Brasilien – Foz do Iguazú 🇧🇷

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23.07.2026 – Einmal über die Grenze, bitte!

Heute ging es weiter nach Brasilien. Da der Iguazú-Fluss gleichzeitig die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bildet, war der Weg erfreulich unkompliziert. Man kann entweder mit dem Linienbus fahren und gegebenenfalls an der Grenze für die Passkontrolle kurz aussteigen oder – wie wir – einfach ein Taxi nehmen. Preislich machte das kaum einen Unterschied. Für etwa 8 bis 10 US-Dollar pro Person wäre auch der Bus möglich gewesen, aber die Tür-zu-Tür-Variante klang einfach deutlich entspannter.

Entgegen sämtlichen Horrorgeschichten aus dem Internet mussten wir an der Grenze gerade einmal rund 15 Minuten warten. Dort war häufig von stundenlangen Wartezeiten die Rede. Später verstanden wir auch, warum.

Für uns lief alles erstaunlich reibungslos. Unser Taxifahrer reichte dem Grenzbeamten einfach unsere Pässe durchs Fenster und eine Minute später durften weiterfahren.

Auf brasilianischer Seite wartete dann… nichts. Keine Kontrolle, kein Stopp – praktisch eine unkontrollierte Einreise. 😉

Ganz anders sah es allerdings in der Gegenrichtung aus. Vor der Einreise nach Argentinien staute sich der Verkehr über mehrere Kilometer. Offenbar nehmen es die Argentinier mit den Kontrollen deutlich genauer, was dann wohl auch die oft beschriebenen langen Wartezeiten erklärt.

Unser Reisetipp lautet deshalb eindeutig: Erst Argentinien, dann Brasilien.

Nach der Ankunft in Foz do Iguaçu bezogen wir zunächst unser Hotel und machten anschließend einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Im Vergleich zu Puerto Iguazú wirkt Foz deutlich größer, moderner und städtischer. Überall findet man Supermärkte, Waschsalons, Einkaufszentren und alles, was das Reiseleben etwas komfortabler macht.

24.07.2026 – Gigantische Technik statt gigantischer Wasserfälle

Da für heute eher durchwachsenes Wetter angekündigt war, verschoben wir den Wasserfallbesuch und machten uns stattdessen auf den Weg zum Itaipú Binacional, dem größten Staudammprojekt Südamerikas.

Das Wasserkraftwerk entstand als Gemeinschaftsprojekt zwischen Paraguay und Brasilien. Seit 1984 gingen nach und nach jährlich zwei bis drei der insgesamt 20 Turbinen ans Netz. Mit einer Gesamtleistung von rund 14 Gigawatt war Itaipú bis zur Inbetriebnahme des chinesischen Drei-Schluchten-Staudamms im Jahr 2006 das größte Wasserkraftwerk der Welt. Heute versorgt das Kraftwerk am Río Paraná große Teile Paraguays und Brasiliens mit Strom.

Die Dimensionen sind beeindruckend: Der Staudamm ist 196 Meter hoch und ganze 7.760 Meter lang. Das Gelände ist so weitläufig, dass Besucher ausschließlich im Rahmen einer Bustour zu den verschiedenen Aussichtspunkten gelangen können. Da sich alles auf Privatgelände befindet, ist dies auch die einzige Möglichkeit, den Staudamm zu besichtigen.

Schon die Busfahrt hatte ihren ganz eigenen Safari-Charakter. Entlang der Straße grasten und schlenderten schätzungsweise 30 bis 50 Capybaras völlig entspannt vor sich hin. Den größten Nagetieren der Welt scheint es hier ausgesprochen gut zu gehen. In der Nähe des Wassers und auf einem weitläufigen Privatgelände werden sie größtenteils in Ruhe gelassen. Dementsprechend gelassen wirkten sie auch – als gehörte ihnen die Straße und wir wären nur zu Besuch.

Unser erster Halt bot einen fantastischen Blick auf das gesamte Bauwerk. Von dort aus konnte man sowohl das riesige Überlaufbecken, das überschüssiges Wasser ableitet, als auch die gewaltigen Röhren erkennen, durch die das Wasser zu den 20 Turbinen strömt.

Ein weiteres kleines Highlight wartete am unteren Teil des Staudamms. Plötzlich hieß es: „Hurra, wir sind in Paraguay!“ Ganz ohne Passkontrolle, Grenzbeamte oder Stempel im Reisepass fuhren wir für einen kurzen Moment über paraguayisches Gebiet. Kaum hatten wir den spontanen „Länderwechsel“ realisiert, ging es auch schon wieder zurück nach Brasilien. So schnell kann man also international unterwegs sein – ein Auslandsaufenthalt von ungefähr einer Minute!

Nach einem weiteren Aussichtspunkt führte die Tour schließlich direkt über den Staudamm. Von dort bot sich ein beeindruckender Blick auf den scheinbar endlosen Stausee auf der einen Seite und die enorme Höhe des Bauwerks auf der anderen. Erst dort wurde einem wirklich bewusst, welche gewaltigen Ausmaße dieses Bauwerk besitzt.

25.07.2026 – Wasserfälle, Menschenmassen und ziemlich freche Nasenbären

Heute stand endlich die brasilianische Seite der Iguazú-Wasserfälle auf dem Programm. Dorthin gelangt man mit dem öffentlichen Bus, per Taxi oder Uber oder im Rahmen einer organisierten Tour. Wir entschieden uns erneut für den Linienbus und starteten möglichst früh. Schließlich führt die Strecke(120) am Flughafen vorbei und zusätzlich waren in Brasilien Ferien – keine besonders gute Kombination, wenn halb Brasilien ebenfalls zu den Wasserfällen möchte.

Busfahren funktioniert hier erfreulich unkompliziert. Einsteigen, Handy an das Lesegerät halten, bezahlen, durch das Drehkreuz laufen – fertig.

Zumindest theoretisch.

Praktisch endete unsere entspannte Busfahrt bereits nach wenigen Kilometern im Stau. Neben dem ohnehin dichten Ferienverkehr sorgte eine Baustelle, bei der vier Fahrspuren auf eine einzige reduziert wurden, für nahezu vollständigen Stillstand. Ein Szenario, das jedem Autofahrer irgendwie bekannt vorkommt. Wir bewegten uns in einem Tempo vorwärts, bei dem selbst gemütliches Spazierengehen als Hochgeschwindigkeitsverkehr durchgegangen wäre.

Irgendwann erklärte der Busfahrer schließlich, dass es vermutlich schneller sei, die restlichen Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Sekunden später war der Bus zu etwa 90 Prozent leer. Also stiegen wir mitten auf der Fahrbahn aus und marschierten die letzten 2,5 Kilometer entlang der Baustelle bis zum Eingang des Nationalparks.

Die Eintrittskarten kauften wir anschließend an einem Selbstbedienungsterminal. Danach mussten wir rund 20 Minuten auf den Shuttlebus warten, der Besucher bis zum eigentlichen Beginn des Rundwegs bringt.

Kaum dort angekommen, wartete schon der nächste Stau. Auf dem nur etwa 1,5 Meter breiten Weg drängten sich Menschenmassen – darunter zahlreiche Familien mit Kinderwagen – Richtung Wasserfälle. Immer wieder sorgten kleine Aussichtsplattformen dafür, dass der Verkehr kurzzeitig komplett zum Erliegen kam.

Von oben konnte man dabei hervorragend beobachten, wie die Boote mit den Touristen direkt in die Wasserfälle fuhren. Sofort kamen Erinnerungen an unsere eigene unfreiwillige Dusche auf der argentinischen Seite auf.

Am Ende des Weges gelangt man direkt neben den Teufelsschlund. Über einen Steg kann man sogar unmittelbar unter den Wasserfall laufen. Da dort allerdings reichlich Wasser von oben und als feiner Sprühnebel von unten kommt, packten wir vorsorglich wieder Regenjacken, Regencover und wasserdichte Verpackungen aus.

Diesmal waren wir deutlich besser vorbereitet. Zumindest anfangs.

Während Xin vernünftigerweise möglichst trocken bleiben wollte, zog es mich irgendwann doch wieder näher an den Wasserfall.

Kinder spielten fröhlich mitten im Wasserstrahl, Erwachsene standen laut jubelnd komplett durchnässt unter den Wassermassen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Also hinein ins Vergnügen!

Das Ergebnis war vorhersehbar: jede Menge Spaß, eine nasse Hose und erneut zwei kleine Aquarien in den Wanderschuhen.

Vor der Rückfahrt gönnten wir uns noch einen kleinen Snack. Allerdings waren wir dort keineswegs allein. Rund 30 bis 40 südamerikanische Nasenbären (Coatis, wie sie auf portugiesisch heißen) streiften durch den Gastronomiebereich. Sie erinnern ein wenig an Waschbären, sind allerdings deutlich dreister. Obwohl das Füttern ausdrücklich verboten ist, hielten sich manche Besucher nicht daran. Entsprechend wenig Scheu hatten die Tiere entwickelt.

Einige kletterten kurzerhand auf die Tische und versuchten, sich direkt vom Teller zu bedienen. Auch wir mussten unsere Mahlzeit mehrmals energisch verteidigen, bevor die Nasenbären einsahen, dass unser Essen heute nicht auf ihrem Speiseplan stand.

26.07.2026 – Ein Mini-Bulli zum Abschied

Heute ließen wir es etwas ruhiger angehen und erkundeten noch einmal die Stadt.

Dabei besuchten wir ein großes Einkaufszentrum und entdeckten ein echtes Kuriosum: einen alten VW-Bus, der auf gerade einmal drei Meter Gesamtlänge verkürzt worden war. Mit einem Radstand von nur etwa 1,5 Metern wirkte er wie ein geschrumpfter Bulli und bot statt der üblichen sieben oder acht Sitzplätze gerade einmal fünf. Irgendwie niedlich – und vermutlich deutlich einfacher einzuparken.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, unsere mittlerweile mehrfach gefluteten Schuhe endlich trocken zu bekommen. Nach den zahlreichen Wasserfallduschen hatten sie sich diese Erholung mehr als verdient.

Morgen heißt es dann Abschied nehmen von den Iguazú-Wasserfällen. Das nächste Ziel wartet bereits: Rio de Janeiro.

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