Schlagwort: Oceania

  • Fidschi – Barefoot Kuata Island

    02.05.2026 – Heute verlassen wir Nadi. Mit dem Taxi – eigentlich war es der Vater der Rezeptionistin – fahren wir von Wailoaloa Beach nach Denarau, ungefähr 11 Kilometer. Die gesamte Denarau-Halbinsel wurde großteils künstlich aufgeschüttet und ist Privatgelände. Deshalb muss jedes Fahrzeug erst durch eine Kontrolle fahren. Fast ein bisschen wie Grenzübergang für Urlauber mit Flip-Flops. Auf der Halbinsel befinden sich nämlich mehrere 5-Sterne-Resorts und ein 18-Loch Golfplatz, was sie zum exclusivsten Ort in ganz Fidschi macht.

    Beim Einchecken für die Überfahrt zu unserem Inselresort wartet direkt die erste böse Überraschung: Wegen der gestiegenen Ölpreise müssen wir nochmal ungefähr 40 € Spritzuschlag zahlen. Dabei lagen die Preise für die Fähre sowieso schon bei etwa 320 €. Fidschi entwickelt sich damit mit großem Abstand zum teuersten Land unserer bisherigen Reise. Eine genaue Kostenübersicht machen wir dann am Ende der Reise.

    Die Überfahrt dauert knapp zwei Stunden, vergeht aber erstaunlich schnell. Vielleicht wegen der wunderschönen Aussicht vom Deck. Vielleicht auch wegen der fidschianischen Mutter mit ihren zwei süßen Kindern, die hinter mir saß. Irgendwann kommen wir ins Gespräch – ihr Schwager arbeitet wohl auch auf unserer Insel.Die beiden Mädchen, ungefähr sieben und neun Jahre alt, haben große dunkle Augen, lange Wimpern und lockige Haare. Super neugierig, super lebendig und die ganze Zeit am Kichern. Als wir unser Ziel erreichen, werden wir mit einem kleinen Boot abgeholt und auf die Insel gebracht. Schon vom Wasser aus sehen wir einen Mann auf einem großen Felsen im Meer stehen und uns zuwinken.

    Kurz vor dem Strand beginnt plötzlich eine kleine Band Einheimischer mit Gitarren zu spielen und zu singen. Wir verstehen zwar kein Wort, fühlen uns aber sofort willkommen. Das Lied endet mit einem lauten gemeinsamen „BULA!!“ von Gästen und Mitarbeitern.

    Dann steigen wir barfuß ins türkisfarbene Wasser. Heller Sandstrand, kleine Baby-Riffhaie schwimmen neugierig vorbei – und sofort kommt dieses „Malediven-Gefühl“ auf. Nur mit dem kleinen Unterschied: Wir sind auf Kuata Island.

    Unser Zuhause ist eine Bure, ein großes Zelt mit Veranda und privaten Liegen direkt am Wasser. Ruhig, wunderschön und morgens können wir den Sonnenaufgang über dem Meer direkt vom Bett aus sehen. Wirklich ein Postkartenmoment.

    Natürlich holen wir sofort Schnorchelausrüstung und springen ins warme, klare Wasser. Die Korallen sind bunt, gesund und voller Leben. Überall kleine Fische und Baby-Riffhaie. Ehrlich gesagt bisher einer der schönsten Schnorchelspots unserer ganzen Reise. Der einzige Nachteil: kleine unsichtbare stechende Quallen. Ich sehe sie nie – ich höre sie nur. Es klingt wie kleine elektrostatische Entladungen im Wasser, gefolgt von kurzen Schmerzen an Armen oder Beinen. Für Michael ist es nur ein kleines Pieksen. Für mich leider tagelang juckende rote Stellen mit kleinen Bläschen. Offenbar reagiere ich allergisch auf das Gift. Aber ganz ehrlich: Für diese Unterwasserwelt nehme ich das trotzdem in Kauf.

    Abends findet „Fiji Night“ statt. Etwa 20 bis 30 einheimische Mitarbeiter versammeln sich, singen, tanzen und führen am Ende noch eine Kava-Zeremonie durch. Wir dürfen zuschauen und mitklatschen. Nur das Kava trinken wir diesmal ausnahmsweise nicht mehr. Man könnte auch sagen: Unser Geschmackssinn braucht dafür noch mehrere Entwicklungsstufen.

    Am nächsten Tag ist es zwar schön, aber extrem windig. Eigentlich wollte ich nachts tauchen gehen, aber der Wind hatte offensichtlich andere Pläne. Ins Meer konnten wir tagsüber nicht mehr, also haben wir stattdessen am Pool entspannt. Dabei beobachte ich einen Mitarbeiter, der mit dem Kanu zum Warrior Rock fährt, dort hochklettert und sich auf den Empfang neuer Gäste vorbereitet. Wahrscheinlich einer der spektakulärsten Arbeitswege der Welt.

    Am Nachmittag machen wir eine kleine Erkundungstour über die Insel – zur Cave, einer kleinen Höhle, und zum Back Beach auf der anderen Seite der Insel. In der Steinhöhle lagern einige Sachen der Inselbewohner, fast wie ein kleines natürliches Museum.

    Der Back Beach ist menschenleer, klein und wunderschön ruhig. Viel entspannter als der Hauptstrand auf der Ostseite. Allerdings herrscht Ebbe und das Wasser ist zu flach zum Schwimmen. Dafür finde ich dort wunderschöne große Muscheln. Am liebsten hätte ich sie mitgenommen. Aber am Ende lasse ich sie dort. Sie gehören einfach hier her – und nicht als Staubfänger in mein Regal.

    In der Nacht kommt dann ein heftiger Sturm. Der Wind ist so laut und das Zelt wackelt so stark, dass wir wach werden. Kurz habe ich wirklich Sorge, dass unser Zelt irgendwann Richtung Ozean abhebt. Zum Glück passiert nichts. Aber der Sturm war auch so heftig, dass es über Nacht 2 Ausflugsboote versenkt hat. Diese wurden dann versucht am folgenden Tag an Land zu ziehen und zu reparieren.

    04.05.2026- Heute ist es endlich wieder ruhig und sonnig. Michael geht mit einer Gruppe zum Hai-Schnorcheln hinaus – mit dem Boot zu einer speziellen Stelle.

    Von Michael:

    Heute stand Schnorcheln mit Haien auf dem Programm – also quasi ein entspannter Wellnesstag … nur mit deutlich mehr Zähnen. 🦈

    Auf der Rückseite der Insel sind wir mit einem kleinen Boot ein Stück hinaus bis zur Kante des Riffs gefahren. Nach dem Sturm vom Vortag war das Meer dort überraschend ruhig und das Wasser herrlich klar – perfekte Bedingungen also, um sich freiwillig ins Reich der Haie zu begeben.

    Kurz die Ausrüstung gecheckt, Maske gerichtet und schon ging es zusammen mit einem Guide ins Wasser. Keine paar Meter unterwegs, gab es direkt das erste Highlight: Eine Meeresschildkröte schwamm ganz entspannt etwa fünf Meter vor mir an die Oberfläche, um Luft zu holen. Ja, selbst Schildkröten müssen zwischendurch mal auftanken. 😉

    Danach ging es immer weiter am Riff entlang. In der Ferne tauchten plötzlich die ersten Haie auf. Erst noch klein und weit weg – und wenige Minuten später waren wir mittendrin. Um uns herum mehrere Riffhaie, die ganz ruhig ihre Kreise zogen. Mal weiter entfernt, mal plötzlich richtig nah … fast zum Anfassen. Die Tiere waren ungefähr 1,80 Meter lang, also nur minimal kleiner als ich.

    Insgesamt haben wir fünf Haie gezählt. Zum Glück keine Tiger-, Bullen- oder Weißen Haie, sondern die deutlich entspanntere Variante der Unterwasserwelt: neugierig, beeindruckend und zum Glück nicht als Futter an uns interessiert.

    Nach etwa einer Stunde war das Abenteuer dann leider schon wieder vorbei und wir fuhren zurück zur Insel – mit jeder Menge Adrenalin, Respekt vor der Natur und der Erkenntnis, dass ich beim Schwimmen definitiv nicht der Schnellste im Wasser war.

    Währenddessen spiele ich mit anderen Gästen Coconut Bowling. Champion bin ich leider nicht geworden, aber Spaß hatte ich trotzdem.

    Dann wird es endlich 18:30 Uhr. Es ist dunkel. Zeit für meinen Nachttauchgang. Diesmal direkt vom Strand aus ins Hausriff. Nur ich und mein lokaler Guide Sami. Am Anfang schalten wir unsere Lampen aus und plötzlich beginnt das Wasser um uns herum zu leuchten. Mit jeder Bewegung wird es heller. Wie Unterwasser-Glühwürmchen. Überall um uns herum. Absolut magisch. Danach beginnt unsere eigentliche Entdeckungstour. Sami zeigt mir wunderschöne kleine bunte Krebse, Mini-Schnecken und unzählige Lebewesen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Eine fast zwei Meter lange schwarz-weiß gestreifte Seegurke. Flache Krebse. Rosa und rote Fische mit riesigen dunklen Augen, völlig überdimensioniert für ihre kleinen Körper. Riesige Muscheln mit fast anderthalb Metern Durchmesser, auf denen winzige dunkelblau glänzende Krebse herumtanzen. Dazu Tintenfische, aktive Baby-Riffhaie und überall Bewegung im Riff. Definitiv einer der besondersten und unvergesslichsten Nachttauchgänge meines Lebens.

    05.05.2026 – Heute stehen wir schon um fünf Uhr morgens auf. Wir wollen zum Aussichtspunkt auf dem höchsten Berg der Insel wandern, um den Sonnenaufgang zu sehen. Es ist dunkel, warm und überraschend angenehm. Mit Stirnlampen steigen wir den Weg hinauf und erreichen nach ungefähr 25 Minuten den Aussichtspunkt. Der Himmel ist wolkenlos. Wir sind komplett allein und beobachten, wie sich die Farben des Himmels langsam verändern. Orange, rosa, gold, blau. Einfach wow.

    Nach dem Abstieg nutzen wir direkt die Morgenenergie und fahren noch eine halbe Stunde Kanu. Das Wasser ist so klar und blau, dass wir eigentlich sofort wieder hineinspringen wollen.

    Also gehen wir nach dem Kanufahren direkt nochmal schnorcheln. Als wir endlich wieder aus dem Wasser kommen, ist schon fast der halbe Tag vorbei.

    Am Nachmittag lerne ich von Einheimischen noch Basket Weaving. Michael geht mir helfend zur Hand. Jetzt bin ich offiziell zertifizierte Korbflechterin für Palmblätter. Ich warte eigentlich nur noch auf mein Diplom.

    06.05.2026 – Heute geht es zurück zur Hauptinsel. Wir machen eigentlich nichts mehr – außer das Meer anzuschauen und zu versuchen, diesen unglaublichen Ausblick irgendwo dauerhaft im Gehirn abzuspeichern. Zum Abschied versammeln sich noch mal fast alle Mitarbeiter, singen für uns, schütteln uns die Hände und begleiten uns bis zum Boot am Strand.

  • Fidschi – Nadi

    29.04.2026: Heute ging es von Pacific Harbour wieder zurück nach Nadi. Als wir starten wollten, stellten wir fest, dass einer der vorderen Reifen fast platt war. Entweder hatten wir uns irgendetwas eingefahren, oder eines der zahlreichen Schlaglöcher hatte seine Wirkung entfaltet – wahrscheinlich eine Kombination aus beidem. Kurz Check: Ersatzrad? Fehlanzeige.

    Also ab zur nächsten Tankstelle, um etwas Luft aufzupumpen. Dort angekommen die nächste Überraschung: Der Kompressor war kaputt. Perfekt. 😅

    Glücklicherweise entdeckte der Tankstellenmitarbeiter in einem kleinen, versteckten Fach im Kofferraum einen Mini-Kompressor mit Dichtmittel. Ohne viel Aufhebens machten sich die Jungs daran, den Reifen abzudichten und wieder aufzupumpen. Und siehe da – der Reifen hielt die restliche Fahrt problemlos. Ein Hoch auf improvisierte Lösungen und hilfsbereite Fidschianer!💖

    Nach meinem Magen-Darm-Problem ging es mir zwar noch nicht richtig gut, aber die dreistündige Fahrt haben wir trotzdem gut überstanden.

    In Nadi angekommen, ging es nach dem Einchecken im Hotel erst mal direkt zum Strand, der zum Glück nur zwei Minuten entfernt war. Besser kann man ein Hotel eigentlich kaum platzieren. Anschließend sind wir noch bei gefühlten 28 Grad Wassertemperatur in den Sonnenuntergang geschwommen. Natürlich durfte dabei auch ein kleines Fotoshooting nicht fehlen – schließlich muss man ja dokumentieren, dass man tatsächlich dort war und nicht nur eine Postkarte gekauft hat.

    30.04.2026: Heute mussten wir unseren Mietwagen wieder abgeben. Der kleine Toyota war technisch zwar weit entfernt von dem, was wir normalerweise gewohnt sind – selbst die anderen Mietwagen auf unserer Reise waren deutlich besser ausgestattet – aber er hat uns immerhin anderthalb Wochen zuverlässig überall hingebracht. Das eingebaute Navi war allerdings auf Japanisch eingestellt und verfügte ausschließlich über Kartenmaterial von Japan. Warum auch immer. Wir haben das Thema deshalb einfach ignoriert und stattdessen wieder einmal auf Google Maps vertraut, das uns wie so oft zuverlässig gerettet hat.

    Da es mir heute wieder deutlich besser ging, stand ein Ausflug zu den Mud-Pools und Hot Springs im Norden von Nadi auf dem Programm. Die erste Herausforderung begann allerdings schon bei der Frage: Wie kommt man ohne Mietwagen überhaupt dorthin? Bus? Fehlanzeige. Uber? Ebenfalls nicht vorhanden. Also blieb nur Taxi fahren.

    Der Mitarbeiter bei der Mietwagenstation wollte uns freundlicherweise direkt ein Fahrdienst organisieren. Der genannte Preis war allerdings eher ein Fall für die Kategorie „Touristen-Sonderangebot“: umgerechnet knapp 30 Euro für acht Kilometer. Also lieber selbst vergleichen. Wir fragten kurzerhand einen richtigen Taxifahrer. Dort lag der Einstiegspreis nur noch bei einem Drittel. Nach ein wenig Verhandlungsgeschick stiegen wir schließlich ein. Geht doch.

    Der Weg zu den Mud-Pools führte im letzten Abschnitt über eine Straße, die man wohlwollend als Schotterpiste bezeichnen könnte. So holprig, dass man stellenweise vermutlich zu Fuß ähnlich schnell gewesen wäre. Bei über 30 Grad Außentemperatur war die Taxifahrt trotzdem eindeutig die angenehmere Variante.

    An den Pools angekommen hieß es: Eintritt zahlen, umziehen und rein ins Wellness-Abenteuer. Zuerst ging es zu großen Bottichen voller „Heilschlamm“, mit dem wir uns großzügig von Kopf bis Fuß einschmierten. Dabei kamen definitiv Kindheitserinnerungen hoch 😉. Früher hieß das einfach „im Dreck spielen“, heute nennt man es Wellness und bezahlt Eintritt dafür.

    Nachdem der Schlamm ein paar Minuten in der Sonne trocknen durfte, ging es in das erste warme Wasserbecken, um die getrocknete Erdschicht wieder halbwegs loszuwerden.

    Danach folgte der erste Hot Pool mit angenehmer Badewannentemperatur. Dort ließen wir uns entspannt im Wasser treiben. Anschließend ging es kurz in einen größeren Pool, in dem man sogar ein wenig schwimmen konnte, bevor wir den letzten Pool ausprobierten.

    Dort hatte das Wasser ungefähr 40 Grad. Nach wenigen Sekunden sahen wir aus wie Krebse oder Langusten, die gerade in kochendem Wasser für den Verzehr vorbereitet werden. Lange hielt man es dort definitiv nicht aus. Nach einer kurzen Dusche wartete dann noch der entspannende Abschluss des Tages: eine fidschianische Massage. Xin hat die Massage in vollen Zügen genossen und war richtig begeistert – für sie genau das Richtige. Ich dagegen hätte mir etwas mehr anatomische Fachkenntnis gewünscht. Statt gezielter Entspannung fühlte sich das Ganze eher wie ein wildes „Rumgeknete“ an. Aber hey, man ist ja am anderen Ende der Welt – da kann man nicht zu viel erwarten 😉.

    Für die Rückfahrt ließen wir uns erneut ein Taxi rufen – wobei „Taxi“ auf Fidschi nicht zwangsläufig bedeutet, dass es sich um ein offizielles Taxi handelt. Wenn Hotels oder andere Unterkünfte ein Taxi organisieren, werden oft einfach Verwandte angerufen, die sich mit dem Chauffieren von Touristen etwas Geld dazuverdienen. So kam es, dass wir während unseres Aufenthalts fast nie mit einem offiziellen Taxi unterwegs waren.

    01.05.2026: Heute haben wir erst einmal lange ausgeschlafen. Danach stand neben dem Einkauf einiger Lebensmittel – wir waren auf der Reise ja häufig Selbstversorger – vor allem Entspannung am Strand auf dem Programm.

    Nachdem die Sonne untergegangen war, ging es zurück ins Hotel, wo an diesem Abend eine sogenannte LOVO-Night stattfand. Einige Gerichte wurden traditionell im Erdofen gegart, wobei wir dieses Mal darauf verzichtet haben. Dafür gab es fidschianische Musik sowie eine Tanzshow mit Feuereinlage.

    Und diese Show hatte es wirklich in sich. Es war mit Abstand die beste Aufführung, die wir bislang auf unserer Reise gesehen hatten. Zuerst wurde getanzt und gesungen, anschließend begann die Feuershow. Die Tänzer jonglierten mit langen Stangen, die an beiden Enden brannten, und schleuderten brennende Kugeln in atemberaubendem Tempo um ihre Körper. Teilweise sah das Ganze so mühelos aus, dass man fast vergessen konnte, dass dort gerade Menschen mit offenem Feuer hantierten. Wir waren jedenfalls beeindruckt – und froh, dass niemand versehentlich die Palmen angezündet hat.

    Das war es erst mal in Nadi. Nächster Stop: Barefoot Kuata Island.

  • Fidschi – Pacific Harbour

    27.04.2026 – heute bin ich aufgeregt. Richtig aufgeregt.
    Warum? Mein allererster Hai-Tauchgang steht an!

    In Pacific Harbour gibt es mehrere Dive Center, die Shark Diving anbieten. Der Ort ist weltweit bekannt für seine großen Meeresbewohner – und das Ganze ohne Käfig. Ja, richtig gelesen: einfach rein ins offene Wasser, begleitet von erfahrenen Guides. Klingt beruhigend… irgendwie.

    Unser Tauchspot heißt „Bistro“ – nicht, weil es dort Essen gibt, sondern weil die Haie hier quasi ihre Mahlzeiten einnehmen. Nur etwa 10 Minuten Bootsfahrt entfernt.

    Als wir gegen 9:30 Uhr ankommen, ist die Strömung noch zu stark. Also erstmal 20 Minuten warten. Kaum ist das Boot festgemacht, tauchen schon zwei Ammenhaie hinter uns auf – etwa 2 Meter lang. Wie elegante, leicht unheimliche Drachen unter Wasser. Alle sind sofort begeistert (und vielleicht ein kleines bisschen nervös).
    Der Instructor, der seit 18 Jahren hier arbeitet, erklärt uns in der Zwischenzeit alles über die einheimischen Haie und gibt Sicherheitsanweisungen. Der Kapitän drückt mir noch eine spezielle Sonnenbrille und eine Haarspange für ein Fun-Foto in die Hand – Prioritäten müssen schließlich gesetzt werden.

    Dann geht’s los.
    Die Strömung hat nachgelassen, ist an der Oberfläche aber noch stark. Wir springen mit einem Seil in der Hand ins Wasser, kämpfen uns zum Abtauchseil und ziehen uns aktiv nach unten – natürlich mit regelmäßigem Druckausgleich (sonst wird’s schnell unangenehm).
    Ab etwa 6–7 Metern wird die Strömung deutlich schwächer. Am Meeresboden, in rund 20 Metern Tiefe, gibt es eine 10–15 Meter lange niedrige Korallenmauer. Wir – insgesamt 10 Taucher – legen uns dahinter wie an eine Bar. Nur dass hier keine Cocktails serviert werden, sondern Haie vorbeischauen.
    Die fünf Instruktoren positionieren sich hinter uns. Jeder hat eine Metallstange mit Ring dabei – nicht zum Angeln, sondern um neugierige Haie auf Abstand zu halten.
    Am Anfang: trübes Wasser und viele bunte Fische.
    Dann lässt ein Guide eine große gelbe Tonne ins Wasser – gefüllt mit Fischfutter, fest verschlossen. Offenbar kennen die Haie das Ritual…
    Und plötzlich: Da sind sie.
    Ammenhaie. Und dann – zwei Bullenhaie. Etwa 3 Meter lang.

    Einfach aus dem Nichts tauchen sie auf, kreisen vor uns, verschwinden wieder, kommen von der anderen Seite zurück. Wie ein perfekt choreografierter Auftritt.
    Zwei,drei Ammenhaie versuchen sogar, mit dem Maul an der Schnur der Tonne zu ziehen. Sehr clever… aber heute bleibt das Buffet zu.

    Ein paar Mal kommen die Bullenhaie ziemlich nah. Ich sehe ihre silbrigen Augen, ihren massiven Kiefer – nur wenige Meter vor mir. Dann sind sie wieder weg.
    Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken.

    Was für unglaubliche Tiere. Wirklich beeindruckend. Und gleichzeitig denkt man: Hoffentlich zerstören wir Menschen das alles nicht zu schnell.
    Die 30 Minuten vergehen wie im Flug. Ein Klopfen auf die Flasche – Zeit zum Auftauchen. Wegen der Strömung können wir leider keine Wracks in der Nähe anschauen. Egal. Ich bin jetzt schon mehr als glücklich.
    Nach etwa einer halben Stunde folgt Tauchgang Nummer zwei.
    Gleiches Prozedere – aber diesmal sind noch mehr Haie da.
    Zwei Ammenhaie liegen direkt neben der gelben Tonne, als wäre es ihr persönliches Möbelstück. Das Wasser ist inzwischen trüber. Drei oder vier Bullenhaie schwimmen immer wieder über uns hinweg.

    Die Instruktoren entscheiden, die Tonne nicht zu öffnen – zu riskant. Verständlich.
    Mir ist inzwischen ziemlich kalt, und ich bin fast froh, nach 45 Minuten wieder raus zu dürfen. Beim Auftauchen wird es nochmal spannend: Zwei Bullenhaie folgen uns bis zum Sicherheitsstopp und kommen immer näher. Einer schwimmt sogar unter mir.
    Später sagt der Instructor, das sei durchaus eine heikle Situation gewesen. Umso besser, dass die Futtertonne geschlossen blieb.
    Trotzdem: Dank der erfahrenen Guides habe ich mich die ganze Zeit sicher gefühlt.
    Das war eine unglaubliche, absolut unvergessliche Erfahrung.

    Von Micha:

    Zur gleichen Zeit hatte ich große Pläne: ein Tagesausflug zur Lailai Lounge, einer riesigen schwimmenden Plattform vor Beqa Island. Klang nach Luxus, endete aber in Gruppendynamik – es gab schlicht nicht genug Teilnehmer. Tja, manchmal scheitern Träume nicht an einem selbst, sondern an zu wenig anderen.
    Also: Alternativprogramm! Schnorcheln an einem Riff, nur 10 Minuten Bootsfahrt vor der Küste – quasi die „abgespeckte Deluxe-Version“. Nach einer kurzen Bootsfahrt und einer noch kürzeren Einweisung (sinngemäß: „Nicht sterben, viel Spaß!“) ging es ins herrlich warme Wasser.
    Und dann: das erste Highlight nach wenigen Minuten – eine etwa 1,5 Meter lange Gelblippen-Seeschlange. Hochgiftig, aber zum Glück eher schüchtern. Also ungefähr so gefährlich wie ein introvertierter Ninja.
    Dazu wunderschöne Korallen und jede Menge kleine, bunte Fische. In einigen Anemonen entdeckte ich sogar mehrere „Nemos“ – Clownfische in ihrem natürlichen Wohnzimmer. Pixar lässt grüßen.
    Einziger Wermutstropfen: Unsere Unterwasserkamera war zeitgleich beim Hai-Shooting im Einsatz. Bedeutet: nur gucken, nicht knipsen. Erinnerungen im Kopf statt auf der Speicherkarte – fast schon retro.
    Nach etwa 1,5 Stunden ging es dann wieder zurück ins Hotel – mit salziger Haut und vielen Eindrücken.

    Abends: Lovo-Dinner mit Tanzshow
    Zurück in der Unterkunft wartet ein traditionelles Lovo-Abendessen auf uns.
    Ein Lovo ist eine fidschianische Kochmethode: Das Essen wird in einem Erdofen zubereitet. Fleisch, Fisch, Gemüse und Beilagen werden in Bananenblätter gewickelt, auf heißen Steinen in einer Grube gegart und dann stundenlang langsam gekocht. Das Ergebnis: unglaublich aromatisch und zart.
    Es gibt Hähnchen, Lamm, Fisch, Schweinebauch, Dal, dazu frischen Salat und Obst – genug, um etwa 40 Gäste satt zu machen (Challenge accepted).
    Michael darf am Anfang noch das berühmte Kava trinken.
    Geschmack: irgendwo zwischen Erde und Wasser. Wirkung: leicht betäubte Zunge und entspannend. Fazit: interessant, aber definitiv gewöhnungsbedürftig.
    Nach dem Essen beginnt die Tanz- und Gesangsshow. Vier Männer, vier Frauen – keine Instrumente, nur Gesang. Jede Tanzbewegung wird von passenden Liedern begleitet. Kraftvoll, rhythmisch, voller Energie.

    Am Ende werden wir eingeladen mitzumachen.
    Natürlich sagen Michael und ich nicht nein.
    Wie es aussah? Schwer zu sagen. Wahrscheinlich ziemlich lustig.
    Aber wir hatten definitiv Spaß.

    Der nächste Tag… weniger glamourös:
    Leider hat Michael das Essen nicht so gut vertragen. Er musste sich übergeben und hatte den ganzen Tag Durchfall. Während er also das Bett hütet, verbringen wir den Tag im Zimmer.
    Mir geht’s zum Glück gut.
    Und ich habe inzwischen eine neue Freundin gefunden: eine Katze, die mir draußen auf der Terrasse Gesellschaft leistet.

    Nicht ganz der geplante Programmpunkt – aber irgendwie auch süß.

  • Fidschi – Suva

    24.04.2026 – Colo-i-Suva-Nationalpark
    29 Grad, kein Regen – endlich mal perfektes Timing! Also: nichts wie raus und einen Ausflug in Suva starten.
    Mit Navi sind wir zwar angekommen… aber den Eingang? Den haben wir erstmal glorreich übersehen. Eine kleine, unscheinbare Einfahrt – fast so, als wollte der Park nur von Eingeweihten gefunden werden. Der Wächter klärte uns dann auf: Tickets gibt’s auf der anderen Straßenseite. Natürlich haben wir das Gebäude nicht direkt entdeckt. Die Straße dahin sah nämlich eher aus wie eine Sackgasse zu einem Dorf.
    Also nochmal wenden, nochmal schauen, nochmal zweifeln… und dann: tatsächlich! Ein kleines Gebäude mit einem noch kleineren „Ticket“-Schild an der Tür. 5 FJD pro Person – fairer Preis für ein bisschen Dschungelabenteuer.

    Zurück zur Einfahrt und endlich rein in den Nationalpark. Die etwa 1,5 km lange Zufahrt zum Parkplatz entpuppte sich allerdings als Mischung aus Fahrsicherheitstraining und ungeplanter Hüpfburg-Session im Auto – dank unzähliger Schlammlöcher. In dem Moment war ich wirklich froh, nicht zu viel gefrühstückt zu haben.

    Am Hauptparkplatz angekommen, begrüßte uns direkt ein junger Mitarbeiter, wies uns einen Parkplatz zu und erklärte uns freundlich die Wege. Es gibt sogar einen kleinen Plan – sehr vorbildlich! Und das Beste: nur ein einziges anderes Auto. Bedeutet: fast Privat-Dschungel für uns.

    Wir laufen los – mitten hinein ins satte Grün. Der Weg ist überraschend gut ausgebaut, selbst mit meinen Sandalen komme ich problemlos voran. Nach etwa 5 Minuten erreichen wir den ersten natürlichen Pool. Genau genommen sind es zwei, getrennt durch einen kleinen Wasserfall. Das Wasser ist glasklar und angenehm kühl, mit Treppen zum einfachen Einstieg.
    Michael? Natürlich sofort drin.
    Ich? Beobachte erstmal… sehr aufmerksam… vom trockenen Rand aus.

    Nach etwa 15 Minuten geht’s weiter, immer entlang eines kleinen Bachs. Überall plätschert es, kleine Wasserfälle, Vogelgezwitscher, raschelnde Blätter – und sonst nichts außer unseren Stimmen mitten im Dschungel.

    Den zweiten Pool erreichen wir nach etwa 20 Minuten. Tiefer, noch klarer, noch einladender. Und inzwischen ist mir auch so heiß, dass ich schneller im Wasser bin als Michael. Der legt direkt eine Arschbombe hin – sehr stilvoll. Das Wasser? Herrlich!

    Als wir wieder rauskommen, taucht ein weiterer Besucher auf. Ich denke mir nur: Gute Wahl – hier findet man definitiv Ruhe.

    26.04.2026 – Gestern hat es leider den ganzen Tag geregnet. Also: Zwangspause im Hotel. Ein bisschen Gym, ein bisschen Reiseplanung – auch nicht das Schlechteste.
    Heute scheint endlich wieder die Sonne, und wir machen uns auf den Weg zurück Richtung Nadi. Aber bevor wir Suva verlassen, steht noch ein letzter Programmpunkt an: das Fiji Museum.

    Direkt daneben gibt es ein nettes Café für Frühstück. „Nettes Café“ heißt in diesem Fall allerdings auch: über eine Stunde Wartezeit auf unser Essen. Immerhin hatte ich genug Zeit, im angrenzenden Park „Thurston Gardens“ die Bewohner zu beobachten – jede Menge Flughunde. Riesig, laut und sie hängen in den Bäumen wie überdimensionale Früchte.

    Dazu alte Bäume, bestimmt über 100 Jahre alt – eine ziemlich beeindruckende Kulisse.

    Mit vollem Magen geht’s ins Museum (20 FJD pro Person). Innen sehen wir originale fidschianische Kanus sowie Modelle, dazu viele spannende Ausstellungsstücke zur Kultur der Ureinwohner und der ersten Einwanderer aus China und Indien. Das Museum ist zwar klein, aber informativ und wirklich interessant.

    Danach fahren wir weiter entlang der Queens Road Richtung Nadi. Unterwegs passieren wir einige „Autoleichen“ am Straßenrand – eine Art natürliches Recycling auf Fiji-Art.

    Ganz spontan halten wir noch an einem Straßenstand und kaufen Obst: für 10 FJD bekommen wir eine ordentliche Ausbeute – viele Bananen, zwei Papayas und drei Gurken. Alles sonnengereift und unglaublich lecker. So schmeckt Fiji.

    Die nächsten zwei Tage verbringen wir in Pacific Harbour.

  • Fidschi – Queensroad, Natadola Beach und Korolevu 🇫🇯

    Von Auckland sind wir über drei Stunden nach Nadi geflogen. Schon im Flugzeug sehe ich das blaue Meer und sehr grüne Inseln mit wenigen Häusern und Siedlungen. Viel Natur, wirklich sehr viel Natur. So viel Natur, dass man sich fragt, ob WLAN hier überhaupt erlaubt ist.

    Ausgestiegen: 27 Grad und eine feuchte Luft, die uns direkt empfangen hat – eher umarmt und nicht mehr losgelassen. Sehr feucht – so feucht, dass ich sofort komplett geschwitzt habe. Mein Körper dachte vermutlich: „Ah, wir sind jetzt in der Biosauna.“

    Da es schon kurz vor 18 Uhr dunkel wird, übernachten wir in der Nähe vom Flughafen. Überall wurden wir mit einem herzlichen „Bula!“ begrüßt.

    Am nächsten Tag wollten wir am Flughafen unseren Mietwagen abholen. Wir hatten eine Woche vorher online bei einem lokalen Anbieter gebucht. Da dieser relativ neu ist, hat er… kein Büro am Flughafen. Also standen wir da wie bestellt und nicht abgeholt – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Flughafen-Polizist hat uns dann freundlich geholfen. Mit seinem Handy hat er den Anbieter angerufen – wahrscheinlich deswegen kommt der Fahrer extra schneller. Während wir warteten, hat er uns über die Verkehrssicherheit auf der Insel informiert: nachts lieber nicht fahren und auf einsamen Straßen vorsichtig sein – auch wegen möglicher Räuber (Urlaub mit Abenteuerbonus). Er hat uns sogar seine Telefonnummer für alle Fälle gegeben und hätte uns am liebsten direkt noch zu sich nach Hause eingeladen. Wirklich sehr nett.

    Nachdem wir endlich das Auto bekommen hatten, fuhren wir los. Auf der Fahrt entlang der Queens Road nach Süden waren jede Menge Tiere auf der Straße – lebendig und erstaunlich entspannt. Vielleicht entspannter als wir.

    Von Hunden über Kühe bis zu Schweinen, Katzen und Pferden – alles dabei. Sogar zwei, drei Leute waren mit Pferden auf der Straße unterwegs. Wir fanden das eine ziemlich coole Idee – bei den Benzinpreisen ist so ein Fortbewegungsmittel pflegeleicht und kostet nur Gras. Kein TÜV nötig. Natürlich sind auch unzählige Menschen unterwegs, die am Straßenrand stehen und die Hand ausstrecken. Vermutlich aus verschiedenen Gründen: Sie bieten Autowäsche an oder verkaufen Mangos und Kokosnüsse. Viele Verkaufsstände stehen direkt an der Straße. Vielleicht wollten manche auch einfach mitfahren?Wir wissen es nicht.

    Die Straßen sind teilweise sehr schlecht, mit vielen Schlaglöchern – wie ein Hindernisparcours, nur ohne Anleitung. In Ortschaften gibt es oft drei oder mehr Bremshügel (20 km/h). Einer war so hoch, dass unser Auto sogar einmal aufgesetzt ist. Kurzer Moment der Stille im Auto… dann weiter.

    Manche Häuser und Unterkünfte sind ziemlich heruntergekommen. Kein Wunder, da fast 30 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Was mir auch aufgefallen ist: viele Menschen sind übergewichtig – vermutlich auch ein Ergebnis dieser Lebensumstände.

    Unser Ziel: der Natadola Beach, angeblich einer der schönsten Strände Fijis. Auf jeden Fall haben sich hier mehrere 5-Sterne-Resorts angesiedelt. Auf dem Parkplatz vor dem Strand warteten schon etwa zehn Massage-Pavillons auf uns. Kaum ausgestiegen, begrüßte uns eine Frau mit Handschlag und bietet uns freundlich eine Massage an. Sehr überzeugend – fast hätten wir uns hingelegt, bevor wir überhaupt das Meer gesehen haben. Wir bedankten uns und liefen zielstrebig Richtung Wasser. Prioritäten.

    Das Wasser war schön warm, mit einer leichten Strömung durch die einsetzende Ebbe. Die Sonne schien und wir badeten im warmen Meer – wir waren rundum zufrieden. So zufrieden, dass man kurz überlegte, nie wieder rauszukommen.

    Nach über zwei Stunden gingen wir zurück zum Auto. Übernachtet haben wir in Korolevu.

    Am nächsten Tag blieben wir noch in Korolevu. Unsere Unterkunft lag direkt am Meer, mit einer kleinen privaten Bucht und goldenem Strand. Mehrere Hängematten hingen zwischen den Palmen und schaukeln direkt am Wasser – sehr romantisch. Fast zu romantisch.

    Nach dem Frühstück legten wir uns in die Hängematten, um ein bisschen zu entspannen. Nach etwa zehn Minuten kam eine unberechenbare Welle – so stark, dass wir eine unfreiwillige Dusche bekamen. Mit Klamotten und Handy, alles nass und voller Sand. Das Meer hat einfach entschieden: „Ihr geht jetzt wieder baden.“ Diskussion zwecklos. Also umziehen… und wieder baden. Herrlich.

    Ein Problem hatten wir allerdings: Unsere nassen Sachen wurden einfach nicht trocken. Die Luftfeuchtigkeit war zu hoch. Im Zimmer gab es zwar eine Klimaanlage, aber die Fenster bestehen aus Fliegengittern mit Holzlamellen davor, die sich öffnen und schließen lassen (nur bei uns irgendwie nicht zu).

    Dadurch kam ständig feuchte Luft ins Zimmer. Die Bettwäsche und Handtücher waren auch leicht feucht.

    Aber gut – zwei Übernachtungen sind nicht so lang. Am nächsten Tag ging es dann schon weiter nach Suva, der Hauptstadt Fiji’s.

  • Neuseeland – Auckland

    16.04.2026 – Heute ging es nach Auckland, der größten Stadt Neuseelands mit rund 1,6 Millionen Einwohnern. Nach einer sechsstündigen Fahrt von Kaitaia (die sich irgendwie länger anfühlte – vermutlich wegen der „nur noch zwei Stunden“-Ansagen) kamen wir endlich an und brachten erstmal unser Gepäck ins Hotel.

    Da wir den Mietwagen noch hatten, ging es direkt weiter auf den Mount Eden. Mit 196 Metern ist er der höchste natürliche Aussichtspunkt der Stadt und bietet einen 360°-Blick – also perfekt, um erstmal zu überprüfen, wo man eigentlich überall gewesen ist… und wo man noch hin muss.

    Der Mount Eden ist ein erloschener Vulkan mit einem etwa 50 Meter tiefen, inzwischen grasbewachsenen Krater. Mit rund 600 Jahren ist er einer der jüngsten Vulkane im Auckland-Vulkanfeld – was gleichzeitig faszinierend und leicht beunruhigend ist. Insgesamt gibt es hier etwa 50 Krater… ein Detail, das bei uns kurz die Frage aufwarf: „War das jetzt eine gute Idee mit der Hotelbuchung?“
    Aber hey – statistisch gesehen ist Auckland wohl relativ sicher im Vergleich zu anderen Gebieten Neusselands. Statistik beruhigt ja bekanntlich immer… zumindest solange nichts passiert 😄


    17.04.2026 – Nach dem Frühstück gaben wir unseren Mietwagen ab (RIP Flexibilität) und fuhren mit dem Bus zum Auckland War Memorial Museum. Schon draußen wird man von alten Kanonen begrüßt – nicht gerade subtil, aber effektiv. Zudem gibt es draußen eine große Wiese mit Kreuzen für gefallene neuseeländische Soldaten.

    Innen erstreckt sich alles über drei Etagen. Unten: Geschichte von den ersten Māori bis ins frühe 20. Jahrhundert, inklusive vieler alter Gegenstände und Fotos. Eine Sonderausstellung über Haie hätte extra gekostet… und wir entschieden uns großzügig dagegen 🦈😉 Kleiner Spoiler: Am nächsten Ziel wollen wir uns Haie live und hautnah anschaunen.

    Im mittleren Stockwerk ging es weiter mit Naturkunde und allerlei Tieren aus Neuseeland und anderen Teilen der Welt. Danach schauten wir uns die gebuchte Māori-Show an – inklusive des berühmten Haka. Den kennt man ja vielleicht aus Rugby-Videos, aber live ist das nochmal eine ganz andere Hausnummer. Ursprünglich ist er aber ein Kriegstanz, der Stärke, Zusammenhalt und Respekt ausdrückt (und früher wohl auch ziemlich effektiv Gegner eingeschüchtert hat). „Ha“ = Atem und „ka“ =entzünden (Maorisch). Wieder was gelernt 🙂
    Im obersten Stockwerk befindet sich das eigentliche War Memorial mit riesigen Marmortafeln, auf denen die Namen von fast 15.000 gefallenen Soldaten stehen. Außerdem gibt es Ausstellungen zu den drei wichtigsten Konflikten für Neuseeland: den Neuseelandkriegen (britsche Krone gegen einheimische Maori-Stämme), dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg. Auch wenn Neuseeland selbst nicht direkt von den Weltkriegen betroffen war, stellte es als Teil des britischen Empires Truppen und Ausrüstung. Sehr beeindruckend – und definitiv ein Moment, in dem man automatisch leiser wird.


    18.04.2026 – Der Tag begann… sagen wir mal bodenständig: im Waschsalon. Irgendwann holt einen die Realität eben auch im schönsten Urlaub ein – besonders, wenn der Unterhosenvorrat kritisch wird 😄

    Danach bummelten wir durch die Stadt und das Hafenviertel. Wir sahen die Auckland Harbour Bridge aus der Ferne und liefen durch das Viaduct Harbour – wirklich eine sehr schöne Ecke.

    Auf dem Weg zum Fischmarkt konnten wir die Viaduct Bascule Bridge in Aktion sehen. Eine Klappbrücke von 1932 – funktioniert also schon länger zuverlässig als so manch moderne Technik, die wir kennen 😉

    Im Viertel gibt es überall frischen Fisch und Restaurants, die ihn direkt zubereiten. Teilweise sucht man sich die Langusten („Crayfish“) lebendig aus dem Becken aus… was irgendwie gleichzeitig beeindruckend und leicht unangenehm ist.
    Sagen wir: Der Fisch war definitiv frischer als unsere Entscheidungsfreude in dem Moment 😄


    19.04.2026 – Nach dem Ausschlafen (endlich!) ging es wieder zum Hafen. Diesmal nahmen wir die Fähre nach Devonport, einem entspannten Stadtteil auf einer Halbinsel im Norden.

    Dort machten wir einen langen Spaziergang an den Stränden und erklommen den North Head.

    Von dort oben hat man einen großartigen Blick auf den Hafen und die umliegenden Inseln. Außerdem gibt es alte Tunnel und Festungsanlagen – perfekt für eine kleine „Entdeckungstour“, bei der man kurz so tut, als hätte man Ahnung von Geschichte 😄

    Das Wetter hielt zunächst perfekt, doch ein Umschwung war angekündigt. Also machten wir uns rechtzeitig auf den Rückweg – und tatsächlich: Kaum legte die Fähre wieder in Auckland an, öffnete der Himmel alle Schleusen.

    Innerhalb kürzester Zeit standen die Straßen unter Wasser. Wir warteten etwa 20 Minuten, bis es besser wurde, und liefen dann zurück zum Hotel – leicht nass, aber immerhin mit dem guten Gefühl, es fast trocken geschafft zu haben. Fast 😄

    Das war nach 6 Wochen und etwas über 5.000 Kilometer mit dem Mietwagen (immer schön auf der linken Seite) der Abschluss von Neuseeland. Morgen geht es weiter nach Fidschi.

  • Neuseeland – Kaitaia

    13.04.2026 – Heute fahren wir von Whangārei weiter Richtung Norden. Nach etwa 45 Minuten legen wir einen Stopp bei der Hundertwasser Toilets ein. Und ja – es ist wirklich so: wahrscheinlich die schönste öffentliche Toilette, die ich je gesehen habe. Kunst trifft… nun ja, Notwendigkeit. Und das Beste: kostenlos und blitzsauber.

    Nach weiteren 30 Minuten erreichen wir die Rainbow Falls (Waianiwaniwa) – gefühlt unser hundertster Wasserfall auf dieser Reise. Aber gut, Wasserfälle gehen irgendwie immer. Drei Aussichtspunkte sind in wenigen Minuten erreichbar, alles ganz entspannt. Nett, aber wir sind inzwischen wohl etwas verwöhnt.

    Etwa 1,5 Stunden später kommen wir auf der Karikari-Halbinsel an. Michael hat ein klares Ziel: Baden in der Waikato Bay. Eine kleine, einsame Bucht, Sonne, 21 Grad, niemand außer uns – Postkartenidylle. Das Wasser? Frische 18–20 Grad. Michael ist sofort drin. Ich hingegen bleibe meinem Talent treu: barfuß am Strand entlanglaufen und so tun, als wäre mir überhaupt nicht kalt. (Spoiler: ist es doch. Brr.)

    Kaum ist Michael wieder aus dem Wasser, trudeln die nächsten Besucher ein und das Wetter zieht langsam zu. Timing: mal wieder perfekt. Glück gehabt.Abends übernachten wir in Kaitaia. Von hier aus wollen wir die nächsten zwei Tage die Gegend erkunden.

    14.04.2026-Heute steht ein Highlight auf dem Plan: Cape Reinga – der nördlichste Punkt Neuseelands. Von Kaitaia aus dauert die Fahrt etwa 1,5 Stunden. Und als hätte jemand oben einen Schalter umgelegt: 10 Minuten vor unserer Ankunft kommt die Sonne raus. Wie bestellt. Plötzlich verändert sich alles. Das Meer wechselt von Grau zu tiefem Blau, die Wiesen leuchten sattgrün, der Himmel wird strahlend hellblau. Es wirkt fast, als hätte jemand die Farbintensität hochgedreht. Unglaublich schön.

    Vom Parkplatz laufen wir etwa 10 Minuten zum Leuchtturm. Die Aussicht? Einfach gigantisch. Der weiße Leuchtturm steht wie gemalt, links ein goldener Strand unter riesigen Sanddünen, vor uns eine schmale, grüne Landzunge, die sich ins endlose Blau streckt. Wellen schlagen rhythmisch dagegen, Wolken ziehen schnell vorbei und werfen wandernde Schatten aufs Meer. Alles wirkt gleichzeitig lebendig und beruhigend.

    Wir verlieren komplett das Zeitgefühl. Verständlich – bei 360 Grad Panorama fällt es schwer, sich loszureißen. Als wir schließlich zurück zum Auto gehen, ist schon über eine Stunde vergangen.

    Letzter Stopp: die Te Paki Sand Dunes. Die riesigen Sanddünen hatten wir schon vom Leuchtturm aus gesehen. Am Parkplatz ziehen wir die Schuhe aus – erst müssen wir nämlich einen kleinen Bach überqueren.

    Danach geht es direkt in die Wüste… oder fühlt sich zumindest so an.Wir laufen immer weiter die Dünen hinauf. Eine Familie rutscht mit ihren Kindern eine etwa 50 Meter hohe Düne hinunter – sieht nach ziemlich viel Spaß aus. Wir klettern noch höher, bis wir schließlich das Meer auf der anderen Seite sehen. Anstrengend? Ja. Aber die Aussicht – absolut spektakulär. Die Sonne taucht den Sand in ein leuchtendes Gold. Fast surreal.

    15.04.2026-Heute wird’s actionreich: Wir fahren mit unserem 4WD über den Ninety Mile Beach. Sonnig, 21 Grad, ordentlich Wind – perfekte Bedingungen. Um 13:00 Uhr ist Ebbe, ideal also für unser Vorhaben.Von Kaitaia sind es nur etwa 15 Minuten bis nach Ahipara, dem südlichsten Zugang zum Strand. Die Zufahrt ist etwas holprig, aber Michael meistert das souverän. Und dann liegt er vor uns: ein endloser, goldener Strand.

    Der Regen vom Vorabend hat den Sand schön fest gemacht – perfekte Fahrbedingungen. Der Strand ist breit, fast menschenleer und wirkt wie eine riesige Spielwiese.

    Michael nutzt das natürlich sofort aus: Slalom, Kreise, ein bisschen „Rallye Dakar“-Feeling. Ich klammere mich fest und schwanke zwischen Nervenkitzel und der Frage, ob ich das wirklich wollte. Fazit: macht ziemlich viel Spaß.

    Danach lassen wir es ruhiger angehen und machen noch einen langen Spaziergang am Strand. Wind im Gesicht, Wellenrauschen – ein ziemlich perfekter Abschluss.

  • Neuseeland – Whangerai

    10.04.2026 – Heute ging’s los: Abfahrt in Whitianga und dann schön gegen den Uhrzeigersinn über die Coromandel-Halbinsel – weil wir ja keine halben Sachen machen 😄
    Erster Stopp: der Kauri Walk. Kleiner Spaziergang, aber mit großem Respekt vor der Natur – am Eingang erstmal Schuhe schrubben und desinfizieren (Kauri-Bäume sind empfindlich, also benehmen wir uns vorbildlich 👟✨). Viele junge Kauri wurden neu gepflanzt, richtig schön zu sehen. Dazu ein toller Blick auf Coromandel Town und das Meer – Postkartenmodus an.

    Danach ging’s weiter Richtung Süden, immer die Küste entlang. Kurve nach Kurve, Straße direkt neben dem Wasser – sehr schön, aber auch sehr „bitte konzentriert bleiben“.
    Dann: lange Fahrt Richtung Whangārei, einmal an Auckland vorbei. Kleine Notiz an zukünftige Ichs: Die Mautstraße auf dem State Highway 1 muss man vorher online bezahlen. Sonst wird’s teuer und unromantisch.
    Die Landschaft danach? Wie aus einem Neuseeland-Kalender: saftig grüne Wiesen, sanfte Hügel, viele Bäume – man möchte sofort ein Schaf adoptieren.

    Gegen 18:00 Uhr sind wir bei den Waipu Caves angekommen – eine Höhle, die man ganz auf eigene Faust erkunden darf (was ja schon mal leicht nach Abenteuer… oder Chaos klingt). Also: Wasserschuhe an, Stirnlampen aufgesetzt. Michael hat sich sogar extra in kurze Hose geworfen – offensichtlich bereit für alles. Der Eingang war gut ausgeschildert, aber der Weg dorthin… sagen wir mal: eine Mischung aus Schlammfestival und Pfützenparcours. Kein Wunder nach dem ganzen Regen. Drinnen dann die erste Überraschung: Ein kleiner Bach fließt durch die Höhle, überall tropft es von der Decke – und wir mittendrin, bis zu den Waden im eiskalten Wasser. Herrlich. Oder auch nicht. 😄

    Wir sind nach links tiefer hinein gegangen, und je weiter wir kamen, desto… sagen wir… „interessanter“ wurde die Atmosphäre. Ein bisschen unheimlich war’s schon. Nach ein paar hundert Metern standen wir schließlich in einem komplett dunklen Bereich. Also Licht aus. Kurz geblinzelt… und dann: Wow. Über uns tausende Glühwürmchen – kleine grüne Lichtpunkte, wie ein Sternenhimmel, nur viel näher, viel intensiver. Wirklich magisch. So etwas haben wir im Wald nie auch nur annähernd so beeindruckend gesehen.

    Wir wollten noch tiefer in die Höhle vordringen, aber die Decke kam immer näher und das Wasser wurde immer tiefer. Also brachen wir die Expeditionen ab.

    Als wir wieder aus der Höhle herauskamen, war die Sonne schon fast weg, und der Himmel leuchtete in einem tiefen Rot. Fast so, als wollte er mit den Glühwürmchen konkurrieren.

    Abends endlich in Whangārei angekommen. Und dann das Highlight des Tages: Die supernette Motelbesitzerin (kommt ursprünglich aus China ❤️) hat unser Doppelzimmer einfach kostenlos in ein großes Familienzimmer upgegradet – mit kompletter Küche und allem Drum und Dran. Einfach so. Wir waren richtig happy.

    11.04.2026 – Heute erstmal entspannt: nur 10 Minuten zur Whangārei Falls gefahren. Ein hübscher Wasserfall mit kleinem Fluss und Wanderwegen bis in die Stadt. Wir sind etwa 30 Minuten rumgelaufen – danach allerdings klatschnass. Mischung aus Nieselregen und Gischt… nennen wir es „natürliches Spa-Erlebnis“.

    Nächster Stopp: Mount Parihaka Lookout & Memorial.
    Kleiner Haken: 1 km vor dem Ziel war die Straße gesperrt (Erdrutsch lässt grüßen). Also Auto abgestellt und zu Fuß weiter. Abenteuerlevel +1. Leider war die Aussicht wegen grauem Himmel und Nieselregen eher „mystisch verschwommen“ als „Wow-Panorama“.

    Danach zum Town Basin – super süßer Hafenbereich mit Parks, Cafés und kleinen Shops. Und mittendrin: das Hundertwasser Art Centre – bunt, verspielt, organisch, irgendwie wie ein Gebäude, das gute Laune hat.

    Ein paar Schritte weiter dann ein kleines Ingenieurs-Schmankerl: die Rolling Ball Clock.
    Statt Zeigern rollen hier Kugeln durch ein System aus Schienen und Hebeln. Jede Minute wird eine Kugel weiterbefördert, jede Stunde passiert ein kleines mechanisches „Reset-Ritual“, bei dem Kugeln gesammelt und neu verteilt werden. Es ist gleichzeitig Uhr, Kunstwerk und Geduldsspiel für alle, die versuchen zu verstehen, wie das Ding eigentlich funktioniert. Spoiler: Wir haben einfach fasziniert zugeschaut.

    Am Hafen wurde es dann leicht hektisch: Ein Zyklon war für den Abend angekündigt. Die Leute haben ihre Boote gesichert, alles festgezurrt, was nicht fest war. Stimmung: „Wir nehmen das ernst – aber mit Routine.“

    12.04.2026 – Der Zyklon ist nachts durchgezogen: viel Regen, alles patschnass. Heute weniger Regen, dafür ordentlich Wind – so richtig „halte-deine-Mütze-fest“-Wind.
    Trotzdem auf zu den Whangārei Heads. Unterwegs lagen überall Zweige auf der Straße, und an manchen Stellen kamen sogar Erde und Steine vom Hang runter. Natur sagt: „Ich war gestern beschäftigt.“
    Da der Mount Manaia Track gesperrt war, sind wir stattdessen den Mt Aubrey gelaufen – etwa 2 Stunden. Der Wald war wegen des Windes komplett in Bewegung, fast wie ein lebendiges Wesen. Ehrlich gesagt hatte ich zwischendurch kurz die Sorge, dass mir gleich ein Ast oder Stein auf den Kopf fällt 😅

    Aber: riesige alte Bäume, tolle Aussicht – und oben so starker Wind, dass ich mich teilweise festhalten musste, um nicht spontan wegzufliegen.

    Danach: Smugglers Bay.
    Vom Parkplatz aus ca. 15 Minuten Fußweg durch Schlamm und nasse Wiesen – aber diese Wiesen! Knackig grün, saftig, fast schon übertrieben idyllisch. Zwischendurch kam sogar die Sonne raus, und alles sah aus wie in einem Märchen.

    Und dann… die Kühe.
    Schwarz, geschniegelt, und sie haben uns angeschaut wie eine Jury bei einer Castingshow. Ernst, leicht genervt, mit so einer V-förmigen Stirn – ein bisschen wie Angry Birds in Kuhform. Ich musste laut lachen. Die Kühe fanden mich vermutlich respektlos.

    Die Bucht selbst: atemberaubend schön.
    Michael hatte sogar Badesachen dabei – optimistisch, wie immer. Aber bei dem Wind und den hohen Wellen: eher Kategorie „Surfer mit Todessehnsucht“ als „entspannt schwimmen“.

    Letzter Stopp: Ocean Beach.
    Die Straße dahin führt stellenweise direkt am Wasser entlang – so nah, dass die Wellen auf die Straße schwappen. Schon ein bisschen wild.
    Der Strand selbst? Noch wilder. Das Meer war richtig wütend.
    Schwimmen? Nein. Einfach nein.

    Fazit des Tages: Natur 1 – wir 0 (aber glücklich).

  • Neuseeland – Te Aroha & Whitianga

    08.04.2026: Das Wetter in Hamilton hat sich in den letzten Tagen leider nicht von seiner Schokoladenseite gezeigt: grau, regnerisch, leicht deprimierend – immerhin bei „sommerlichen“ 20 Grad. Nach unserem Museumsbesuch blieb uns also nichts anderes übrig, als uns heldenhaft weiter durch die epische Welt von „Der Herr der Ringe“ zu kämpfen. Wenn schon draußen Mordor-Stimmung, dann wenigstens auch auf dem Bildschirm.

    Heute ging es dann von Hamilton Richtung Norden nach Whitianga – in der optimistischen Hoffnung, das Regenwetter endlich hinter uns zu lassen. (Spoiler: Das Wetter hatte andere Pläne.)
    Unterwegs machten wir einen spontanen Stopp im kleinen Ort Te Aroha – und haben uns dort etwas wirklich Besonderes gegönnt: ein Mineral Spa. Ein privater Hot-Water-Tub, gespeist aus heißen, mineralreichen Thermalquellen. Luxus-Level: Hobbit trifft Wellness.
    Man kann sich für 30, 45 oder 60 Minuten ein eigenes kleines Spa-Zimmer buchen – wir entschieden uns für 45 Minuten, und das war genau richtig. Ein schönes Holzbecken, gefüllt mit klarem, einladendem Wasser. Temperatur? Selbst einstellbar.

    Das Ergebnis: seidig weiche Haut und ein Zustand tiefer Zufriedenheit. Kurz gesagt – wunderschön.

    09.04.2026: Angekommen in Whitianga… und ja, das Wetter hat uns weiterhin treu begleitet. Nieselregen, leichter Wind, grauer Himmel – aber immerhin 21 Grad. Also: Regenjacke an, feste Schuhe geschnürt und los geht’s.
    Unser Ziel: Cathedral Cove.
    Nach etwa 30 Minuten Fahrt dann die erste kleine Überraschung: Der eigentliche Parkplatz ist bis Ende April gesperrt. Stattdessen reisen viele Besucher mit Shuttle-Bussen an. Wir entschieden uns für die sportlichere Variante: Parken am Hahei Beach und dann zu Fuß weiter.
    Der Weg? Rund eine Stunde. Hoch, runter, Treppen rauf, Treppen runter – ein kleines Fitnessprogramm inklusive.
    Aber dann: Ankunft.

    Eine wunderschöne kleine Bucht, eingerahmt von Felsen auf drei Seiten. Vor uns das aufgewühlte Meer, einzelne Felsen ragen dramatisch aus dem Wasser. Rechts ein kleiner Wasserfall – fast wie aus einem Filmset.

    Und links: das Highlight.
    Ein riesiger Felsen mit einem gewaltigen Loch in der Mitte – ein natürlicher Torbogen, durch den man direkt auf die Wellen und einen weiteren Felsen im Meer blickt. Trotz grauem Wetter wirklich beeindruckend.

    Ganz allein waren wir übrigens nicht – einige besonders mutige (oder einfach kälteresistente) Menschen schwammen tatsächlich im Meer. Respekt.
    Wegen möglicher Steinschläge nach dem Regen hielten wir uns nicht allzu lange unter dem Felsbogen auf. Ein paar Fotos, ein kurzer Spaziergang zum Wasserfall – und nach etwa 15 Minuten ging es schon wieder zurück zum Auto.

    Nächstes Ziel: Hot Water Beach.
    Die Recherche klang vielversprechend: natürliche heiße Quellen direkt unter dem Sand. Man muss nur zur richtigen Zeit kommen – etwa zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Ebbe. Dann kann man sich mit einer Schaufel seinen eigenen kleinen Pool graben.
    Theorie: genial.
    Praxis: …naja 😄
    Bevor wir uns bei dem Wetter halb ausziehen und eine Erkältung riskieren, wollten wir erstmal schauen. Gegen 16:30 Uhr kamen wir am Hauptparkplatz an – komplett voll. Und kostenpflichtig.
    Also Plan B: der etwas nördlich gelegene Hot Water Beach Zugang über den „Domain Road Carpark“. Von dort aus kommt man direkt an den Strand – deutlich entspannter.
    Schon von weitem sahen wir: Menschen. Viele Menschen. Sehr viele Menschen.

    Anscheinend gibt es nur wenige Stellen mit wirklich heißem Wasser – und genau dort versammelten sich ungefähr 100 Leute mit Schaufeln, Händen und einer beeindruckenden Portion Enthusiasmus während weitere 50 -100 Leute dem Treiben skeptisch zu schauten.
    Was entstand, war weniger ein idyllischer Spa-Bereich und mehr… eine kreative Baustelle.
    Sand, Schlamm, Wasser, Dampf – alles wild durcheinander. Kleine Pfützen überall. Einige hatten schon aufgegeben, andere gruben noch mit vollem Einsatz weiter. Kinder buddelten begeistert mit Händen und Füßen, Erwachsene sahen aus wie frisch paniert.
    Es war chaotisch, matschig – und ehrlich gesagt ziemlich lustig anzusehen.
    Wir haben das Ganze aus sicherer (und trockener) Entfernung beobachtet, ein paar Fotos gemacht und uns köstlich amüsiert.

    Fazit: Die Idee ist großartig – aber vermutlich nur wirklich magisch, wenn man nachts kommt, bei gutem Wetter, mit weniger Leuten und vielleicht unter Mondschein.
    Heute war es eher… „DIY-Thermalbad trifft Sandkasten-Großprojekt“.

  • Neuseeland – Hobbiton und Hamilton

    05.04.2026 – Vor einer Woche hatten wir diesen glorreichen Plan: Wir schauen uns etwas ganz Besonderes an – das Hobbiton Movie Set. Klang einfach. War es natürlich nicht. Denn: Hobbiton liegt auf einer „Living Farm“. Bedeutet übersetzt: Du kommst da nur rein, wenn du dich brav einer geführten Tour anschließt. Und Überraschung – für unseren Zeitraum? Alles ausverkauft. Komplett. Nada. Ende Gelände.
    Also saßen wir da, leicht geknickt, und fanden bei der Recherche heraus: Man sollte diese Tour mindestens 3–4 Monate vorher buchen. Drei. Bis. Vier. Monate.
    Wir? Natürlich wieder viel zu spät. Typisch wir.
    Aber Michael wäre nicht Michael, wenn er einfach aufgeben würde. Motto: „Geht nicht“ gibt’s nicht.
    Nach ein paar Minuten wildem Herumklicken (und vermutlich leichtem Stressschweiß) fand er tatsächlich ein Kombi-Paket mit Lunch – schlanke 80 € pro Person – und … zwei freie Plätze!
    Also sofort gebucht. Wieder mal mit einem Bein im Glück gelandet. Die Vorfreude war entsprechend groß.

    Am Tag der Tour ging’s von Rotorua zum Startpunkt. Die Landschaft? Laut Michael: „Sieht aus wie im Allgäu.“
    Sein Fazit: „Hätten sie auch einfach da drehen können.“
    Ich: …lass uns erstmal schauen. Es muss ja irgendwas Besonderes haben.
    Nach Parkplatzsuche und Ticketkontrolle wurden wir in einen Bus verfrachtet. Drinnen: Filmszenen auf dem Bildschirm, epische Musik aus den Lautsprechern – sofort Gänsehaut.
    Unsere Tourguide (mit einer Stimme, die wahrscheinlich auch Einschlafgeschichten verkaufen könnte) stellte sich vor, und es lief ein Begrüßungsvideo von Peter Jackson und dem Farmbesitzer.
    Kurze Hintergrundstory: 1998 entdeckte Jackson diese Farm während eines Helikopterflugs über Neuseeland. Er war so begeistert, dass er sich direkt mit dem Besitzer zusammensetzte – und zack, Hobbiton war geboren.

    Nach ein paar Kurven, vorbei an alten Filmcamps und sehr zufriedenen Schafen, war es dann so weit: Hobbiton tauchte auf. Und wirklich alle im Bus gleichzeitig: „Woooow.“
    Zwei Minuten später standen wir mitten drin.

    Sanfte Hügel, ein See mit riesigem Baum, saftig grüne Wiesen, Obstbäume voller Früchte – und überall diese kleinen, bunten, runden Hobbit-Türen. Aus den Schornsteinen stieg sogar Rauch auf, als würde drinnen gerade jemand Suppe kochen. Teilweise waren die Feuer sogar echt.
    Wäsche hing draußen. Es war absurd idyllisch. Fast schon zu perfekt. Ein kleines Paradies.

    Einige Häuser waren im Maßstab 1:1 Menschengröße, andere wegen der Authentizität nur 60% so groß. Was teilweise lustig war, wenn man davor stand.

    Dann die große Frage: Was ist hier eigentlich echt?
    Antwort der Guide: Alles, was aus der Erde wächst – echt.
    Alles auf Tischen oder in den Häusern – fake. (Sehr überzeugend fake, wohlgemerkt.)

    Und dann kam das Highlight: Wir durften in ein Hobbit-Haus rein!
    Alles anschauen, anfassen, aufs Bett legen, am Tisch sitzen – und natürlich alles fotografieren.
    Ich fühlte mich wie eine Mischung aus Alice im Wunderland und Schneewittchen im Zwergenhaus. Alles klein, gemütlich, liebevoll eingerichtet.
    Für mich: fast perfekte Größe.
    Für Michael: eher… sportlich.
    Er lief da durch wie Gandalf – ständig den Kopf einziehen und leicht gebückt. Sehr würdevoll. (Also fast.)

    Danach ging’s weiter am Wassermühle vorbei, über die Bogenbrücke zum See, zum berühmten Green Dragon Inn – der Bar, in der die Hobbits feiern.
    Dort gab’s Bier, Cider oder Ginger Beer – selbstverständlich stilecht.

    Und als krönenden Abschluss: ein ordentliches Buffet im Zelt, inklusive Kuchen.
    Kurz gesagt:
    Plan chaotisch. Buchung knapp. Erwartung skeptisch.
    Aber am Ende? Einfach magisch.

    Zwei Tage später haben wir uns den ersten Teil der „Lord of the Rings Trilogy“ noch mal angeschaut und in vielen Szenen die Ort von unser magischen Tour wiedererkannt.

    Exkurs: Historie von Hobbiton

    Wie Peter Jackson zum Drehort, der Alexander Farm, kam hatten wir ja oben schon erwähnt. Aber bis zum fertigen Filmset wiie es heute ist, war es ein langer Weg. 1999 begannen die Arbeiten für das Filmset. Aber es gab keine Straße für die Baufahrzeuge und später für die Wohnwagen der Filmcrew und Stars auf dem Gelände. Also wandte sich Peter Jackson an den damaligen Ministerpräsidenten und dann wurde eine 1,5 km lange Straße vom neuseeländischen Militär gebaut … so die Geschichte. Es wurde 39 Hobbit-Häuser (Hobbit Holes) gebaut, Bäume umgepflanzt, Brücken und weitere Gebäude errichtet. Der Dreh konnte Ende 1999 beginnen und dauerte etwa 3 Monate … im 1. Teil spielen etwa 38 min in Hobbingen (engl. Hobbiton). Anschließend wurde das Set wieder eine Schafweide und zerfiel zunehmend. Aber 2009 wurde Hobbiton wurde über 2 Jahre lang mit besseren haltbaren Materialien für die Hobbit Trilogie wieder hergestellt. Seit dem Dreh der Szenen in Neusseland, welcher Ende 2011 stattfand, wird das Filmset bis heute als Touristenattraktionen genutzt.

    06.04.2026 – Hamilton

    Im Hamilton, einem kurzen Zwischenstop auf unserer Reise in den Norden Neusselands, waren wir im „Te Whare Taonga o Waikato Museum“. Hier kann man ein wenig über die Geschichte der Maori auf Neuseeland erfahren. Wie sie vor tausenden Jahren auf der Insel ankamen, sich ausbreiteten und begannen das Land zu nutzen. Es werden alte Boote, große zeremonielle Holzfiguren und alte Gebrauchsgegenstände ausgestellt. Des weiteren kann man den Wandel der Stadt Hamilton von ein paar Hütten am Fluss zu einer modernen Stadt mit Eisenbahn, Brücken und vielen Gebäuden sehen.

    Nächste Station: Coromandel Peninsula.