Heute war unser erster Tag in Hanoi – und wir sind direkt voll eingestiegen. Nach einem kleinen Frühstück (man muss ja Kräfte sammeln!) ging es ins Old Quarter, das quasi direkt auf dem Bürgersteig vor unserem Hotel beginnt.
Sobald man aus dem Hotel tritt, startet direkt vor der Tür das Verkehrschaos, vor dem alle immer warnen. Wenn man denkt, in Thailand oder Kambodscha sei es schlimm – nein, nein, nein… Hanoi setzt da noch mal einen drauf. Verkehrs-Hölle-Level: Endgegner. Ein Grund, warum man am Flughafen auch keinen Mietwagen bekommt. Hier gibt es fast nur Autos mit einheimischem Chauffeur zu mieten – quasi „Survival-Guide inklusive“. Bei der Verkehrslage möchte man auch wirklich niemandem zumuten, selbst zu fahren.

„Chaotisch“ ist eigentlich nur eine höfliche Untertreibung. Xin sagt immer: Scheuklappen auf und einfach loslaufen – die weichen schon aus. Oder auch nicht. ;)))
Aber bisher hat’s erstaunlicherweise immer gut funktioniert. Vertrauen ins Schicksal hilft. Ampeln sind hier für Rollerfahrer eher Deko oder freundlich gemeinte Vorschläge – und Roller gibt es hier ungefähr hundert Mal mehr als in Bangkok. Gehwege existieren nur manchmal, und wenn, dann dienen sie meistens als Parkplatz, Outdoor-Küche oder erweitertes Wohnzimmer.

In den Straßen der Altstadt reihen sich die berühmten „Röhrenhäuser“ so eng aneinander, dass man denkt, man sei versehentlich in einem architektonischen Tetris-Spiel gelandet. Der Legende nach wurden zu Zeiten der französischen Kolonialherrschaft Steuern nach der Breite des Hauses an der Straße berechnet. Tja, und so kommt es, dass hier viele Gebäude zwar nur 5–8 Meter breit sind, aber dafür bis zu 50 Meter in die Tiefe reichen. Quasi Häuser im „Hotdog-Format“. Das Ergebnis: Auf 100 Metern Straße finden sich bis zu 20 Shops oder Cafés – oder auf 20 Metern gleich mal drei Hotels. Effizienz können sie!

Wir haben uns am ersten Tag einfach planlos ins Getümmel gestürzt und treiben lassen. Teile der Innenstadt sind am Wochenende autofrei, wodurch riesige Fußgängerzonen entstehen. Es waren Massen an Einheimischen und Touristen unterwegs – wir hatten das Gefühl, halb Hanoi sei auf den Beinen… und die andere Hälfte auch.
Schließlich führte uns unser Weg zur berühmten „Hanoi Train Street“ … gut, zugegeben, das war nicht ganz zufällig. Stand schon länger auf der Bucket List. Alle paar Stunden fährt hier ein Zug durch eine enge Gasse voller Cafés und Restaurants. Ähnliches kennt man aus Nordthailand, wo der Zug durch einen Markt brettert – aber auch in Hanoi hat das Spektakel es in sich.
Bereits eine halbe Stunde vor der Durchfahrt ist die Straße bis zum Anschlag mit Touristen gefüllt, die auf Stühlen entlang der Gleise sitzen und gespannt starren als würden sie gleich einem seltenen Tier beim Vorbeihuschen zusehen. Kurz vorher werden alle freundlich, aber bestimmt von den Kellern zurückgescheucht – keiner soll unter die Räder kommen, weder wörtlich noch metaphorisch. Und dann… kommt er. Mit lautem Hupen schleicht der Zug in gefühlter Schrittgeschwindigkeit vorbei. Eine Minute Handyfotos, Videos, Selfies – und zack, vorbei. Danach strömen sofort wieder die Menschen auf die Gleise, als wäre nie etwas gewesen.



Später waren wir noch am Hoan-Kiem-See und im Ngoc-Son-Tempel, der auf einer kleinen Insel liegt. Dorthin führt eine hübsche rote Holzbrücke, die nachts so schön beleuchtet ist, dass sie aussieht wie aus einem asiatischen Märchenfilm. Im Tempel finden sich sowohl chinesische als auch vietnamesische Elemente – und zwei präparierte Riesen-Schildkröten, die mal über zwei Meter lang waren und 250 Kilo wogen. Keine Tiere, denen man im Dunkeln begegnen möchte.



Abends ging es noch einmal zum See, dessen Nordende direkt ans Old Quarter grenzt. Mit der nächtlichen Beleuchtung wirkt die Kulisse noch beeindruckender – Instagram hätte seine Freude daran. Danach ließen wir uns zwei Stunden lang über den Nachtmarkt treiben, der am Wochenende die gesperrten Straßen füllt. Überall Souvenirs, Essen und – natürlich – „absolut echte“ Rolex-Uhren und Louis-Vuitton-Taschen zu traumhaften Preisen. Der Markt zieht sich über mehrere Kilometer, und an manchen Stellen ist das Gedränge so dicht, dass man überlegen muss, ob man sich überhaupt noch bewegt oder einfach kollektiv weitergeschoben wird. Und natürlich: immer schön auf die Wertsachen achten. Wo Gedränge ist, sind flinke Finger nicht weit.


In Vietnam habe ich endlich meinen Traum erfüllt: Millionär werden. Wir haben für 50 Euro sagenhaft 1,5 Millionen bekommen! Leider nur in Đồng. Vietnam ist das einzige Land, in dem du dein Konto checkst und denkst:‚Wow, ich bin reich!‘
…und dann kostet der Smoothie plötzlich 75.000

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