Fidschi – Nadi

29.04.2026: Heute ging es von Pacific Harbour wieder zurück nach Nadi. Als wir starten wollten, stellten wir fest, dass einer der vorderen Reifen fast platt war. Entweder hatten wir uns irgendetwas eingefahren, oder eines der zahlreichen Schlaglöcher hatte seine Wirkung entfaltet – wahrscheinlich eine Kombination aus beidem. Kurz Check: Ersatzrad? Fehlanzeige.

Also ab zur nächsten Tankstelle, um etwas Luft aufzupumpen. Dort angekommen die nächste Überraschung: Der Kompressor war kaputt. Perfekt. 😅

Glücklicherweise entdeckte der Tankstellenmitarbeiter in einem kleinen, versteckten Fach im Kofferraum einen Mini-Kompressor mit Dichtmittel. Ohne viel Aufhebens machten sich die Jungs daran, den Reifen abzudichten und wieder aufzupumpen. Und siehe da – der Reifen hielt die restliche Fahrt problemlos. Ein Hoch auf improvisierte Lösungen und hilfsbereite Fidschianer!💖

Nach meinem Magen-Darm-Problem ging es mir zwar noch nicht richtig gut, aber die dreistündige Fahrt haben wir trotzdem gut überstanden.

In Nadi angekommen, ging es nach dem Einchecken im Hotel erst mal direkt zum Strand, der zum Glück nur zwei Minuten entfernt war. Besser kann man ein Hotel eigentlich kaum platzieren. Anschließend sind wir noch bei gefühlten 28 Grad Wassertemperatur in den Sonnenuntergang geschwommen. Natürlich durfte dabei auch ein kleines Fotoshooting nicht fehlen – schließlich muss man ja dokumentieren, dass man tatsächlich dort war und nicht nur eine Postkarte gekauft hat.

30.04.2026: Heute mussten wir unseren Mietwagen wieder abgeben. Der kleine Toyota war technisch zwar weit entfernt von dem, was wir normalerweise gewohnt sind – selbst die anderen Mietwagen auf unserer Reise waren deutlich besser ausgestattet – aber er hat uns immerhin anderthalb Wochen zuverlässig überall hingebracht. Das eingebaute Navi war allerdings auf Japanisch eingestellt und verfügte ausschließlich über Kartenmaterial von Japan. Warum auch immer. Wir haben das Thema deshalb einfach ignoriert und stattdessen wieder einmal auf Google Maps vertraut, das uns wie so oft zuverlässig gerettet hat.

Da es mir heute wieder deutlich besser ging, stand ein Ausflug zu den Mud-Pools und Hot Springs im Norden von Nadi auf dem Programm. Die erste Herausforderung begann allerdings schon bei der Frage: Wie kommt man ohne Mietwagen überhaupt dorthin? Bus? Fehlanzeige. Uber? Ebenfalls nicht vorhanden. Also blieb nur Taxi fahren.

Der Mitarbeiter bei der Mietwagenstation wollte uns freundlicherweise direkt ein Fahrdienst organisieren. Der genannte Preis war allerdings eher ein Fall für die Kategorie „Touristen-Sonderangebot“: umgerechnet knapp 30 Euro für acht Kilometer. Also lieber selbst vergleichen. Wir fragten kurzerhand einen richtigen Taxifahrer. Dort lag der Einstiegspreis nur noch bei einem Drittel. Nach ein wenig Verhandlungsgeschick stiegen wir schließlich ein. Geht doch.

Der Weg zu den Mud-Pools führte im letzten Abschnitt über eine Straße, die man wohlwollend als Schotterpiste bezeichnen könnte. So holprig, dass man stellenweise vermutlich zu Fuß ähnlich schnell gewesen wäre. Bei über 30 Grad Außentemperatur war die Taxifahrt trotzdem eindeutig die angenehmere Variante.

An den Pools angekommen hieß es: Eintritt zahlen, umziehen und rein ins Wellness-Abenteuer. Zuerst ging es zu großen Bottichen voller „Heilschlamm“, mit dem wir uns großzügig von Kopf bis Fuß einschmierten. Dabei kamen definitiv Kindheitserinnerungen hoch 😉. Früher hieß das einfach „im Dreck spielen“, heute nennt man es Wellness und bezahlt Eintritt dafür.

Nachdem der Schlamm ein paar Minuten in der Sonne trocknen durfte, ging es in das erste warme Wasserbecken, um die getrocknete Erdschicht wieder halbwegs loszuwerden.

Danach folgte der erste Hot Pool mit angenehmer Badewannentemperatur. Dort ließen wir uns entspannt im Wasser treiben. Anschließend ging es kurz in einen größeren Pool, in dem man sogar ein wenig schwimmen konnte, bevor wir den letzten Pool ausprobierten.

Dort hatte das Wasser ungefähr 40 Grad. Nach wenigen Sekunden sahen wir aus wie Krebse oder Langusten, die gerade in kochendem Wasser für den Verzehr vorbereitet werden. Lange hielt man es dort definitiv nicht aus. Nach einer kurzen Dusche wartete dann noch der entspannende Abschluss des Tages: eine fidschianische Massage. Xin hat die Massage in vollen Zügen genossen und war richtig begeistert – für sie genau das Richtige. Ich dagegen hätte mir etwas mehr anatomische Fachkenntnis gewünscht. Statt gezielter Entspannung fühlte sich das Ganze eher wie ein wildes „Rumgeknete“ an. Aber hey, man ist ja am anderen Ende der Welt – da kann man nicht zu viel erwarten 😉.

Für die Rückfahrt ließen wir uns erneut ein Taxi rufen – wobei „Taxi“ auf Fidschi nicht zwangsläufig bedeutet, dass es sich um ein offizielles Taxi handelt. Wenn Hotels oder andere Unterkünfte ein Taxi organisieren, werden oft einfach Verwandte angerufen, die sich mit dem Chauffieren von Touristen etwas Geld dazuverdienen. So kam es, dass wir während unseres Aufenthalts fast nie mit einem offiziellen Taxi unterwegs waren.

01.05.2026: Heute haben wir erst einmal lange ausgeschlafen. Danach stand neben dem Einkauf einiger Lebensmittel – wir waren auf der Reise ja häufig Selbstversorger – vor allem Entspannung am Strand auf dem Programm.

Nachdem die Sonne untergegangen war, ging es zurück ins Hotel, wo an diesem Abend eine sogenannte LOVO-Night stattfand. Einige Gerichte wurden traditionell im Erdofen gegart, wobei wir dieses Mal darauf verzichtet haben. Dafür gab es fidschianische Musik sowie eine Tanzshow mit Feuereinlage.

Und diese Show hatte es wirklich in sich. Es war mit Abstand die beste Aufführung, die wir bislang auf unserer Reise gesehen hatten. Zuerst wurde getanzt und gesungen, anschließend begann die Feuershow. Die Tänzer jonglierten mit langen Stangen, die an beiden Enden brannten, und schleuderten brennende Kugeln in atemberaubendem Tempo um ihre Körper. Teilweise sah das Ganze so mühelos aus, dass man fast vergessen konnte, dass dort gerade Menschen mit offenem Feuer hantierten. Wir waren jedenfalls beeindruckt – und froh, dass niemand versehentlich die Palmen angezündet hat.

Das war es erst mal in Nadi. Nächster Stop: Barefoot Kuata Island.

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