Australien – Koalabär trail

Gestern haben wir einen wunderschönen großen Campingplatz am Cann River entdeckt (rainforest campground)– fast schon verdächtig luxuriös 😄.
Mit Toilette, Dusche, Wasser, Mülleimern, Dump Point und Waschraum. Einige Stellplätze hatten sogar Stromanschluss – und das alles kostenlos! Wir fühlten uns kurz wie im Fünf-Sterne-Hotel für Camper.
Kaum hatten wir ausgepackt und Tisch sowie Stühle aufgebaut, kam der erste Willkommensbesuch: eine riesige Spinne krabbelt seelenruhig auf unseren Camper herum. Zwar ungiftig, aber ihr Biss soll sehr schmerzhaft sein – na danke für die Info 😅.
Aus den Bäumen hörten wir später seltsame Geräusche, fast wie Affenrufe. Nach kurzer hoch schauen kamen wir zu dem Schluss: Es waren wohl doch nur sehr spezielle Vögel und keine australischen Dschungelaffen, oder?
Bei über 43 Grad Außentemperatur retteten wir uns in den Fluss Cann River– besser als jede Klimaanlage!


Doch Australien wäre nicht Australien ohne Drama zum Abschluss: Spät abends zog ein Blitz- und Windsturm auf. Mitten in der Nacht musste Michael mit Stirnlampe ausrücken, um die Markise einzufahren, die bereits Richtung Himmel starten wollte. Abenteuerlevel: eindeutig erhöht 🌩️🕷️⛺

Heute wollen wir zur Raymond Island fahren, um den besonderen Koala Trail zu erkunden. Wir haben uns vor einiger Zeit bewusst gegen Zoos entschieden. Gefangene Tiere möchten wir nicht anschauen. Tiere wollen wir nur in der Natur begegnen – frei, lebendig, unberührt und in ihrem eigenen Lebensraum. Auf dem Weg dorthin sehen wir mehrere tote gefahrenen Wombats am Straßenrand – ein trauriger Anblick. In der Nähe der Paynesville Ferry finden wir einen Parkplatz und setzen mit der Fähre über. Für Fußgänger ist die Überfahrt kostenlos – ein kleines, aber feines Detail. Kaum angekommen, schlägt uns die Hitze entgegen: 45 Grad, gefühlt wie 60 Grad in einer Sauna! Die Insel lässt sich auf eigene Faust erkunden – eine etwa 2 Kilometer lange Wanderung, ganz ohne Guide oder Ranger. Koalas muss man selbst entdecken. Das bedeutet: jeden einzelnen Baum ganz genau anschauen. Und dann passiert es schon: Kaum steigen wir von der Fähre, sehe ich den ersten Koala! 🐨 Nur etwa zwei Meter über mir sitzt er gemütlich auf einem Baum. Ganz entspannt, völlig unbeeindruckt. Wir bleiben unten, fotografieren leise, und der Koala schaut mich an, als würde er denken:„Mhm … schon wieder eine Touristin? Wie langweilig.“ 😄Ich bin sofort fasziniert – und trotz der Hitze hochmotiviert, noch mehr dieser süßen Beutelbären zu finden. Doch so einfach ist das gar nicht. Koalas sind extrem gut getarnt: Ihr Fell hat fast exakt die gleiche Farbe wie die Baumstämme – nur eben viel kuscheliger. Wir laufen langsam, schauen Baum für Baum nach oben. Mein Hals knackt inzwischen verdächtig, mir wird fast schwindelig, und ich frage mich ernsthaft: Wie halten die das mit diesem dicken Fell bei dieser Hitze aus?! Aber der Ehrgeiz zahlt sich aus. Nach etwa einer Stunde gemütlichem Spaziergang in der brütenden Sonne haben wir tatsächlich insgesamt neun Koalas entdeckt! Jeder einzelne ist anders – und jeder unfassbar knuddelig süß. Jetzt brauche ich allerdings dringend Wasser. Sonst fällt die Touristin hier noch gleich vor dem nächsten Koala um! Das wäre dann doch etwas zu aufregend für die süßen Koalas. 🐨💦

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