Neuseeland – Pancake Rocks

Nach dem grandiosen Hubschrauberflug ging’s für uns ganz entspannt (also… mit leichtem Adrenalin-Flash) drei Stunden die Westküste entlang Richtung Norden – Ziel: Pancake Rocks.

Unser erster spontane Zwischenstopp: Hokitika. Ein kleiner Ort, aber mit einem Strand, der aussieht, als hätte ihn ein etwas exzentrischer Künstler eingerichtet. Überall angespültes Holz – alte Baumstämme, Äste, bizarre Formen.

Und irgendjemand (oder eher: ganz viele kreative Köpfe) hat daraus Kunstwerke gebaut. Der ganze Strand wirkt wie eine Open-Air-Galerie: graue Steine, wildes Meer, blauer Himmel – die Sonne übernimmt die Beleuchtung und der aufsteigende Wassernebel sorgt für dramatische Spezialeffekte.

Ehrlich: So etwas habe ich noch nirgendwo gesehen. Absolute Lieblingsstelle!

Dann ging’s weiter. Immer wieder tauchten diese spektakulären Küstenlandschaften auf – quasi die neuseeländische Version der Great Ocean Road. Nur statt goldener Strände und hellbrauner „Apostel“ gibt’s hier graue Kiesstrände, dunkle Felsen und eine deutlich dramatischere Farbpalette. Der Ozean? Komplett außer Rand und Band. Wellen krachen gegen die Felsen und schleudern Gischt meterhoch in die Luft – Naturkino vom Feinsten.

An den Pancake Rocks angekommen: strahlender Sonnenschein. Parkplatz kostet 5 Dollar pro Stunde – fast schon Münchner Verhältnisse! Die Sehenswürdigkeit selbst ist zum Glück kostenlos. Der Weg ist perfekt angelegt, eigentlich ein gemütlicher 20-Minuten-Spaziergang… wir haben natürlich fast eine Stunde gebraucht. Warum? Weil man alle paar Meter stehen bleibt und denkt: „Was zur Hölle passiert hier eigentlich?!“

Die Felsen sehen tatsächlich aus wie gestapelte Pfannkuchen. Und das Meer hat sich gedacht: „Cool, die höhle ich jetzt mal kreativ aus.“ Überall Löcher, Tunnel, Pools – von oben, von der Seite, von unten. Wasser schießt durch die Felsen, Strömungen treffen aufeinander, es donnert und rauscht. Und bei einer bestimmten Stelle wird bei jeder größeren Welle eine Fontäne durch ein Loch nach oben geschossen – als würde ein riesiger Wal mitten im Felsen einmal kräftig ausatmen. Pure Energie. Man könnte da ewig stehen und einfach nur schauen.

Nicht weit entfernt haben wir noch die „Punakaiki Cavern“ erkundet – eine komplett natürliche Höhle, ohne Beleuchtung, ohne Geländer, ohne „Bitte hier entlang“. Also: Wanderschuhe an, Stirnlampe auf und rein ins Abenteuer. Die Lampe war Gold wert. Mehrere Gänge, verschiedene Kammern – zwei enden in Sackgassen, einer führt wieder zurück zum Eingang. Später kamen noch zwei Paare dazu: eines hat sich einfach an uns drangehängt (unsere Stirnlampen waren offenbar überzeugender als Handylicht), das andere hat einmal kurz reingeschaut und sich vermutlich gedacht: „Nope, das überlassen wir den Verrückten.“

Ich war schon in einigen Höhlen, aber das hier war eine Premiere: keine Führung, keine Beleuchtung, keine Menschenmassen – einfach Natur pur und ein bisschen „DIY-Entdeckergefühl“. Vor allem in den ersten zehn Minuten, als wir ganz allein waren, hatte das etwas richtig Abenteuerliches.

Zum Abschluss des Tages: Sonnenuntergang am Strand und ein langer, entspannter Spaziergang. Wieder so ein Tag, bei dem man abends denkt: Mehr geht eigentlich nicht.

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