Thailand – Chiang Mai Buddhistische Tempel

Gestern haben wir uns gleich drei der unzähligen Tempel in Chiang Mai vorgenommen – quasi das „Tempel-Tasting“ des Nordens. Auf dem Programm standen der Wat Phra Singh (der goldene Tempel – klingt schon nach Luxus), der Wat Chedi Luang und der Wat Chiang Man (der vermutlich älteste Tempel Chiang Mai’s aus dem 13. Jahrhundert). Alle drei liegen mitten in der Old Town, wo gefühlt an jeder Straßenecke ein weiterer Tempel wartet – über 300 Stück soll es in der Region geben! Das ist ungefähr so, als hätte jede Katze in Thailand ihren eigenen Tempel.

Drinnen funkelt und glänzt es überall. Buddha-Figuren in allen Größen, Wandgemälde so bunt wie eine Netflix-Serie auf LSD, und naturgetreue Wachsfiguren bedeutender Mönche, die so echt aussehen, dass man unwillkürlich darauf wartet, dass einer gleich sagt: „Na, barfuß unterwegs?“ Ich schwöre, einer hat mir fast zugezwinkert!

Bevor man aber überhaupt reinkommt, gibt’s ein paar Regeln: keine Shorts, keine ärmellosen Shirts, Schuhe aus – und zwar vor der Treppe, nicht etwa daneben, sonst droht karmatisches Chaos. Und bloß nicht auf die Schwelle treten – das bringt Unglück! (Wobei, bei 35 Grad im Schatten und barfuß auf heißen Steinplatten kann man gar nicht genug Glück gebrauchen.)

In manchen Tempeln darf man nicht fotografieren, in anderen dürfen Frauen gar nicht hinein – was, gelinde gesagt, ein bisschen 2025-untauglich und diskriminierend ist. Xin hat sich sehr aufgeregt. Aber gut, man nimmt’s mit Humor und hofft, dass Buddha wenigstens darüber schmunzelt. 🙏😉

Heute ging’s auf große Tour nach Chiang Rai – ja, Chiang Rai, nicht Chiang Mai! (Man verwechselt die beiden schnell, aber 240 Kilometer und ein paar tausend Kurven trennen sie – was auf thailändischen Straßen etwa einer Zeitreise von vier bis fünf Stunden entspricht.)

Erster Stopp: Heiße Quellen. Klingt nach Wellness, ist aber eher was für Leute mit Hufeisen statt Füßen. Xin war so begeistert, dass sie fast ihre Zehen als Suppeneinlage geopfert hätte. Zum Glück blieb’s bei einer kleinen Rötung und einem Lacher. Und weil man ja nichts verkommen lassen will, haben wir dort auch gleich ein paar Eier gekocht – direkt im heißen Quellwasser! Frisch, bio, und mit einem Hauch vulkanischem Aroma. 😋

Nächster Halt: das „Long Neck Karen Village“ – ein Ort, wo Frauen sich goldene Ringe um den Hals legen, um diesen optisch zu verlängern. Der Rest unserer Gruppe wollte das unbedingt sehen, wir fanden aber: genug gestreckte Hälse für heute, danke. Stattdessen sind wir zu einer riesigen goldenen Mönchsfigur spaziert, die majestätisch auf dem Dach eines tempelähnlichen Gebäudes thront – etwa 12 bis 15 Meter hoch und ziemlich beeindruckend. Der Mönch wirkte so erhaben, dass man fast erwartet hat, er hebt gleich ab Richtung Nirwana.

In Chiang Rai selbst warteten dann die Stars des Tages:

  • Der Weiße Tempel (Wat Rong Khun) – ein modernes Kunstwerk aus den 1990ern, das aussieht, als hätte sich ein Architekt nach einer Überdosis Glitzer und Spiritualität ausgetobt. Wunderschön, aber definitiv mehr Fantasy-Buddhismus als Tradition.
  • Und ein paar Kilometer weiter der Blaue Tempel, tiefblau, elegant und – man glaubt es kaum – farblich perfekt auf Instagram abgestimmt.

Zum Abschluss ging’s dann noch ins Schwarze Haus – das düstere Gegenstück zum weißen Tempel. Ein Museum voller Kunstwerke aus Holz, Krokodilhaut und Wasserbüffel-Schädeln. Schon ziemlich schräg. Und dann überall diese geschnitzten, na ja… Phallussymbole. Riesige Penisse, wohin das Auge blickt. Offenbar hat der Künstler das Thema Männlichkeit sehr wörtlich genommen. Oder, wie ich es vermute: Thailands Männer kompensieren hier mit Holz, was Mutter Natur vielleicht sparsam bemessen hat. 😉

Alles in allem: ein Tag zwischen Spiritualität, Kunst, Eiern und Eitelkeiten – und der Erkenntnis, dass selbst der Weg zur Erleuchtung manchmal über heiße Quellen und Holzpenisse führt. 🙏😂

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