Australien – Great Ocean Road

Bevor wir starten, haben wir noch eine Hafenstadt südwestlich Melbourne besucht: Geelong. Ein Strand mit vielen lustigen Holzfiguren – ein bisschen Kunst, ein bisschen Humor, perfekt für Fotos. Außerdem gibt es dort eine richtig schöne Freibadanlage mit Rettungsschwimmern, Duschen und Toiletten. Und jetzt kommt der Hammer: alles kostenlos!
Da stellt sich mir nur eine Frage: Warum gibt es so etwas nicht auch als öffentliche Einrichtung in Deutschland? Und das, obwohl wir deutlich mehr Steuern zahlen?! 🤔 Deutschland, erkläre dich bitte!

Samstag, den 17.01.2026: Los geht’s auf die Great Ocean Road! 🚐🌊
Diese legendäre Küstenstraße wurde von 1919 bis 1932 gebaut – von Soldaten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrten. Der eigentliche Startpunkt ist Torquay, von dort schlängelt sich die Straße über rund 300 km entlang der spektakulären Westküste Victorias. Geschichte, Natur und Drama – alles in einer Strecke.
Erster Stopp: Bells Beach
Weltberühmt bei Surfern. Heute allerdings: starker Wind, grauer Himmel, kaltes Wasser. Die Surfer hatten offensichtlich kollektiv frei genommen. Nicht eine einzige Person hatte Lust, sich ins Meer zu stürzen. Verständnis: 100 %.


Zweiter Stopp: Anglesea – Golfclub mit Kängurus 🦘⛳
Ja, richtig gelesen: Golfspielen zwischen Kängurus. Allerdings nur mit geführter Tour, um die Tiere zu sehen. Preis: 20 Dollar pro Person.
Kurz unsere Gedanken:
Man nimmt den Kängurus ihren Lebensraum, baut einen Golfplatz – und verlangt dann Eintritt, um sie dort zu sehen? Ähm… nein danke.
Stattdessen machen wir einfach einen Spaziergang um den Golfplatz herum. Und siehe da: Nach einer halben Stunde stehen plötzlich drei Kängurus im Gebüsch – Vater mit zwei Kindern. Kostenlos, leise, authentisch. Wir machen vorsichtig ein paar Fotos, steigen zufrieden ins Wohnmobil und fühlen uns wie Gewinner.


Dritter Stopp: Anglesea Beach
Schön, windig, dramatisch. Das Meer tobt, die Wolken spielen Kino. Perfekte Kulisse für große Gefühle und zerzauste Haare. Auf Strand haben wir einen Schwarzgelbem Blauzungenskink gesehen. Nicht giftig,


Vierter Stopp: Split Point Lighthouse & Pizza 🍕
Erst Aussicht, dann Essen. Und endlich: eine richtig gute Pizza! Unsere letzte Tiefkühlpizza-Erfahrung wurde damit offiziell verarbeitet und emotional geheilt.


Dann sehen wir ihn: den offiziellen Startpunkt der Great Ocean Road: Memorial Arch at Eastern View.


Problem: Zwei Tage zuvor gab es heftige Überflutungen. Die Straße zwischen Lorne und weiter südlich war teilweise gesperrt. Im Landesinneren toben außerdem noch mehrere Buschfeuer.
Wie weit wir fahren dürfen? Keine Ahnung.
Unser Plan: einfach losfahren und schauen, wie weit wir kommen. Klassischer Roadtrip-Optimismus.


Lorne: Nach der Überflutung herrscht hier eine ziemlich dramatische Szenerie. Überall Aufräumarbeiten, Schlamm, Äste und Geröll. Unter einer Brücke stapeln sich Zweige – die Natur hat hier eindeutig das letzte Wort gehabt.
Cumberland River Beach:
Ein schockierender Anblick: 11 Fahrzeuge wurden bis an den Strand gespült. Man steht da, schaut – und wird automatisch leise. Die Natur kann wunderschön sein, aber sie verhandelt nicht.


Kurz vor unserem Übernachtungsplatz im Regenwald passiert dann etwas Magisches:
Am Straßenrand steht plötzlich ein dunkles Wallaby. Riesige, unschuldige Augen, total süß. Ein kurzer Blickkontakt – und zack, genauso schnell verschwindet es wieder im Wald. 🦘✨

Sonntag den 18.01.2026: Die 12 Apostel
Zuerst ein geheimer Aussichtspunkt – gigantisches Panorama, fast menschenleer. Dann der offizielle Parkplatz: riesig, perfekt organisiert, mit vielen Mitarbeitern, die die Besucherströme lenken. Extra gebaute Aussichtsplattformen sorgen dafür, dass man diese Naturwunder aus allen Winkeln bestaunen kann.
Der Anblick ist schlicht atemberaubend:
Türkises Wasser, weiße Wellen, goldene Strände – und dazwischen diese riesigen Kalksteinsäulen, die sich bis zu 50 Meter aus dem Meer erheben. Wahnsinn!
Ich fühle mich wie in einem Traum und vergesse fast, mein Handy zu benutzen – ein echtes Wunder 📵✨


Plötzlich hören wir Hubschrauber. Direkt neben dem Besucherzentrum befindet sich ein großer Helikopterlandeplatz. Rundflüge werden angeboten:
25 Minuten, ca. 90 km, 9 Aussichtspunkte : 12 Apostel, Loch Ard Gorge, The Sentinel, The Arch, London Bridge, The Grotto, Schomberg Reef, Bay of Martyrs, Bay of Islands. Es gibt kürzere und längere Touren, aber die 25 Minuten sprechen vor allem unseren Geldbeutel an 😄
Kurze Überlegung: Warum eigentlich nicht?
Gewichtscheck, Sicherheitseinweisung – und eine halbe Stunde später sitzen wir im Hubschrauber.
Ich sitze in der ersten Reihe direkt neben dem Piloten. Oh. Mein. Gott. Meine erste Hubschraubertour überhaupt!
Ich bin sooo aufgeregt!!! 🚁😱✨ Michael sitzt hinten … für ihn ist es ja schon der 4-te Hubschrauberflug.

Extras: Erste BBQ-Erfahrung in Australien 🇦🇺🔥
Auf einem Campingplatz. Man drückt einfach einen Knopf am Gasgrill und zack – nach 20 Minuten schaltet sich das Ding automatisch aus. Kein Stress, kein Anbrennen, kein Abwasch-Drama. Super praktisch und kinderleicht zu reinigen. Hat richtig Spaß gemacht!
Ich frage mich ernsthaft: Warum sind deutsche Grills immer noch auf dem Stand „Feuerzeug leer, Kohle nass, Stimmung gereizt“?

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