Bolivien – Busfahrt von Uyuni nach Potosi

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02.06.2026 – Heute ging es mit dem Bus von Uyuni nach Potosí. Die Fahrt dauerte etwa vier Stunden und führte durch die karge, aber beeindruckende Landschaft des bolivianischen Altiplano.

Allerdings in Uyuni neben der Straßen liegen massenhaft Müll. Der Anblick tut schon weh.

Die Bustickets kosteten 70 Bolivianos pro Person und konnten problemlos direkt am Busterminal gekauft werden. In Bolivien weiß man derzeit allerdings nie so genau, ob Straßen und Verkehrsverbindungen am nächsten Tag noch offen sind.

Deshalb hatten wir vorsichtshalber noch kein Hotel in Potosí gebucht. Falls wir irgendwo festgesessen hätten, wäre das zumindest kein zusätzliches Problem gewesen. Ein kleines Problem gab es allerdings: Es gab keine Toilette an Bord. Der Fahrer saß außerdem in einem vollständig abgetrennten Fahrerabteil im unteren Bereich des Busses. Selbst wenn jemand dringend eine Pause benötigt hätte, wäre es vermutlich schwierig geworden, ihm das mitzuteilen. Zum Glück hatten wir vor der Abfahrt nicht allzu viel getrunken. So vergingen die vier Stunden erstaunlich entspannt.

Während der Fahrt stiegen immer wieder einzelne Fahrgäste mitten im Nirgendwo am Straßenrand ein oder aus. Wie sie das organisiert hatten, blieb für uns ein Rätsel. Offenbar gibt es hier ein unsichtbares Buchungssystem, das nur Einheimische verstehen. Der Bus selbst war überraschend bequem und erreichte Potosí sogar relativ pünktlich.

Am Busbahnhof von Potosí angekommen, organisierte Michael spontan ein Hotelzimmer in der Innenstadt, etwa 2,5 Kilometer vom Terminal entfernt. Kaum hatten wir den Bus verlassen, wurden wir bereits von mehreren privaten Fahrern angesprochen. Allerdings wollten sie uns nicht innerhalb von Potosí fahren, sondern fragten, ob wir nach Sucre möchten. Das überraschte uns etwas, schließlich waren wir gerade erst angekommen. Außerdem sollten die Straßen Richtung Sucre laut den aktuellen Informationen teilweise gesperrt sein.

Später erfuhren wir, dass die Fahrt über Umwege trotzdem irgendwie möglich war – allerdings dauerte sie statt der üblichen dreieinhalb Stunden inzwischen rund sieben Stunden. Und war somit eine gute Einnahmequelle für die Taxifahrer.

Die Straßen rund um den Busbahnhof wirkten laut, chaotisch und voller Verkaufsstände. Dazu kam der typische Duft einer Großstadt: eine Mischung aus Abgasen, Straßenküche und Verkehr. Dann entdeckten wir ein Taxi, mit dem wir definitiv nicht fahren wollten.

Generell hatten wir den Eindruck, dass vermutlich mindestens die Hälfte der bolivianischen Fahrzeuge bei einer deutschen Hauptuntersuchung keine fünf Minuten überleben würde. Mehrfach gerissene Frontscheiben, fehlende oder nur noch lose befestigte Stoßfänger, halb blinde oder fehlende Scheinwerfer und Karosserieteile, die eher aus Gewohnheit als aus technischer Notwendigkeit am Fahrzeug hingen, gehörten zum alltäglichen Straßenbild.

Besonders eindrucksvoll waren jedoch die Abgaswolken mancher Fahrzeuge. Wenn ein älterer Bus oder Lastwagen vorbeifuhr, konnte man für einen kurzen Moment den Eindruck gewinnen, die lokale Nebelsaison habe begonnen. Wer gerade tief Luft holen wollte, verschob diesen Plan besser um ein paar Sekunden. Die bolivianischen Fahrzeuge schienen nach dem Motto zu funktionieren: Solange sich etwas bewegt, ist es noch nicht kaputt.

Andere offizielle Taxis konnten wir nicht finden. Also blieb nur eine Alternative: laufen. Das klingt zunächst harmlos. Bis man bedenkt, dass Potosí auf über 4.000 Metern Höhe liegt und wir Rucksäcke mit 16 beziehungsweise 23 Kilogramm auf dem Rücken trugen. Die Straßen führten gefühlt ausschließlich bergauf. Nach wenigen Minuten wurde klar, dass die Höhenluft keine Witze macht. Jeder Anstieg fühlte sich an, als hätte jemand heimlich die Schwerkraft erhöht.

Hinzu kam meine beginnende Erkältung. Nach etwa einer halben Stunde Fußmarsch war ich komplett erledigt und froh, als wir endlich unser Hotel erreichten.

Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. In der Innenstadt fanden wir tatsächlich noch ein kleines Restaurant, das geöffnet hatte. Dort probierte ich K’alapurka, eine traditionelle Suppe aus dem bolivianischen Altiplano.

Die riesige Portion kostete gerade einmal 35 Bolivianos – umgerechnet etwa vier Euro. Zubereitet wird die Suppe aus Maismehl, Kartoffeln, Fleisch und Gewürzen. Das Besondere ist jedoch die Art des Servierens: In die Schüssel wird ein glühend heißer Vulkanstein gelegt, der die Suppe bis zum letzten Löffel kochend heiß hält. Vor meinen Augen begann die Suppe zu blubbern und zu sprudeln wie ein kleiner Vulkan. Gelegentlich schoss sogar eine heiße Fontäne über den Schüsselrand. Wer beim Essen Wert auf saubere Kleidung legt, sollte vorsichtshalber etwas Abstand halten.

Für das kalte Hochlandklima war die Suppe allerdings perfekt – und für meine Erkältung vermutlich genau die richtige Medizin.

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