Australien – Fazit aus unserer Sicht

Land und Leute:

Australien ist wirklich faszinierend. Sowohl die Landschaften und Pflanzen, als auch die einzigartigen Tiere. Je nach Bundesstaat (oder besser gesagt: Nord, Ost, Süd, West oder Mitte) gibt es hier unterschiedliche Klimazonen. Wir haben fast alles erlebt: Gemäßigtes Klima im Süden (ähnlich Deutschland), trophisch und subtrophisch im Norden und Osten (mit Regenwald und feuchtwarmer Luft), und Wüste in der Mitte (mit sehr trockener, heißer Luft).

Besonders begeistert waren wir von den vielen Tieren, die man entweder mit etwas Glück in der freien Natur oder in Wildgehegen/Zoo’s entdecken kann. Kängurus, Wallabies (die kleinen Vertreter der Kängurus), Wombats, Dingos und Schlangen, um nur ein paar zu nennen. Im Osten gibt es auch Bananenplantagen und riesige Zuckerrohrfelder, welche wahrscheinlich in der Zeit der Kolonialisierung eingeführt wurden. Es gibt riesige Rinderfarmen in der Mitte (welche sich über mehrere Dutzend Hektar erstecken) und Weingebiete im Süden. Weiße Strände und blaues Meer gibt es massig entlang der Küste. Wobei es je nach Jahreszeit im Süden etwas kalt zum Baden sein kann. Das Great Barrier Reef sollte man kennen und ggf. auch mit einem Tauch- oder Schnorchelausflug besuchen.

Öffentliche Einrichtungen wie Museen und Ausstellungen sind oft kostenlos. Es gibt fast überall kostenlose öffentliche Toiletten, meistens sehr sauber. Da kann sich Deutschland mal eine Scheibe abschneiden. An den Steuereinnahmen liegt es scheinbar nicht, den Australien verwendet die Steuereinnahme eher für die eigene Bevölkerung, statt es in alle Welt und an jeden zu „verschenken“

Die Australier sind meistens sehr freundlich, locker („no worries“) und hilfsbereit. Aufgrund der Landessprache ist die Verständigung auf Englisch ein Kinderspiel 😉Die Aboriginals, wenn man mal welche sieht, sind manchmal etwas unhöflich und grantig (wie man in Bayern sagt). Aber auch hier gibt es wie überall Ausnahmen. Sie werden auch 200 Jahre nach der Kolonialisierung noch oft ausgegrenzt, was sich auch in ihrer Haltung gegenüber den „Eingewanderten“ und Touristen zeigt. Auch haben viele Australier (nicht nur die Aboriginals) ein Alkoholproblem. Am Straßenrand immer Schilder, die vor Alkoholkonsum warnen und Alkoholkontrollen am Straßenrand. So viele habe ich trotz mehr Verkehr in Deutschland in so kurzer Zeit und am helllichten Tag noch nie gesehen. Dazu aber später noch etwas mehr. In Australien gibt es ca. 27 Mio. Einwohner welche sich hauptsächlich in großen Städten wie Sydney, Melbourne oder Adelaide entlang der Küstenlinie angesiedelt haben. Ansonsten viele kleinere Ortschaften, teilweise nur mit einem Dutzend Einwohner. Ein besonderer Fakt ist die Hauptstadt: Canberra, weder die größte noch schönste Stadt in Australien, wurde im Landesinneren aus dem Boden gestampft um keine Stadt wie Sydney oder Melbourne zu bevorzugen bzw. einen Wettbewerb/Streit zu verhindern.

Verkehr:

Hier herrscht Linksverkehr, was gerade in Städten, an Kreuzungen und Kreisverkehren zu anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten führen kann. Auch ist logischerweise bei Mietwagen oder Campern das Lenkrad auf der „falschen“ Seite 😉 Wegen der anderen Sitzposition neigt man dazu anfangs zu weit links am Straßenrand zu fahren. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte ist der Verkehr überschaubar. In den großen Städten etwas mehr, aber kein Vergleich zum München oder Berlin. Brisbane ist hier etwas anders. Hier ist es sehr eng aufgrund der Hügel in und um die Stadt. Große Kreuzungen sind oft unübersichtlich. Man muss sich früh einordnen, wenn man oder auch GoogleMaps weiß wohin man will. Oft gibt es Straßen, die sich über- oder untereinander kreuzen, was die Orientierung etwas schwer macht. Ein paar Mal sind wir falsch abgebogen, was uns in Sydney oder Melbourne nie passiert ist. Auf dem Land ist man fast allein unterwegs … im Outback kann es schon mal sein, dass man 1 Stunde fährt ohne andere Autofahrer zu treffen. An den Straßenrändern immer Schilder mit Ausschriften wie „Don’t drink and drive“, „Drink Drive. Selfish Prick.„, „Take a break – Fatigue kills“ oder „Stock crossing“. Natürlich wird auch immer vor Kängurus, Wombats oder in einigen Regionen vor Kasuaren und Emu‘s auf der Straße gewarnt.

Zugverbindungen gibt es an der Küste vereinzelt, diese haben wir aber nicht genutzt. Von Süd nach Nord (quer durchs Outback) gibt es den GHAN, eine luxuriöse Zugverbindung, die man mindestens 6 Monate, wenn nicht sogar 1 Jahr, vorher buchen sollte (wenn man genügend Kleingeld hat 😉). In den großen Städten gibt es einen guten ÖPNV. Wir sind in Sydney, Brisbane und Adelaide oft mit örtlichem Bus und Zug gefahren, was auch relativ günstig ist. Man kann hier einfach per „Tap n Go“ kontaktlos (NFC) mit Kreditkarte oder Handy im Bahnhof/Zug, im Bus oder auch die Fähre bezahlen, was sehr bequem ist. Keine Automaten, kein Tarif-Wirrwarr. In Melbourne empfiehlt sich eine „MyKi“-Card, mit der man günstig und auch per Tap den Bus oder Zug bezahlen kann.

Um da Land richtig zu erkunden, empfiehlt es sich ein Wohnmobil (es gibt Massen von Touristen die mit Campern in Australien unterwegs sind) oder zumindest einen Mietwagen zu buchen. Mietwagen kann man eher kurzfristig (1 Woche im voraus) buchen. Bei Wohnmobilen sieht es etwas anders aus. Diese sollte man wegen der Verfügbarkeit und der Preise mindestens 3 Monate vor Start reservieren. Wir hatten 1,5 Monate im Voraus nicht mehr die volle Auswahl und mussten deshalb upgraden und mehr bezahlen. Generell empfiehlt sich auf die Versicherung zu achten. Es gibt nur eine Basisversicherung mit hoher Selbstbeteiligung. Das All-inklusive-Paket kostet deutlich mehr. Wir haben sowohl Mietwagen als auch unseren Camper über Vergleichsportale (Mietwagen z.B. Ch…24 oder AutoEuro… / Camper z.B. Ch…24 bzw. CampStar) gebucht. Das war etwas günstiger als über die direkte Vermietung und man konnte günstiger eine Zusatzversicherung (mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung) für eventuelle Schäden abschließen.

Geld und Kosten:

Der Wechselkurs war in Australien war ungefähr 1 Euro : 1,5 Australische Dollar. Hier empfiehlt sich generell die Kartenzahlung. Was zwar manchmal mit 1,5% Gebühren „belohnt“ wird, aber noch günstiger ist als Geld zu Tauschen oder am Bankautomaten zu ziehen. Wir hatten 100 AUD, welcher wir am Ende noch irgendwie ausgeben mussten.

Hotels in Sydney waren gerade zum Jahreswechsel extrem teuer, so etwas auf Oktoberfest-Niveau. Aber das war irgendwie eingeplant. Wann hat man schon mal die Chance Silvester am anderen Ende der Welt und am Sydney Harbour mit Oper im Hintergrund zu Feiern. Mal abgesehen von Sydney im großen Apartment für 200 €/Nacht und Yulara (mitten im Outback für 160€/Nacht), waren die Preise ohne Frühstück bei ca. 60 € – 80 € im 4* Hotel relativ erschwinglich. Auch hier hilft wieder der Preis-Check mit verschiedenen Vergleichsportalen.

Einkaufen und Essen war etwas günstiger Deutschland, wobei Alkohol, aber auch Wasser in Flaschen deutlich teurer ist als in Deutschland. Flasche Bier etwas 3 AUD (2 €) für 0,33 Liter … wobei man das nicht im Supermarkt, sondern nur bei lizensierten Händlern bekommt. Liegt wohl daran, das Australien ein Alkoholproblem hat und die Alkoholsteuer sehr hoch ist. In Bars und Restaurants kann das „kleine“ Bier schon mal 15 AUD kosten. Das günstigste Flaschenwasser kostet etwa 0,5 € pro Liter. Etwas günstiger sind hier 5 oder 10 Liter Kanister mit integriertem Zapfhahn. Aber immer noch mindesten 50% teurer als in Deutschland.

Taxis sind etwas günstiger als in Deutschland, wobei man hier auch Uber nutzen kann. Wir haben einmal 14 € für 4 Kilometer mit dem Taxi bezahlt. Mit Uber kostete der Flughafentransfer etwas 14 AUD für 6 Kilometer. Also etwas günstiger als ein normales Taxi. In den großen Städten waren wir mit Bus und Bahn unterwegs. In Sydney waren es ca. 2 € pro Fahrt (max. 50 AUD/33 € pro Woche). In Melbourne und Adelaide waren die Preise ähnlich. In Brisbane gab spezielle Tarife für 0,5 AUD pro Fahrt, was über die Woche verteilt sehr günstig war. Teilweise sind wir den halben Tag Fähre gefahren 😉

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