wir Halt im Abbey Museum of Art and Archaeology. Zwei Wochen zuvor war dort eingebrochen worden – einige ägyptische Artefakte wurden gestohlen. Inzwischen hat die Polizei einen 52-jährigen Verdächtigen festgenommen und die Stücke wiedergefunden. Eine kleine Reise durch die Geschichte der Menschheit – mit kurzem Krimi-Intermezzo.

    Solange wir noch unseren roten Mietwagen hatten, wurde er natürlich ausgefahren. Kaum in Brisbane angekommen, ging es direkt zum Mount Coot-tha Lookout. Tolle Aussicht: Die Skyline ragt aus dem Grün, der Fluss schlängelt sich hindurch – fast wie eine Fata Morgana zwischen Eukalyptusbäumen.

    Abends spazierten wir über die Kangaroo Point Bridge und am Ostufer entlang bis zum Kangaroo Point Cliffs. Coole Nachtbeleuchtung, dazu ein Freitagskonzert im Park auf der anderen Flussseite – laute, dynamische Popmusik wehte über das Wasser. Sehr stimmungsvoll. Da haben wir noch viele fliegene Flughunde gesehen. Lautlos und groß.

    Von Brisbane aus machten wir einen Tagesausflug an die Gold Coast.
    Stopps bei Snapper Rocks, Mick Schamburg Park Lookout. Beide Spots zusammen geben einen sehr guten Eindruck davon, warum die Gold Coast als Surf- und Strandparadies gilt. Die Gold Coast in Australien wird oft als das „Miami Australiens“ bezeichnet, da beide Städte für Hochhäuser direkt am Strand, ein intensives Nachtleben, Surfkultur und ein warmes Klima bekannt sind. Viele Cafés, Restaurants und Shop tragen hier den Namen Miami.

    Am Kurrawa Beach. Dort wollten wir schwimmen. Kaum betreten wir den Strand – zack – Sturm. Sintflutartiger Regen innerhalb von Sekunden. Wir waren komplett durchnässt. Es fühlte sich an, als hätte das Wetter persönlich etwas gegen uns. Also: Rückzug nach Brisbane.
    Am nächsten Tag zweiter Versuch – aber ohne Badepläne. Stattdessen besuchten wir das Coombabah Lakelands Conservation Area. Langer Spaziergang durch Park und Wald. Ergebnis: ungefähr 150 Kängurus und 13 Koalas hoch oben in den Bäumen. Wildlife-Quota mehr als erfüllt.

    Am Spät nachmittag noch zum Wynnum Mangrove Boardwalk – wunderschöner Spaziergang durch die Mangroven. Insgesamt fast 20.000 Schritte an diesem Tag. Muskelkater inklusive, steifer Nacken als Bonus.

    Was uns immer wieder amüsierte: Offenbar verlieren Menschen in Australien ständig Dinge.
    In Gympie fiel einem Pickup während der Fahrt ein nagelneuer Stuhl auf die Straße.
    Auf K’gari lagen T-Shirts im Busch, eine Unterhose am See, Trinkflaschen und Kanister am 75 Mile Beach. Socken am Strand.
    Auf der Autobahn zwischen Brisbane und Gold Coast entdeckten wir eine Matratze, ein Stützrad, die Ladeflächenabdeckung eines Pickups – und einzelne Schuhe.
    Man fragt sich unweigerlich: Fahren hier alle mit offenen Kofferräumen durch die Gegend?
    Und dann kam der Abschied von unserem roten Mietwagen. Brisbane ist unsere letzte Station in Australien. Ein paar Tage bleiben wir noch hier – bevor es weitergeht nach Neuseeland.
    Australien: viel Wind, viel Wildlife, viel Wetterdrama – und definitiv nie langweilig.

  • Australien – K’gari Island

    Zwei Tage auf K’gari – Sand, Dingos und eine Landebahn mit Meerblick

    Die letzten zwei Tage haben wir eine Tour auf K’gari (formerly known as Fraser Island) gemacht – der größten Sandinsel der Welt. 124 km lang, 22 km breit und gefühlt 3 Millionen Sandkörner pro Quadratmeter. Benannt ist die Insel nach den Butchulla People – „K’gari“ bedeutet passenderweise „Paradies“.
    Spoiler: Stimmt. Aber mit sehr viel Sand.

    Planung ist alles (vor allem wenn alle ins Paradies wollen)

    Da der Andrang hoch ist, hatten wir die Tour schon Wochen vorher gebucht. Zur Auswahl standen 1-, 2-, 3- oder 4-Tagestouren.

    Die 1-Tagestour?
    „Sehen Sie fast alles in 8 Stunden!“ – also im Prinzip Insel-Speed-Dating.

    Wir entschieden uns für die 2-Tagestour: alle Highlights, aber ohne olympiareifes Durchhetzen.

    Statt teurer Jeep-Safari (meist nur bis 35 Jahre – wir hätten also vermutlich eh erst unseren Ausweis zeigen müssen) nahmen wir den 4×4-Tourbus.
    Selbst fahren? 250 AUD pro Tag für einen 20 Jahre alten Toyota Land Cruiser – ohne Sprit, Unterkunft und Essen.
    Romantik schön und gut, aber nicht zu dem Preis.

    Von Rainbow Beach ins Sandabenteuer

    Start war in Rainbow Beach – neben Hervey Bay einer der Fährorte zur Insel.

    Mit der Manta Ray Barge ging es rüber – 10–15 Minuten später waren wir da. Und dann begann das, was ich nur als „Strand-Autobahn“ bezeichnen kann:

    Der legendäre 75 Mile Beach.
    Man fährt keine 10 Meter vom Wasser entfernt. Rechts Pazifik. Links Sand. Kein Tempolimit. OK, es waren nur 80 km/h erlaubt … na einigen Stellen auch nur 40. Und unser erster Dingo, der genüsslich eine Koksnuss verspeisste. War wohl Vegetarier. 😀

    Highlight 1: Lake McKenzie – Badewanne Gottes

    Kristallklares Grundwasser, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser – Postkartenmotiv deluxe.
    Mit uns ungefähr 100 andere Menschen, die exakt dasselbe dachten. Das Wasser hat einen PH-Wert ähnlich des Menschen und ist sehr weich. Es fühlt sich auf der Haut an wie Seide.

    Zwei Stunden Zeit. Wir badeten, sonnten uns und versuchten, Fotos ohne fremde Touristen im Hintergrund zu machen. Erfolglos.

    Fun Fact: Baden darf man nur in den Seen im Inselinneren.
    Im Meer eher nicht – Haie sehen Menschen offenbar als schwimmende Überraschungssnacks.

    Regenwald mitten im Sand

    Weiter ging es zur Central Station – einst Zentrum der Holzindustrie, heute wieder wunderschön renaturierter Regenwald.

    Von dort Spaziergang zum Wanggoolba Creek – glasklarer Süßwasserbach mit blauen Mineralspuren im Sand.
    Ein Holzsteg führt mehrere hundert Meter entlang.
    Man fühlt sich wie in einer Natur-Doku – nur ohne dramatische Sprecherstimme.

    Lake Wabby – und wir ohne Badesachen

    Nach dem Mittagessen im K’gari Beach Resort ging es zu Lake Wabby.

    2 km durch Wald.
    300 Meter über eine riesige Sanddüne.
    Herzfrequenz: Hochleistungssport.

    Oben angekommen: Traumkulisse.
    Und wir?
    Hatten unsere Badesachen vergessen.

    Also den anderen beim Baden zugeschaut und dann entspannt zurück zum Bus.

    Tag 2 – Wracks, Wellen und beinahe Wasserlandung

    Frühstück um 6:30 Uhr.
    Wir waren die einzigen. Offenbar sind Backpacker keine Frühaufsteher.

    Das berühmte Schiffswrack

    Erster Stop: das SS Maheno Wreck.

    Ein 133 Meter langes ehemaliges Luxuspassagierschiff, das 1935 hier strandete.
    Im Zweiten Weltkrieg nutzte die Australian Air Force es als Zielscheibe – heute ist es eher ein sehr fotogenes Metallskelett.

    Es sieht aus wie etwas aus einem Piratenfilm. Nur ohne Johnny Depp.

    Spontaner Rundflug – Start auf dem Strand!

    Dann das ungeplante Highlight: Rundflug über die Insel.

    Kleiner Flieger, maximal 8 Personen.
    Start direkt auf dem Strand des 75 Mile Beach.

    Gas geben, über Sand rollen, rechts Meer, links Dünen – und plötzlich hebt man ab.
    Eine Kurve Richtung Regenwald, über einen schmetterlingsförmigen See, Sanddünen, Küste – sogar eine Meeresschildkröte gesichtet!

    Die Landung?
    Für einen kurzen Moment sah es so aus, als würden wir im Pazifik parken.
    Dann: Sand unter den Rädern.
    Alle leben noch.

    Farben und Felsen

    Kurzstopp bei den Pinnacles Coloured Sands – leuchtende Sandsteinklippen in Rot-, Gelb- und Orangetönen, die von den verschiedenen Mineralien im Sand stammen.
    Die Natur hat hier eindeutig mit dem Farbregler gespielt.

    Champagne Pools – Whirlpool der Natur

    Die Champagne Pools sind natürliche Felsenbecken. Wenn Wellen darüberbrechen, sprudelt es wie in einem Champagnerglas. 0,1-1,5 Meter tief, subtropische Fische, warmes Wasser. Wir lagen im „Natur-Whirlpool“ und fühlten uns wie Very Important Beach People.

    Auf dem Rückweg Richtung Resort ging es dann noch am Indians Head vorbei. Laut Legende der europäische Name, weil als Capt. James Cook 1770 hier landete die Ureinwohner auf dem Felsen standen und das Schiff argwöhnisch bestaunten. Die haben die Engländer bestimmt für Aliens gehalten 😉 Übrigend fast die eingzige Stelle wo man nicht direkt am Strand langfahren kann. Der Indians Head rangt einige Meter ins Meer, so dass man durch den Wald drumherum fahren muss.

    Eli Creek – Treiben lassen wie Profis

    Letzter Spaßfaktor: Eli Creek.

    Über 1 km Süßwasserbach.
    Die letzten 200 Meter kann man sich auf einem Schwimmring oder Autoreifen treiben lassen.

    Wir ließen uns treiben.
    Und nochmal.
    Und nochmal.

    Wenn Erwachsene sehr glücklich aussehen, treiben sie wahrscheinlich gerade in einem Bach auf einer tropischen Sandinsel.

    Dingos – niedlich, aber bitte mit Respekt

    Auf K’gari leben rund 200 Dingos.

    Sie sehen aus wie freundliche Hunde. Sind aber keine.

    Da Hunde auf der Insel verboten sind, gilt die Population als besonders reinrassig. Leider füttern manche Touristen sie trotz Verbot – was dazu führt, dass Dingos Menschen mit Snacks verbinden. Wenn man einem Dingo begegnet, tief in die augen schauen und langsam entfernen. Nicht rennen, dass fördert den Jagdtrieb … und schon wird es ein Wettrennen 😉

    Wir hatten, als wir zu Fuss auf der Insel unterwegs waren, vorsichtshalber einen „Dingo Stick“ dabei. Gebraucht haben wir ihn zum Glück nicht.

    Die meisten Dingos sahen wir vom Bus aus – Alpha-Männchen, Weibchen, sogar 4–5 Monate alte Jungtiere (Puppies).
    Zuckersüß.
    Und trotzdem bitte mit Sicherheitsabstand.

    Fazit

    Zwei Tage, unzählige Highlights, kein Zeitdruck – und nur minimaler Sand in wirklich allen Taschen.

    K’gari ist wild, wunderschön und ein kleines bisschen verrückt.
    Man startet Flugzeuge auf dem Strand.
    Man badet in Süßwasserseen mitten im Sand.
    Und man schaut Dingos tief in die Augen – hoffentlich ohne Müsliriegel in der Hand.

    Paradies?
    Ja. Aber mit sehr viel Sand.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 3

    Wir rollten also von Rockhampton ganz entspannt Richtung Süden – australische Entspanntheit Level 100 – und bezogen Quartier in dem sympathischen Örtchen Agnes Water. Angeblich die nördlichste Surf-Hochburg der Gold Coast. Also quasi: Gold Coast ohne Glitzer, dafür mit mehr Flip-Flops und weniger Instagram-Filter.

    Erster Programmpunkt: Bustard Bay Lookout. Meerblick im 270 Grad Blick. 2 Kilometer davon entfernt gibt es einen der wenigen Orte in Queensland, wo man den Sonnenuntergang über dem Wasser sehen kann. Wir fühlten uns kurz wie Entdecker, obwohl das Schild „View sunset over water“ vermutlich täglich 200 Menschen den gleichen Aha-Moment beschert.

    Am Main Beach tobten Kindergruppen bei ihren ersten Surfversuchen. Mehr Salzwasser in der Nase als Stabilität auf dem Brett – aber der Enthusiasmus war olympiareif. Am Chinamans Beach dagegen: stoische Angler, die vermutlich schon seit 1987 auf denselben Fisch warten. Goldene Strände, moderate Wellen – Postkartenidylle mit leichter Sonnencreme-Note.

    Dann ging es weiter nach Bundaberg. Unser erster Stopp? Krankenhaus. Ja, richtig gelesen. Michael musste sich die Fäden ziehen lassen, die er sich zehn Tage zuvor heldenhaft in den Josephine Falls „erarbeitet“ hatte.

    Den richtigen Arzt zu finden, war eine Art Schnitzeljagd für Fortgeschrittene. Wir fragten uns freundlich von Schalter zu Schalter, bis Michael schließlich per Gegensprechanlage mit einer Triage-Krankenschwester hinter Glas sprach. Es hatte leichte Gefängnisfilm-Vibes. Fenster weiter, Formulare, warten. Und dann – Überraschung! Nach nur 30 Minuten war er dran. Fünf Minuten später: Fäden raus. Kostenlos. Die Ärztin schenkte ihm sogar die Pinzette als Souvenir. Australien 1 – deutsches Gesundheitssystem 0. Ich war kurz davor, eine Dankesrede zu halten.

    Natürlich darf man Bundaberg nicht verlassen, ohne die berühmte Bundaberg Rum Distillery zumindest kulturell zu würdigen. Rein wissenschaftlich haben wir kleine Fläschchen getestet. Intensiv, leicht rauchig. Sagen wir so: In der Karibik hatten wir geschmacklich schon ambitioniertere Forschungsprojekte.

    Abends ging es zum Oaks Beach – Schildkrötenbabys beim ersten Sprint ins Leben beobachten. Ergebnis: keine Babys. Dafür ein Sonnenuntergang wie gemalt, mysteriöse Sandspuren und Krebse, die seitwärts schneller flüchten als wir „Foto!“ sagen konnten. Freilaufende Hunde trotz Verbots inklusive – vielleicht buchen die Schildkröten deshalb lieber andere Strände. Oder wir hatten heute einfach nur kein Glück.

    Einen Tag später erreichten wir Hervey Bay. Botanischer Garten. Idylle. Und plötzlich: Eidechse. 70 cm. Mindestens. Vielleicht 80. 100 Meter weiter: Riesenspinne. Australien begrüßt einen eben herzlich.

    Dann – Schildkröten-Alarm! Kaum standen wir am Wasser, schwammen 5, 10, 15 neugierige Schildkröten heran, streckten die Köpfe aus dem Wasser und schauten uns erwartungsvoll an. Offenbar sind sie hier Fütterungen gewohnt – was verboten ist. Wir hatten ohnehin nichts dabei. Also Fotos gemacht, leicht schlechtes Gewissen entwickelt und weitergezogen.

    Im botanischen Garten gab es noch einen kleinen chinesische Garten mit Springbrunnen, Teichen und Bambus.

    Weiter zum historischen Urangan Pier – einst 1124 Meter lang, heute immer noch beeindruckende 868 Meter. Früher Umschlagplatz für Zucker, Holz und Kohle; heute Spaziergänger und 30–40 ambitionierte Angler, die vermutlich alle denselben Fisch wie der Kollege in Agnes Water suchen.

    Nächster 2-Tages-Halt: Tin Can Bay. Am nächsten Morgen zur Norman Point, wo man morgens seltene Buckeldelfine sehen kann – und gegen 15 AUD sogar füttern. Der Andrang war beachtlich. Wir entschieden uns für die Budget-Variante: aus der zweiten Reihe beobachten und Geld sparen. Delfine gesehen, Portemonnaie geschont – Win-Win.

    Danach weiter nach Rainbow Beach, um alles für unsere Tour nach Fraser Island (heute offiziell K’gari) vorzubereiten. Meeting point und Parkplatzsituation erkunden. Der Strand? Endlos. So endlos, dass einige direkt mit dem Allradfahrzeug bis ans Wasser fuhren.

    Hinter einem Hügel liegt der Carlo Sand Blow – erreichbar nach zehn Minuten Regenwald-Spaziergang. Und plötzlich: Wüste. Sand bis fast zum Horizont. Eine Seite Steilklippe zum Meer, die andere verläuft sich zwei Kilometer weiter wieder im Regenwald. Surreal. Als hätte jemand Sahara und Australien kurz verwechselt.

    Zum Abschluss noch ein Abstecher nach Inskip Point – eine der Fährstellen nach Fraser Island. Strand, Abendlicht – und plötzlich Delfine! Und eine Schildkröte! Nur wenige Meter vom Ufer entfernt. „Schnell ins Wasser, Delfine streicheln!“, dachten wir. Die Delfine dachten: „Schnell ins tiefe Wasser, Menschen vermeiden.“ Sie gewannen.

    Australien bleibt spannend – manchmal mit Surfkurs, manchmal mit Notaufnahme, manchmal mit Rumverkostung mit ausbaufähigem Ergebnis. Aber auch manchmal seltene Delfine, manchmal Wüste. Und manchmal mit 20 Schildkröten, die mehr Erwartungen an uns haben als wir an sie.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 2

    Wir sind weitergefahren von Townsville nach Airlie Beach – voller Vorfreude auf Postkartenidylle.
    In Airlie Beach spielte allerdings das Wetter „Ich kann mich nicht entscheiden“: fünf Minuten Sonne, zehn Minuten Regen, dann wieder Sonne. Manchmal sogar Sonne und Regen gleichzeitig. Als hätte der Himmel einen inneren Konflikt.
    Geplant war eigentlich eine Rundflug über das berühmte Heart Reef und die Whitsundays Islands und natürlich über das Great Barrier Reef. Einmal das Riff von oben bestaunen – Traum!
    Wir saßen schon im Shuttlebus um noch ein paar andere Teilnehmer einzusammen. Dann wurde auf halben Weg die Tour wegen des Wetters abgesagt. Nach dem Wrack-Tauchen einige Tage zuvor die nächste Absage. Der nächste Tag? Wetter noch schlechter. Kein Ersatztermin möglich. Komplett storniert, Geld zurück. Große Enttäuschung 😞 Wieder einmal zeigt Australien: Es entscheidet.
    Am nächsten Tag sind wir aus Frust den Honeyeater Trail gewandert – dem Wetter zum Trotz. Diesmal immerhin ohne Schlange. Stattdessen eine riesige Kröte und eine sehr selbstbewusste, große Echse, die eindeutig der Meinung war, dass wir hier nur Gäste sind.

    Natürlich hat es immer wieder geregnet.
    Wir waren komplett durchnässt – ob vom Schweiß oder vom Regen, ließ sich nicht mehr differenzieren. Egal. 8,2 Kilometer später waren wir klatschnass, aber zufrieden. Schön war’s trotzdem.

    Da gerade chinesisches Neujahr war (16.–17.02.), haben wir uns abends ein gutes Essen gegönnt. Wie in China: QR-Code am Tisch scannen, bestellen, direkt bezahlen (in China zahlt man eigentlich erst nach dem Essen – hier war man effizienter). Irgendwann erscheinen dann Getränke und Essen. Sehr bequem – wir mögen dieses System.

    Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden – in der Hoffnung, das schlechte Wetter endlich hinter uns zu lassen.
    Während der Fahrt hat es so stark geregnet, dass es der Scheibenwischer trotz schnellster Stufe komplett überfordert war. Mehrmals Aquaplaning – das Auto fühlte sich kurz an, als wolle es abheben. Zweimal mussten wir anhalten und warten, bis der Regen nachließ. Safety first.

    Unterwegs sahen wir riesige Zuckerrohrplantagen, teilweise direkt neben einer Eisenbahnstrecke die zum direkten Transport in die Zuckerrohrfabrik dient. Und damit der Fahrer auf der endlos langen Strecke (Stichwort „Fatigue Area“) nicht einschläft, stehen große Quiz-Plakate am Straßenrand.
    Beispiel: „Was ist der höchste Berg in Queensland?“
    Ein paar Kilometer später: die Antwort.: Mount Bartle Frere. Pädagogisch wertvoll und wachhaltend zugleich.
    Nach viereinhalb Stunden kamen wir in Rockhampton an – der selbsternannten „Beef Capital of Australia“. Und das Beste: Hier regnet es nicht. Yeah!
    Heute haben wir in Rockhampton zuerst die Rockhampton Museum of Art besucht – kostenloser Eintritt.

    Danach in den Rockhampton Zoo – ebenfalls kostenlos.

    Der Zoo beherbergt teilweise verletzte oder gerettete Tiere, die nicht mehr in die Wildnis zurück können.

    Neben Kängurus und Koalas haben wir auch einen Cassowary gesehen – ein Vogel, der aussieht, als hätte die Evolution kurz experimentiert. Man sag auch er stammt aus der Zeit der Dinosaurier. Zwei unglaublich süße Wombats, bunte Papageien (einer rief tatsächlich „Hallo!“), Erdmännchen und natürlich Krokodile.

    Das Süßwasserkrokodil – etwa zwei Meter lang – lag entspannt in der Sonne und schlief. Das Salzwasserkrokodil dagegen: doppelt so groß, doppelt so breit, langsam durchs Wasser gleitend und uns fixierend. Als würde es überlegen, ob wir in sein Beuteschema passen.
    In solchen Momenten bekommt man großen Respekt vor der Wildnis. So einem „Monster“ möchte man wirklich nicht zufällig begegnen.

    Außerdem haben wir Schimpansen, Dingos, Schlangen und viele weitere Tiere gesehen. Alles war sehr liebevoll gestaltet. Weil ich von der Einrichtung wirklich begeistert war, habe ich am Ausgang noch etwas gespendet – in der Hoffnung, dass die Tiere hier weiterhin ein sicheres Zuhause haben.

    Fazit: Regen, Enttäuschung, Aquaplaning – aber auch Natur, gutes Essen und beeindruckende Tiere. Australien bleibt spannend.

  • Australien – Queensland – Roadtrip 1

    oder: Wie man in 24 Stunden das australische Gesundheitssystem testet

    In Cairns haben wir unseren Mietwagen abgeholt. Mit genau diesem Gefährt werden wir die nächsten 18 Tage Richtung Süden bis Brisbane roadtrippen. Freiheit, Abenteuer, endloses grün. Spoiler: Am ersten Tag haben wir direkt einen Unfall hingelegt. Noch größerer Spoiler: Happy End.

    Tag 1 – Von Naturidylle zu Notaufnahme

    Erster Stopp: Babinda Boulders: Ein wunderschöner Bach mitten im tropischen Regenwald, mit zwei natürlichen Pools, kristalklares Wasser, Tiefe bis zu 5 Meter … perfekt zum Abkühlen bei tropischer Hitze. Es ist einer dieser Orte, bei denen man denkt: „Genau dafür bin ich nach Australien geflogen.“

    Auf dem Parkplatz haben wir sogar australische „Hühner“ gesehen – die berühmten Brush Turkeys, die aussehen, als wären sie gerade bei Frisur gewesen und haben den Kopf zu lange in die Sonne gehalten.

    Wir sind natürlich in beiden Pools ein wenig geschwommen, haben das Dschungel-Feeling genossen und waren eigentlich schon ziemlich zufrieden mit uns und der Welt.

    Zweiter Stopp: Josephine Falls: Ein kleiner, wunderschöner Wasserfall an einem Bach voller riesiger Felsen. Einer dieser Felsen bildet bei ausreichend Wasser eine Rampe und wird von mutigen Menschen als natürliche Wasserrutsche benutzt. Sieht spektakulär aus. Sieht nach Spaß aus. Sieht nach Instagram aus.

    Ich war nach dem ersten Schwimmen ehrlich gesagt müde und dachte mir: „Heute lieber keine Action mehr.“ Michael hingegen: „Challenge accepted.“

    Plan: Er probiert die Rutsche, ich filme heldenhaft.

    Realität: Der Einstieg war das Problem. Wahrscheinlich gibt es einen geheimen Zugang nach oben – wir wussten es nur nicht. Hätten wir mal die anderen „Verrückten“ auf ihrem Weg beobachtet. Michael entschied sich für die Variante „Von unten über die Felsen hochzuklettern“.

    Ich sehe aus der Ferne, wie er mehrmals versucht hochzuklettern. Schließlich schon halb oben, steht er auf, Barfuß. Einen nasse Stelle auf dem Felsen. Nächste Sekunde: Ausrutschen. Kopf auf Felsen. Platsch – ins Wasser.

    Mein Herz setzte kurz aus und fiel gefühlt bis in den Bauch. Er stand wieder auf – benommen, aber bei Bewusstsein. Als er zu mir schaute, habe ich ihm fleißig gewunken und so angedeutet das er zurück kommen soll. Während er die etwa zehn Meter zurück durch den Bach schwamm, lief Blut über seine rechte Gesichtshälfte. Viel Blut. 4 cm Platzwunde. Drama pur.

    Zurück am Auto habe ich mit zitternden Händen die Wunde desinfiziert und notdürftig versorgt. Dank unserm Medi-Pack, das wir immer dabei haben. Dann ab ins Krankenhaus (Emergency room) nach Babinda. Kein Risiko eingehen, wegen Gehirnerschütterung und plötzlichem Schwindel / Ohnmacht … also musste ich fahren: Erstes Mal selbst im Linksverkehr, ohne Führerschein bzw. ohne gültigen FS für Australien. Aber die 15 Kilometer zum Arzt haben wir gepackt.

    Krankenhaus-Erlebnis – australische Version: Erst bezahlen, dann behandeln. Effizient.

    Lokale Betäubung, gründliches Spülen mit Salzwasser, sechs Stiche. Insgesamt vier Stunden Aufenthalt – die meiste Zeit Warteschleife, weil nur eine Ärztin Dienst hatte und wir nicht die kritischsten Patienten waren. Die Krankenschwester war unglaublich freundlich und brachte uns Sandwiches, Kekse und Wasser. Fast wie Business Class, nur mit neuer Narbe am Kopf.

    Zusätzlich: Antibiotikum und eine Boostrix-Impfung. Diagnose: Keine Gehirnerschütterung. Nichts Ernstes. Gott sei Dank.

    Übernachtung in Mission Beach – mit der Erkenntnis: Der Roadtrip hat offiziell begonnen.

    Tag 2 – Risiko-Minimierung

    Ein kleiner Ausflug über ein paar Kilometer Schotterpiste und durch eine ca. 15 cm tiefe Furt (eine sanfte Stelle zur Flussüberquerung). Das Auto musste so einiges mitmachen. Am Ende ein Spa-Pool und ein Lookout / Aussichtspunkt – allerdings nur anschauen, Fotos machen, NICHT schwimmen. Wir haben beschlossen, die nächsten 24 Stunden keine akrobatischen Felsmanöver mehr durchzuführen.

    Übernachtung sollte eigentlich im Forest Beach Hotel sein. Das Gebäude sah allerdings aus, als würde es jeden Moment in Rente gehen. Als erstes fanden sie unsere Reservierung nicht. Wenig später, nach ein paar minuten im Hinterzimmer hieß es dann leider kein Betrieb. Das war auch unser Eindruck … Hotel in den letzten Atemzügen. Die Dame an der Rezeption erstattete uns netterweise das Geld zurück und empfahl uns ein „Retreat“ nebenan. „Retreat“ war… optimistisch formuliert. Es wirkte eher wie ein Messi-Haus mit spirituellen Ambitionen. Wir bekamen beide leichte Horrorfilm-Vibes. Ende vom Lied: Selbst nach einem Hotel in der Nähe suchen. Wir fanden dann ein Motel in Ingham. Solide. Sauber. Psychologisch stabil.

    Tag 3 – Große Wasserfälle & große Schlangen

    Am kommenden Tag fühlte sich Michael noch / wieder fit, also 50 Minuten von Ingham ab in die Berge: die Wallaman Falls – mit 264 Metern der höchste permanente Wasserfall Australiens. Der Pool unten ist etwa 20 Meter tief. In der Regenzeit besonders spektakulär. Vom Lookout aus konnten wir sogar einen Regenbogen sehen. Sehr romantisch. Sehr friedlich.

    Da es Michael wieder gut ging, wagten wir den Abstieg (etwas 300 Höhenmeter). Der Weg: rutschig, teilweise steil und anstrengender als gedacht. Das Wetter: über 30 Grad, 90 % Luftfeuchtigkeit. Bio-Sauna deluxe.

    Plötzlich schreit Michael laut hinter mir:„Ahhhh!“ Eine große Schlange zusammengerollt direkt neben mir auf dem Stein. Ich bin dann sehr schnell, sehr ruhig , sehr unauffällig vorbeigegangen (innerlich: komplette Panik). Er machte schnell noch ein Foto und auch leise und schnell vorbei.

    Unten angekommen: gigantische Kulisse. Der Wasserfall donnert über unseren Köpfen, überall Nebel, tropisches Drama pur. Dann: Starkregen. Innerhalb von Sekunden komplett durchnässt. Kein Internet, kein Empfang – und auf dem Rückweg wartete noch eine Schlange auf uns!

    Zum Glück war auf dem Rückweg weit und breit keine Schlange mehr zu sehen. Hat sich wohl auch beim Regen rigendwo ins Trockene verzogen / geschlängelt. Später recherchiert: Eine Python. Also nicht giftig. Das erklärte auch, warum sie so entspannt da lag. Glück gehabt. Schon wieder.

    Tag 4 – Townsville, Wrack-Pech und Weitblick-Glück

    Eigentlich hatte ich nur ein Ziel: das berühmte Wrack der SS Yongala betauchen. Eines der spektakulärsten Wracks Australiens! Fische, Korallen, Geschichte, Gänsehaut – ich war bereit.

    Der Veranstalter leider nicht. „Zu wenige Teilnehmer. Neuer Termin nächsten Samstag.“
    Nächsten Samstag?! Wir waren auf Roadtrip, nicht im Wartesaal des Ozeans. Also kein Tauchgang. Kein Wrack. Nur ich und mein leicht beleidigtes Abenteuerherz. Sehr schade!!

    Also Stadtbesichtigung in Townsville.

    Castle Hill – Der Berg, der dich dem Himmel näherbringt (und deinem Puls auch)

    Mitten in der Stadt erhebt sich Castle Hill – ein Felsenklotz mit Aussichtsgarantie.
    Oben angekommen (leicht schnaufend, natürlich nur wegen der Hitze), hatten wir einen fantastischen Blick über Stadt und Meer.

    Und dort draußen liegt sie: Magnetic Island.

    Eine große Insel direkt vor der Küste. Man kann tatsächlich bis dorthin schauen – türkisfarbenes Wasser, weiße Strände, Postkartenidylle. Dort gibt es auch ein Wrack direkt an der Küste, halb über Wasser, komplett von Pflanzen überwuchert. Natur 1 : Mensch 0.
    Sehr fotogen. Wenigstens ein Wrack. Wenn auch trocken.

    Kissing Point – Geschichte mit Meeresbrise

    Weiter ging’s zum Kissing Point – ein Hügel mit Blick auf das offene Meer. Hier wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Fort Kissing Point errichtet, später bekannt als
    Jezzine Barracks.

    Im Zweiten Weltkrieg war die Anlage strategisch wichtig: Schutz für Hafen und Flughafen – letzterer diente als Basis für amerikanische Bomber im Pazifikkrieg gegen Japan.

    Heute stehen dort noch Bunker und alte Kanonen.
    Man läuft zwischen Betonresten herum, schaut aufs friedliche Meer – und denkt sich: Geschichte ist schon verrückt. Früher Verteidigungspunkt. Heute Selfie-Spot.


    Der Rock Pool – Schwimmen ohne Hai-Angst-Level 10

    Direkt an der Promenade liegt der Rock Pool. Ein künstlich angelegtes Meerwasserbecken. Öffentlich zugänglich. Gefiltertes Meerwasser. Keine Haie. Australien ist ja bekannt dafür, dass im Wasser alles entweder beißt, sticht oder einen zumindest skeptisch anschaut. Hier konnte man einfach schwimmen. Entspannt. Theoretisch.

    Dann plötzlich: SCHREI!

    Über uns kreisten große schwarze Kakadus – vermutlich Red-tailed Black Cockatoos. Riesig. Majestätisch. Laut wie startende Düsenjets. Sie schreien genauso laut wie die weißen Kakadus, die wir auf unserer Wohnmobiltour kurz vor Adelaide gesehen haben. Beim Fliegen sieht man rote Federn im Schwanz. Absolut beeindruckend.

    Australien und seine Tierwelt:
    Wunderschön. Laut. Und manchmal leicht lebensgefährlich.


    Zwischenfazit unseres Queensland-Roadtrips

    Internet in Queensland:
    1–2 MBit/s im Motel. In der Wildnis: Meditationstraining.

    Erste-Hilfe-Set:
    Gold wert.

    Australische Krankenhäuser:
    Freundlich. Effizient. Teuer.

    Michael:
    Jetzt offiziell „australisch zertifiziert“.

    Ich:
    Herzinfarkt-Level 7 überlebt.

    Und das waren die ersten Tage unseres Ostküsten-(Queensland-)Roadtrips.

    Fortsetzung folgt – hoffentlich ohne medizinischen Notfall.
    Aber mit Wrack. 😄