Schlagwort: Oceania

  • Australien – Cairns & Great Barrier Reef

    Weiter ging es nach 5 Nächten und 1500 km im australischen Outback (Northern Territory) wieder zur Ostküste. Wir nahmen in Alice Springs ein Flugzeug nach Cairns – Flugzeit etwa zwei Stunden. Fast leer. Freie Sitzplatzwahl!

    Easy. Dachten wir zumindest.
    Am Flughafen Cairns wollten wir ganz entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt fahren. Fehlanzeige. Obwohl es nur ca. 10 Minuten bis ins Zentrum sind, gibt es einfach keinen ÖPNV.😅
    Option A: Flughafen-Shuttle für stolze 35 Dollar.
    Option B: Uber für 21 Dollar.
    Die Entscheidung fiel nicht schwer – Uber war unser Retter.

    In Cairns herrscht tropisches Regenwetter deluxe: Sonne, Regen, Sonne, Regen – alles im Minutentakt. Dazu 30 Grad und eine Luftfeuchtigkeit, bei der man sich schon beim Atmen fragt, ob man gerade duscht oder schwitzt. Spoiler: Es ist beides.

    Nach dem Einchecken ins Hotel haben wir trotzdem noch die kleine Stadt erkundet.
    Das absolute Highlight: die Cairns Esplanade Lagune direkt am Meer. Eine riesige, wunderschöne Schwimmanlage – komplett kostenlos, mit Rettungsschwimmern, warmen Duschen und sauberen Toiletten. Und als Bonus: Die Leute machten gerade fröhlich Wassergymnastik mit Vorführung. Besseres Entertainment kann man sich kaum wünschen.

    Wir hatten eine dreitägige Tauchsafari zum Great Barrier Reef gebucht: insgesamt 10 Tauchgänge, davon 2 Nachttauchgänge. Michael war schnorcheln, ich natürlich tauchen. Wir sind zuerst mit einem kleineren Boot raus zum Riff gefahren und haben dort schon 2 Tauchgänge bzw. Schnorcheltouren gemacht. Später sind wir dann auf das große Schiff mit Kabinen und ungefähr 50 Leuten inkl. Besatzung umgestiegen. Dort haben wir dann 2 Nächte verbracht und waren an verschiedenen Spots an dem riesigen Riff, was sich fast die ganze OStküste entlang zieht.

    Einige Fische hier sind wirklich riesig, und ich habe zum ersten Mal bunte Seeschnecken gesehen – klein, knallbunt und komplett unterschätzt. sehr cool!
    Der absolute Höhepunkt für mich war der Nachttauchgang. Zuerst tauchten ein, zwei große Barsche auf, die ständig unserem Licht folgten, um kleine Fische zu jagen. Dann kamen immer mehr große Fische dazu – irgendwann wurde es fast unheimlich.

    Und plötzlich: Haie. Zwei, drei Stück. Vielleicht auch mehr – ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, um mein Nervensystem zu schützen. Wenn ich mit meiner Taschenlampe auf sie leuchtete, glänzten ihre Augen silbern. Überall waren Fische, Schatten, Luftblasen, Flossen, Lichtkegel – totales Unterwasser-Chaos. Und zack: wieder ein Hai. Und weg. Und wieder da. Für ein paar Sekunden dachte mein Gehirn: „Super, hier sterben wir jetzt.“

    Aber Spoiler: Ich bin heil aus dem Wasser gekommen – genau wie alle anderen Taucher. 💪

    Das Wasser war leider ziemlich trüb, wahrscheinlich wegen der Jahreszeit. Viele Korallen an unseren Tauchspots waren abgestorben – grau, traurig und weit entfernt von dem bunten Unterwasserparadies, das ich mir vorgestellt hatte. Insgesamt war ich ehrlich gesagt leicht enttäuscht. Dieses Gefühl hatten auch viele andere Taucher an Bord. Ich persönlich fand die Unterwasserwelt in Khao Lak und auf den Malediven deutlich schöner. Zwei Taucher aus Malaysia sagten sogar: „Bei uns ist viel schöner.“
    Fazit: Nächstes Mal fliege ich wieder nach Malaysia zum Tauchen. Ende der Diskussion. Naja, vielleicht auch nicht. Wir haben ja noch ein paar Tauchausflüge am Great Barrier Reef geplant und vielleicht haben wir das bessere Bedingungen.

    In Australien ist es ganz normal, ohne Guide nur mit einem Buddy, also einen anderen Taucher, zu tauchen. Wer einen Guide möchte, zahlt extra – 20 Dollar pro Person. Nach dem Briefing hieß es also: „Xin, glaub an deinen Orientierungssinn! “ und ich hoffe heimlich, dass er mich nicht im Stich lässt …

    Spoiler: Es ist ausbaufähig. In unbekanntem, trübem Wasser ohne Smartphone, ohne Google Maps und ohne „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ die richtige Richtung zu finden, war… sagen wir mal: ambitioniert. Jedes Riff sah aus wie das andere – Koralle links, Koralle rechts, Koralle überall. Manchmal sieht man nur Sandbank. Nach ein, zwei Navigations-„Experimenten“ haben meine Buddy (die hübsche Wei Fan) und ich das Boot dann doch wiedergefunden. Yeh! Mission „nicht für immer im Ozean bleiben“ erfolgreich abgeschlossen. 🥳🛥️

    Nach Ende der Bootstour wurden wir zurück nach Cairns gebracht.
    Am letzten Tag haben wir nochmal die Lagune genossen und abends den Night Market und Food Court unsicher gemacht. Trotz aller Vorsätze, keine Souveniers mitzunehmen, hatten es uns die beiden süßen Schlüsselanhänger angetan.

    Morgen geht es mit dem Mietwagen Richtung Süden.
    Was wir wohl noch alles erleben werden? 🚗✨

  • Australien- Alice Springs

    Gestern hieß es wieder: ab ins Auto, 450 Kilometer Outback – quasi der australische Feierabendspaziergang. Ziel: zurück nach Alice Springs. Überraschung des Tages: Es war kalt. Also australisch kalt. Nur 20 °C, zeitweise zeigte das Autothermometer sogar 17 °C an. ❄️🌵

    Kaum aus Yulara raus, sammelten wir noch einen Backpacker ein – offenbar eine seltene, aber sehr gesprächige Outback-Spezies. Wir nahmen ihn mit bis zum nächsten Bus-Stop am Stuart Highway, dieser legendären Straße, die einmal quer durchs Land von Adelaide nach Darwin führt (schlappe 3000 km, nix Besonderes). Die 2,5 Stunden Fahrt vergingen dank Dauer-Storytelling wie im Flug. Der Backpacker hatte nicht nur viele Geschichten, sondern auch noch praktische Reisetipps im Gepäck. Wir lieferten ihn ganze fünf Minuten vor Abfahrt seines Busses ab – der übrigens nur einmal am Tag fährt.

    Danach nochmal zwei Stunden weiter nach Norden, Ankunft in Alice Springs, schnell was essen und den nächsten Outback-Masterplan schmieden.

    Heute ging’s dann mit dem Mietwagen in die Western MacDonnell Ranges (auch bekannt als der Tjoritja Nationalpark auf dem Land der Western Arrente People) etwas westlich von Alice Springs. Erster Halt: Simpson Gap – eine Lücke in der Gebirgskette mit trockenem Flussbett (Sommermodus) und ein paar hartnäckigen Wasserlöchern. Besonders schön: das Licht, das sich dramatisch durch den Felsspalt schob.

    Und dann das Highlight: Ein Schwarzpfoten-Fels-Wallaby (kleine Känguru-Art bis zu 50 cm groß) hüpfte direkt vor uns herum, blieb neugierig stehen und musterte uns aus fünf Metern Entfernung. Plötzlich bewegte sich etwas im Beutel – Baby-Alarm! 🥹 Ein Weibchen mit Nachwuchs! Fotos, leises Quietschen, Gänsehautmoment. Kurz darauf starrte uns noch ein anderes junges Wallaby aus den Felsen an, als wären wir die Außerirdischen.

    Weiter ging’s durch Landschaften wie aus einem Western oder einer afrikanischen Savanne: braunes Gras, grüne Büsche, vereinzelte Bäume. Die Straße diesmal keine „Drunken Road“, sondern eher eine Achterbahn ohne Sicherheitsbügel – ständig rauf und runter. Spaßig, nur ohne Looping.

    Nächster Stopp: Ellery Creek Big Hole – größtes permanentes Wasserloch der Gegend. Ein felsiger Durchbruch, komplett mit Wasser gefüllt. Man hätte locker auf die andere Seite der Berge schwimmen können. Problem: Wir hatten vergessen, Badezeug mitzunehmen. Anfängerfehler. Da wir allein waren, dachte ich mir: egal. Klamotten aus – und zack ruft Xin: „Da kommen Leute!“ Also Schnellanzug-Weltrekord, warten, Fotos machen lassen, Leute wieder weg. Zweiter Versuch: nackt ins Wasser. Und es war einfach nur grandios – ein natürlicher Pool zwischen Felsen. Nach 15 Minuten wieder raus, trocknen in der Sonne, Sachen an. Exakt in dem Moment kam eine Reisegruppe an. Timing: wieder perfekt 😎

    Schnell weiter zu den Ochre Pits. Wie der Name verrät: Ocker in allen Farben. Die Gesteinsschichten sahen aus wie ein Regenbogen aus Weiß, Gelb und Rot. Nebenbei erfuhren wir noch, dass die Felsen eine heilige Stätte der Western Arrernte People sind. Der Ocker wird bis heute für Kosmetik, Rituale und Medizin genutzt. Outback kann also nicht nur spektakulär, sondern auch lehrreich 📚

    Letzter Stopp: Ormiston Gorge – eine Felsenschlucht mit permanentem Wasserloch. Wieder badetauglich, diesmal aber mit Publikum. Badehose? Fehlanzeige. Also musste die Unterhose einspringen. Wenn man schon mal da ist, springt man natürlich auch in den rund 14 Meter tiefen Naturpool. Übung hatte ich ja inzwischen 😉 Xin fotografierte fleißig und genoss die Sonne, während ich meine Bahnen zog. Beim Rausgehen meldete die Smartwatch stolz: 20 Minuten Schwimmtraining. Danke fürs Lob ⌚

    Auf dem Parkplatz entdeckte ich dann noch einen MAN Lkw als Offroadbus für Touristen aufgebaut. Das gibt es hier am andern Ende der Welt öfter. MAN langlebig und offroadfähig, neben den normalen Geländewagen die beste Wahl fürs Outback.

    Noch ein paar Minuten bei 34 °C trocknen, ab ins Auto und zurück – 130 Kilometer Outback mit Bergen links und rechts. Und so war auch dieser Tag plötzlich vorbei. Im australischen Outback vergeht die Zeit ungefähr so schnell wie der Handyempfang: einfach weg 🌵😄

  • Australien – Uluru – Kata Tjuta

    Von Adelaide nach Alice Springs sind wir in etwa zwei Stunden geflogen – inklusive Zeitsprung. Uhr eine Stunde zurückstellen. Willkommen im Northern Territory, wo man nicht nur geografisch, sondern auch zeitlich sein eigenes Ding macht. Ergebnis: +8,5 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland. Ja, halbe Stunden. Warum einfach, wenn’s auch australisch geht.

    Mietwagen direkt am Flughafen abgeholt, anschließend Großeinkauf: Wasser, Essen, noch mehr Wasser und zur Sicherheit… Wasser. Im Outback ist Flüssigkeit wichtiger als Persönlichkeit.
    Nach dem Hotel-Check-in ging’s spontan zu den East MacDonnell Ranges, genauer gesagt zu Emily’s Creek – ein heiliger Ort der Aborigines. Sehr ruhig. Sehr spirituell. Sehr heiß. Und absolut menschenleer.
    Zwei schüchterne Kängurus, die uns angesehen haben, als hätten wir uns verlaufen.

    Am nächsten Tag: Roadtrip von Alice Springs nach Yulara. Mitten ins australische Outback.
    Dauer: knapp 5 Stunden.
    Temperatur: 45 Grad.
    Handyempfang: Nein.
    Internet: Vergiss es.

    Zum Glück hatte ich vorher eine Offline-Karte geladen – auch wenn man ehrlich sagen muss: Es gibt genau eine Straße. Wer sich hier verfährt, wollte es wirklich.
    Alle 50 – 100 km ein Rastplatz mit Toilette und Handyempfang (gefühlt Luxusresorts), ab und zu ein Auto entgegenkommend, und stellenweise darf man tatsächlich 130 km/h fahren. Australien vertraut dir. Sehr.

    Am Straßenrand: erstaunlich viele kaputte Autos. Und noch erstaunlicher: mehr tote Kühe als lebendige Kängurus. Vermutlich hatten hier Autos und Kühe… Meinungsverschiedenheiten.
    Abschleppen? Zu teuer. Also bleibt das Auto einfach hier. Für immer. Outback-Recycling.

    Man erzählt sich, hier gäbe es wilde Kamele und wilde Pferde.
    Wir sahen:
    ✔ 1 Dingo
    ✔ 1 Känguru
    ✔ 1 lange Eidechse
    ✖ Kamele
    ✖ Pferde
    Aber gut – jede Safari hat ihre Quote.

    Etwa 100 km vor Yulara taucht plötzlich Mount Conner auf.

    Sieht aus wie Uluru. Wirklich. Vielleicht haben früher Touristen gedacht: „Ah ja, Uluru. Check.“
    Aber nein. Bei genauerem Hinsehen: anderes Modell, andere Details.
    Neben dem Berg tobten kleine Sandstürme, auf der anderen Straßenseite lag ein riesiger, fast ausgetrockneter Salzsee. Überall roter Sand. Man fühlt sich wie in einem Mad-Max-Film – nur ohne Explosionen.

    Am späten Nachmittag erreichten wir Yulara. Ein Ort, der eher ein sehr ambitionierter Parkplatz ist.
    Infrastruktur: 1 Supermarkt, 1 Tankstelle,
    ein paar Unterkünfte
    Preise: hoch. Sehr hoch. Aber verständlich – alles muss hierher geschafft werden, vermutlich einzeln per Känguru.
    Man sieht viele Aborigines, aber noch mehr Touristen mit Kameras und großen Erwartungen.

    Gegen 18 Uhr fuhren wir zum Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark. Parkpass vorher online kaufen (38 $ für 3 Tage pro Person), QR-Code scannen – selbst im Nirgendwo läuft digital.
    Und dann:
    BOOM. ULURU.

    Ein riesiger roter Felsen.
    Links davon: ein gigantischer Regenbogen. Unsere Reaktion: kollektives „WOW!“

    Wir fuhren einmal komplett um Uluru herum – etwa 30 Minuten. Von jeder Seite ein anderer Charakter. Dann begann der Sonnenuntergang.
    Die Farben wechselten von rotbraun → rot → orange → dunkelbraun.

    Nach dem Sonnenuntergang kam der Mond, riesig und ruhig. Absolute Stille.
    Ein Moment, bei dem selbst das Gehirn kurz aufgehört hat zu denken.

    Heute klingelte der Wecker um 5 Uhr morgens.
    Ziel: Kata Tjuta, die Schwester von Uluru – angeblich sogar noch eindrucksvoller.
    Auf dem Weg dorthin:
    Sturm. Blitze. Dunkler Himmel.
    Die Blitze schlugen gefühlt direkt vor uns ein. Es sah aus wie der Anfang eines Weltuntergangsfilms.

    Und dann – zack – alles weg. Sonnenschein. Wir erreichten eine Aussichtplattform, von der man beide sehen kann:
    Links Kata Tjuta, rechts in der Ferne Uluru.
    Leider waren die Wolken wieder Spielverderber – die Sonne kam erst viel später. Wir warteten nicht lange und fuhren weiter.

    Im Valley of the Winds gibt es eine 7,4 km Wanderung. Mitten durch rote Felsen und epische Landschaft.
    Mit dem steigenden Licht wirkten die Steine fast lebendig. Einer der Berge hat uns sogar angelächelt.

    Ein Dauerproblem: freche kleine Fliegen.
    Jetzt weiß ich, warum hier so viele Menschen mit Kopfnetzen rumlaufen wie Hobby-Imker.
    Aber ehrlich: Lieber Fliegen im Gesicht als ein schwarzes Netz vor den Augen.

    Ab 11 Uhr wird der Wanderweg gesperrt, wenn es über 36 Grad wird.
    Wir waren schlau: von 7:30 bis 9:30 Uhr unterwegs.
    Temperatur beim Zurückkommen: 33 Grad. Heiß, müde, glücklich.

    Nach dem Abendessen entschieden wir spontan: Noch einmal Uluru.
    Diesmal ohne Rundfahrt. Einfach sitzen, schauen, nichts tun.
    Manche Orte muss man nicht verstehen. Man muss sie einfach wirken lassen.

  • Australien – Adelaide

    Adelaide hat uns vor 5 Tagn mit stolzen 45 Grad herzlich empfangen – so herzlich, dass selbst der Schatten schwitzte. Nach einem Ausflug ins Barossa Valley haben wir noch ganz pflichtbewusst das klassische Adelaide-Sightseeing erledigt.

    Aber seien wir ehrlich: Was macht man bei dieser Hitze eigentlich sinnvoll? Richtig. Man bewegt sich so wenig wie möglich und möglichst nah ans Wasser.

    Also entschieden wir uns für einen Nachmittag am Glenelg Beach. Der Weg dorthin war überraschend angenehm: In Adelaide kann man – wie in Sydney – die öffentlichen Verkehrsmittel ganz bequem mit einer kontaktlosen Kreditkarte bezahlen. Einfach beim Ein- und Aussteigen scannen. Bequemer geht’s kaum. Mit der Tram waren wir etwa 40 Minuten unterwegs, klimatisiert, versteht sich – unser persönlicher Luxusmoment des Tages. Kaum angekommen, begrüßte uns ein riesiges Riesenrad, das mitten vor dem Strand steht, als hätte es sich dort einfach spontan niedergelassen.

    Daneben gibt es eine Beach Bar (lebenswichtig) und einen langen Steg, vermutlich für Fischer. Vermutlich, denn an diesem Tag hatte wirklich niemand Lust, bei 45 Grad geduldig auf Fische zu warten – außer vielleicht die Fische selbst. Links und rechts vom Riesenrad erstreckt sich ein wunderschöner, weißer Sandstrand. Gerade fand dort offenbar ein Training für Rettungsschwimmer statt: Viele junge, extrem fitte Menschen rannten gleichzeitig mit ihren Brettern ins Meer, paddelten wie verrückt bis hinter das Ende der Stege und wieder zurück. Sah aus wie ein Wettkampf – oder ein sehr ambitioniertes Aufwärmprogramm. Wir schauten beeindruckt zu und beschlossen dann: Zuschauen reicht, jetzt sind wir dran.Also ab ins Wasser! Herrlich warm, mit angenehmen Wellen – perfekter Badespaß und endlich Abkühlung. Mission erfolgreich.

    In den nächsten Tagen haben wir uns den Museen gewidmet – klimatisiert, versteht sich. Absolute Highlights: South Australian Museum. Ein echtes Überraschungspaket: Tierexemplare aus allen Kontinenten, Aborigines-Kultur und -Kunst, Tiefsee-Tierwelt, Kristallen und und und… sogar eine Ausstellung über das alte Ägypten mit Mumien! Alles verteilt auf vier Etagen – und das Beste: komplett kostenlos. Bildung mit Klimaanlage, besser geht’s nicht.

    Kunstmuseum( ebenfalls kostenlos!): Kunst aus dem 17. bis 21. Jahrhundert: Gemälde, Skulpturen, Möbel – sehr schön, sehr beeindruckend und ideal, um für ein paar Stunden zu vergessen, dass draußen die Sonne alles grillt, was sich bewegt.

  • Australien – Kangaroo Island

    Heute ging es auf einen Ausflug nach Kangaroo Island – der drittgrößten Insel Australiens (nach Tasmanien und Melville Island). Rund 4.500 Menschen nennen sie ihr Zuhause. Die Insel liegt ca.112 km südwestlich von Adelaide und fühlt sich trotzdem wie eine ganz andere Welt an.

    Ein kleiner (aber spannender) Exkurs zur Geschichte der Insel: Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Kangaroo Island bereits vor rund 11.000 Jahren von Ureinwohnern bewohnt war – die sich dann um etwa 200 v. Chr. offenbar dachten: „War nett hier, aber wir ziehen weiter.“

    Fast 2.000 Jahre später, im Jahr 1802, stolperte der britische Seefahrer Matthew Flinders über die Insel. Da er in Australien bis heute eine ziemlich große Nummer ist, durfte er sie auch gleich benennen – und so bekam sie den Namen Kangaroo Island (Marketing konnte er). Kurz darauf trafen die britischen Entdecker/Eroberer auf hoher See auf ein französisches Schiff unter dem Kommando von Nicolas Baudin. Die Kapitäne plauschten nicht nur über Wind und Wetter, sondern auch über diese große, interessante Insel. Ein Jahr später schaute Baudin dann selbst vorbei. Das Ergebnis dieses höflichen europäischen Smalltalks: Bis heute tragen viele Orte und Straßen auf der Insel französische Namen. Diese überlebten sowohl die britische Besatzung als auch die spätere Unabhängigkeit Australiens – ein historisches Souvenir sozusagen 🇫🇷🇦🇺

    Die Anreise: Vom Stadtzentrum Adelaide aus dauert die Busfahrt etwa 1 Stunde und 45 Minuten bis Cape Jervis. Von dort geht es mit der Fähre weiter nach Penneshaw, dem nordöstlichen Hafen von Kangaroo Island – nochmal etwa 45 Minuten über das Meer. Wer mit dem eigenen Auto übersetzen möchte, sollte sehr früh buchen und das Budget lieber etwas großzügiger planen. Aber wir wären ja nicht wir, wenn wir nicht spontan unterwegs wären 🙃. Ergebnis: keine Fährtickets mehr. Zum Glück haben wir noch ein Rundum-sorglos-Tagespaket bekommen: Bus + Fähre + lokaler Reiseführerin (die gleichzeitig unsere Busfahrerin war – Multitalent!) und sogar Mittagessen inklusive. Alles zusammen: ein 16-Stunden-Abenteuer.🦭

    Erstes Highlight: Seal Bay

    Windig, raues Meer, echte Natur pur. Die Temperatur lag offiziell bei 22 Grad, gefühlt aber eher bei 10 – der Wind hatte eindeutig andere Pläne. Begleitet von einem Ranger dürften wir den Seelöwen (ja, die mit der coolen Frisur) am Strand ganz nah kommen – etwa 10 Meter Abstand. Ihr Fell ist unglaublich dicht: rund 15.000 Haare pro Quadratzentimeter! Luxus pur. Die männlichen Seelöwen: dunkel, riesig, dominant – echte Machos der Meere. Die Weibchen: heller im Fell, kleiner, elegant – eine von ihnen stillte gerade ihr Baby. Und wie bei uns Menschen gibt es natürlich auch Teenager: halbstark, verspielt, ständig am Raufen.

    Wir mussten als Gruppe eng zusammenbleiben und uns sehr leise verhalten, denn viele Seelöwen waren nach ihren Ausflügen ins Meer völlig erschöpft und hielten ein Nickerchen.

    Ein besonders bewegender Moment: Eine Seelöwen-Mama kam gerade aus dem Meer zurück und rief laut. Ihr Baby wackelte so schnell es konnte zu ihr hin – und dann diese Begrüßung! Ich konnte die Freude fast physisch spüren. Gänsehaut.

    Nach 45 Minuten war die Führung vorbei, und genauso leise wie wir gekommen waren, mussten wir auch wieder gehen. Bye bye, liebe Robben 🦭

    🍴 Mittagessen: Klassisch australisch: Fish & Chips, Salat und Apfelkuchen. Einfach, ehrlich, gut – genau das Richtige nach so viel frischer Seeluft.

    🪨 Zweites Highlight: Remarkable Rocks & Admirals Arch

    Mit vollem Magen ging es anschließend über die „Cape du Couedic Road“ weiter in den Flinders Chase National Park. Aufgrund ihres ausgesprochen kurvigen Verlaufs trägt sie auch den vielsagenden Spitznamen „Drunken Road“. Laut unserer Reiseführerin ist bis heute nicht ganz geklärt, ob die Bauarbeiter damals tatsächlich betrunken waren – oder ob sie schlicht nach dem Motto „Bezahlung pro Kilometer? Dann machen wir eben ein paar Schleifen mehr“ gearbeitet haben. In jedem Fall ist die Straße ein Erlebnis… besonders für den Magen 🍻😄.

    Im National Park angekommen, erwarteten uns die berühmten Remarkable Rocks: riesige, kunstvoll geformte Felsen, als hätte ein Künstler mit sehr viel Geduld und Wind gearbeitet. Dazwischen wir Menschen – wie kleine Dekofiguren.

    Nur 6 Kilometer weiter liegt der Admirals Arch: eine beeindruckende Naturhöhle direkt an der wilden Steinküste. Laut, kraftvoll, majestätisch – Naturkino vom Feinsten.

    🦘 Letztes Highlight: Wildlife Park

    Nach den verheerenden Buschbränden 2019 – dem Black Summer – verlor Kangaroo Island unendlich viel. Tiere wurden verletzt, Lebensräume zerstört. In diesem Wildlife Park fanden viele von ihnen Schutz, Pflege und eine zweite Chance.


    Wir dürften kleine Kängurus mit gemischtem Trockenfutter selbst füttern.
    Eines hielt meine Hand mit beiden Vorderpfoten fest, ganz vertrauensvoll, ganz nah. Seine feuchten, weichen Lippen kitzelten meine Handfläche.
    Ein anderes bei Michael war so gierig, dass es zu viel auf einmal fraß, kurz würgte und wieder etwas ausspuckte – wie ein kleines Kind, das noch lernen muss. Ich musste lachen.

    Auch die Koalas dürften wir ganz sanft am Rücken streicheln. Sie waren ruhig, neugierig, sahen uns lange an – als wollten sie verstehen, wer wir sind. Ihr Fell fühlte sich dick, warm und unglaublich weich an.

    Es gab auch Albino-Kängurus, Emus und viele andere Tiere. Wunderschön – und doch hinter Zäunen. Unweigerlich kam der Gedanke: Wenn wir Menschen der Erde mehr Raum lassen würden, müssten diese Tiere vielleicht nicht hier leben.


    Auf den Straßen von Kangaroo Island sahen wir deutlich mehr überfahrene Kängurus am Straßenrand als lebendige auf den weiten Wiesen. Ein Anblick, der sich still ins Herz schleicht. Dort, wo eigentlich Sprünge, Bewegung und Freiheit sein sollten, lag nur noch Stille.

    Nach dem Black Summer haben viele Tiere ihren Lebensraum verloren. Wälder, Rückzugsorte, Schutz – alles verbrannt oder verschwunden. Die Tiere mussten ausweichen, näher an Straßen, näher an uns Menschen. Und wir? Wir fahren weiter. Schnell, routiniert, oft gedankenlos.
    Diese Straßen schneiden heute durch Gebiete, die früher Heimat waren.
    Im Wildlife Park füttern wir gerettete Kängurus, streicheln Koalas, bewundern ihre Sanftheit. Nur wenige Kilometer weiter sterben andere – ungesehen, namenlos.
    Dieser Gegensatz tat weh. Er machte dankbar für jede Rettung, aber auch traurig über all das, was wir nicht mehr rückgängig machen können.

    Kangaroo Island hat mich nicht laut beeindruckt, sondern leise berührt. Weil Schönheit und Verlust hier so nah beieinanderliegen.
    Und weil uns die Insel leise daran erinnert, dass wir Gäste sind – nicht Besitzer. Und genau das sind die Erlebnisse, die man nie vergisst. 🌿

  • Australien – Adelaide – Barossa Valley

    Bevor wir nach Adelaide weiterfuhren, um unser Wohnmobil schweren Herzens zurückzugeben, gönnten wir uns noch zwei Nächte auf einem Campingplatz im Barossa Valley. Ein riesiger, ruhiger Platz mit vielen Bäumen – einer davon war so gewaltig, dass er locker schon die Römer hätte kommen und gehen sehen können. Über hundert Jahre alt, mindestens.

    In diesen Bäumen lebten hunderte Nacktaugen- und Rosakakadus. Wirklich HUNDERTE. Morgens und abends starteten sie ihre tägliche Himmelszeremonie: kreisend, schreiend, dramatisch – als würden sie ein sehr lautes Ritual zur Weltherrschaft abhalten. So unheimlich und ohrenbetäubend, dass Michael schließlich mit Ohropax schlafen musste. Natur pur, aber bitte mit Gehörschutz.

    Das Barossa Valley ist berühmt für seinen Weinbau. Überall Weinkeller mit „Tasting & Buying“. Überall. Wenn Michael nicht hätte fahren müssen, wäre er vermutlich an jedem einzelnen angehalten und hätte sich tapfer durch alle südaustralischen Weine gekämpft – rein aus kulturellem Interesse natürlich 😉.

    Schließlich fuhren wir noch in einen Skulpturenpark mit schöner Aussicht und riesigen Steinskulpturen. Leider hatte die Sonne andere Pläne: 45 Grad. FÜNFUNDVIERZIG.. Im Schatten natürlich. In der Sonne? Auf den Steinskulpturen hätte man problemlos Spiegeleier braten können – mit knusprigem Rand 😉. Ich kann mir gut vorstellen, wie wunderschön es hier bei Sonnenuntergang ist. Aber so lange wollten (und konnten) wir nicht warten, bevor wir selbst geschmolzen wären.

    Denn dann kam der Endgegner des ersten Roadtrips: Wohnmobil-Rückgabe. Dump Point (alle Abwasserbehälter leeren), Autowäsche, Gas auffüllen, tanken … zack – Abschied nehmen. Knapp drei Wochen und 3000 Kilometer. Schön war’s.

    Letzte Nächte: stationär in Adelaide City. Ganz ohne Papageienkonzert. 🎉

  • Australien – Letzte Staffel auf der Great Ocean Road mit dem Wohnmobil

    Nach dem Highlight mit dem Hubschrauberflug über die 12 Apostel sind wir weitergefahren. Nächster Programmpunkt: Baden am Port Campbell Beach. Betonung auf baden. Das Wasser war eiskalt. Michael hat sich trotzdem reingetraut und kam mit vollständiger Gänsehaut-Ausrüstung wieder raus. Respekt! 🥶 Brrr …

    Danach haben wir uns „The Grotto“ und die „Bay of Islands“ ganz in Ruhe angeschaut. Vom Hubschrauber aus sieht alles spektakulär aus – aber auch ein bisschen wackelig, laut und durch eine Glasscheibe. Jetzt standen wir einfach davor: kein Lärm, kein Wackeln, keine Scheibe. Nur wir und die Landschaft. Still dastehen, anschauen, staunen, Schönheit genießen. So muss das sein.

    Am nächsten Tag ging es weiter nach Westen: zum „Hopkins Falls“. Weil jetzt gerade in der Region Süd-West-Victoria in der Sommerzeit (Jan/Feb) wenig Regen fällt, deshalb ist der Wasserfluss der Falls entsprechend schwach. Große Kontrast zu der Überflutungen vor ein paar Tagen. Da zeigt sich wie groß Australien ist und wie unterschiedlich bzw. abwechslungsreich das Wetter hier ist.

    Weiter zu einem schönen Spaziergang im „Tower Hill Park“. Bonuslevel freigeschaltet: 7 Koalas gemütlich hoch auf den Bäumen entdeckt 🐨🌳.
    Dann wurde es richtig spannend – Zurück in die Zukunft!
    Auf dem Weg von Nelson Richtung Westen schaute Michael auf die Navigation: Uhrzeit 16:00, Fahrzeit noch 26 Minuten, Ankunft… 15:56?! 🤯
    Wir fahren also gerade rückwärts durch die Zeit!
    Sofort musste ich an meine lieben Kollegen denken und an unsere endlosen Diskussionen über Zeitzonen in Anwendungen und australischen Use Cases. Offenbar hatten die Uhren und Google ihre Probleme mit dem Wechsel der Zeitzonen und endlich aufgegeben. Stunden später immer noch Rätselraten bezüglich der aktuellen Zeit.

    Nachts fanden wir einen Campingplatz direkt am Meer: leerer, weißer Strand, kaltes Wasserund starker Wind. Das Wohnmobil wurde vom Wind regelmäßig durchgeschüttelt – kostenloses Schaukelprogramm oder in den Schlaf wiegen inklusive. Zum Baden war es mir definitiv zu kalt, aber der Sonnenuntergang war traumhaft. Nachts 15 Grad, morgens ruhig und sonnig. Perfekt.

    Unterwegs haben wir noch einiges angeschaut. Zuerst machten wir einen Stop am „Blue Lake“ in Mount Gambier, welcher ein Vulkankrater ist und sich vor Jahrtausenden mit Grundwasser füllte. Der See ist ca. 70 Meter tief, klar und bei Tauchern sehr beliebt. Er ist übrigens nur in den australischen Sommermonaten von November bis März so kristallklar blau. In der restlichen Zeit ist er eher grau und trüb. Anschließend ging es zum Valley Lake Conservation Park, der laut Google mit schöner Natur Kängurus, Koalas und anderen Tieren lockt. Am Ende reichte unser Spaziergang immerhin für ein dunkles Wallaby/Känguru welches unseren Weg kreuzte bzw. an uns vorbei hüpfte und drei weiteren Kängurus 🦘, die wir im Unterholz entdeckten.

    Dann führte uns unsere Route noch zum Umpherston Sinkhole (Balumbul), welches wahrscheinlich vor Jahrtausenden entstanden ist, als ein Hohlraum nachgab und die Erde auf einem Durchmesser von ca. 100 Meter absackte. Dort wurden wir von wunderschönen Pflanzen – und sogar einem Possum, das aus einem Felsenloch geguckt hat, überrascht. Hallo, kleiner Mitbewohner!

    Dann ging es weiter Richtung Adelaide: endlose Weinbaugebiete, die mit Verkostungen zum Stop einluden (einige Namen kannte Michael sogar). Wir überlegten kurz: Man könnte auch hier übernachten und … Aber die Ferne rief nach uns 😆 Dann plötzlich Sonne und Regen gleichzeitig, als könnte sich der Himmel nicht entscheiden. Und das Thermometer zeigte über 37 Grad! 🌞🔥 Australien eben. Immer für Überraschungen gut.

  • Australien – Great Ocean Road

    Bevor wir starten, haben wir noch eine Hafenstadt südwestlich Melbourne besucht: Geelong. Ein Strand mit vielen lustigen Holzfiguren – ein bisschen Kunst, ein bisschen Humor, perfekt für Fotos. Außerdem gibt es dort eine richtig schöne Freibadanlage mit Rettungsschwimmern, Duschen und Toiletten. Und jetzt kommt der Hammer: alles kostenlos!
    Da stellt sich mir nur eine Frage: Warum gibt es so etwas nicht auch als öffentliche Einrichtung in Deutschland? Und das, obwohl wir deutlich mehr Steuern zahlen?! 🤔 Deutschland, erkläre dich bitte!

    Samstag, den 17.01.2026: Los geht’s auf die Great Ocean Road! 🚐🌊
    Diese legendäre Küstenstraße wurde von 1919 bis 1932 gebaut – von Soldaten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrten. Der eigentliche Startpunkt ist Torquay, von dort schlängelt sich die Straße über rund 300 km entlang der spektakulären Westküste Victorias. Geschichte, Natur und Drama – alles in einer Strecke.
    Erster Stopp: Bells Beach
    Weltberühmt bei Surfern. Heute allerdings: starker Wind, grauer Himmel, kaltes Wasser. Die Surfer hatten offensichtlich kollektiv frei genommen. Nicht eine einzige Person hatte Lust, sich ins Meer zu stürzen. Verständnis: 100 %.


    Zweiter Stopp: Anglesea – Golfclub mit Kängurus 🦘⛳
    Ja, richtig gelesen: Golfspielen zwischen Kängurus. Allerdings nur mit geführter Tour, um die Tiere zu sehen. Preis: 20 Dollar pro Person.
    Kurz unsere Gedanken:
    Man nimmt den Kängurus ihren Lebensraum, baut einen Golfplatz – und verlangt dann Eintritt, um sie dort zu sehen? Ähm… nein danke.
    Stattdessen machen wir einfach einen Spaziergang um den Golfplatz herum. Und siehe da: Nach einer halben Stunde stehen plötzlich drei Kängurus im Gebüsch – Vater mit zwei Kindern. Kostenlos, leise, authentisch. Wir machen vorsichtig ein paar Fotos, steigen zufrieden ins Wohnmobil und fühlen uns wie Gewinner.


    Dritter Stopp: Anglesea Beach
    Schön, windig, dramatisch. Das Meer tobt, die Wolken spielen Kino. Perfekte Kulisse für große Gefühle und zerzauste Haare. Auf Strand haben wir einen Schwarzgelbem Blauzungenskink gesehen. Nicht giftig,


    Vierter Stopp: Split Point Lighthouse & Pizza 🍕
    Erst Aussicht, dann Essen. Und endlich: eine richtig gute Pizza! Unsere letzte Tiefkühlpizza-Erfahrung wurde damit offiziell verarbeitet und emotional geheilt.


    Dann sehen wir ihn: den offiziellen Startpunkt der Great Ocean Road: Memorial Arch at Eastern View.


    Problem: Zwei Tage zuvor gab es heftige Überflutungen. Die Straße zwischen Lorne und weiter südlich war teilweise gesperrt. Im Landesinneren toben außerdem noch mehrere Buschfeuer.
    Wie weit wir fahren dürfen? Keine Ahnung.
    Unser Plan: einfach losfahren und schauen, wie weit wir kommen. Klassischer Roadtrip-Optimismus.


    Lorne: Nach der Überflutung herrscht hier eine ziemlich dramatische Szenerie. Überall Aufräumarbeiten, Schlamm, Äste und Geröll. Unter einer Brücke stapeln sich Zweige – die Natur hat hier eindeutig das letzte Wort gehabt.
    Cumberland River Beach:
    Ein schockierender Anblick: 11 Fahrzeuge wurden bis an den Strand gespült. Man steht da, schaut – und wird automatisch leise. Die Natur kann wunderschön sein, aber sie verhandelt nicht.


    Kurz vor unserem Übernachtungsplatz im Regenwald passiert dann etwas Magisches:
    Am Straßenrand steht plötzlich ein dunkles Wallaby. Riesige, unschuldige Augen, total süß. Ein kurzer Blickkontakt – und zack, genauso schnell verschwindet es wieder im Wald. 🦘✨

    Sonntag den 18.01.2026: Die 12 Apostel
    Zuerst ein geheimer Aussichtspunkt – gigantisches Panorama, fast menschenleer. Dann der offizielle Parkplatz: riesig, perfekt organisiert, mit vielen Mitarbeitern, die die Besucherströme lenken. Extra gebaute Aussichtsplattformen sorgen dafür, dass man diese Naturwunder aus allen Winkeln bestaunen kann.
    Der Anblick ist schlicht atemberaubend:
    Türkises Wasser, weiße Wellen, goldene Strände – und dazwischen diese riesigen Kalksteinsäulen, die sich bis zu 50 Meter aus dem Meer erheben. Wahnsinn!
    Ich fühle mich wie in einem Traum und vergesse fast, mein Handy zu benutzen – ein echtes Wunder 📵✨


    Plötzlich hören wir Hubschrauber. Direkt neben dem Besucherzentrum befindet sich ein großer Helikopterlandeplatz. Rundflüge werden angeboten:
    25 Minuten, ca. 90 km, 9 Aussichtspunkte : 12 Apostel, Loch Ard Gorge, The Sentinel, The Arch, London Bridge, The Grotto, Schomberg Reef, Bay of Martyrs, Bay of Islands. Es gibt kürzere und längere Touren, aber die 25 Minuten sprechen vor allem unseren Geldbeutel an 😄
    Kurze Überlegung: Warum eigentlich nicht?
    Gewichtscheck, Sicherheitseinweisung – und eine halbe Stunde später sitzen wir im Hubschrauber.
    Ich sitze in der ersten Reihe direkt neben dem Piloten. Oh. Mein. Gott. Meine erste Hubschraubertour überhaupt!
    Ich bin sooo aufgeregt!!! 🚁😱✨ Michael sitzt hinten … für ihn ist es ja schon der 4-te Hubschrauberflug.

    Extras: Erste BBQ-Erfahrung in Australien 🇦🇺🔥
    Auf einem Campingplatz. Man drückt einfach einen Knopf am Gasgrill und zack – nach 20 Minuten schaltet sich das Ding automatisch aus. Kein Stress, kein Anbrennen, kein Abwasch-Drama. Super praktisch und kinderleicht zu reinigen. Hat richtig Spaß gemacht!
    Ich frage mich ernsthaft: Warum sind deutsche Grills immer noch auf dem Stand „Feuerzeug leer, Kohle nass, Stimmung gereizt“?

  • Australien – Melbourne – Stadt der Stadien

    Bevor wir in Melbourne einfahren, haben wir noch einen Tag auf Phillip Island verbracht – südöstlich von Melbourne gelegen und erstaunlich modern für eine Insel. Straßen, Häuser, alles gut gebaut.
    Aber: Entlang der Straßen lagen leider extrem viele überfahrene Tiere – mehr als auf der gesamten Strecke zuvor zusammen. Manche waren so platt, dass selbst Biologen vor einem Rätsel gestanden hätten. 😬
    Die Aussicht am Cowes Beach ist wunderschön. Besonders beeindruckend: der rote Felsen bei Red Rocks Beach – sieht aus wie aus einem Science-Fiction-Film auf einem fremden Planeten.

    Ganz westlich liegt das Nobbies Centre mit langen, schön gebauten Holzstegen, extra für Besucher, die Landschaft, Vögel und die kleinsten Pinguine (Zwergpinguine) der Welt beobachten möchten.
    Leider konnten wir nicht bis zum Sonnenuntergang warten, um die berühmte Pinguin-Parade zu sehen, wenn die Tiere abends aus dem Meer kommen und geschniegelt nach Hause watscheln. Also blieb es bei einem gemütlichen Spaziergang.
    Die Aussicht bei The Nobbies ist spektakulär: tosende Wellen, der Ozean, Seal Rocks, seltene Vögel. Angeblich leben hier auch Kupferkopfschlangen – wir hatten Glück und sind keiner begegnet.
    Stattdessen sahen wir leider vier tote Baby-Pinguine 😢. Zwei lebendige hatten sich dafür schlau in ihrer kleinen Höhle versteckt – eindeutig die besseren Überlebenskünstler. Weit draußen liegt noch Seal Rock mit Robben, aber ohne Fernglas: keine Chance.


    Am Abend fanden wir einen kostenlosen Campingplatz mitten in flachem Bauernland. Sonnenuntergang im Wohnmobil, absolute Ruhe – wunderschön. 🌅


    Die folgenden zwei Tage verbrachten wir mit Sightseeing in Melbourne City. Auf der Suche nach einem guten Parkplatz für unser Wohnmobil entdeckten wir zufällig den Albert Park Circuit – die Formel-1-Strecke. Die Vorbereitungen für den Grand Prix Anfang März liefen bereits auf Hochtouren, überall Bauzäune, LKWs und emsige Menschen.


    Wir besuchten auch den Botanischen Garten, Chinatown, Docklands und den Federation Square.
    Was uns besonders auffiel: Im Stadtzentrum haben wir sage und schreibe 12 Stadien entdeckt! Manche liegen direkt nebeneinander. Melbourne ist eindeutig eine extrem sportliche Stadt. Überall Jogger:innen 😉, Fahrradfahrer:innen 😉 egal zu welcher Uhrzeit. Auf dem Fluss rudern die Leute fleißig durch die Gegend – vermutlich schon vor dem Frühstück. Aktuell läuft noch das Qualifying für die Australien Open 2026. Die Hauptrunde startet dann Ende Januar.


    Ein echtes Highlight war der Besuch des The Ian Potter Centre: NGV Australia. Futuristische Architektur, beeindruckende Kunst – und der Eintritt ist kostenlos! Danach kann man direkt weiter zum Melbourne Central Shopping Centre, etwas essen, trinken oder einfach die Atmosphäre genießen. Das Shopping Centre ist etwas besonderes, hier wurde alles um ein etwa hundert Jahre altes Gebäude, welches sich in der Mitte befindet, herumgebaut. Erstaunlich 🤩
    Praktischer Tipp: In Melbourne sollte man sich unbedingt eine myki-Karte (ähnlich wie eine Prepaid-/Geld-Karte) für den öffentlichen kaufen. Kontaktlose Zahlung mit Handy oder Kreditkarte wie in Sydney funktionieren leider noch nicht (Stand: Januar 2026).
    Immerhin gibt es die kostenlose Tramlinie 35, die etwa eine Stunde lang im Uhrzeigersinn, ähnlich wie ein Hop-on Hop-off Bus, um das Stadtzentrum fährt, alle 12–15 Minuten. Natürlich ist sie immer voll – aber perfekt für eine erste Stadtrunde.

    Heute und morgen Abend gönnen wir uns erst mal ein bisschen Caravan-Park-Wellness: nichts tun, Füße hoch, Akku aufladen. 🏕️Danach geht es weiter entlang der legendären Great Ocean Road an der Südküste – Kurve für Kurve, Meerblick inklusive, mit garantiertem „Wow“-Faktor hinter jeder Ecke… bis bald…

  • Australien – Victoria – Zwischen Hitzeschock und Kuscheldecke

    Victoria hat uns mit extremen Temperaturschwankungen begrüßt. Als wir von NSW ankamen, waren es noch über 30 Grad, später sogar 40 Grad auf dem Koala Trail. Und dann: gestern Nacht in Tarra Valley ganze 8 Grad! Ich habe im Wohnmobil mit zwei Decken geschlafen – Luxus-Camping auf australisch ❄️😅

    Heute stand eine sehr wichtige Aufgabe auf dem Programm: der Besuch eines Public Dump Points. Zum Glück gibt es eine Camping-App mit genauen Standorten, Bewertungen und echten Camper-Erfahrungen – Gold wert! Hier darf man Abwasser und Chemie-Toiletten entleeren. Nur hier. Nirgendwo sonst! Sonst: Umweltverschmutzung + saftige Strafen. Anders als in Deutschland gibt es hier einfach ein Loch mit blauem Deckel und einen Wasserhahn daneben. Klingt simpel – ist es auch. Fast.

    🧻 Dump Point – Anleitung für Dummies

    Step 1: Chemie für die Toilette im Fachhandel kaufen. Gummihandschuhe nicht vergessen!

    Step 2: Wohnmobil gut einparken – möglichst nah am Dump Point.

    Step 3: Abwasserschlauch anschließen und Grauwasser ablassen.

    Step 4: Camping-Toilette ausbauen und entleeren.👉 Achtung: Deckel dürfen NICHT ins Loch fallen! Danach gut spülen und mit Wasser + Chemikalien neu befüllen.

    Step 5: Alles sauber nachspülen, Hände gründlich waschen und desinfizieren.

    ⚠️ WICHTIG: Der Wasserhahn daneben ist NICHT für Trinkwasser oder den Wassertank!

    Das Ganze hat Michael hervorragend erledigt – ich stand daneben, habe zugeschaut und für euch mitgeschrieben 😜

    Nach dieser heldenhaften Tat ging es glücklich und erleichtert weiter Richtung Westen. Erstes Highlight: wilde Stingrays!
    Hier schwimmen Rochen im seichten Wasser direkt am Strand – und lassen sich sogar von Menschen berühren.
    Sie kommen immer wieder zurück, als hätten beide Seiten Spaß an der Begegnung. Eine unglaublich friedliche und schöne Szene. Leider war es für mich zu windig und zu kalt, also habe ich nur vom Steg aus zugeschaut. Ins Wasser? Nein danke. Brrrr… 🥶

    Zweite Attraktion: Flat Rocks – Dinosaur Dreaming Fossil Site. Vom Parkplatz geht man hinunter und steht plötzlich vor bizarren Felsformationen. Hier wurden tatsächlich Dinosaurierfossilien gefunden! Auf den flachen Steinen sieht man überall Spuren – sie wirken, als wären Dinosaurier… oder doch Aliens? 👽🦕 Viele Familien mit Kindern waren dort, alle auf Spurensuche. Man braucht dafür nur ein bisschen Fantasie.

    Kurz danach kommt schon Eagle’s Nest. Von oben sieht es aus wie eine einsame Felsbrücke im Meer. Von unten – aus einem anderen Winkel – sieht es plötzlich aus wie ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln, der gerade auf seinem Nest landet. Genauso wie der Horse Head Rock, den wir vor ein paar Tagen gesehen haben. Man muss manchmal einfach die Position wechseln, um Dinge anders zu sehen.🤔 Wow… das klingt jetzt fast philosophisch. Ein bisschen wie Konfuzius im Campervan.