Kategorie: Bericht

  • Thailand – Phuket Elephant Sanctuary

    Wenn man in Thailand Elefanten hautnah erleben möchte, dann bitte, bitte nicht in den Zoo gehen oder auf Elefanten reiten – und auch nicht mit ihnen baden. Das ist fĂŒr die Elefanten sehr stressig, und sie werden gezwungen, solche AktivitĂ€ten mit Menschen zu machen. Das dient nicht dem Wohl der Tiere, sondern allein der Unterhaltung der Menschen.

    Deshalb haben wir uns fĂŒr eine Einrichtung entschieden, in der man diese intelligenten Tiere aus der Ferne beobachten kann – ganz ohne sie zu stören.

    Alle geretteten Elefanten haben eine schwere Vergangenheit hinter sich. Manche tragen sogar sichtbare Verletzungen. Eine Elefantendame ist fast blind. Jeder von ihnen hat einen eigenen Namen und eine eigene Geschichte.Sie schließen Freundschaften untereinander, und jeder hat eine ganz besondere Persönlichkeit – genau wie wir Menschen.

    Unser Guide KT kennt die Geschichten jedes einzelnen Elefanten und kann unglaublich viel ĂŒber sie erzĂ€hlen und alle Fragen beantworten.

    Am Ende durften wir sogar zwei Elefanten fĂŒttern – natĂŒrlich erst, nachdem wir uns grĂŒndlich die HĂ€nde gewaschen hatten.

  • Thailand – Phuket

    Nach dem Tsunami 2004 wurde vieles auf der Insel zwar wieder aufgebaut, aber ĂŒberall stehen noch NotunterkĂŒnfte und halbfertige Hotel-Ruinen herum – wie eine Dauerbaustelle mit Meerblick.
    Die Leute hier sind trotzdem unglaublich freundlich. Im Gegensatz zu den eher grantigen Deutschen, die sich gern mit einem knappen „Hallo“, „Servus“ oder „Moin Moin“ begnĂŒgen, begrĂŒĂŸen dich die ThailĂ€nder mit gefalteten HĂ€nden vor der Brust, einem warmen LĂ€cheln und einem melodischen „Sawasdee ka!“.
    Und an Freizeitmöglichkeiten mangelt es hier nicht – hier kann man wirklich alles machen, außer sich langweilen. Von AusflĂŒgen in Elefanten Parks, mit dem Longtail-Boot oder Speed Katamaran zu den umliegenden Inseln fahren, oder einfach nur Baden oder Schnorcheln im Indischen Ozean.

    Wir haben eine Bootstour zu den Phi-Phi-Inseln gemacht. Ganz ehrlich: ziemlich touristisch – ĂŒberall Boote, Menschen und Musik. Aber die Landschaft macht das wieder wett. Das tĂŒrkisfarbene Wasser, die hohen Kalksteinfelsen und die kleinen Buchten sehen wirklich traumhaft aus.

    Auf Phi Phi Leh, der kleineren Insel, liegen die Viking Cave und der berĂŒhmte Maya Beach, der zum Nationalpark gehört. Man darf hier nicht direkt mit dem Boot reinfahren oder schwimmen. Der Zugang zur Bucht wird sogar immer fĂŒr einige Monate im Jahr gesperrt. GlĂŒck gehabt :)) Auf Phi Phi Don, der grĂ¶ĂŸeren Insel, gibt es die Monkey Bay – dort turnen auf Strand wilde Affen herum. SĂŒĂŸ anzuschauen, aber nur mit etwas Abstand, auch fĂŒttern ist verboten.

    Tipps: Man kann Apps(z.B. Grab) installieren um ein Taxi zu bestellen oder sich Essen liefern lassen. Das Uber von SĂŒdostasien sozusagen. Visa oder Alipay wurde in vielen Restaurants und SupermĂ€rkten akzeptiert. Man sollte auf Hygiene des Restaurants achten, wenn es schon nicht sauber erscheint lieber weitergehen. Zudem sollte man unbedingt eine klassische Thai-Massage genießen, mit oder ohne Happy-End :))) Kosten fĂŒr die reglulĂ€re Thai-Massage ca. 350-400 Baht fĂŒr 60 min.

  • Start unserer Weltreise

    Heute startet mit etwas VerspÀtung unsere Weltreise.

    Ich (Michael) fliege gerade gerade, bzw. warte gerade aufs Boarding, ĂŒber Abu Dhabi nach Phuket (Thailand). Xin wird morgen von Xi’an starten, da sie schon ein paar Wochen in China war.

    Ab jetzt kommen wieder regelmĂ€ĂŸig Berichte und Bilder von unserer Reise um die Welt.

  • China – Chengdu – Stadt der Pandas, des Tees und der tiefen Entspannung

    Wenn du nach Chengdu reist, mach dich bereit fĂŒr eine Stadt, die moderne Großstadtvibes mit gemĂŒtlicher Teehaus-Ruhe verbindet – und natĂŒrlich mit viel, viel gutem Essen!

    💡 Tipp: Such dir ein Hotel in der NĂ€he einer U-Bahn-Station. Das Metro-Netz ist super praktisch – schnell, sauber und bringt dich fast ĂŒberall hin. Die Stadt ist außerdem ein Paradies fĂŒr Feinschmecker. Überall duftet es nach heißem Sichuan-Pfeffer, Nudelsuppe und gegrillten Spießen. 😋 Und das Beste: Senioren ĂŒber 60 Jahre kommen bei vielen SehenswĂŒrdigkeiten kostenlos rein – kein Scherz!

    Chengdu ist außerdem unglaublich grĂŒn. Unter fast jeder Hochstraße ranken Pflanzen – manchmal fĂŒhlt man sich wie in einem postapokalyptischen Dschungel-Film, nur eben mit Bubble Tea statt Zombies. 🌿

    🏼 SehenswĂŒrdigkeiten, die du nicht verpassen solltest

    đŸ˜ïž 1. Kuanzhai Xiangzi – Die „breiten und schmalen Gassen“

    Ein Mix aus Tradition und Trend: kleine LĂ€den mit handgemachtem Schmuck, charmante TeehĂ€user und duftende Restaurants.Perfekt zum Bummeln, Snacken und Fotos machen. Touristischer Hotspot, aber auf die gute Art. 📾

    đŸ«– 2. Volkspark (Renmin Gongyuan)

    Hier siehst du, wie man in Sichuan das Leben genießt: Menschen spielen Mah-Jongg, trinken Tee am Wasser, plaudern oder dösen in der Sonne.Setz dich dazu, bestell einen Jasmintee – und vergiss die Zeit.

    ☁ „Wer in Chengdu eilt, macht etwas falsch.“

    🎭 3. Jinli-FußgĂ€ngerstraße

    Ein Muss fĂŒr Kultur- und Fotofans! Hier kannst du in ein Teehaus gehen, Sichuan-Oper mit Gesichtswechsel („Bian Lian“) anschauen und lokale Snacks probieren. Abends ist die Straße wunderschön beleuchtet – ein echter Hotspot fĂŒr NachtspaziergĂ€nge. ✹

    🌃 4. Twin Towers, SKP & „Tower of Vitality“

    Chengdus moderne Seite: zwei leuchtende TĂŒrme, schicke Architektur, Musik- und Wassershows. Am besten abends hingehen – dann ist alles in buntem Licht und wirkt fast futuristisch.

    💎 Wenn Shanghai cool ist, dann ist Chengdu charmant – und etwas entspannter dabei.

    đŸ›ïž 5. Taikoo Li & Chunxi Road

    Das Paradies fĂŒr Shoppingfans und Foodies. Von internationalen Marken bis zu trendigen CafĂ©s – hier kannst du einen halben Tag verlieren (und vielleicht dein Kreditlimit gleich mit 😅).

    đŸŒ 6.Große Panda-Aufzuchtstation

    Das Herz von Chengdu. NatĂŒrlich die Attraktion schlechthin! Tickets (55 RMB) solltest du vorher online kaufen. Wenn du nicht alles laufen möchtest, nimm den Shuttlebus im Park (30 RMB, leider keine Seniorenrabatte).⏰ Beste Zeit: FrĂŒhmorgens! Dann sind die Pandas aktiv. Sobald es wĂ€rmer wird, tun sie das, was sie am besten können: schlafen. 😮💡 Insider-Tipp: Das lange Warten auf den berĂŒhmten Panda „Huahua“ (ca. 1 Stunde!) lohnt sich kaum – oft sieht man ihn nur dösen. Viel schöner ist der Besuch der Sonnen-, Mond- oder Sternen-Geburtsstationen – dort sind viele junge, verspielte Pandas und auch kleine rote Pandas! đŸŸ

    ❀ Achtung, akute NiedlichkeitsĂŒberdosis möglich!

    đŸș 7. Sanxingdui-Museum – Bronze, Mythen und Staunen

    Ein absolutes Muss fĂŒr Geschichtsfans. Tickets (75 RMB) mĂŒssen vorab reserviert werden. Die Exponate – uralte Masken und geheimnisvolle Statuen – sind einfach beeindruckend. Man verlĂ€sst das Museum mit einem „Wow“ und einem „Wie haben die das damals bloß gemacht?!“ đŸ€Ż

    💧8. Dujiangyan-Staudamm – Nur, wenn du wirklich willst.

    Viele sagen, man mĂŒsse hin. Ich sage: Kann man, muss man aber nicht. Ziemlich touristisch, ĂŒberlaufen und nicht gerade gĂŒnstig (Eintritt 80 RMB + Shuttlebus 15 RMB). Die Landschaft ist nett, aber kein „Wow“-Moment. Wenn du trotzdem hingehst, nimm dir Zeit, geh langsam und besuche den „Er wang“-Tempel oben – der Blick lohnt sich! 🌄

    ☕ Fazit: Chengdu in einem Satz

    Chengdu ist keine Stadt fĂŒr Hektiker – sie ist fĂŒr Genießer. FĂŒr Teetrinker, Panda-Liebhaber, Geschichtsfans und Menschen, die einfach mal nichts tun wollen.

    đŸ§˜â€â™€ïž In Chengdu gilt:„Langsam ist das neue Schnell.“

  • Schweden – Stockholm Tag 3 – Skansen

    Heute haben wir uns einen ganzen Tag im Skansen Stockholm gegönnt – eine Art „All-inclusive-Museum“: Freilichtmuseum, Zoo, Aquarium, Zeitreise, Geschichtsunterricht und ein bisschen „BullerbĂŒ zum Anfassen“. Kurz gesagt: Alles außer einer Achterbahn.

    Auf dem GelĂ€nde stehen rund 150 GebĂ€ude, die quer durch Schweden eingesammelt und hier wieder aufgebaut wurden – vom schlichten Holzschuppen (praktisch, wenn man mal spontan Feuerholz lagern möchte) ĂŒber kleine BauernhĂ€user bis hin zu stattlichen GutshĂ€usern mit eigenen GĂ€steflĂŒgeln. Selbst Kirchen und Schulen sind dabei – wer also unbedingt mal im Urlaub noch einen kleinen Mathe-Test nachholen möchte, hat hier die Chance.

    Das Beste: In vielen der HĂ€user sitzen oder stehen Menschen in originalgetreuer Kleidung aus dem 18. bis frĂŒhen 20. Jahrhundert. Sie backen Brot, flicken Netze oder schauen geduldig in ihre Smartphones (okay, letzteres eher nicht). Und wenn man Fragen stellt, bekommt man freundliche Antworten – auf Schwedisch oder Englisch. Wahrscheinlich hĂ€tten sie uns auch auf Klingonisch geantwortet, wenn wir höflich gefragt hĂ€tten.

    NatĂŒrlich gibt es auch jede Menge Tiere. Die Elche haben uns mit dem typischen „Ich bin grĂ¶ĂŸer als dein Auto“-Blick bedacht, wĂ€hrend die Luchse und Vielfraße aussahen, als hĂ€tten sie gerade beschlossen, noch fĂŒnf Minuten lĂ€nger auszuschlafen. Besonders putzig waren die PolarfĂŒchse, die offenbar den Dresscode „fluffig“ besonders ernst nehmen. Und natĂŒrlich dĂŒrfen die Klassiker wie BĂ€ren, Robben und diverse Bauernhoftiere nicht fehlen – von der Ziege bis zum Schwein, das wahrscheinlich insgeheim die wahre Attraktion fĂŒr Kinder ist.

    Besonders spannend waren ĂŒbrigens die Robben: Die tauchen nĂ€mlich gerne mal völlig unverhofft direkt vor den Besuchern aus dem Wasser auf – und spucken oder niesen dabei durch die Gegend. Ein bisschen wie ein Unterwasser-Lama mit eingebauter Spritzpistole. Uns hat es zum GlĂŒck nicht erwischt, aber wir standen live daneben, als andere eine „Gratis-Erfrischung“ abbekommen haben. FĂŒr manche vielleicht nervig – fĂŒr die Robben eindeutig das Highlight des Tages.

    Und falls einem das alles noch nicht genug ist: Im Sommer gibt’s auf der FreilichtbĂŒhne mitten im Park Konzerte. Von klassischer Musik ĂŒber Volksmusik bis zu Schlagern ist alles dabei – quasi die Spotify-Playlist in Live-Version.

    Fazit: Skansen ist ein bisschen wie Schweden im Miniaturformat – nur dass man keine 2.000 Kilometer durch WĂ€lder, Seen und Fjorde fahren muss, um alles zu sehen. Praktisch, oder?

    Am Ende des Tages haben wir uns noch einmal von den HĂŒgeln im Skansen den Panoramablick ĂŒber Stockholm gegönnt – die perfekte Mischung aus Postkartenmotiv und „Wo war noch mal unser Hotel?“-Orientierungshilfe.

    Zum krönenden Abschluss des Abends gab’s dann endlich das, was man in Schweden einfach probieren muss: Köttbullar. Und ja, sie schmecken tatsĂ€chlich besser als die IKEA-Kantinen-Variante – auch wenn man bei jedem Bissen das GefĂŒhl hat, gleich mĂŒsste irgendwo ein Billy-Regal mit inbegriffen sein.

    Theoretisch hĂ€tte man den Abend danach noch in einer Bar ausklingen lassen können – schwedisch, international oder (kein Scherz) sogar deutsch, direkt ums Eck vom Hotel. Aber die Preise fĂŒr Alkohol in Schweden (und erst recht in DĂ€nemark oder Norwegen) sind so ambitioniert, dass man fast einen Kleinkredit beantragen mĂŒsste, nur um ein Bier zu bestellen. Also haben wir beschlossen, den Barbesuch einfach zurĂŒck nach MĂŒnchen zu verlagern – da kennt man wenigstens schon die Schmerzgrenze an der Kasse.

  • Schweden – Stockholm Tag 2

    Das Wetter meinte es heute spannend mit uns: morgens noch so grau wie ein IKEA-Kleiderschrank, gegen Mittag dann plötzlich sommerlich wie im Werbeprospekt. Perfektes Timing also, um mit unserem ÖPNV-Tagesticket kreuz und quer durch Stockholm zu dĂŒsen – quasi einmal quer durchs U-Bahn-Universum.

    Die Metrostationen hier sind echte Kunstwerke. Manche sehen aus wie bunte Höhlenmalereien, andere wie moderne Galerien, nur dass man dort statt Weinchen und KĂ€sehĂ€ppchen die Pendler mit Coffee-to-go findet. Einige Bahnhöfe gehen gleich ĂŒber vier oder fĂŒnf Etagen – da braucht man fast ein Navi oder einen Sherpa, um wieder ans Tageslicht zu kommen. Wir haben uns also brav an den ausgehĂ€ngten PlĂ€nen orientiert, auch wenn man dabei ein bisschen so aussieht, als wĂŒrde man gerade versuchen, die geheimen Codes einer Schatzkarte zu entziffern.

    Und dann, mitten in der Stadt: Trommelwirbel, Hufgeklapper! Wir hatten das GlĂŒck, die königliche Reiterstaffel zu sehen – vermutlich auf dem Weg zum Wachwechsel am Schloss. Ein Anblick wie aus einem Historienfilm, nur dass man selbst in Shorts und mit Kamera in der Hand etwas weniger majestĂ€tisch daneben wirkte.

    Unsere Tour fĂŒhrte uns heute auch zu einer der absoluten Promi-SehenswĂŒrdigkeiten Stockholms – der Vasa. Nein, nicht das KnĂ€ckebrot, sondern ein schwedisches Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, das damals wĂ€hrend des 30-jĂ€hrigen Krieges gebaut wurde. Leider hatte es wohl mehr „Design by Drama“ als „Design by Ingenieur“ – denn schon bei der Jungfernfahrt machte das Schiff einen Bauchklatscher in die Ostsee und versank direkt in der Hafeneinfahrt. Ein bisschen so, als wĂŒrde man sein neues Auto beim Losfahren direkt gegen die Garagenwand setzen.

    Dort lag die Vasa dann schlappe 333 Jahre in 30 Metern Tiefe, bis man sie wieder entdeckte und aus dem Wasser holte. Und was soll man sagen: sie hat sich ziemlich gut gehalten. Ganze 98 % der Originalteile sind noch vorhanden – was vermutlich mehr ist, als bei manchen heutigen IKEA-Regalen nach dem ersten Umzug.

    Besonders beeindruckend sind die vielen Verzierungen: ĂŒber 700 Schnitzereien, ursprĂŒnglich alle bunt bemalt und von einem deutschen KĂŒnstler gefertigt. Damals also quasi „Made in Germany“ – nur eben mit leichtem Konstruktionsfehler.

    Im Museum kann man heute stundenlang ĂŒber das riesige Schiff staunen. Etwa zwei Stunden sollte man sich dafĂŒr locker Zeit nehmen. Und wenn man davor stand, hatte man fast das GefĂŒhl, die Vasa wĂŒrde jeden Moment nochmal ablegen – hoffentlich diesmal mit etwas mehr Balance.

    Nach so viel Seefahrtsgeschichte meldete sich unser Magen, und wir gönnten uns leckere Dumplings mit verschiedenen FĂŒllungen – so etwas wie die asiatischen Cousins der schwĂ€bischen Maultaschen. Mit gestĂ€rktem Bauch setzten wir unsere Tour durch die Stadt fort.

    Entlang der vielen KanĂ€le, die sich zwischen den Stockholmer Inseln ziehen, kamen wir immer wieder an prĂ€chtigen GebĂ€uden aus dem 18. und 19. Jahrhundert vorbei: Kirchen, kleine Schlösser, alte KaufmannshĂ€user. Und das alles eingebettet in diese Mischung aus Wasser, BrĂŒcken und Inseln – Stockholm ist wirklich wie ein Freilichtmuseum mit Linienbusanschluss.

  • Schweden – Stockholm Anreise und Tag 1

    Gestern haben wir Alta den RĂŒcken gekehrt und sind ĂŒber Oslo nach Stockholm geflogen. Am Flughafen Alta gab’s noch ein kleines „Special-Effect-Programm“: kurz vor unserem Start rollte ein riesiger Airbus A400M der Bundeswehr ĂŒber die Landebahn. Der „kleine“ Flughafen wirkte dabei fast so, als hĂ€tte jemand einen Elefanten in ein VogelhĂ€uschen gestellt.

    In Stockholm angekommen, gleich der erste Pluspunkt: die Temperaturen sind deutlich angenehmer als in Alta – endlich mal ohne Handschuhe durch die Straßen schlendern! Nach einer kurzen Orientierung (aka: „Wo sind wir und wie kommen wir hier wieder weg?“) ging’s mit dem Bus zum Hotel. Koffer abgestellt, Nach einem kurzen Spaziergang sind wir dann in einer Sushi-Bar hĂ€ngengeblieben – zwei riesige Platten spĂ€ter war klar: Stockholm kann auch kulinarisch was.

    Insider-Tipp: Vom Flughafen kommt man am einfachsten mit den Flygbussarna in die Stadt. Abfahrt ab Airport oder Terminal 2/3, Richtung Liljeholmen oder Central Station. Es gibt mehrere Routen, je nachdem wo man hin möchte. Die Fahrt dauert ca. 40 Minuten, kostet 169 SEK – also gĂŒnstiger als ein Taxi und vermutlich auch schneller, weil man sich nicht durch schwedische Staus fluchen muss. Der Arlanda-Express (Zug) ist zwar etwas schneller, aber auch um einiges teurer.

    Kleiner Nachtrag: Am besten die Tickets fĂŒr den Flughafentransfer (inkl. RĂŒckfahrt – spart 10% und ist 3 Monate gĂŒltig) ĂŒber die Website von „Flybussarna“ buchen. Die Tickets sind so gĂŒnstiger als am Automaten oder im Bus.

    Heute stand ganz klassisch Sightseeing in Gamla Stan auf dem Programm – oder wie es eigentlich heißt: Gamla Staden. Übersetzt bedeutet das schlicht „Altstadt“. Klingt unspektakulĂ€r, ist aber das HerzstĂŒck von Stockholm. Auf dem Weg dahin stolperten wir quasi ĂŒber das berĂŒhmte Rathaus – also nicht wortwörtlich, zum GlĂŒck. Aber es lag so prominent am Weg, dass man fast dachte, es wolle sich selbst ins Sightseeing-Programm mogeln.

    Weiter ging’s am schwedischen Reichstag vorbei, wo wir kurz ĂŒberlegt haben, ob wir nicht ein, zwei Gesetze vorschlagen sollten („Gratis-Kanelbullar fĂŒr Touristen“ zum Beispiel). Danach weiter zum Königlichen Schloss. Der König war zwar nicht zuhause (oder er hat so getan, als wĂ€re er nicht da – wir hĂ€tten’s ihm nicht ĂŒbel genommen).

    Durch die engen, verwinkelten Gassen ging es schließlich in die große FußgĂ€ngerzone. Dort reiht sich alles aneinander: schicke DesignerlĂ€den, Juweliere mit Uhren so teuer wie ein Kleinwagen – und mittendrin: H&M. Passt aber, schließlich hat die Kette hier in Schweden ihre Wurzeln.

    Nach ein paar obligatorischen Fotos (Beweis: wir waren wirklich da!) gönnten wir uns noch ein kleines Dinner in der Hötorgshalle (Fischsuppe und Fish&Chips – war sehr lecker), bevor es zurĂŒck ins Hotel ging. Fazit: Stockholm ist eine Mischung aus royaler Pracht, schmalen Kopfsteinpflaster-Gassen und der beruhigenden Gewissheit, dass man im Notfall immer zu H&M flĂŒchten kann.

  • Norwegen – Alta & zwischen Fazit

    Mit dem Mietwagen ging es fĂŒr uns nach Alta – Tempomat eingeschaltet, die Straße frei, und ringsum eine Landschaft, wie man sie sonst nur aus einem Norwegen-Werbespot kennt. Nach ein paar Stunden Fahrt erreichten wir unser Hotel, checkten schnell ein und warfen die Koffer nur kurz ins Zimmer.

    Viel Zeit zum Verschnaufen blieb nicht, denn wir wollten natĂŒrlich sofort das „pulsierende Zentrum“ von Alta erkunden. Ein kleiner Spoiler: Dieses Zentrum passt bequem in zwei Schuhkartons – aber genau das macht den Charme aus. Ein paar CafĂ©s, GeschĂ€fte und die entspannte AtmosphĂ€re ließen uns gleich ankommen.

    Die Nordlicht-Kathedrale bewundert: sieht aus, als hĂ€tte ein Architekt beschlossen, eine EistĂŒte mit einem Raumschiff zu kreuzen. Ergebnis: futuristisch, fotogen und garantiert „Instagram-approved“.

    Dann die Überraschung: ein Music Festival! Überall Menschen, als hĂ€tte Alta plötzlich die Einwohnerzahl von Tokio. Wir haben uns durchgeschlĂ€ngelt, Souvenir-Magnet ergattert (Pflichtprogramm fĂŒr zukĂŒnftige KĂŒhlschrank-Ausstellungen) und anschließend heldenhaft gegessen – schließlich braucht der Reisende Energie, um sich weiter ĂŒberfĂŒllte Straßen zu schlĂ€ngeln.

    Unser Fazit fĂŒr Skandinavien (Stand jetzt):

    Mit Englisch kommt man locker durch – und in Schweden legt so mancher Tourguide sogar noch einen kleinen Deutsch-Crashkurs oben drauf.

    Die Leute sind fast verdĂ€chtig freundlich und erstaunlich gut gelaunt – wahrscheinlich liegt’s am frischen Wasser, das man direkt aus der Leitung trinken kann.

    Hotelzimmer werden nicht tÀglich geputzt. Das spart zwar Handtuchakrobatik, fördert aber den innigen Kontakt zum eigenen Kofferinhalt.

    Bargeld? Haben wir nicht einmal in der Hand gehabt – die Karte ist König, Königin und Premierminister in einem.

    Preise? Sagen wir so: Wer in Deutschland ĂŒberteuertes Bier fĂŒr 7-8 € bemĂ€ngelt, sollte in Skandinavien lieber gleich die Augen schließen. Dort kostet das 0,3–0,5 L-Glas nĂ€mlich 13–15 €. Mahlzeiten im Restaurant liegen gerne bei 300–800 NOK pro Nase. GĂŒnstiger wird’s im Supermarkt (100–250 NOK) oder am Imbiss (150–300 NOK).

    In Norwegen gibt’s immerhin automatisch eine Flasche Leitungswasser zum Essen. Trinkgeld wird nicht erwartet – aber die Kartenzahlung hat zum GlĂŒck auch ein “+ Trinkgeld”-Knöpfchen fĂŒr alle, die sich heldenhaft großzĂŒgig fĂŒhlen.

    Das Nordkap ist ĂŒbrigends total ĂŒberfĂŒllt. Ein kleiner Tipp: Entweder gleich ganz frĂŒh die aufgehende Sonne (nur im Sommer) oder am spĂ€ten Nachmittag bis Abend die untergehende Sonne (auch nur im Sommer) nutzen. Viel weniger Leute, vor allem viel weniger Deutsche 😉 Am Nordkap und auf der Straße dorthin sind gefĂŒhlt 40% deutsche Kennzeichen unterwegs.

  • Norwegen – SkarsvĂ„g

    Unsere Unterkunft in RepvĂ„g ist eine HolzhĂŒtte im skandinavischen Stil – und wenn ich „direkt am Wasser“ sage, meine ich direkt. Wer zu weit auf der Veranda nach hinten tritt, braucht vielleicht schon SchwimmflĂŒgel. Der Blick ĂŒber den Porsangerfjord ist jedenfalls jeden Morgen wie ein Postkartenmotiv, nur dass hier kein Photoshop im Spiel ist.

    Heute ging’s auf eine dreistĂŒndige Wanderung zum Kirkeporten bei SkarsvĂ„g – einer Klippenformation, die aussieht, als hĂ€tte die Natur beschlossen, spontan eine Kathedrale zu bauen, aber dann nach dem Portal aufgehört. Die Fahrt dorthin dauerte etwa eine Stunde. Strahlender Sonnenschein, endlose Landschaft und natĂŒrlich: Rentiere. Die stehen hier am Straßenrand wie KĂŒhe in Bayern – nur irgendwie fotogener.

    Der Weg fĂŒhrte ĂŒber einen kleinen Berg bei SkarsvĂ„g, und es dauerte keine zehn Minuten, bis wir mitten im „Rentier-Highway“ standen. Manche kamen so nah (etwa zehn Meter), dass man fast erwartet hĂ€tte, sie wĂŒrden gleich fragen, ob wir einen Snack dabeihaben. Wir blieben brav stehen, um sie nicht zu stören – auch wenn sie uns vermutlich eh fĂŒr unspektakulĂ€r hielten. Das Highlight: Wir entdeckten einige seltene weiße Rentiere, die bei den Samen als GlĂŒcksbringer gelten. Ob das GlĂŒck auch beim Lotto hilft, wird sich noch zeigen.

    An den Klippen angekommen, stand er da: der Kirkeporten. Aus der richtigen Perspektive sieht man durch das steinerne „Kirchenportal“ direkt auf das Nordkaphorn – das tatsĂ€chlich wie das Horn eines Nashorns wirkt, das aus dem Felsen wĂ€chst. Wir kletterten bis an den Fuß der Klippen und einmal durch das Portal hindurch. Wer hier nicht mindestens 37 Fotos macht, hat wohl vergessen, den Auslöser zu finden.

    ZurĂŒck ging’s mit Sonnenstrahlen im Gesicht, Rentierbildern auf der Kamera und der beruhigenden Gewissheit, dass GlĂŒck heute nicht nur eine Frage von weißen Rentieren war – sondern auch von atemberaubender Landschaft.

  • Norwegen – Nordkap

    Von Alta bis zum Nordkap – nur drei Stunden mit dem Auto
 dachten wir. In Wahrheit haben wir gefĂŒhlt doppelt so lange gebraucht, weil wir alle paar Kilometer anhalten mussten. Die Landschaft war einfach zu schön, um einfach vorbeizufahren – und die Kamera bekam mehr Arbeit als der Motor.

    Zwischendurch sorgten Rentierfamilien fĂŒr Verkehrschaos: Sie ĂŒberquerten die Straße in aller Seelenruhe, als hĂ€tten sie einen VIP-Pass.

    Am „nördlichsten Punkt Europas“ angekommen, erwartete uns ein voller Parkplatz und jede Menge Selfie-Touristen. Die erste Reaktion: leichte EnttĂ€uschung. Doch Geduld zahlt sich aus – spĂ€ter war es fast leer, die Aussicht war gigantisch, und wir bekamen unser perfektes Foto: ohne Menschentraube, nur wir, das Meer und das Ende der Welt