16.05.2026 – Heute hieß es: Ab in den Flixbus! Ja, ihr habt richtig gelesen – die grüne Buskette gibt es tatsächlich auch in Chile. Unser Ziel: La Serena, etwa 470 km nördlich von Santiago. Der Start in den Tag war… naja, abenteuerlich. Unser ursprünglicher Bus wurde gestrichen, wir wurden eine Stunde später umgebucht und auseinandergesetzt. Als wir auf Bus warteten, kam er einfach nicht.


Schließlich saßen wir dann, 1 Stunde und 20 Minuten verspätet, im Bus. Zum Glück nicht voll! Nach ein wenig spansicher Wortakrobatik(dank Translator)und gebrochenem Spanisch – saßen wir nebeneinander (Sitzplatztausch mit einem älteren Herrn) Und oh, diese Sitze! Beinfreiheit und fast 45 Grad Rückenlehne – perfekt für ein Nickerchen während der sechsstündigen Fahrt.
In La Serena angekommen, ging’s per Uber (für 4 Euro) zum Hotel. Wir hatten zwar das perfekte Hotel am Strand gebucht, aber der Sonnenuntergang? Den haben wir knapp verpasst. Tja, manchmal läuft es wie beim Pinguin: elegant geplant, aber leicht aus dem Takt geraten.

17.05.2026 – Heute ging es zu den Inseln Choros und Damas, nördlich von La Serena. Früh aufstehen, Lunchpaket schnappen, und um 7:30 Uhr wartete der Tourbus. Zwei Stunden Fahrt durch die chilenische Landschaft – inklusive wild lebender Guanakos, der wilden Verwandtschaft der Lamas. Sie schauen ein bisschen aus wie Lamas, haben aber eigene Farb- und Größenregeln.

Der Hafen von Punta de Choros wirkte zunächst klein und gemütlich, entpuppte sich dann aber als quirliger Touristen-Hotspot: 50 Boote lagen vor Anker, die meisten faul in der Nebensaison auf Land. Mit 18 anderen Tourteilnehmern (hauptsächlich Chilenen) starteten wir in einem kleinen Boot. Kaltes Wasser, kalter Wind – der Humboldt-Strom lässt grüßen! Trotzdem: nach 40 Minuten tauchten die ersten Humboldt-Pinguine auf. Gelbe Stirnstreifen, flinker Tauchgang, ein bisschen schüchtern, sobald wir uns näherten – „Schon wieder diese Touris!“ schien ihr Blick zu sagen.
Dann ging es weiter zur Insel Choros, die streng geschützt ist – betreten verboten. Überraschung! Delfine umkreisten unser Boot, Seelöwen machten akrobatische Sprünge, und Möwen, Kormorane, Pelikane und Albatrosse feierten die große Tierparty. Wer braucht schon einen Zoo, wenn man die Show live sehen kann?


Weiter zur Insel Damas: hier darf man auf Land. Vulkangestein, helle Sandstrände – perfekt, um sich nach der kalten Bootsfahrt die Beine zu vertreten.


Baden? Nur die Mutigen, gefühlt 8°C. Wir beschränkten uns auf Spaziergänge, was nach der Kälte auch ausreichte, um die Lebensgeister zurückzubringen.



Nach einer Stunde Beine Vertreten ging es dann per Boot wieder zurück zum Hafen. Auf dem Rückweg nach La Serena entdeckten wir noch Graufüchse am Straßenrand – halb so groß wie europäische Rotfüchse, aber mindestens genauso charmant. Gegen 17 Uhr waren wir zurück im Hotel. Ein langer, kalter, aber spektakulärer Tag.

18.05.2026 – Heute war „gemütlich durch La Serena schlendern“ angesagt. Strandspaziergang vor dem Hotel, vorbei am Leuchtturm, hinein in die Innenstadt. Historische Plätze, alte englische und spanische Kirchen, bunte Märkte – Sightseeing in klassischer Form. Unsere Füße hatten danach definitiv das Tagespensum von 8.000 Schritt übererfüllt.




19.05.2026 – Ausflug ins Elqui-Tal. Wieder früh los, diesmal in kleiner Gruppe mit sieben Leuten. Wir Ausländer einmal mehr Exoten unter den Chilenen. Unser Guide JP (Juan Pedro) übersetzte alles freundlich ins Englische.
Das Elqui-Tal liegt zwischen zwei Bergketten, und dadurch ergeben sich hier besondere klimatische Bedingungen, perfekt für Weintrauben und die berühmten Pisco-Trauben. Sonne satt, fast wie Sommer – im Gegensatz zur frostigen Küste.

Unterwegs: riesiger Stausee, der gegen Abend wenn der Wind etwas auffrischt Einheimische und Touristen zum Kitesurfen einlädt. Und immer wieder fahren wir an riesigen Flächen mit Wein- und Pisco-Reben, welche teilweise auf Terrassen am Hang angebaut werden, welche noch von den Diaguitas oder Inkas stammen sollen. Stopp im Ort Diaguitas: eine alte Kirche, bunte Häuser und Wandmalereien mit indigenen Einflüssen.



Dann noch ein kurzer Abstecher zu uralten Felsenzeichnungen (2000–4000 Jahre alt!) – quasi ein Live-Museum unter freiem Himmel.


Weinverkostung auf einem kleine Weingut: vier Gläser später fühlten wir uns leicht angeheitert, aber glücklich.


Weiter nach Pisco Elqui, Mittagspause inklusive. Mit vollgeschlagenem Magen und einem Picso Sour als Absacker ging es dann zum nächsten Stop, einer Pisco Destillerie. Dort wurde uns dann der Anbau der Pisco-Trauben und die Destillation von Pisco (einem Traubenschnaps mit bis zu 45%) erklärt. Zum Abschluss gab es noch verschiedenen Sorten Pisco zur Verkostung: in alten Weinfässern aus Eiche gereift vs. in Edelstahltanks. Farbe und Geschmack völlig unterschiedlich. Uns hat das traditionelle Verfahren mit den rauchigen Aromen besser gemundet.




Es gab auch verschiedene Mischgetränke (ähnlich Absolut Vodka Zitrone/Vanille) mit Geschmack von Papaya, Mango, Pomelo oder Granatapfel. Anschließend hatten wir gleich Schlafen legen können 😉. Noch etwas mehr angetrunken als nach der Weinprobe, ging es dann mit einem Zwischenstopp in Vicuña (der größten Stadt der Region) zurück nach La Serena.





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