Brasilien – Rio de Janeiro (1 von 3) – Ankunft zwischen Copacabana, Uringeruch und Sicherheitskräften

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27.07.2026 – Nach unserer Zeit in Foz do Iguaçu geht es heute weiter nach Rio de Janeiro. Der Flug dauert knapp zwei Stunden – also gerade lang genug, um ein bisschen aus dem Fenster zu schauen und sich mental schon einmal auf die nächste Großstadt einzustellen.

Nach der Landung bestellen wir direkt ein Uber und fahren zu unserem Hotel. Einchecken, Gepäck abstellen – und dann geht es erst einmal auf die Dachterrasse. Dort wartet bereits der erste Vorgeschmack auf Rio: eine schöne Aussicht über die Stadt.

Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen haben, ist allerdings nicht lange Zeit für Romantik. Der Magen meldet sich ziemlich eindeutig. Also suchen wir uns in der Umgebung ein Restaurant.

Und schon beim ersten Spaziergang bekommen wir einen sehr intensiven Eindruck von Rio – allerdings nicht unbedingt den aus den Reisefotos. Auf den Straßen sehen wir überall Obdachlose und kleine Verkaufsstände. Viele Obdachlose haben lediglich eine Pappe auf dem Boden und eine sehr dünne Bau- oder Plastikdecke als Schlafunterlage. Dazu kommt ein sehr starker Geruch nach menschlichem Urin, der uns leider während unseres gesamten Aufenthalts in Rio immer wieder begleitet.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal sagen würde: Selbst der Belém-Markt in Iquitos im peruanischen Amazonasgebiet, wo jede Menge ungekühlte Tierkadaver herumlagen, hat für meine Nase weniger schlimm gerochen. 😳 Die Messlatte für „unangenehme Gerüche“ lag in Iquitos wirklich schon ziemlich hoch – Rio schafft es trotzdem, noch eine Schippe draufzulegen.

Gleichzeitig fällt uns auf, wie unglaublich präsent Polizei und Sicherheitskräfte sind. Überall sehen wir Menschen in dunklen oder gelben Uniformen, meist mit kompletter Ausrüstung. Im Vergleich zu allen anderen Städten, die wir auf dieser Reise besucht haben, wirkt das hier noch einmal deutlich extremer.

Irgendwann finden wir schließlich ein Restaurant und können uns auf das Wesentliche konzentrieren: Essen!

Wir probieren etwas Typisches aus der brasilianischen Küche: Churrasco. Die Portion ist riesig – offensichtlich hat man hier verstanden, dass hungrige Touristen keine Vorspeise, sondern eine ausgewachsene Mahlzeit brauchen. 😄

Geschmacklich erinnert das Gericht ein wenig an Sonntagsbraten, allerdings mit exotischeren Zutaten und brasilianischem Einschlag. Genau das Richtige nach einem langen Reisetag.

Damit endet unser erster Abend in Rio. Der erste Eindruck? Beeindruckende Stadt, wunderschöne Aussicht – aber auch eine Stadt mit sehr deutlichen sozialen Gegensätzen.

28.07.2026 – Copacabana: Sonne, Sand, Samba-Gefühl und jede Menge Strandverkäufer

Heute zeigt sich Rio von seiner berühmten Postkarten-Seite: 32 Grad, strahlender Sonnenschein und blauer Himmel. Unser Ziel: Copacabana.

Wir fahren mit der U-Bahn vom Zentrum Richtung Strand. Und hier erleben wir gleich eine kleine technische Wohltat: Einfach die Kreditkarte am Eingang scannen und durch! Kein Fahrkartenautomat, kein Rätselraten, welches Ticket man braucht, kein „Warum funktioniert die verdammte Karte jetzt nicht?“.

Eine Einzelfahrt kostet 7,90 brasilianische Reais, also ungefähr 1,40 Euro.

Da frage ich mich schon wieder: Warum kann der öffentliche Nahverkehr in München (oder ganz Deutschland) eigentlich nicht genauso unkompliziert sein? 😄

Dann sind wir da. Copacabana!

Der Strand ist tatsächlich so schön, wie man ihn von Bildern kennt: breit, weißer Sand, blaues Wasser und weiße Wellen, die sich am Strand brechen.

Natürlich sind wir nicht die Einzigen, die diese Idee hatten. Der Strand ist voll. Menschen, Sonnenschirme, Handtücher, Verkäufer – überall Bewegung. Wir ziehen sofort unsere Schuhe aus und laufen barfuß am Strand entlang. Das Wasser kommt immer wieder bis zu unseren Füßen und fühlt sich an, als würde es uns persönlich begrüßen. 🌊

Nach einer Weile suchen wir uns einen Platz im Sand, breiten unsere Handtücher aus und machen es uns gemütlich. Fünf Minuten später ist Michael schon komplett ausgezogen und zack – ab ins Wasser! 😂

Für mich ist das Wasser allerdings ein bisschen zu kalt. Außerdem muss ja jemand auf unsere Sachen aufpassen. Also bleibe ich am Strand und beobachte stattdessen das bunte Treiben. Und was es hier alles zu kaufen gibt!

Die mobilen Strandverkäufer sind wahre Multitalente. Angeboten wird praktisch alles, was ein Strandbesucher jemals brauchen könnte: heißen, gekochten Mais 🌽, Tücher, Bikinis, Mate-Tee, Sonnenbrillen, Getränke, Cocktails, Schmuck und natürlich noch ungefähr 100 Dinge, von denen ich vorher nicht wusste, dass man sie am Strand braucht. Hier herrscht ein unglaublicher Betrieb. Der Strand ist nicht nur Badeplatz, sondern gleichzeitig Einkaufsstraße, Treffpunkt, Restaurant und Wohnzimmer der Cariocas.

Nach ungefähr einer halben Stunde kommt Michael wieder aus dem Wasser zurück – offenbar noch lebendig und nicht von einer Welle nach Afrika gespült. 😄

Wir laufen weiter am Strand entlang bis zum Forte de Copacabana, das am südlichen Ende der Copacabana liegt.

Die historische Festung wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und sollte Rio beziehungsweise den Eingang zur Bucht militärisch schützen. Der Eintritt ist eigentlich kostenlos – allerdings nur, wenn man Instagram folgt. Eine interessante moderne Form der Eintrittskarte: früher brauchte man vielleicht einen Militärausweis, heute reicht ein Social-Media-Follow. 😂

Im Inneren gibt es interessante Ausstellungsräume zur Geschichte der Festung und des brasilianischen Militärs. Besonders spannend finden wir, dass wir sogar in den Kanonenbereich hineinschauen dürfen.

Auch die früheren Schlafräume und Bäder der Soldaten können besichtigt werden.

Nach so viel Geschichte brauchen wir natürlich dringend eine Belohnung. Also gehen wir ins Café do Forte und genießen bei einem kühlen Getränk (unserem ersten Caipirinha in Brasilien) und einem Stück Kuchen die Aussicht auf den Strand und das Meer.

Und dann beginnt langsam der Sonnenuntergang. Mit einem Glas etwas Kühlem in der Hand, Kuchen vor uns und dem Meer im Blick lässt sich der Tag ziemlich perfekt ausklingen.

Wieder ein wunderschöner Tag in Rio. ❤️

29.07.2026 – Zu Fuß durch Rio: Straßenbahn, bunte Treppen und Kuchen mit Spiegel-Trick

Heute wieder 30 Grad und Sonnenschein. Perfektes Wetter, um die Innenstadt zu Fuß zu erkunden.

Unser erster Stopp ist die Estação de Bondes de Santa Teresa, die Station der berühmten historischen Santa-Teresa-Straßenbahn. Die Straßenbahn ist das Überbleibsel des historischen Straßenbahnnetzes aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Als wir an der Station ankommen, sehen wir allerdings zuerst eine lange Schlange von Besuchern. Und dann hängt da am Eingang ein Schild:

Heute ausverkauft.

Na gut. Dann eben nicht. Rio hat schließlich noch genug andere Möglichkeiten – und unsere Füße bekommen dafür heute ordentlich Arbeit.

Wir gehen weiter und kommen an der Catedral Metropolitana de São Sebastião do Rio de Janeiro vorbei. Die Kathedrale ist architektonisch wirklich außergewöhnlich: Sie wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren erbaut und erinnert mit ihrer riesigen, kegelförmigen Betonform eher an ein futuristisches Bauwerk als an eine klassische Kirche.

Unser persönliches Urteil fällt allerdings etwas weniger diplomatisch aus: Ich finde das Gebäude ziemlich hässlich. 😄 Aber Architektur ist bekanntlich Geschmackssache. Und immerhin ist die Kathedrale mit ihrer ungewöhnlichen Form definitiv nicht zu übersehen.

Nur wenige Minuten später erreichen wir die Arcos da Lapa, eines der bekanntesten Wahrzeichen der Innenstadt. Das beeindruckende Aquädukt mit seinen weißen Bögen stammt ursprünglich aus der Kolonialzeit. Heute ist es vor allem bekannt, weil die historische Straßenbahn von Santa Teresa darüber fährt.

Allerdings ist die Umgebung auch hier von den sozialen Problemen der Stadt geprägt. Viele Obdachlose schlafen rund um die Bögen und an verschiedenen Stellen stehen Polizeikräfte.

Wir haben Glück und sehen sogar eine der berühmten Santa-Teresa-Straßenbahnen vorbeifahren. Wenigstens bekommen wir sie noch zu sehen, auch wenn wir heute nicht mitfahren dürfen.

Unser nächstes Ziel ist die Escadaria Selarón – die berühmte bunte Treppe von Rio. Die Treppe wurde vom chilenischen Künstler Jorge Selarón mit Tausenden von bunten Fliesen gestaltet und ist heute eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt. Und natürlich sind wir auch hier nicht allein. Menschen stehen überall herum, fotografieren, posieren und versuchen, irgendwo ein Bild ohne 37 andere Touristen darauf zu bekommen. 😄

Wir schauen uns die Fliesen genauer an und entdecken dabei überraschend viele Fliesen aus deutschen Städten – daneben natürlich auch zahlreiche aus anderen Ländern der Welt. Eine Art internationale Weltkarte aus Keramik.

Nach ein paar Stunden und inzwischen ziemlich vielen Marschschritten machen sich unsere Füße und unsere Mägen gemeinsam bemerkbar. Zeit für eine Pause!

Auf dem Rückweg machen wir noch einen kurzen Abstecher zur Estação da Portinha – Arcos da Lapa, wo wir gleich zwei der historischen Straßenbahnen vorbeifahren sehen können.

Dann geht es weiter zu unserem kulinarischen Abschluss des Tages: Confeitaria Colombo.

Das traditionsreiche Café gehört zu den bekanntesten historischen Cafés Rio’s und wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von einem französischen Einwanderer erbaut. Besonders beeindruckend ist das Innere mit seinen großen Spiegeln, die den Raum optisch beinahe endlos erscheinen lassen.

Wir setzen uns hin, bestellen Kuchen und genießen einfach die Atmosphäre.

Nach mehreren Stunden Fußmarsch ist Kuchen ohnehin keine Sünde mehr, sondern medizinisch notwendige Regeneration. 😄 Natürlich dürfte der Caipi nicht fehlen.

Ein schöner Abschluss für einen weiteren Tag in Rio – zwischen futuristischer Kathedrale, historischen Aquädukten, bunten Fliesen, Straßenbahnen und sehr viel Kuchen

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