02.05.2026 – Heute verlassen wir Nadi. Mit dem Taxi – eigentlich war es der Vater der Rezeptionistin – fahren wir von Wailoaloa Beach nach Denarau, ungefähr 11 Kilometer. Die gesamte Denarau-Halbinsel wurde großteils künstlich aufgeschüttet und ist Privatgelände. Deshalb muss jedes Fahrzeug erst durch eine Kontrolle fahren. Fast ein bisschen wie Grenzübergang für Urlauber mit Flip-Flops. Auf der Halbinsel befinden sich nämlich mehrere 5-Sterne-Resorts und ein 18-Loch Golfplatz, was sie zum exclusivsten Ort in ganz Fidschi macht.
Beim Einchecken für die Überfahrt zu unserem Inselresort wartet direkt die erste böse Überraschung: Wegen der gestiegenen Ölpreise müssen wir nochmal ungefähr 40 € Spritzuschlag zahlen. Dabei lagen die Preise für die Fähre sowieso schon bei etwa 320 €. Fidschi entwickelt sich damit mit großem Abstand zum teuersten Land unserer bisherigen Reise. Eine genaue Kostenübersicht machen wir dann am Ende der Reise.
Die Überfahrt dauert knapp zwei Stunden, vergeht aber erstaunlich schnell. Vielleicht wegen der wunderschönen Aussicht vom Deck. Vielleicht auch wegen der fidschianischen Mutter mit ihren zwei süßen Kindern, die hinter mir saß. Irgendwann kommen wir ins Gespräch – ihr Schwager arbeitet wohl auch auf unserer Insel.Die beiden Mädchen, ungefähr sieben und neun Jahre alt, haben große dunkle Augen, lange Wimpern und lockige Haare. Super neugierig, super lebendig und die ganze Zeit am Kichern. Als wir unser Ziel erreichen, werden wir mit einem kleinen Boot abgeholt und auf die Insel gebracht. Schon vom Wasser aus sehen wir einen Mann auf einem großen Felsen im Meer stehen und uns zuwinken.

Kurz vor dem Strand beginnt plötzlich eine kleine Band Einheimischer mit Gitarren zu spielen und zu singen. Wir verstehen zwar kein Wort, fühlen uns aber sofort willkommen. Das Lied endet mit einem lauten gemeinsamen „BULA!!“ von Gästen und Mitarbeitern.

Dann steigen wir barfuß ins türkisfarbene Wasser. Heller Sandstrand, kleine Baby-Riffhaie schwimmen neugierig vorbei – und sofort kommt dieses „Malediven-Gefühl“ auf. Nur mit dem kleinen Unterschied: Wir sind auf Kuata Island.



Unser Zuhause ist eine Bure, ein großes Zelt mit Veranda und privaten Liegen direkt am Wasser. Ruhig, wunderschön und morgens können wir den Sonnenaufgang über dem Meer direkt vom Bett aus sehen. Wirklich ein Postkartenmoment.



Natürlich holen wir sofort Schnorchelausrüstung und springen ins warme, klare Wasser. Die Korallen sind bunt, gesund und voller Leben. Überall kleine Fische und Baby-Riffhaie. Ehrlich gesagt bisher einer der schönsten Schnorchelspots unserer ganzen Reise. Der einzige Nachteil: kleine unsichtbare stechende Quallen. Ich sehe sie nie – ich höre sie nur. Es klingt wie kleine elektrostatische Entladungen im Wasser, gefolgt von kurzen Schmerzen an Armen oder Beinen. Für Michael ist es nur ein kleines Pieksen. Für mich leider tagelang juckende rote Stellen mit kleinen Bläschen. Offenbar reagiere ich allergisch auf das Gift. Aber ganz ehrlich: Für diese Unterwasserwelt nehme ich das trotzdem in Kauf.



Abends findet „Fiji Night“ statt. Etwa 20 bis 30 einheimische Mitarbeiter versammeln sich, singen, tanzen und führen am Ende noch eine Kava-Zeremonie durch. Wir dürfen zuschauen und mitklatschen. Nur das Kava trinken wir diesmal ausnahmsweise nicht mehr. Man könnte auch sagen: Unser Geschmackssinn braucht dafür noch mehrere Entwicklungsstufen.

Am nächsten Tag ist es zwar schön, aber extrem windig. Eigentlich wollte ich nachts tauchen gehen, aber der Wind hatte offensichtlich andere Pläne. Ins Meer konnten wir tagsüber nicht mehr, also haben wir stattdessen am Pool entspannt. Dabei beobachte ich einen Mitarbeiter, der mit dem Kanu zum Warrior Rock fährt, dort hochklettert und sich auf den Empfang neuer Gäste vorbereitet. Wahrscheinlich einer der spektakulärsten Arbeitswege der Welt.


Am Nachmittag machen wir eine kleine Erkundungstour über die Insel – zur Cave, einer kleinen Höhle, und zum Back Beach auf der anderen Seite der Insel. In der Steinhöhle lagern einige Sachen der Inselbewohner, fast wie ein kleines natürliches Museum.

Der Back Beach ist menschenleer, klein und wunderschön ruhig. Viel entspannter als der Hauptstrand auf der Ostseite. Allerdings herrscht Ebbe und das Wasser ist zu flach zum Schwimmen. Dafür finde ich dort wunderschöne große Muscheln. Am liebsten hätte ich sie mitgenommen. Aber am Ende lasse ich sie dort. Sie gehören einfach hier her – und nicht als Staubfänger in mein Regal.

In der Nacht kommt dann ein heftiger Sturm. Der Wind ist so laut und das Zelt wackelt so stark, dass wir wach werden. Kurz habe ich wirklich Sorge, dass unser Zelt irgendwann Richtung Ozean abhebt. Zum Glück passiert nichts. Aber der Sturm war auch so heftig, dass es über Nacht 2 Ausflugsboote versenkt hat. Diese wurden dann versucht am folgenden Tag an Land zu ziehen und zu reparieren.

04.05.2026- Heute ist es endlich wieder ruhig und sonnig. Michael geht mit einer Gruppe zum Hai-Schnorcheln hinaus – mit dem Boot zu einer speziellen Stelle.
Von Michael:
Heute stand Schnorcheln mit Haien auf dem Programm – also quasi ein entspannter Wellnesstag … nur mit deutlich mehr Zähnen. 🦈
Auf der Rückseite der Insel sind wir mit einem kleinen Boot ein Stück hinaus bis zur Kante des Riffs gefahren. Nach dem Sturm vom Vortag war das Meer dort überraschend ruhig und das Wasser herrlich klar – perfekte Bedingungen also, um sich freiwillig ins Reich der Haie zu begeben.
Kurz die Ausrüstung gecheckt, Maske gerichtet und schon ging es zusammen mit einem Guide ins Wasser. Keine paar Meter unterwegs, gab es direkt das erste Highlight: Eine Meeresschildkröte schwamm ganz entspannt etwa fünf Meter vor mir an die Oberfläche, um Luft zu holen. Ja, selbst Schildkröten müssen zwischendurch mal auftanken. 😉
Danach ging es immer weiter am Riff entlang. In der Ferne tauchten plötzlich die ersten Haie auf. Erst noch klein und weit weg – und wenige Minuten später waren wir mittendrin. Um uns herum mehrere Riffhaie, die ganz ruhig ihre Kreise zogen. Mal weiter entfernt, mal plötzlich richtig nah … fast zum Anfassen. Die Tiere waren ungefähr 1,80 Meter lang, also nur minimal kleiner als ich.
Insgesamt haben wir fünf Haie gezählt. Zum Glück keine Tiger-, Bullen- oder Weißen Haie, sondern die deutlich entspanntere Variante der Unterwasserwelt: neugierig, beeindruckend und zum Glück nicht als Futter an uns interessiert.
Nach etwa einer Stunde war das Abenteuer dann leider schon wieder vorbei und wir fuhren zurück zur Insel – mit jeder Menge Adrenalin, Respekt vor der Natur und der Erkenntnis, dass ich beim Schwimmen definitiv nicht der Schnellste im Wasser war.


Währenddessen spiele ich mit anderen Gästen Coconut Bowling. Champion bin ich leider nicht geworden, aber Spaß hatte ich trotzdem.

Dann wird es endlich 18:30 Uhr. Es ist dunkel. Zeit für meinen Nachttauchgang. Diesmal direkt vom Strand aus ins Hausriff. Nur ich und mein lokaler Guide Sami. Am Anfang schalten wir unsere Lampen aus und plötzlich beginnt das Wasser um uns herum zu leuchten. Mit jeder Bewegung wird es heller. Wie Unterwasser-Glühwürmchen. Überall um uns herum. Absolut magisch. Danach beginnt unsere eigentliche Entdeckungstour. Sami zeigt mir wunderschöne kleine bunte Krebse, Mini-Schnecken und unzählige Lebewesen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Eine fast zwei Meter lange schwarz-weiß gestreifte Seegurke. Flache Krebse. Rosa und rote Fische mit riesigen dunklen Augen, völlig überdimensioniert für ihre kleinen Körper. Riesige Muscheln mit fast anderthalb Metern Durchmesser, auf denen winzige dunkelblau glänzende Krebse herumtanzen. Dazu Tintenfische, aktive Baby-Riffhaie und überall Bewegung im Riff. Definitiv einer der besondersten und unvergesslichsten Nachttauchgänge meines Lebens.

05.05.2026 – Heute stehen wir schon um fünf Uhr morgens auf. Wir wollen zum Aussichtspunkt auf dem höchsten Berg der Insel wandern, um den Sonnenaufgang zu sehen. Es ist dunkel, warm und überraschend angenehm. Mit Stirnlampen steigen wir den Weg hinauf und erreichen nach ungefähr 25 Minuten den Aussichtspunkt. Der Himmel ist wolkenlos. Wir sind komplett allein und beobachten, wie sich die Farben des Himmels langsam verändern. Orange, rosa, gold, blau. Einfach wow.



Nach dem Abstieg nutzen wir direkt die Morgenenergie und fahren noch eine halbe Stunde Kanu. Das Wasser ist so klar und blau, dass wir eigentlich sofort wieder hineinspringen wollen.


Also gehen wir nach dem Kanufahren direkt nochmal schnorcheln. Als wir endlich wieder aus dem Wasser kommen, ist schon fast der halbe Tag vorbei.
Am Nachmittag lerne ich von Einheimischen noch Basket Weaving. Michael geht mir helfend zur Hand. Jetzt bin ich offiziell zertifizierte Korbflechterin für Palmblätter. Ich warte eigentlich nur noch auf mein Diplom.


06.05.2026 – Heute geht es zurück zur Hauptinsel. Wir machen eigentlich nichts mehr – außer das Meer anzuschauen und zu versuchen, diesen unglaublichen Ausblick irgendwo dauerhaft im Gehirn abzuspeichern. Zum Abschied versammeln sich noch mal fast alle Mitarbeiter, singen für uns, schütteln uns die Hände und begleiten uns bis zum Boot am Strand.




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