Nach unseren Abenteuern im Amazonas hieß es am 09.07.2026 Abschied nehmen. Mit dem Flugzeug ging es von Iquitos zurück nach Lima – zurück in die Zivilisation. Nach 4 Tagen im Dschungel fühlte sich eine richtige Straße plötzlich fast schon luxuriös an.
10.07.2026 – Unser erster Tag führte uns zur Plaza de Armas und zur beeindruckenden Kathedrale.


Allerdings war in der Innenstadt gefühlt jede zweite Straße gesperrt. Egal, wohin wir wollten – irgendwo stand garantiert ein Absperrgitter. Langsam hatten wir den Verdacht, dass Peru einfach verhindern wollte, dass wir jemals direkt ans Ziel kommen. Wie sich später herausstellte, waren wir mitten in einer besonderen Phase des Landes gelandet: Seit Anfang des Jahres gilt im Zusammenhang mit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im April 2026 sowie dem Kampf gegen die Bandenkriminalität der Ausnahmezustand. Außerdem laufen die Vorbereitungen für den Nationalfeiertag am 28.Juli. Das bedeutete vor allem eines: auffallend viele Polizisten, Straßensperren und abgesicherte Plätze. Für uns sah es zunächst so aus, als würde jeden Moment ein Staatsbesuch oder eine Filmcrew um die Ecke kommen – tatsächlich gehörte das aber einfach zum Alltag in dieser außergewöhnlichen Situation.

Anschließend besuchten wir das Museo del Convento de San Francisco y Catacumbas.

Die Kirche selbst ist wunderschön, doch der eigentliche Höhepunkt liegt tief unter der Erde des benachbarten Klosters: die berühmten Katakomben. Die sind allerdings nichts für Menschen mit empfindlichem Magen. Vom Ende des 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts fanden hier wohlhabende Bürger, Priester, Bischöfe und Ordensbrüder ihre letzte Ruhestätte. Warum ausgerechnet unter einem Kloster? Die damalige Logik war ebenso einfach wie nachvollziehbar: Wer möglichst nah bei Gott begraben wurde, hatte hoffentlich auch einen kürzeren Weg in den Himmel.

Irgendwann geriet die Gruft in Vergessenheit, bis sie Mitte des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt und gründlich aufgeräumt wurde. Dabei kamen die Gebeine von schätzungsweise 70.000 Menschen ans Tageslicht. Anstatt sie einfach ordentlich in Regalen zu verstauen, entschied man sich für eine etwas ungewöhnlichere Form der Ordnung: Schädel und Knochen wurden sorgfältig sortiert und teilweise zu kunstvollen, kreisförmigen Mustern arrangiert. Makaber? Ohne Zweifel. Beeindruckend? Auf jeden Fall – und definitiv ein Ort, den man so schnell nicht vergisst. Ehrlich gesagt war das ziemlich gruselig. Nach diesem Besuch hatten wir erst einmal genug Knochen für den Rest des Urlaubs gesehen.

11.07.2026 – Heute stand die Huaca Pucllana auf dem Programm. Schon an der Kasse wartete die erste Sehenswürdigkeit: eine lange Schlange. Nach etwa einer halben Stunde waren wir endlich drin und schlossen uns spontan einer englischen Führung an.

Die Anlage ist wirklich beeindruckend. Mitten zwischen modernen Hochhäusern steht eine etwa 1.500 Jahre alte Pyramide. Sie war ein wichtiges religiöses Zentrum mehrerer präkolumbischer Kulturen (vor der Ankunft Kolumbus in Südamerika) und besteht aus Millionen von kleinen handgefertigten Lehmziegeln. Diese sind zur Sicherheit gegen Erdbeben hochkant wie Bücher in einem Regal aufgestapelt.


In der ersten Phase der Nutzung wurden hier junge Frauen geopfert um die Götter des Mondes und des Meeres gnädig zu stimmen und eine reiche Ernte zu sichern. In der späteren Nutzung bestanden die Opfergaben nur noch aus gebastelten Puppen und Obst und Gemüse. In den letzten Jahrhunderten vor Kolumbus wurde der Ort auch als Friedhof genutzt, wovon Gräber, die an der Spritze der Pyramide eingelassen wurden, zeugen. Durch die moderne Umgebung entsteht ein faszinierender Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart.


Direkt neben der Ausgrabungsstätte befindet sich ein bekanntes Restaurant, das ebenfalls brechend voll war. Offenbar wollten viele Leute gut essen und gleichzeitig Geschichte erleben.
Danach spazierten wir gemütlich bis zum Miraflores-Küstenpark. Im Buenavista Café gönnten wir uns eine Kleinigkeit zu essen – mit traumhaftem Blick auf die Steilküste und den Pazifik. Unten ritten unzählige Surfer auf den Wellen, während wir ganz entspannt unseren Snack genossen. Manchmal braucht es gar nicht mehr für einen perfekten Moment.



Anschließend liefen wir weiter entlang der Küste Richtung Süden. Vorbei am Faro La Marina, wo über uns bunte Gleitschirme lautlos durch die Luft schwebten. Im Parque Antonio Raimondi entdeckten wir romantische Skulpturen und die berühmte bunte Mosaik-Mauern und -sitzbänke.





Über die Puente Eduardo Villena Rey ging es schließlich weiter – natürlich wieder mit herrlichem Blick aufs Meer.
12.07.2026 – Wachwechsel und Wassershow

Heute standen wir bereits gegen 11:30 Uhr vor dem Regierungspalast (eigentlich vor der Absperrungen), um die tägliche Wachablösung von weitem zu beobachten. Militärmusik, präzise Marschschritte, Exerzier-Vorführung (das werfende oder kreisende Hantieren mit den Gewehren) und jede Menge Zuschauer – eine schöne Zeremonie, die ungefähr 30 Minuten dauert und sich durchaus lohnt.

Zum Mittagessen gab es endlich Pollo a la Brasa. Dieses berühmte peruanische Grillhähnchen hatte uns bereits Henry aus dem Amazonas wärmstens empfohlen. Und er hatte vollkommen recht: außen herrlich knusprig, innen wunderbar saftig. Manche Empfehlungen sollte man einfach nicht hinterfragen.

Am Abend ging es in den Parque de la Reserva. Der Eintritt kostete gerade einmal 7 Sol. Die großen Wasser- und Lichtshows finden um 19:15 Uhr, 20:15 Uhr und 21:10 Uhr statt. Der Park ist wunderschön gestaltet. Überall Fontänen, kunstvoll beleuchtete Wasseranlagen und viele Spielmöglichkeiten für Kinder.



Die Show erzählt mit Wasser, Licht und Musik Geschichten aus Peru und ist wirklich sehenswert.


Michael lief sogar noch durch einen Tunnel aus Wasser. Aber ganz trocken geblieben ist er dabei nicht.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: Auch hier waren einige Bereiche wegen Absperrungen nicht zugänglich. Dadurch gab es deutlich weniger Sitzbänke als sonst, sodass alle Besucher die Show im Stehen verfolgen mussten.
13.07.2026 – Auf nach Argentinien. Nach vier abwechslungsreichen Tagen in Lima hieß es wieder Rucksäcke packen. Unser Flug nach Buenos Aires dauerte etwa viereinhalb Stunden.


Nach der Landung bestellten wir ganz entspannt ein Uber und fuhren zu unserem Hotel. Ein neues Land, eine neue Hauptstadt und mit Sicherheit wieder jede Menge neue Abenteuer.

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