Autor: xin

  • Australien – Sydney

    Vorgestern haben wir uns spontan entschieden, zu Fuß über die Harbour Bridge zu laufen. Wenn man schon einmal in Sydney ist, sollte man diese berühmte Brücke mindestens einmal selbst überqueren – am besten mit festem Schritt und vielen Fotos im Handy-Speicher.

    Auf dem Weg dorthin haben wir noch das ANZAC Memorial besucht. Ein beeindruckendes Museum aus rosafarbenem Granit, mit unterirdischen Galerien und Ausstellungsräumen über den Ersten und Zweiten Weltkrieg und die gefallenen Soldaten. Der Eintritt ist kostenlos, und das Gebäude ist viel größer, als es auf den ersten Blick aussieht – ein bisschen wie ein kultureller Überraschungsei. Sehr modern, ruhig und würdevoll gestaltet.

    Irgendwann standen wir dann wirklich auf der Harbour Bridge. Wow. Der Blick war einfach spektakulär: die Stadt aus einem ganz neuen Winkel, das Sydney Opera House strahlend weiß, der Himmel knallblau, das Meer ebenfalls blau – alles zusammen sah aus wie ein perfekt gemaltes Postkartenmotiv. Uns fehlte eigentlich nur noch ein Bilderrahmen.

    Besonders lustig: Über uns kletterten Menschen mit Helmen und Sicherheitsgurten ganz oben auf der Brücke herum. Von unten sahen sie aus wie kleine Ameisen, die brav am Metallgerüst entlangkrabbeln. Ich habe kurz überlegt mitzumachen, aber meine innere Höhenangst-Ameise hat sofort Nein gesagt. Trotzdem: aufregend sieht es definitiv aus!

    Abends haben wir einen Spaziergang im Darling Harbour gemacht. Dort gibt es eine alte drehbare Brücke, die sich von Westen nach Osten über den Hafen bewegt – und man kann sogar darüber laufen. Technik trifft Romantik, mit Lichtern, Wasser und entspannter Abendstimmung.

    Gestern haben wir einen ganzen Tag am Bondi Beach verbracht. Von unserem Hotel in Burwood dauert die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln etwa eine Stunde – erstaunlich unkompliziert. Bondi ist wirklich ein sehr cooler Strand: Sonne, Surfer, Jogger, braungebrannte Australier und Menschen, die aussehen, als kämen sie direkt aus einer Fitness-Werbung. Wir haben mehr zugeschaut als gebadet und uns gefragt, warum Surfbretter immer dann kommen, wenn man sie gerade nicht braucht. Der Swimming Pool an der Bondi Beach in Sydney, bekannt als der Bondi Icebergs Pool, ist ein echtes Highlight. Direkt am Meer gelegen, bietet er einen atemberaubenden Blick auf den Ozean und die vorbeiziehenden Wellen. Eintrittkostet 10$. Das Schwimmen im salzigen Meerwasser, während die Wellen gegen den Beckenrand schlagen, ist wirklich ein besonderes Erlebnis.

    Heute besuchen wir das Maritime Museum. Schiffe, Meer, Geschichte – thematisch bleiben wir also treu. Die riesigen Schiffe direkt am Hafen sind echt beeindruckend, und plötzlich steht man mitten auf einem Kriegsschiff oder in einem U-Boot und fragt sich, wie da früher so viele Menschen reinpassen konnten. Insgesamt ein entspannter, lehrreicher Besuch mit vielen „Wow“-Momenten und definitiv mehr Spaß, als ich erwartet hatte. ⚓😄

    Morgen kommt das nächste Abenteuer mit Wohnmobil.

  • Indonesien – Nusa Penida

    Heute haben wir einen Tagestrip deluxe gemacht – mit allem, was dazugehört: drei Schnorchelspots, drei Sehenswürdigkeiten und ungefähr hundert kleine Abenteuer.

    Um 6:20 Uhr wurden wir vom Hotel abgeholt. Von westlichem Kuta bis zum östlichen Hafen Sanur dauert die Fahrt etwa 40 Minuten – zumindest laut Google. In der Realität hängt das stark davon ab, wie viele Rollerfahrer glauben, sie seien unsterblich.

    In Sanur bekamen wir ein Hin- und Rückfahrt-Schnellbootticket für 7:30 Uhr. Die Überfahrt dauerte ebenfalls rund 40 Minuten. Erstaunlich viele Leute hatten die gleiche brillante Idee wie wir, heimlich früh morgens nach Nusa Penida zu fliehen. Das Ticket kostete übrigens nur 5–7 Euro – fast billiger als ein Kaffee am Flughafen. Beim Einsteigen wurden wir erst feierlich aufs Oberdeck geschickt, wo man uns Softdrinks für 50.000 IDR andrehen wollte. Als wir dankend ablehnten, durften wir plötzlich doch wieder nach unten – 2. Klasse, quasi das Titanic-Gefühl ohne Orchester.

    Kaum angekommen, wurden wir sofort von einer Horde Einheimischer umzingelt, die uns Mofa, Taxi oder sonst irgendeinen Service verkaufen wollten – wahrscheinlich auch einen Friseurbesuch, wenn wir lange genug geblieben wären. Wir flüchteten direkt ins Schnorchel-Büro neben dem Hafen, bekamen unsere Ausrüstung und stiegen mit zwölf weiteren Leidensgenossen in ein kleines Schnellboot.

    Erster Spot: Mantas Bay. Der Guide sprang kurz ins Wasser, schaute sich um und kam mit der frohen Botschaft zurück: Heute keine Mantas. Dafür aber starker Wind, hohe Wellen und eine Strömung, die eher nach „Survival Training“ als nach Urlaub aussah. Also schnell weiter. Zweiter Spot: Crystal Bay. Der Name klingt vielversprechend – das Wasser leider nicht. Kristallklar war hier höchstens unsere Enttäuschung. Gamat Bay & Wall Point waren dann etwas besser: ein paar bunte Fische, ein bisschen Koralle. Aber ehrlich gesagt: weit entfernt von Labuan Bajo. Statt lebendiger Riffe sahen wir viele abgestorbene Korallen. Wahrscheinlich eine Mischung aus Massentourismus und Umweltverschmutzung. Wirklich schade. Nach zwei Stunden Schnorcheln ging es zurück. Kurz abduschen, umziehen und ab ins Auto.

    Unser Fahrer: Mr. Kadek, 28 Jahre alt, sieht aus wie 18, und einer der sympathischsten Menschen des Tages. Erste Station: Kelingking Beach. Eine spektakuläre Klippe, die weit ins Meer ragt, mit traumhaften Stränden und türkisblauem Wasser. Leider war der Spot so voll, dass man denken konnte, es gäbe dort kostenloses WLAN. Der Abstieg zum Strand dauert etwa 30 Minuten, ist extrem steil und fühlt sich an wie eine Mischung aus Fitnessstudio und Mutprobe. Vor ein paar Jahren begann man hier einen Aufzug zum Strand zu bauen – das Projekt wurde aber eingestellt. Vermutlich wegen Geldmangel oder Korruption, was laut Kadek auf der Insel leider nicht unüblich ist.

    Unterwegs begegnet man immer wieder Affen, die geschniegelt posieren, als wären sie die eigentlichen Inselbesitzer. Ehrlich gesagt: Sie benehmen sich auch so.

    Während der Fahrt erzählte Kadek weiter aus seinem Leben. Vor zehn Jahren gab es auf Nusa Penida weder Schulen noch ein Krankenhaus. Dank des Tourismus geht es den Menschen heute deutlich besser: Es gibt jetzt Schulen, ein Krankenhaus und sogar eine Straße – voller Schlaglöcher, aber immerhin befahrbar. Kadek hat sich Englisch selbst über Google beigebracht und ist froh, als Fahrer gutes Geld zu verdienen. Wenn er keinen Job hat, hilft er seinen Eltern auf der Plantage. In seinem Dorf leben etwa 100 Familien – und gefühlt kennt dort jeder jeden, inklusive aller Geheimnisse.

    Next stop: Broken Beach. Einer der beeindruckendsten Orte der Insel. Eine riesige, von den Wellen geformte Felsbrücke, die aussieht, als hätte die Natur hier ein Kunstwerk geplant. Dahinter liegt ein natürlich geschlossener, fast privater Strand – leider nur zum Anschauen. Schwimmen ist hier verboten, aber man kann einen kleinen Rundgang auf der Klippe machen und von oben staunen. Absolut spektakulär.

    Danach: Angel’s Billabong. Ein atemberaubendes Naturbecken direkt an der Klippe. Früher durfte man hier sogar schwimmen – bis es mehrere Unfälle gab. Die Wellen hier sind unberechenbar: Plötzlich kommen riesige Brecher, knallen auf die Schwimmer und ziehen sie gnadenlos ins offene Meer. Heute darf man nur noch schauen – was völlig reicht. Die Natur zeigt hier gleichzeitig ihre Schönheit und ihre Gewalt. Man sollte sie bewundern, respektieren und definitiv nicht herausfordern oder verschmutzen.

    Ein langer, anstrengender, manchmal chaotischer, aber definitiv unvergesslicher Tag.

  • Indonesien – Labuan Bajo 🇮🇩

    Unsere Tagestour startet im Hafen von Labuan Bajo um 6:30 Uhr – natürlich standesgemäß mit dem Schnellboot. Erste Station nach etwa einer Stunde Fahrt: Padar Island. Dort heißt es erst mal schwitzen: Rund 100 Höhenmeter bei 31 Grad hochwandern, nur um den Aussichtspunkt zu erreichen. Klingt nach Folter, ist aber Therapie – denn die Aussicht ist jede Schweißperle wert. Von oben sieht man schwarze, pinke und weiße Strände gleichzeitig. Wobei der schwarze Strand leider eher „dunkelgrau mit Müll-Deko“ ist. Sehr schade. Wir Menschen sind wirklich unfassbar talentiert darin, schöne Orte zu ruinieren. Wenn jeder einfach seinen eigenen Müll im Griff hätte, wäre die Welt sofort ein besserer Ort. Aber gut, zurück zur Postkartenidylle.

    Zweiter Stopp: Pink Beach. ca. 15 Minuten weiter Fahrt. Der Name ist kein Marketing-Trick – der Strand ist tatsächlich rosa! Die Farbe stammt von ganz speziellen Korallen. Zusammen mit kristallklarem Meer, blauem Himmel und Sonne deluxe sieht es aus wie ein Photoshop-Bild. Oder wie das Paradies. Nur ohne WLAN.

    Dritter Stopp – und definitiv das Highlight des Tages: Komodo Island. Hier leben aktuell etwa 1.600 Komodowarane. Das sind riesige, kannibalische Echsen mit giftigen Drüsen im Kiefer. Sie fressen so ziemlich alles: Hirsche, Schweine, Vögel, Aas – und theoretisch auch Menschen. Sie können bis zu 20 km/h laufen und sehr gut schwimmen. Kurz gesagt: süß sind sie nicht. Deshalb dürfen wir den Nationalpark nur mit zwei Rangern betreten. Bewaffnung der Ranger: jeweils ein etwa 1,5 Meter langer Holzstock in Y-Form. Sehr beruhigend. Der erste Ranger erzählt ganz locker, dass früher mal ein Schweizer von einem Komodo gefressen wurde und es insgesamt 45 Angriffe auf Menschen gab. Ach ja, und er musste seinen Stock 3–4 Mal pro Woche einsetzen. Na dann. Regeln: Abstand halten. Keine ruckartigen Bewegungen. Nichts schwingen – weder Gegenstände noch Körperteile. Leise sein. Ruhig bleiben. Nicht sterben.

    Ich bin innerlich komplett gespalten: Auf der einen Seite will ich dieses vom Aussterben bedrohte Tier unbedingt sehen, auf der anderen Seite habe ich leichtes Herzrasen, einem giftigen Urzeitmonster in freier Wildbahn zu begegnen! Also schleichen wir los – ganz leise wie in Jurassic Park, lauschen jedem Geräusch, jedem Rascheln… und dann, sehen wir ihn. Ein Komodo! Ganz entspannt. Liegt einfach auf dem Boden. Als wäre er der Chef. Und wir nur Besucher.

    Der zweite Ranger ist so nett und hilft mir, ein paar Fotos von vorne zu machen. Ich hocke brav hinter dem Komodo in bestmöglichem, aber sicherem Abstand, während der andere Ranger mit erhobenem Y-Stock daneben Wache hält.
    Der Komodo selbst? Völlig entspannt.
    Kaum Interesse an uns. Wahrscheinlich war es einfach zu heiß, oder er hatte schon gut gefrühstückt – oder ich sehe schlicht nicht besonders lecker aus. Auch eine Form von Glück.
    Später entdecken wir noch einen zweiten Komodo unter einem Steg. Dieser ist noch größer und hat sich extra ein kühles Schattenplätzchen ausgesucht. Fotografieren ist schwierig, aber ehrlich gesagt bin ich auch ganz froh, ihn nur halb zu sehen – Sicherheit geht vor Instagram.
    Huh … ich bin überglücklich.
    Lebend.
    Mit Fotos.
    Und ohne Komodo-Biss. 🦎✨

    Nach einem sehr einfachen Mittagessen auf Komodo Island (nennen wir es: funktional) geht es weiter – wieder ab ins Schnellboot. Diesmal mit voller Schnorchel-Ausrüstung und einem ambitionierten Plan: drei Spots, drei Mal Glück.

    Erster Spot: Taka Makassar Island. Kaum Strömung, perfekte Bedingungen. Wir können ganz entspannt fast eine Stunde schnorcheln, bunte Fische zählen und Korallen bestaunen. Das Wasser ist so warm und angenehm wie eine Badewanne – nur schöner und ohne Quietsche-Ente.

    DCIM\100GOPRO\GOPR0185.JPG

    Zweiter Spot: Manta Point. Und plötzlich ist alles anders. Hier ist das Meer über 70 Meter tief, die Strömung stark, und die Mantas schwimmen natürlich immer gegen die Strömung. Das Prinzip ist einfach – zumindest theoretisch: Sobald wir Mantas sehen, springen wir so schnell wie möglich ins Wasser, schwimmen mit ihnen, so lange es geht, und sobald uns die Strömung wegträgt, verfolgt uns das Boot, um uns irgendwo mitten im Ozean wieder einzusammeln. Kurz gesagt: Glück + Adrenalin + Chaos. Ich bin mehr als bereit! Kaum gibt der Kapitän das Kommando, springe ich ins Wasser – und dann: Direkt unter mir, vielleicht zwei Meter entfernt, tauchen vier riesige, schwarze Mantas auf. Sie gleiten elegant und lautlos durchs Wasser, fast wie fliegende Flugzeuge. Meine Augen werden riesig, innerlich schreie ich nur: WAAAWOOO! Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich solche Tiere hautnah im Meer – und es ist einfach Wahnsinn. Wir schwimmen noch ein paar Minuten gegen die Strömung, dann ziehen die Riesen weiter. Show vorbei. Zeit fürs Boot. Alles zusammen hat vielleicht fünf Minuten gedauert – gefühlt aber eine Ewigkeit. Leider hat Michael wegen seiner Ausrüstung das perfekte Zeitfenster verpasst und die Mantas hier nicht gesehen. Aber: Das Glück kommt zurück. Dritter Spot: Pulau Siaba Besar. Und tatsächlich: Zwei Mantas kreisen gemütlich an einer Stelle. Diesmal haben wir genug Zeit, sie in Ruhe zu beobachten – und mit der GoPro ein paar richtig tolle Aufnahmen zu machen. Total faszinierend.

    Ein perfekter Abschluss für einen Tag, der sich anfühlt wie Naturdoku + Abenteuerfilm in einem. 🐋✨

  • Vietnam – Fazit aus unserer Sicht

    Land und Leute:

    Vietnam ist landschaftlich sehr schön. Es gibt Berge, Strände, Regenwald und einige Inseln. Wir waren hauptsächlich entlang der Küste unterwegs. Große Städte, egal ob von Süden oder Norden gestartet, sind Hanoi als Hauptstadt, sowie Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Es gibt überall Einflüsse der französischen Kolonialzeit, in Form von alten Häusern, Kirchen und Straßen-/Ortsnamen. Auch der Vietnamkrieg ist durch Ausstellungen, Museen und Gedenkstätten allgegenwärtig. Die Einwohner in den großen Städten sind eher aufgesetzt freundlich gegenüber Touristen. Bei weitem nicht so herzlich wie in den Ländern zuvor. Auf dem Land ist es komplett anders. Hier sind die einfachen Menschen sehr freundlich und zuvorkommend.

    Verkehr:

    Der Verkehr in den großen Städten ist die absolute Katastrophe. 80% sind mit dem Motorroller unterwegs und halten sich an gar keine Regeln. Das hat mehrere Gründe: man benötigt nicht zwingend einen Führerschein (keine Fahrausbildung mit Lernen der Regeln), Roller sind günstiger (man kann sie notfalls überall leihen) und es gibt in den Städten ohnehin keine Parkplätze, weshalb die Roller auch oft auf den Gehwegen abgestellt werden. Zum Leid der Fußgänger, die dann auf die Straße ausweichen müssen. Des Weiteren wird mit dem Roller bei Stau auch gerne über den Fußweg gefahren, ungeachtet der Fußgänger. Wir haben mehre Unfälle mit Rollern gesehen und laut Statistik gibt es hier 6 mal mehr Verkehrstote pro 1000 Einwohner als in Deutschland. Man muss wirklich überall aufpassen. Unsere Empfehlung um über Straßen und Kreuzungen zu kommen: eine Lücke abwarten und einfach Gehen, die Roller bzw. Autos halten an oder weichen aus. Niemand will hier einen Touristen anfahren. Das gibt ordentlich Ärger. Mietwagen gibt es hier deshalb hauptsächlich mit Chauffeur, was ordentlich Geld kostet. Vom selbst Fahren zumindest in großen Städten würden wir abraten. Man kann zwar überall Roller mieten, möchte aber auch heil wieder nach Hause kommen. Wir waren in der Stadt oder Umgebung immer zu Fuß oder mit GRAB-Taxis unterwegs. Es gibt Busse, aber die stecken auch meist im Verkehr fest. Für große Strecken über Land gibt es Busse oder an der Küste entlang auch Zugverbindungen. Busse und Züge sind etwas günstiger als Inlandsflüge. Man muss aber viel Zeit mitbringen. Die Zugfahrt von Hanoi nach Ho-Chi-Minh (ca. 1600 km) dauert ungefähr 1,5 Tage. Kosten 60-80 €. Beim Bus ist es zeitlich ähnlich, nur ungefähr zum halben Preis.

    Geld und Kosten:

    Der Wechselkurs war in unserer Zeit in Vietnam ungefähr 1 Euro : 30.500 Vietnamesische Dong. Die Scheine fangen erst bei 10.000 VND an. Einmal Geld in Vietnamesischen Dong abgehoben und wir waren Millionäre 😉

    Übernachten kann man günstig in Vietnam. Auch hier lohnt sich ein Vergleich. Wir haben manchmal mit Frühstück gebucht und in einer günstigen Unterkunft (nicht billig) rund 40 € (2 Personen inkl. Frühstück) pro Nacht bezahlt. Wenn man etwas Komfort haben möchte sollte man in den beiden größten Städten mind. 40 Euro für ein Doppelzimmer ohne Frühstück ausgeben. Ganz wichtig ist: Preise vergleichen … wir haben hier immer auf verschiedenen Seiten nach Hotels geschaut und viele Bewertungen gelesen.

    Einkaufen und Essen geht hier relativ günstig. Wir haben für 2 Personen inkl. Getränke nie mehr als 30 Euro bezahlt, wobei die Spanne von 5 Euro für Street Food auf die Hand bis zu 30 Euro in Restaurants gereicht hat.

    In Supermärkten oder kleinen Kiosken kann man günstig einkaufen, wobei das Wasser in Flaschen eher auf dem Niveau von Deutschland (1,5 Liter Flasche zwischen 30 – 50 Cent).

    TukTuk’s haben wir in Vietnam nicht gesehen. Hier kann man Transport mit dem Taxi oder dem Roller organisieren. Roller Rücksitz ist allerdings als Paar schwierig, was den Rollerfahrer wahrscheinlich nicht stören würde. Der würde auch mit 3 Passagieren fahren 😉Wir haben unsere Fahrten, falls erforderlich (wie gesagt, sind wir meistens gelaufen) mit Taxis über GRAB gebucht. Für ein paar Dollar konnte man ein paar Kilometer fahren. Das Taxi vom und zum Flughafen kostete mit GRAB von 3 € in Da Nang bis 10 € in Hanoi (hier ist der Flughafen etwa 30 km außerhalb der Stadt.

    Was wir gelernt haben:

    1. Benutze lieber Grab und nimm kein Angebot von irgenwelchen aufdringlichen Fahrern an. Am Flughafen in Hanoi hat uns ein Taxifahrer angesprochen und angeboten, uns für den gleichen Preis wie Grab (272.000 VND) zum Hotel zu fahren. Während der Fahrt hat er jedoch erst nach der genauen Adresse gefragt und sie dann in sein Handy eingegeben. Beim Verlassen des Flughafens musste er eine Maut-Gebühr bezahlt und wollte plötzlich 130.000 VND zusätzlich von uns haben – obwohl die tatsächliche Maut für die Schnellstraße nur 13.000 VND beträgt und bei GRAB bereits im Preis enthalten ist. Als wir uns weigerten und ihn nach einem Beleg fragten, konnte er keinen vorlegen und wurde sofort unfreundlich. Wir haben ihm schließlich 300.000 VND gegeben und gesagt, dass wir sonst die Polizei rufen würden. Dann sind wir ausgestiegen.
    2. Nicht direkt auf Hotel Webseite Zimmer buchen, Wir haben zwei Übernachtungen direkt über die Hotel-Webseite (Amorita in Hanoi) gebucht, was sich im Nachhinein als Fehler herausgestellt hat. Kurz nach unserer Buchung erhielten wir über WhatsApp Nachrichten (mit unserem Namen und dem Buchungsdatum), dass wir sofort bezahlen müssten, sonst würde die Reservierung storniert. Als wir die Dame an der Rezeption darauf ansprachen, meinte sie, das sei Betrug, spielte es jedoch herunter. Offenbar hat ihr System einen Virus, wodurch unsere Daten für Dritte zugänglich waren. Scam scheint es in Vietnam häufig zu geben, denn auch andere Touristen berichteten darüber.
    3. Zebrastreifen überqueren mit gleichmäßiger langsamer Geschwindigkeit, nicht plötzlich stehenbleiben. Auto und Mofas werden wie Wasser um dich herumfahren. Am besten mehrere Leute zusammen gehen.
    4. Vermeide wenn möglich VietJet Airline. Umbuchungen (nicht zum positiven) werden von der Airline ohne Begründung / Einverständnis und Entschädigung durchgeführt und die Airline ist oft sehr unpünktlich.
    5. Öffentliche Toiletten ist selten vorhanden, und wenn dann schmutzig und oft kostenpflichtig. Lieber in ein Hotel oder ein Restaurant gehen.
    6. Wenn man das vietnamesische Essen probieren möchte, können wir folgende Gerichte empfehlen: Banh Mi (warmes Baguette mit verschiedenen Füllungen), Cao Lao (festere Nudel mit Schweinefleisch und Gemüse), Bun Cha Ta (gegrilltes Schweinefleisch mit Reisnudeln, Kräutern, Salatblätter und würziger Sauce), Bunh Xeo (vietnamesische Pfannkuchen mit diversen Füllungen, die dann mit Zutaten wie Kräutern, Salatblättern und Reisnudeln in Reispapier gerollt werden, die dann in verschiedene Saucen getunkt wird), Chao Ca (vietnamesisches Fisch Gericht mit Reis und Kräutern) und Banh Roti (Dessert, weiches Brötchen mit verschiedenen Füllungen).
  • Vietnam – Ha Noi – Zitadelle und Wasserpuppen Theater

    Heute haben wir beschlossen, die Zitadelle von Thăng Long zu besichtigen. Eintritt: 100.000 Dong pro Person – klingt erstmal nach „Autsch“, ist aber nur etwa 3 Euro. Also der Gegenwert eines Kaffees in Europa… oder eines halben in Zürich.

    Die Zitadelle selbst wurde im Jahr 1010 von der Lý-Dynastie gegründet – ja, richtig gelesen: 1010. Damals gab es noch nicht mal WLAN. Viele der alten Gebäude stammen aus dieser Zeit oder wurden später von nachfolgenden Dynastien erweitert. Ein sehr langlebiges Bauprojekt! In den Museumssälen sahen wir viele historische Schriften, die oft auf Chinesisch verfasst sind. Kein Wunder: China hat Vietnam insgesamt über 1000 Jahre beeinflusst, von etwa 111 v. Chr. bis 938 n. Chr. – also länger als manche Menschen brauchen, um ihre Doktorarbeit zu schreiben. Und Hanoi wurde tatsächlich mehrmals von chinesischen Dynastien erobert. Man könnte sagen: ein sehr langfristiger „Kultur-Download“.

    Später kamen die Franzosen vorbei und machten Vietnam ab 1858 zur Kolonie, offiziell dann ab 1887, bis 1954 Schluss war. Geschichte Vietnams ist wirklich wie eine WG, in der ständig neue Mitbewohner einziehen – nur fragt wieder mal keiner um Erlaubnis.

    Sehr beeindruckend sind die unterirdischen Bunker, die während des Vietnamkriegs genutzt wurden, besonders in den 1960er und 1970er Jahren. Dort stehen Ausrüstungen aus der ehemaligen Sowjetunion herum – ein bisschen wie ein Vintage-Militärflohmarkt. Ein Ort voller Tragik und großer Geschichten – aber heute liegt friedlich die Sonne darüber, als wäre nie etwas passiert.

    Danach haben wir einen langen Spaziergang zum Hồ-Tây-See gemacht, westlich vom Stadtzentrum. Dort steht die Trấn-Quốc-Pagode, ein kleiner, aber geschichtsträchtiger buddhistischer Tempel, der älteste buddhistische Tempel Hanois. Obwohl er nicht groß ist, herrscht dort Hochbetrieb. Touristen überall, Selfiesticks im Anschlag, das volle Programm. Im Vergleich zu den vielen wunderschönen Tempeln, die wir in Thailand und Kambodscha gesehen haben, wirkt dieser hier eher… nun ja… bescheiden. Sagen wir es freundlich: Er gibt sich Mühe, aber gegen Wat Pho und Angkor Wat anzutreten, ist ungefähr so, als würde ein Gartenzwerg versuchen, beim Architekturpreis mitzuspielen.Also: ein paar Fotos gemacht – Klick, Klick, Lächeln – und dann schnell weiter, bevor wir selbst Teil des Touristenschwarms wurden.

    Am frühen Abend haben wir uns das berühmte Wasserpuppentheater angeschaut. Tickets sollte man unbedingt vorher kaufen – die Vorstellungen sind fast immer ausverkauft. Und nachdem wir es gesehen haben, wissen wir auch warum: Die Show ist wirklich einzigartig.

    Die Bühne ist ein großes, grünes Wasserbecken, und an beiden Seiten sitzen Musiker und Sängerinnen, die alles live performen. In einer Stunde werden unzählige Szenen dargestellt: Fischer, die Frösche fangen, Bauern, die Reisfelder bestellen, Kinder, die im Wasser spielen und plantschen. Dann tauchen Drachen und Phönixe auf, tanzen wild herum, sogar Drachenbootrennen gibt es – bunt, lebendig, laut und überraschend.

    Immer wieder bewegen sich die Puppen so lustig und unerwartet, dass ich die ganze Zeit rätselte: Wie machen die das eigentlich? Erst fast am Ende habe ich knapp unter der Wasseroberfläche eine Stange erkannt. Aha! Die Künstler stehen also im Wasser und steuern die Puppen mit langen Stangen – keine Fäden von oben, keine Hightech-Tricks.

    Am Ende der Show kam die große Bestätigung: Alle Künstlerinnen und Künstler treten hervor – bis zur Hüfte im Wasser! Oh Mann… die stehen von 13:00 bis 22:00 Uhr stundenlang im Wasser und arbeiten. Unvorstellbar!

  • Kambodscha- bye bye Siem Reap

    Heute ist unser letzter Tag in Kambodscha. Heute Abend fliegen wir weiter nach Hanoi in Vietnam – der frühe Vogel fängt den Flug, oder so ähnlich.

    Bevor wir losfahren, haben wir uns noch in den wunderschönen, riesigen Botanischen Garten geschleppt. Eintritt: kostenlos. Stimmung: ausgezeichnet. Dort gibt es unzählige exotische Pflanzen, Kräuter und sogar ein Pflanzen-Krankenhaus – keine Ahnung, was die behandeln, aber vermutlich haben die Pflanzen dort eine bessere Krankenversicherung als wir.

    In mehreren Teichen und Bächen schwimmen gigantische Schwärme von schwarzen und goldenen Fischen herum. Gefühlte tausend Stück – mindestens! Sobald man nur in die Nähe des Wassers kommt, schwimmen sie heran wie kleine Unterwasser-Paparazzi. Für einen Dollar haben wir zwei Packungen Fischfutter gekauft – und dann ging das Spektakel los: ein wahres Actiondrama unter Wasser. Wenn man es selbst gesehen hätte, würde man denken, jemand hätte ein gigantisches Fischernetz aus dem Teich gezogen. Ein Gewusel, ein Gespritze, pure Fisch-Oper!

    Nebenbei haben wir auch Schildkröten, Enten und gleich mehrere Strauße gesehen. Ein richtiges Straußen-Kommando – die schauen einen an, als wollten sie sagen: „Na, ihr kleinen Touristen, habt ihr auch Futter für uns?“

    Unsere kurze Zusammenfassung zu Kambodscha / Siem Reap:

    Kambodscha hat uns wirklich überrascht – im allerbesten Sinne. Die Menschen hier sind unglaublich sanft, freundlich und geduldig. Egal ob im Tuk-Tuk, im Restaurant oder einfach auf der Straße: Man wird immer mit einem echten Lächeln begrüßt. Trotz der sichtbaren wirtschaftlichen Schwächen wirkt das Leben hier warm und herzlich.

    In Siem Reap ist natürlich Angkor Wat das große Highlight, aber auch abseits der Tempel ist die Atmosphäre entspannt. Tuk-Tuk-Fahrer sind hilfsbereit, das Essen ist mild und lecker, und die Stadt fühlt sich angenehm ruhig an.

    Was uns besonders aufgefallen ist: Die Toiletten sind fast überall kostenlos – und erstaunlich sauber! Das hätten wir wirklich nicht erwartet.

    Bezahlen ist einfach, denn hier benutzt man meistens US-Dollar, manchmal Riel als Wechselgeld. Kleine Dollarscheine sind super praktisch.

    👟 Alltag & Praktische Tipps

    Wasser: immer abgefüllt kaufen – Leitungswasser bitte nicht trinken.

    Kleidung: Tempel verlangen bedeckte Schultern und Knie.

    Mückenmittel lohnt sich besonders in der Regenzeit.

    Trinkgeld wird sehr geschätzt, ist aber keine Pflicht.

    Alles in allem war Siem Reap für uns eine schöne Mischung aus Kultur, Freundlichkeit und ganz viel Gelassenheit. Ein Ort, den man leicht ins Herz schließt.

  • Kambodscha – Kampong Phlouk und Siem Reap National Museum

    Gestern haben wir eine Sunset-Bootstour auf dem Tonle-Sap-See gebucht – einem der größten und fischreichsten Süßwasserseen in ganz Südostasien. Pünktlich um 14:15 wurden wir vom Hotel abgeholt. Nur etwa 30 km entfernt liegt das Wasserdorf Kampong Phlouk, südöstlich von Siem Reap. Ein halbes Jahr steht dieses Dorf komplett im Wasser, erreichbar nur per Boot. Die Bewohner leben vom Fischfang. In der Trockenzeit – von November bis April – verwandeln sich die Flächen in Reisfelder, und man kann sogar mit dem Auto hinfahren.

    Momentan steht jedoch noch ordentlich Wasser um die Dörfer herum. Also stiegen wir an der Anlegestelle in ein Boot um, das uns zu einem „Wasserrestaurant“ brachte. Dort warteten schon viele bunte Kanus, meist gesteuert von einheimischen Frauen. Wir kletterten in eines hinein und unser „Steuermann“ – fuhr uns sanft durch die Mangroven direkt hinein ins geheimnisvolle Dorfleben.

    Wir sahen Häuser auf hohen Stelzen, Kinder, die auf alten Holzbooten spielten, die bis oben mit Fischernetzen vollgestopft waren. Ein schwimmender Hühnerstall schaukelte gemütlich vor sich hin. Auf den Wasserveranden lagen Katzen und Hunde herum, als hätten sie Airbnb auf dem See erfunden. Einige Teenager steuerten schon stolz ihre Longtail-Boote mit dröhnendem Motor am Heck, als seien sie die Formel-1-Stars des Wasserdorfs.

    Die meisten Häuser sind einfach gebaut – Strom haben sie, aber kein fließendes Wasser. Alles kommt aus dem See und geht auch wieder zurück in den See. Es ist wirklich schwer sich vorzustellen, wie man sein ganzes Leben auf dem Wasser verbringt.

    Nach einer halben Stunde war unsere Kanufahrt vorbei, und wir kehrten zum Wasserrestaurant zurück. Der Besitzer zeigte uns noch stolz seine drei Krokodile: zwei etwa 3,5 Jahre alt und eines erst drei Monate jung. Sie werden wegen ihrer Haut und ihres Fleisches gezüchtet. Oh Man … die Menschheit kann manchmal echt gemein sein.

    Nachdem wir brav seine Getränkebestände geleert hatten, durften wir endlich wieder ins große Boot einsteigen. Dann ging es hinaus auf den See, wo der Motor abgestellt wurde und alle die Ruhe des Sonnenuntergangs genießen wollten. Die Sonne war allerdings schüchtern und versteckte sich hinter den Wolken. Egal – die bunten Wolken und die Weite des Wassers waren trotzdem traumhaft. Wir saßen ganz vorne am Deck, schauten in die Ferne, bis es langsam dunkel wurde. Einfach schön.

    Heute beschlossen wir, das Angkor Wat National Museum zu besuchen. Der Eintritt kostet 12 $ pro Person. Wir fanden das Museum sehr informativ und modern eingerichtet. Es wird die Geschichte der Tempel und Figuren von der Post-Angkor-Zeit ab dem 8. Jahrhundert bis zur Pre-Angkor-Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts gezeigt. Viele Hallen mit kurzen Videos in verschiedenen Sprachen. Eigentlich sollte man zuerst hierher kommen und dann die Tempel besuchen – wir haben’s halt andersherum gemacht. Auch ok. Besonders gut hat uns die Halle der „Tausend Buddhas“ gefallen: Jeder Buddha hat seine eigene Pose und eine fast mystische Beleuchtung. Ein wirklich schöner Anblick.

    Abends haben wir uns – statt der traditionellen Gerichte wie Amok oder Lok Lak – einen kambodschanischen Grill-Hotpot gegönnt. Eine super Kombi: In der Mitte grillt man sechs verschiedene Sorten Fleisch, und am Rand blubbert eine Hotpot-Brühe, in der man Gemüse und Nudeln kochen kann. Kurz gesagt: Grillen und Suppenschlürfen gleichzeitig – multitasking auf kulinarischem Level! Und ja: Es hat richtig lecker geschmeckt!

    Tipp:

    In Kambodscha kannst du quasi überall mit US-Dollar bezahlen. Mit dem Tuk-Tuk kommst du bequem durch die ganze Stadt – aber immer vorher den Preis verhandeln. Im Zweifel kannst du auch über GRAB ein Tuk-Tuk bestellen. Meist günstiger und unkomplizierter.

  • Kambodscha – Angkor Thom Tempeltour

    Wir haben in Siem Reap einen wirklich netten Taxifahrer kennengelernt: Mr. Sa. Ein buddhistischer Ruhepol auf zwei Rädern, der Englisch spricht, als würde er es gerade im Vorbeifahren üben. Er erzählte uns stolz von seiner Heimat und seiner Familie. Drei Söhne hat er – 6, 15 und 18 Jahre alt. Der Älteste arbeitet schon, weil für ein Studium das Geld fehlt. Neben dem Taxi fährt Mr. Sa auch Tuk Tuk und bot uns einen Tagesausflug mit Sonnenaufgang in Bereich Angkor Thom an. Acht Stunden für 25 Dollar! Und das ist dort sogar schon der „gehobene“ Preis. Da fühlt man sich als Deutscher mit 13 € Mindestlohn wirklich wie im Schlaraffenland.

    Um 5 Uhr morgens stand Mr. Sa schon vor unserem Hotel. Wir dachten: „Um die Uhrzeit ist bestimmt niemand unterwegs.“ Tja – falsch gedacht! Da herrschte Hochbetrieb, als hätte die Rushhour eine Nachtschicht eingelegt. Leider hatten die Wolken an dem Tag keine Lust, sich zu verziehen. Statt eines spektakulären Sonnenaufgangs sahen wir nur, wie Angkor Wat langsam und sehr schüchtern im sanften Licht erwachte – umgeben von vielen, vielen Menschen, die vermutlich alle das gleiche dachten wie wir. Wenn jetzt ein Alien gelandet wäre, hätte es garantiert seine Tentakel über dem Kopf zusammengeschlagen und sich gefragt, warum die Erdbewohner freiwillig mitten in der Nacht aus ihren Betten kriechen, um gemeinsam auf eine Sonne zu warten, die dann doch nicht auftaucht.

    Danach chauffierte uns Mr. Sa noch zu sieben weiteren Tempeln: Preah Khan, Neak Pean, East Baray, Eastern Mebon, Pre Rup, Ta Prohm (a.k.a. der Tomb-Raider-Tempel) und Banteay Kdei. Alles im Ticket inklusive – quasi die „All-You-Can-Tempel“-Flatrate.

    Besonders verliebt haben wir uns in die Brücke zum Neak-Pean-Tempel. Dort waren erstaunlich wenige Leute unterwegs, fast so, als hätte jemand ein „Bitte Ruhe – Tempel meditiert“-Schild aufgestellt. Eine lange Holzbrücke, nur knapp über dem Wasser, eingerahmt von unzähligen Lotusblüten. Ein Anblick so schön und beruhigend, dass man spontan überlegen könnte, ob man nicht doch Mönch werden möchte. In der Mitte dann eine kleine Insel mit einem halb im Wasser versunkenen Tempel – mystisch wie eine Szene aus einem Fantasyfilm.

    Ebenfalls ein Highlight: der berühmte Tomb-Raider-Tempel Ta Prohm. Riesige, jahrhundertealte Bäume haben dort beschlossen, Architektur und Botanik einfach zu kombinieren und sich direkt in die Tempelwände einzuwachsen. Zwischen diesen Naturgiganten fühlt man sich als Mensch plötzlich sehr klein – ungefähr auf Ameisengröße. Nur ohne die Fähigkeit, 50-mal das eigene Körpergewicht zu tragen.

  • Thailand – Bangkok in 48 Stunden – Von Palastprunk bis Schaumbad-Show

    Tag 1: Auf dem Weg zum gorßen Königspalast
    Kaum losgelaufen, wurden wir schon aufgehalten – diesmal nicht vom Verkehr, sondern von einer Gruppe junger Leute, die traditionellen Thai-Tanz in einem Saal aufführten. Total süß! Wir gehen hinein und setzen uns hin, nickten im Rhythmus mit und taten so, als würden wir die Tanzschritte verstehen.

    Im Anschluss ging es zum Tempel Wat Phra Kaeo wo uns 178 Wandmalereien, wie ein riesiges Bilderbuch der thailändischen Mythologie, erwarteten. So detailliert, dass man minutenlang auf dieselbe Wand starrt und immer noch neue Figuren entdeckt: https://www.royalgrandpalace.th/en/discover/architecture/1/the-cloisters

    Im Tempel selbst hieß es wieder: vor der Treppe Schuhe aus!
    Drinnen erwartete uns allerdings nicht nur heilige Stille – sondern auch ein Duft, der uns fast die Erleuchtung nahm. Hunderte Menschen auf engstem Raum, und der Geruch erinnerte stark an… nun ja… eine Armada von Käsefüßen. Offenbar waren die Socken einiger Bescuher schon länger auf spiritueller Reise gehabt als sie selbst. 😄🧦🧀

    Und überhaupt: Der ganze Tempelkomplex wirkt wie eine Mischung aus Schatzkammer, Märchenwelt und „bitte nicht blinzeln, sonst verpasst du was“.

    Weiter ging’s zum berühmten Wat Pho, wo der 46 Meter lange liegende Buddha so groß ist, dass man beim Fotografieren überlegen muss, ob man ein Panorama machen oder sich einfach in die Luft katapultieren lassen sollte. Man beginnt am Kopf, geht 20 Schritte, und plötzlich denkt man: „Ah! Da ist ja immer noch Buddha!“

    Abends stürzten wir uns in Chinatown. Kurz gesagt: Neonlichter, Düfte von 200 Garküchen gleichzeitig, und Autos, die anscheinend beschlossen haben, bedingungslos aufzugeben und einfach in Schrittgeschwindigkeit dahinzurollen. Ein Fest für alle Sinne – und die Lunge, die plötzlich in einer Wolke aus gebratenem Knoblauch wohnt.

    Tag 2: Lumphini Park – Die Bangkok-Drachen

    Heute entschieden wir uns für den Lumphini Park. Warum? Wegen der Drachen. Und nein, das ist kein Witz: Die riesigen Warane (bis zu 2 Meter lang) dort laufen herum, als gehörte ihnen der ganze Park und wir seien nur geduldete Besucher. Sie wirken harmlos, sind aber definitiv nicht das, was man freiwillig streicheln möchte. Man sitzt gemütlich auf der Wiese – und plötzlich trottet eine 1,5-Meter-Echse vorbei, als würde er sagen:„Sawadee ka, ich kontrolliere hier die Ausweise.“

    Abends über den Dächern der Stadt – und später mitten in Nana: One Night in Bangkok

    Bei der Suche nach einer halbwegs „seriösen“ Abendlokation (man will ja zumindest anfangs so tun, als hätte man Stil) stolperten wir über eine Rooftop-Bar in 142 Metter Höhe auf dem Dach eines Luxushotels. Dort oben präsentierte sich uns Bangkoks moderne Seite – glänzend, schillernd und so hoch, dass selbst Google Maps kurz Schnappatmung bekam. Der Ausblick auf das nächtliche Bangkok war einfach traumhaft… so traumhaft, dass wir fast vergessen hätten, unser Getränk für mindestens 30 € zu trinken, bevor es warm wurde.

    Der Abend führte uns weiter zum legendären Nana Plaza. Schon am Eingang mehr Sicherheitskontrolle als bei einem innereuropäischen Flug – es fehlte eigentlich nur noch, dass jemand unsere Schuhe auszieht. Drinnen dann: Musik, Lichter, Bars und eine Menge sehr hübscher Frauen, die entweder im Bikini tanzten oder oben ohne in einem kleinen Pool eine Schaumparty feierten, als wäre das ungefähr so alltäglich wie Brötchen holen. Zusätzliche „Services“ wurden ebenfalls angeboten, aber wir waren selbstverständlich nur wegen der kulturellen Feldforschung und des Bieres da. Selbstverständlich. Ganz bestimmt.

    Verkehrschaos „extra spicy“

    Zum Tagesabschluss wagten wir uns wieder hinein in Bangkoks berühmtes Verkehrsbiest. Ampeln scheinen hier mehr symbolischen Charakter zu haben – eher freundliche Vorschläge als verbindliche Regeln. Motorräder benutzen den Gehweg wie einen persönlichen VIP-Shortcut, schlängeln sich durch Busse hindurch oder fahren einfach mal kurz entgegen der Fahrtrichtung. Kurz gesagt: Wer den Verkehr in Bangkok übersteht, kann sich problemlos für die Formel 1 bewerben – oder zumindest für „Ninja Warrior“.

    Bangkok kann vieles: überraschen, verwirren und manchmal auch ein kleines bisschen traumatisieren. Aber eines wird es garantiert nie: langweilig.

  • Thailand – Bangkok

    Gestern sind wir ganz entspannt in nur einer Stunde von Chiang Mai nach Bangkok (Flughafen Don Mueang) geflogen. Voll motiviert wollten wir uns danach selbst ein bisschen „Travel-Hardcore“ gönnen und versuchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu kommen. Google Maps oder ChatGPT? Erst mal komplett unbrauchbar. Also dachten wir uns: Folgen wir einfach den Schildern, was soll schon passieren? Nach etwa zehn Minuten Fußmarsch hatten wir tatsächlich einen Zug Richtung Stadt (Red-Line-Station Don Mueang) gefunden. Beim Ticketkauf standen wir dann allerdings länger da als bei manchem Immigration-Schalter. Warum? Weil es scheinbar zwei verschiedene Namen für die Central Station gibt – „Krung Thep Aphiwat“ und „Bang Sue Grand Station“. Auf Infoschildern, Ticketautomaten und selbst im Zug – jeder Steckenplan hatte einen anderen Lieblingsnamen. Da kann man schon mal dezent verwirrt sein.

    Wir haben dann beschlossen: „Ach, wir probieren es einfach!“ Also 40 Baht in Münzen eingeworfen – und der Automat hat uns zwei kleine schwarze Chips ausgespuckt, als würden wir gleich ins Casino statt in die Stadt fahren. Rein kommt man, indem man den Chip brav auf den Ticketschrank-Magnet-Sensor hält. Raus kommt man, indem man ihn wieder einwirft. Sehr retro, sehr charmant – und wir sind immerhin angekommen!

    Der Weg von der Central Station zu unserem Hotel hätte eigentlich ganz entspannt sein sollen … dachten wir zumindest. In Wirklichkeit erwartete uns jedoch eine kleine „Bangkok-ÖPNV-Olympiade“. Wir hätten zweimal umsteigen müssen, und jedes Mal brauchte man ein neues Ticket. Die perfekte Route laut Plan: Metro → Skytrain (BTS) → Bus → und am Ende noch ein kleiner Spaziergang. Für gerade mal 7 Kilometer! Die geschätzte Reisezeit: über eine Stunde.

    Also haben wir beschlossen, uns nicht weiter sportlich zu verausgaben und stattdessen ein Grab-Taxi zu nehmen. Preislich kaum ein Unterschied – nur eben eindeutig weniger „Verkehrs-Akrobatik“.

    Doch Bangkok wäre nicht Bangkok, wenn es nicht noch eine Überraschung parat hätte: Stau. Viel Stau. So richtig viel Stau. Für die 7 Kilometer haben wir am Ende trotzdem eine gute halbe Stunde gebraucht. Immerhin mussten wir dafür nicht mit drei verschiedenen Tickets jonglieren.

    Zur Auffrischung unseres Abenteuergeists sind wir anschließend Richtung der berühmten und berüchtigten Khao San Road marschiert. Und dort hat uns eine Atmosphäre empfangen, die man eigentlich nur als „kontrolliertes Chaos mit Entertainment-Garantie“ beschreiben kann. Zwischen Spießen mit schwarzen Skorpionen, knusprig frittierten Würmern und gegrilltem Krokodil wirbelten die Düfte des Streetfoods durcheinander. Aus den Pubs an der Straße dröhnte die Musik der DJs, während ein paar Ladyboys wild tanzend auf Tischen ihre eigene kleine Show hinlegten. Zwischendrin kamen Angebote für Lachgasballons und – natürlich – die unvermeidliche Ping-Pong-Show, die einem an jeder Ecke geflüstert wird. Kurz gesagt: Die Khao San Road ist ein Ort, an dem man in wenigen Minuten mehr Kuriositäten sieht als anderswo in einer ganzen Woche.