19.06.2024 – Nach unserem Besuch der weltberühmten Ruinen von Machu Picchu ging es zunächst mit dem Zug zurück nach Ollantaytambo. Dieses Mal gönnten wir uns nicht die Luxusvariante – die normale Zugklasse kostet schließlich nur etwa die Hälfte (69 € statt 129 €). Der Ausblick aus dem Fenster bleibt derselbe, nur der Geldbeutel freut sich deutlich mehr.
Von Ollantaytambo fuhren wir anschließend mit einem Sammeltaxi zurück nach Cusco. Dort bleiben wir weitere sechs Tage, denn am 24. Juni findet hier das größte Fest der Region statt: Inti Raymi – das Sonnenfest. Dieses Inka-Festival wird jedes Jahr zur Wintersonnenwende gefeiert und zieht Tausende Besucher aus aller Welt an.
Bereits in Ollantaytambo hatten wir den Boleto Turístico gekauft. Für 130 Sol (rund 32 Euro) erhält man zehn Tage lang Eintritt zu insgesamt 16 Sehenswürdigkeiten in und um Cusco. Für unsere Reise war das perfekt geplant – unser Ticket gilt genau bis einschließlich 23. Juni. Jetzt können wir ganz entspannt die vielen historischen Stätten besuchen.


Diesmal haben wir ein Hotel in der Nähe der Plaza de Armas gebucht. Die Lage ist einfach top – dafür muss man beim Komfort ein paar Abstriche machen. Kaum angekommen, haben wir unsere Rucksäcke abgestellt und sind direkt wieder losgezogen.
Museo de Arte Popular: Ein kleines Museum mit überraschend viel Charme. Besonders gefallen haben uns die vielen unterschiedlichen Interpretationen des letzten Abendmahls und der Geburt Jesu. Dazu kommen zahlreiche traditionelle Kunstwerke aus Cusco. Klein, aber definitiv einen Besuch wert.



Museo de Sitio Qorikancha: Dieses unterirdische Museum zeigt die Geschichte des ehemaligen Sonnentempels der Inka. Besonders beeindruckend: Nachdem die Spanier Cusco erobert hatten, errichteten sie direkt auf den Grundmauern des Tempels die Kirche Santo Domingo. Ein symbolträchtiger Ort, an dem zwei Kulturen aufeinandertreffen. Vor dem Gelände herrschte bereits reger Betrieb. Überall wurden Tribünen für das große Sonnenfest aufgebaut. Die Stadt befindet sich eindeutig im Inti-Raymi-Fieber.

Centro Qosqo de Arte Nativo: Jeden Abend von 19 bis 20 Uhr findet hier eine traditionelle Musik- und Tanzvorführung statt.

Nach dem Abendessen spazierten wir dorthin. Auf der Bühne spielte zunächst eine Musikgruppe auf traditionellen Andeninstrumenten. Danach folgten vier Tänzer und vier Tänzerinnen in farbenprächtigen Trachten. Die Tänze erzählten Geschichten über Sonne, Wasser, Liebe und das Leben in den Anden. Die Musik ging sofort ins Ohr und die gute Laune sprang direkt aufs Publikum über.

Als wir nach der Vorführung zurück zum Hotel gehen wollten, fand auf der Plaza de Armas gerade das Fest Noche de Luces y Sonido statt. Es war so voll, dass wir über 15 Minuten brauchten, um die paar hundert Meter zu passieren. Nationale und internationale Musiker traten heute Nacht live auf. Mit bunten Lichtern und drei riesigen Monitoren war die Bühne schön dekoriert.

Die Atmosphäre war sehr schön, aber wir waren von dem Tag ziemlich müde. Also nur kurz vorbeigeschaut und dann ab ins Hotelzimmer, endlich ausruhen. Ein wirklich gelungener Abend.
20.06.2026 – Geburtstag, riesige Inka-Steine und ein etwas gruseliger Ort
Heute hat Michael Geburtstag! 🎉 Er hat seinen Geburtstag bereits im Kosovo, in Südkorea, der Türkei, China, auf Ibiza und auf den Malediven gefeiert – und dieses Jahr in Peru. Man könnte fast behaupten, dass ganz Cusco mit ihm feiert.
Nach dem Frühstück wollen wir endlich Sacsayhuamán besuchen. Bei unserem letzten Aufenthalt mussten wir die beeindruckende Anlage aufgrund unserer Eintrittskarten auslassen. Diesmal konnten wir sie endlich in aller Ruhe erkunden.
Die gewaltigen Inka-Mauern sind schlicht unglaublich. Besonders die berühmte Zickzackmauer mit ihren drei Ebenen beeindruckt durch ihre außergewöhnliche Präzision. Kaum zu glauben, dass die riesigen Steinblöcke ohne Mörtel so perfekt zusammengefügt wurden.

Manche der riesigen Steinblöcke wiegen über 100 Tonnen – und trotzdem passen sie ohne Mörtel millimetergenau zusammen. Bis heute rätseln Archäologen, wie die Inka das geschafft haben.

Von hier oben hat man außerdem einen fantastischen Blick über Cusco und auf die große Christusstatue, die über der Stadt wacht.

Auf den weitläufigen Wiesen zwischen den Ruinen wurde bereits die riesige Bühne für das Inti-Raymi-Festival aufgebaut. Die Kulisse könnte kaum spektakulärer sein: eine moderne Tribüne mitten in einer jahrhundertealten Inka-Festung. Für einen Sitzplatz sollen die Eintrittskarten übrigens über 350 US-Dollar kosten. Ganz schön happig!
Das Gelände ist riesig und verteilt sich auf mehrere Bereiche mit Terrassen, Ruinen und Aussichtspunkten. Man kann hier problemlos mehrere Stunden verbringen.





Q’enqo: Von Sacsayhuamán liefen wir etwa 20 Minuten bis zur nächsten Ausgrabungsstätte.Q’enqo war ein heiliger Zeremonienplatz der Inka. Besonders die unterirdischen Kammern und steinernen Altäre wirken heute etwas unheimlich. Wenn man sich vorstellt, dass hier vermutlich religiöse Rituale stattfanden und Mumien für Bestattungen vorbereitet wurden, läuft einem schon ein kleiner Schauer über den Rücken.


21.06.2026 – Mit dem Quad durch das Heilige Tal
Heute stand ein Tagesausflug auf dem Programm: Maras und Moray – mit dem ATV (Quad).
Unser erstes Ziel waren die berühmten Salzterrassen von Salinas de Maras. Diese gehören leider nicht zum Touristenticket, deshalb mussten wir zusätzlich 20 Sol pro Person bezahlen. Die Salzterrassen sind wirklich faszinierend. Hunderte kleine Becken ziehen sich den Berghang hinunter. Aus einer natürlichen Quelle fließt rund 37 Grad warmes, stark salzhaltiges Wasser durch ein ausgeklügeltes Kanalsystem in die einzelnen Becken.



Etwa 60 Familien bewirtschaften diese Salzfelder bis heute und leben vom Salzverkauf. Je nach Jahreszeit und Ernte entstehen verschiedene Salzsorten:feines weißes Salz für den täglichen Gebrauch, rosafarbenes Mineralsalz zum Kochen, grobes, mineralreiches Salz, das häufig als Badesalz verwendet wird. Während der Trockenzeit leuchten die Becken in den unterschiedlichsten Weiß-, Rosa- und Brauntönen. Ein wirklich faszinierender Anblick. Fast surreal.

Interessant fanden wir auch, dass viele Einheimische dieses Salz selbst gar nicht kaufen. Es ist ihnen schlicht zu teuer. Für den Alltag verwenden sie meist gewöhnliches Meersalz.
Anschließend ging es zur Quadstation. Dort bekamen wir Helme und Schutzmäntel gegen den Staub. Michael übernahm selbstverständlich das Fahren – ich dagegen hatte die deutlich angenehmere Aufgabe: fotografieren.

Gemeinsam mit unserem Guide fuhren wir etwa 30 Minuten über staubige Feldwege Richtung Moray. Es holperte gewaltig, aber die Landschaft entschädigte für jede Bodenwelle.


Moray besteht aus riesigen kreisförmigen Terrassen, die wie ein gigantisches Amphitheater aussehen. Die Inka nutzten diese Anlage vermutlich vor über 600 Jahren als landwirtschaftliches Versuchslabor, denn zwischen oberster und unterster Terrasse entstehen unterschiedliche Mikroklimata.Wenn man sich vorstellt, wie die Menschen damals ohne Maschinen auf diesen steilen Terrassen gearbeitet haben, kann man nur den Kopf schütteln. Was für eine unglaubliche Leistung!


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